Sonnenbeobachtung mit einfachsten Mitteln-- Wie?

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Vlorian2009

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Hallo Leute,
war gerade vor der Tür und *grell* die Sonne blendet mich.Nach dem Astromäßig Wetterbedingt nix los war hab ich mich gefragt, wie kann man mit einfachsten Mitteln die Sonne beobachten, ohne das man blind wird, ohne irgendwas zu kaufen.Ich hab noch einen billigen 8x40 Feldstecher rumliegen und habs mit Bino Okularprojektion auf ein Blatt Papier versucht.Man konnte aber nichts erkennen.

Möchte eigentlich nur Sonnenflecken sehen.Und nur Sachen verwenden die ich zuhause hab und am besten heut noch. :super:



MFG und CS

Flo
 
Möglichkeiten der Sonnenbeobachtung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Sonne zu beobachten. Die günstigste ist mit Baader Sonnenfilterfolie. Diese Folie gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen: fotografisch ND 3,8, visuell ND 5. (ND bedeutet hierbei Neutrale Dichte. Je höher die Zahl, desto weniger Licht wird durch gelassen. Vgl. Graufilter.) Preis 1/2 m² um 65,00 Euro. Gibt es natürlich in verschiedenen Größen.

Die Sonnenfilterfolie wird an die Öffnung eines Teleskopes angebracht und ist für alle Teleskoparten geeignet. Das Sonnenlicht durchläuft den Filter als erstes, und wird dann erst von der Linse oder dem Spiegel gebrochen. In den Okularauszug kommt ganz normal ein Okular, mit dem beobachtet wird. Gefährlich kann diese Folie nur werden, wenn man einen Gitterrohrtubus hat (da das Sonnenlicht seitlich auf dem Spiegel fallen kann und so auch ins Auge gelangen kann) oder wenn die Filterfassung nur lasch auf dem Teleskop aufgesteckt wird und vom leichtesten Wind weg geweht wird.

Ein anderes System, das nur mit Fraunhofer-Refraktoren, ED-Refraktoren und APOs mit einem Luftspalt-Objektiv funktioniert, ist der Herschelkeil. Dieser wird wie ein Zenitspiegel in den OAZ gesteckt und dämpft das Sonnenlicht stark ab. Mit speziellen Filtern, z. B. K-Linie-Filter, Solar-Continuum-Filter, kann man die Sonnenoberfläche in verschiedenen Wellenlängen des Spektrums beobachten. Die verschiedenen Filter zeigen dann Fackeln, Flares, Protuberanzen etc. je nach Verwendungszweck. Preis (nur Herschelkeil): teils um 400,00 €.

Und noch eine variante ist stark verbreitet: Objektivsonnenfilter (meist ein ERF (Energiereduktionsfilter) zur Wärmeblockung) ein Etalon und ein Blockfilter unmittelbar vor dem OAZ. Solche Geräte gibt es fertig zu kaufen (PST von Coronado, Sonnenteleskope von Lunt) oder man stellt sich selbst ein Teleskop mit diversen Bauteilen zusammen. Preis: ab 500,00 Euro bis XXXX,XX Euro

Sonnenbeobachtung und wie sie früher gemacht wurde: FH-Refraktor und ein zweilinsiges, unverkittetes Okular (Huygens-Okular). Das Okular muss unbedingt einen Metallbody haben (kein Plastik), denn es wird auch zumeist etwas warm. Teleskop auf die Sonne richten, Karton etwa 20 cm hinter das Okular halten und das Sonnenbild auf den Karton scharfstellen. So können auch mehrere Personen gleichzeitig die Sonne auf dem Karton beobachten.

Die Sonenenergie ungefiltert durch ein Fernglas zu jagen, halte ich aufgrund der Verkittung von Objektivlinsen und Okularlinsen nicht für ratsam, da die Verkittung zerstört werden kann.

Bitte niemals in das Teleskop schauen, wenn keine geeigneten Filter ordnungsgemäß und bestimmungsgemäß eingesetzt wurden. Die billigen Glassonnenfilter zum Eindrehen in das Okulargewinde sofort in den Müll! Diese können unter der enormen Hitzeeinwirkungen platzen.

PS: Deinen Dobson köntest Du mit einem Objektiv-Folienfilter (Sonnenfilterfolie) ausstatten. Wenn Dir die ganze Öffnung zu viel ist, oder Dir die Folie dafür zu teuer, kannst Du außermittig eine Filteröffnung anfertigen un z. B. mit 4 Zoll beobachten. Natürlich verschenkst Du so Öffnung, aber gerade in der "Mittagshitze" sind 10 Zoll u. U. sowieso zu viel des guten, was das Seeing anbelangt. (Beispiel-Bild unter: http://picture.yatego.com/images/4506cc658b5377.4/HSF320-10Zdobson.jpg)
 
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Hi!

Nur als Hinweis: Auch die besten Geräte nutzen nichts, wenn die Sonne wie zurzeit spiegelblank ist. Ein aktuelles Sonnenfoto gibt es u.a. hier: http://sohowww.nascom.nasa.gov/data/realtime/mdi_igr/512/

Achte bei der Sonnenprojektion darauf, dass nichts und niemand aus Versehen oder mit Absicht durch das Teleskop blicken kann. Kein Besserwisser von Zuschauer, kein Haustier, absolut keiner. Vertraue nicht darauf, dass die Leute dir glauben, wenn Du sagst, dass der Blick durch die Optik zur Erblindung führt. Die Ignoranz mancher Leute ist unglaublich. Und nimm ein billiges Fernglas, dann ist der Verlust nicht so groß, falls die Hitze zu Schäden führt.

Gruß,
Alex
 
Re: Sonnenbeobachtung mit einfachsten Mitteln-- Wi

Hallo Flo,
Hallo Florian,

ein kritischer Punkt bei der einfachen Sonnenbeobachtung ist die Abschirmung von Streulicht. Es gibt auch ein einfache Geräte ("Sonnen-Projektor"), z.B. hier:
http://www.astromedia.de/
Wem die 20 Euro zuviel sind, kann sich aber wenigstens das Konstruktionsprinzip abschauen. Auch geeignete Linsen und Achromate gibt es hier.

Auch wenn man das Sonnenbild auf einen Schirm projeziert hat, sollte man auf den Schirm durch eine Röhre oder dergleichen schauen, eventuell ein schwarzes Tuch überhängen.

Baader-Folie vor dem Fernglas geht natürlich auch. Zumindest kann man kontrollieren, ob überhaupt Sonnenflecken vorhanden sind.

Mit Gruss, Joachim

 
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Die Projektionsmethode mit dem Fernglas funktioniert schon. Einfacher geht es, wenn jemand das Papier hält. Was heißt "nichts erkennen"? Den Sonnenkreis wirst du ja wohl gesehen haben! Du kannst ihn dann mit der Fokussierung scharfstellen. Da im Moment keine Sonennflecken da sind, wirst du lediglich die Randabdunkelung der Sonne sehen.
 
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