Hallo Markus,
Herschelkeil, Projektion, Kontrast, Bino etc. spricht ja für den Refraktor ...
nein. Herschelkeil kannst du auch mit meinem Yolo Schiefspiegler
oder einem Kutter und dessen verbessrten Abwandlungen verwenden.
Projektion kannst du mit verschiedensten Teleskoptypen machen.
Soweit ich mich erinnere gab es beim TAL 1 Newton eine Projektions-
vorrichtung serienmäßig dazu.
Kontrast: Du willst doch wohl nicht etwa behaupten
daß der lausige 120/600er Farbwerfer des Fragestellers
im Weißlicht auch nur annähernd das zu leisten vermag
was ein richtiger 120mm Refraktor nach Fraunhofer,
der dann f/15 haben würde, leisten könnte?
Ein kleiner Refraktor ...
... leistet nur wenig, das aber zuverlässig bei jedem Seeing.
Es lebe das Kleinteleskop. Man sieht nur wenig, das aber oft.
Oh Mann, bin ich froh daß ich mir Gedanken zu meinen Teleskopen mache
anstatt unkritisch überlieferte Gschichten von Anno dunnemals
zu glauben.
An dieser Stelle vielen Dank an die Leute die mich selbstständiges Denken
gelehrt haben.
Hier mal eine kleine Anektdote von vor ein paar Jahren.
Der Schreiber stand bei Kurt Schreckling auf der Wiese
und hatte seinen ATM Newton mit Sonnenfilterfolie bestückt.
Kurt Schreckling hatte einen selbstgebauten farbreinen 5" Refraktor
da stehen. Wir haben uns einen mehrere Kilometer entfernten
Hochsitz angeschaut. Es war kurz nach Mittag.
Der farbreine Refraktor zeigte exakt das selbe wie der 8" Newton.
Verstellte man die Farbkorrektur des Refraktors, so daß dieser
einen Blausaum zeigte, verschwand die Maserung in den
Baumstämmen
die den Hochsitz trugen.
An der Sonne zeigten 5" farbrein mit Herschelkeil und 8" Newton
kurz nach Mittag mit Folie ziemlich das gleiche.
Am Nachmittag wurde die Luftruhe besser.
Nun zeigte der Newton mit Folie Feindetail in der Penumbra
kontrastreicher als der farbreine 5" Refraktor.
Am Hochsitz wurden Feindetails in der Maserung des Holzes sichtbar,
ebenso die Grate der Schraubenköpfe. Hier konnte der 5" Refraktor
nicht mehr mithalten. Der war zwar gut, kein Wunder bei einem
selbstgebauten Apochromat, aber er hatte nun mal 3" weniger Öffnung.
sind die meisten billigen Teleskope ziemlich schrottig.
Beim zu-kurz-(A)chromaten fehlt für Weißlichtbeobachtungen
nur noch der Griff zu wegschmeißen. Für die Sonne sollte man
den Solar Continuum Filter (=> Sonne kotzgrün) gleich einplanen.
Wenn du nur die Hälfte des Geldes das der Herschelkeil
mehr als die Folie kostet in leicht durchführbare Verbesserungen
des Newtons steckst bringt der weit mehr, auch an der Sonne.
Hinten eine Abschlußplatte (hält schon mal das meiste Fremdlicht ab)
in die der regelbare PC-Lüfter saugend eingebaut ist.
Darüber bei der Sonnenbeobachtung ein Stück schwarzer Stoff
(hält denRest des von hinten hereinkommenden Fremdlichtes ab).
Der Sonnenfilter muß vorne dicht abschließen, damit dort
kein Fremdlicht reinkommt. Falls es am Tubus wo der OAZ
montiert ist Lücken gibt, muß man diese schließen. Feddich.
@ Fee:
Das Basteln eines Folien-Sonnenfilters für den kleinen Refraktor aus 2 Pappestreifen ist zudem wesentlich einfacher als das Anfertigen eines Sonnenfilters für den 8" Dob.
Nein. Ich habe den Filter für meinen 8" Newton
(2x dünne Sperrholzplatte mit rundem Loch, Folie aufkleben,
darauf dann die zweite Platte kleben, zur Sicherheit schrauben)
schneller gebaut als den Filter für den 50mm Sucher
Folie und Pappe).
Der Filter für den 8" Newton wird übrigens angeschraubt,
sicher ist sicher.
Beim beobachten der Sonne gibt es für mich 2 Szenarien:
1) Sonne komplett mit Rand. Z.B. mit dem 14mm Pentax XL
bei 86x.
2) Sonne im Detail, je nachdem wie gut das Seeing ist
mit dem 7mm XW oder dem 5,2mm XL bei 171x oder 231x.
171x geht häufig, auch beim damaligen Venusdurchgang.
Damit sehe ich sehr viele Feinstrukturen in der Penumbra
der Sonnenflecken.
CS,Karsten