Spätsommerlicher Himmelstour Teil I (Anfänger)

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Bradyon

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Mitte der Woche, von Mittwoch auf Donnerstag soll es sternenklar werden. Dann möchte ich endlich mal wieder 'rausfahren. Weil ich mich immer noch als relativen Anfänger betrachten muß, bin ich gezwungen, meine Ausflüge in die Tiefen des Himmels einigermaßen genau zu planen. Und weil ich bestimmt nicht der Einzige mit Orientierungsproblemen bin, habe ich mir überlegt, die Planung einmal aufzuschreiben und zur Diskussion zu stellen.

Vielleicht kann es dem Einen oder Anderen nützlich sein, und ich hoffe meinerseits natürlich auch auf Hinweise, Korrekturen und Tipps. (Ich beabsichtige, meine 'analogen Teilkreise' außen vor zu lassen und die Ziele ausschließlich mittels Starhopping zu suchen.)

Weil ich gerne das 'Gemüse der Saison' genieße, werfe ich zunächst einen Blick auf meine Planisphäre (drehbare Sternkarte (© 1977!)).
Ich möchte hier eine Lanze für dieses Teil brechen: Wenn man sich schnell und anschaulich über die Position der Gestirne im Verlauf der Jahreszeiten und auch der Nacht orientieren will, gibt es nichts besseres.
Ich stelle fest, daß Wasserman und unter ihm der Südliche Fisch in Opposition zur Sonne stehen. Auch Steinbock ist für den etwas früheren Abend günstig plaziert. Nix wie hin, sofern klares Wetter und ein freier Blick auf den Horizont herrschen.*)

Sowieso fahre ich in diesen Tagen gern 'raus, weil die Nächte wieder länger werden und es noch halbwegs warm ist. Auch ist das Risiko, in der (Nebel-) Suppe zu landen noch deutlich geringer als im Oktober.
Sonnenuntergang ist um 20:12 Uhr, eine gute Zeit zum Aufbauen, denn während der bürgerlichen Dämmerung reicht das Licht bekanntermaßen noch zum Zeitungslesen Richtig dunkel wird es erst nach Ende der astronomischen Dämmerung um 22:14, und theoretisch könnte ich bis 04:48 weitermachen.

Spätsommer und Herbst sind an und für sich die Zeit der Kugelsternhaufen, aber ich beabsichtige, auch den einen oder anderen planetarischen Nebel mitzupicken. Deshalb nicht vergessen, das UHC Filter einzustecken!

Nach den "10 beliebtesten Siedlungen" und den "10 beliebtesten Aussichtspunkten von NRW" (alles im WDR zu bestaunen) habe ich jetzt die "10 beliebtesten Deep Sky Objekte in NRW" ermittelt, und die Abstimmung hat - nach nur einigen klitzekleinen Korrekturen meinerseits - ein eindeutiges Ergebnis getätigt: Aaaand the Winneeeeer iiiiis…… M13, der große Herkuleshaufen!!!
Mit ihm möchte ich anfangen, weil er (azimuthal) ziemlich genau im Westen steht und immer weiter sinken wird. Die nächsten 3 Plätze werden übrigens belegt durch M15, M5 und M3 - sie bilden zusammen mit M13 die "Fantastic Four" der Kugelhaufen.

M13 zu finden ist nicht schwer: Zuerst suche ich Herkules etwa auf halber Strecke zwischen Vega und Arktur. Leichter ist die Orientierung, wenn man den Asterismus "Schmetterling" (ein Teil von Herkules) aufsucht. Das ist eine prägnante Formation aus Sternen mit mv um die 3 bis 3.5. Die nördliche Flügelspitze, Eta Herculis, setze ich in die Mitte des Sucherfernrohres, bewege mich 1,2° nach Süden, und schon schwimmt der Kugelhaufen ins Blickfeld :-) Schön zentrieren, das 16mm Okular herein und den Anblick genießen.**)

So, das war eine Vorübung zur Lockerung, sozusagen, aber jetzt geht's weiter. Ein Blick nach oben, zu M92, dem kleinen Bruder, wäre zwar verführerisch, aber ich will mich an meinem Plan halten und knöpfe mir als nächstes M15 vor. Dazu mache ich zuerst einen großen Schwenk zum Herbstquadrat, das dabei ist, das Sommerdreieck abzulösen. Vom Stern an der südwestlichen Ecke, Markab, sind es etwa 30° nach West-Südwest (eine Hand- plus eine Faustbreite), wo ich den orangefarbenen Enif (Epsilon Pegasi) finde. Das ist nicht schwer, weil er mit einer mv von 2.3 der hellste Stern in Pegasus ist.
Eine rasche Kontrolle mit meiner App "Flightradar24" zeigt, daß es keine Flugzeuge in der Nähe gibt und ich getrost den Laserpointer verwenden kann, um das Teleskop auf Enif auszurichten. Und schau an, weil mein Sucher ein bequemes Sehfeld von 5.5° aufweist, brauche ich meinen 8" Dob (namens "Isaac") nur ein klein wenig nach NW zu schubsen - es sind genau genommen 4° - und ich bin am Ziel. Einige andere Amateur-Astronome haben beklagt, daß sie nicht in der Lage waren, M15 in Einzelsterne aufzulösen. Mal sehn, was wird.

Hierher werde ich mein eigentliches Zielgebiet, Steinbock, Wassermann und Südlicher Fisch ansteuern - wenn Zeit genug ist, mit einem Zwischenstopp bei M2. Meine dortigen Ziele wären die Messiers 72 und 73 (auch genannt "Messier's Folly"), und wenn's klappt, die 30. Außerdem die NGC's 7009 und 7293. Fomalhaut soll so um 1:50 Uhr, wenn er kulminiert, den Abschluß bilden.

Ich stelle gerade fest, daß diese 'Absichtserklärung' mal wieder sehr viel länger geworden ist, als vorgesehen. Teil II werde ich also nur ebenso ausführlich aufschreiben, wenn ausreichend Interesse da ist. Wenn dem so sein sollte, schickt mir nur ein kurzes Mail mit einem "I Like", und ich werde sehen, was sich machen läßt ;-)

Ich hoffe, daß ich etwas von meiner Begeisterung für unser wunderbares Hobby herüberbringen konnte und vielleicht doch noch den Einen oder Anderen zu einem erneuten gemeinsamen Spechteln ermuntern konnte.

Bis dahin wolkenlose Nächte, gutes Seeing und hohe Transparenz


*) Alle Datums-Angaben beziehen sich auf den Mi/Do, 3/4. September.
**) Die Richtungsangaben N O S W, beziehen sich auf die Ekliptik.
 
Hallo Bradyon,

ich find das echt klasse, was du hier geschrieben hast. Erstmal wünsche ich dir viel Erfolg am Mittwoch und Donnerstagmorgen und auch die klare Nacht, die angemeldet ist :D
Ich bin auch ein Anfänger und ich muss sagen, dass es wirklich interessant ist, deinen Beitrag zu lesen. Wenn Du Zeit und Lust hast, würde ich mich auch über den 2. Teil freuen.
Ich habe bis jetzt nur einige Objekte aus dem Wintersechseck und dem Sommerdreieck beobachtet. Mit den Sternbildern Wassermann und südlicher Fisch kenne ich mich so gut wie gar nicht aus.
Ich werde also auch demnächst versuchen, die von dir beschriebenen Kugelsternhaufen ins Teleskop zu bekommen, bevor sie wieder vom Himmel verschwinden.
Ich find es auch fantastisch, dass du dir so einen gut detaillierten und zeitlich abgestimmten Plan aufgestellt hast. Somit kann nichts schief gehen.

Leider kann ich dir keine weiteren Sternhaufen verraten, die du beobachten könntest, da ich selber noch keine weiteren kenne. Ich kann dir nur ans Herz legen, einen Schwenk in die Leier und den planetarischen Nebel "Ringnebel in der Leier" (M57) zu machen. Die Strukturen die man bei höherer Vergrößerung erkennen kann sind umwerfend. Diese sehen mit einem UHC Filter noch besser aus, als sie es so schon sind.

Wenn du bis in die Morgenstunden wach bleibst, dann kannst du auch noch den Jupiter beobachten :D

Vielleicht kannst du auch versuchen ein paar Fotos zu machen. Würde mich freuen, von den Erfolgen in deiner Beobachtungsnacht zu hören.
Gutes Gelingen

CS
John
 
Hallo Bradyon,

deine Begeisterung für die visuelle Beobachtung kommt sehr gut rüber und ich hoffe, dass sich davon viele anstecken lassen.

Etwas Begeisterung tut dem Board hier sicher gut und insofern sag ich Danke! für Deinen Beitrag. Ist ja auch mal was anderes, eine Art Vorfreude- und Planungsthread zu lesen. Interessant!

Insofern gerne mehr davon! Aber auf ein "i like" verzichte ich jetzt mal, bei sowas rollen sich mir nämlich die Zehennägel hoch ;-)

Übrigens wäre ein realer Name noch nett, das kommt allgemein besser rüber... Es wird schon keiner ausspionieren anhand Deines Vornamens, wer Du bist, wo Du wohnst, und was Deine Kontonummer und favorisierten Internetseiten sind ;-)

Schöne Grüße und Danke nochmal

Norman

 
Hallo Norman,
vielen Dank für das Lob; ermuntert zum Weitermachen.
Kannst Deine Nägel wieder ausrollen: War eher als Witz gedacht. Vorteil des Reagierens in Foren ist natürlich auch, daß man dem Verfasser in Gegensatz zum Fratzenbuch ebenfalls ein "I Dislike" schicken kann ;-)
Mit meinen Klartext-Daten gehe ich übrigens eher zurückhaltend um, weil ich da und dort in vielen Foren angemeldet bin, was die Erstellung eines Profils sehr erleichtern würde.
Ein Bradyon ist übrigens das Susy-Gegenstück zum Tachyon, was bedeutet, daß ich mich grundsätzlich mit negativer Lichtgeschwindigkeit bewege.
LG & CS
 
Hallo John,

ja, ich habe unter allen Cracks manchmal auch das Gefühl, hier als relativer Anfänger etwas aus dem Rahmen zu fallen. Instrumentenkunde für Rookies gibt es hier zuhauf, mit dem Beobachten sieht es nicht so dolle aus.

Ich mache übrigens gar keine Fotos, sondern habe mich bewußt dagegen entschieden. Das wird mir zu teuer, und ich fürchte, daß mir vor lauter Einnorden, Tracken und Fokussieren das direkte Erleben und - möglicherweise naives - Erleben abhanden kommen könnte. Ein Zeichenblock werde ich aber später bestimmt in meinen Ranzen stecken.

Zur Orientierung: Es gibt ein tolles Buch zum Lernen, und zwar von H.A. Rey "Zwilling, Stier und Großer Bär" beim Kosmos Verlag. Das ist zwar etwas älter, aber richtig gut. Denn erstens ist Rey der 'Schöpfer' der sg. Modernen Sternbilder: Man kann bei vielen Astro-Proggies wählen zwischen "klassischer" und "moderner" Darstellung. Hinter "modern" steckt Rey, und man muß wirklich sagen, daß seine Verbindungslinien sehr viel einleuchtender sind als die herkömmlichen.
Zweitens gibt's ein Kapitel mit Abbildungen des Sternenhimmels, jeweils in doppelter Ausführung: einmal mit und einmal ohne Namen. Top zum üben!

Wenn's interessiert, kann ich mal aufschreiben, was ich so an Texten und Hilfsmitteln noch verwende. Bis dahin LG & CS
 
Hallo Bradyon,

freut mich, dass du dich sehr auf die visuelle Beobachtung konzentrierst. Zeichnen wollte ich auch schon mal ausprobieren, bin aber noch nicht dazu gekommen. Würde mich freuen später mal ein paar Zeichnungen von dir zu sehen.

Danke für den Tipp mit dem Buch. Kannte ich noch nicht.
Auf jeden Fall interessiert es mich, welche Texte und Hilfsmittel du verwendest. Würde mich über Informationen freuen.

CS
John
 
Hallo allerseits,

ein Thread für Anfänger *händereib* Da kann ich hoffentlich etwas beisteuern, denn ich zähle mich auch dazu. Falls ich hier Infos reinhaue die gar nicht benötigt werden dann entschuldigt das, ich kann den bisherigen Beiträgen nicht wirklich entnehmen "wie weit" ihr schon seid oder wie gut ausgerüstet.

Vor jeder Beobachtungsnacht ziehe ich die Software "Stellarium" heran. Sie ist kostenlos im Netz zu bekommen und mit einer Fülle an nützlichen Tools ausgestattet (Suchfunktion für Objekte nach Freitext oder Katalogbezeichnung, ein Winkelmesser zur Entfernungsbemessung, Okularansicht von Objekten).
Mein derzeit ständiger Begleiter ist der Deep Sky Reiseatlas von Noack&Feiler mit übersichtlichen Karten und kurzer Beschreibung zu den sehenswertesten Objekten.

Starhopping ist bei optischem Sucher sicherlich das Mittel der Wahl, doch es erfordert detailreiche Sternkarten. Gut, Quellen dafür gibt es im Netz genug und auch in Buchform. Ich fand es jedoch immer recht kompliziert und es löst nicht ein großes, bedeutungsvolles Problem: Wieviel ist denn eigentlich z.B. 10° am Himmel, wie bemesse ich das?
@Bradyon spricht ja schon von Handspannen etc. was durchaus hilfreich ist. Da ich mir aber recht früh einen Telrad-Sucher besorgt habe, bekam ich damit ein prima Mittel zur Entfernungsmessung am Himmel an die Hand: Distanzen mittels Telradkreisen bemessen ("wieviele Telradkreise passen zwischen Stern A und Stern B, wieviele zwischen Referenzstern und gesuchtem Objekt?").
Überhaupt erleichtert ein Telrad oder Rigel Quickfinder das Aufsuchen immens, denn zwischen all der harten Übung und Theorie will man ja auch mal was sehen ;) Der o.g. Reiseatlas hat übrigens Telradkreise in die Karten gedruckt, auch in Stellarium lässt sich mit einem Klick ein Telradkreis einblenden.

Darüber hinaus schaue ich mir oft auch "einfach so" den gesamten Sternhimmel an um in Form zu bleiben - wenn man mal einen Monat oder länger nicht beobachten konnte, mag man erstaunt sein darüber wie sehr sich der Himmel seit dem letzten Mal verändert hat.

Was ich auch gern mache, ist sterngucken mit dem Fernglas. Nicht nur dass man viele Objekte schon mit einem vergleichsweise kleinen FG sieht; es hilft auch sehr bei der Orientierung während des Aufsuchens aufgrund großen Gesichtsfelds und moderater Vergrößerung.

Vor einer Weile habe ich hier einen BB namens "Großes Himmels-Einmaleins" eingestellt, u.a. auch mit "Wegbeschreibungen" zu den beobachteten Objekten. Eventuell interessant für den ein oder anderen Mitleser?

Eine nette Idee, dieser Thread, den behalte ich im Sucher - äh, im Auge.

Übrigens @Bradyon, lobenswert dass du vor der Benutzung deines Laserpointers mögliche Flugzeuge abcheckst - aber Handy-Display während einer Beobachtungsnacht? Dunkeladaption adé... :o Bei Kugel- und offenen Sternhaufen vielleicht nicht so tragisch, aber wenns an Galaxien oder Nebel geht, lässt du das Handy hoffentlich aus ;) während meiner Sessions kommt ausschließlich Rotlicht zum Einsatz und ich finde, selbst das beeinflusst die Adaption. Ich nutze es daher nur kurz zum Kartenlesen oder während ich zeichne.
 
Yo Riann,

freut mich echt, daß weitere Foristen an Beiträge von bzw. für Anfänger interessiert sind! Vielleicht könnte man mal an den Webmaster herantreten, daß ein Beobachtungsforum für Anfänger eingerichtet wird.

Re. Handy, bei mir 7" Tablet unter Android: Ich verwende es für verschiedenste Apps für die Astronomie, und die wenigsten haben einen Nachtmodus. Stattdessen verwwnde ich eine App zum beliebigen Einfärben der Arbeitsoberfläche namens "Sun Filter - Screen Temperature". Es ist kostenlos, verlangt keine Rechte und das Smartphone/Tablet muß nicht gerootet sein.Probier's mal aus.

Klare Nächte, gutes Seeing und hohe Transparenz wüncht Euch
Bradyon

PS. kannst Du mal einen Link auf Dein "Großes Himmels-Einmaleins" setzen?
 
Hallo Bradyon,

voila: Großes Himmels-Einmaleins

Dass es solche Apps wie die von dir genannte gibt weiß ich, jedoch lässt sich ein gewisser Anteil an Weißlicht nicht aus dem Display rausfiltern. Zu Anfangszeiten habe ich notgedrungen eine "Rotlichtlampen-App" fürs Handy genutzt während ich gezeichnet habe, aber das wirkt sich wirklich auf die Dunkeladaption aus. Man merkt es.

Daher sind andere Lichtquellen als Rotlichtlampe für den geneigten Galaxien- und Nebelbeobachter einfach tabu wenn man sich nicht selbst um feine Details des beobachteten Objekts bringen möchte.

In das entsprechende Forum wurde dein Beitrag ja nun verschoben, "Fragen zu Beobachtungen" ist ja so eine Art Anfängerforum.
 
Hallo Riann,

Daher sind andere Lichtquellen als Rotlichtlampe für den geneigten Galaxien- und Nebelbeobachter einfach tabu…
Mensch, bist Du streng ;) Klar muß man aufpassen, seine Nachtsicht nicht zu ruinieren, aber ein kurzer Blick mit einem kniependen Auge auf einen abgedunkelten, rötlichen Bildschirm ist vielleicht auch nicht die ganz große Katastrophe.

Ein paar Tipps hätte ich in dieser Beziehung noch:
  • In meiner aktiven Zeit in der Marine (lange ist's her) trugen wir etwa 20 Minuten bevor es auf Nachtwache ging, eine Art Motorradbrille mit rotem Glas.
    Die Idee wollte ich wieder aufgreifen, fand aber nix, bis ich auf eine rote Laserschutzbrille stieß. Die setze ich mir seither immer auf,
    • vorher, wenn ich im Garten spechteln will, und
    • wenn ich mal eben meine 3 watt LED Taschenlampe brauche (und mit dem Dingens niemanden blende).
  • Eine rote Stirnlampe hatte ich mir anfangs mal gebastelt aus einer Aldi Leuchte mit viel rotem Nagellack. Leider habe ich es nicht geschafft, den richtigen Farbton zu finden. Daher habe ich mir irgendwann doch eine Stirnlampe mit roten LEDs zugelegt.
  • Ob man/frau es glaubt oder nicht, mollig warme Kleidung - und Schuhwerk, englischer Tee (sehr dunkel mit viel Milch und Zucker) und ein einigermaßen gefüllter Magen wirken wunder.
Alles Gute,
Bradyon
 
Hallo Bradyon,

bestimmt bin ich ein bißchen streng - das habe ich wohl von meinem Lehrmeister übernommen :cool:

Ich meine zu wissen von welchen Brillen du sprichst, die gibt es von Uvex noch zu kaufen, bei Interesse kannst du ja mal suchen.

Kleidung & Schuhwerk sind absolut das A und O, nix verleidet einem das Vergnügen so sehr wie wenn man friert. Ich nehme auch meist einen Thermobecher mit Tee mit raus und ein paar Schokoriegel o.ä. für den kleinen Haps zwischendurch.

Wo wohl die anderen Mitschreiber hin verschwunden sind? :gutefrage:
 
Hallo Riann,

tja, an solchen Threads erlahmt das Interesse darauf zu reagieren meistens recht schnell. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, weil es zwar was zu lesen gibt, aber nicht unbedingt viel zu kommentieren.

Ich beabsichtige deshalb für Teil 2 einen neuen Thread anzufangen - neuer Wein in neue Schläuche, sozusagen. Nur habe ich aktuell wenig Zeit zum Schreiben, weil ich noch an einem anderen Thema arbeite, diesesmal ein astro-archäologisches.

Vielleicht hast Du Zeit, einen weiteren Beitrag zu posten. Es muß ja nicht immer so ausführlich sein. Bis dahin alles Gute und Klare Nächte,
Bradyon
 
Hallo an Alle,

melde mich nun auch wieder mal. Hatte die letzten Wochen leider keine Zeit.

Zu den Brillen kann ich keine eigenen Erfahrungen beisteuern. Aber ich muss sagen, dass warme Kleidung wirklich wichtig ist.
Das hab ich selbst erlebt. Man denkt meistens, dass es mit einer Winterjacke warm genug ist. Natürlich - am Tag ist es wärmer als in der Nacht. Trotzdem reicht dann ein Pullover darunter noch nicht aus, da man unterschätzt, dass man sich beim Beobachten nicht bewegt.
Meine ersten Beobachtungen im Winter um Mitternacht mit -15°C waren mir eine Lehre. Pullover, Strickjacke, dicke Skijacke, warme Mütze und dicker Schal + Skihose und ganz dicke Socken. Dann kann das Beobachten beginnen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber bei mir ist es so, dass wenn ich kalte Füße bekomme, alles vorbei ist - ich kann mich nicht mehr konzentrieren und man verliert sehr schnell die Lust am Beobachten ... Also ich zieh bei ganz kalten Temperaturen sogar 2 Paar Socken und warme Winterschuhe an.
Der warme Tee in einer Thermoskanne darf natürlich nicht fehlen und zusätzlich noch der kleine Snack für zwischendurch :D

Würde mich auch gerne über eure Erfahrungsberichte freuen. Man kann nie auslernen.

Viele klare Nächte
John
 
Hallo John,

bei unerfahrenen Leuten sage ich denen meine drei Grundregeln für astronomische Beobachtungen:

1. Warm anziehen!
2. Warm anziehen!
3. Warm anziehen!

In Deiner Auflistung fehlen meiner Meinung nach Handschuhe - bei mir kommen Klappfäustlinge zum Einsatz, inzwischen welche mit Windstopper. In Extremfällen kommen für die Hände Handwärmer zum Einsatz, wobei sich die mit Kohlestiften besser bewährt haben. Sturmhauben sind ebenfalls sehr nützlich.

Grüße

fquadrat
 
Zu Laserbrillen:

Für Balkon- und Vorgartenspechtler wärmstens empfohlen!
Persönlich mach ich es so: Alles vorbereiten, Aufbauen und zurück in die gute Stube. Eine halbe Stunde vor Beobachtungsbeginn setze ich die Laserbrille auf und kann in Ruhe den Spätkrimi zu Ende schauen - monochrom in rot, versteht sich.

Es ist erstaunlich, wieviel Nachtsichtanpassung diese simple Maßnahme ermöglicht, oder auch erhält, wenn man sich aus irgendeinem Grund mal eben ins Helle begeben muss.

Wegen der Euronen braucht man nicht darauf zu verzichten: Für 6 bis 20 € ist man dabei. Suche bei Amazon oder eBay nach "Rote Laserbrille". Brillenträger sollten Acht geben, ein Modell zu wählen, wo die eigene Brille darunter paßt; das ist aber fast immer der Fall.

Am besten selber ausprobieren :-)

CS, Bradyon



 
Zitat von Bradyon:
Zu Laserbrillen:

Für Balkon- und Vorgartenspechtler wärmstens empfohlen!
Vermutlich nicht nur dafür. Bei Sternschnuppenbeobachtungen macht man auch mal eine längere Pause (Einweggrill oder Kocher bei den Perseiden), und mit einer solchen Brille könnte man danach sofort wieder losbeobachten, sollte eine weiße Taschenlampe oder eine ähnlich Lichtquelle im Spiel gewesen sein. Muß ich mal probieren.

Wegen der Euronen braucht man nicht darauf zu verzichten: Für 6 bis 20 € ist man dabei. Suche bei Amazon oder eBay nach "Rote Laserbrille". Brillenträger sollten Acht geben, ein Modell zu wählen, wo die eigene Brille darunter paßt; das ist aber fast immer der Fall.
Danke für die Stichworte.

Viele Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

ja das stimmt, die Handschuhe habe ich vergessen. Die darf man nicht vergessen. Danke für den Tipp mit den Windstopper. Daran hatte ich noch garnicht gedacht :D
Werde ich mir für den nächsten Winter zulegen.

CS
John
 
Hallo John,

normale Handschuhe nutze ich kaum noch. Es gibt Fotografenhandschuhe, welche um den Gefrierpunkt nicht schlecht sind und eine recht gute Handhabung der Ausrüstung, aber bei tiefen Temperaturen reichen sie nicht. Hier sind warme Fingerlinge oder besser Fäustlinge nötig. Um dann noch vernünftig mit der Ausrüstung umgehen zu können, muß man die Finger freilegen können. Das geht bei Klappfäustlingen, von denen einige sogar abklappbare Daumen besitzen.

Zu beachten ist, daß viele Klappfäustlinge mit Windstopper ein relativ festes Außenmaterial haben. Man muß gut ausprobieren, welche einem angenehm passen. Das gilt auch für die kleinen Bündchen, durch welche die Finger gesteckt werden. Zu weit ist nicht gut, zu eng schnürt das Blut ab.

Zusätzlich sollen die Teile natürlich warm sein und einen brauchbaren Griff aufweisen. Wildleder hilft bei letzterem, eine Kältekammer beim Testen des ersteren. In Dresden steht eine Filiale eines großen Outdoorausrüsters.

Grüße

fquadrat
 
re. Laserbrille & Rotes Licht

eine längere Pause (Einweggrill oder Kocher bei den Perseiden), und mit einer solchen Brille könnte man danach sofort wieder losbeobachten, sollte eine weiße Taschenlampe oder eine ähnlich Lichtquelle im Spiel gewesen sein.
Man ersetze "könnte" durch "kann" :-)

Weshalb funktioniert das? (Wer das alles schon kennt, nicht aufregen, einfach überspringen!) Wir Menschen und andere Affen sind, was das Sehen betrifft zwar keine Weltmeister, aber doch gute Oberliga. Farben können wir gut unterscheiden, weil es angeblich wichtig war, giftige oder ungenießbare Früchte an ihre Farbe zu erkennen. (hat bei Schneewittchen leider nicht so dolle gefunzt.) Das spielte sich am Tag ab; nachts braucht man eher so 'ne Art Restlichtverstärker. Auch da schneiden wir nicht schlecht ab, weil unsere Vor-Vorfahren, kleine Nagetiere etc, vorwiegend nachtaktiv waren, um den damaligen Herren der Schöpfung, den Dinos, aus dem Weg zu gehen.

Für's farbliche Sehen sind im Auge die sg. Zäpfchen zuständig. Sie sind perfekt ans Tageslicht angepaßt, weil ihre größte Empfindlichkeit ziemlich genau dem Bereich entspricht, in dem die Sonne die meiste Energie abstrahlt. Es gibt sie in 3 Varianten: Rot/Grün/Blau. Daher die 3 Pixelfarben in Kameras und Bildschirmen. (Bei manchen Vögeln sind es 4 (Was das wohl für ihr Welt*bild* bedeutet?), die meisten Tiere müssen mit 2 auskommen.

Nachts überwiegt der bläulich-grüne Anteil des Lichts, und da kommen die "Stäbchen" ins Spiel. Sie haben ihre höchste Empfindlicht genau in diesem Bereich des Spektrums, so um die 500 nm und sind um ein Vielfaches lichtempfindlicher - es soll an die 1.000 mal sein. Es gibt sie jedoch nur in einer Variante, weshalb wir nachts keine Farben sehen (alle Katzen grau).

Während der Dämmerung stellen sich die Augen um vom Tag- auf Nachtsehen. Das geschieht so allmählich, daß man es meistens erst spät bemerkt ("huich, ist es auf einmal dunkel"). Das ist die Zeit der meisten Unfälle, weil wir den Verlust des farblichen Sehens auch (zu) spät bemerken.

Im südlichen Afrika, woher wir Hominiden stammen, dauert die Dämmerung etwa 30 Minuten, und ebensolang braucht die Lichtanpassung, "Adaptation" genannt. Andersherum geht es blitzschnell, wie jeder weiß der auf einer Star Party mal von einer Taschenlampe oder Auto-Innenbeleuchtung geblendet wurde.

Das ist doch irgendwie blöd: 30 Minuten, die man braucht, um die Sterne so richtig genießen zu können, werden in 3 Sekunden zunichte gemacht. Doch halt, die Rettung ist nah: die ROTLICHTBRILLE. Denn die Stäbchen sprechen (fast) nur auf blau an; rot ist aus den og. Gründen 'uninteressant'. Erst ein wirklich grelles Rotlicht hebelt den Effekt aus.

Genug der langen Rede, Selbstbeobachtung, z.B. in der Goldenen und in der Blauen Stunde, sowie bei Ziviler, Nautischer und Astronomischer Dämmerung, und letztlich wenn man nachts mal aus'm Bett muß, werden die Wahrheit meine Sage bestätigen ;-]

Klare Nächte, Gutes Seeing und Hohe Transparenz wünscht Euch
Bradyon
 
Zitat von Bradyon:
re. Laserbrille & Rotes Licht

eine längere Pause (Einweggrill oder Kocher bei den Perseiden), und mit einer solchen Brille könnte man danach sofort wieder losbeobachten, sollte eine weiße Taschenlampe oder eine ähnlich Lichtquelle im Spiel gewesen sein.
Man ersetze "könnte" durch "kann" :-)
Hängt davon ab, wie die Brille ausgelegt ist. Läßt sie Tiefgelb (Na-D-Linien) durch, nützt sie wenig. Die meisten Laserdioden emittieren nahe H-alpha, immer mehr aber bei 635 nm, und da soll die Brille ja gut transmittieren.

sind um ein Vielfaches lichtempfindlicher - es soll an die 1.000 mal sein.
Irgendwo stand sogar 10000 mal.

Erst ein wirklich grelles Rotlicht hebelt den Effekt aus.
Oder eines, welches stärker in den kurzwelligen Bereich hineinragt, als uns das lieb ist. Bei mir liegen einige Leuchtdioden herum, deren Strahlungsmaximum sehr langwellig ausgelegt ist, die aber zuviel kürzerwelliges Licht emittieren, als daß sie als Astrobeleuchtung einsetzbar wären.

Grüße

fquadrat
 
Hi Bradyon

konntest du den Beobachtungsplan in die Tat umsetzen? Wenn ja, wie waren deine Eindrücke der Objekte?

Ich hatte gestern Abend kurz die Gelegenheit, einen Blick auf M15 zu werfen. Unter meinem Stadthimmel mit 2.5mag im Zenit konnte ich ihn bei einer Vergrößerung von 182x am C8 (~1.1mm Austrittspupille) gut vom aufgehellten Himmelshintergund abheben. Er zeigte bei indirektem Sehen Einzelsterne mindestens bis dicht ans Zentrum heran. M15 wird im Atlas für Himmelsbeobachter Karkoschka als bester Kugelsternhaufen des Herbsthimmels betitelt. Nicht zu unrecht. Die Flächenhelligkeit in mag/Quadratbogenminute ist immerhin gleich 11, somit hebt er sich selbst vom aufgehellten Himmel gut ab.

Ich würde gerne noch auf ein anderes, helles Objekt hinweisen, das eine Beobachtung durchaus wert ist. Es ist NGC 7662 im Sternbild Andromeda. Dabei handelt es sich um einen hellen, sehr kompakten Planetarischen Nebel, mit einem scheinbaren Durchmesser von nur 0.5 Bogenminuten. Mit einer Flächenhelligkeit von 7mag/Quadratbogenminute hebt er sich sehr gut vom Himmelshintergrund ab. Bei 182x zeigte er bereits leichte Strukturen in Form eines dunkleren Zentrums. Ich glaube aber, dass der schwach leuchtende Außenbereich des Nebels durch den bei mir sehr stark aufgehellten Himmel verschluckt wird. Jedenfalls sieht man an diesen Neben, woher der Name Planetarischer Nebel herrührt. Er sieht im Fernrohr nämlich wirklich so ähnlich wie der Planeten Uranus aus, nur ist er größer.

Ein weiteres Lieblingsobjekt meinerseits ist M29, ein sternarmer, offener Sternhaufen im Sternbild Schwan. Auch dieses Objekt hat eine recht hohe Flächenhelligkeit von 11. Er sieht aus wie ein mager beleuchteter Weihnachtsbaum im Fenster einer Neubausiedlung. Ihn umgeben viele schwächere Sterne, die das funkelnde Lametta darstellen könnten und das Bild im Okular insgesamt abrunden. Ich würde empfehlen, diesen Haufen mit so um die 1mm Austrittspupille im Weitwinkel-Okular zu beobachten. Seine Stellung hoch im Zenit macht ihn zu einem günstig zu beobachtende Objekt. Er ist nichts Besonderes aber nett anzuschauen. Nicht zu verwechseln ist er aber mit dem echten Weihnachtsbaum-Sternhaufen NGC 2264 im Sternbild Einhorn. M29 ist sozusagen nur der Weihnachtsbaum für Arme.


Zur groben Orientierung am Sternenhimmel, zumindest dem, was ich hier davon sehen kann, benutzte ich die KOSMOS drehbare Sternkarte, die ich mir gerade neu gekauft habe. Sie ist etwas größer als die alte Planisphäre aus DDR-Zeiten für den Schulunterricht. Die Kosmos-Planisphäre hat einen drehbaren Deklinationsanzeiger, mit dem man die Position von Kometen und Planeten usw. grob gut abschätzen kann. Insgesamt gefällt sie mir gut.

Ich muss hier auch eine Lanze für den Atlas für Himmelsbeobachter von E.Karkoschka brechen, der nun dankenswerterweise sogar in einer Neuauflage erschienen ist. Man sollte sich tunlichst gründlich den einführenden Abschnitt durchlesen, denn da steht schon mal viel Wissen zur Beobachtung und zur Benutzung des Atlas drin. Der Atlas ist Katalog und Sternkarte in einem und bietet sehr schnellen Zugriff auf viele Informationen. Die Strukturierung ist sehr clever gemacht. Viele Infos auf engstem Raum.

Die Lasersichtbrille, die ich mir bestellt hatte, ist nun angekommen! Danke vielmals für den Tipp. Ich bin gespannt, wie sie sich bewährt. Zudem habe ich mir noch ein Diktiergerät gekauft, mit dessen Hilfe die Beobachtungen am Fernrohr fortan effektiver dokumentiert werden sollen. Zusätzlich mach ich ab und an auch eine Zeichnung.




Wie sähe die zweite Himmelstour eigentlich aus Bradyon? Schon eine Idee? ;)




Viele Grüße,
Christian
 
Hallo Werner,

ich habe mir vor kurzem ein Diktiergerät gekauft, das zmindest 2 Deiner Grundbedingungen erfüllt, das wären große intuitiv bedienbare Tasten und abschaltbare Beleuchtung. Es ist eins von Sony, das Modell habe ich jetzt nicht im Kopf, aber ich kann gern nochmal schauen.
Gegen Tauwasser hilft es, das Diktiergerät in der Jackentasche zu behalten. Zur Akkudauer bei Minusgraden kann ich leider nix sagen.
Ich habe allerdings festgestellt, dass ich die Beleuchtung doch brauche, um sicher zu gehen, dass die Aufnahme läuft. Man kann die kleine LED ja ein wenig mit Permanentmarker übermalen um die aber ohnehin geringe Helligkeit noch weiter zu reduzieren.

Beste Grüße

rene
 
Hallo Werner,

bei mir arbeitet, sofern benötigt, ein alter Pearlcorder S928 von Olympus mit Mikrokassetten. Beleuchtung ist eine kleine LED, welche man so positionieren kann, daß sie nicht stört (leuchtet bei der Aufnahme ohnehin rot). Handschuhe sind nicht sehr störend, der nur selten vorhandene Tau hat nie geschadet, zwei Mignonakkus halten temperaturunabhängig mehrere Stunden. Eine Seite faßt 30 Minuten, danach muß man umdrehen. Hauptnachteil: Diktiergeräte mit Kassetten sind fast ausgestorben.

Grüße

fquadrat
 
zum Thema Diktiergerät: Ich habe vor längerem das Olympus DP-20 gekauft, damals allerdings zu einem Aktionspreis von nur 20 EUR.

Vorteile:
* große Tasten, die auch mit "normalen" Handschuhen bedient werden können
* liegt gut in der Hand
* wird mit 2 handelsüblichen AAA-Batterien versorgt
* automatischer Standby nach längerer Nichtbenutzung

Nachteile, wenn man es so nennen will:
* keine Schnittstelle nach außen (z.B. USB)
* relative helle, orangefarbene LED, die man sich aber nicht angucken muss (ich halte das Gerät immer zum Körper)
* bei den Aufnahmen wird keine Uhrzeit abgespeichert

Tau ist bei mir kein Problem, da ich es immer geschützt in meiner "Beobachterweste" aufbewahre. Die Batterien halten für mich lange genug. So oft komme ich leider, bedingt durch das Wetter, nicht raus, dass ich mich über eine kurze Laufzeit beklagen müsste.

Es gehört bei mir praktisch zur Grundausstattung :)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute

ich habe zufälligerweise fast das gleiche Modell wie Robert gekauft, das DP-211. Gestern Abend konnte ich es ausprobieren. Es funktioniert erst mal super. Die kleine LED oben links ist im Dunkeln doch schon recht hell, aber die kann man abkleben. Hintergrundbeleuchtung gibt es keine.



Viele Grüße,
Christian
 

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Hallo Mitleser/Vorschreiber,

hier tut sich ja wieder richtig was.
Diktiergerät - eigentlich eine tolle Sache. Überhaupt fällt mir da gerade ein, dass ich etwas sträflich vernachlässigt habe: nämlich das Beobachtungs-Log. Noch zu Beginn habe ich mir im Nachhinein stets aufgeschrieben was ich besucht habe, wie die Bedingungen waren, womit ich Schwierigkeiten hatte etc., was helfen sollte, künftige Sessions besser zu planen. Peinlich peinlich, das werde ich wieder aufnehmen.

Ob sich die Lasersichtbrille tatsächlich im Einsatz bewährt - darauf bin ich gespannt. Bitte berichten!

Zum Abschluss werfe ich noch einen Link in die Runde: Deepsky-Datenbank, wo man eigene Planer anlegen und Listen von anderen ansehen kann. Dazu Katalogsuche nach Objekten mit vielen Infos, Suche nach Sternbildern, Messier des Monats usw. und das ganze inklusiv Telradkarten zum erstellen und ausdrucken. Auf gehts, nächste Himmelstour planen :super:

edit sagt: ganz vergessen @Christian_P noch danke zu sagen für den kleinen Ausflugsbericht. Einige Objekte sind darunter die ich direkt mal in meinen Planer übernommen habe.

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Riann.

Zitat von Sternsucher:
Diktiergerät - eigentlich eine tolle Sache.
Die Dinger sind besonders beliebt bei den Sternschnuppenbeobachtern, da Sprechen schneller geht als Schreiben und man, abgesehen vom Blick auf die Uhr, den Himmel weiterhin im Blick hat. Im Zusammenhang mit analogen Kameras nützt ein Diktiergerät ebenfalls, nämlich zum Festhalten der Aufnahmedaten.

Grüße

fquadrat
 
Gibt es jemand, der zeichnet? Das habe ich mir immer mal überlegt, habe mich aber noch nicht durchgerungen:
Kalte Finger?
Tischchen oder was?
Bleistift, Kohle, Tusche, oder… ?
Was macht das Papier bei Feuchte?
Bräuchte man ne Äquatorial-Platform für den Dob, um länger zwei freie Hände zu haben?
Fragen über Fragen. Wer hat Erfahrung?
Klare Nächte,
Bradyon
 
@Bradyon,

hast doch meinen Bericht gelesen - ich zeichne fast immmer etwas von dem was ich angeschaut habe.
Als Unterlage benutze ich derzeit meine Sitzgelegenheit, man kann aber auch einfach ein Klemmbrett verwenden.

Welche Materialien ist abhängig davon wie man es machen will - die einen erstellen am Scope eine Rohzeichnung die dann ins Reine gezeichnet wird, die anderen machen es direkt am Teleskop fertig.
Möglich sind Bleistiftzeichnungen die man dann einscannt und invertiert, oder auf schwarzem Bastelkarton mit Kreide, Wattestäbchen zum Verwischen... kommt auf die eigene Vorliebe an.

Ich selber erstelle eine Rohzeichnung während des Beobachtens, mache Notizen dazu und die fertige Zeichnung dann digital mit Grafiktablett. Das Papier wellt sich ein bißchen, logisch, aber da ich Pastellkreide und starkes Papier für die Rohzeichnung verwende, stört das nicht weiter.
Eine Nachführplattform ist natürlich super für ambitionierte Zeichner, aber da ich nie mit Hochvergrößerung beobachte und Okulare mit großem sGF nutze, ist die Arbeit mit dem selbst nachführen moderat.
 
hi Brady

eine der einfachsten Zeichnungen kann von offenen Sternhaufen gemacht werden. Dazu reicht es, die Sterne als Punkte unterschiedlichen Durchmessers je nach ihrer scheinbaren Helligkeit im geschätzt richtigen Abstand aufs Papier zu zeichnen. Dazu noch ein paar Randnotizen, fertig. Das muss nicht schön aussehen. Danach erfolgt am Schreibtisch die "Auswertung" der nächtlichen Beobachtung. Hier pimpt man die Zeichnung auf, scannt sie ein und überarbeitet sie digital. Beispiel siehe Anhang.

Will man Planeten zeichnen, macht man sich am besten eine Schablone, die den Rand der Planetenscheibe abgrenzt. Dann zeichnet man von groben zu feinen Details einfach alles ein, was man sieht. Das muss wiederum auch nicht schön aussehen. Es geht primär erst einmal um die Informationsgewinnung. Ähnlich ist es beim Mond. Der Lambert Spix kann das z.B. sehr gut. Er ist auch an vielen Büchern zur Astronomie beteiligt. Link.


Viele Grüße,
Christian
 

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