Bradyon
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Mitte der Woche, von Mittwoch auf Donnerstag soll es sternenklar werden. Dann möchte ich endlich mal wieder 'rausfahren. Weil ich mich immer noch als relativen Anfänger betrachten muß, bin ich gezwungen, meine Ausflüge in die Tiefen des Himmels einigermaßen genau zu planen. Und weil ich bestimmt nicht der Einzige mit Orientierungsproblemen bin, habe ich mir überlegt, die Planung einmal aufzuschreiben und zur Diskussion zu stellen.
Vielleicht kann es dem Einen oder Anderen nützlich sein, und ich hoffe meinerseits natürlich auch auf Hinweise, Korrekturen und Tipps. (Ich beabsichtige, meine 'analogen Teilkreise' außen vor zu lassen und die Ziele ausschließlich mittels Starhopping zu suchen.)
Weil ich gerne das 'Gemüse der Saison' genieße, werfe ich zunächst einen Blick auf meine Planisphäre (drehbare Sternkarte (© 1977!)).
Ich möchte hier eine Lanze für dieses Teil brechen: Wenn man sich schnell und anschaulich über die Position der Gestirne im Verlauf der Jahreszeiten und auch der Nacht orientieren will, gibt es nichts besseres.
Ich stelle fest, daß Wasserman und unter ihm der Südliche Fisch in Opposition zur Sonne stehen. Auch Steinbock ist für den etwas früheren Abend günstig plaziert. Nix wie hin, sofern klares Wetter und ein freier Blick auf den Horizont herrschen.*)
Sowieso fahre ich in diesen Tagen gern 'raus, weil die Nächte wieder länger werden und es noch halbwegs warm ist. Auch ist das Risiko, in der (Nebel-) Suppe zu landen noch deutlich geringer als im Oktober.
Sonnenuntergang ist um 20:12 Uhr, eine gute Zeit zum Aufbauen, denn während der bürgerlichen Dämmerung reicht das Licht bekanntermaßen noch zum Zeitungslesen Richtig dunkel wird es erst nach Ende der astronomischen Dämmerung um 22:14, und theoretisch könnte ich bis 04:48 weitermachen.
Spätsommer und Herbst sind an und für sich die Zeit der Kugelsternhaufen, aber ich beabsichtige, auch den einen oder anderen planetarischen Nebel mitzupicken. Deshalb nicht vergessen, das UHC Filter einzustecken!
Nach den "10 beliebtesten Siedlungen" und den "10 beliebtesten Aussichtspunkten von NRW" (alles im WDR zu bestaunen) habe ich jetzt die "10 beliebtesten Deep Sky Objekte in NRW" ermittelt, und die Abstimmung hat - nach nur einigen klitzekleinen Korrekturen meinerseits - ein eindeutiges Ergebnis getätigt: Aaaand the Winneeeeer iiiiis…… M13, der große Herkuleshaufen!!!
Mit ihm möchte ich anfangen, weil er (azimuthal) ziemlich genau im Westen steht und immer weiter sinken wird. Die nächsten 3 Plätze werden übrigens belegt durch M15, M5 und M3 - sie bilden zusammen mit M13 die "Fantastic Four" der Kugelhaufen.
M13 zu finden ist nicht schwer: Zuerst suche ich Herkules etwa auf halber Strecke zwischen Vega und Arktur. Leichter ist die Orientierung, wenn man den Asterismus "Schmetterling" (ein Teil von Herkules) aufsucht. Das ist eine prägnante Formation aus Sternen mit mv um die 3 bis 3.5. Die nördliche Flügelspitze, Eta Herculis, setze ich in die Mitte des Sucherfernrohres, bewege mich 1,2° nach Süden, und schon schwimmt der Kugelhaufen ins Blickfeld
Schön zentrieren, das 16mm Okular herein und den Anblick genießen.**)
So, das war eine Vorübung zur Lockerung, sozusagen, aber jetzt geht's weiter. Ein Blick nach oben, zu M92, dem kleinen Bruder, wäre zwar verführerisch, aber ich will mich an meinem Plan halten und knöpfe mir als nächstes M15 vor. Dazu mache ich zuerst einen großen Schwenk zum Herbstquadrat, das dabei ist, das Sommerdreieck abzulösen. Vom Stern an der südwestlichen Ecke, Markab, sind es etwa 30° nach West-Südwest (eine Hand- plus eine Faustbreite), wo ich den orangefarbenen Enif (Epsilon Pegasi) finde. Das ist nicht schwer, weil er mit einer mv von 2.3 der hellste Stern in Pegasus ist.
Eine rasche Kontrolle mit meiner App "Flightradar24" zeigt, daß es keine Flugzeuge in der Nähe gibt und ich getrost den Laserpointer verwenden kann, um das Teleskop auf Enif auszurichten. Und schau an, weil mein Sucher ein bequemes Sehfeld von 5.5° aufweist, brauche ich meinen 8" Dob (namens "Isaac") nur ein klein wenig nach NW zu schubsen - es sind genau genommen 4° - und ich bin am Ziel. Einige andere Amateur-Astronome haben beklagt, daß sie nicht in der Lage waren, M15 in Einzelsterne aufzulösen. Mal sehn, was wird.
Hierher werde ich mein eigentliches Zielgebiet, Steinbock, Wassermann und Südlicher Fisch ansteuern - wenn Zeit genug ist, mit einem Zwischenstopp bei M2. Meine dortigen Ziele wären die Messiers 72 und 73 (auch genannt "Messier's Folly"), und wenn's klappt, die 30. Außerdem die NGC's 7009 und 7293. Fomalhaut soll so um 1:50 Uhr, wenn er kulminiert, den Abschluß bilden.
Ich stelle gerade fest, daß diese 'Absichtserklärung' mal wieder sehr viel länger geworden ist, als vorgesehen. Teil II werde ich also nur ebenso ausführlich aufschreiben, wenn ausreichend Interesse da ist. Wenn dem so sein sollte, schickt mir nur ein kurzes Mail mit einem "I Like", und ich werde sehen, was sich machen läßt ;-)
Ich hoffe, daß ich etwas von meiner Begeisterung für unser wunderbares Hobby herüberbringen konnte und vielleicht doch noch den Einen oder Anderen zu einem erneuten gemeinsamen Spechteln ermuntern konnte.
Bis dahin wolkenlose Nächte, gutes Seeing und hohe Transparenz
*) Alle Datums-Angaben beziehen sich auf den Mi/Do, 3/4. September.
**) Die Richtungsangaben N O S W, beziehen sich auf die Ekliptik.
Vielleicht kann es dem Einen oder Anderen nützlich sein, und ich hoffe meinerseits natürlich auch auf Hinweise, Korrekturen und Tipps. (Ich beabsichtige, meine 'analogen Teilkreise' außen vor zu lassen und die Ziele ausschließlich mittels Starhopping zu suchen.)
Weil ich gerne das 'Gemüse der Saison' genieße, werfe ich zunächst einen Blick auf meine Planisphäre (drehbare Sternkarte (© 1977!)).
Ich möchte hier eine Lanze für dieses Teil brechen: Wenn man sich schnell und anschaulich über die Position der Gestirne im Verlauf der Jahreszeiten und auch der Nacht orientieren will, gibt es nichts besseres.
Ich stelle fest, daß Wasserman und unter ihm der Südliche Fisch in Opposition zur Sonne stehen. Auch Steinbock ist für den etwas früheren Abend günstig plaziert. Nix wie hin, sofern klares Wetter und ein freier Blick auf den Horizont herrschen.*)
Sowieso fahre ich in diesen Tagen gern 'raus, weil die Nächte wieder länger werden und es noch halbwegs warm ist. Auch ist das Risiko, in der (Nebel-) Suppe zu landen noch deutlich geringer als im Oktober.
Sonnenuntergang ist um 20:12 Uhr, eine gute Zeit zum Aufbauen, denn während der bürgerlichen Dämmerung reicht das Licht bekanntermaßen noch zum Zeitungslesen Richtig dunkel wird es erst nach Ende der astronomischen Dämmerung um 22:14, und theoretisch könnte ich bis 04:48 weitermachen.
Spätsommer und Herbst sind an und für sich die Zeit der Kugelsternhaufen, aber ich beabsichtige, auch den einen oder anderen planetarischen Nebel mitzupicken. Deshalb nicht vergessen, das UHC Filter einzustecken!
Nach den "10 beliebtesten Siedlungen" und den "10 beliebtesten Aussichtspunkten von NRW" (alles im WDR zu bestaunen) habe ich jetzt die "10 beliebtesten Deep Sky Objekte in NRW" ermittelt, und die Abstimmung hat - nach nur einigen klitzekleinen Korrekturen meinerseits - ein eindeutiges Ergebnis getätigt: Aaaand the Winneeeeer iiiiis…… M13, der große Herkuleshaufen!!!
Mit ihm möchte ich anfangen, weil er (azimuthal) ziemlich genau im Westen steht und immer weiter sinken wird. Die nächsten 3 Plätze werden übrigens belegt durch M15, M5 und M3 - sie bilden zusammen mit M13 die "Fantastic Four" der Kugelhaufen.
M13 zu finden ist nicht schwer: Zuerst suche ich Herkules etwa auf halber Strecke zwischen Vega und Arktur. Leichter ist die Orientierung, wenn man den Asterismus "Schmetterling" (ein Teil von Herkules) aufsucht. Das ist eine prägnante Formation aus Sternen mit mv um die 3 bis 3.5. Die nördliche Flügelspitze, Eta Herculis, setze ich in die Mitte des Sucherfernrohres, bewege mich 1,2° nach Süden, und schon schwimmt der Kugelhaufen ins Blickfeld
So, das war eine Vorübung zur Lockerung, sozusagen, aber jetzt geht's weiter. Ein Blick nach oben, zu M92, dem kleinen Bruder, wäre zwar verführerisch, aber ich will mich an meinem Plan halten und knöpfe mir als nächstes M15 vor. Dazu mache ich zuerst einen großen Schwenk zum Herbstquadrat, das dabei ist, das Sommerdreieck abzulösen. Vom Stern an der südwestlichen Ecke, Markab, sind es etwa 30° nach West-Südwest (eine Hand- plus eine Faustbreite), wo ich den orangefarbenen Enif (Epsilon Pegasi) finde. Das ist nicht schwer, weil er mit einer mv von 2.3 der hellste Stern in Pegasus ist.
Eine rasche Kontrolle mit meiner App "Flightradar24" zeigt, daß es keine Flugzeuge in der Nähe gibt und ich getrost den Laserpointer verwenden kann, um das Teleskop auf Enif auszurichten. Und schau an, weil mein Sucher ein bequemes Sehfeld von 5.5° aufweist, brauche ich meinen 8" Dob (namens "Isaac") nur ein klein wenig nach NW zu schubsen - es sind genau genommen 4° - und ich bin am Ziel. Einige andere Amateur-Astronome haben beklagt, daß sie nicht in der Lage waren, M15 in Einzelsterne aufzulösen. Mal sehn, was wird.
Hierher werde ich mein eigentliches Zielgebiet, Steinbock, Wassermann und Südlicher Fisch ansteuern - wenn Zeit genug ist, mit einem Zwischenstopp bei M2. Meine dortigen Ziele wären die Messiers 72 und 73 (auch genannt "Messier's Folly"), und wenn's klappt, die 30. Außerdem die NGC's 7009 und 7293. Fomalhaut soll so um 1:50 Uhr, wenn er kulminiert, den Abschluß bilden.
Ich stelle gerade fest, daß diese 'Absichtserklärung' mal wieder sehr viel länger geworden ist, als vorgesehen. Teil II werde ich also nur ebenso ausführlich aufschreiben, wenn ausreichend Interesse da ist. Wenn dem so sein sollte, schickt mir nur ein kurzes Mail mit einem "I Like", und ich werde sehen, was sich machen läßt ;-)
Ich hoffe, daß ich etwas von meiner Begeisterung für unser wunderbares Hobby herüberbringen konnte und vielleicht doch noch den Einen oder Anderen zu einem erneuten gemeinsamen Spechteln ermuntern konnte.
Bis dahin wolkenlose Nächte, gutes Seeing und hohe Transparenz
*) Alle Datums-Angaben beziehen sich auf den Mi/Do, 3/4. September.
**) Die Richtungsangaben N O S W, beziehen sich auf die Ekliptik.