Spätwinterritt mit dem 12"-Dobson | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Spätwinterritt mit dem 12"-Dobson

StKorth_privat

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...und da kam dann doch noch einmal richtig Frost auf den Dobson-Deckel. Zuerst war die Nacht nur feucht, aber Spiegel- und Sucherheizung haben funktioniert. Eine halbe Stunde vor Mitternacht war Feierabend, danach sind dann die Temperaturen noch einmal deutlich abgesackt.
Ich halte das so: Zu Anfang und zu Ende jeder Beobachtungsnacht gibt es etwas Fetters - M42 und Eskimo-Nebel. Das ist gut für die Hormone... Das Pferdchen wollte trotz des klaren Vorstadthimmels und anstäniger Befilterung nicht so recht hüpfen, den Flammennebel habe ich zwar gepackt, aber mehr als ein Hauch war das auch nicht.
Dazwischen habe ich mich u.a. an PNs wie IC 351 und IC 2149 abgearbeitet - nicht unbedingt Highlights ihrer Klasse, wollte ich aber immer schon einmal sehen. Die Galaxien NGC 2341/2 in den Zwillingen waren ein ganz dickes Brett, da muss ich noch einmal hin. AABER: NGC 1491 und NGC 1931 sind schöne, helle und kompakte HII-Regionen, beim ersten gewinnt das OIII-Filter, beim zweiten der UHC-Bruder - diese Nebel machen Spaß.
...und dann noch eine Sternhaufen-Perle, NGC 2266 in den Zwillingen, den kann ich Euch nur empfehlen - schaut selber... Das Schatzkästchen hat mich jedenfalls überrascht. NGC 2420 genau auf der Ekliptik kannte ich schon, ebenfalls ein hübscher Haufen. Der sammelt wahrscheinlich Poser-Punkte, weil da ständig irgendein Kleinplanet oder gar großer Planet durch das Sehfeld gleitete, der Sternhaufen hockt ja genau auf der Ekliptik.
Abschluss dann wie gesagt mit dem Eskimo-Nebel. Und wenn man dann ein paar Mal ausatmet entspannt und gleichtzeit doch konzentriert guckt - dann schaut er einen bei 214x mit seinen Kulleraugen an, das Grinsen kommt auch durch. Geht doch!
Musste ich einmal loswerden, bevor mein Hirn dann wieder auf Homeofficeerbeitsmodus umschaltet.

P.S.: Für die Technikakten: 12"-GSO-Dobson, 31mm/13mm/7mm-Nagler-Okulare, Lumicon UHC und OIII - und alles von Handeingestellt, kein Datenknecht am Rohr.
 

Soradan

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Hallo Stefan,

sehr schöner Bericht, den Du da geschrieben hast - kann man gut nachvollziehen.
Ich war gestern ebenfalls draußen, habe es aber nicht so lange ausgehalten. Das Trapez in M42 habe ich schon klarer gesehen, die E- u. F-Komponente ging erst einigermaßen mit 17mm. Überhaupt hatte ich den Eindruck, als wenn das Seeing zu wünschen übrig ließ. Habe mich in letzter Zeit vermehrt den Doppelsternen zugewandt und mir gestern an 52 Orionis die Zähne ausgebissen - auch mit 6,7mm nicht getrennt bekommen. Dafür STF 797 recht gut und bei Omikron Tauri (sehr hell mit großem Abstand) hatte ich das Gefühl, dass beide Komponenten jeweils mit einem schwachen Nebel umgeben sind.
Für die nächste Zeit stehen noch einige Objekte auf der Liste, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Wollen hoffen, dass das Wetter mitspielt.

CS
Egbert

Meade 10" RCX400, 6,7mm/14mm/24mm-Meade UWA/17mmEthos-Tele Vue
 

StKorth_privat

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...meine Kiefersperre hat mir gestern Abend Sirius B beschert, habe den einfach nicht knacken können. Ansonsten bin ich gerade nicht so auf Doppelsterne aus, aaaber das kommt auch wieder. Wenn man ein paar Dunstnächte vor dem Tubus hat, sollte man sich Alternativen erhalten können ;-)

Stefan
 

Anette_Aslan

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Hallo Stefan,
Dein salopper Stil hat mir beim Lesen richtig Spaß gemacht! Dein dickes Brett muss ich aber auch unbedingt anschauen! War grad am 10ner Dobson hier unterm Zentrum des Hochdruckgebietes (Wiener Becken) ... man sollte meinen ideal, Mond stört noch nicht, Beobachtungszeit angenehm ... aaber der Taufrost ist ja übel...bin nach einer halben Stunde rein, konnte dem Orion ins Herz schauen, das Trapez lies sich im 32er und 5mm Baader sehr gut auflösen, doch ich habe keine Heizungen für diverse Teile, das war so ätzend.
LG von Anette
 

StKorth_privat

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...so, und der heutige tiefblaue Himmel schreit auch wieder nach irgendwelchen Fuzzies, aber der Orion-Nebel und seine Innereien müssen trotzdem dran glauben...

CS,
Stefan
 
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