Michael_Haardt
Aktives Mitglied
Hallo,
das Projekt lag lange angefangen herum, aber jetzt kam ich endlich zum Test: Mein Skywatcher bekommt einen Spiegellüfter. Der einfachste Weg war ein Blech, welches ich mit den Schrauben der Spiegelverstellung befestige, d.h. ich muss keine neuen Gewinde schneiden. Zum Spiegel sind ca. 20 mm Platz, d.h. ein flacher 70 mm Lüfter hat noch genug Raum, um Luft aus dem Tubus abzusaugen. Ideal wäre mehr Platz, sowohl zum Spiegel als auch seitlich zwischen Spiegel und Tubus, sowie ein Querlüfter über den Spiegel im Tubus. Eine RJ10 Buchse dient dem Stromanschluss von 12 V, wobei ich im Moment nur 9 V benutze. Das Blech ist aus dem Schrott, zugeschnitten mit Stichsäge, Blechschere, Feinarbeit mit der Feile, und etwas weiße Farbe, denn bei unserem Wetter schaut man das Teleskop eher an als hindurch, d.h. die ganze Aktion hat kaum was gekostet.
Die Theorie bezieht sich auf große Spiegel:
Das Hauptproblem sind sich vom Spiegel ablösende Blasen warmer Luft. Eine laminare Strömung forciert die Ablösung warmer Stellen und verhindert die Blasen, so dass es vorwiegend zu einem Temperaturgradienten kommt, der die Qualität nicht mehr stark beeinflusst. Soweit die Theorie.
Alles montiert, raus mit dem warmen Teleskop und die Bäume am Horizont inspiziert. Wie zu erwarten gibt es einen weiten Bereich von "nicht toll, aber besser geht es jetzt nicht" beim Fokus. Lüfter an und nach ca. 10 Sekunden: WOW! Der unscharfe Schleier lichtet sich und es gibt einen knackscharfen Fokus. Lüfter aus und nach einigen Sekunden wird das Bild wieder unscharf. Na gut, lassen wir das Teleskop mal 30 Minuten stehen. Wieder fokussiere ich und es ist besser, aber nicht richtig gut. Lüfter an und es wird unscharf, denn der Fokus liegt in Wahrheit nun woanders, und da ist er wieder knackscharf mit einem brillianten Bild. Ich lasse den Lüfter laufen und warte wieder 30 Minuten. Danach musste ich nachfokussieren, offenbar ist der Tubus nun abgekühlt und damit kürzer. Der Fokus ist wieder klar definiert und das Bild ist besser als gewohnt. Lüfter aus, 10 Sekunden keine Veränderung, aber nach 20 Sekunden verliert das Bild an Brillianz. Es ist nicht schlecht, 166x ist bei 150 mm halt schon viel verlangt, und aus Erfahrung weiss ich: So sieht das aus. Lüfter wieder an und auch jetzt dauert es eher 20 Sekunden als 10, aber: Das Bild wird ungewohnt gut.
Ich muss mich damit abfinden, die bisherigen Jahre erhebliches Potenzial verschenkt zu haben und erkenne, dass eine Stunde Abkühlung für 6" nicht reichen.
Michael
das Projekt lag lange angefangen herum, aber jetzt kam ich endlich zum Test: Mein Skywatcher bekommt einen Spiegellüfter. Der einfachste Weg war ein Blech, welches ich mit den Schrauben der Spiegelverstellung befestige, d.h. ich muss keine neuen Gewinde schneiden. Zum Spiegel sind ca. 20 mm Platz, d.h. ein flacher 70 mm Lüfter hat noch genug Raum, um Luft aus dem Tubus abzusaugen. Ideal wäre mehr Platz, sowohl zum Spiegel als auch seitlich zwischen Spiegel und Tubus, sowie ein Querlüfter über den Spiegel im Tubus. Eine RJ10 Buchse dient dem Stromanschluss von 12 V, wobei ich im Moment nur 9 V benutze. Das Blech ist aus dem Schrott, zugeschnitten mit Stichsäge, Blechschere, Feinarbeit mit der Feile, und etwas weiße Farbe, denn bei unserem Wetter schaut man das Teleskop eher an als hindurch, d.h. die ganze Aktion hat kaum was gekostet.
Die Theorie bezieht sich auf große Spiegel:
Das Hauptproblem sind sich vom Spiegel ablösende Blasen warmer Luft. Eine laminare Strömung forciert die Ablösung warmer Stellen und verhindert die Blasen, so dass es vorwiegend zu einem Temperaturgradienten kommt, der die Qualität nicht mehr stark beeinflusst. Soweit die Theorie.
Alles montiert, raus mit dem warmen Teleskop und die Bäume am Horizont inspiziert. Wie zu erwarten gibt es einen weiten Bereich von "nicht toll, aber besser geht es jetzt nicht" beim Fokus. Lüfter an und nach ca. 10 Sekunden: WOW! Der unscharfe Schleier lichtet sich und es gibt einen knackscharfen Fokus. Lüfter aus und nach einigen Sekunden wird das Bild wieder unscharf. Na gut, lassen wir das Teleskop mal 30 Minuten stehen. Wieder fokussiere ich und es ist besser, aber nicht richtig gut. Lüfter an und es wird unscharf, denn der Fokus liegt in Wahrheit nun woanders, und da ist er wieder knackscharf mit einem brillianten Bild. Ich lasse den Lüfter laufen und warte wieder 30 Minuten. Danach musste ich nachfokussieren, offenbar ist der Tubus nun abgekühlt und damit kürzer. Der Fokus ist wieder klar definiert und das Bild ist besser als gewohnt. Lüfter aus, 10 Sekunden keine Veränderung, aber nach 20 Sekunden verliert das Bild an Brillianz. Es ist nicht schlecht, 166x ist bei 150 mm halt schon viel verlangt, und aus Erfahrung weiss ich: So sieht das aus. Lüfter wieder an und auch jetzt dauert es eher 20 Sekunden als 10, aber: Das Bild wird ungewohnt gut.
Ich muss mich damit abfinden, die bisherigen Jahre erhebliches Potenzial verschenkt zu haben und erkenne, dass eine Stunde Abkühlung für 6" nicht reichen.
Michael