Hallo Markus,
Gerade das Tubusseeing würde ich ja nicht als irrelevant einstufen, das sollte man schon beachten und alles ordentlich abkühlen lassen.
in dieser Aussage zeigt sich doch die verbreitete Ahnungskosigkeit.
Das Tubusseeing IST relevant, sehr sogar.
Auskühlen lassen hilft nur teilweise. Der Spiegel kann dabei abkühlen,
er erwärmt dann nicht mehr die Luft über sich, die dann durch
den Tubus aufsteigen und die Abbildung verschlechtern würde.
Aber "abkühlen lassen" hat 2 Probleme:
1) das dauert bei größeren Temperaturdifferenzen lange.
1a) bei großen Spiegelmassen (Spiegeldicke, Durchmesser)
dauert es noch länger. Dann kann es sein daß eine Nacht
dafür nicht ausreicht.
2) die Ausstrahlungbedingte Abkühlung der dem Himmel
zugewandten Seite des Tubus führt zur Abkühlung unter
die Temperatur der umgebenden Luft, der Metallblechtubus
leitet die Wärme gut, er wird auch an der Innenseite kälter
und kühlt dort die Luft ab, die dann durch den Tubus hinunter fält.
Wenn man einen Volltubus verwndet, dann solte man diesen
1) ausreichend groß dimesionieren (China- und Taiwan-Tuben
sind zu eng)
2) isolieren (Velours innen hilfz, HP ist besser als Blech,
Glasfaser oder Carbon mit Schaumkern ist noch viel besser)
3) zwangsbelüften (zieht die Warmluft nach unten aus dem Tubus,
die Warmluft kann nicht mehr die Abbildung verschlechtern
und der Spiegel kühlt schneller ab)
Wenn man einen Newton mit einer guten Optik so aufbaut
dann wird man feststellen, daß viele Leute nachdem sie
durchgeschaut haben behaupten, dieser Newton habe
"eine Refraktormäßige Abbildung".
Ich persönlich halte niochts von diesen Sprüchen.
Denn erstens sind die Spikes an hellen Sternen wegen der
Fangspiegelspinne noch vorhanden. Zweitens ziegt ein lichtstarker Newton
dem geübten Beobachter zum Rand des Gesichtsfeldes hin Koma,
was bei einem Refraktor normalerweise nicht der Fall ist.
Dritens muß man erste einemal einen Refraktor finden der
auf der Achse so gut wie solche ein Newton abbildet.
Das wird teuer, denn die geforderte Öffnung plus Farbreinheit
bringen dann nur noch Apochromaten mit die so viel kosten
wie ein Kleinwagen.
Bei uns passen Wetter, Transparenz und Luftunruhe wirklich nur an sehr wenigen Tagen im Jahr
Die Transparenz ist für Planetenbeobachtung zweitrangig.
Im Gegenteil, einige der besten Planetenbeobachtungn
habe ich bei diesigem Wetter gemacht.
Der Grund dafür liegt in der dann oft günstigeren Temperaturschichtung
der odennahen Luftschichten.
Schlechte Luftruhe ist aber leider der Faktor der einem oft
einen Strich durch die Rechnung macht.
Ich kann jedem nur empfehlen sich intensiv mit den Untersuchungen
von Kurt Schreckling zum Abkühlverhalten von Teleskopen
und Spiegeln auseinanderzusetzen.
Die sind eine wahre Goldgrube für jeden der sein Teleskop
in dieseer Hinsicht optimieren will.
CS,Karsten