Spiegelteledskope haben zu viel Obstruktion?

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Eckyyy

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moin,
ich hab mal eine allgemeine Frage:
:
Wieviel Abschattung hat denn ein f/10 Schmidt-Cassegrain,also auf den Durchmesser bezogen in %,
wieviel ein f/10 Maksutov-Cassegrain von Intes ?
oder ein F/10 Newton?
ich meine ,es sind doch die selben Öffnungsverhältnisse ,sind das dann auch die selben Obstruktionen ?
oder hat das eine Teleskop mehr oder weniger Abschattung?
ich hoffe ,das der Gedanke berechtigt ist, da ich mit begrenztem Geld ein solchen Typ Fernrohr suche mit der geringsten Abschattung...
mfg!
 
Die Obstruktion hat nicht unbedingt etwas mit dem Öffnungsverhältnis zu tun. Trotz f/10 hat das Schmidt-Cassegrain hier wahrscheinlich die höchste Obstruktion, gefolgt vom Maksutov-Cassegrain und dem Newton.

Obstruktion wird definiert als das Verhältnis von Durchmesser der Abschattung zu Durchmesser der freien Teleskopöffung angegeben in Prozent. Zum Beispiel; Der Durchmesser des Sekundärspiegels ist 50mm geteilt durch die Teleskopöffung von 250mm (10") ist gleich 0.2 mal 100% ist geleich 20% Obstruktion.

Gruß, Christian

 
Zum Thema; "Was ist zu viel Obstruktion?" lässt sich sehr viel erzählen. Es ist ein sehr interessantes aber komplexes Thema.

Gruß, Christian
 
aha, also gibt es z.b Optiken mit visuell optimierten Fangspiegeln und welche für die Photographie ?
Gilt das auch für SCs und Mak-Cassergrain?

und wie mag der Unterschied visuell zwichen 40% zu 30% Obstruktion sein? Wenig-deutlich oder noch gravierender ??

mfg
eckyyy
 
Ich kann dir deine Fragen hier nicht ausreichend beantworten. Zum Einen weis ich nicht alles zu diesem Thema und zum Anderen würde es für dich eventuell noch nicht verständlich sein. Es gibt sehr viele verschiedene Optik-Konstruktionen, die alle ihre Vorteile und Nachteile haben. Du müsstest zuerst einmal dein Wissen erweitern, indem du dich in Büchern oder im Internet über Teleskopoptiken informierst. So lernst du die verschiedenen Systeme kennen.

Zur Frage, welchen Unterschied 30% oder 40% Obstruktion ausmachen, gibt es ebenfalls keine einfache Antwort. Sicherlich macht es einen Unterschied, aber die Auswirkungen sind recht komplex. Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen einer punktförmigen Abbildung und flächenhaften Objekten. In beiden Fällen wirkt sich Obstruktion unterschiedlich aus. Auch hier kannst du dich belesen und dir so ein Grundlagenwissen aneignen, das dir hilft, die Sache besser zu verstehen.

Gruß, Christian
 
Moin!

ich meine, es sind doch die selben Öffnungsverhältnisse, sind das dann auch die selben Obstruktionen?

Tja, dabei vernachlässigst Du aber die unterschiedliche Art der Konstruktion bspw. zwischen Newton und SC. Bei letzterem ist der Fangspiegel zum Erreichen der Brennweite maßgeblich beteiligt - ein SC-Hauptspiegel hat i.d.R. nur f/2! Kein Wunder also, daß der FS entprechnd dimensioniert werden muß, was die Obstruktion in die Höhe treibt.

> da ich mit begrenztem Geld ein solchen Typ Fernrohr suche mit der geringsten Abschattung...

Tja, entweder einen optimierten Newton (f/8), einen Refraktor oder Schiefspiegler - gibt's noch was?!
 
Hi Micha,

jou es gibt noch was.
Ab 8" bekommt man einen F/6 Nerwton schon mit unter 25% Obstruktion hin, bei ganz konsequenter visueller Auslegung auch drunter.
Bei 25% und drunter fängt es so ganz allmählich an, sehr schweirig zu werden, Obstruktionseinflüsse noch an Objekten praktisch sichtbar darzustellen/nachzuweisen/aufzuzeigen.
Das setzt voraus, dass sonst alles stimmt, klarer Fall. Bei 20% und drunter wirds m.E. esotherisch. :/

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Gibt es eigentlich eine Faustregel, wie weit man bei der Obstruktion runter gehen kann und dabei trotzdem noch 2" Okulare mit max. AP benutzen kann?

LG Michael
 
Moin Günther!

Wie das beim Newton aussieht, weiß ich, da ich selbst schon einen 6" f/8 optimiert hatte und auch einen Kollegen nahebei habe, der früher einen selbstgeschliffenen 8" f/7,3 mit 33-mm-Fangspiegel besaß. Schöner Planeten-Dobson...

> Bei 25% und drunter fängt es so ganz allmählich an, sehr schweirig zu werden

Tja, das ist wie bei anderen Spezialteleskopen: Für den Gelegenheitsspechtler sind die Unterschiede kaum oder gar nicht auszumachen. Derjenige, der aber so ein Spezialgerät ständig nutzt, wird froh um die Optimierung sein.
 
Hallo Gemeinde,

jetzt fragt sich meinereiner, warum eigentlich die Maksutov-Cassegrains immer wieder als Planetenteleskop empfohlen werden???
Ausser der langen Equivalentbrennweite spricht eigentlich doch nix dafür, oder habe ich was nicht verstanden. Ok, ein SC ist vielleicht noch ungünstiger (F2 Primärspiegel) als ein MC mit F3 oder F4 Primärspiegel. Die Obstruktion ist aber immer noch erheblich und das Auskühlverhalten problematisch, sofern nicht eine Zwangslüftung vorhanden. Gut, es lässt sich im Gegensatz zu den meisten SCs auch der Hauptspiegel justieren.
Aber wieso soll das dann ein Spezialgerät sein???

Sternfreundlich,

Gottfried
 
Moin Gottfried!

> warum eigentlich die Maksutov-Cassegrains immer wieder als Planetenteleskop empfohlen werden?

Ganz einfach: Weil der Mythos besteht, daß eine verhältnismäßig lange Brennweite (kleines ÖV) automatisch ein gutes Planetenteleskop bedeutet - und diese Mär munter durch die Foren getragen wird.
 
Hallo Gottfried,

die Maksutovs werden nach meiner Meinung deswegen empfohlen, weil sie ein langsames Öffnungsverhältnis haben ( größer f/10) und dadurch mit langbrennweitigen Okularen bereits hohe Vergrößerungen erzielen. Damit können die kontrast- und transmissionsoptimierten Okulare (Ortho, Plössl, RKE) zum Einsatz kommen. Diese erfordern einen geringen Augenabstand und sind ab 6mm schwer zu ertragen und Randschärfe ist bei f/10 oder langsamer auch kein Thema mehr.
Zum anderen haben die Maks teilweise echt ein knackiges Bild - wobei dieses von der Obstruktion wieder zunichte gemacht werden dürfte.

Als Planetengerät wird eigentlich eher der Refraktor bezeichnet ...

CS,
Stefan
 
Hallo,

ich kann mich deiner Meinung anschließen.

Nur Refraktoren mit moderaten Öffnungsverhältnis sind wirklich Planetengeräte.
Das mit den MAK ist wohl eher ein Verkaufsargument. ;)

Ein Newton mit f/8 kann aber auch ganz nette Planetenbilder produzieren.

Gruß
Dieter
 
Hallo Leute,

Nur Refraktoren mit moderaten Öffnungsverhältnis sind wirklich Planetengeräte.

da kann ich nur lachen. Bis dato hat kein Refraktor einen besseren
Anblick eines Planeten als mein 8"f/6 ATM Newton gezeigt.
Das liegt natürlich auch daran, daß ich nur mit apochromatischen
Refraktoren bis 7" Öffnung vergleichen konnte.
Bei 7" herrschte Gleichstand an Jupiter, bei 6" lag mein Newton vorne.

Mein 8" f/6 Newton mußte sich im Vergleich am Planeten aber
schon mehreren Teleskopen geschlagen geben:
Einem 10"f/6 Newton, einem 12" f/5 Newton, einem 12" f/17 Cassegrain.

Merke:
Das Teleskop muß farbrein sein, und es muß genügend Öffnung haben.

CS,Karsten
 
Zitat von stefand:
Als Planetengerät wird eigentlich eher der Refraktor bezeichnet ...

Ja, Apo-Refraktoren ab 6 Zoll. :biggrin:

Wenn man rein von der Kontrastleistung ausgeht dann bringt jedes Spiegelteleskop eben die Kontrastleistung einer unobstruierten Optik abzüglich dem Obstruktionsdurchmesser, das gilt für Newton, Mak, SC und alle anderen Bauformen gleichermassen. Wer sich so große Apos leisten kann wird sie kaufen, alle anderen werden wir wohl mit Spiegeloptiken auskommen müssen.

Wer glaubt Maks seinen keine Planetengeräte hat sicher noch nie durch ein Intes Alter M715 o.ä. geschaut, absoluter Blödsinn so eine Aussage! Das M715 kann visuell sicher mit jedem 6" Vollapo mithalten. Das einzige was hier zb. gegenüber einem Planetennewton nachteilig ist ist der höhere Preis, der sich aber durch niedrigere Montierungskosten wieder relativiert.

Aus meiner Erfahrung: Selbst das "billige" 180/2700 Mak von Skywatcher produziert übrigens hervorragende Planetenbilder soweit die Optik in Ordnung ist (hat ein Kollege von mir und ist wie ich sehr angetan davon). Wenn ich nicht schon ein sehr ähnliches Instrument hätte würde ich mir das Teil sofort zulegen.
 
Jedes Teleskop hat seinen Himmel !!!

Ich habe in den letzten 20 Jahren Jahren unglaubliche Dinge erlebt und gesehen.

Ein paar aussergewöhnlich davon möchte ich berichten, ohne als Händler angesehen zu werden.

Meine persönlichen Highlightbeobachtungen

Saturn in Opposition :
8"F/9 High Tec Apo zeige Encke
8"F/6 Portabll Newton mit perfekter Zambuto Optik und ca. 17% Abschattung zeigt die gleichen Details, legiglich mit einem etwas dunklerem Bild

Jupiter auf Florida Winterstarparty bei perfektem Seeing
ein perfektes C8 schlägt in der Detailerkennung einen High Tec 180 mm Apo

Jupiter bei perfektem Seeing auf ITV in den Neunzigern:
5" Russenmak zeigt die gleiche Details with High end 4" Apo


Jupiter bei Florida Winterstarparty bei perfektem Seeing:
10" Mak Cass zeigt gleiche Detail wie 10" Apo. 10" Apo zeigt lediglich Sirius B etwas leichter da das Seeingscheibchen im Apo aufgrund fehlender Abschattung doch schärfer und ruhiger ist und einen geringen Lichthof an Sirius A erzeugt.

Jupiter auf ITT bei bestem Seeing:
6" Russen Mak Newt mit 20% Abschattung zeigt gleiche Details with 130 mm Fluorite Apo perfekter Qualität

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Gemäss Kontrastformel sind obige Beobachtungen eigentlich unmöglich. Aber diese wurde nicht nur von mir so gesehen sondern von allen die anwesend waren.Beweisen kann ich es nicht, will ich es auch nicht, aber davon berichten möchte ich als eigene Erfahrung schon.Diese Erfahrungsmomente zeigten mir was möglich ist, wenn alle Umstände perfekt sind, was wir hier bei uns leider fast nie haben.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich jedoch das diese besondere Erlebnisse bei besonderem Seeing stattfanden. Es gab auch Momente wo ein 4" Apo mehr Details an Jupiter zeigte als der 10" MCT der in diesem besonderen Moment dem 10" Apo ebenbürtig war.

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Persönliche Erfahrungen perfekter größerer Spiegelteleskope gegenüber kleineren Apos unter sehr gutem deutschen Seeing:

das größere Spiegelteleskop mit ca. 30% Abschattung zeigt Planetendetails über 1.5 Bogensekunde Größe besser, wenn auch geringfügig unschärfer ( wegen Seeinglimit und Restturbulenzen ). Details unter 1.5 Bogensekunden kommen im kleinen Apo besser zum Vorschein wenn auch Dunkler.
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Mit einem 12" MCT habe ich bisweilen nur etwas Erfahrung in Florida machen können, aber selbst dort konnte er durch die Kühleffekte nie seine volle Leistungsfähigkeit zeigen. AP experimentiert seit Jahren an einem 12" MCT und hat Ihn bisweilen noch nicht Marktreif geschafft. Große MCT ab 12" haben ein unglaubliches Eigenleben, sie können unter idealen Bedingungen ganz sicher fantastische Bilder zeigen, aber wer von uns ausser einigen wenigen Extrem-Planetenphotografen haben die Gedult diese Momente abzuwarten und zu erwischen ?

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Apos sind nette scharfe Geräte , aber für vele zwecke einfach zu klein im Durchmesser. Als Astrografen schaffen Sie Bildkreise bis zu 90 mm, was mit kaum einem anderen gerät zu realiersieren ist, daher haben Sie einen berechtigten Marktanteil.

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Warum so viele Kunden jedoch die Apos wirklich mögen , liegt eher daran, das Sie wegen des Preises relativ klein in Durchmesser sind ( dadurch weniger gegen Seeing kämpfen müssen ), keine Abschattung haben , gegen Dejustage relaitiv unempfindlich sind und daher meistens extrem scharfe Bilder zeigen , auch wenn es denen an Licht und Auflösung fehlt, aber sie sind scharf !!!!!!
Viele Amateure haben entweder nicht die Gedult zu warten bis Ihr gutes Spiegelteleskop endlich mal ein knackscharfes Bild zeigt oder sie bekommen es nicht zu sehen, weil Ihre Optiken oft mangelhaft justiert sind.
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Nochmals, wer den richtige Moment erwischt kann mit seinem normalen Teleskop unglaubliche Bilder sehen, in anderen Momenten aber auch total verwaschene frustierend schlechte Bilder
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Jedes Teleskop hat seinen Himmel, wie gut der ist , hängt davon ab wie oft Ihr rausgeht und versucht perfekte Momente zu erwischen.

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Die meisten guten Amateurteleskope von heute sind in der Lage mehr zu zeigen, als wohl die meisten je damit gesehen haben und sehen werden, denn nicht jeder von uns ist ein Extrembeobachter, der soviel Zeit investiert um diese entscheidenden perfekte Momente zu erwischen.

Kleine Apo's begeistern die User nunmal mehr, weil Sie öfters knackscharfe Bilder zeigen, als große Spiegelteleskope.....aufgrund der äusseren Umstände die kaum jemand von uns großartig beinflussen kann.

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Nochmals, das sind meine persönlichen Erfahrungen und haben nichts damit zu tun, das ich Teleskope verkaufe



 
Hallo Markus,

ich frage mich beim Lesen, mit welchem Recht man einem Apo (und wegen allgemeiner Unkenntnis heute dann pauschal auch einem ED) den vollen Kontrastdurchmesser zugesteht.
Wenn da ein Restfarbfehler ist, dann hat er die Kontrastübertragung einfach nicht. Und gerade bei großen Optiken ist auch Calziumfluorit als Substrat nicht mehr das Allheilmittel sondern nur das, was bis dato die besten Ergebnisse bringt. Das beste Ergebnis kann aber noch einen guten Abstand zu "perfekt" haben.
So betrachtet ist es mit der Unmöglichkeit nun wirklich nicht weit her.

Ansonsten: Ich gehöre ja auch zu denen, die mit 8" f/6 und 20% Obstruktion die Encke-Teilung gesichtet haben. Sowas bleibt hängen. Damals aber warst Du nicht wirklich damit einverstanden... mal an Dich, nicht weil Du Händler bist und ich nicht. Nur einfach so. ;)

Clear Skies
Sven
 
Zitat von MLudes:
Viele Amateure haben entweder nicht die Gedult zu warten bis Ihr gutes Spiegelteleskop endlich mal ein knackscharfes Bild zeigt oder sie bekommen es nicht zu sehen, weil Ihre Optiken oft mangelhaft justiert sind.

Die meisten guten Amateurteleskope von heute sind in der Lage mehr zu zeigen, als wohl die meisten je damit gesehen haben und sehen werden, denn nicht jeder von uns ist ein Extrembeobachter, der soviel Zeit investiert um diese entscheidenden perfekte Momente zu erwischen.

Das triffts meines Erachtens genau auf den Punkt!

Es ist aber eben doch ein entscheidender und relevanter Vorteil wenn ein Instrument öfters gute Bilder zeigt, besonders für Spontanspechtler. Zeit ist beim Beobachten der limitierendste Faktor überhaupt, die Nächte wo wirklich alles passt kann man im Jahr ja leider fast an einer Hand abzählen (zumindest bei uns). Aus dem selben Grund finde ich auch die meisten Diskussionen hier zwar hochinteressant aber für den Otto-Normalbeobachter in der Praxis einfach völlig irrelevant. Viel stärker limitierend wirken äussere Umstände die wie gesagt nicht beeinflussbar sind und noch dazu nur ganz selten passen. Mag aber sein das so technische Details wie zb. das Kontrastübertragungsvermögen von Apos für ganz wenige Extrembeobachter doch eine Rolle spielen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus

das sehe ich genau so wie du.
Da wird stets Philosophiert was für eine fürchterliche
Abschattung und Kontrastleistung ein SC hat,was aber gar nicht der Wahrheit entspricht.
Ich hatte den selben Eindruck das mir mein damaliges 10"SC mindestens das gleiche am Saturn zeigte wie ein 8"f15 Zeiss Refraktor.
Besonders in Verbindung mit einem Binoansatz sind die Bilder im SC Atemberaubend.

Grüsse
Manfred
 
Hallo Manfred,

Seh ich auch genau so, meins ist auch spitze! Das Problem ist dass man beim diskutieren oft irgendwann die Bodenhaftung verliert und über Dinge diskutiert die in der Praxis bei 999 von 1000 Beobachtungsnächten überhaupt keine Rolle mehr spielen. (Da gehts aber dann oft sowieso leider nur mehr darum irgendwie seine Meinung durchzusetzen)
 
Hallo Markus,

es ist ja nicht so, dass man einem offenem Spiegelteleskop nicht leicht das Blubbern abgewöhnen könnte!
Fest davon auszugehen, dass Tubs-Seeing eine Konstante ist, kann ich nur noch als veraltete Herangehensweise abhaken.

Klar, von der Stange gekauft und für den Müll konstruiert ist so manche "Belüftung" eine Art "Hinterspiegel-Vakuumpumpe"...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Gerade das Tubusseeing würde ich ja nicht als irrelevant einstufen, das sollte man schon beachten und alles ordentlich abkühlen lassen.
Gegen das Atmosphärische Seeing und das Wetter kann man ja aber wenig machen. Bei uns passen Wetter, Transparenz und Luftunruhe wirklich nur an sehr wenigen Tagen im Jahr, wenn man dann zufällig noch Zeit hat zu beobachten ist es schon fast so wie ein Lottosechser.
 
Hallo Markus,

Gerade das Tubusseeing würde ich ja nicht als irrelevant einstufen, das sollte man schon beachten und alles ordentlich abkühlen lassen.

in dieser Aussage zeigt sich doch die verbreitete Ahnungskosigkeit.

Das Tubusseeing IST relevant, sehr sogar.

Auskühlen lassen hilft nur teilweise. Der Spiegel kann dabei abkühlen,
er erwärmt dann nicht mehr die Luft über sich, die dann durch
den Tubus aufsteigen und die Abbildung verschlechtern würde.

Aber "abkühlen lassen" hat 2 Probleme:
1) das dauert bei größeren Temperaturdifferenzen lange.
1a) bei großen Spiegelmassen (Spiegeldicke, Durchmesser)
dauert es noch länger. Dann kann es sein daß eine Nacht
dafür nicht ausreicht.
2) die Ausstrahlungbedingte Abkühlung der dem Himmel
zugewandten Seite des Tubus führt zur Abkühlung unter
die Temperatur der umgebenden Luft, der Metallblechtubus
leitet die Wärme gut, er wird auch an der Innenseite kälter
und kühlt dort die Luft ab, die dann durch den Tubus hinunter fält.

Wenn man einen Volltubus verwndet, dann solte man diesen
1) ausreichend groß dimesionieren (China- und Taiwan-Tuben
sind zu eng)
2) isolieren (Velours innen hilfz, HP ist besser als Blech,
Glasfaser oder Carbon mit Schaumkern ist noch viel besser)
3) zwangsbelüften (zieht die Warmluft nach unten aus dem Tubus,
die Warmluft kann nicht mehr die Abbildung verschlechtern
und der Spiegel kühlt schneller ab)

Wenn man einen Newton mit einer guten Optik so aufbaut
dann wird man feststellen, daß viele Leute nachdem sie
durchgeschaut haben behaupten, dieser Newton habe
"eine Refraktormäßige Abbildung".

Ich persönlich halte niochts von diesen Sprüchen.
Denn erstens sind die Spikes an hellen Sternen wegen der
Fangspiegelspinne noch vorhanden. Zweitens ziegt ein lichtstarker Newton
dem geübten Beobachter zum Rand des Gesichtsfeldes hin Koma,
was bei einem Refraktor normalerweise nicht der Fall ist.

Dritens muß man erste einemal einen Refraktor finden der
auf der Achse so gut wie solche ein Newton abbildet.
Das wird teuer, denn die geforderte Öffnung plus Farbreinheit
bringen dann nur noch Apochromaten mit die so viel kosten
wie ein Kleinwagen.

Bei uns passen Wetter, Transparenz und Luftunruhe wirklich nur an sehr wenigen Tagen im Jahr

Die Transparenz ist für Planetenbeobachtung zweitrangig.
Im Gegenteil, einige der besten Planetenbeobachtungn
habe ich bei diesigem Wetter gemacht.
Der Grund dafür liegt in der dann oft günstigeren Temperaturschichtung
der odennahen Luftschichten.

Schlechte Luftruhe ist aber leider der Faktor der einem oft
einen Strich durch die Rechnung macht.

Ich kann jedem nur empfehlen sich intensiv mit den Untersuchungen
von Kurt Schreckling zum Abkühlverhalten von Teleskopen
und Spiegeln auseinanderzusetzen.
Die sind eine wahre Goldgrube für jeden der sein Teleskop
in dieseer Hinsicht optimieren will.

CS,Karsten
 
Moin Manfred!

Na, wieder im Lande?! Lange nichts mehr von Dir gehört.

> mein damaliges 10"SC mindestens das gleiche am Saturn zeigte wie ein 8"f15 Zeiss Refraktor.

Ich weiß nicht, ob ich Dir das schon mal geschrieben habe: Der 8"-Schaer der Kieler FH, auf den Du Dich so gerne beziehst, hatte seinerzeit einen üblen Asti, weil er jahrelang dejustiert war. (Ich habe mit dem Gerät selber ein paar Mal beobachten können, als die Kieler GvA noch Zugang dazu hatte.) Wieviele Beobachtungen ziehst Du zu Deinem Vergleich heran?! Welche Objekte? 30 Sek. Beobachtung während eines öffentlichen B-Abends?!
Sorry, wenn ich das so direkt schreibe, aber Mythenbildung und kreative Physik kann ich irgendwo nicht ab. Vor allem, wenn sie immer wieder mit denselben alten Argumenten daherkommt.

Ich lade Dich Ende April zum AFT auf den Aschberg/Hüttener Berge ein. Da haben z.B. die Dänen immer Wahnsinns-Apos aufgefahren. Da solltest Du mal einen Blick durchwerfen - und auch durch die zahlreichen großen Newtons, die dort rumstehen. Immer nur mit der SC-Brille rumlaufen und schreiben, wie gut die Abbildung angeblich ist, bringt einen nicht weiter.
 
Natürlich ist das Tubusseeing sehr relevant, nie was anderes behauptet. Das man auch aktiv was dagegen tun kann ist klar und wurde hier ja schon 100te Male besprochen. Um beim Thema zu bleiben, das Problem trifft aber eben Refraktoren auch nicht so stark und auch längst nicht jeder will sein X-tausend Euro Instrument verbasteln, eine hässliche Isoliermatte rumwickeln oder gleich einen Selbstbau wagen.--> logischer Schluss: öfter besseres Bild, einfacher handhabbar, auch wenn die Spiegeloptik bei idealen Bedingungen gleich viel zeigen würde.

ad.)Transparenz: Bei uns gibts ja oft eine Inversionswetterlage zwar schon mit ruhiger Luft aber leider meist auch mit Nebel, da is absolut nix mit beobachten... Auch ich habe meine besten Planetenbeobachtungen bei etwas diesiger, stehender Luft gemacht, ja stimmt.
 
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