Alex1981
Aktives Mitglied
Hallo zusammen !
Ich möchte hier einmal mein erstes Selbstbauprojekt vorstellen, ein masives Stativ dass auch für die fernere Zukunft genug Kapazitäten aufweist sollte ich einmal eine schwerere Montierung anschaffen und ein größeres Teleskop.
Im Moment ist es nur ein 150/900 Newton auf einer NEQ5 SynScan.
Auf die Montierung selbst möchte ich jetzt nicht eingehen, das Stativ aber hat meiner Meinung nach auch schon zu wenig Steifigkeit um Schwingungen aufzunehmen aber auch nicht genügened fixierbare Verstellmöglichkeiten um bei jeder Aufstellung exakt gleich zu stehen, auch wenn man mit Bodenmarkierungen arbeitet.
Ausserdem ist eine Höhenverstellung nur über die Ausziehfüße für mich eher unzureichend.
Daher habe ich mit dem Entwurf eines Stativ´s angefangen das sehr dem Stativ der EQ8 (oder ähnlichen) ähnelt, dabei aber auf ein Detail verzichtet wird. (Verstellung des Polblocks über eine umgelenkte Rändelschraube)
Da es anscheinend in der Astroszene schon den ein oder anderen Rechtsstreit gab und man immer auf der Hut sein sollte:
Ich weiße ausdrücklich darauf hin dass ich keinerlei kommerziellen Ziele mit dem Bau dieses Stativs verfolge und es ein Nach-/Eigenbau rein für private Zwecke und nur zur Eigennutzung werden wird !
Erster Entwurf:
Geplantes Material ist Aluminium für die meisten Teile, die Beine werden aus Edelstahl, Schrauben, Stifte und Bolzen aus Stahl 8.8 oder 10.9 bzw. auch Edelstahl.
Das Kernstück ist wie man sieht ein Aluminiumrohr 120mm Durchmesser Wandung 5mm (ev. Auch 10mm). Die Höhe wird so groß dimensioniert das eine maximale Rohrlänge erreicht wird und so klein dass die Verstell-Möglichkeit in der Höhe ausreichend ist für jede Anwendung. (Sollte das später in der Höhe nach oben nicht reichen wäre natürlich ein Verlängerungsrohr möglich)
Oben und unten werden Ronden aufgeschweißt die entsprechenden Bohrungen vorher gefräßt oder gebohrt.
Der Clou: Für die aktuelle Nutzung der EQ5 wird eine dickere zweite Platte gefertigt die mit 3 versenkten Innensechskantschrauben durch den Ausschnitt im Rohr mit der oberen fixen Platte verschraubt wird. Der Adapter sozusagen. Sollte ich mir irgendwann eine andere Montierung zulegen, muss ich nur die entsprechende Adapterplatte nachfertigen.
Die Adapterplatte für die NEQ5 wird mittig mit der großen Bohrung (entsprechend konisch) versehen um einen exakten mittigen sitz zu gewährleisten. Um die Montierung abzunehmen, wird wie beim original ein Gewindebolzen mit Sterngriff verwendet. Dieser sitzt denn im Hauptrohr und kann durch die Öffnung bedient werden. (ob es hier noch eine bessere Lösung gibt müsste ich nochmal überdenken.)
Um die Ausrichtung Azimut wegen gelösten Schrauben zu vereinfachen wird am Polblock und an der Adapterplatte eine Markierung angebracht.
Die Beine werden unten konische und recht spitze Endstücke bekommen.
Die Gegenstücke bilden nach innen konisch zulaufende Stahlronden die
auf der Unterseite eine Art feste Gummimatte haben. Eine Markierung am Boden oder gar ein aufkleben auf den Boden ermöglichen dann ein einfaches einsetzen der Beine in die Konus und die Ausrichtung ist fast perfekt.
Ausserdem wirkt der Gummi schwingungsdämpfend.
Die Verbindung der Beine zum Hauptrohr bildet ein Stahlring der über zwei Sterngriff-Schrauben gelöst werden kann um den Ring und damit auch das Stativ in der Höhe zu verstellen. Ausserdem kann man den Umfang beim Abbau auf ein Minimum verringern um das ganze demontiert in eine Ecke zu stellen.
Die Innenseite des Gleitrings bekommt eine Filz- oder Gleitfolie um ausreichende Gleitfähigkeit zu erlangen und um Kratzer zu verhindern.
(Im Moment ist auf der Zeichnung noch die schwache Variante zu sehen, dies wird im Moment virtuell überarbeitet)
Das Hauptrohr bekommt bei erstmaliger exakter Ausrichtung eine Markierung über die gesamte Höhe (von oben nach unten), damit man die Position des Gleitrings an der Klemmöffnung kontrollieren kann. (Exakte Ausrichtung der Beine zum Rohr, und damit die Nordausrichtung)
Die Verbindung der Beine zum Rohr unten, geschieht über angeschweißte Laschen und einem Doppelarm der Langlöcher besitzt. Begrenzt durch zwei Bolzen und fixiert durch Schrauben mit Sterngriff oder Flügelmuttern kann so die Ausrichtung ins Lot geschehen, bzw der Winkel der Beine angepasst werden. Ein anlegen der Beine ganz an das Hauptrohr ist somit auch möglich.
Eine Verstellung über ausziehbare Beine wäre wohl doppelt gemoppelt.
Am unteren Ende des Hauptrohrs wird ein herausdrehbarer Bolzen gefertigt an dem man Gegengewichte anbringen kann. Entweder selbst gefertigte oder die Gegengewichte einer Montierung könnten dabei verwendet werden.
Ich erhoffe mir dass das Stativ dadurch noch mehr Standfestigkeit da mehr Masse bekommt und der Schwerpunkt wird nach unten verlagert. Auch über eine pendelnde Version hab ich schon nachgedacht.
Warum das Ganze?
Tja erstens habe ich den Drang danach endlich mal wieder Konstruktionstechnisch etwas zu entwerfen und das Ganze auch zu bauen. Zweitens möchte ich hierbei Erfahrungen sammeln, vielleicht schaffe ich es ja irgendwann einen Montierungskopf samt Nachführung zu bauen oder nachzubauen.
Ausserdem bekomme ich wenn ich nur die reinen Materialkosten rechne kein derartiges Stativ für diesen Preis. Das ganze Material bekomme ich relativ günstig, zu einer konventionellen Drehmaschine habe ich selbst Zugriff, die Fräßarbeiten lasse ich einen guten Bekannten via CNC oder konventionell machen. Kostet mich wahrscheinlich ein oder zwei oder drei Kisten Bier. :smiley47:
Einzig die Pulverbeschichtung muss ich mir noch ein Angebot kommen lassen, aber auch das hält sich im Rahmen da das eig. nicht viel Material ist.
Warum ich das hier gerne rein schreibe?
Auf jeden Fall bin ich offen für Kritik und Anregungen, vielleicht hat der eine oder andere schon Erfahrung damit und sieht gleich einen Schwachpunkt.
Ausserdem rege ich vielleicht jemanden dazu an auch mal wieder was selbst zu bauen…
Und natürlich um einfach ein wenig zu protokllieren wie das ganze voran geht und da ich keine eigene Website habe mache ich das eben hier.
Da leider ein großer Teil der Nächte nicht geeignet sind für Beobachtung sucht man, wenn einen der Virus gepackt hat, trotzdem Möglichkeiten sich mit Hobby zu bescbäftigen.
Ich könnte natürlich auch ein Berlenbach, ein eq8 Stativ oder sonstiges einfach kaufen wenn es soweit ist und dringend gebraucht wird, aber es reizt mich total damit zu beginnen eine größere Hauptkomponente einer Balkonsternwarte selbst zu bauen, auch wenn das Grundprinzip mehr oder weniger abgespickelt ist.
So das war´s mal fürs erste und heute, bin auf eure ersten Eindrücke gespannt und freue mich über jeden Einwand oder Kommentar.
Viele Grüße und clear skys
Alex
Ich möchte hier einmal mein erstes Selbstbauprojekt vorstellen, ein masives Stativ dass auch für die fernere Zukunft genug Kapazitäten aufweist sollte ich einmal eine schwerere Montierung anschaffen und ein größeres Teleskop.
Im Moment ist es nur ein 150/900 Newton auf einer NEQ5 SynScan.
Auf die Montierung selbst möchte ich jetzt nicht eingehen, das Stativ aber hat meiner Meinung nach auch schon zu wenig Steifigkeit um Schwingungen aufzunehmen aber auch nicht genügened fixierbare Verstellmöglichkeiten um bei jeder Aufstellung exakt gleich zu stehen, auch wenn man mit Bodenmarkierungen arbeitet.
Ausserdem ist eine Höhenverstellung nur über die Ausziehfüße für mich eher unzureichend.
Daher habe ich mit dem Entwurf eines Stativ´s angefangen das sehr dem Stativ der EQ8 (oder ähnlichen) ähnelt, dabei aber auf ein Detail verzichtet wird. (Verstellung des Polblocks über eine umgelenkte Rändelschraube)
Da es anscheinend in der Astroszene schon den ein oder anderen Rechtsstreit gab und man immer auf der Hut sein sollte:
Ich weiße ausdrücklich darauf hin dass ich keinerlei kommerziellen Ziele mit dem Bau dieses Stativs verfolge und es ein Nach-/Eigenbau rein für private Zwecke und nur zur Eigennutzung werden wird !
Erster Entwurf:
Geplantes Material ist Aluminium für die meisten Teile, die Beine werden aus Edelstahl, Schrauben, Stifte und Bolzen aus Stahl 8.8 oder 10.9 bzw. auch Edelstahl.
Das Kernstück ist wie man sieht ein Aluminiumrohr 120mm Durchmesser Wandung 5mm (ev. Auch 10mm). Die Höhe wird so groß dimensioniert das eine maximale Rohrlänge erreicht wird und so klein dass die Verstell-Möglichkeit in der Höhe ausreichend ist für jede Anwendung. (Sollte das später in der Höhe nach oben nicht reichen wäre natürlich ein Verlängerungsrohr möglich)
Oben und unten werden Ronden aufgeschweißt die entsprechenden Bohrungen vorher gefräßt oder gebohrt.
Der Clou: Für die aktuelle Nutzung der EQ5 wird eine dickere zweite Platte gefertigt die mit 3 versenkten Innensechskantschrauben durch den Ausschnitt im Rohr mit der oberen fixen Platte verschraubt wird. Der Adapter sozusagen. Sollte ich mir irgendwann eine andere Montierung zulegen, muss ich nur die entsprechende Adapterplatte nachfertigen.
Die Adapterplatte für die NEQ5 wird mittig mit der großen Bohrung (entsprechend konisch) versehen um einen exakten mittigen sitz zu gewährleisten. Um die Montierung abzunehmen, wird wie beim original ein Gewindebolzen mit Sterngriff verwendet. Dieser sitzt denn im Hauptrohr und kann durch die Öffnung bedient werden. (ob es hier noch eine bessere Lösung gibt müsste ich nochmal überdenken.)
Um die Ausrichtung Azimut wegen gelösten Schrauben zu vereinfachen wird am Polblock und an der Adapterplatte eine Markierung angebracht.
Die Beine werden unten konische und recht spitze Endstücke bekommen.
Die Gegenstücke bilden nach innen konisch zulaufende Stahlronden die
auf der Unterseite eine Art feste Gummimatte haben. Eine Markierung am Boden oder gar ein aufkleben auf den Boden ermöglichen dann ein einfaches einsetzen der Beine in die Konus und die Ausrichtung ist fast perfekt.
Ausserdem wirkt der Gummi schwingungsdämpfend.
Die Verbindung der Beine zum Hauptrohr bildet ein Stahlring der über zwei Sterngriff-Schrauben gelöst werden kann um den Ring und damit auch das Stativ in der Höhe zu verstellen. Ausserdem kann man den Umfang beim Abbau auf ein Minimum verringern um das ganze demontiert in eine Ecke zu stellen.
Die Innenseite des Gleitrings bekommt eine Filz- oder Gleitfolie um ausreichende Gleitfähigkeit zu erlangen und um Kratzer zu verhindern.
(Im Moment ist auf der Zeichnung noch die schwache Variante zu sehen, dies wird im Moment virtuell überarbeitet)
Das Hauptrohr bekommt bei erstmaliger exakter Ausrichtung eine Markierung über die gesamte Höhe (von oben nach unten), damit man die Position des Gleitrings an der Klemmöffnung kontrollieren kann. (Exakte Ausrichtung der Beine zum Rohr, und damit die Nordausrichtung)
Die Verbindung der Beine zum Rohr unten, geschieht über angeschweißte Laschen und einem Doppelarm der Langlöcher besitzt. Begrenzt durch zwei Bolzen und fixiert durch Schrauben mit Sterngriff oder Flügelmuttern kann so die Ausrichtung ins Lot geschehen, bzw der Winkel der Beine angepasst werden. Ein anlegen der Beine ganz an das Hauptrohr ist somit auch möglich.
Eine Verstellung über ausziehbare Beine wäre wohl doppelt gemoppelt.
Am unteren Ende des Hauptrohrs wird ein herausdrehbarer Bolzen gefertigt an dem man Gegengewichte anbringen kann. Entweder selbst gefertigte oder die Gegengewichte einer Montierung könnten dabei verwendet werden.
Ich erhoffe mir dass das Stativ dadurch noch mehr Standfestigkeit da mehr Masse bekommt und der Schwerpunkt wird nach unten verlagert. Auch über eine pendelnde Version hab ich schon nachgedacht.
Warum das Ganze?
Tja erstens habe ich den Drang danach endlich mal wieder Konstruktionstechnisch etwas zu entwerfen und das Ganze auch zu bauen. Zweitens möchte ich hierbei Erfahrungen sammeln, vielleicht schaffe ich es ja irgendwann einen Montierungskopf samt Nachführung zu bauen oder nachzubauen.
Ausserdem bekomme ich wenn ich nur die reinen Materialkosten rechne kein derartiges Stativ für diesen Preis. Das ganze Material bekomme ich relativ günstig, zu einer konventionellen Drehmaschine habe ich selbst Zugriff, die Fräßarbeiten lasse ich einen guten Bekannten via CNC oder konventionell machen. Kostet mich wahrscheinlich ein oder zwei oder drei Kisten Bier. :smiley47:
Einzig die Pulverbeschichtung muss ich mir noch ein Angebot kommen lassen, aber auch das hält sich im Rahmen da das eig. nicht viel Material ist.
Warum ich das hier gerne rein schreibe?
Auf jeden Fall bin ich offen für Kritik und Anregungen, vielleicht hat der eine oder andere schon Erfahrung damit und sieht gleich einen Schwachpunkt.
Ausserdem rege ich vielleicht jemanden dazu an auch mal wieder was selbst zu bauen…
Und natürlich um einfach ein wenig zu protokllieren wie das ganze voran geht und da ich keine eigene Website habe mache ich das eben hier.
Da leider ein großer Teil der Nächte nicht geeignet sind für Beobachtung sucht man, wenn einen der Virus gepackt hat, trotzdem Möglichkeiten sich mit Hobby zu bescbäftigen.
Ich könnte natürlich auch ein Berlenbach, ein eq8 Stativ oder sonstiges einfach kaufen wenn es soweit ist und dringend gebraucht wird, aber es reizt mich total damit zu beginnen eine größere Hauptkomponente einer Balkonsternwarte selbst zu bauen, auch wenn das Grundprinzip mehr oder weniger abgespickelt ist.
So das war´s mal fürs erste und heute, bin auf eure ersten Eindrücke gespannt und freue mich über jeden Einwand oder Kommentar.
Viele Grüße und clear skys
Alex