Ehemaliges Mitglied
Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Geschichte, als ich vor 2 Jahren mit Lilli und Julia Sternegucken war. Vor allem Lilli hatte das damals so sehr gefallen, dass sie seitdem immer wieder fragte, wann sie denn mal wieder mitkommen dürfe. Julia hatte nicht mehr gefragt. Mein kleiner 60er konnte mit diesem großen Treppchen-Teleskop, das sie einst anderswo so sehr beeindruckt hatte, einfach nicht mithalten.
Nun ja, Lilli war mein Kleiner groß genug. Deshalb war sie hellauf begeistert, als ich ihr gestern vorschlug, gemeinsam zu einem Beobachtungstreffen der örtlichen Astronomengruppe zu fahren. Ich selbst war erst vor kurzem mit dieser Gruppe in Kontakt gekommen und auch nur einmal bei einem ihrer Treffen dabei gewesen. Deshalb hatte ich schon ein wenig Sorge, wie es bei ihnen wohl ankommen würde, wenn ich Ahnungslose mit meinem kaum ernst zu nehmenden Teleskop gleich noch eine noch ahnungslosere Freundin mitbrachte. Aber die, die ich bei dem letzten Treffen kennenlernen durfte, waren alle sehr nett und erklärfreudig gewesen. Deshalb hoffte ich, dass auch diejenigen, die heute da waren, mit uns klarkommen würden.
Wir mussten eine Weile fahren und Lilli war nach einem anstrengenden Tag schon auf der Hinfahrt so müde, dass ihr die Augen zu fielen. Doch als wir dann ankamen, war von ihrer Müdigkeit nichts mehr zu merken: "Schau mal, was ist denn das?!", kam ihr ungläubiger Ausruf, noch bevor wir überhaupt aus dem Auto ausgestiegen waren. Ihr Blick war von einem wuchtigen übermannsgroßen dunklen Schemen gefesselt, der in der Dunkelheit kaum zu erkennen war. "Ist das ein Teleskop?", fragte sie. "Sooo groß?"
Ich seufzte und dachte an meinen kleinen feinen 60er auf der Rückbank. "Ja, Lilli, DAS ist ein Teleskop." Eines in der Größenklasse, das sogar Julia beeindruckt hätte.
Wir stiegen aus, tasteten uns durch die ungewohnte Dunkelheit an Stativbeinen, Hockern und Kabeln vorbei und begrüßten die Anderen. Auch denjenigen mit dem riesigen Teleskop. Er sagte uns, dass das ein Newton sei und dass er gerade auf der Suche nach einem Nebel war. Wir wollten ihn dabei nicht weiter stören und folgten dem Ruf eines anderen, der uns einlud, einen Blick auf die Andromedagalaxie zu werfen, die er gerade fotografierte.
Vor allem Lilli war hellauf begeistert von der Galaxie auf dem kleinen Bildschirm. "Was ist eigentlich eine Galaxie?", wollte sie wissen. "Nun, das ist eine Gruppe von ganz, ganz vielen Sternen, die zusammen gehören." Und, um noch ein wenig Eindruck zu machen, führte ich das Thema etwas weiter aus. "Es gibt unterschiedliche Arten von Galaxien. Zum Beispiel Spiralgalaxien, wie unsere eigene und unsere Nachbargalaxie, die Andromedagalaxie. Ähm, und außer den Spiralgalaxien gibt es auch noch andere..." Ja, genauer ging es nicht. Doch Lilli war mit meiner Antwort zufrieden. Nachdem sie sich an dem Bildschirmbild satt gesehen hatte, wanderte ihr Blick zum Himmel hinauf. "Wo ist diese Galaxie denn am Himmel?", fragte sie. "Müsste man die denn nicht eigentlich schon mit bloßen Augen sehen können?"
Ich erklärte ihr, dass sich unsere Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen mussten. Und ja, dann konnte man hier draußen an diesem dunklen Platz vielleicht etwas von der Galaxie erkennen. Wir suchten gemeinsam das Pegasusviereck und die Andromedakette am Himmel. Und da ich im Moment noch überhaupt keine Lust hatte, mein kleines 60er zwischen all diese "richtigen" Teleskope zu stellen, holte ich Sternkarte und Rotlichtlampe heraus, und wir schauten uns eine ganze Weile lang Sternbilder an. Plötzlich deutete Lilli verzückt auf eine helle Stelle am Himmel und klärte mich auf, dass das die Plejaden sein mussten. Und sie sagte mir, dass sie in dem nebligen Etwas sogar ein paar Sterne erkennen konnte. Dafür musste ich ihr großen Respekt zollen, denn das gelang mir sogar mit Brille nicht. Sie hatte mit ihren knapp 70 Jahren noch sehr gute Augen.
"Gibt es nicht auch Castor und Pollux?", fragte Lilli.
"Ja", sagte ich, "aber die sind gerade nicht da."
Sie studierte die Sternkarte. "Und wo ist der Löwe?"
Leider konnte ich ihr auch mit diesem nicht dienen. Dann fragte Lilli nach Sirius, den sie ganz besonders liebte, weil er immer so herrlich blau funkelte. Doch auch, was ihn betraf, musste ich sie enttäuschen.
Als Ausgleich wollte ich ihr Albireo zeigen. Der war ja auch hübsch. Also baute ich schließlich meinen Kleinen auf - und stellte fest, dass die Batterie des Leuchtpunktsuchers leer war. Also dauerte die Albireosucherei etwas länger. Lilli nutzte die Gelegenheit, um ein Tischtuch auf dem Wiesenboden auszubreiten, die beiden Porzellantässchen, die sie mitgebracht hatte, darauf zu stellen und mit Tee zu füllen. Wir tranken erst mal Tee.
Nach einer weiteren Suchrunde fand ich Albireo. Lilli fand ihn sehr bezaubernd. Was sie außerdem noch sehr bezaubernd fand, waren die Schemen der Bäume in einiger Entfernung. "Schau mal, sieht das nicht toll aus?! Diese Bäume! Wie eine Tapete in einem alten Schloss." Ja, so hatte ich nächtliche Bäume noch nie gesehen. Aber sie hatte als eingefleischte Künstlerin einen besonderen Blick auf die Dinge.
Ich wollte Lilli noch mehr vom Sternenhimmel zeigen. Deshalb suchte ich ohne Sucher die Andromedagalaxie. Und ich muss sagen, sehr viel weniger beeindruckend als bei dem Kollegen auf dem Kameradisplay sah sie auch bei mir nicht aus. Dann suchte ich nach Mirfak und diesem Sternhaufen unterhalb von ihm, dessen Bezeichnung ich mir niemals werde merken können. Und dann zeigte ich Lilli noch h und chi. "Und was ist da jetzt der Sternhaufen?", fragte sie mit dem Auge am Okular. Nun ja, der Doppelsternhaufen füllte fast das gesamte Blickfeld aus. Deshalb sagte ich ihr: "Alle Sterne, die du da drin sehen kannst."
Einer der Astro-Kollegen kam mit seinem Fernglas vorbei und fragte uns, ob wir denn den Kleiderbügel schon kannten. Na klar kenne ich den Kleiderbügel. Dankbar für diese Anregung, wollte ich ihn Lilli mit meinem eigenen Fernglas zeigen. Ich beschrieb ihr, wie er aussah und wo am Himmel sie ihn finden konnte. Aber Lilli fand ihn nicht. Mir fiel ein, dass ich das Fernglasstativ mitgenommen hatte und wollte ihr das Sternmuster am fest stehenden Fernglas einstellen. Nur leider, leider lag der dafür nötige Adapter zu Hause.
Gut, wir ließen das mit den Sternhaufen. Stattdessen suchte ich Jupiter. Ich erklärte Lilli, dass sie, wenn sie genau hinschaute, zwei orangefarbene zarte Bänder sehen konnte. Sie schaute angestrengt ins Teleskop. Dann meinte sie: "Ja, da könnte schon sowas sein. Aber letztes Mal war Jupiter doch auch noch blau und grün." Nein, Lilli, da täuscht du dich. Jupiter war noch nie blau und grün. Sie schaute eine Weile aus verschiedenen Winkeln in das Okular und fand dann am Planetenrand wirklich einen blau-grünlichen Schimmer. Ich schaute mir das an und erklärte ihr, dass diese Farben irgendwas mit der Optik zu tun hatten. Aber nichts mit Jupiter. Etwas enttäuscht meinte Lilli, dass der Planet beim letzten Mal insgesamt viel plastischer und schöner ausgesehen hatte. Diesmal fand sie ihn "unnahbar". Tja, es ist eben nicht immer gleich.
Saturn durften wir uns durch eines der großen Teleskope ansehen. Er gefiel Lilli wesentlich besser als mein Jupiter.
Wir durften auch noch den Ringnebel und den Hantelnebel und ein paar weitere zarte neblige Gebilde durch das große Teleskop betrachten. Und danach schauten wir eine ganze Weile einfach so in den Sternenhimmel hinauf. Lilli war ganz berauscht vom Sternenlicht und von der Tatsache, dass es ja von so unvorstellbar weit weg bis zu uns gereist war. "Dieses Sternenlicht ist etwas ganz Besonderes", sagte sie. Und damit hat sie völlig Recht.
Müde und glücklich packten wir schließlich zusammen, nachdem wir bei einem der Anderen noch einen Blick auf Jupiter und den heranziehenden roten Fleck werfen durften, der aber trotz des großen Teleskops kaum zu erkennen war. Denn das wuchtige Gerät wurde vom Wind kräftig durchgeschüttelt. Nicht ohne ein tiefes Gefühl der Genugtuung dachte ich an meinen feinen kleinen 60er, der dem Wind tapfer und ruhig getrotzt hatte.
Dann verabschiedeten wir uns von den netten Astro-Kollegen. Sie hatten sich mit uns wacker geschlagen. Und Lilli bemerkte, dass sie auch sehr höflich gewesen waren. Ja, wer weiß, ob solche Typen, die sich nachts draußen herumtrieben und eigenartige Geräte dabei hatten, auch Manieren besaßen...
Wir machten uns auf den Heimweg und Lilli schwärmte noch eine Weile von dem schönen Abend. Sie bat mich, dass wir das doch bald mal wiederholen sollten. Und dann war sie von einem Moment zum nächsten eingeschlafen.
Herzliche Grüße und euch allen schönen, klaren Himmel
Sabine
Nun ja, Lilli war mein Kleiner groß genug. Deshalb war sie hellauf begeistert, als ich ihr gestern vorschlug, gemeinsam zu einem Beobachtungstreffen der örtlichen Astronomengruppe zu fahren. Ich selbst war erst vor kurzem mit dieser Gruppe in Kontakt gekommen und auch nur einmal bei einem ihrer Treffen dabei gewesen. Deshalb hatte ich schon ein wenig Sorge, wie es bei ihnen wohl ankommen würde, wenn ich Ahnungslose mit meinem kaum ernst zu nehmenden Teleskop gleich noch eine noch ahnungslosere Freundin mitbrachte. Aber die, die ich bei dem letzten Treffen kennenlernen durfte, waren alle sehr nett und erklärfreudig gewesen. Deshalb hoffte ich, dass auch diejenigen, die heute da waren, mit uns klarkommen würden.
Wir mussten eine Weile fahren und Lilli war nach einem anstrengenden Tag schon auf der Hinfahrt so müde, dass ihr die Augen zu fielen. Doch als wir dann ankamen, war von ihrer Müdigkeit nichts mehr zu merken: "Schau mal, was ist denn das?!", kam ihr ungläubiger Ausruf, noch bevor wir überhaupt aus dem Auto ausgestiegen waren. Ihr Blick war von einem wuchtigen übermannsgroßen dunklen Schemen gefesselt, der in der Dunkelheit kaum zu erkennen war. "Ist das ein Teleskop?", fragte sie. "Sooo groß?"
Ich seufzte und dachte an meinen kleinen feinen 60er auf der Rückbank. "Ja, Lilli, DAS ist ein Teleskop." Eines in der Größenklasse, das sogar Julia beeindruckt hätte.
Wir stiegen aus, tasteten uns durch die ungewohnte Dunkelheit an Stativbeinen, Hockern und Kabeln vorbei und begrüßten die Anderen. Auch denjenigen mit dem riesigen Teleskop. Er sagte uns, dass das ein Newton sei und dass er gerade auf der Suche nach einem Nebel war. Wir wollten ihn dabei nicht weiter stören und folgten dem Ruf eines anderen, der uns einlud, einen Blick auf die Andromedagalaxie zu werfen, die er gerade fotografierte.
Vor allem Lilli war hellauf begeistert von der Galaxie auf dem kleinen Bildschirm. "Was ist eigentlich eine Galaxie?", wollte sie wissen. "Nun, das ist eine Gruppe von ganz, ganz vielen Sternen, die zusammen gehören." Und, um noch ein wenig Eindruck zu machen, führte ich das Thema etwas weiter aus. "Es gibt unterschiedliche Arten von Galaxien. Zum Beispiel Spiralgalaxien, wie unsere eigene und unsere Nachbargalaxie, die Andromedagalaxie. Ähm, und außer den Spiralgalaxien gibt es auch noch andere..." Ja, genauer ging es nicht. Doch Lilli war mit meiner Antwort zufrieden. Nachdem sie sich an dem Bildschirmbild satt gesehen hatte, wanderte ihr Blick zum Himmel hinauf. "Wo ist diese Galaxie denn am Himmel?", fragte sie. "Müsste man die denn nicht eigentlich schon mit bloßen Augen sehen können?"
Ich erklärte ihr, dass sich unsere Augen erst an die Dunkelheit gewöhnen mussten. Und ja, dann konnte man hier draußen an diesem dunklen Platz vielleicht etwas von der Galaxie erkennen. Wir suchten gemeinsam das Pegasusviereck und die Andromedakette am Himmel. Und da ich im Moment noch überhaupt keine Lust hatte, mein kleines 60er zwischen all diese "richtigen" Teleskope zu stellen, holte ich Sternkarte und Rotlichtlampe heraus, und wir schauten uns eine ganze Weile lang Sternbilder an. Plötzlich deutete Lilli verzückt auf eine helle Stelle am Himmel und klärte mich auf, dass das die Plejaden sein mussten. Und sie sagte mir, dass sie in dem nebligen Etwas sogar ein paar Sterne erkennen konnte. Dafür musste ich ihr großen Respekt zollen, denn das gelang mir sogar mit Brille nicht. Sie hatte mit ihren knapp 70 Jahren noch sehr gute Augen.
"Gibt es nicht auch Castor und Pollux?", fragte Lilli.
"Ja", sagte ich, "aber die sind gerade nicht da."
Sie studierte die Sternkarte. "Und wo ist der Löwe?"
Leider konnte ich ihr auch mit diesem nicht dienen. Dann fragte Lilli nach Sirius, den sie ganz besonders liebte, weil er immer so herrlich blau funkelte. Doch auch, was ihn betraf, musste ich sie enttäuschen.
Als Ausgleich wollte ich ihr Albireo zeigen. Der war ja auch hübsch. Also baute ich schließlich meinen Kleinen auf - und stellte fest, dass die Batterie des Leuchtpunktsuchers leer war. Also dauerte die Albireosucherei etwas länger. Lilli nutzte die Gelegenheit, um ein Tischtuch auf dem Wiesenboden auszubreiten, die beiden Porzellantässchen, die sie mitgebracht hatte, darauf zu stellen und mit Tee zu füllen. Wir tranken erst mal Tee.
Nach einer weiteren Suchrunde fand ich Albireo. Lilli fand ihn sehr bezaubernd. Was sie außerdem noch sehr bezaubernd fand, waren die Schemen der Bäume in einiger Entfernung. "Schau mal, sieht das nicht toll aus?! Diese Bäume! Wie eine Tapete in einem alten Schloss." Ja, so hatte ich nächtliche Bäume noch nie gesehen. Aber sie hatte als eingefleischte Künstlerin einen besonderen Blick auf die Dinge.
Ich wollte Lilli noch mehr vom Sternenhimmel zeigen. Deshalb suchte ich ohne Sucher die Andromedagalaxie. Und ich muss sagen, sehr viel weniger beeindruckend als bei dem Kollegen auf dem Kameradisplay sah sie auch bei mir nicht aus. Dann suchte ich nach Mirfak und diesem Sternhaufen unterhalb von ihm, dessen Bezeichnung ich mir niemals werde merken können. Und dann zeigte ich Lilli noch h und chi. "Und was ist da jetzt der Sternhaufen?", fragte sie mit dem Auge am Okular. Nun ja, der Doppelsternhaufen füllte fast das gesamte Blickfeld aus. Deshalb sagte ich ihr: "Alle Sterne, die du da drin sehen kannst."
Einer der Astro-Kollegen kam mit seinem Fernglas vorbei und fragte uns, ob wir denn den Kleiderbügel schon kannten. Na klar kenne ich den Kleiderbügel. Dankbar für diese Anregung, wollte ich ihn Lilli mit meinem eigenen Fernglas zeigen. Ich beschrieb ihr, wie er aussah und wo am Himmel sie ihn finden konnte. Aber Lilli fand ihn nicht. Mir fiel ein, dass ich das Fernglasstativ mitgenommen hatte und wollte ihr das Sternmuster am fest stehenden Fernglas einstellen. Nur leider, leider lag der dafür nötige Adapter zu Hause.
Gut, wir ließen das mit den Sternhaufen. Stattdessen suchte ich Jupiter. Ich erklärte Lilli, dass sie, wenn sie genau hinschaute, zwei orangefarbene zarte Bänder sehen konnte. Sie schaute angestrengt ins Teleskop. Dann meinte sie: "Ja, da könnte schon sowas sein. Aber letztes Mal war Jupiter doch auch noch blau und grün." Nein, Lilli, da täuscht du dich. Jupiter war noch nie blau und grün. Sie schaute eine Weile aus verschiedenen Winkeln in das Okular und fand dann am Planetenrand wirklich einen blau-grünlichen Schimmer. Ich schaute mir das an und erklärte ihr, dass diese Farben irgendwas mit der Optik zu tun hatten. Aber nichts mit Jupiter. Etwas enttäuscht meinte Lilli, dass der Planet beim letzten Mal insgesamt viel plastischer und schöner ausgesehen hatte. Diesmal fand sie ihn "unnahbar". Tja, es ist eben nicht immer gleich.
Saturn durften wir uns durch eines der großen Teleskope ansehen. Er gefiel Lilli wesentlich besser als mein Jupiter.
Wir durften auch noch den Ringnebel und den Hantelnebel und ein paar weitere zarte neblige Gebilde durch das große Teleskop betrachten. Und danach schauten wir eine ganze Weile einfach so in den Sternenhimmel hinauf. Lilli war ganz berauscht vom Sternenlicht und von der Tatsache, dass es ja von so unvorstellbar weit weg bis zu uns gereist war. "Dieses Sternenlicht ist etwas ganz Besonderes", sagte sie. Und damit hat sie völlig Recht.
Müde und glücklich packten wir schließlich zusammen, nachdem wir bei einem der Anderen noch einen Blick auf Jupiter und den heranziehenden roten Fleck werfen durften, der aber trotz des großen Teleskops kaum zu erkennen war. Denn das wuchtige Gerät wurde vom Wind kräftig durchgeschüttelt. Nicht ohne ein tiefes Gefühl der Genugtuung dachte ich an meinen feinen kleinen 60er, der dem Wind tapfer und ruhig getrotzt hatte.
Dann verabschiedeten wir uns von den netten Astro-Kollegen. Sie hatten sich mit uns wacker geschlagen. Und Lilli bemerkte, dass sie auch sehr höflich gewesen waren. Ja, wer weiß, ob solche Typen, die sich nachts draußen herumtrieben und eigenartige Geräte dabei hatten, auch Manieren besaßen...
Wir machten uns auf den Heimweg und Lilli schwärmte noch eine Weile von dem schönen Abend. Sie bat mich, dass wir das doch bald mal wiederholen sollten. Und dann war sie von einem Moment zum nächsten eingeschlafen.
Herzliche Grüße und euch allen schönen, klaren Himmel
Sabine
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