Steinheil, München Refraktor

Astrofan61

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Hallo,
vielleicht kann Jemand etwas zu dem Teleskop von Steinheil sagen?
Ist das wirklich der Refraktor mit 162 mm Objektiv? Sieht mir kleiner aus.
Gruß
Michael


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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin!

Das sieht mir doch eher nach einer Optik um die 4" aus.
Ist denn keiner bei dem Gerät, der mal ein Maßband in die Hand nehmen kann?
 
Es ist eine deutlich kleinere Öffnung, als 162 mm, wohl um die Zeit von 1855, laut dem Typ der Eingravierung.
7000 EUR ist deutlich viel zu viel.

LG,
Jiri
 
Einfach Steinheil, Munich Katalog eingeben. Unter Fotos erscheint dann eine PDF Datei mit der hellrosa Buchfront mit goldener Schrift.
 
Der Verkäufer hat noch mehr Fotos gemacht. Daher wird es doch das 95 mm Objektiv sein. Nr. 3042 und noch mit einem Okular.
Etwas mager für 7000 Euro?
 
Das Objektiv wurde laut Fabrikationsbuch am 13. April 1867 hergestellt. Der Objektivdurchmesser beträgt 48 par. Linien = 108 mm. Die Brennweite liegt bei 60 par. Zoll, was 162,4 cm entspricht. Somit handelt es sich um das Modell Nr. 76. Tatsächlich habe ich genau die richtige Preisliste aus dem Herstellungsjahr (hier die vierte Seite angehängt) Das Stativ mit der einfachen Aufhängung, sowie die Tubusaufnahme ist nicht original. Möglicherweise wurde sie von Emil Busch angefertigt und angepasst. Die Fernrohr Tuben gab es so bei Steinheil nur mit den Okularen in einer Holzkiste. Habe ich so auch schon öfter gesehen. Das Okular ist zwar von Steinheil, aber deutlich jünger. Der Sucher war ein Extra und könnte original sein. Der Preis ist sportlich, er lässt aber bestimmt mit sich Handeln.
Gruß in die Runde,
Jürgen
 

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Die Zeit von 1855 bezieht sich auf die Eingravierung des Steinheilobjektives Nr. 18, wie mir bekannt, nicht auf den Preis-Courant Steinheils "Laden".

LG,
Jiri
 
Hallo Jürgen!
ist denn diese Preisliste auch aus dem Jahre 1867?
Gruß
Michael
ja, ist sie. Ich hänge mal hier noch das Titelblatt an. Die Datierung der Steinheil-Objektive ist Dank der immer anzutreffenden fortlaufenden Produktionsnummer mithilfe des bekannten Nummernkreis relativ einfach. Nur anhand der Hersteller Signatur wird es schon schwieriger. Die Gravur war vom Text her immer gleich, also "Steinheil in München". Typische jedoch, und dass wird häufig übersehen, war die Position der Gravur. Sie befindet sich fast immer am Rand des Objektives und ist bei den kleinen Öffnungen (da winzig) sehr leicht zu übersehen. Hier noch ein paar Beispiele in chronologischer Reihenfolge (1859, 1871, 1895 und 1903. Zuletzt noch ein Bild der frühen Steinheil Okulare, wie sie etwa bis 1900 Verwendung fanden und wie sie eigentlich zu dem besprochenen Tubus gehören würden.
Gruß in die Runde, Jürgen
 

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Hallo,
also wenn ich mir das Steinheil Objektiv vom Verkäufer so anschaue, sieht mir das doch ziemlich nach Fungus oder
Schlieren Bildung aus. Und wer traut sich dann ,so ein altes Objektiv zu öffnen und zu reinigen?
Gruß
Michael
 
Hi,
zu deiner Frage, wer denn sowas....
Er hat schon manches alte Schätzchen in Händen gehabt.....
Gruß
Thorsten
 
@Astrofan61 :
> was schätzt Du denn was so ein Steinheil Teleskop noch wert wäre?

Oha, mit so etwas kenne ich mich überhaupt nicht aus. Solche Instrumente sind mir auch zu alt. Die sind m.M. nur noch was für ein Museum.

> Wie bekommt man denn ohne großen Aufwand den Fungus von antiken Linsen?

Den Pilz selber kriegt man schon mit reinem Alkohol (Propanol 100%) klein. Wenn der allerdings Schäden auf der Oberfläche hinterlassen hat, dann bleiben die auch. Das Problem sind meist nicht die Linsen, sondern daß evtl. das ganze Tubusinnere ebenfalls mit Pilzsporen kontaminiert sein könnte.
Alte Objetive könnten auch sehr widerspenstig gegen das Öffnen sein. Da bin ich auch der Meinung, daß man da einen Fachmann ranlassen sollte.

Grzybowski ist in diesem Forum doch altbekannt, früher hat er sich hier sogar noch selbst geäußert, wenn ich mich recht erinnere.
 
Hallo Winnie!
hast Du Dir die Fotos vom Steinheil Objektiv vom Anbieter aus Göttingen bei Kleinanzeigen mal angeschaut?
Sieht das nicht sehr nach Fungus Befall aus?
 
Moin Micha!

Oha, das sehe ich ja jetzt erst...!
Nach einem typischen Glaspilz im Anfangsstadium sieht das mir nicht aus. Aber am Rand der Linse hat sich eine ordentliche weiße Schicht von "irgendetwas" abgesetzt. Nach Staub sieht mir das nicht aus. Im Innern des Tubus sind auch Bereiche mit einem weißen Belag zu erkennen. Also, "schöner Zustand" ist etwas anderes. Ich will nicht hoffen, daß das alles nun weiße Pilzrückstände sind, aber irgendetwas hat sich da zwischen den Linsen und im Tubus abgelagert - und das sieht nicht gerade erfreulich aus. Eine Art Oxidation ist das jedenfalls nicht. Ich gehe mal lieber vom Schlimmsten aus.
 
Hallo Winnie,
danke für Deine Einschätzung. Leider ist der Verkäufer beratungsresistent und antwortet nicht mehr auf das angesprochene Problem.
Denke mal in dem Zustand wird das Teleskop keine 7000 Euro mehr wert sein?
 
Moin, gehts um d e n hier Teleskop antik Steinheil München Refraktor Stativ Fraunhofer ?

Wenn ich mal den Tubus um Vergleich zum Okular (wahrscheinlich 31mm Durchmesser) nehme, hat das Objektiv bei Goodwill max 70mm Öffnung.

7000€ ?!? Na, da hat aber jemand als Nachtisch anständig Klebstoff geschnüffelt nach einem schönen Tässchen Securit (Lack) als Hauptmahlzeit.

Da wären schon 700€ ambitioniert ...


Grüßles Hannes
 
7000 Tacken maßlos überteuert. Jedenfals für diesen Zustand.
Das haben bisher auch alle hier im Thread geschrieben, die sich dazu geäußert haben.

@hasebergen :
Hannes, oben gibt es bereits die Identfikation dieser Optik als 108/1624 mm.

Ich versteh allerdings auch nicht, warum nicht mal einer so schlau ist, ein Lineal oder Zollstock mit zu fotografieren.
 
Hi!

Bild 15 zeigt doch ein Maßband vor dem Objektiv, rund 10cm Durchmesser, 12,5 mit Fassung.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Winnie!
der Verkäufer hatte doch auf seinem 15. Foto ein Maßband vor das Objektiv gehalten! Also sollte es schon knapp über 100 mm haben?
 
Tschuldigung - ich war voller Entsetzen gar nicht bis dahin vorgedrungen... :oops:
Ja, die Linse reicht lt. Maßband von ca. 1,5 bis 11,5 cm, abzüglich Randhalterung kommen wir daoch wunderbar mit den gut 4" (108 mm brutto) hin.

Meine Güte - einige von den Fotos zeigen das Innere ja wie eine ziemlich korrodierte Wasserleitung. Nicht, daß ich das für nicht rettbar halte, aber da gehört sicher einiges an Kenntnissen, Kosten und Zeit zu, das wieder alles in einen herzeigbaren Zustand zu versetzen.

Aber das ist nur meine unmaßgebliche Meinung zu diesem Fall.

Wie sowas aussehen kann, zeigt dieser Refraktor hier, der vor vielen Jahren in der Bucht angeboten wurde. Preis weiß ich nicht mehr.
Es ist ein Refraktor der Fa. Busch um 1920, Linse 120 mm. Restauriert, auf Eichenholz-Stativ mit ausfahrbarer Mittelsäule. Inkl. Koffer für Tubus.

teleskop_busch_120mm_1920.jpg


Ich hab' noch mehr Fotos davon. Bei Interesse PM an mich!
 
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