Sternbedeckung Philosophia Samstag Abend

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MartinElsaesser

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Hallo,

Morgen abend gibt es in Sueddeutschland eine Chance auf eine interessante Sternbedeeckung durch einen Kleinplaneten.

Philosophia bedeckt Stern

Da das Teil sehr langsam unterwegs ist kann die Bedeckung bis zu 5 Minuten dauern. Damit sollte es nicht schwierig sein den Stern mit 12.9 häufig zu erfassen und ggf. eine Lichtkurve zu erstellen. Durch die Summe vieler Beobachtungen kann die Form des KP erfasst werden.

Grüße,
Martin
 
Hallo Stephan,

Noch interessanter finde ich, warum der KP so langsam ist. Die Bedeckung findet fast genau am Umkehrpunkt der Bahnschleife statt!
Noch bunter wird es, wenn man sich die Bahn am Himmel in dieser Phase mal plotten lässt: Da wird dann die Bewegung des Beobachters auf der rotierenden Erdkugel wichtig und es entsteht ein extra Schleifchen! Tolle Sachen!

Im Anhang der Plot der Bahn in den paar Tagen.

Grüße, Martin



 

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Hallo

ich kann den Aufrug zur Beobachtung nur dringend unterstützen. Die Bahngeometrie ist diesmal ganz außergewöhnlich. Üblicherweise bewegt sich der Schatten mit grob 10km/s über die Erde - diesmal sind es 0.3km/s.

Bei einem solch langsamen Event sollte es sogar möglich sein, diverse Beugungseffekte nachzuweisen.

Ich wünsche also allen viel Erfolg heute abend.

Grüße
Andy
 
Hallo Martin und Andy,

also mir ging es hierbei in erster Linie um den praktischen Aspekt des Auffindens. Ein Stern von 12m9 ist ja nicht gerade sehr prägnant und auffällig. Da braucht man schon recht detailierte Aufsuchkarten, um überhaupt eine Chance zu haben, ihn sicher zu identifizieren. Bei Bedingungen wie letzte Nacht (Hablmond mit reichlich Dunst) habe ich mit 150mm Öffnung da eh keine Chance.
Wenn man nicht genau weiß, wo man suchen soll, dann ist solch eine Aussage doch schlichtweg sinnlos: "Damit sollte es nicht schwierig sein den Stern mit 12.9 häufig zu erfassen und ggf. eine Lichtkurve zu erstellen".
Wenn ihr selbst das Beobachten wollt, so müsst ihr für euch selbst doch auch entsprechendes Kartenmaterial erstellt oder ausfindig gemacht haben. Warum dann nicht gleich hier anderen die Angelegenheit erleichtern? Das ist es, was ich ander Sache nicht so ganz verstehe. Oder gebt ihr einfach die Koordinaten in ein GoTo ein, und verlasst euch dann ganz auf die Positioniergenauigkeit der Technik?

Viele Grüße
Stephan
 
Hallo Stephan,

das Auffinden von solchen Dingern ist manchmal tatsächlich ein kleines Abenteuer - und es passiert tatsächlich auch ab und zu, dass jemand den falschen Stern überwacht.

Die fertigen Aufsuchkarten sind wie du schon selber festgestellt hast in der Regel nicht sehr hilfreich. Aber in den Karten ist angegeben, wie der Stern heißt, bzw. welche Koordinaten er hat, bzw. welche Nummer der Kleinplanet hat.
Mit einer dieser Infos ist das Zielobjekt gut aufzuspüren. Ich nutze dann immer einen Laptop auf dem Guide installiert ist, um mir vor Ort die Kartenausschnitte, die ich gerne hätte auszusuchen.

Wenn ich an einem System mit (gut funktionierendem) GoTo arbeite, dann fahre ich die Zielstelle meist direkt an. Man sollte aber trotzdem immer verifizieren, ob man auch im richtigen Sternfeld gelandet ist.
Ansonsten gibt es eben die Starhopping-Methode. Man beginnt bei einem klar zu identifizierenden Stern in der Nähe und hangelt sich langsam von Stern zu Stern bis zum Zielobjekt weiter.
Für beide Methoden ist es sehr hilfreich, wenn man auf der Karte weiß, wie groß der Himmelsausschnitt, den die Kamera momentan erfasst. Eine Interaktive Karte auf dem Laptop ist immer tausendmal besser als die besten vorgefertigten Karten (darum mache ich mir in der Regel nie die Mühen, extra Karten zu erstellen).

Das Event heute war übrigends alles andere als einfach. Der Stern stand in einer sternarmen Region (=schwierig, sich zurecht zu finden) und das Event war noch am sehr frühen Abend (=wenig Zeit, den Stern zu finden). Außerdem war der Stern für eine Sternbedeckung sehr schwach. Der "normale" Occultist ist eigentlich auf eine hohe Zeitauflösung (meist 50 Bilder pro Sekunde) spezialisiert. Dazu muss der Stern aber ein bis zwei mag heller sein. Die 12.9mag waren nur durch längere Belichtungszeiten (aufsummieren) zu schaffen - das ist aber genau wiedersprüchlich zu unserem Ziel einer hohen Zeitauflösung. Nur durch dieses Zeitlupenevent (bei dem eine schlechtere Zeitauflösung eben immer noch phantastische Resultate liefern kann) wurde diese Sternbedeckung erst so interessant - eine "normale" Sternbedeckung mit 12.9mag fällt bei den meisten Beobachtern durch das Raster.

Grüße
Andy

P.S.: wir haben das Event heute abend fleißig aufgenommen - aber pünktlich 10 Minuten vor der heißen Phase kam die dicke Wolckenbank :(
 
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