Sternbedeckungen durch (925) Alphonsina am 22.12.

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Sternbedeckungen durch (925) Alphonsina - Update

Hallo!

Gerade habe ich ein Update auf die Mainzer Astro Homepage gestellt.
Nach den neusten Berechnungen von Jan Manek ist die Bedeckungszone ganz leicht nach Norden gerutscht.
Das Rhein-Main-Gebiet scheint diesmal wirklich voll getroffen zu werden, aber die Unsicherheit ist nach wie vor eine Zonenbreite.
Was jetzt noch fehlt, ist klarer Himmel am Abend des 22.12.
Gruß

Ulrich
 
Re: Sternbedeckungen durch (925) Alphonsina - Update

Hi,

na da bin ich ja gespannt wie ein Flitzebogen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Bin an dem Termin zwar nicht zuhause, aber ich nehm auf jeden Fall mal mein Fernglas mit. Wenn man schon mitten in der Bedeckungszone sitzt, dann sollte man das nutzen.
Hoffentlich kauft am 22. niemand ein Teleskop, sonst können wir das mit dem Wetter vergessen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

...Toni
 
Sternbedeckungen durch (925) Alphonsina - Karten

Hallo!

Aufgrund zahlreicher Veröffentlichungen aus dem europäischen Ausland, die jeweils Detailkarten des Bedeckungs-Beobachtungs-Pfades beinhalten, hat unser Koordinator Alfons Gabel auch für Deutschland Detailkarten erstellt.
Ich habe sie soeben in den Bericht auf der Mainzer Astro Homepage eingefügt.
Wer also seine Postion auf den Karten suchen möchte, sollte nochmal auf www.astro-mainz.de vorbeischauen.
Gruß

Ulrich
 
Sternbedeckung durch Alphonsina am 22.12. Zeitnahme

Hallo Sternfreunde,

nachdem der Starauftritt von (925) Alphonsina schon gebührend angekündigt worden ist, hier ein paar Hinweise zur Zeitnahme, die wichtig ist, wenn man nicht nur das frappierende Erlebnis mitnehmen, sondern auch ein Scherflein zur Wissenschaft beitragen will.

Am allerbesten ist natürlich eine Videoaufnahme, in die die Zeit eingeblendet wird, die wiederum dem DCF-77 oder GPS Zeitsignal entnommen wird. Wer so ausgerüstet ist, braucht allerdings diese Tipps nicht.

An zweiter Stelle steht eine Video- oder Webcamaufnahme, die man später in Einzelbilder zerlegen und auszählen kann.
Gut, wenn die Einzelbilder schon bei der Aufnahme mit einem Timecode versehen werden, und die Recorderuhr richtig geht.
Weniger gut, wenn man sich darauf verlassen muss, dass das benutzte Rechnerbetriebssystem schon die korrekte Zeit aufstempeln wird.
Es interessiert ja, wann genau ein Bild aufgenommen wurde und nicht wann es gespeichert wurde.
Bei der Aufnahme mit Rechner und Webcam unbedingt einen Modus wählen, bei dem sicher keine Bilder verloren gehen.

Ziel ist es, die Absolutzeiten des Verschwindens und Wiedererscheinens des Sterns auf etwa eine Zehntelsekunde genau zu bestimmen.
Falls das nicht möglich ist, sollte wenigstens die Dauer der Verfinsterung so genau wie möglich bestimmt werden.

Wer die erforderliche Ausrüstung nicht besitzt oder bei den zu erwartenden Wetterverhältnissen nicht riskieren will, kann auch visuell beobachten.
Meine Empfehlung wäre dann ein DCF-77 Funkwecker und eine Stoppuhr, die mehrere Zwischenzeiten speichern kann.

Die Prozedur ist wie folgt:

- rechtzeitig vor dem Ereignis, im vorliegenden Fall etwa morgen um 22:25 wird die Senderruftaste der DCF-77 Uhr betätigt, oder die Batterie eingelegt. In der Regel hat sich die Uhr nach spätestens 3 Minuten auf das Zeitsignal synchronisiert

- die Uhrzeit wird nun wie folgt auf die Stoppuhr übertragen:
Ab etwa 30 Sekunden vor dem Wechsel auf volle zehn Minuten "synchronisiert" man sich auf den Rhythmus der im Sekundentakt wechselnden Ziffern und startet die Stoppuhr beim Wechsel z.B. von 22:29:59 auf 22:30:00. Das gelingt auch ohne große Übung mit einer Streuung von weniger als einer zehntel Sekunde.
Die Start/Stoptaste ist von jetzt an tabu, und alle weiteren Zeiten werden als Zwischenzeiten genommen. Die Vorteile sind:

- die genommenen Zeiten sind leicht in Absolutzeiten umzurechnen, der Zehnminutentrick erlaubt auch Schusseln wie mir, die Absolutzeiten eindeutig festzulegen.

- als Zeitfehler aufgrund der Reaktionszeit schlägt nur die Differenz zwischen der Verzögerung beim Start und der bei der Zwischenzeitnahme zu Buche

- man kann so viele Zeiten nehmen, wie die Stoppuhr Zwischenzeiten speichern kann. Also wenn man eine Beobachtungspause macht (machen muss), wenn Wolken durchziehen, wenn man, von der Szintillation gefoppt, ins Leere auslöst, und natürlich auch dann, wenn Alphonsina einen Begleiter hat, in dessen Schatten man das Privileg hatte zu stehen. Zur Sicherheit kann man auch ein Band mitlaufen lassen, auf das man bei jeder Zwischenzeit eine Bemerkung spricht (weg, da, Pause, Wolke o.ä). Dann können auch bei vielen Zwischenzeiten diejenigen des Ereignisses besser identifiziert werden.

- wichtig: die Stoppuhr jetzt nicht sofort anhalten, sondern definiert so wie beim Start. Nur so kann man sicher sein, dass die Stoppuhr ohne Unterbrechung durchgelaufen ist. Es gibt nämlich Stoppuhren, die man anhalten und weiterlaufen lassen kann, ohne dass sie sich auf Null zurück stellen.
Wenn einem das passiert, hat man natürlich die Absolutzeit verloren.
(Ich schreibe hier nur von Fehlern, die ich selbst gemacht habe!)

- alle Zeiten baldmöglichst notieren!

Für die Meldung an die IOTA sollte man sich noch eine Vorstellung von der eigenen Reaktionszeit verschaffen, die im Meldeformular gefragt wird.

Der Vereinskollege Klaus Nagel hat zu diesem Zweck ein Java-Applet geschrieben, das eine Sternbedeckung simuliert.

Eine allgemeine Empfehlung noch: die prognostizierte Zeit für den eigenen Standort ermitteln, z.B. aus dem Update von Jan Manek , und nicht länger als zwei bis drei Minuten vor der Nominalzeit mit der Beobachtung beginnen. Diese ziehen sich erfahrungsgemäß hin, und die Aufmerksamkeit fängt dann an nachzulassen.

Nicht vergessen, den Beobachtungsstandort genau zu bestimmen, möglichst mit GPS (WGS84), aber das kann zur not auch nachträglich geschehen.

Und am allerwichtigsten: Rausgehen und beobachten!
Die Bedeckung des hellsten Sterns, die bisher in diesem Jahr von Deutschland aus zu sehen war, war die durch (357) Ninina am Morgen des 11. September. Zu der Zeit lagen ein Tiefdruckwirbel über Mitteleuropa, und alle Beobachter in den Buntkarierten.
Alle? Nein! Drei Unentwegte habens gesehen :-)))

Bei den gegenwärtigen Wetterbedingungen wirds wohl ein Okkultationsroulette geben, so dass jeder die Chance hat, zu den möglicherweise sehr wenigen erfolgreichen Beobachtern zu gehören.

Also, allen die es versuchen, wünsche ich, dass morgen allein Alphonsina zwischen ihnen und dem Stern steht.

adventliche Grüße,

Claus-Peter
 
Re: Alphonsina - Mainz keine Bedeckung

Hallo Claus-Peter!

Zunächst einmal soll ich Dir auch im Namen von Alfons Gabel für die sehr praxisgerechte Beschreibung der Zeitnahme danken, die sich laut Alfons besonders gut eignet, in ein "Bedeckungskochbuch" aufgenommen zu werden.
Vielleicht schickst Du das ganze einfach mal an die IOTA zur Aufnahme auf deren Webseite.
Aber zur Bedeckung
Hier in Mainz konnten wir, entgegen der Vorhersage, leider keine Ereignisse registrieren.
Die Zone lag, nach ersten Telefonaten mit verschiedenen Beobachtern, wohl etwa 20 bis 25km weiter südlich.
In Trebur und bei Fulda wurden an der nördlichen Grenze jeweils 0.3 Sekunde Ereignisse beobachtet.
Mehr Infos dann wohl ab morgen und auch nach Weihnachten.
Gruß

Ulrich
 
Re: Alphonsina - Mainz keine Bedeckung

Hi!

Bin bisserl verwirrt. Ich war im oberen Drittel der nördlichen Grauzone.
Wenns nach Süden gerutsch wäre hätte ich doch nichts sehen könne, oder?
Mainz kann irgendwie nicht rausgefallen, oder? s.u.
Ist das spannend. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

> In Trebur und bei Fulda wurden an der nördlichen Grenze jeweils
> 0.3 Sekunde Ereignisse beobachtet.

SAO 40029 wurde bei mir nicht abgeschaltet aber verdunkelte sich um ca.
2-3 Größenklassen und es fand eine Farbänderung statt. Das Ganze dauerte
keine Sekunde, ein Wimpernschlag sozusagen. 0,3 Sekunden kommen hin, das
habe ich beim Einschlafen abgeschätzt. Wenn ich 21 ausspreche, also "Einundzwanzig",
ist ungefähr eine Sekunde vergangen. Das Ereignis dauerte "Einu".
Ein ~0.25
und ~0.25
zwan ~0.25
zig ~0.25
Einu~ 0.3
Nur mit der Zeit bin ich noch nicht ganz sicher.
22:51:46 (+/- 1)

Schaunmerma....

Sabine
-7 54.2
50 15.2
417m
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
(925) Alphonsina besitzt eine "Zeppelin-Form"

Hallo!

Nachdem ich jetzt wieder zurück in Mainz bin, habe ich gerade ein weiteres Update zur erfolgreichen Alphonsina-Bedeckungs-Beobachtung auf die Mainzer Astro Homepage geladen.
Nach den letzten Auswertungen besitzt der Asteroid eine stark ellipsoide Form und kann sehr gut mit einem Zeppelin verglichen werden.
Link zur Grafik: http://www.euraster.net/results/2003/20031222-Alphonsina-crd.gif
Hier auf Astronomie.de gibt es noch zwei hochinteressante Beobachtungen von Mehrfachereignissen, denen zur Zeit nachgegangen wird.
Sollten sich diese Bestätigen lassen, könnte evtl. doch ein Mond im Spiel gewesen sein.
Es ist also noch nicht alles ausgewertet und ein weiteres Update ist noch möglich.
Gruß

Ulrich
 
Re: (925) Alphonsina besitzt eine "Zeppelin-Form"

Hi!

Ich hab da mal ne (blöde) Frage..... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> ...zum Diagramm:

Wie funktioniert das?
Wie Mahlen nach Zahlen? Die Diagramme, wo die gestoppten Zeiten als Striche gemalt sind,
verstehe ich, aber hier bin ich etwas irritiert. Hat da jeder Beobachter nur einen Punkt?
Irgendwie finde ich die Pärchen nicht. In welche Richtung muss ich die denn suchen?
Wenn ich die Punkte jetzt einfach mal der Reihe nach an der Ellipse verbinde, erscheint mir
Alfonsina doch etwas strubbelig. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Also ich bin ja schon ziemlich weit weg und auch ganz einsam. Bis wie viele km kann denn dieser
Zeppelin überhaupt einen Mond halten? Unser Mond könnte theoretisch einen weiteren Mond
innerhalb ~9 Erdradien Abstand halten, habbisch irgendwo gelesen.....

Grüße

Sabine
 
Re: (925) Alphonsina besitzt eine "Zeppelin-Form"

Hallo alle miteinander,

inzwischen hab ich meinen Urlaub beendet, und mich sogleich an die Auswertung
dss VideoFiles mit der (doppelten)Bedeckung gemacht.
(Siehe meinen Bericht unter Beobachten und Foto Technik > Beobachtung visuell)

Herausgekommen ist dabei folgendes (Zeiten UT):

Erste Bedeckung:
Beginn : 21h50m39,8s
Ende : 21h50m40,6s

Zweite Bedeckung:
Beginn : 21h50m41,6s
Ende : 21h50m42,8s

Standort:
Potsdam: 52°23´53,9" N, 13°03´01,9" O

Bei der ersten Bedeckung handelte es sich dabei um eine patielle,
denn der Stern verschwand nicht ganz, sonder seine Helligkeit
sank um etwa 3mag ab, um dann gleich wieder auf seinen ursprünglichen
Wert anzusteigen.
Die zweite Bedeckung war dagegen total.
Die Abfall- und Anstiegszeiten der Helligkeiten lag jeweils bei etwa 0,4s,
das entspricht etwa 2 Frames.
Ich hatte ja eine Framerate von 5fps benutzt. Eigentlich wollte
ich eine höhere Framerate verwenden, aber da trat dann das Problem auf,
dass etliche Frames ausgelassen wurden. Und das wollte ich auf keinen Fall.

Alles in allem ein recht erfolgreicher Abschluss des Jahres 2003.


Viele Grüße, und ein gutes neues Jahr wünscht,
Thomas

 
Berichtigung

Tach zusamm,

da ist mir bei der Positionsangabe doch glatt ein Fehler unterlaufen:
Statt: 13°03´01,9´´ sollte es heissen: 13°02´..
Auch sollten die Bogensekunden bei den Positionsangaben auf
ganze Sekunden gerundet werden.

Gruss,
Thomas
 
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