Sterne außerhalb der Milchstraße

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Hallo,

welche Sterne, die man Abends am irdischen Firmament sieht, gehören denn bsp. nicht zu unserer Galaxis? ?)

Kann mir da jemand ein paar Sterne nennen? :gutefrage:

Gehören ansonsten alle von der Erde aus sichtbaren Sterne zur Milchstraße?

Gruß & CS
Peter Kling
 
Gehören ansonsten alle von der Erde aus sichtbaren Sterne zur Milchstraße?
Hallo Peter,

du hast es erfasst. Eine nennenswerte Ausnahme ist vielleicht das gesammelte Sternenlicht von NGC 2419. Obwohl der Kugelsternhaufen aber 300.000 Lichtjahre entfernt sein soll, gehört er vermutlich noch zur Milchstraße. Ein Satellit wie die Magellanschen Wolken.
 
Moin Peter!

> welche Sterne, die man Abends am irdischen Firmament sieht, gehören denn bsp. nicht zu unserer Galaxis?

...zum Beispiel alle Sterne der Andromeda-Galaxis...! ;)
Jede Galaxie ist nix weiter als komprimiertes Licht einzelner Sterne. :augenrubbel:

> Gehören ansonsten alle von der Erde aus sichtbaren Sterne zur Milchstraße?

Nein, natürlich nicht. :o

Hinweis: Du mußt Deine Frage(n) präziser stellen! ;)
 
Ich stimme Winnie zu. Die Frage muss präzisiert werden. Je nach Größe des verwendeten Geräts können *individuelle* Sterne auch in "nicht all zu weit" entfernten Galaxien identifiziert werden. Mit dem *bloßen Auge* zu sehende individuelle Sterne gehören m.W.n. aber alle zur Milchstraße.

Thomas
 
Hi!

Mit bloßem Auge sind schon kaum *einzelne* Sterne zu sehen, die weiter als tausend Lichtjahre entfernt sind, geschweige denn außerhalb unserer Galaxis.

Es gibt eine Handvoll Cepheiden, die in Nachbargalaxien im Teleskop aufgelöst werden konnten, und natürlich Supernovae - aber wenn wir die sehen, ist da kein Stern mehr:-)

Üblicherweise sieht man aber auch von fremden Galaxien eher das Schimmern kompletter Sternhaufen als einzelner Sterne.

Gruß,
Alex
 
Hallo,

alle Sterne, die man sieht, auch im Amateurteleskop, gehören unserer Milchstraße an. Zwar könnte man nun sagen, man sieht ja auch in der M31, der Andromedagalaxie einzelne Sterne, aber das sind s.g. Vordergrundsterne, die eben auch noch zu "uns" gehören.

Mit einem guten Teleskop kann man auf der südlichen Hemisphäre ev. einzelne Sterne in der magellanschen Wolke ausmachen, aber ansich ist das, wenn auch unsere Begleitgalaxie, nun doch auch eine andere Galaxie.

CS
Winfried
 
Hallo,

hier meine präzise Frage:

Kann man am Erdenhimmel Sterne sehen, die außerhalb der Milchstraße liegen und zu sonst keiner anderer Galaxie gehören (einzelne im Universum vorkommende Sterne, die zu keiner Galaxie, Sternhaufen oder Supernovae zählen) - Gibt es im "leeren Raum" eigentlich allein-stehende Sterne, so wie ich es mir vorstelle???

Gruß & CS
Peter
 
Hi Peter,

eine präzise und eine GUTE Frage :/
Ich will sie mal so beantworten. Zwischen den einzelnen Galaxien gibt bis zu einer bestimmten Rotverschiebung (Quasardistanzen) keine "leuchtenden" Einzel-Körper. Es könnte aber sehr wohl "nicht leuchtende" Einzel-Körper geben :/

Stop Stop: Korrektur... Es gibt sie DOCH!!!!
Aber das weiß man noch nicht so lange!

Hier der Artikel dazu...
http://www.pbosetti.de/newswriter/article.php?article_file=1099842162.txt&printview=1

ach ja und weil das Gute meistens so nah liegt
http://www.astronomie.de/news/eso/2003/002a-03.htm

:D

Ok, ich denke JETZT kann die Diskussion so richtig losgehen :biggrin:

Gruß Alex

 
Ok, ich habe ein paar Minuten weiter über die Frage und die Problematik darüber nachgedacht...

Aus dieser Fragestellung und dem bisherigen Stand der Forschung könnte sich ein neues, interessantes Betätigungsfeld für die gesamte Amateurastronomie ergeben...

Die Detektion dieser intergalaktischen Sternformation in der Gegend des Virgohaufens ist ganz sicher kein Einzelfall. Der erste Link den ich im vorangegangen Posting angegeben habe, verweist auf einen Bericht der die Idee vetritt, daß die intergalaktischen Sterne ihre Anwesenheit aufgrund der enormen Entfernung unter Umständen nur zum Zeitpunkt ihres Todes (Supernova) verrraten. Von der Helligkeit steht zu erwarten daß diese in den Bereichen liegen dürften in denen auch die SN´s aus den entfernten Galaxien NGC,PGC,UGC usw. liegen. Das heißt unter günstigen Umständen 13m maximal Helligkeit und nach "unten" keine Grenze.

Das interessante dabei ist nun folgendes:So gut wie niemand untersucht regelmäßig den Raum "zwischen den Galaxien". Der "Standard-Supernovajäger" untersucht die SN-trächtigen Galaxien in seiner "Standard-Survey". Der "Raum dazwischen" liegt brach.

Was man jetzt braucht ist ein Detektionsverfahren um die "Zwischenräume" auf Veränderungen zu untersuchen, und das natürlich möglichst flächendeckend (allsky) und vor allen Dingen "andauernd" unter Verwendung aktuellsten Bildmaterials.
Das impliziert natürlich die Einbeziehung riesiger Mengen von aktuellem Bildmaterial, welches man danach auch noch einem "besonderen Analyseverfahren" unterziehen muß...und das wiederum benötigt eine gehörige Menge Rechenpower und eine völlig neue Art von Detektionsalgorithmus :pfeif:.

Ok, wessen Interesse jetzt geweckt ist, bzw. wer jetzt "Lunte gerochen hat", der sollte sich mal mit der "Artemis"-Maschine vertraut machen...

Gruß Alex (VSU)

P.S Hier zwei weiterführende Links zum Thema die vor kurzer Zeit auf dem VSU-Portal veröffentlicht wurden.
Da das Portal mittlerweile "terminiert" wurde habe ich die zwei Artikel ausgekoppelt und standalone auf den Web-Server gestellt.

Link1: http://www.vsu.dyndns.org/Artemis1.htm
Link2: http://www.vsu.dyndns.org/Artemis2.htm




 
Das alles klingt ganz nett und auch plausibel.

Meine Frage hierzu wäre allerdings, ob uns die visuelle Sichtung solch verlorengegangener Sterne mit Amateurmitteln überhaupt möglich wäre, bzw. wenn nicht, ob "unsere" fotografischen Möglichkeiten ausreichen würden, diese auf Chips zu bannen?

- Wäre eine Frage an die Spezialisten.
Schließlich kenne ich mit Bernhard Häusler jemanden, der mit seinem Meade LX-200 in 12" auf der Emberger Alm genau die gleiche Aufnahme des Orions mit seinen protoplanetaren Scheiben vor meinen Augen "nachfotografiert" hat und genau dasgleiche drauf hatte wie das Hubble. Ich war damals ziemlich von den Socken.

Von daher könnte es ggf. fotografisch möglich sein, solche Sterne dingfest zu machen.

CS
Winfried
 
Interessantes Thema. Hier: http://www.astro.uni-bonn.de/~mwhalo/proceedings/ finden sich einige Vorträge zu Sternen im Halo der Milchstraße. Interessant der Vortrag von W. Brown, der den ersten hypervelocity star der Milchstraße, SDSS J090745.0+024507, entdeckt hat. Dieser Stern ist mit ca. 100 kpc (ca. 300000 LJ) schon ziemlich weit draußen und dürfte mit Amateurmitteln kaum zu beobachten sein. Zum Thema Milchstraßen Halo erwähnt wikipedia, dass es dort viele (ca. 3000?) Feldsterne vom Typ RR-Lyrae gibt. Vielleicht lassen sich einige davon mit kleineren Fernrohren beobachten.

Thomas
 
Hallo Thomas u.a.

so als Zwischenresumée kann man wohl festhalten, daß es tatsächlich ausgeworfene/verlorene Sterne außerhalb eines Milchstraßensystems gibt.

Da wir mit zumindest unseren bescheidenen Amateurmitteln jedoch wohl kaum auf eine fotografische Magnitude von 30 kommen dürften, wären diese Sterne für uns wohl unsichtbar.
Was ich astronomisch kenne, sind Kameras, die durch entsprechende Teleskope schon mal auf mag 22 kommen, aber ich denke, das dürfte bei der Entfernung nicht mehr ausreichen, um ein Signal auf dem Chip zu bekommen. Herkömmlicher Film unter 18/24cm Großbildformat (BASF, Sonderfabrikation für die NASA ohne Korn (!!) wird das Signal nicht einfangen können.

So denke jedenfalls mal ich darüber.
Richtigstellungen erwünscht, interessiert mich sehr.

CS
Winfried
 
SDSS J090745.0+024507 ist vllt. auch mit Amateurmitteln fotografisch machbar. Er hat eine Helligkeit von 19.84 laut simbad. Das ist, glaube ich machbar, oder? Dieser Stern steht z.Z. ganz gut sichtbar beim Kopf der Wasserschlange.

Ich fürchte nur, mit Amateurmitteln lassen sich diese Sterne nicht aufspüren. Dazu müsste man Spektren vermessen usw.

Thomas
 
Hallo Winfried,

jedoch wohl kaum auf eine fotografische Magnitude von 30 kommen dürften

Das ist auch nicht nötig, wer die Links in meinem vergangenen Posting gefolgt ist hat folgendes gelesen...

Eine weitere Möglichkeit, intergalaktische Sterne nachzuweisen, ist die Suche nach Supernovae, gewaltigen Explosionen am Ende des Daseins eines großen Sterns. Die Tatsache, dass auch Sterne außerhalb der Galaxien als Supernovae explodieren, erklärt alte Rätsel der Astronomie.

Diese Novae mit Amateurmitteln nachzuweisen ist für den engagierten Amateur überhaupt kein Problem!. Die Grenzgröße ab der es wirklich interessant wird liegt bei 17mag. Um absolut sicherzugehen daß das Novae-Signal zweifelsfrei über dem Rauschen liegt sollte man 1mag tiefer darstellen können. Wenn ich mir die Aufnahmen im Deepsky-Board ansehe, habe ich absolut keinen Zweifel daß auf sehr vielen Aufnahmen einige Überraschungen warten die nur noch keiner bemerkt hat!.
Vor allem auf Aufnahmen mit kurzen Brennweiten und langen Belichtungszeiten (z.b die vielen tollen Aufnahmen von Bernhard Hubl und anderen) gibt es bestimmt einiges zu entdecken. Es geht also nicht in erster Linie um die Mega-Highresolution Aufnahme mit Brennweiten jenseits von 2m sondern um einen Kompromiß aus Auflösung und Feldbreite für eine maximale Detektionsfläche. Und da punkten die kurzen Brennweiten mit großen Chips (700mm-1m plus DSLR) und dieses Equipment liegt definitiv in der Reichweite von Amateuren.

Gruß Alex (VSU)

 
Hi Alex,

da magst Du recht haben.
Nur, ich bin nicht von Supernovae ausgegangen, das sind eben Besonderheiten. Zwar Stern, aber wenn wir ihn sehen eben keiner mehr... (ätsch).

Ich glaube, der Fragesteller wollte wissen, ob man "normale" Sterne sehen kann, also keine entarteten.

Abe4r das hast Du ja im letzten Absatz belegt.
Fotografieren bräuchte man eigentlich nicht mehr. Es würde genügen, die alten Platten durchzuforsten. Jedes mal, wenn so etwas gemacht wird, stößt man auf Neues.

Ein schönes Wochenende wünscht
Winfried
 
Hi Winfried,

Fotografieren bräuchte man eigentlich nicht mehr. Es würde genügen, die alten Platten durchzuforsten.

Das stimmt nicht ganz. Nur die alten Platten durchzuforsten
kann nicht genügen, sie können aber sehr gut als zusätzliche Referenz zur Elminierung bzw. zum Ausschließen von Fehlern dienen. Das gilt aber nicht nur für die "alten Platten" sondern für schlichtweg JEDE jemals gemachte Aufnahme!. Man darf nicht vergessen. Wer zu einer bestimmten Zeit von einer bestimmten Himmelsgegend eine Aufnahme erstellt hat, hat ein ZEITDOKUMENT erstellt!. Und dieses Dokument ist extrem wertvoll!.

Bei jeder neuen Aufnahme ergibt sich die Möglichkeit etwas vorher noch nie gesehenes aufgenommen zu haben und ich denke daß ist mit ein Grund warum soviele Amateure fotografieren.


Jedes mal, wenn so etwas gemacht wird, stößt man auf Neues.
Volle Zustimmung...und hier liegt gewaltiges Potential, vor allem für die Amateure

Gleichfalls schönes Wochenende

Gruß Alex (VSU)
 
Hallo Peter,

na wenn das nicht interessant ist!. Aufgrund der geringen Entfernung zu uns müßte sich evtl. eine messbare Parallaxe ergeben bzw. eine messbare Positionsänderung sofern man Referenzaufnahmen zur Verfügung hat...

Gruß Alex (VSU)

P.S Hier noch detailliertere Infos
http://en.wikipedia.org/wiki/HE_0437-5439
Im V-Band eine Helligkeit von 16.3mag, also durchaus mit Amateurmitteln "packbar" :/
 
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