Sterntest bei komplexen Systemen: alles Lüge?

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Hallo Harald,
das "ich" sollte eher die erzählerische Form wiedergeben, soll nicht bedeuten, dass ich es so mache, auch wenn die Überlegung als solche nachdenkenswert ist.

So long
Nikita
 
Hallo Nikita!


Du solltest Politiker werden! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Aber mal im Ernst: Mit ZS zu kollimieren ist doch absoluter Kappes. Der Fehler des ZS wird ja schliesslich verdoppelt, wenn man den nach der Kollimation mal um 180° schwenkt.

Ich vertrete ganz klar die Meinung, dass man IMMER ohne ZS kollimieren MUSS.
Entweder man hat Glück und der Fehler des ZS ist vernachlässigbar oder man muss den ZS eben auch nachjustieren. Das ist bei den ZS, die ich kenne, auch kein grosses Problem.

Wenns geht, kann man dann auch ganz auf einen ZS verzichten. Jetzt z.b. beim Mars. Der steht so niedrig, den beobachte ich meistens ohne ZS.


Gruß Harald
 
Re: Korrekturzustand

warum zu unterschiedlichen Korrekturzuständen?
Die Zentrizität der Ringe ist doch erst einmal oberstes Gebot.
Hallo Nikita,

ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Mit Korrekturzusand ist die Kotrrektur Optik selbst gemeint und nicht deren Kollimation. Z.B. bei einem Newton ist der Hauptspiegel richtig korrigiert, wenn er genau parabolisch ist. Ist er zuwenig korrigiert (z. B. Shpäre oder Elypse), so spricht man von Unterkorrektur. Ist die Korrektur zu stark (Hyperbel) heisst das Überkorrektur. Nur eine genau richtige Korrektur vereint alle Strahlen aus dem Unendlichen im Fokus.

Das gilt auch für komplexe Systeme.
 
Re: Korrekturzustand

Habe verstanden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
Grüsse
Nikita
 
Re: Wolter Schiefspiegler

Falls Du einen Laserdrucker hast: Einfach das Linienmuster auf Folie ausdrucken.(abwechseln weiße und schwarze Linien, mit 300dpi drucken, bei 600dpi verschwinden die Linien bereits).

Die Folie kannst Du dann auf eine Filmdose o.ä. aufkleben.
 
Hallo zusammen!

Was haltet ihr von diesem Ansatz:

Der wesentliche Unterschied der von RC bezüglich der Symmetrie der defokussieren Sternscheiben in gut und böse eingeteilten Teleskoptypen liegt darin, dass die bösen alle einen deutlichen Gaußfehler oder Sphärochromatismus haben, die guten dagegen nicht. Z.B. der Fraunhofer f/15 hat zwar einen enormen Farblängsfehler, aber keinen Gaußfehler, d.h. der Öffnungsfehler ist für alle Wellenlänge etwa gleich, nämlich praktisch null.
Mein Gedanke ist jetzt, vielleichrt ist die Flächenhelligkeit des Sterntestscheibchens so gering, dass die Augenempfindlichkeitskurve für Dunkeladaption anzunehmen idst. Deren Maximum liegt bei 507nm, während die fraglichen Teleskoptypen wahrscheinlich eher für die maximale Empfindlichkeit bei Helladaption (555nm) korrigiert sind (Mond, Planeten).
Wenn das so ist, dann sieht man beim Sterntest den (Öffnungs)fehler bei ca. 507nm. Um dies quantitativ zu untermauern, habe ich mit meinem Optikprogramm von verschiedenen Fernrohrtypen mit jeweils 200mm Öffnung die Pointspreadfunktion (PSF) im besten Focus sowie intra- und extrafocal bei 555nm und 507nm berechnet:

1. Fraunhofer f/15 , Quelle Edmund Scientific (FH)
2. CaF2-Apo f/8 , Quelle Rutten + van Venroi (Apo)
3. SC f/10 , Quelle Rutten + van Venroi (SC)
4. Katadioptr.f/8 , Quelle Busack (Bu)

Beim 4. System handelt es sich um ein "komplexes" Medial-ähnliches System mit Manginspiegel und Feldlinse ohne Farblängsfehler und ohne Gaußfehler.

Es folgen jeweils nacheinander die Ergebnisse für Strehl im optimalen Focus, Beurteilung der PSF-Unterschiede +-3Lambda intra- und extrafokal bei 555nm sowie bei 507nm:

FH : 0.998, perfekt, 0.986, perfekt
Apo: 0.989, perfekt, 0.911, stark unterschiedlich
SC : 0.996, perfekt, 0.915, stark unterschiedlich
Bu : 0.999, perfekt, 0.998, perfekt

Fazit:

1. Diese Ergebnisse legen nahe, dass tatsächlich beim Sterntest mit dem Auge der Korrektionszustand eher bei ca. 507nm als bei 555nm beurteilt wird. RC hat also recht wenn er sagt, dass bei bestimmten Systemen gar keine Symmetrie angestrebt werden darf.
2. Der Sterntest ist in der Tat sehr empfindlich, man erkennt auch bei gutem Korrektionszustand deutliche Unterschoiede, die bei dieser Wellenlänge keine praktische Bedeutung haben.
3. Unterschiede Intra-/extrafokal treten zumindest nicht bei allen komplexen Systemen auf.


Apos mit kleinerer Öffnung oder kleinerem Öffnungsverhältnis haben natürlich deutlich "besseres" Verhalten im Sterntest, was aber wie gesagt praktisch ohne Bedeutung ist.

Bevor also frustrierte Apo-, SC- oder Mak-Besitzer ihre vermeintlichen "Gurken" verschrotten, sollten sie den Sterntest mit einem schmalbandigen Intereferenzfilter bei 555nm bzw. bei der Design-Wellenlänge ihres Teleskops wiederholen. Ich prophezeie, dass die Unterschiede deutlich geringer werden.
Wenn sich dies bestätigt, hätten die Teleskophersteller sogar eine werbewirksame Möglichkeit, passend zu den jeweiligen Systemen (mit Bekanntmachung der Konstruktionswellenlänge) Testinterferenzfilter mitzuliefern und damit diesen herrlich einfachen Test mehr quantitativ zu machen. Damit könnte der Kunde dann auch die Korrektion des Gaußfehlers beurteilen.

Gruß
Hans-Jürgen
 
Hallo Hans-Juergen,

Was meinst Du, ist bis Ende des Jahres!, noch mit einer Nachricht auf deinen interesanten Artiekel, von den dort Angesprochenen zu erwachten.
 
Re: Medial-ähnliches System?

Hallo Uwe,

das System habe ich vor ca. 5 Jahren aus dem bei Laux, Astrooptik angegebenen Brachymedial entwickelt, indem ich eine weitere (Feld)Linse zugefügt habe, die den Farbquerfehler korrigiert. Der Aufbau ist also Frontlinse, Manginspiegel, Feldlinse, alle aus gleichem Glas (z.B. BK7) mit ausschließlich Kugelflächen.
Überraschenderweise habe ich dabei herausgefunden, dass mit diesem Aufbau alle! Schärfefehler 3.Ordnung behebbar sind, mit verschwindend kleinen Fehlern höherer Ordnung. Dadurch wird z.B. bei 12" f/2.5 Schmidtqualität auf ebenem Bildfeld bis ca. 5° erreicht.
Mein zitiertes System ist eine außeraxiale Variante (abschattungsfrei) für visuelle Beobachtung. Die Konstruktionsdaten möchte ich hier nicht bekanntgeben. Bisher habe ich keins dieser Systeme praktisch realisiert, da ich den Aufwand (3 Linsen) gescheut habe. Ich habe bisher erst 2 Spiegel geschliffen, und das ist schon lange her..

Gruß
Hans-Jürgen
 
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