Stickstoff, Helium... Garantie?

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Sulaco

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Hallo Fernglasfreunde,

Wie lange hält sich eigentlich eine Stickstofffüllung in einem Fernglas? Eine Heliumfüllung sollte doch länger halten, da die Atome größer sind und diese deshalb weniger diffundieren, oder?

Wenn nun ein gutes Fernglas eine 30-jährige Garantie hat, ist dann der Stickstoff noch komplett, oder hat das Glas irgendwann einen "Plattfuß"?

Kann ein Benutzer einen Verlust erkennen oder muss das Glas von Zeit zu Zeit zum Service?

???


Viele Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Allzu viel kann ich Dir nicht zu Deiner Frage erzählen, nur soviel das unsere Atmosphäre 78% Stickstoff und 21% Sauerstoff (plus 1% Edelgase) enthält und der Sauerstoff noch kleinere Molekühlgrößen aufweist als Stickstoff. Also bei einem Stickstoffgefüllten Fernglas sollten keine allzu große Probleme auftauchen denn wenn was rausgeht muss auch immer was rein und das kann eigentlich nur Luft sein mit den oben genanten Eigenschaften!

Zum Helium kann ich nichts sagen!

Astronomische Grüße
Ulf
 
Hallo Zusammen,

... nicht zu vergessen, dass Stickstoff N2 (Zwei) ist.
Ich würde eher fragen, stört es, wenn das Gas "raus" ist. Ich gehe mal davon aus, dass man die Gläser füllt um Kondensation von Wasser zu verhindern. Wenn das Ding also nicht beschlägt, muss es auch nicht zum Service. Ich kenne das Problem von optischen Sonden, die ich im Beruf verwende. Da muss ca. 1 Mal im Jahr der Service ran oder die Sonde muss kontinuierlich gespült werden.

Gruss

Fornax
 
Hallo,

mir ist von fachkundiger Seite gesagt worden, dass Stickstofffüllungen nur ein Marketinggag sind. Denn das gefüllte Fernglas wäre auf Dauer nicht dicht, so dass bereits nach kurzer Zeit der Stickstoff entweicht.
Wer also sein Glas eine Weile besitzt, der kann davon ausgehen, dass der Stickstoff bereits entwichen ist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />


Grüße, Amin
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das würde ja bedeuten, dass auch Wasserdampf bzw. Feuchtigkeit eindringen muss? Dies wiederum sähe man bei Temperaturwechsel. So weit ich weiß, nutzt z.B. die Firma Leica keine Dichtungen mit Weichmachern, die im Laufe der Zeit spröde werden und ihre Funktion verlieren könnten.
Auch Fett an der Mechanik soll bei Leica nicht verwendet werden, das ja nach einigen Jahren seine Konsistenz ändern könnte. Vielleicht auch deshalb ist die Fokussierwalze bei manchen Exemplaren anfang ein wenig rau. Mir ist jedenfalls dieses Konzept der Langlebigkeit sehr sympathisch.
 
Hallo Friedel,

ich habe ein Großfernglas von Binoptic und das ist ohne jegliche Stickstoffbefüllung. Aber da war selbst bei extremsten Taubeschlag (Wasser tropte außen schon runter) noch nie ein Ansatz von Feuchtigkeit im Innern oder auf den Linsen. Und auch mein altes Vixen BT 125 hatte nie eine Stickstofffüllung und auch da hatte ich niemals Probleme mit Feuchtigkeit. Und bei meinem alten Miyauchi habe ich nie etwas anderes bemerkt, obwohl es ja mit diesem Gas angeblich befüllt sein sollte.
Ich denke, Stickstoffbefüllung ist nur ein Verkaufsbeschleuniger ohne physikalische Wirkung und sonst nichts.


Grüße, Amin
 
Hallo Carsten_Gaebe,

Hätte der Schreiber seinen Beitrag hier bei A.de gebracht hätte ich gesagt "Klasse" da hat einer Ahnung und teilt diese mit uns.

Aber so, in einem anderen Bord über uns und A.de zu lästern...

…auch ich tu's nicht, weil ich mich nicht wieder von Analphabeten und Proleten als Besserwisser oder Oberlehrer beschimpfen lassen will…
...da fällt mir nur noch eins ein - Armes Kind <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" /> lassen die Bösen Buben Dich nicht mitspielen!


Astronomische Grüße
Ulf
 
Hallo alle Stickstoff Zweifler,

man muss sich gar nicht in anderen Foren umsehen um sich über Sinn und Funktion der Stickstoff-Füllung zu informieren. Auch hier bei und auf A.de gibt es den folgenden Thread: Klick

Viele Grüsse

Michael
 
Der Schreiberling aus dem Jülich-Board ist doch auch öfter hier mit schlauen Beiträgen tätig. Soll er uns doch hier bitte erklären, wie man als Otto-Normalverbraucher nachweisen kann, ob das stickstoffgefüllte Glas nach Jahren noch gefüllt ist bzw. dicht war?

Ich bleibe dabei, bei 7 verschiedenen Ferngläsern die ich im im Laufe der Jahre hatte, habe ich noch nie Feuchtigkeit im Innern festgestellt - sachgemäße Behandlung vorausgesetzt. Somit bleibt die Frage, ob Stickstofffüllung überhaupt notwendig ist? Jedenfalls habe ich keinen Unterschied zwischen den gefüllten und nichtgefüllten bemerkt.


Grüße, Amin
 
=> "Der Schreiberling aus dem Jülich-Board ist doch auch öfter hier mit schlauen Beiträgen tätig."

Leider schreibt der "Schreiberling" hier im Forum nicht mehr. Die Gründe kann man den entsprechenden threads entnehmen.

Ich finde es nichts besonderes, wenn Ferngläser über Jahre hinweg gasdicht sein sollen und sogar leichten Überdruck verkraften. So ein Pfennigartikel wie eine Haarspraydose ist mit weit höherem Druck befüllt, hat sogar einen Spraykopf als Schwachstelle und bleibt idR jahrelang noch gefüllt. Da wird es doch bei Ferngläser zum hundertfachen Preis möglich sein, die dauerhaft dicht zu bekommen...

carpe noctem
Matthias
 
Allerdings hat ein Fernglas im Gegensatz zur Spraydose einige Gummidichtungen. Die können wahrscheinlich auf Dauer das Gas nicht halten. Aber wie gesagt, wer prüft das schon nach?

Grüße, Amin
 
wie man als Otto-Normalverbraucher nachweisen kann, ob das stickstoffgefüllte Glas nach Jahren noch gefüllt ist bzw. dicht war?

Hallo,

als Otto-Normalverbraucher ist sowas sicher ziemlich schwer. Ich habe mal gehört (und hoffe das stimmt auch), dass es möglich ist, die Füllung durch einen Laser zu prüfen. Dazu braucht man aber 1. einen entsprechenden Laser + Zubehör und 2. entsprechendes Fachwissen.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo,

euch vielleicht bisher entgangen:

1) Helium nimmt keiner, da es mit dem +/- Durchmesser des Wasserstoff-Atoms zu schnell durch alle Dichtungen diffundiert (Wasserstoff diffundiert selbst durch Metalle, daher halte ich alle Aussagen über "Wasserstoff als Brennstoff der Zukunft" für völliges Geschwätz von chemisch und physikalisch unbeeinträchtigten).

2) Stickstoff ist da was ganz anderes, hat schon als N2 Molekül ein Molekulargewicht von 28 (Helium 4) und diffundiert nicht mehr so einfach durch alles mögliche (Wasserdampf hat dagegen z.B. 18 und geht durch Plastikfolie locker durch, wie jeder sich an Tiefkühl-Produkten in Plastikpackungen übertzeugen kann). Mit Überdruck befüllt, kann ich mir da schon eine gute Langzeit-Dichtigkeit vorstellen.

Alternative: Minox nimmt Argon (Edelgas, Atomgewicht 40, aber sicher kleiner als Stickstoff und wenn sie wirklich was bewegen wollten, könnten sie ja zum Beispiel Xenon nehmen mit 130 Atomgewicht, Argon ist halt billig wegen der Anwendung in Schweißgeräten), aber wenn das was brächte, würde es Zeiss sicher auch machen (kostet ja praktisch nix).

Aber das wichtigste an den "inerten" (=nicht chemisch reaktiven)Füllungen ist wohl: sie verhindern auch die Oxidation der Schmierstoffe (Sauerstoff mit Molekulargewicht von 32 kommt über Diffusion nicht mehr so schnell überall rein) und Dichtungen, die dann außerdem noch Unterdruck im innern aufbaut durch Verschwinden des Sauerstoffs.

Allerdings haben bei mir "ungedichtete" Gläser eigentlich auch nie Probleme gemacht, und AUF DER OBERFLÄCHE der Linsen beim Wechsel von kalt nach warm (rein in die Skihütte) beschlägt natürlich alles dicht gefüllte genauso.

Gedichtete Gläser sind wohl hauptsächlich wichtig für Leute (wie Dschungelforscher) wo auch bei vollem Nieselregen tagelang kein Trocknen der Ausrüstung möglich ist.

Gruß

PS:was "wasserdicht" ist. kann man sehr schön an den "Kopfständen" der Uhrenindustrie sehen: "auf keinen Fall mit unter die Dusche", "nicht nachts am Arm lassen", "ja nicht mit ins Schwimmbad" (OK, Chlor und Ozon als Desinfektionmittel machen Dichtungen wirklich mit der Zeit kaputt), "jedes Jahr neue Dichtung einsetzen lassen" und dann mit "dicht bis 100at" nicht unter 5m Wassertiefe - ist doch alles lächerlich! Dicht sind nur Taucheruhren und Taucherferngläser gibt es nicht.

PS2: Hallo Amin: Spraydosen verwenden heute als Treibmittel vorwiegend Butan oder CO2, Molekulargewicht 58 bzw 44, diffundiert wohl kaum mehr. Aber auch Propangasflaschen (auch 44) sind doch ganz gut lagerbar trotz viel höherem Druck?
 
Hallo allerseits,

hier sind noch ein paar nützliche Links zum Thema Gasdiffusion und Permeation:

Graham's Law

Permeation

Die folgenden Links behandeln insbesondere die Eignung verschiedener Dichtungsmaterialien. Der Link zu Air Liquide ist auf Nitrogen = Stickstoff eingestellt. Es lassen sich aber auch beliebige andere Gase einwählen. Der Link zu "Dichtungen für radioaktive Transporte" sollte auch aufschlussreich für geeignete Materialien sein.

verschiedene Gummidichtungen

Air Liquide - Gas Encyclopedia - Material Compatibility

Dichtungen für radioaktive Transporte

Vielleicht fördert das ja eine rationale Einschätzung des Themas.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 
Hallo Peter,

(im Sinne meiner eigenen Namensgebung hätte ich mich an deiner Stelle wohl Petep genannt, statt die vielen _ immer tippen zu müssen)

vielen Dank für diese wirklich nicht für jeden hier "auf dem täglichen Gehweg" liegenden sehr informativen Links!

Gruß
 
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