Streifzug am Juni Osthimmel mit Supernova Abschluss (?)

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Zeitz86

Aktives Mitglied
Es ist Samstag (17.06.) Neumond und die Seeing Vorhersage top, also freute ich mich auf eine Beobachtungsnacht im heimischen Garten (am nördlichen Rand einer Kleinstadt).

Gerätschaften: 10‘‘ f/5 Dobson mit 8x50 Sucher, ES 82 Okular Serie, Lumicon UHC, Astronomik Oiii Filter.
Himmel: 4,5 -4,7 mag, anhand der Sichtbarkeit des kleinen Bären (den Tipp für diese grobe Abschäzung habe aus dem Forum, danke hierfür).
Methode: Starhopping mittels Skysafari vom Handy aus, welches in einer Halterung zwischen Sucher und OAZ sitzt (selbstverständlich roter Hintergrund und dunkelste Einstellung). Findungsprobleme nur wenn ich mit dem Sucher den Ausgangsstern anpeilen möchte.
Zeit: 23:15-01:15 Uhr.
Objekte: M56, Albireo, M27, M51, SN2023ixf (?)

Ausgehend von Vega gings mit dem 24 mm Okular zu M56. Für mich überraschend dunkel, sehr diffus und nur schemenhaft erkennbar. Keinerlei Auflösung von Einzelsternen möglich. Zum Einsatz kamen 14, 8,8 und 6,7 mm.

Mit dem 24er weiter zu Albireo gewandert. Immer wieder ein schöner Anblick und auch überraschend wieviel Ästhetik von diesem Sternenpaar ausgeht. Bei 24 mm schon getrennt und mit 14, 8,8 und 6,7 mm beobachtet. Für mich am schönsten mit 14 mm.

In gewohnter Weise hoppste ich zu meiner (als Wiedereinsteiger) Erstbeobachtung des Hantelnebels. Ob der späten Dämmerung war ich zunächst skeptisch, ob ich überhaupt etwas sehe. Umso überraschter war ich dann doch von der Helligkeit und Größe mit der er im 24er auftauchte. Mit UHC und OIII war der Kontrast natürlich besser. Beim OIII einen ticken besser. Für mich noch problematisch ist die Findung des Fokus bei eingesetzten Filtern. Ständig habe ich das Gefühl bei Einsatz von Filtern die Sterne nicht scharf zu bekommen. Ebenso muss ich mich noch daran gewöhnen, dass man einen PN, insbesondere bei hohen Vergrößerungen, naturgegeben nicht „scharf“ bekommt?. Etwas verwundert war ich aber darüber, dass ich eine Hantelform trotz der Helligkeit nur mit viel (!) Wohlwollen erahnen konnte. Oder anders, ohne das Wissen, dass es sich um den Hantelnebel handelt wäre ich nicht draufgekommen welchen PN ich da vorm Auge habe. Details blieben völlig im Diffusen verborgen. Frage ins Forum, kann man visuell überhaupt Details erkennen und wenn ja ab welcher Öffnung? Für mich war er das Objekt des Abends.

Anschließend der Schwenk in den Nordwesten zum Großen Bären. Wenn das mit der Sichtbarkeit des Hantelnebel so gut geklappt hat, dachte ich mir, vielleicht kann ich einen Blick auf die SN2023ixf erhaschen. Also mit den Teleskop Mizar anvisiert um dann aber doch bei Alkaid zu landen. Ja, dass Anvisieren muss ich noch üben oder doch zusätzlich noch ein Leuchtpunktsucher beschaffen. Aber wenn ich schon mal da bin kann ich ja gleich mal zu M51 hopsen. Und tatsächlich ich konnte die beiden Galxienkerne schemenhaft erkennen. Keine Struktur oder Details aber sie waren mit 24 und 14 mm eindeutig diffus erkennbar.

Von Mizar aus ist die Region von M101 wirklich sehr einfach zu finden. 81, 83, 84, 86 UMa bilden da eine helle Straße. Leider konnte ich von M101 aber nichts erkennen, weder indirekt noch diffus, einfach nichts. Ich hatte hier aber gelesen, dass die SN auch „ohne“ Galaxie sichtbar ist. Ich versuchte mich mit dem 14 mm Oku anhand der Sterne, die M101 umgeben zu orientieren. Dabei konnte nebenbei die visuelle Grenzgröße für diesen Abend für meinen Standort auf 11,7mag einschätzen. Im Bereich von M101 konnte ich 4 Objekte ausmachen, diese aber mit Skysafari nicht zuordnen. Somit blieb ich im Unklaren, ob ich SN2023ixf gesehen habe oder nicht.

Ein wirklich schönes Hobby haben wir da alle.
VG
Tamás
 
Ciao,

in diesem Beobachtungsbericht vom 4.6.2023 von mir gibt es eine Karte mit Sternen und Helligkeiten. Damit findest Du sie auch ohne die Galaxie zu sehen... Daneben gibt's auch einige Background Infos !

Karte direkt - ist eigentlich ein DSS-Bild mit einigen Markups...

Aktuielle Helligkeit von heute 19.6.: ca 11.8Vmag.
Das ist an sich easy in 10", blöd ist es wenn der Himmel hell ist, aber dann musst Du halt nur die Sterne abchecken, wie ich es auch gemacht habe. ;-)

Good luck + Gruss,
Peter
 
Hey Tamás,

vielen Dank für den schönen Bericht!

Ausgehend von Vega gings mit dem 24 mm Okular zu M56.

Da habe ich mich diese Woche auch schon rumgetrieben. Allerdings brauchte ich wahrscheinlich länger als Du, um ihn zu finden.

Für mich überraschend dunkel, sehr diffus und nur schemenhaft erkennbar. Keinerlei Auflösung von Einzelsternen möglich. Zum Einsatz kamen 14, 8,8 und 6,7 mm.

... genau!


überraschend wieviel Ästhetik von diesem Sternenpaar ausgeht.

Das geht mir generell so ... Ästhetik, erzeugt durch ein paar helle Punkte auf dunklem Hintergrund.
Abgefahren, oder?! Und das in einer Zeit, in der alles permanent lauter, bunter, schneller und schriller wird.

Schöne Grüße,
Urs
 
Leider konnte ich von M101 aber nichts erkennen,
Hallo Tamas,
Galaxien-Gucken braucht ein wenig Geduld und Übung und vor allen einen dunklen Himmel. Für mich ist es die Objektklasse, die am "zickigsten" auf Streulicht/Aufhellung etc. reagiert.
Da lohnt es aber, sich ein wenig am Okular einzusehen und mit indirektem Sehen und field sweeping herum zu experimentieren. Irgendwann taucht dann schemenhaft ein zartes Wölkchen im Okular auf. Das wird - ich bin sicher.

Hantelnebel: Da hänge ich hier mal eine Skizze von mir rein:
M27 Hantelnebel Zchng invert.jpg


...ebenfalls am 10" f/5 Dobson, Okular 13mm Baader Hyperion, beobachtet. So in der Art könnte es bei Dir auch aussehen. Aber "gestochen scharf", wie auf Fotos wird's nicht. Es lohnt auf jeden Fall, dieselben Ziele in verschiedenen Nächten wieder anzusehen. Die vielen Variablen (Luftruhe, Durchsicht, lokales seeing, Telekopauskühlung, eigene Ausgeruhtheit - oder eben auch nicht, etc.) ergeben oft ganz andere Ergebnisse von Nacht zu Nacht.

Viele Grüße
Uwe
 
Galaxien-Gucken braucht ein wenig Geduld und Übung und vor allen einen dunklen Himmel. Für mich ist es die Objektklasse, die am "zickigsten" auf Streulicht/Aufhellung etc. reagiert.
Da lohnt es aber, sich ein wenig am Okular einzusehen und mit indirektem Sehen und field sweeping herum zu experimentieren. Irgendwann taucht dann schemenhaft ein zartes Wölkchen im Okular auf. Das wird - ich bin sicher.
Was ich auch gelernt habe rede von Mag11 - 13 laut skysafari Stellarium zeigt jetzt Mag 14 mag 15, Galaxien, ne große Öffnung b ringt unfassbar viel auch unter Moderatem, also bortle 4 Himmel, hab letztens mit meinem Zukünftigen 16 Zoll beobachtet, Draco Triplet die Gruppe beobachten können ohne volle Dunkeladaption und bei nicht absoluter astronomischer Dunkelheit, gibt es für eine weile im Frühsommer nicht, da die Sonne nicht tief genug geht (Milchstraße war schon zu sehen) NGC 5985 mit Form erkennbar NGC 5981 auch aber wesentlich schwächer NGC 5982 definitiv am schwierigsten, kern gut sichtbar, das drum herum gerade so eher indirekt, liegt bei mag 13 visuell also schon schwächer höhe waren über 70°

Gerade nach den Beobachtungen frag ich mich wiso einige meinen, Eea anzufangen (gebe zu mag Eea nicht, für livestreams was ich auch mal machen möchte seh ich es ansonsten aber gar nicht), da man sonst nix sieht kann ich nicht bestätigen schwache galaxien sichtbar bis indirekt. Standardobjekte nahezu wie auf dem Foto M57 an dem abend das erste mal doppelfarben gesehen wenn auch nur nen hauch und indirekt, den weißen Zwerg, hab auch noch nie einen so hellen Cirrusnebel gesehen, ich freu mich wen der Dobson bei mir ist

M101 ging übrigens auch ganz gut wobei die nicht mehr gut steht, spiralstruktur erkennbar Supernovae wahrscheinlich geshen, hab da aber nicht so genau verglichen

Clear Skies
Felix
 
hab letztens mit meinem Zukünftigen 16 Zoll beobachtet
Mit allem Respekt: Die Erkenntnisse mit 16" können für Beobachter mit 10"-Dobsons interessant sein, ob's nützt kann dann jeder selbst entscheiden. Auch mit 10" hat man erstmal eine Menge zu Beobachten und das ist schon ein ordentliches Teleskop, mit dem man gut arbeiten und Erfahrung sammeln kann. Ich vertrete gerne die Auffassung, dass man mit dem Gegebenen erstmal arbeitet, um Seherfahrung zu sammeln und den Himmel weiter kennen zu lernen.

Eine relevante Größe ist die Anzahl der eigenen Beobachtungen, die Anzahl der verfügbaren Optiken erscheint mir sekundär.

CS
Uwe
 
Hallo Zusammen,
Danke für eure Kommentare.

@PeterSurma
Das mit der visuellen Sichtbarkeit hatte ich tatsächlich bei dir gelesen, danke für den Hinweis auf deine Karte. Werde es bei der nächsten Beobachtung nutzen.

@Uwe65
Ja, deiner Skizze kommt das schon nahe, der Unterschied im Kontrast zwischen „äußeren“ und „inneren“ Teil war nur noch geringer.

VG
Tamás
 
Vom Öffnungsfieber möchte ich mich erstmal fernhalten. ? Habe mit dem Gerät keine 10 Nächte verbracht und ja wirklich noch frisch. Es ist sehr verlockend in der Öffnung zu wachsen aber ich denke ich werde mittelfristig eher auf Beobachtungsbequemlichkeit (EQ-Plattform, Bino) setzen als auf Öffnung.

VG
Tamás
 
Beobachtungsbequemlichkeit (EQ-Plattform, Bino) setzen als auf Öffnung.
Nichts spricht gegen beides unter meinen 16er werde ich ne eq Platform setzen und wahrscheinlich nen 2. Par stangen bei Martini kaufen für Bino ohne Glaswegcorrector oder sehr geringem, muss das dan mal testen Verlängerungsfaktor, ist supper für Mond, Planeten und helle deepsk objekte. Ansonsten möchte ich noch bei langen beobachtungen Sitzen, da mach ich mir aktuell auch Gedanken und hab schon preisgünstige Ideen wie das klappt.
Also eq Plattform ist kein muss ist angenehm nachführbar bei 320fach aber da ich manchmal öffentliche beobachtubgen für die Region anbiete und den unterschied kenne kommt eine drunter. Planeten möchte ich auch fotografieren den die Öffnung nutz ich, also ist kein Fehler

Hab bald dan auch ne Rolldachhütte Hütte wie es aussieht ich freu mich?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tamas,
beim Binoerwerb für den Dobson wäre auf die Fokuslage zu achten. Oft wird ein Glaswegekorrektor benötigt, um in den Fokus zu kommen. Das erhöht die Vergrößerung und verkleinert das Gesichtsfeld. Etwas Recherche in den Foren (wer, was und wie verwendet) kann da hilfreich sein

CS
Uwe
 
Mit allem Respekt: Die Erkenntnisse mit 16" können für Beobachter mit 10"-Dobsons interessant sein, ob's nützt kann dann jeder selbst entscheiden.
Tut mir leid, dadurch das ich die Erfahrungen gemacht habe und sehe das es bezahlbar wird (gerade wenn man sich amschaut was auf anderer seite für Fotoequipment bezahlt wird), möchte ich alle dazu Missionieren? größere Teleskope zu kaufe, gute Gitterrohr dobsons, lassen sich ja auch wunderbar transportieren.
 
Ciao Tamas,

ein paar relativ nüchterne (sorry hab wenig Zeit heute) - aber hoffentlich mittelfristig hilfreiche - Bemerkungen:

1. Such Dir hiermit mal Deinen Beobachtungsort raus und teil Deine dort
abzulesende Himmelshelligkeit mit:

1b. Sehr wahrscheinlich hast Du am Rande einer Kleinstadt schon per se recht schlechten Himmel, oft deutlich schlechter als 21mag/sq.arcsec. Heller Himmel ist für's visuelle Beobachten Gift ! Du must Dir bessere Beobachtungsplätze suchen, die 21.2+ Himmel bieten. Bei mir beginnt der Spass ab 21.4+ (50km von Heidelberg weg), richtig gut 21.6+ (Schwarzwald). Im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist eben *NICHT* die Teleskopöffnung das wichtigste (Du hast mit 10" echt genug !), sondern der beste/dunkelste Himmel, den man kriegen kann !!!

1c. Wegen 1b ist es natürlich auch schlecht bei nautischer Dämmerung zu beobachten, d.h. es wird nicht richtig dunkel zur Zeit. Du brauchst für gutes Beobachten eine abgeschlossene 'astronomische Dämmerung'. Nur dann wird der Himmel maximal dunkel. Dieser Sommer-Effekt überagert z.Zt. den Effekt des schlechten Himmel nahe Städten. Aber wenn es mal wieder richtig dunkel wird (Mitte August und später), DANN baruchst Du auch - gemäss 1b. - einfach besseren Himmel ! Ein gutes Sternkartenprogramm sagt einem die Dämmerungszeiten...

2. Dein Equipment hört sich weitestgehend sehr gut an ! - allerdings bis auf 2 Punkte:
- Warum kein 30mm Okular ? - das hat grösseres Feld und das hilft beim Suchen !
- Kein Telrad Sucher ? - ist bei Dobsons Standard und sehr hilfreich! Auch ein Rigel Quickfinder soll gut sein (hab ich gelernt). Das sind Pointing Hilfen, die aber den Vorteil haben, dass sie Dich nicht durch Bilddrehung verwirren. Normale Sucher drehen das Bild anders als der Newton, das macht wuschig und macht das Finden schwer. Die eingeblendeten Kreise kannst Du grössenmässig super in Relation setzen zu Deinen Okular GF, siehe unten bei 4. Auch kann man bei gutesn Sternkartenprogrammen die Telrad-Kreise auf die Karte einbelnden - zum Vergleich.

3. Der Weg des viuellen Dobson Beobachtens ist erstmal etwas steinig. Man muss das Starhoppen lernen. Wichtig ist vor allem, dass - während das Feld im Teleskop-Okular sichtbar ist - auch auf der Karte GENAU klar ist wo man ist ! DAS ist die erste Crux. Nimm also ein bekanntes Objekt, z.B. Alcor/Mizar. Stell es im Teleskop 24mm ein. Und schau dann dass Du auf der Sternkarte genau diesen Anblick hast ! Alle Details, alle kleinen Sternlein ! Dann geht es weiter woanders hin, z.B. zu M101 (probier mal nur mit dem Teleskop hin zu hoppen, ohne Sucher). Wenn die App dafür nicht taugt, dann Windows NTB und Sternkartenprogramm, empfohlen Guide 9.1 (astroshop.de).

4. Für 3. musst Du genau wissen, wie gross die wahren Gesichtsfelder wGF Deiner Okulare am Himmel sind. Bei Dir sind das wGF = 82°/V. Die Vergrösserung V des jeweiligen Okulars... Das brauchst Du für den Vergleich mit der Karte.

5. Fotos sind keine visuelle Beobachtung. Das sind verschiedene Dinge. Das Erlebnis und das Direkte sind das Entscheidende beim vis. DSO. Der Dob ist gut, weil er so einfach handhabbar ist. Deshalb ALLES was mehr Komplexität einführt ist eher schlecht !

6. Weiteres Equipment oder gar mehr Öffnung würde ich (erstmal 5J lang) KOMPLETT vergessen !

Eine Nachführplattform hilft Dir bei keinem der obigen Punkte. Ich beobachte mit f=2000mm (also fast doppelt so schubs-sensibel und -häufig) und hab (fast) nie eine benutzt.

Ein Bino hilft Dir bei keinem der obigen Punkte. Das Bino wird weitläufig überschätzt für Deep-Sky, aber vom Handel natürlich begeistert angeboten: 500 Euro Bino und dann noch ein Komplettset Okulare extra. Super !
Der Handel ist glücklich. Dir hilft es jedoch wenig. Du brauchst Beobachtungserfahrung UND guten Himmel !!!
That's it.

7. Check: Ist Dein Instrument laser-justiert !? Falls nicht, Laser kaufen und in 5min selber machen... Vor jeder Beobachtung. Hierzu übrigens auch: Seeing ist viel WENIGER relevant für DSO als es immer dargestellt wird, (fast) NUR bei hohen Vergrösserungen wird es wichtig (also Planeten, oder bei Detektion von schwachen Sternen am Limit). *SEHR VIEL ENTSCHEIDENDER* ist die Himmelshelligkeit für unsereins !

Nicht alles so bierernst gemeint wie's dasteht, aber der richtige Weg, hoffe/denke/mein ich. ;-)
Good luck + viel Spass,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey Peter,
Danke für deine Hinweise. Einige davon sind mir schon bekannt und der zugehende Weg für mich schon klar.
Mit Star-Hopping komme ich gut klar. Im Skysafari kann man die Okularegesichtsfelder einblenden, das ist richtig gut, ebenso kann man mit einem Knopfdruck die Karten spiegeln. Da findet man sich schnell zurecht. Wobei ich manchmal Probleme habe, ist das 1. Anvisieren. Also den Start-Stern in den Sucher zu bekommen. Hier werde ich mir noch angesprochen Telrad oder Rigel zulegen.

Der Himmel in meiner Gegend ist nicht prickelnd. Die Lightpollutionmap zeigt ein SQM von 21.0. Visuell schätze ich, dass es viel mehr wie 5mag nicht sein wird. Ich nehme es hin weil die Alternative einen anderen Platz zu finden für mich zu zeitraubend ist. Ich müsste nämlich schon mind. 1h Fahrt in Kauf nehmen um eine wirkliche Verbesserung zu bekommen.

Die Idee irgendwann auf EQ oder Bino zu setzen ist erstmal nur ein Gedanke. Bino ist eine reine Bequemlichkeit mit einigen Nachteilen, gerade auch bei DeepSky wie ich eben gelesen habe. Also mal sehen ob ich das Probiere, ist ja auch wie du sagst sehr kostenintensiv.

Ideen und Wünsche hat man schnell. Aktuell bin ich mit meinen Equipment aber sehr zufrieden und freue mich über jede klare Nacht an einem Freitag oder Samstag ?
VG
Tamás
 
sondern der beste/dunkelste Himmel, den man kriegen kann !!!
Meiner Erfahrung, nach ist das die Landläufige Meinung.

Ich kann aus eigener Erfahrung im Verein in Heppenheim beim 18 zoll und jetzt mit dem 16 zoll sagen Öffnung macht aber schon viel aus, hab hier übrigens bortle 4 Zuhause (dorf-kleinstadt) vielleicht fahr ich auch mal raus, das zeug ist recht kompakt zusammen gefaltet aber ich werde auch die Gelegenheiten Zuhause nutzen um mehr zu beobachten. Nicht jeder kann dauernd rausfahren, da beneide ich die Pensionisten.
Weiteres Equipment oder gar mehr Öffnung würde ich (erstmal 5J lang) KOMPLETT vergessen !
Wiso sich nicht ausbauen wenn man die Möglichkeit hat ich bin ende des jahres überhaupt erst 5 jahre dabei. Dan hat man mehr Zeit im leben um wirklich weiter zu kommen


Eine Nachführplattform hilft Dir bei keinem der obigen Punkte. Ich beobachte mit f=2000mm (also fast doppelt so schubs-sensibel und -häufig) und hab (fast) nie eine benutzt.
Deine Ansicht, ich finde Bino macht es einfach nochmal komfortabler, hatte bei meinem erste dobson 2018 8 zöller nach nem halben Jahr eine und der große bekommt auch eine. Ich würde siwas auch erstmal nicht ausreden, schadet ja nicht


Ein Bino hilft Dir bei keinem der obigen Punkte. Das Bino wird weitläufig überschätzt für Deep-Sky, aber vom Handel natürlich begeistert angeboten: 500 Euro Bino und dann noch ein Komplettset Okulare extra. Super !
Der Handel ist glücklich. Dir hilft es jedoch wenig. Du brauchst Beobachtungserfahrung UND guten Himmel !!!
That's it.

Bei deepsky hab ichs noch nicht probiert werde ich aber im großen ist fur die helleren objekte definitiv genug licht da, nen Kollege aus nem verein der 40 jahre+ Erfahrung hat meibte als ich gefragt hab bringt das viel bei deepsky, ja absolut da auch.

Ansonsten planeten und Mond da hab ich schon hammer Erfahrungen was das bino an comfort bringt. Sonne im H-Alpha kann ich auch nicht mehr ohne Bino der unterschied in der Wahrnehmung und gerade wenn es um lange Beobachtung und zeichnen geht ein Traum mit Bino

Nur, als Gegenerfahrung hingestellt

Clear skies Felix
 
Ciao,

Für Galaxien und schwache Objekte sollte man 21.4+ Himmel mal anstreben, klar gehts oft nicht besser. Aber unbedingt EIN MAL probieren unter gutem Himmel ! Besonders für Galaxien dann mal !

Heppenheim hat an der Sternwarte 20.3mag Himmel laut LPM. Das wäre mir visuell (!) VIEL zu mau, sorry. VÖLLIG EGAL wie viel Öffnung. Ich rede hier nicht von Retinaburnerm wie Jupiter oder M13, sondern z.B. von NGC 6822 et al..... Daher mein essentieller Rat: guten Himmel aufsuchen ! Für Volkssternwarten ist das schwer realisierbar, ist klar.

Ich fahre auch >1h für guten Himmel. Der hat dann aber auch 21.4...21.6 mpsas.
Allerding muss man sagen, dass 21.0 vor der Haustür natürlich gar nicht sooo schlecht ist, völlig d'accord.

Durch Teleskopgrösse lässt sich der Kontrast von Flächenhelligkeiten (ein CoreBusiness von DSO) zum Himmelshintergrund leider NICHT verbessern. Für stellare Objekte hilft Öffnung bei schlechtem Himmel (bis dann das Seeing DOCH zum Limit wird), aber eben nicht für flächenhafte !!!

Mond und Planeten sind zumindest nicht mein CoreBusiness, und ich denke auch nicht von DSO i.A.. Natürlich darf jeder angucken was er will. Wer die passenden Objekte anguckt und das Geld für Bino PLUS Okulardoppel ausgeben will, ja bitte, kein Problem. Aber ist das wirklich so sinnhaft für den Kern der DSO Thematik ? Wieviel Feldgrösse lässt das Bino max durch ? 82° Okulare funktionieren damit ohne Vignettierung !? Und 2" Okulare, gehen die damit !? Das sind alles Einschränkungen, die mich zum Abwinken bringen...sorry. ;-)

Aber klar hat jeder seine Finanzmittel und seine berechtigten Erfahrungen und macht sein Ding wie er möchte. Kein Problem insofern.

Gruss,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
20.3 ist falsch generell, ist die light polution map oft nicht sehr genau, wir haben nen quality meter und da wurden viel bessere werte gemessen teilweise, hab jetzt nicht alle im Kopf aber durchsnitlichbbei Astronomischer Dunkelheit über 21. Bei mir zuhause ähnliches bis besser da abgelegner bin da noch unsicher bau aktuell ne größere 2. Allsky die hat dan nen Messgerät dran.
 
Durch Teleskopgrösse lässt sich der Kontrast von Flächenhelligkeiten (ein CoreBusiness von DSO) zum Himmelshintergrund leider nicht verbessern. Für stellare Objekte hilft Öffnung bei schlechtem Himmel, aber eben NICHT für flächenhafte !!!
Kann ich so nicht wirklich zu 100% bestätigen, was ich mit den großen gesehen hab war mit den kleinen nicht oder nicht annähernd so gut zu sehen.

Beim Bino, geht es um Komfort und bessere Konzentration, da wir Menschen 2 augen haben bei Sonne Mond Planeten ist das nen Mindblow Kollegen und Freunde von mir haben da auch die Erfahrung, bei deepsky noch nicht probiert
2zoll bino kenn ich nur eins kostet glaub 3000€, dafür hab ich ein Bino aber nicht.
Den Dobson hab ich auch nicht gekauft um Maximales Feld am himmel zu hohlen sondern für tiefe galaxien Suche, M51 mit spiralarmem M13 voll aufgelöst M27 feld Füllend und supper zu erkennen und mein git das kann das Teil.
Planeten ist nochmal so nen Gebiet konnte bisher nur 2 tiefstehende mit dem 16 er beobachten für den Stand krass was es rausholt bin da aber auf Jupiter Saturn und deren Monde... Gespannt

Aber egal ohne ne gemeinsame Beobachtung läuft das hier im Kreis
Wie du sagst jeder hat seine Erfahrungen
 
Hallo Tamás, schöner lebendig geschriebener Bericht - gerne mehr davon!

Je höher die Vergrößerung und je weniger Sternenlicht durch die Filter, um so weniger schnappt der Stern in den Fokus, das ist normal. Ich lichtstarken Newtons wie z.B. f/4,5 oder f/4,1 spiele fast ständig mit dem Fokusierer hin und her, um das letzte Detail zu erhaschen..

die visuelle Grenzgröße für diesen Abend für meinen Standort auf 11,7mag einschätzen.
Das erscheint mir nicht plausibel. Hast du noch bei Dämmerung beobachtet? Konntest du wenigstens Ansätze der Milchstraße erkennen? Mit meinem alten 25 cm Dobson kam ich unter dunklem Himmel (Bortle 3 und fst.= 6,4 mag) bei hoher Vergrößerung bis zu einer Grenzgröße von 15,2 mag. 11,7 mag Sterne erscheinen mir dem 24 cm Reisedobson selbst unter meinem lichtverseuchen Großstadthimmel leicht. Mit jungen Augen erreichte ich mit einem 68 mm Refraktor unter Vorstadthimmel bei größerer Mühe 11,9 mag. Bei normaler Deep Sky Sehkraft, justierter Optik, höherer Vergrößerung (z.B. Austrittspupille = 2 mm) sollte bei dir mit indirektem Sehen deutlich mehr drin sein.

Was ich auch gelernt habe rede von Mag11 - 13 laut skysafari Stellarium zeigt jetzt Mag 14 mag 15, Galaxien, ne große Öffnung b ringt unfassbar viel auch unter Moderatem, also bortle 4 Himmel,..
??? Weite Teile deiner Sätze sind für mich völlig unverständlich. Das, was ich verstehe, ist offtopic.
 
Hey Stathis,
Danke für deinen Kommentar. Jetzt im Nachhinhein ist die Angabe von 11.7 zu kurz gedacht. Da sie sich nur auf ein 0.9 grad großes Feld westlich von M101 bezieht auf welches mein letzter Blick des Abends fiel. Nunja bei der nächsten Beobachtung werde ich mal darauf achten, was die „tatsächliche“ Grenze ist.

VG
Tamás
 
Zum Thema Detailerkennung noch:

Zu m27 konkret kann ich nicht so viel sagen, aber: die Detailerkennung verbessert sich einfach auch mit der Übung. Viele, die ich durchs Okular gucken lasse sagen, wie was wo, was soll ich sehen? Dann erklär ichs ihnen, dann sagen sie: naja, gaaanz schwach, vielleicht, also man sieht ja fast nix usw... Training ! Auch die Konzentration nur aufs Sehen, schwache Nuancen etc ist erstmal nicht einfach so da, wenn mans nicht gewöhnt ist.

Die beste Detailerkennungs-Schulung machen die Zeichner durch. Sie wollen ja das letzte rausholen und feilschen mit der eigenen Wahrnehmung was das Zeug hält. Dann müssen sie es ja auch noch selber aktiv aufs Papier bringen (kein Apparillo, der's macht), wie wars nochmal genau ? Nochmal hingucken... usw. DAS schult die Wahrnemung extrem !

Ich zeichne nicht, versuch aber doch die wesentlichen Dinge zu sehen und verbal aufzuzeichnen, auch z.b. im Vergleich DSS Bildern. (Bei mir geht die Energie eher dann ins Berichteschreiben und Backgound Astrophysik lesen u.ä., weil das - neben dem DSO Erlebnis - mein Hauptinteresse ist). Bei XL Level Objekten wird es aber auch für mich eben zum Stretch und man muss sich ein Stück weit quälen... Beispiel
Ausserdem guckt man natürlich auch nicht nur die ALLERDICKSTEN Showobjekte an sondern auch Objekte mit grösseren Herausforderungen. Auf dem Weg wird man dann natürlich - mit der Zeit und dann auch notwendigerweise ! - leidensfähiger und genauer im Hinsehen.

Dann noch: gute Dunkeladaption, ist aber auch per se ein Problem wenn die Nacht so hell ist im Sommer.

Und: Beobachtungstechniken anwenden wie
- indirektes Sehen
- Wie issn das mit Field Sweeping ?

Letztlich:
Ist auch ein bisschen eine Zeitfrage. Man kann ruhig 10+ Minuten zubringen auf dem Objekt (excl Suche). Man sollte die Objekte nicht abhaken, wie Webseiten, next one - ok, next one - ok,.... das führt ins Nirvana der Beliebigkeit und ist auch kein Erlebnis mehr. In USA ist dieses Listen Abhaken voll en vogue inkl. dem zugehörigen Wettbewerbsgedanken (aber eben auch von sehr fraglichem Sinn). Denk an den Aufwand, den die Zeichner treiben, guck mal hier bei deepsky-visuell.de

Talking about objects: es gibt natürlich viele Listen etc, hier meine für die derzeitigen FlatSky ;-) Verhältnisse: XRef
Da sind natürlich keine Gx drin (Himmel, Dämmerung) ! Alles Level medium ( aber ich mache mir keine sehr grosse Mühe mit der Einstufung, manches ist vielleicht eher Level L schwer).

Zum Initial Pointing Problem: unbedingt einen der genannten Pointer besorgen !!! Sind nicht teuer.

Ist also schon alles ne gewisse Zen Übung !!! ;-)

Godd luck und lass hören was sich tut (oder nicht geht) bei Dir,
Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben