Streulichtempfindlichkeit beim CZJ Deltrintem 8x30

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avak

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Hallo zusammen,

bei der Suche nach einem bezahlbaren immer-dabei-Glas bin ich schon oft auf das Carl Zeiss Jena Deltrintem (Jenoptem) 8x30 in der MC-Ausführung gestoßen. Diese schönen Ferngläser sind bei ebay relativ preiswert zu bekommen, insbesondere mit dem Label als "aus Jena" (Exportversion) oder "Panorama Berlin".

Hauptproblem gerade bei der MC-vergüteten Version ist die Strulichtempfindlichkeit, die den Spaß an der Sache merklich trübt. Schuld sind die hochglänzenden Plastiktuben zwischen Objektiv und Okular, die eigentlich das Streulicht verhindern sollen, aber diese Aufgabe nicht erfüllen. Mein einfach blauvergütetes altes Asahi Pentax 8x30 kennt dieses krasse Streulichtproblem komischerweise nicht, obwohl die Prismen innen blank liegen!

Bei meinem frisch erworbenen "Panorama Berlin" habe ich die Tuben also kurzerhand entfernt, was aufgrund der schlechten Klebung auch ohne rohe Gewalt ging. Überraschung: Ohne weitere Maßnahmen ist die Streulichtempfindlichkeit dadurch VIEL geringer geworden, trotz jetzt offen liegender Prismen!!! Eigentlich darf das doch nicht wahr sein: da bauen die in Jena diese Plastikdinger ein, und ohne sie ist das Fernglas besser! Jetzt fängt das Teil langsam an, Spaß zu machen, obwohl die Lösung natürlich nicht optimal ist. Denn wegen der offenen Prismen kommt es natürlich zu Reflexen je nach Winkel zu einer Lichtquelle, wenn auch nicht so krass wie vorher.

Jetzt suche ich nach einer Lösung, die Prismen lichtdicht zu bekommen, ohne einen irreversiblen Eingriff vorzunehmen. Lack und Klebstoff würde ich dabei wegen der Ausdünstungen gerne vermeiden wollen. Wer hat eine Idee?

CS,

Christof
 
Re: Streulichtempfindlichkeit beim CZJ Deltrintem

die tuben zu machen reicht leider nicht aus!
irgendwie muss man mehr tun ... prismen abdecken, sehr viel mehr bleibt ja nicht ...

carsten
 
Re: Streulichtempfindlichkeit beim CZJ Deltrintem

Hallo Christoph,

die russischen BPC 8x30 sollen doch Kopien des Deltrintem sein, und die haben das Streulichtproblem nicht. Vielleicht kannst Du so ein Ding auf E-bay fuer ein paar Euro bekommen und mal aufmachen. Falls da Blenden und Prismenabdeckungen drin sind, sollten die ja auch auf das Deltrintem passen.

Ich hatte auch so ein CZJ Jenoptem der spaeteren Baureihe, mit viel Streulicht. Es ist eine Schande, wie die ein ehemals gutes Fernglas versaut haben.

Gruss,
Holger
 
Re: Streulichtempfindlichkeit beim CZJ Deltrintem

ja, es ist schade drum. das jenoptem 8x30 ist an sich ein gutes glas, aber das streulicht ist ein echter kritikpunkt.

weiss man, ab welcher seriennummer/baujahr dieses problem auftritt ?

Link zur Grafik: http://www.cgaebe.de\pics\hmm.gif

man könnte ja einfach mal ein jüngeres modell mit guter vergütung mit den prismensektor eines älteren kombinieren. oder passt das layout der optiken gar nicht zueinander ?

carsten
 
Re: Streulichtempfindlichkeit beim CZJ Deltrintem

Ich habe keine Ahnung, ab wann diese Plastikhuelsen verwendet wurden. Die Optik wurde jedenfalls seit 1950 nicht mehr geaendert. Dein Vorschlag waere aber nur teilweise von Nutzen, da ja auch die Prismen verguetet wurden, und man moechte daher auch die neuen Prismen verwenden. Wie gesagt: Vielleicht kann man anhand der "Russen" lernen, wie man diese Fernglaeser besser vor Streulicht schuetzt.

Gruss,
Holger
 
Re: Streulichtempfindlichkeit beim CZJ Deltrintem

hallo,

die bpc 8x30 gläser haben zwar prismenabdeckungen aber diese liegen nicht komplett an der prismenoberfläche an- sie sind nach aussen hin etwas abstehend. das ist wohl "unter anderem" eine steulichtquelle bei den kleinen russen. das streulicht ist bei den kleinen 8x30 gläsern nämlich auch recht intensiv (bei bestimmten lichtverhältnissen). mag sie aber trotzdem sehr gerne (-:

gruss,
florian
 
Eigentlich darf das doch nicht wahr sein: da bauen die in Jena diese Plastikdinger ein, und ohne sie ist das Fernglas besser!

Hallo Christof,

die Plastetüten haben im Prinzip schon ihren Sinn, sie sollen Streulicht (Falschlicht) vom Eintritt in das Prismensystem abhalten. Das Problem ist das glänzende Innere der Tüten, nicht die Tüten selbst. Bei älteren Ferngläsern waren diese Tüten aus Metall, hatten ein Antireflexprofil und waren wirklich mattschwarz lackiert. Leider passen alte Objektivfassungen nicht ohne weiteres an jüngere Ferngläser. Ohne diese Tüten und ohne eine Abdeckung der Prismen kann es heftige Reflexe von Lichtquellen geben, welche nicht zum Bild im Okular beitragen, aber durch die Objektive in die nun offenen objektivseitigen Prismen gelangen. Ich hatte vor einiger Zeit mein jüngeres Deltrintem diesbezüglich renoviert: siehe hier. Leider gibt es mehrere Quellen für Streulicht, eine signifikante Verbesserung bringt aber schon der Ausbau der Plastetüten mit anschließender Kapselung der objektivseitigen Prismen.

Versuche doch mal Dein Glück, so groß ist der Aufwand nicht.

Frank.
 
Hallo zusammen,

danke für die Tipps. Ich war wirklich sehr erstaunt, dass nach Ausbau der Plastetüten ohne weitere Maßnahmen die Qualität tatsächlich zunimmt. Nun habe ich aber dem Falschlicht, das nur unter bestimmten Winkeln auftrat, den Kampf angesagt, und die Flächen hinter den Objektiven mit Velourfolie ausgeklebt. Das Falschlicht ist jetzt reduziert, aber noch nicht ganz weg. Die Okularseite sowie das Innenleben der Objektive habe ich unter Verdacht. Dabei ist mir vor allem die Okulartseite verdächtig beim Mond.

Auf jeden Fall hat sich die Tuningmaßnahme gelohnt, denn so macht das kleine "Panorama Berlin" -Deltrintem/Jenoptem endlich Spaß. Dies auch nicht zuletzt wegen seiner rasiermesserscharfen Optik (leider sind nicht alle Gläser dieser Bauart so scharf wie mein derzeitiges Exemplar).

CS,

Christof
 
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