Suche erstes Teleskop bis 3000€ für Bortle 5 Dachterrasse und als Ergänzung zum Fernglas

daaxel

Mitglied
Hallo liebe Sternengucker!

Ich bin neu in diesem Forum, auf der Suche nach meinem ersten Teleskop und wende mich nach einem eher verwirrenden Selbststudium nun an euch. Ich möchte euch meine Vorgeschichte erzählen und dann auf meine konkreten Wünschen und Fragen eingehen. Ich hoffe ihr habt Spaß am Lesen und gebt mir ein paar hilfreiche Tipps.

Ich bin Axel, 37 Jahre, und laufe seit meiner Kindheit bei Nacht gerne mit Kopf im Nacken herum. Ich wohne in der Stadt Salzburg, da gibt es im Haus der Natur (das lokale naturwissenschaftliche Museum) eine sehr faszinierende Weltraumhalle. Als Kind war diese einer meiner liebsten Orte. Bei diversen Hüttenurlauben in den Alpen habe ich die Berge und den Nachthimmel mit Opas Jagdfernglas betrachtet. In meiner Jugend bin ich gerne in Augustnächten in den Netzen von Fussballtoren auf einsamen Sportplätzen gelegen :cool:. Leider wurde aus dieser Faszination nie mehr als nächtliches Spechteln, das Schauen von Dokus (e.g. Carl Sagan’s Cosmos) und einem Hang zu Sience Fiction (e.g. The Expanse). Mittlerweile liebe ich es am Laptop mit Stellarium oder am Smartphone mit SkySafari den Himmel besser kennen zu lernen.

Ich bin letztes Jahr mit meiner Freundin in meine erste richtige „Erwachsenenwohnung“ nach dem Studium gezogen. Wir haben eine lange aber schmale Dachterrasse, mit fantastischer Aussicht über die Dächer der Stadtausläufer Richtung Süden und Osten. Letzten Sommer haben wir dort den Blutmond, Mars, Jupiter und die Perseiden genossen. Mein Nikon Sportstar EX 8x25 Fernglas, welches mich bisher hauptsächlich auf Wanderungen und Reisen begleitet hat, war da eine gute Hilfe. Der Winter neigt sich nun dem Ende zu und ich kann es kaum erwarten die Dachterrasse wieder als erweitertes Wohnzimmer zu nutzen. Dabei freue ich mich besonders auf entspannte Abende mit Blick in den Nachthimmel.

Aus dieser Ambition heraus habe ich mir vor kurzem das Canon 10x42 L IS WP besorgt. Was für ein Fernglas :love:! Die hochwertige Optik und vor allem die Bildstabilisation liefern ein sauberes und wackelfreies Bild. Dadurch vergesse ich nahezu, dass ich zum Schauen überhaupt ein Hilfsmittel verwende. Noch nie konnte ich so viele Details in der Natur und am Nachthimmel erkennen. Unter Tags kann ich auf den Bergen Skifahrer ihre Schwünge ziehen sehen, Hütten und Gipfelkreuze entdecken, sowie Vögel und Flugzeuge im Anflug verfolgen. Des Nachts offenbaren sich mir der Orionnebel als schwacher Fleck, bunte (Doppel-) Sterne, sowie ein unglaublich plastischer und detaillierter Mond. Ich freue mich schon jetzt darauf, das Canon 10x42 in den Urlaub mitzunehmen und dabei sowohl unter Tags und Nachts einfach zu Schauen. Durch die sofortige Einsatzbereitschaft des Fernglases brauche ich keine Überwindung um es schnell mal eben in die Hand zu nehmen. Oft wird aus „schnell mal Schauen“ eine halbstündige oder längere Beobachtungssitzung. Ich hoffe, dass die Begeisterung anhaltender als der Neuheitseffekt sein wird.

Und dennoch will ich mehr. Ich würde gerne die Planeten mehr als nur runde Pünktchen sehen, den Orionnebel mehr als nur erahnen, und die Mondlandschaft mit Bergen und Tälern erkunden können. Dazu wünsche ich mir ein richtiges Teleskop als Gegenstück bzw. Ergängzung zum Fernglas. Ich habe bereits einige Webseiten, Foren und YouTube-Videos durchgestöbert, bin aber selbst noch auf keinen grünen Zweig gekommen. Vielleicht könnt ihr mir also bei dieser Anschaffung mit eurer Erfahrung weiterhelfen.

Meine wichtigsten Anforderungen an mein erstes Teleskop mit allem Drum und Dran sind folgendermaßen:
  • Maximalpreis 3000€
  • Schnell aufgebaut und wartungsarm um wenig Überwindung und Zeit zu brauchen um es einzusetzen. Umso weniger Justierung und Kollimation umso besser.
  • Ausgelegt auf hauptsächliche Beobachtung im Vorstadthimmel (Bortle 5)
  • Leichte und kompakte Bauweise bzw. Zerlegbarkeit um es bei Nichtgebrauch in der Wohnung oder einer regengeschützten Kiste auf der Terrasse platzsparend unterzubringen oder im Auto mitzunehmen (also keine klobigen Tuben mit 30kg)
  • Soll mir mindestens die galileischen Monde und Saturnringe zeigen. Idealerweise auch Jupiterwolken und die Cassinische Teilung (Vergrößerung 150x-250x).
  • Soll mir ebenso ein paar helle Deep-Sky Objekte zeigen um auf den Geschmack kommen zu können (Öffnung ab mind 100mm schätze ich)
  • Gute Optik für ablenkungsfreies Schauen in mindestens Bildmitte
  • Aufrechtes Bild und Tageslichttauglichkeit um auch die Skifahrer und Bergspitzen besser zu sehen (also Reflektor oder Umkehrlinse)
  • Montierung auf Stativ oder Tisch um über die Terrassenbrüstung schauen zu können (also kein langer Dobson :censored:)
  • Einfache Handhabung der Montierung damit das von Stern zu Stern hüpfen leicht von der Hand geht. Ich möchte nicht nur mehr Objekte am Himmel sehen können, sondern auch den Himmel und die Sternbilder besser kennen lernen. Wobei das Fernglas dazu am besten geeignet ist.

Folgende weitere Eigenschaften wären wünschenswert aber nicht unbedingt notwendig:
  • Geringe bzw. nicht notwendige Auskühlzeit
  • Hochwertige Optik mit viel Randschärfe und kaum Farbfehler (also wenn Reflektor dann lieber ED Halbapo bis Vollapo)
  • Universell einsatzbar für sowohl Planeten, Deep-Sky als auch Weitfeld. Für Weitfeld habe ich eigentlich mein Fernglas, und für Deep-Sky ist meine Bortle 5 Himmel wohl zu hell.
  • GoTo-Steuerung via Wifi und SkySafari auf Smartphone / Tablet.
  • Zoom-Okular um nicht Okulare wechseln zu müssen
  • Bino-Ansatz bzw. Astro-Fernglas für beidäugiges Sehen. Wenn mir ein erschwingliches Fernglas auf Stativ die Vergrößerung und Auflösung für Planetendetails geben würde, dann könnte ich vielleicht vorerst auf ein Teleskop verzichten.
  • Schickes Aussehen wenn es einsatzbereit am Terrassenfenster wartet
  • Neuware
Folgende Eigenschaften sind derzeit absolut nicht notwendig:
  • Geeignet für Astrophotographie
  • Geeignet für Sonnenbeobachtung
  • Komplett-Set aus einer Hand. Aus meinen Recherchen habe ich das Gefühl, dass man in einem Set nie gute Okulare oder Filter bekommt. Ich werde mir wohl erst ein ordentliches Teleskop aussuchen und dann das richtige Zubehör dazu wählen.

Das sind nun sehr viele Wünsche die wohl nie alle unter einen Hut zu bringen sind ;). Vor allem vermute ich, dass mein Wünsche nach Kompaktheit und viel Sehen trotz Vorstadthimmel schwer zu erfüllen sein werden :cry:. Auf jeden Fall glaube ich nicht, dass ein 8“ Dobson oder andere Newton Teleskope für mich in Frage kommen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren :geek:. Bisher haben folgende Geräte mein Interesse geweckt. Eure Meinung zu diesen oder anderen Teleskopen und ihrer Eignung für meine Wünsche würde mich sehr interessieren!

Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2032 NexStar Evolution 8
Bietet GoTo mit Wifi und SkySafari, sollte daher auch bei schlechtem Seeing viel auffindbar machen. 203mm Öffnung und theoretische Vergrößerung von 400x sollte für Planeten und Deep-Sky gleichermaßen gut geeignet sein. Das 18kg Gesamtgewicht scheint mir vertretbar. Die einarmige Montierung erscheint mir sehr Platzsparend.

Orion Maksutov Teleskop MC 150/1800 StarSeeker IV AZ SynScan-GoTo
Das Gesamtgewicht von 12kg, die kompakte Bauweise und die manuell bewegbare GoTo Montierung finde ich hier interessant.

Orion Apochromatischer Refraktor AP 80/480 Grab-n-Go AZ
Hier kommen leichtes Gesamtgewicht von 9kg, stylisches Aussehen in Carbon-Optik und einfache Handhabung in einem Recht günstigen Paket zusammen. Aber ich frage mich, ob hier die 80mm Öffnung für meine Dachterrasse und das Ziel der Planetenbeobachtung ausreichend ist.

Welches Teleskop bis maximal 3000€ mit allem Drum und Dran würdet ihr als geeignete Ergänzung zu meinem Canon 10x42 L IS WP auf meiner Südost-Dachterrasse mit Bortle 5 Himmel empfehlen?

LG,
Axel
 

Bobooo

Mitglied
Ich beobachte von meiner Terasse aus mit dem Nexstar evo 8(y)
Für meine zwecke genau richtig, ich liebe dieses Teleskop!

M42, M13, Leo Triplet..... kein Problem!
Mond: Herrlich, knackscharf auch bei 380x
Saturn, Jupiter: So wie es sein soll!
(Gutes Seeing vorrausgesetzt).

Zu Auskühlen: Ich stelle das Teleskop ca.1h vorher auf die
Terasse, perfekt(y)


An Zubehör: Nagler und Explore Scientific Okulare (alle in 2")
APM Zenitspiegel. Astronomik 2" Filter.

Die Clicklock Klemme ist auch pflicht!

Tauschutz plus Heizung(y)
(Selbstbau)


Mit 3K budget kannst du schon was starten und mehr zubehör kommt eh von selbst:LOL:


Meine empfehlung ist das EVO8(y)
 

daaxel

Mitglied
Danke Bobo für die Empfehlung! Das gibt mir etwas Sicherheit. Wo steht dein Evo 8 wenn es nicht im Einsatz ist? Sind der Tauschutz und die Heizung wirklich notwendig (vor allem im Sommer)?

Das Evo 8 würde ich mir wahrscheinlich sofort zulegen, wenn ich es aufgebaut stehen lassen könnte. Das einzige was mir daran nicht so gefällt ist die Größe und Sperrigkeit. Ich möchte in der Lage sein, das Teleskop samt Montierung und Stativ abzubauen und in einer Kiste verstaut auf der Terrasse oder im Abstellraum zu lagern. Wie empfindest du den Auf- und Abbau des Evo 8?
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo Axel,

warum nicht beim Thema „Fernglas“ bleiben?

Für Deine Anforderungen scheint mir ein Großfernglas mit Schrägeinblick und wechselbaren Okularen ein ziemliches Optimum darzustellen:
- Sofort einsatzbereit
- aufrechtes, seitenrichtiges Bild
- Kompakt, leicht zu transportieren und aufzubauen
- bequemes, entspanntes Beobachten mit beiden Augen
- Von Deep Sky bis zu Mondbeobachtung oder ersten Planetendetails vieles möglich.

Alles, was Du oben inhaltlich beschrieben hast, sehe ich problemlos in meinem 71mm Doppelrefraktor. Bei einem Fernglas würde ich vielleicht bei 80mm anfangen. Für Mond oder Planeten sollte es ein ED bzw. Apo-Fernglas sein, damit man auch bis zu einer Vergrößerung in der Größenordnung des Durchmessers gehen kann, ohne Farbsäume um helle Objekte zu sehen.

Mit einem 45° abgewinkeltem Einblick kann so ein Gerät auch am Tage fantastische Blicke entspannt ermöglichen. 90° ist nachts für hochstehende Objekte etwas bequemer, aber tagsüber bzw. horizontnah etwas ungünstiger. Leben kann man sicher mit beiden Varianten.

Einzuplanen wäre dabei allerdings, dass man alle Okulare doppelt braucht. Dennoch sollte man dort nicht am falschen Ende sparen, denn gute Okulare haben einen entscheidenden Anteil am Beobachtungserlebnis.

Ähnliches gilt für einen stabilen Unterbau, denn ein zitterndes Bild macht keinen Spaß. Ein Holzstativ mit Kurbelsäule zum schnellen Ausgleich der unterschiedlichen Einblickhöhen ist wohl das Optimum. Im Gegensatz zu vielen Fans von Doppelgabeln bevorzuge ich jedoch die kompakteren und leichteren Einarmgabeln oder Videoneiger.

Günstiger kommst Du mit vielen anderen Lösungen. Auch höher vergrößern und lichtschwächere Objekte erkennen geht mit anderen Geräten besser. Aber entspannt und mit wenig Aufwand plastisch wirkende Anblicke bietet am besten ein großes Fernglas mit entsprechenden Okularen.

Viele Grüße,
Sebastian
 

daaxel

Mitglied
Hi Sebastian! Bevor ich den Gedanken an ein Teleskop hatte, habe ich auch an Großferngläser auf Stativ gedacht. Die Kompaktheit und schnelle Einsatzbereitschaft, sowie das beidäugige Sehen sind es ja, was ich an meinem Canon 10x42 so toll finde. Ursprünglich dachte ich dann an ein Nikon 18x70 IF WP WF mit Parallelogram-Montierung. Letztlich hatte ich den Gedanken an Großferngläser aber verworfen, da ich Zweifel habe, dass die Vergrößerung für Planetendetails ausreicht.

Großferngläser scheinen mir für Nebel und Galaxien besser geeignet zu sein. Jedoch stehen ja Planeten eher ganz weit auf meiner Beobachtungsliste. An Doppelrefraktoren mit Okularen habe ich bisher gar nicht gedacht. Man liest selten davon und die Preise gehen selbst bei kleinen Vergrößerungen (e.g. 25x) oft weit über 3000€ hinaus. Deine Nachricht gibt mir wieder Mut, auch in diese Richtung zu suchen.

Da kommen ganz neue Fragen auf:
  • Was wäre da mit meinem Budget inkl. Stativ und Okularen sinnvoll?
  • Welche Marken bzw. Shops sind auf Großferngläser spezialisiert und bieten die richtige Auswahl?
  • Auf die Schnelle gegoogelt springt mir das APM 100 mm 90° Semi-Apo Fernglas mit 1,25" Aufnahme ins Auge. Wäre das der richtige Ansatz für mich (bzw. Planetendetails)?
 

janapier

Mitglied
Hallo Axel, für ein aufrechtes Bild braucht auch ein Reflektor ein Umkehrprisma (Amici) oder zwei spezielle, sündhaft teure Umkehrspiegel (Matsumoto). Die einfachste Möglichkeit, bei aufrechtem Bild und Tagesbeobachtungsfähigkeit das nächtliche Spektrum zu erweitern dürfte in der Tat ein Großfernglas auf Stativ sein. So habe ich damals meinen Wiedereinstieg vollzogen (100ED-Glas mit Wechselokularen). Das Gerät vergrößert über 100x (ich bin sogar bis 220x am Mond damit gegangen). Andererseits lassen sich bei 2.8° Gesichtsfeld wunderbare Milchstraßenspaziergänge durchführen. Vielleicht müsste man da bei Bortle 5 aber Abstriche machen. Sogar die Staubbänder in M31 habe ich bei gutem Himmel in dem Glas schon erahnen können. Am Jupiter sind NEB und SEB braun, Mondfinsternisse lassen sich gut beobachten. Zu mehr reicht es allerdings nicht, dazu sind die Objektive eines Fernglases zu schlecht. Wie schlecht die wirklich sind, merkt man beim vergleichenden Blick durch ein richtiges Teleskop wie mein C8 aus US-Produktion, was ich mir wegen der Planeten dann für ein paar hundert Euro bei Ebay geschossen habe. Damit sieht man dann halt etliche Bänder mehr, Festoons, Barges usw. Der GRF ist allerdings auch im Fernglas schön und farbig. Mittlerweile sind bei mir nach dem C8 noch ein 6" Apo und ein 21" Dobson dazugekommen, denn wenn einen das Astrovirus wieder packt, reicht ein Großfernglas als alleiniges Gerät nicht. Heute beobachte ich damit fast mehr am Tag (Linienflüge beim Überflug - Versuch, die Kennung zu lesen u.ä.) als nachts. Meine Beobachtungsberichte mit dem Großfernglas kannst Du in diesem Forum per Suche finden (APM 100ED Apo).

Gruß
SteVe
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo Axel,

die Anmerkungen von SteVe treffen es schon ziemlich genau. Wobei ich z.B. seit zwei Jahren noch nicht das dringende Bedürfnis nach einem „richtigen“ Teleskop hatte, es gibt genügend Objekte für Jahre, die auch in kleinen Geräten Spaß machen.

Der Qualitätsnachteil eines Fernglases kommt weniger von den Objektiven als mehr von den Umkehrprismen mit mehrfachen Reflexionen und viel Glasweg.

Sinnvoll wäre nach meiner Ansicht besser ein kleineres ED Apo als ein sogenanntes Semi-Apo, weil das bei höheren Vergrößerungen Farbsäume produziert. Es gibt öfter im Jahr Sonderangebote, wo man die Ferngläser etwas günstiger bekommt.

Im Rahmen wäre vielleicht das APM 82mm ED-Apo im Set mit der Einarmgabel. Man kann sicher verabreden, statt der standardmäßig mitgelieferten 18mm Okulare gegen einen kleinen Aufpreis die 24mm Varianten mitgeliefert werden. Die liefern zuerst mal so ziemlich das weitest mögliche Feld am Himmel. Dazu dann ein passendes Stativ, je nach Geschmack Holz (Berlebach) oder Alu (z.B. Manfrotto). Später kann man dann Okularpärchen für mittlere und hohe Vergrößerungen ergänzen.

Zum Thema Planeten: Du sprachst anfangs von Jupitermonden und Saturnringen. Die siehst Du beide leicht in einem solchen Glas, mit dem Du bis ca. 80-100x vergrößern kannst. Andere Planeten zeigen allerdings kaum Details. Dafür wäre so ein Schmidt- oder Maksutov-Cassegrain ab ca. 6-8“ die bessere Wahl. Damit wird aber der Überblick schwieriger.

Die Entscheidung für Dich ist also zunächst mal, was Dir wichtiger ist: Bequemes beidäugiges Sehen, mit natürlicher Bildausrichtung oder hohe Vergrößerungen mit feinen Details.

Viele Grüße,
Sebastian
 

janapier

Mitglied
...Der Qualitätsnachteil eines Fernglases kommt weniger von den Objektiven als mehr von den Umkehrprismen mit mehrfachen Reflexionen und viel Glasweg.
...
Jein. Klar verschlechtern die Prismen das Bild. Das tun Zenitprismen/-spiegel und insbesondere Amiciprismen am Teleskop auch. Nach meinen Erfahrungen sind es tatsächlich die Objektive, die das Sehvergnügen bei Großferngläsern limitieren. Mein Fernglas z.B. hatte von Anfang an ein sehr gutes und ein relativ schlechtes Objektiv. Dies ließ sich durch Direktvergleich sofort sehen. Der eine Tubus geht bis 220x ohne Bildeinbruch und trennt Epsilon Bootis sauber, der andere zeigte anfangs üble Koma und schaffte kaum 100x. Nachdem eine Firma lange an dem schlechteren Objektiv gefummelt hat, ist es zwar besser, aber immer noch nicht gut. Die Koma ist zwar fast weg, dafür gibt es jetzt Farbsäume durch Keilfehler. Immerhin wird jetzt auch Pulcherrima darin getrennt. Auch die Geschichte lässt sich durch Suche im Forum finden.

Die Prismen sind bei manchen Ferngläsern am Markt (wie z.B. bei meinem) auch zu klein, so dass man sich entscheiden muss: Entweder restriktive Blenden mit starker Vignettierung im Strahlengang, oder störende Reflexionen durch Objekte außerhalb des Gesichtsfelds beim Durchschwenken von Sternfeldern (Stichwort "fingernails"). Auch zu diesem Thema gibt die Forensuche einiges her.

Ansonsten gibt es im amerikanischen Forum eine Diskussion über die Leistung des APM82ED am Planeten.
 
Zuletzt bearbeitet:

daaxel

Mitglied
Jetzt habe ich mich durch die oben genannten Beiträge zu dem APM 82er und 100er Gläsern durchgeackert. Ich glaube nicht, dass ich damit glücklich werde. Man findet ja doch einige Diskussionen zu Abbildungsfehlern und Unschärfen. Vor allem aber scheint der Einsatzzweck dieser Großferngläser auf Weitfeld und weniger auf Planeten zu liegen. Mehr als 100x lässt sich anscheinend nicht sinnvoll vergrößern :confused:. Mein Budget scheint mit 3000€ nicht genug herzugeben, selbst wenn ich anfange wie Benutzer portaball meine eigenen Doppelteleskope zu bauen.

Mit dem Canon 10x42 habe ich (gefühlt) eines der besten freihändig haltbaren Ferngläser welches man für Geld kaufen kann, ohne Abstriche in der Optik. Dieses Gefühl möchte ich beim Teleskop nun auch erreichen. Natürlich muss ich Grenzen bei der Öffnung und Vergrößerung setzen, sonst wäre ich ja nicht mal mehr mit dem Hubble zufrieden nachdem es bald das ELT geben wird :ROFLMAO:.

Insofern kreisen meine Gedanken zurück zur einäugigen Betrachtungsweise und den ganz am Anfang genannten Teleskopen. Was haltet ihr von Refraktoren wie dem Orion Refraktor AP 80/480 Grab-n-Go AZ oder seinem Verwandten dem Explore Scientific Apochromatischer Refraktor AP 102/714 ED FCD-100 CF Hexafoc ? Diese scheinen mir zwar lang, aber dennoch leicht, kompakt und stabil. Dazu verspricht die Vollapo-Optik kompromisslose Bilder. Abstriche mache ich da nur bei Öffnung und Vergrößerung. Oder opfern diese Geräte doch irgendwie das visuelle Erlebnis auf dem Altar der Astrofotografie?
 

papastratos

Mitglied
Hallo Axel.

das Problem ist, dass es leider die "eierlegende Wollmichsau" nicht gibt.

Planten = SC oder MAK -> lange Brennweite und bei der Helligkeit der Objekte ist ein Öffnungverhältnis von f/10 - f/15 kein Problem

Deepsky = Refraktor und dann auch eher ein APO - Öffnungverhältnis am besten so um die F/7,5

Widefield = Refraktor mit kurzer Brennweite - also nicht mehr als 600mm

Selbst habe ich ein Triplet APO mit 115/800mm, also ein f/7
mit dem Baader FFC (variable Barlow der Oberklasse) kann ich also auch mit 3-facher Verlängerung auf Planten jagt machen
mit einem Reducer, z.B. der 2" TS Photoline mit dem Faktor 0.79x (es muss ja nicht gleich der Riccardi sein!), damit komme ich auf ca. 630mm Brennweite, kann also auch Widefield ...

Leider gibt es den TMB nimmer und auch von TS gibt es den 115mm APO nimmer ...

Evtl. aber auf dem Gebrauchtmarkt!

Als Montierung habe ich eine Vixen GP-D2 drunter mit Skywatcher Goto auf einem Berlebach Uni 18.

Beim Skywatcher Goto gibt es auch die Option, diese mit dem SkySafari zu steuern.

Die GP-D2 oder Alternativ die GP-DX gibt es auch nur noch auf dem Gebrauchtmarkt,
sind aber von der Genauigkeit mit der EQ5 nicht vergleichbar - die Vixen ist dann halt
doch die Mutter aller chin. Nachbauten ...;)

Und wenn die Vixen schön gewartet wurde, ist sie ein Traum!

Bei dem Apo müsste man schauen ob man nicht den Tubus ein wenig kürzt, dann wäre
auch der Einsatz eines Binoansatzes ohne Glaswegkorrektor möglich.

Denke, dass das auch noch in Deinem Budget liegen würde, ist halt jetzt nur die Sache,
dass auf dem Gebrauchtmarkt zu finden ...

Gruß Tom
 

janapier

Mitglied
Was die Handhabung angeht: Ein 4-Zoll-Refraktor wiegt normalerweise so um die 5 kg. Ein C8-Tubus ist kaum schwerer (unter 6 kg), i.d.R. aber wesentlich kürzer und leistet am Planeten und bei Deep Sky ungleich mehr. Die Vorteile der Refraktoren sind: ästhetischere Sternabbildung, einfacheres thermisches Management, kein Kollimierbedarf, einfachere Nutzung als Astrograph und teilweise sehr große Gesichtsfelder. Ich würde mich als erstes mal nach einem guten gebrauchten C8 für ca. €500,- umsehen. In gut kollimiertem Zustand bekommt man einiges geboten. Wenn Du für die Sternfelder und die Milchstraße das Canon 10 x 42 nimmst, deckst Du mit dem C8 dann Deep Sky bis ca. 1° Gesichtsfeld und Planeten ziemlich gut ab. Es bleiben nur wenige Objekte, die in den Refraktoren wirklich besser sind, weil sie große Gesichtsfelder erfordern: M31, M33, Nordamerika, Kalifornien fallen mir spontan ein, dann natürlich Dunkelwolken in der Milchstraße wie B168 usw. Ansonsten gilt, wie eh und je: Öffnung ist durch nichts zu ersetzen, außer durch mehr Öffnung. Ein C8 auf Karbonstativ mit leichter Alt-Az-Monti dürfte sehr Grab'n'Go-tauglich sein. Also: einen kleinen Apo würde ich nur kaufen, wenn ich Wert auf Widefield oder auf die refraktortypische Sternabbildung lege, oder fotografieren will, oder als Reisegerät.
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo Axel,

im Grunde sollten sich die genannten chinesischen ED Apos nicht massiv von den Objektiven der Grossferngläser unterscheiden. Abgesehen vielleicht vom entspannteren Öffnungsverhältnis des zweiten Kandidaten. Probleme mit der Qualitätssicherung wie bei SteVe mal außen vor, die kann es genauso auch bei den Apos geben.

Durch die Verwendung eines Zenitspiegels kannst Du die Nachteile der Fernglasprismen umgehen, aber Dir begrenzt dann bald die Öffnung die mögliche Vergrößerung. Viel mehr als 130-160x geht auch mit diesen Geräten nicht. Willst Du aufrechte und seitenrichtige Bilder für die Tagbeobachtung, brauchst Du wieder ein bildverschlechterndes Prisma.

Du gewinnst damit also recht wenig. Bezüglich Vergrößerung hilft dann nur Öffnung und die bekommst Du am kompaktesten mit den bereits diskutierten SC oder MC. Allerdings reduziert Dir die Obstruktion hier den Kontrast etwas. Das gleicht man an dieser Stelle durch einen gewissen Öffnungsüberschuss aus.

Die Abbildungsoptima liegen je nach Öffnung daher bei sehr guten Apos bis ca. 130mm Öffnung, darüber wird das unbezahlbar und riesig, da kommt man dann mit visuell optimierten Newtons am Weitesten.

SCs oder Maks sind Spezialisten für viel Öffnung im kompakten Format, mit Kompromissen beim möglichen Feld, dem Kontrast und dem Auskühlverhalten.

Übrigens wirst Du zu jedem Teleskoptyp ähnliche Problemberichte finden. Umgehen lassen sich die Probleme wie immer nicht vollständig und am ehesten noch durch den großzügigen Einsatz von Geld oder eigener Arbeitsleistung.

Beim Thema Großfernglas könnte man z.B. zum japanischen Kowa High Lander greifen, bei Apos zu Takahashi oder CFF, bei Maksutovs noch ein Intes-Gerät auftreiben usw.

Aber realistisch ist eher ein SC für viel Öffnung, gut für Planeten, Kugelsternhaufen und Galaxien und Abstrichen beim Gesichtsfeld oder eben das Großfernglas für weitere Zusammenhänge und terrestrische Ziele mit Abstrichen bei der Vergrößerung.

Viele Grüße,
Sebastian
 

b_schaefer

Mitglied
PS:

Versuch‘ doch mal, mit einem Auge durch Dein Fernglas zu schauen und danach wieder mit beiden Augen. Normalerweise solltest Du eine größere Darstellung mit beiden Augen sehen. Bei mir sind das so ca. 20% Größenvorteil beim beidaugigen Sehen. Solltest Du da wenig Unterschied sehen, brauchst Du nicht so viel Wert auf binokulare Beobachtung legen.

Viele Grüße,
Sebastian
 

Bobooo

Mitglied
Danke Bobo für die Empfehlung! Das gibt mir etwas Sicherheit. Wo steht dein Evo 8 wenn es nicht im Einsatz ist? Sind der Tauschutz und die Heizung wirklich notwendig (vor allem im Sommer)?

Das Evo 8 würde ich mir wahrscheinlich sofort zulegen, wenn ich es aufgebaut stehen lassen könnte. Das einzige was mir daran nicht so gefällt ist die Größe und Sperrigkeit. Ich möchte in der Lage sein, das Teleskop samt Montierung und Stativ abzubauen und in einer Kiste verstaut auf der Terrasse oder im Abstellraum zu lagern. Wie empfindest du den Auf- und Abbau des Evo 8?

Auf und Abbau mit allem: 10min

Zur Lagerung: es ist aufgebaut (Stativ, Montierung, C8) im Wohnzimmer, stört niemand!

Eine Tau Heizung ist im Sommer gerade für mich wichtig!

Ganz Easy und Stressfrei :)
 

eckehardt70

Mitglied
Hallo Axel,

du hast nach einiger Überlegung nun vor, dir ein Teleskop zu kaufen. Dazu hast du eine ordentliche Summe eingeplant. Da ist schon einiges drin, allerdings sind deine Anforderungen an das Traumgerät teilweise gegensetzlich und schließen sich gegenseitig aus.
Kompaktheit vs. Öffnung, großes Feld vs. hohe Vergrößerung usw.
Dein Vorstadthimmel ist auch nicht sonderlich optimal und selbst mit deinem 10x42 tauchst du an einem dunklen Standort in eine komplett andere Welt ab.
Jeder der dir eine Empfehlung zum passenden Teleskop gibt, macht das aus eigner Erfahrung, basierend auf eigene Vorlieben und Standortbedingungen, in Abhänigkeit vom Geldbeutel. Da hat auch so mancher den ein oder anderen Fehlkauf durch.
Auch benutzen einige Amateure verschiedene Teleskope, weil eben ein Allrounder keine Spitzenleistung in den einzelnen Diziplinen leistet.
Ich würde dir raten, wenigsten einmal durch die verschiedenen vorgeschlagenen Teleskoptypen zu sehen und deren Haptik zu testen. Das braucht natürlich Zeit.
Gerade in Salzburg gibt es doch eine astronomische rege Szene, die du kontaktieren könntest. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit zum Testen dort Auch die neue Salzburger Sternwarte bietet einiges.

Gruß und CS
Thomas
 

daaxel

Mitglied
In einem seid ihr euch alle einig: am Besten schaue ich selbst mal durch ein paar Geräte durch um herauszufinden was mir am meisten zusagt. Die Wahrheit dahinter wird mir nun auch klar.

Ich habe nun gemeinsam mit meiner Freundin beschlossen, bei Herrn Manuel Philipp von abenteuer-sterne.de einen Astronomiekurs zu besuchen und bei einer Führung im Sternenpark Winklmoosalm mitzumachen. Mit dieser Erfahrung gerüstet kann ich dann informierter zum Teleskopkauf übergehen. Vor allem ist dann auch meine Freundin mit an Bord, sowohl bei Führung und Kurs, als auch beim Kauf ;). Ich glaube, dass so dem eigentlichen Ziel, den Nachthimmel von der Dachterrasse zu erkunden, am Besten gedient sein wird.

Vielen Dank für alle eure Vorschläge, Ratschläge und vor allem dem Hinweis mir ein eigenes Bild zu machen!
 

Martin_B

Mitglied
Aber halte uns auf dem Laufenden bei deinem Entscheidungsprozess.
Ich bin sehr gespannt, was es geworden ist.
Auch auf deine Einschätzung zu unterschiedlichen Gerätschaften, welche du sehen wirst.

Gruß Martin
 

daaxel

Mitglied
Ja ich werde berichten. Ich hoffe ihr habt Geduld! Die Termine und auch das Budget habe ich erst in ein paar Monaten zusammen.

Könnte ich unabhängig vom Budget und dem kritischen Auge meiner Freundin agieren würde ich mir wohl einen ganzen Zoo anschaffen:
  • Einen 100mm Apo Doppelrefraktor auf Holzstativ und Einarmmontierung für entspannte und plastische Weitfeld- und Mondbeobachtung
  • Einen hübschen 150mm Carbon Refraktor mit GoTo für Deep Sky
  • Ein 8" Schmidt-Cassegrein für Planetenjagd
  • Einen 12" Newton auf Dobson um auch mit einem richtig großem Tubus imponieren zu können :cool:
  • Ein Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop weil das ja die neueste Technologie ist :geek:
  • Ein Radioteleskop um auf Alienjagd zu gehen :alien:
  • ...
Bin selbst schon gespannt was mein erstes, richtiges Teleskop wird. Bei Herrn Philipp werde ich die APM Doppelrefraktoren kennen lernen. Hoffentlich auch irgendwie ein SC, damit ich mich zwischen diesen beiden Bauarten entscheiden kann. Generell glaube ich ja nun, dass ich mit einem GoTo SC wie dem Nexstar Evo 8 eine gute Ergänzung zu meinem bestehenden "Refraktor" dem Canon 10x42 finden werde. Es bleibt spannend!
 

Antares

Mitglied
Hi,
selbst probieren ist mit Abstand der beste Rat den man geben kann.
Dann bekommt man ein Gefühl für das echte Leben, und so manche Theorie wird greifbar.
Insgesamt glaube ich dennoch, wird all das was Du derzeit forderst, nicht in einem Gerät erreichbar sein.
Aber mit dem Budget sind auch 2 oder sogar 3 ordentliche Geräte drin.
So oder so, viel Spaß und
CS
 

Arno_Imig

Mitglied
Hallo daaxel,
ich empfehle dir den Katalog von ICS. Hier werden nicht nur die unterschiedlichen Teleskope gezeigt, sondern viel mehr geht es hier auch um sachkundige Aufklärung der verschiedenen Teleskop Typen mit ihren vor und Nachteilen und alles was du sonst noch wissen solltest.
ICS Katalog

Ich bin mir sicher das bring dich weiter!
Viel Freude beim lesen :)

CS
Arno
 
Zuletzt bearbeitet:

daaxel

Mitglied
PS:

Versuch‘ doch mal, mit einem Auge durch Dein Fernglas zu schauen und danach wieder mit beiden Augen. Normalerweise solltest Du eine größere Darstellung mit beiden Augen sehen.
Ich habe das gestern am Mond ausprobiert und war überrascht, dass das Bild tatsächlich größer wirkt. Mehr Schärfe bzw Auflösung durch zwei Augen war mir klar. Aber ein größerer Eindruck ist mir neu. Das ist ja fast wie eine optische Täuschung! ?
 

b_schaefer

Mitglied
Hallo Axel,

unser Gehirn trägt nicht unerheblich zur Bilderzeugung bei. Daher habe ich immer mal Mühe, mit irgendwelchen angeblich fixen Grenzwerten...

Die gängige These ist jedenfalls, dass Auflösung oder (physikalische) Schärfe nicht durch das beidäugige Sehen verbessert wird, aber die Wahrnehmung feiner Kontrastunterschiede einfacher wird. Da zumindest die Schärfewahrnehmung aber auch vom Kontrast abhängt, müsste es da schon einen Einfluss geben.

Am Beispiel 8" SC gegen 100mm Großfernglas wird das akademisch, weil die deutlich höhere Auflösung des größeren Teleskops den Nachteil des einäugigen Sehens komplett überkompensiert. Im Vergleich Großfernglas zu leicht größerem Einzeleteleskop kann der Vergleich aber deutlich knapper ausgehen als es die Öffnung allein suggeriert.

Viele Grüße,
Sebastian
 

marcus_z

Mitglied
Hallo zusammen,
vielleicht passt hier auch das ein oder andere Spektiv, wie z.B. das Leica 82 APO Televid? Mit etwas Geduld bekommt man das bestimmt im Angebot innerhalb des vorgegebenen Preisrahmens und hat ein aufrechtes seitenrichtiges Bild, ein Weitwinkel-Zoomokular (25-50x) der Oberklasse und die Option auf einen 45x-90x Extender für Mond und Planeten.

Viele Grüße,
Marcus
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo Axel,

Du willst alles, aber bitte mit nur einem Gerät. Ich kann dir sagen, das wird wohl eher nicht funktionieren. Gäbe es so ein Gerät, dann wäre es der Renner und die Astrodealer würden Massen davon verkaufen.
Mein Ansatz wäre die Sache zu splitten. Ein kleinerer ED-APO mit Umkehrsatz für die Erdbeobachtung und ein 8" f/6 Newton für die Nacht (helle DSOs mit Details und Planeten besser als mit kleineren Refraktoren) Beide Geräte sind noch recht gut transportabel und verstaubar und auch bezahlbar. Die Justiererei am Newton dieses Offnungsverhältnisses hält sich ziemlich in Grenzen und ist auch schnell erledigt.
Die Sache mit dem SC für Planeten halte ich für eher suboptimal. Ich habe ja auch mal ein gutes 8" SC gehabt, aber ich würde so was nicht als Planetenteleskop bezeichnen. Erdbeobachtung ist damit auch nicht so toll, denn tagsüber ist das Seeing oft nicht so gut und die große Öffnung macht sich hier nachteilig bemerkbar. Außerdem ist das SC, genau wie der Mak, benachteiligt was die kleinen Vergrößerungen angeht.


MfG

Rainmaker
 
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