Hello again!
Dein Vorschlag entspräche ja im Prinzip dieser Scharfstellhilfe, die man immer wieder sieht, bestehend aus einer gedrehten Okularhülse mit T-Gewinde und einem 12mm Okular.
Ja, im Prinzip schon, eben bis auf eine Ausnahme, den:
....aber wenn ich das Ding benutze, liege ich gewaltig daneben, da meine Augen leider (selbst mit Brille) alles andere als Präzisionsinstrumente sind.
Tja, wie ich schon sagte, ich habe auch das Problem. Meine Augen können ziemlich extrem akkomodieren, weswegen mir bei Okularen mit größerer Brennweite eigentlich auch egal ist ob diese homofokal sind oder nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Wenn du diese Scharfstellhilfe schon hast, dann verfügst du ja schon über alles was man braucht. Aber, bedenke eine essentielle Sache, die ich schon in meinem vorigen Posting angesprochen habe:
Das menschliche Auge kann gewisse Schärfefehler, weg akkomodieren, das ist dann wie eine Art Autofokus des Auges, so kannst du schon scharf durch ein Okular sehen, obwohl es noch nicht komplett fokusiert ist. Beim einen geht das besser, beim anderen schlechter. Auf jeden Fall ist es problematisch. Mit dieser Fokussierhilfe, die du einsetzt muss beim Gebrauch das Auge auf jeden Fall auf unendlich fokusiert werden, also Blick zum Sternenhimmel, dann volle Konzentration und ganz zügig zurück den Blick ins Okular und schnell fokusieren. Wenn dies zu lange dauert, am besten nochmal wiederholen. Sobald man sich nämlich auf den unscharfen Stern im Okular konzentriert fängt das Auge langsam an die Feinfokusierung selbst in die Hand zu nehmen, wir sehen ein scharfes Bild aber es ist noch nicht wirklich fokusiert. Das merkt man auch sehr schnell, wenn man so mal nen Moment länger beobachtet, dann merkt man nämlich wie sich das Auge anstrengt, da die Augenmuskulatur dadurch doch recht stark beansprucht wird und im Auge alles unter Spannung steht.
ABER! wie ich schon sagte, diese Akkomodation des Auges kann man unterbinden!
Das 12mm Okular in deiner Fokusierhilfe ist nämlich totaler kappes!
Es sei den, es wäre ein Okular mit einem Fadenkreuz oder einer ähnlichen Markierung in der Brennebene. Das habe ich auch schonmal getestet. Wenn man ein Fadenkreuzokular mit einer sauberen Eigenfokusierung hat, und dadurch das Fadenkreuz gut aufs eigene Auge fokusieren kann, dann hat das Auge einen Schärfepunkt, an dem es sich "festhalten" kann. Das Auge bleibt dann wirklich auf das Kreuz, sprich die Brennebene fokusiert und man kann dann den Fokusstern solange fokusieren, bis er auch scharf ist. Wenn man dabei das Fadenkreuz und den Stern gleichzeitig absolut scharf sehen kann, dann ist alles in Ordnung.
Aber wenn man den kampf gegen die eigene Akkomodation leid ist, dann gehts auch anders: Das Auge braucht nämlich ganz ähnlich wie der Schnittbildindikator einer Kamera auch genug Licht zum fokusieren! Man muss das Okular im Fokussieransatz einfach so wählen, dass die Brennweite recht gering ist und eine Austrittspupille von ca 2mm oder noch kleiner entsteht. Dann steht das Auge nämlich automatisch auf unendlich und man kann ganz entspannt ins Okular schauen und sich auch viel Zeit zum Fokusieren lassen. Das klappt hervorragend und ich habe es schon selbst ausprobiert. Mit einem Eigenbau Ansatz der ein 10mm Oku enthielt habe ich nie scharfe Aufnahmen hinbekommen, mit einem 5mm Oku hingegen hat es immer funktioniert. Sehfehler sind dabei egal, weil die beim eichen schon berücksichtigt werden, solange du die Eichung selbst vornimmst!
Ich habe dazu immer ein 180mm oder 300mm Objektiv mit M32 Anschluss genommen. Bei diesen Objektiven aus meiner Sammlung weiß ich, das am Anschlag des fokusierers auch wirklich unendlich ist. Also das ganze bis zum Anschlag drehen, Ansatz dran in den Himmel schauen, eventuell etwas abblenden um auch hier das Akkomodieren auszuschließen, und dann mittels verschieben des Okulares in der Hülse fokusieren, und Okular fixieren.
Die Optik stand ja dann nachweislich auf unendlich, und da wo dann dein Auge das Bild scharf sieht, ist für das Okular die richtige Stelle in der Hülse.
Den ganzen Ansatz dann ans Fernrohr, Stern scharf stellen und ab geht die Post.
Deshalb bin oder war ich der Meinung, daß das mit der Mattscheibe der SLR im Prinzip die Beste Methode wäre, den selbst wenn man fehlsichtig ist, kann man ja immer noch den Schärfepunkt der Mattscheibe erkennen. Das ist halt projeziert und damit hat das optische System des Auges sozusagen keinen DIREKTEN Einfluß mehr auf das Bild.
Richtig! Es handelt sich um eine Projektion, damit ist das Auge aus dem Schneider, aber eine Mattscheibe hat eben auch nur eine bestimmte Rauigkeit, die es nur ermöglicht den richtigen Fokus bis zu einem bestimmten Spotdurchmesser zu fokusieren.
Das Auge bekommt, wenn man so auf die Mattscheibe starrt manchmal auch schon Probleme richtig scharf zu sehen, aber das ist auch individuell verschieden.
Deswegen wäre es auch schon verdammt praktisch eine SLR mit Lichtschacht zu haben, auf den man eine hoch vergrößernede Lupe montieren könnte, von Nikon gibt es sowas ja z.B. für die etwas profesionelleren Kameras.
Diese Mattscheibe muss dann aber extrem feinkörnig sein, weswegen auch ein Ansatz denkbar wäre, der aus einer feinen Mattscheibe bestünde auf die eine wirklich starke Lupe gerichtet ist.
Ich weiß nicht genau, was du für eine Mattscheibe in deiner DSLR drin hast, aber es kann auch beim fokusieren einiges bringen, wenn diese während des fokusierenes beleuchtet wird (wirklich war!!). Dazu schwenkst du eben auf einen schönen Stern, der nicht zu dunkel aber auch nicht zu hell ist und leuchtest außerdem irgendwie mit deiner roten Leuchte vorne in den Tubus rein und versuchst natürlich den Hauptspiegel zu treffen. So hast du sehr viel Streulicht im System welches eben auch die Mattscheibe der Kamera beleuchtet, und die Körnung der Mattscheibe wird sehr gut sichtbar. Dadurch wird das Auge auch wieder entspannt und es ist wesentlich einfacher direkt auf der Mattscheibe zu fokusieren. Bei einem 8" f/5 Newtonsystem ohne Koma Korrektor konnte ich damit schon nahezu die Genauigkeit der Messerschneide erreichen, wobei hier natürlich auch konzentration erforderlich ist, das ist klar, es mag aber auch von der Mattscheibe abhängig sein, welche in der Kamera steckt, dahingehen habe ich noch keine Tests gemacht.
Was mir noch einfällt, und was gerade mit einer digitalen Kamera gut klappen sollte und dazu auch noch sehr interessant sein müsste ist die Fokusierung per Referenzoptik!
Das ist ein Prinzip was eigentlich bei Astrokameras angewendet wird, deren Fokalebene nicht frei zugänglich ist (Schmidtkameras, Maksutovskameras, Rosskameras...). Die vorgehensweise ist denkbar einfach erfordert allerdings ein Hilfsfernrohr welches als Referenzoptik eingesetzt wird. Das habe ich auch schonmal angetestet und war doch recht begeistert von der Genauigkeit. Naja, wenn man bedenkt das es auch für Schmidtkameras angewendet wird und weiß wie groß die Tiefenschärfe einer solchen ist.
Ich habs bei meinem C8 und meinem 8" f/4 Newton folgendermaßen gemacht:
Leeres Kameragehäuse ans Teleskop geschraubt, allerdings habe ich einen Papierstreifen genommen, und darauf mit einem dünnen Kullie eine Menge schwarzer sich ühberlagernder zick-zack Linien gemalt und diesen anstatt eines Filmes in die Kamera gelegt. Der Verschluss wurde arretiert so dass das zick-zack Muster sichtbar war. Dann habe ich meinen kleinen 90mm Maksutov genommen und damit in der Gegend rumgeschaut, damit ich den auf Unendlich foksuiert bekomme, mit einer möglichst hohen Vergrößerung. So blöd das auch klingt, dann habe ich den Mak genommen, der nun meine Referenzoptik darstellte, auf einem Fotostativ genau gegenüber des Teleskopes gestellt und habe ihn leicht schräg auf den Hauptspiegel des Teleskopes gerichtet. Leicht schräg deshalb, weil ja die Obstruktion in Form des Sekundärspiegels des Teleskopes, im Weg war. Hätte ich eine andere 8" Optik als Referenzgerät benutzt, dann hätte ich diese ganz gerade in die andere reinschauen lassen müssen.
Auf jeden Fall kann man ja, wenn man von vorne ins Teleskop reinschaut, auf dem Sekundärspiegel die Brennebene sehen, genau auf diese muss die Referenzoptik ausgerichtet werden. Hat man diese eingestellt, muss man solange den Fokus am Teleskop verstellen (nicht an der Referenzoptik!!!) bis man die Bildebene des Teleskopes stark vergrößert und scharf sehen kann. Bei einer Digitalkamera istr es deswegen so interessant, weil man dann schon die einzelnen Pixel des Chips sehen kann, demnach hat man ein Muster auf welches man fokusieren kann.
Bei meinem Zick-Zack Muster hat es immerhin dazu gereicht, dass ich mir mal die Fasern des Papiers genauer betrachten konnte. Ist also auch was für Fans von Mikroskopie, aber bestimmt auch zum Innenraumtest von Okularen geeignet.
Sieht man auf jeden Fall ein scharfes Bild, den Fokus des Teleskopes halten und die Aufnahme machen. Sollte wunderbar funzen.
Achso:
Aber naja ich könnte es schon mal versuchen diesesn Adapter zu eichen.
Mach das, aber bitte mit einem kürzeren Okular oder einer Barlow.
Da gäbs noch dieses ShureSharp, im Prinzip ja Messerschneide. Ich hab die Methode noch nie angewandt, aber der Erklärung nach, spielt die Fehlsichtigkeit ja auch keine Rolle, man muß nur das Umklappen erkennen. Hast Du Erfahrungen mit dem Ding?
Das Suresharp funktioniert nach dem Prinzip des Ronchigitters, welches der Messerschneide ähnlich ist. Aber der Preis für das Teil ist schon recht unverschämt. Das Suresharp habe ich noch nie benutzt, aber ein Ronchigitter haben wir uns auch schon mal gebastelt. (enges Linienmuster am PC erstellt, mit allem was der Laserdrucker hergab gedruckt, abfotografiert, und aus dem Negativ ausgeschnitten -fertig!)
Die Genauigkeit ist genau so groß wie beim Rasiermesser, aber teilweise, gerade wenn man noch ungeübt ist etwas einfacher zu beherschen. Ist der genaue Linienabstand bekannt, so kann man sogar damit den Durchmesser des Beugungsscheibchens vermessen.
Ich hatte auch mit Sven Wienstein zusammen schonmal die Idee die Mattscheibe einer Kamera etwas zu tunen. Dazu wollten wir einen Klarfleck auf die Mattscheibe auftragen und ein dort auch ein Ronchigitter auftragen, welches natürlich extrem dünn sein muss.
Schuldigung, dass dies wieder ein extremer Roman wurde, aber du siehst, das Fokusieren ist eine Wissenschaft für sich und nachdem auch ich Anfangs keine einzige richtig scharfe Aufnahmen, am wenigsten noch mit dem C8 hinbekommen habe, habe ich mir mal meine Gedanken dazu gemacht. Heute nehme ich eigentlich mal dies mal das, kommt auch auf die Tiefenschärfe der Optik an, aber aufgrund ihrer Einfachheit schwinge ich meistens die Rasierklinge.
... haut das wirklich gut hin???
Ja, und ob! Also ich glaube genauer und dabei einfacher gehts nimmer.
Es braucht halt ein bischen Übung, man muss halt wissen was man sieht, genauso kann ein ruhiges Händchen auch nicht schaden.
Also viel Erfolg und clear skies,
André