Sucherlupe selbstgehäckelt?

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nachtvogel

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Bekanntermassen ist das Scharfstellen mit einer (D)SLR ned soo einfach.
Nun kosten aber Sucherlupen je nach Unverschämtheitsgrad des jeweiligen Herstellers bis zu 200 Euro. Ich bin optisch nicht so fit, aber könnte man sich nicht durch vorhalten irgend einer Linse (Lupe, Okular, ?) behelfen?

Grüße,
Andreas
 
Hallo Andreas (mal wieder! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> )

Also ich glaube nicht das Versuche, freihand ne Lupe am Sucher zu halten viel Erfolg bringen werden.
Statt dessen würde ich versuchen mir nen Fokussieransatz zu basteln.
Ich hatte mir sowas auch schon selbst des öfteren an den Off-axis-Guider gehängt. Allerdings halte ich von den käuflichen Varianten rein garnix, da zu teuer und nicht ganz ausgereift.

Vielfach gibt es ja diese "Russenadapter" also solche Adapter mit denen man eine 1,25" Klemmung an ein M42 Gewinde ran bringt (für die Russentonne, um Okulare dran zu packen). Dazu wäre dann, damit alles gut passt noch ein M42 T2 Ring erforderlich.
Da du ja eine DSLR hast ist eine sehr präzise justage ja sogar recht einfach möglich.
Mach einfach ein paar Testaufnahmen und versuche den richtigen Fokus zu finden, was übrigens auch noch am Tage geht, da es ja nur darum geht den Brennpunkt genau auf dem Chip zu haben. Dann schraubst du den 1,25" Adapter einfach hinten ans Fernrohr, nimmst ein wirklich kurzes Okular (die AP sollte kleiner als 2mm sein, weil das Auge sonst noch zu stark akkomodieren kann!!!!) und steckst es in diesen Adapter. Durch ganz vorsichtiges Schieben am Okular fokusierst du nun das Bild. Wenn der Fokus gefunden ist Klemmschraube anziehen.
Es geht zur not aber schneller, wenn du ein Objektiv mit M42 Anschluss und stimmigem Anschlag bei Unendlich hast. Dann schraubt du die ganze Chose erst ans Objektiv, welches auf unendlich steht und fokusierst das okular damit, was dann eben auch schnell mal am Sternhimmel geht.

Dann auf jeden Fall das ganze ans Aufnahmeinstrument schrauben und einfach per Auge fokusieren. Wenn der Fokus gefunden wurde, einfach Ansatz gegen Kamera austauschen und los gehts. Das funktioniert sogar nachweislich bei Schnellen Newtonsystemen, aber ich würde so oft es geht das ganze nacheichen.
Analog wäre auch ein Messerschneidenansatz für deine Kamera denkbar, was wohl auf Dauer auch die Methode meiner Wahl wäre, weil ich es momentan mit meinen chemischen Kameras genau so mache (aber ab und an auch mit der Okularidee).

Aber denk dran, es enorm wichtig, dass die Austrittspupille beim Fokusieren kleiner als 2mm ist, da hier das Auge so gut wie nicht mehr akkomodieren kann.
Damit hatte ich damals ziemliche Probleme, da ich eine größere AP benutzt habe und so mein Auge schon immer nachfokusieren konnte und ich irgendwie immer glaubte im Fokus zu sein. Aber das ist auch von Person zu Person leicht unterschiedlich.

gruß,
André
 
Dein Vorschlag entspräche ja im Prinzip dieser Scharfstellhilfe, die man immer wieder sieht, bestehend aus einer gedrehten Okularhülse mit T-Gewinde und einem 12mm Okular.

Das Ding hab ich und es wäre (insbesondere mit den T-Bajonetten von Baader) ja sehr praktisch, aber wenn ich das Ding benutze, liege ich gewaltig daneben, da meine Augen leider (selbst mit Brille) alles andere als Präzisionsinstrumente sind.

Hab mir schon überlegt das Ding auf meine Fehlsichtigkeit zu "eichen" - im Prinzip wäre das ja Dein Vorschlag - aber ich fürchte daß das halt auch nicht so genau ist, zumal die Fehlsichtigkeit ja auch Konditionsbedingt mal schwächer mal stärker auffällt.

Deshalb bin oder war ich der Meinung, daß das mit der Mattscheibe der SLR im Prinzip die Beste Methode wäre, den selbst wenn man fehlsichtig ist, kann man ja immer noch den Schärfepunkt der Mattscheibe erkennen. Das ist halt projeziert und damit hat das optische System des Auges sozusagen keinen DIREKTEN Einfluß mehr auf das Bild.

Aber naja ich könnte es schon mal versuchen diesesn Adapter zu eichen.

Da gäbs noch dieses ShureSharp, im Prinzip ja Messerschneide. Ich hab die Methode noch nie angewandt, aber der Erklärung nach, spielt die Fehlsichtigkeit ja auch keine Rolle, man muß nur das Umklappen erkennen. Hast Du Erfahrungen mit dem Ding?

Gäb natürlich auch die Möglichkeit das leere Gehäuse einer chemischen SLR anzudocken und das mit der Rasierklinge zu machen. Hab das noch nie gemacht ... haut das wirklich gut hin???

Andreas
 
Hello again!

Dein Vorschlag entspräche ja im Prinzip dieser Scharfstellhilfe, die man immer wieder sieht, bestehend aus einer gedrehten Okularhülse mit T-Gewinde und einem 12mm Okular.

Ja, im Prinzip schon, eben bis auf eine Ausnahme, den:

....aber wenn ich das Ding benutze, liege ich gewaltig daneben, da meine Augen leider (selbst mit Brille) alles andere als Präzisionsinstrumente sind.


Tja, wie ich schon sagte, ich habe auch das Problem. Meine Augen können ziemlich extrem akkomodieren, weswegen mir bei Okularen mit größerer Brennweite eigentlich auch egal ist ob diese homofokal sind oder nicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wenn du diese Scharfstellhilfe schon hast, dann verfügst du ja schon über alles was man braucht. Aber, bedenke eine essentielle Sache, die ich schon in meinem vorigen Posting angesprochen habe:
Das menschliche Auge kann gewisse Schärfefehler, weg akkomodieren, das ist dann wie eine Art Autofokus des Auges, so kannst du schon scharf durch ein Okular sehen, obwohl es noch nicht komplett fokusiert ist. Beim einen geht das besser, beim anderen schlechter. Auf jeden Fall ist es problematisch. Mit dieser Fokussierhilfe, die du einsetzt muss beim Gebrauch das Auge auf jeden Fall auf unendlich fokusiert werden, also Blick zum Sternenhimmel, dann volle Konzentration und ganz zügig zurück den Blick ins Okular und schnell fokusieren. Wenn dies zu lange dauert, am besten nochmal wiederholen. Sobald man sich nämlich auf den unscharfen Stern im Okular konzentriert fängt das Auge langsam an die Feinfokusierung selbst in die Hand zu nehmen, wir sehen ein scharfes Bild aber es ist noch nicht wirklich fokusiert. Das merkt man auch sehr schnell, wenn man so mal nen Moment länger beobachtet, dann merkt man nämlich wie sich das Auge anstrengt, da die Augenmuskulatur dadurch doch recht stark beansprucht wird und im Auge alles unter Spannung steht.

ABER! wie ich schon sagte, diese Akkomodation des Auges kann man unterbinden!
Das 12mm Okular in deiner Fokusierhilfe ist nämlich totaler kappes!
Es sei den, es wäre ein Okular mit einem Fadenkreuz oder einer ähnlichen Markierung in der Brennebene. Das habe ich auch schonmal getestet. Wenn man ein Fadenkreuzokular mit einer sauberen Eigenfokusierung hat, und dadurch das Fadenkreuz gut aufs eigene Auge fokusieren kann, dann hat das Auge einen Schärfepunkt, an dem es sich "festhalten" kann. Das Auge bleibt dann wirklich auf das Kreuz, sprich die Brennebene fokusiert und man kann dann den Fokusstern solange fokusieren, bis er auch scharf ist. Wenn man dabei das Fadenkreuz und den Stern gleichzeitig absolut scharf sehen kann, dann ist alles in Ordnung.

Aber wenn man den kampf gegen die eigene Akkomodation leid ist, dann gehts auch anders: Das Auge braucht nämlich ganz ähnlich wie der Schnittbildindikator einer Kamera auch genug Licht zum fokusieren! Man muss das Okular im Fokussieransatz einfach so wählen, dass die Brennweite recht gering ist und eine Austrittspupille von ca 2mm oder noch kleiner entsteht. Dann steht das Auge nämlich automatisch auf unendlich und man kann ganz entspannt ins Okular schauen und sich auch viel Zeit zum Fokusieren lassen. Das klappt hervorragend und ich habe es schon selbst ausprobiert. Mit einem Eigenbau Ansatz der ein 10mm Oku enthielt habe ich nie scharfe Aufnahmen hinbekommen, mit einem 5mm Oku hingegen hat es immer funktioniert. Sehfehler sind dabei egal, weil die beim eichen schon berücksichtigt werden, solange du die Eichung selbst vornimmst!
Ich habe dazu immer ein 180mm oder 300mm Objektiv mit M32 Anschluss genommen. Bei diesen Objektiven aus meiner Sammlung weiß ich, das am Anschlag des fokusierers auch wirklich unendlich ist. Also das ganze bis zum Anschlag drehen, Ansatz dran in den Himmel schauen, eventuell etwas abblenden um auch hier das Akkomodieren auszuschließen, und dann mittels verschieben des Okulares in der Hülse fokusieren, und Okular fixieren.
Die Optik stand ja dann nachweislich auf unendlich, und da wo dann dein Auge das Bild scharf sieht, ist für das Okular die richtige Stelle in der Hülse.
Den ganzen Ansatz dann ans Fernrohr, Stern scharf stellen und ab geht die Post.

Deshalb bin oder war ich der Meinung, daß das mit der Mattscheibe der SLR im Prinzip die Beste Methode wäre, den selbst wenn man fehlsichtig ist, kann man ja immer noch den Schärfepunkt der Mattscheibe erkennen. Das ist halt projeziert und damit hat das optische System des Auges sozusagen keinen DIREKTEN Einfluß mehr auf das Bild.

Richtig! Es handelt sich um eine Projektion, damit ist das Auge aus dem Schneider, aber eine Mattscheibe hat eben auch nur eine bestimmte Rauigkeit, die es nur ermöglicht den richtigen Fokus bis zu einem bestimmten Spotdurchmesser zu fokusieren.
Das Auge bekommt, wenn man so auf die Mattscheibe starrt manchmal auch schon Probleme richtig scharf zu sehen, aber das ist auch individuell verschieden.
Deswegen wäre es auch schon verdammt praktisch eine SLR mit Lichtschacht zu haben, auf den man eine hoch vergrößernede Lupe montieren könnte, von Nikon gibt es sowas ja z.B. für die etwas profesionelleren Kameras.
Diese Mattscheibe muss dann aber extrem feinkörnig sein, weswegen auch ein Ansatz denkbar wäre, der aus einer feinen Mattscheibe bestünde auf die eine wirklich starke Lupe gerichtet ist.

Ich weiß nicht genau, was du für eine Mattscheibe in deiner DSLR drin hast, aber es kann auch beim fokusieren einiges bringen, wenn diese während des fokusierenes beleuchtet wird (wirklich war!!). Dazu schwenkst du eben auf einen schönen Stern, der nicht zu dunkel aber auch nicht zu hell ist und leuchtest außerdem irgendwie mit deiner roten Leuchte vorne in den Tubus rein und versuchst natürlich den Hauptspiegel zu treffen. So hast du sehr viel Streulicht im System welches eben auch die Mattscheibe der Kamera beleuchtet, und die Körnung der Mattscheibe wird sehr gut sichtbar. Dadurch wird das Auge auch wieder entspannt und es ist wesentlich einfacher direkt auf der Mattscheibe zu fokusieren. Bei einem 8" f/5 Newtonsystem ohne Koma Korrektor konnte ich damit schon nahezu die Genauigkeit der Messerschneide erreichen, wobei hier natürlich auch konzentration erforderlich ist, das ist klar, es mag aber auch von der Mattscheibe abhängig sein, welche in der Kamera steckt, dahingehen habe ich noch keine Tests gemacht.

Was mir noch einfällt, und was gerade mit einer digitalen Kamera gut klappen sollte und dazu auch noch sehr interessant sein müsste ist die Fokusierung per Referenzoptik!
Das ist ein Prinzip was eigentlich bei Astrokameras angewendet wird, deren Fokalebene nicht frei zugänglich ist (Schmidtkameras, Maksutovskameras, Rosskameras...). Die vorgehensweise ist denkbar einfach erfordert allerdings ein Hilfsfernrohr welches als Referenzoptik eingesetzt wird. Das habe ich auch schonmal angetestet und war doch recht begeistert von der Genauigkeit. Naja, wenn man bedenkt das es auch für Schmidtkameras angewendet wird und weiß wie groß die Tiefenschärfe einer solchen ist.
Ich habs bei meinem C8 und meinem 8" f/4 Newton folgendermaßen gemacht:
Leeres Kameragehäuse ans Teleskop geschraubt, allerdings habe ich einen Papierstreifen genommen, und darauf mit einem dünnen Kullie eine Menge schwarzer sich ühberlagernder zick-zack Linien gemalt und diesen anstatt eines Filmes in die Kamera gelegt. Der Verschluss wurde arretiert so dass das zick-zack Muster sichtbar war. Dann habe ich meinen kleinen 90mm Maksutov genommen und damit in der Gegend rumgeschaut, damit ich den auf Unendlich foksuiert bekomme, mit einer möglichst hohen Vergrößerung. So blöd das auch klingt, dann habe ich den Mak genommen, der nun meine Referenzoptik darstellte, auf einem Fotostativ genau gegenüber des Teleskopes gestellt und habe ihn leicht schräg auf den Hauptspiegel des Teleskopes gerichtet. Leicht schräg deshalb, weil ja die Obstruktion in Form des Sekundärspiegels des Teleskopes, im Weg war. Hätte ich eine andere 8" Optik als Referenzgerät benutzt, dann hätte ich diese ganz gerade in die andere reinschauen lassen müssen.
Auf jeden Fall kann man ja, wenn man von vorne ins Teleskop reinschaut, auf dem Sekundärspiegel die Brennebene sehen, genau auf diese muss die Referenzoptik ausgerichtet werden. Hat man diese eingestellt, muss man solange den Fokus am Teleskop verstellen (nicht an der Referenzoptik!!!) bis man die Bildebene des Teleskopes stark vergrößert und scharf sehen kann. Bei einer Digitalkamera istr es deswegen so interessant, weil man dann schon die einzelnen Pixel des Chips sehen kann, demnach hat man ein Muster auf welches man fokusieren kann.
Bei meinem Zick-Zack Muster hat es immerhin dazu gereicht, dass ich mir mal die Fasern des Papiers genauer betrachten konnte. Ist also auch was für Fans von Mikroskopie, aber bestimmt auch zum Innenraumtest von Okularen geeignet.
Sieht man auf jeden Fall ein scharfes Bild, den Fokus des Teleskopes halten und die Aufnahme machen. Sollte wunderbar funzen.

Achso:
Aber naja ich könnte es schon mal versuchen diesesn Adapter zu eichen.

Mach das, aber bitte mit einem kürzeren Okular oder einer Barlow.


Da gäbs noch dieses ShureSharp, im Prinzip ja Messerschneide. Ich hab die Methode noch nie angewandt, aber der Erklärung nach, spielt die Fehlsichtigkeit ja auch keine Rolle, man muß nur das Umklappen erkennen. Hast Du Erfahrungen mit dem Ding?

Das Suresharp funktioniert nach dem Prinzip des Ronchigitters, welches der Messerschneide ähnlich ist. Aber der Preis für das Teil ist schon recht unverschämt. Das Suresharp habe ich noch nie benutzt, aber ein Ronchigitter haben wir uns auch schon mal gebastelt. (enges Linienmuster am PC erstellt, mit allem was der Laserdrucker hergab gedruckt, abfotografiert, und aus dem Negativ ausgeschnitten -fertig!)

Die Genauigkeit ist genau so groß wie beim Rasiermesser, aber teilweise, gerade wenn man noch ungeübt ist etwas einfacher zu beherschen. Ist der genaue Linienabstand bekannt, so kann man sogar damit den Durchmesser des Beugungsscheibchens vermessen.

Ich hatte auch mit Sven Wienstein zusammen schonmal die Idee die Mattscheibe einer Kamera etwas zu tunen. Dazu wollten wir einen Klarfleck auf die Mattscheibe auftragen und ein dort auch ein Ronchigitter auftragen, welches natürlich extrem dünn sein muss.

Schuldigung, dass dies wieder ein extremer Roman wurde, aber du siehst, das Fokusieren ist eine Wissenschaft für sich und nachdem auch ich Anfangs keine einzige richtig scharfe Aufnahmen, am wenigsten noch mit dem C8 hinbekommen habe, habe ich mir mal meine Gedanken dazu gemacht. Heute nehme ich eigentlich mal dies mal das, kommt auch auf die Tiefenschärfe der Optik an, aber aufgrund ihrer Einfachheit schwinge ich meistens die Rasierklinge.


Ja, und ob! Also ich glaube genauer und dabei einfacher gehts nimmer.
Es braucht halt ein bischen Übung, man muss halt wissen was man sieht, genauso kann ein ruhiges Händchen auch nicht schaden.

Also viel Erfolg und clear skies,
André



 
Messerschneiden-Ansatz bauen

hallo,
da dies gerade auch mein Thema ist, klinke ich mich mal mit ein paar Fragen ein. Bisher habe ich zwar recht selten durchs Teleskop fotografiert aber hatte jedesmal das leidige Scharfstell-Problem mit der Kamerasucherscheibe. Der Schnittbildkeil funktioniert da nicht und im Mattscheibenfeld ist der Focus selbst an ausreichend hellen Objekten nie eindeutig.
Die Messerschneidenmethode soll ja die sicherste Lösung sein. Ist das in der Anwendung auch für ungeübte erlernbar? Wie's funktioniert hab ich gelesen. Ich möchte mir zum Scharfstellen anstelle der Kamera einen Messerschneidenansatz drehen. Das Auflagemaß des Kameragehäuses habe ich mit einer Höhenmeßuhr genau abgenommen und könnte diesen Abstand bis zur Klinge mit 0,05mm Genauigkeit einhalten. Der Innendurchmesser wird etwa 20mm, das sollte ausreichen. Vielleicht setze ich zur besseren Erkennbarkeit zwischen Klinge und Auge noch eine einstellbare Lupe. Sicher hat schonmal jemand sowas gebaut - ich möchte eigentlich nur erfahren ob es da noch Wesentliches zu beachten gibt. Ist es ausreichend für richtig scharfe Bilder innerhalb der Focustoleranz des verwendeten Teleskopes zu sein (wie wird die überhaupt bestimmt?) oder gilt dies dann nur focal ohne Zwischenprojektion?

Gruß Steffen


- dunkler himmel für alle! -
 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

Hallo Steffen


Ist das in der Anwendung auch für ungeübte erlernbar?

Nunja, das hoffe ich doch, ich mußte es ja auch mal lernen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Ist auf jeden Fall kein Problem. Wie ich schon sagte es ist total einfach, man muss halt nur wissen worauf man achten muss.

Ich möchte mir zum Scharfstellen anstelle der Kamera einen Messerschneidenansatz drehen.

Sehr gute Idee!! damit macht es dann gleich noch doppelt soviel Spaß. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Vielleicht setze ich zur besseren Erkennbarkeit zwischen Klinge und Auge noch eine einstellbare Lupe.

Hmm....Da verstehe ich nicht ganz was dir eine Lupe bringen soll!!
Mir scheint du hast das Prinzip noch nicht ganz verstanden.
Durch den sich hinter dem Brennpunkt wieder aufweitenden Strahlengang hast du ja quasi schon eine immense Vergrößerung. Das ist ja so faszinierend bei diesem Verfahren. Kurz vor oder hinter dem Fokus kannst du schon extrem kleine Macken oder Kratzer in der Klinge erkennen. Mit der Zeit bekommst du sogar einen Eindruck von der Oberfläche der Schneide, wie diese wohl "im Mikroskopischen Bereich aussieht". <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Aber eine Lupe brauchst du wirklich nicht. Mittels Messerschneide kannst du auch präzise fokusieren, wenn du halb blind bist oder deine Brille vergessen hast und ohne nix siehst. Es kommt nur darauf an, zu sehen wann der Stern, der dir egal wie du am Auszug drehst sowieso immer unscharf vorkommt und sich nicht verändert, schlagartig von der Klinge abgedeckt wird, wenn dies aber nur ganz, ganz sachte verschoben wird. Das ist eben der Moment, wenn du nicht mehr entscheiden kannst, ob du mit der Klinge nun intrafokal oder extrafokal bist, also nicht mehr sehen kannst von welcher Seite der Schatten der Klinge kommt, weil auf einen Schlag der Stern komplett abgedeckt wird. Eine Lupe bringt da garnix. Gerade deswegen ist die focaultsche Messerschneide ja so genau!!
Beim Bau eines solchen Ansatzes kannst du eigentlich nix falsch machen.
Ich nutze momentan einen zweiten Camera Body, aber lasse mir gerade einen Ansatz drehen, welcher aus zwei ineinander verschraub -und fixierbaren Rohren besteht, damit kann ich das Teil auf jede Kamera, mit jedem Filter eichen, auch Mittelformatkameras kann ich so fokusieren.

Ist es ausreichend für richtig scharfe Bilder innerhalb der Focustoleranz des verwendeten Teleskopes zu sein (wie wird die überhaupt bestimmt?)

Richtig, du must innerhalb des Bereiches bleiben, indem die Auflösung des Fernrohres kleiner oder gleich der Filmkorngröße ist, also im Bereich der Tiefenschärfe.
Wie groß dieser Bereich also sein darf hängt primär von der Auflösung des benutzten Detektors ab.


Diese Tiefenschärfe wird ganz einfach bestimmt, nur muss ich dazu Mathematisch werden! Die Tiefenschärfe in einem gegebenen fotografischen Fall berechnet sich nämlich so:


Schärfentiefe = 2 * Korn bzw.Pixelgröße * (Brennweite / Öffnung)

Wenn ich also mit meinem 8" f/4 Newton auf E200 Fotografieren will, dann berechne ich die höchstzulässige Fokustoleranz (eben die Schärfentiefe) so:

Als Korngröße nehmen wir hier mal 20µ an, also 0,02mm. Bei schnelleren Filmen gehts auch gut mit 0,03mm, bei SW Material wie TP sollte höchstens mit 0,01mm gerechnet werden, bei CCD Kameras ebenfalls, kleiner ist natürlich noch besser.

Also 2 * 0,02mm * (800mm / 200mm) = 0,16mm

Beim E200 muss der Film also bei meinem Newton in einem 0,16mm breiten Raum um den Fokus herum liegen, damit der Film die maximale Schärfe der Optik ausnutzen kann. Das ist sehr wenig und zeigt warum ein f/4 System so schwierig zu fokusieren ist. Beim C8 liegt dieser Wert schon bei ca 0,4mm was schon wesentlich einfacher zu beherrschen ist.

oder gilt dies dann nur focal ohne Zwischenprojektion?

Richtig! bei einer Projektion kommt ja keine Brennebene mehr zustande, die mit einer Messerschneide überprüfbar wäre.
Das ganze funzt also nur fokal.

Probiere es am besten einfach mal aus, und wenn du am Anfang mal mit nem Blatt Papier den Okularstutzen fokusierst! Is doch egal, Hauptsache du siehts mal wie es funktioniert!!

gruß und viel Erfolg,
André






 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

hallo André

vielen Dank für die schnelle ausführliche Antwort.
-Das mit der Lupe war auch nur ne Option. Wenn ich versuche mir den Strahlengang vorzustellen wird das Prinzip klar. Da habe ich eben noch keine Praxis, das werde ich aber dann (hoffentlich) sehen und sicher auch besser verstehen.
-Mit Hilfe der Formel hat man jedenfalls erstmal einen konkreten Wert. Danach habe ich bei meinem f/9 Refraktor allerhand Spielraum.
-und das habe ich schon fast geahnt: "...Das ganze funzt also nur fokal."
Wie focussiert man aber bei Okularprojektion? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" />

Gruß Steffen
 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

Moin Steffen

Also mit der Okularprojektion habe ich nicht soo die Erfahrung, meine Sonnenbilder damals habe ich immer per Auge fokussiert und das kam recht gut hin.
Zwar habe ich noch nie etwas derartiges versucht, aber es wäre denkbar genauso einen Fokussieransatz für ein bestimmtes Okular, mit welchem man projezieren möchte zu konstruieren. So könnte man auch die Messerschneide anwenden und sich dann bei einsetzen des Okulares sicher sein, dass der Fokus stimmt.
Das sollte eigentlich wunderbar gehen.
Was die gennante Formel angeht, so finde ich hat sie für die Praxis nicht wirklich eine so große Relevanz. Man sollte einfach nur so gut es geht in den Fokus kommen, dann stimmts schon. Lediglich wenn man mit einem thermisch bedingten Fokusshift zu tun hat, dann kann die Schärfentiefe etwas beruhigend wirken.

gruß,
André
 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

Hallo Steffen

In der Tat ist die Verwendung des Schnittbildindikators nicht gerade allzu einfach. Oft siehe ich nur einen Keil statt beide. Da gibt es jedoch die Möglichkeit die Position des Auges etwas zu veriiern, bis man beide Keile sieht; braucht etwas Geduld. Je länger die Brennweite des Teleskopes, desto schwieriger.

Zudem kann man auch an einem Stern scharfstellen, man braucht also nicht zwingend ein flächiges Objekt. Das Vorgehen ist simpel: Man zentrirt einen Stern im Schnittbild indikator. Danach fährt man mit der Teleskopsteuerung den Stern durch den Indikator durch. Sobald der Stern nicht mehr am Indikatorübergang springt, dann ist scharf. Es benötigt halt etwas Geduld und Übung, klappt aber prima. Es lohnt sich auf jeden Fall Mühe zur Fokusierung zu machen, vorallem wenn man dann lange belichtet.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch
 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

Puh ... ich danke Euch für die ausführlichen Infos, echt spitze.
Fürs erste hab ich mal einen Satz Rasierklingen gekauft und werde das mal mit meiner analogen Minolta besagte Methode anwenden.


Grüße,
Andreas
 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

Das mit den Rasierklingen wuerde ich mir nochmal ueberlegen. Ich habe zZt
eine Rasierklinge in einem OM-1 Kameragehaeuse eingebaut - aber nicht mehr
lange. Beim Anbringen und Abbauen der Kamera (die Kamerarueckwand habe ich
entfernt) bin ich schon des oefteren sehr nahe an Schnittverletzungen gewesen. Da
ich in Zukunft keine Lust habe mir eine Fingerkuppe zu amputieren werde ich die
Rasierklinge gegen etwas ungefaehrlicheres austauschen.

Ralph
 
Re: Messerschneiden-Ansatz bauen

Am Wochenende habe ich fleißig gebastelt und vorhin den Messerschneidenansatz an einem hellen Stern ausprobiert. - <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> - ich konnte den Schattenumschlag vor und hinter dem Focus gut erkennen. Was man selber sieht ist eben besser verständlich: wenn die Verdunklung schlagartig erfolgt ist der Strahlenkegel im Brennpunkt.

Am Schnittbildindikator der Sucherscheibe war es mit leichter Einblickveränderung tatsächlich möglich beide Keile gleichzeitig hell zu haben. Der Tip, einen Stern durch den Indikatorübergang laufen zu lassen, ist gut - werde ich auch mal versuchen.

Wenn die Scharfstellung erstmal eindeutig machbar ist kann zwar immer noch ein verschwommenes Foto entstehen aber dann ists schonmal eine wesentliche Fehlerquelle weniger. Danke für eure Hinweise!

Meine Focussierhilfe sieht übrigens einem Okular ähnlich. Die Klinge sollte (wie auch eine Okularlinse) natürlich nicht versehentlich berührt werden. Zum Transport ein Deckel drauf und man brauch kein Pflaster. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Grüße Steffen
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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