Supergau? Fangspiegel lässt sich in der Schmidtplatte drehen (Meade LX200R) | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Supergau? Fangspiegel lässt sich in der Schmidtplatte drehen (Meade LX200R)

neoachillis

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Hallo,

also heute habe ich das Teleskop einmal getestet. Leider mit sehr mäßigen Erfolg. Kein Objekt lässt sich wirklich fokussieren. Sterne sehen bestenfalls aus wie eine Momentaufnahme einer Wunderkerze. Der Mars ist nicht scharf zu bekommen und es sieht beinahe so aus als ob zwei Marse, sagt man das so, unscharf und minimal versetzt übereinander liegen und der Mond ist einfach unscharf. Zwar sind Konturen zu erkennen aber unscharf.
ich bin jetzt ziemlich niedergeschlagen. Anscheinend scheint mehr im argen zu sein als „nur“ ein dejustierter Fangspiegel. Zwar habe ich diesen nicht justiert, allerdings ist dieser beim unscharfen Stern sowieso konzentrisch (siehe Foto weiter oben).
Allerdings traue ich mich auch nicht so wirklich ans zerlegen. Ich glaube ich muss erstmal eine Nacht darüber schlafen.

CS, Dimi
 

neoachillis

Mitglied
Hallo,

also da sich die Fangspiegelhalterung in der Schmidt-Platte drehen lässt, komme ich nicht um das zerlegen herum. Frage an die Profis, wie fest darf ich die zweiteilige Fangspiegelhalterung anziehen? Also wie fest darf ich die Schmidt-Platte dazwischen „quetschen“ bevor sie sich verzieht?

CS, Dimi
 

MeisterDee

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Hallo Dimi,
die Verschraubung aus Fangspiegelhalter und Blendrohr kannst Du schon gut fest ziehen.
Ich habe meinen 14-Zöller gerade auseinander gehabt, um ihn auf Faststar (für Hyperstar) umzurüsten. Hier beschrieben.
Zwischen Glas und Blendrohr / Spiegelhalter liegen Dichtungen, die ein Verdrehen recht zuverlässig verhindern, ohne dass man übermäßig fest ziehen muss.
In dem Umbausatz von Starizona ist sogar eine Dichtung aus einer Art doppelseitigem Klebeband eingesetzt, sodaß ein Verdrehen gar nicht mehr möglich ist.
Da der Druck durch die Gewinde gleichmäßig, flächig auf die Schmidtplatte wirkt, und nicht punktuell, tut sich an der Platte auch dann nichts, wenn etwas fester angezogen wird. Anders beim Befestigungsring, der die Schmidtplatte in der Fassung hält. Hier wirkt der Druck der Schrauben eher punktuell, daher sollen diese Schrauben mit Bedacht angezogen werden, eventuell gar nicht richtig fest, sondern mit einem winzigen Tröpfchen Sicherungsmittel.

CS

Dietmar
 

neoachillis

Mitglied
Hallo Dietmar,

nach deiner Anleitung hat/soll der Fanspiegelhalter auch eine feste Markierung haben/bekommen und nicht verdreht werden. Meiner ist ja schon verdreht und wenn es keine Markierung gibt, was mache ich dann mit der Fangspiegelhalterung?

CS, Dimi
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Dimi,
ich weiß nicht, ob es bei Deinem Teleskop eindeutige Markierungen gibt, und wie die aussehen könnten.
Wenn es welche gibt, dann sollten die aber als solche zu erkennen sein.

Gibt es keine, dann bleibt Dir aber noch eine Möglichkeit: zu probieren.

Das Teleskop war schließlich vor dem Verdrehen justiert. Der Fangspiegel war wahrscheinlich richtig eingestellt.
Durch das Verdrehen ist aber nicht nur die abgestimmte ideale Drehposition verloren gegangen, sondern damit auch die Justage.
Ein völlig dejustiertes Teleskop -und das ist es nach minimaler Verdrehung des Fangspiegels - bildet eben grausam ab.

Solange Du keine Justageversuche gemacht hast, ist die richtige Position des Spiegels möglicherweise sozusagen noch in der Justage gespeichert. Verdrehst Du den Spiegel, dann wirst Du irgendwann eine bessere Abbildung feststellen.
Das wird dann (hoffentlich) die richtige Position sein.

Funktioniert das nicht, ist Dein Teleskop dennoch nicht verloren.
Die richtige Position des Fangspiegels lässt sich auch auf andere, allerdings etwas aufwändigere Weise finden.

CS

Dietmar
 

astro_ebi

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Hallo Dimi,
Gibt es keine, dann bleibt Dir aber noch eine Möglichkeit: zu probieren.
Du solltest bitte nicht probieren. Wenn es Außen keine Markierung gibt, ist die 3 Uhr Markierung am Fangspiegel innen zu finden. Den kannst du leicht abschrauben indem du die Gehäuseschrauben am äußeren Rand des Fangspiegelgehäuses löst; ich hoffe du hast einen passenden Inbusschlüssel (Zollmaß).

Danach vorsichtig den Fanspiegel entnehmen, die Markierung auf das Gehäuse außen übertragen und wieder einbauen.

Fs-Gehäuse.jpg

Wichtig! Bitte nicht die Schrauben innen lösen, das sind sie Justageschrauben des Fangspiegels, der auf diesen Schrauben "wippend" gelagert ist. Kannst dir das ja nach der Entnahme einmal in Ruhe anschauen. Alles kein Hexenwerk.

Wichtig ist erst einmal, das du alles zunächst in die Vorzugsrichtung (3 Uhr) bringst.

LG
Eberhard
 
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neoachillis

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Guten Morgen,

na gut. Vermutlich beginne ich am Mittwoch das gute Ding zu zerlegen. Die Gehäuseschrauben des Fangspiegels halten also quasi den Fangspiegel selber, oder wie soll ich das sehen? Also zuerst Schmidt-Platte samt Fangspiegelhalter aus dem Tubus entnehmen. Dann quasi den Fangspiegelhalter auseinander Schrauben. Danach sollte sich der Fangspiegel im äußeren Teil (mit den Schrauben) der Fangspiegelhalterung befinden. Soweit so klar. Dann steh ich ein wenig auf dem Schlauch.
Der Fangspiegel ist ja dann noch mit dem Fangspiegelgehäuse verschraubt, soll ich dann tatsächlich die Schrauben außen lösen? Dann fällt doch der Fangspiegel aus dem äußeren Fangspiegelgehäuse heraus, oder verstehe ich da was falsch?

Sollte ich am Fangspiegel keine Markierung finden, gibt es dann eine richtige Einbaurichtung oder ist diese dann "unwichtig" und die anschließende Justierung des FS stellt diesen dann richtig?

Noch eine wichtige Frage, hoffe das ich damit nicht lächerlich wirke, 3 Uhr wenn ich von vorne, also von der Öffnung, auf den Tubus schaue oder von hinten Okularseitig?

Ihr merkt ich habe viele Fragen, vielleicht ist das auch nur der Respekt vor dem ersten mal zerlegen :)

CS, Dimi
 

astro_ebi

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Hallo Dimi,
Du musst nicht das ganze Gerät zerlegen um den Fangspiegel in die richtige Markierungsrichtung zu bekommen.:oops: Dazu sieht das Gerät ziemlich gut und sehr wenig genutzt aus.

Es macht daher keinen Sinn alles zu Zerlegen wenn nur das Fangspiegelgehäuse lose ist. Ergo alles so belassen wie es ist, sich lediglich auf den Fangspiegel konzentrieren und die Fangspiegelhalterung zum Ermitteln der Vorzugsrichtung ausbauen.

Seitlich auf dem Fangspiegel (und auf der Rückseite der Aluplatte) befindet sich die Markierung. Die überträgst Du sozusagen nach Aussen auf die seitliche Fangspiegelhalterung und dann zusätzlich wiederum auf das Gehäuse im eingebauten Zustand. Du kannst das mit einem kleinen Klebepad oder mit wasserfestem Stift machen.

Ist das vollbracht, kommt die Fangspiegelhalterung noch einmal raus und bringst das Gehäuse in Richtung Strichmarkierung am Seitenrand der Schmidtplatte.
Dazu kannst du innen durch das Gehäuse in das Bufflerohr greifen, aussen den Haltering des Fangspieges in die richtige Richtung drehen und von innen anziehen.

Bitte nur leicht anziehen damit das Glas sich nicht verspannt. Kleben ist nicht erforderlich.
Zuletzt den Fangspiegel einbauen und am Stern kollidieren.
Ich hoffe das war jetzt gut genug erklärt...:unsure:
LG
Eberhard
 
Zuletzt bearbeitet:

neoachillis

Mitglied
Hallo Eberhard,
Ich hoffe das war jetzt gut genug erklärt...:unsure:
Wenn ich ehrlich sein darf, Nein. Ich glaube aber auch das ich mich etwas doof stelle :rolleyes:. An die Fangspiegelhalterung komme ich doch nur bei ausgebauter SP. Und was noch viel wichtiger ist, was ist ein „Bufflerohr“?
Das mit der Kerbe leuchtet mir ein. Meine SP hat vermutlich eine Markierung auf 6 Uhr (oder 5) und die Fangspiegelhalterung eine die auf auf drei Uhr gerichtet ist, aber nur von innen zu sehen ist.
Ich schraub die 3 Teile (2xFS + 1xSP) so zusammen das von vorne gesehen die FS Markierung auf 3 Uhr steht, wenn die SP ihre Markierung auf 6 Uhr hat.
Sollte meine SP keine Markierung besitzen, mach ich eine auf 6 Uhr (also unten).
Sollte der FS keine Markierung haben, schraub ich ihn einfach nur fest.
Sehe ich das richtig?

CS, Dimi
 

astro_ebi

Mitglied
Hallo Dimi,
also bitte erst Lesen und Verstehen (lernen!). Wenn dir schon Jemand Hinweise gibt -die du als Hilfe in diesen Thread selbst angefragt hast- solltest du nicht eigene Thesen vertreten. Da Geduld offensichtlich nicht deine Stärke ist, brauchst Dich auch hier für die bisherigen Tipps nicht bedanken.

Da Du es ohnehin besser weißt bin da jetzt raus...vielleicht schaffst du ja noch den "Supergau" ;)

Schöne Grüße
Eberhard
P.S. Bufflerohr oder Blendrohr
 
Zuletzt bearbeitet:

Martin_B

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Vielleicht kann nochmal jemand kurz erklären, wie man bei diesem Gerät den FS ausbauen kann,
ohne das Gerät zu zerlegen. Für mich sieht es an Hand der Bilder auch so aus, als müsse die Schmidtplatte erst raus.
! Auch diese ist möglicherweise markiert oder sollte markiert und so wieder eingebaut werden.
 

Martin_B

Mitglied
Und mach es Schritt für Schritt.
Erst mal nicht an den Justierschrauden drehen (oder hast du schon)?
Nach jedem Schritt Fotos und nochmal fragen vor dem nächsten Schritt.

Es wurde möglicherweise schon alles gesagt, aber
ich wäre hierbei auch unsicher und würde lieder einmal mehr fragen ...
 

neoachillis

Mitglied
Hallo Martin,

hatte gerade ein nettes Gespräch mit jemanden von „Teleskop-Spezialisten“. Die LX200GPS Fangspiegel sind verschraubt, ähnlich einer riesigen Hohlschraube (Fangspiegelhalter) und einer Überwurfmutter (Blende). Dazwischen klemmt die Schmidt-Platte.
Um den Fangspiegel wieder fest zu bekommen muss dir SP entnommen werden.
Er ist auch der Meinung das Meade diesen Typs, im Gegensatz zu Celestron, keine Markierung für den Fangspiegel besitzen und auch keine vorgegebene Einbaurichtung haben. Zumindest ist ihm noch keines untergekommen. Allerdings gibt es gerade bei Meade viele Varianten die sich minimal unterscheiden, Stichwort Insolvenz und damit einhergehende kleine Änderungen. Das kann man aber super erkennen wenn man den FS vor sich hat.
Ich werde es jedenfalls fotografieren und auch hier darüber berichten wenn ich Hand anlege.
Ich hoffe auch das nicht jeder der Meinung ist das ich die hier gegeben Tipps in den Wind schlage, denn das tue ich sicherlich nicht.
CS, Dimi
 

Martin_B

Mitglied
Hallo Dimi,

ich bin leider kein SC Kenner.
Wenn es so ist, wie TeleskopSpezialist sagt, und der FS keine Markierung hat, dann macht ein Ausbau wohl wenig Sinn.
Wenn es so ist, würde ich den FS festschrauben, versuchen, so gut es geht selbst zu justieren und wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist
ggfs. mal anfragen, ob jemand die Justage übernehmen kann.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sagtest du, dass das Teleskop relativ günstig war.
Wenn du die Justage nicht selbst hin bekommst, wäre es vielleicht 2-300.- Wert, das professionell machen zu lassen?

Ich persönlich würde das wahrscheinlich tun ...

Gruß Martin
 

astro_ebi

Mitglied
Hallo Dimi,
ich kann mir das nicht anschauen...
Die LX200GPS Fangspiegel sind verschraubt, ähnlich einer riesigen Hohlschraube (Fangspiegelhalter) und einer Überwurfmutter (Blende). Dazwischen klemmt die Schmidt-Platte.
Das ist kein LX200GPS sondern der Vorgänger des ACF (ARC). Die Steuerung wird jedoch eine LX200GPS sein.
Der Fangspiegel des LX200 sieht so aus, ist tatsächlich nicht herausnehmbar und mit der Schmidtplatte verschraubt:

LX200FS.jpg

Somit ist dein Bild vom Fangspiegelgehäuse wie bei meinem ACF und die Beschreibung für dich auch korrekt. Der Fangspiegel ist ganz einfach entnehmbar. Mein entnommener Fangspiegel sieht von der Seite so aus:
ACF-FS.jpg

Der Spiegel ist auf der Aluplatte verklebt und gegen Verdrehen mit einem Passstift gesichert. Man sieht auch sehr gut die inneren Justageschraube(n)

Ich kenne -im Gegensatz zu Teleskopspezialist- leider keinen Fangspiegel, der nicht irgendwo markiert ist; bei Celestron oder Meade...
LG
Eberhard
 
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astro_ebi

Mitglied
Hallo Dimi,
solltest du mit Kamera am Stern kollimieren, hilft ein keines Programm.
Das Bild sieht z.B. bei deine letzten Kollimation dann so aus:
KollimationSW.jpg


Wie du siehst ging da noch was.

Nähes zur Kollimation und zum Programm

Dort findest du zur Kollimation des SCT nützliche Tipps und vieles mehr...
LG
Eberhard
 
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neoachillis

Mitglied
Hallo Eberhard,
schön das du noch mit mir sprichst :). Ich probiere es also nochmals in der Hoffnung es richtig verstanden zu haben.
Die komplette Fangspiegeleinheit besteht demnach aus 3 Teilen. Von innen nach außen Blende, Fangspiegelgehäuse und Fangspiegel mit Aluplatte.
Die Blende ist mit dem Fangspiegelgehäuse verschraubt und klemmt dabei die SP.
Der Fangspiegel selber ist von außen mit dem Fangspiegelgehäuse durch 3 Schrauben verschraubt. Das heißt ich entferne die 3 Schrauben (rote Pfeile) und kann den Fangspiegel einfach entnehmen. Wie bei dir auf dem Foto.
CD5AAED1-CF80-4610-94DD-EE55B30DDB66.jpeg

Der Fangspiegel soll dann eine Markierung besitzen, den ich dann auf das Fangspiegelgehäuse übertrage (Punkt mit Edding)
Um die komplette Fangspiegeleinheit fest zu bekommen, lange ich durch das Loch und Schraube die Blende fest, aber so das die Markierung am Fangspiegelgehäuse in Richtung 3 Uhr schaut.
Zum Schluss wird der Fangspiegel wieder eingeschraubt.
Ich hoffe ich habe dich jetzt verstanden
PS: Schreibe momentan von unterwegs mit dem Smartphone, bei etwaigen Schreibfehlern nicht böse sein.
CS, Dimi
 

neoachillis

Mitglied
Ich bin beim herausfinden welches Teleskop ich überhaupt besitze, bei Wikipedia fündig geworden. Da steht folgendes:

„...Nach einem mit einem Vergleich beendeten Rechtsstreit um die Berechtigung des Ausdrucks Advanced Ritchey-Chrétien für diese Art Fernrohr verkauft Meade diese Teleskope nun unter den Bezeichnungen LX200ACF und LX400ACF...“

Demnach ging ich davon aus das es sich bei mir um ein ACF handeln müsste.
CS, Dimi
 

astro_ebi

Mitglied
Hallo dimi,
das ist im Prinzip ein ACF, somit hast du eine Rarität ergattert. Die Schrauben zum Lösen des Fangspiegels sind korrekt.
LG
Eberhard
 

neoachillis

Mitglied
Guten morgen,

also es stimmt tatsächlich wie Eberhard es beschrieben hat. Wenn man die 3 äußeren Schrauben löst, kann man den Fangspiegel aus der FS-Halterung entnehmen.
IMG_1908.jpg
Der FS besitzt auch eine Markierung, zumindest vermute ich das das eine Markierung sein soll. Etwas anderes konnte ich nicht finden.
IMG_1909.jpg
Diese habe ich nach außen übertragen und auf 3 Uhr gestellt.
IMG_1915.jpg
Soweit so gut, allerdings konnte ich mit leichter Gewalt die FS-Halterung nicht festschrauben. Ich denke das vielleicht die Dichtungen zwischen der FS-Halterung und der SP zu glatt oder brüchig geworden ist.

CS, Dimi
 

Martin_B

Mitglied
Das ist ein Teilerfolg, aber natürlich blöd, wenn sich die Halterung nicht festmachen lässt.
Ich fürchte, um diese zu fixieren (neue Dichtung etc.) müsste man dann doch die SP ausbauen.
Das wäre dann schon eine "heiße Nummer" vor allem wenn man wenig Erfahrung hat mit solchen Sachen.
(ich leite das ab aus deinen bisherigen Beiträgen; das ist keine Diskreditierung).

Daher nochmal der Vorschlag, zB bei wellenform mal anzufragen, ob die das machen ...
Vielleicht auch bei der Gelegenheit gleich vermessen lassen ...
Vor 10 Jahren hätte ich gesagt "ab zu Wolfgang Rohr" aber soweit ich weiß ist er nicht mehr aktiv ...
 

astro_ebi

Mitglied
Hallo Dimi,
wenn sich die Fangspiegelhalterung nicht festziehen läßt, baue die Schmidtplatte aus. Du solltest dir am Rand nur die Positionen markieren und auf das Gehäuse übertragen. Legt dir dazu erst einmal eine Zollschlüsselsatz zu. Ich habe einen kompletten Satz von Rothewald, der passt für alle Schrauben am Tubus und dieser Montierung.

Stell den Tubus leicht schräg, damit dir das Ganze nicht rausfällt bei Ausbau. Zunächst wie "gewohnt" den Fangspiegel raus. Dann löse die 6 Schauben des Schmidtplattenrings (glaube 3/32") vollständig und entnehme den Aluminiumring. Anschließend fasst du vorsichtig die Fangspiegelhaltung und entnimmst die Schmidtplatte. Sitz sie fest, weil die Korkdichtung verharzt ist, sprechen wir noch mal.

Ansonsten die Platte ausbauen, die beiden Teile des Fangspiegelgehäuses behutsam abschrauben und der Schmidtplatte ein sicheres, sauberes Plätzchen gönnen.

Kauf dir einfach in der Bucht eine 1mm Gummimatte und schneide die eine passende Dichtung zu. Das inneren Blendrohr benutze dabei als Zeichenschablone und schneide mit einer Haushaltsschere oder Kuttermesser eine Dichtung aus.

Diese Dichtung ersetzt du als Innendichtung für die Hartpapierdichtung. Bau das wieder zusammen, reinige evtl. die Platte und setze die Schmidtplatte wieder ein. Im eingebauten Zustand wirst du jetzt die Fangspiegelhalterung ausrichten und anziehen können, ohne großen Druck auf das Gas auszuüben. Zuletzt kommt der Fanspiegel wieder rein.

Wie gesagt, alles keine Hexenkram. Man muß halt nur bei Aus- und Einbau vorsichtig sein, es ist halt Glas.
Viele Erfolg!

LG
Eberhard
 
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Astro-Fritz

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Hallo zusammen

Also ich hab beim Selbstbau meines Meade-Hyperstar-Systemes aus einem alten 8" LX10 die Verdreh-Möglichkeit des Sekundärs bzw des Fastars (wenn ich das mal so nennen soll) eliminiert : Der Fastar, also der Halter vom Hyperstar ODER des Selundärspiegels, soll ja rotations-orientiert absolut fest sitzen, darf sich nicht drehen, ferner soll auch die Ausrichtung und Kollimation beider Varianten sichergestellt sein, egal wie oft man das System wexelt. So habe ich schon beim Bau der Halterung, die in der Schmidt-Platte eingebaut werden soll, eine Marke gesetzt am Aluminium-Teil, an der Stelle kam auch eine Marke an die Schmidtplatte. Auf Höhe Mitte Schmidtplattenstärke kam dann an die Marke des Alu-Teils ein kleines M3-Gewinde, in die entsprechende Stelle am Innenkreis der Schmidtplatten-Öffnung eine Aussparung ins Glas. Diese beiden hab ich dann mit einer Made M3 Niro Inbus verdrehsicher festgesetzt. Das Ganze nochmal an anderer Stelle, da so auch eine Zentrierung vorgenommen werden kann, die dann gesichert ist durch die Maden. Die kleine Aussparung in der Platte ist mit einem Diamantfräser auf einem Dremel ins Glas gesetzt, das läßt sich sehr einfach machen, nur eben aufpassen mit dem Glas- und auch Diamant-Staub ! Die Made ist stumpf, so entsteht keine punktuelle Spannung am Glas, es setzt sich keine Spannung störend im Glas fort bis in den optisch wirksamen Bereich. Es ´bedarf auch keinen hohen Druckes der Made an das Glas, nur um die Drehung zu verhindern.

So ist bei fertigem Wieder-Einbau der präparierten Schmidtplatte mit der Alu-Fassung für Sekundär oder Hyperstar alles drehsicher und fest, kollimations-stabil und hält ewig.

So brauch man auch nicht die Fassung brutal festknallen... was sonst fast immer nötig ist, wenn man sich nicht mit Kreisen aus Silikon (hauchdünn, aus diesen Gymnastik-Bändern sauberst ausgeschnitten) behilft. Dies ist aber nur bei reinen SCs anwendbar, bei der Hyperstar-Fassung wäre mir das schon zu schwammig, auch wenn es nur 1000stel mm Bewegungsspielraum sind. Hebelwirkung eben, grad mit Kamera und Kabel dran... je nach Ausrichtung des Skopes mehr oder weniger, aber vorhanden !

Schon seit Beginn der Hyperstar-Geschichte hatte Celestron bzw lange vorher seine Kunden dieses Verdreh-Problem... warum eigentlich hat es niemand gelöst ? Bis heute seh ich die drehbaren Sekundärs... gräßlich... Auch Meade hat das Problem nie gelöst...

Vielleicht hilft mein Posting ja zumindest denjenigen, die sich mit mächtig abrasivem Werkzeug an die feine Optik trauen. Ich hab da keine Hemmungen, wenn ich erreichen will, das ausgemerzt werden kann bei etwas, das offensichtlich jeden irgendwie schonmal gestört hat.

Mein Eigenbau-Fastar funktioniert prima... mit dem Sekundär, der ja auch eine neue, in den Fastar rastende Halterung bekommen hat...
und dem Hyperstar, dessen Basis ich auch modifinzieren mußte ob des größeren Loches in der Schmidtplatte bei Meade-SCs gegenüber denen bei Celestron-Modellen gleicher Öffnung.

Nur Sterne sind keine da...

Beste Grüße

Helge
 

neoachillis

Mitglied
Hallo,

also leider habe ich mir eine 1mm Moosgummi besorgt, habe ich im Vorfeld gelesen bei jemanden der seine Dichtungen erneuern musste. Die ist nicht wirklich geeignet dafür, aber das ist nicht weiter schlimm denke ich. Dazu später mehr.
Die Schmidt-Platte ausbauen war tatsächlich kein Hexenwerk, den Blendring/Haltering habe ich vorher natürlich auch markiert. Keine Ahnung ob das auch wichtig ist.

IMG_1920.jpg
Tatsächlich hatte nach dem entfernen des Haltering, die Schmidt-Platte auf 6 Uhr schon ein Markierung. Entweder ist die Original oder sie wurde vom Vorgänger schon einmal ausgebaut. Wobei ich nach Gesprächen mit der Partnerin des Vorbesitzer tatsächlich eher von ersteren ausgehe.

IMG_1922.jpg
Jetzt zu den Dichtungen, also die im Tubus scheint eine Art Schaumstoff zu sein, die hält die Platte beinahe klebend und auch die Abstandhalter sehen noch gut aus.

IMG_1924.jpg
Die Dichtringe am Fangspiegelgehäuse sind sehr schmal und selbst meine begabte Frau konnte das Moosgummi nicht dermaßen sauber schneiden. Es sah zwar super aus (der Moosgummi-Dichtring), aber verzog sich dennoch viel zu leicht. Da wäre die von Eberhard empfohlene ein 1mm Gummiplatte besser gewesen. Oder gleich ein Dichtungssatz, den wird es aber vermutlich nicht geben.
Ich habe mir dann die alten Dichtungen einmal genauer angesehen, sie bestehen anscheinend aus eine Art Papier, wobei eine Seite noch super Rauh ist, während die andere Seite schon mehr glatt ist.

IMG_1932.jpg
Ich habe sie einfach mit den Fingern etwas angerubbelt. Sahen eigentlich noch ganz gut aus. Überraschend gut. Danach habe ich alles wieder zusammenschraubt. Dabei habe ich die Blende des Fangspiegels locker festgeschraubt. Also wirklich nur einen Mü mehr als locker.
Natürlich lies sich beim aufstellen der Schmidt-Platte der Fangspiegel immer noch bewegen. Es war einfach zu wenig angeschraubt.
Das Schauspiel zwischen anziehen, etwas bewegen, weiter anziehen, habe ich so oft wiederholt, bis nichts mehr locker war. Nach meinem Gefühl war das aber dennoch zu locker, fester anziehen wollte ich aber auch nicht.

Ich habe lange mit mir gehadert, habe mich aber dann dennoch dazu entschlossen der Blende ein loch mit M3 Gewinde zu verpassen, sodass ich eine Madenschraube eindrehen konnte. Danach habe ich die Prozedur des Festschraubens wiederholt. Also in leichten Mü-Schritten anziehen und sehen ob noch was locker ist.
Zum Schluss habe ich das Fangspiegelgehäuseaußenteil (welch seltsames Wort :unsure:) mit der sich in der Blende befindlichen Madenschraube verspannt.

IMG_1927.jpg
Mir ist zwar klar das diese Klemmung nicht den Anpressdruck zwischen Schmidt-Platte und Fangspiegelhalterung unterstützt, aber immerhin kann die Blende sich nicht mehr irgendwann lösen und in den Hauptspiegel fallen. Wahrscheinlich war das eine Sinnlose Arbeit, aber naja.

Anschließend wurde alles wieder zusammengebaut, wobei die Markierung der Schmidt-Platte auf 6Uhr stand und die Spiegelmarkierung auf 3 Uhr steht (von außen betrachtet).
Obwohl ich mit sehr sauber gearbeitet, immer Baumwollhandschuhe trug und kurz vor dem Einbau den Blasebalg bemüht habe, konnte ich mit der Taschenlampe kleine (wirklich sehr kleine) Staubpartikel auf der Innenseite der Schmidt-Platte feststellen. Ich habe aber wirklich nicht vor die Schmidt-Platte deshalb nochmals auszubauen. Ich hoffe, oder gehe einmal davon aus, dass sich die Partikel eh nicht sehr viel auswirken. Nach 10 Minuten waren außen gefühlt 100mal so viel Staubpartikel.

Da meine weiteren Mittel begrenzt sind, muss ich auf einen Stern warten bevor ich den Spiegel justieren kann und letztlich sehe ob meine Maßnahme etwas gebracht haben. Kann man den Spiegel auch wirgendwie vorjustieren, mit einem Laser oder so? Oder kann ich mir den Laser sparen?

PS: Ich muss mir tatsächlich einen dritten Satz Zoll-Inbus kaufen, denn obwohl ich zwei besitze (kleiner Steckschlüsselsatz und Pfeifen Inbus) konnte ich keinen finden der an den Justierschrauben passt :sneaky:. Für alle anderen Schrauben habe ich etwas in meinem Repertoir finden können.

@Astro-Fritz, kann es sein das ich deine Umbaumaßnahme schon irgendwo im Internet gelesen habe, kommt mir so bekannt vor. Also wenn ich eines weiß, an solche Maßnahmen werde ich mich nie trauen (Stand 2021) ;).

@astro_ebi, danke fürs weitere Unterstützen. Wenn alle Stricke reißen, werde ich meine Frau vermutlich nochmals bemühen müssen Hand an eine 1mm Gummiplatte zu legen :giggle:.

CS, Dimi
 

astro_ebi

Mitglied
Hallo Helge,
...in die entsprechende Stelle am Innenkreis der Schmidtplatten-Öffnung eine Aussparung ins Glas.
Mit sträuben sich ehrlich die Nackenhaare...:eek:
Ganz abgesehen davon, das wir hier von einem ACF reden, für den es kein Hyperstar gibt, halte ich den Umbau für sehr fragwürdig. Wie konntest du denn das System als SCT jederzeit wieder zurück bauen, hast du zum Umbau und einige Ergebnissen auch Bilder?; mir fehlt da vollkommen die Vorstellungskraft.

Der Fangspiegel eines SCT hat nicht groß zu halten, daher ist eine Gummidichtung als Drehsicherung vollkommen ausreichend. Ich zerlege die Geräte sogar komplett und habe jedenfalls gute Erfahrungen mit diesen Umbauten und Optimierungen (optischen Zentrierungen) am SCT gemacht.

Ist schon ein paar Jährchen her, aber im Forum findest du ein gelungenes Beispiel eines Hyperstar Umbaus: https://forum.astronomie.de/threads/justage-schmidt-cassegrain-c14.243718/#post-1276198

Hallo Dimi,
ich habe Gummi, nicht Moosgummi gemeint; Moosgummi ist tatsächlich untauglich.
Aber du hast ja schon den Ball von Helge aufgemommen; seih's drum...
Hier mal ein Link zu Gummimatte:

Gummimatte (Dichtung) MBR

LG
Eberhard
 
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