Sywatcher erhöht Preise?!

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AstroCarsten

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Hallo,

in diesem Beitrag ganz unten schreibt Lajos, das Skywatcher ab dem 1. Januar 2010 die Preise vorgeben und deutlich teurer werden will. Weiß jemand etwas darüber?

Will man eventuell raus aus dem Billigsegment? Oder einfach nur Kunden zum schnellen Kauf vor Jahresende animieren? Oder etwa ganz was anderes?

Viele Grüße

Carsten
 
Man könnte auch vermuten dass Herr Nickel noch nicht genug Geld verdient hat... Honi soit qui mal y pense...
 
Hallo Carsten!

Ich darf leider nur wenige Info veröffentlichen, da ich die meiste Daten nur für interne Gebrauch verwenden darf.
Und ich werde sicher von meinem Händlerkollegen virtuelle Watsch'n (=Ohrfeige in Deutschland) kassieren, dass ich sowas hier veröffentliche - ist's ja aber egal...

Die Fakten:
1. Der ehemaliger deutsche SkyWatcher Distributor wurde "erneuert":
http://www.sky-watcher.net/swtinc/distributors.php

2. Die Händler haben kürzlich von o.g. Distributor eine "Suggested Pricelist" erhalten, welche grundsätzlich anders, als die Preise in seinen Heimatland sind.

3. Inwieweit die neue Preisliste eingehalten wird (oder lässt) kann man derzeit kaum abschätzen. Da ich aber einige Methode bereits an eigenen Leib kennengelernt habe, ich werde mich sicher an die angegebene Preise halten.

4. ich werde wohl nie Kunden mit leerem Werbeslogens zu schnellen Kauf animieren. Erst, weil mein Umsatz 75-80% vom Ladengeschäfte und nicht vom Online Schachtelschieberung kommt. Zweitens es gibt genug deutsche Anbieter, die unter meiner derzeitige (und wohl unter der neuen Distributor vorgegebene) Preise wirbt und mit billiger Inlandtransport liefern kann als ich aus Österreich. Es war -wie geschrieben- "nur" ein wichtiger Hinweis.

5. Natürlich will SkyWatcher raus aus der Billigsegment. Die Qualität ist in der letzten Zeit wesentlich höher geworden (siehe Equinox z.B.) ausserdem SkyWatcher auch sehr viel Innovationen gemacht hat (neue Flattener, neue Komakorrektor sind bereits an der Markt).
Ich (als Händler) habe auch weit die niedrigste Reklamationsrate bei SkyWatcher Produkte.

CS: lajos

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Lajos,

danke für die erhellende Antwort (in mehrfacher Hinsicht!). Wenn es nicht Herr Nickel ist der mehr verdienen wollte, musste es ein anderer sein... Und wieder einmal zeigt sich dass gerade dem Astro-Markt echter Wettbewerb gut tun würde. Schade dass ihr alle soviel Angst habt davor.

Martin
 
Ich antworte mir nochmal selbst weil ich das hier noch loswerden will:

Was glaubt ihr wieviele Geräte von Skywatcher in D, A, CH noch verkauft würden wenn ihr dem Distributor sagen würdet dass ihr euch nicht an seine Preisvorgaben haltet und er entweder seine Forderung und widerrechtliche Preisvorgabe zurücknimmt oder die Geräte in UK bleiben???

Das ist ja fast wie bei den Kaffeeröstern hier!
 
Hallo Martin!

Wie viele Geräte? Nun soviel, wie die derzeitige Lagerbestand in Deutschland. Wird höchstens für ein paar Monate lang reichen.

Sich durchzusetzen sollte ALLE Händler gemeinsam aufzutreten und das wird hierzulande einfach unmöglich.

Es wird immer "weisse Engeln" geben, die so als Alleinanbieter vom Lieferstopp der anderen profitieren hoffen.
Und auch "schwarze Schafe", die den vorgegebenen Preis brechen und Preisspiral auszulösen - bis die vom Markt verschwinden, weil sie keine Ware mehr erhalten.


Übrigens, es war einmal...
...dass ein wesentlich kleiner deutsche Händler sich spielend durchgesetzt hat, dass ich aus einem fernöstlichen Quelle keine Ware mehr erhalte. Ich musste es von ihm kaufen, mit seiner Bedingungen - oder eben vom Ware verzichten.
Ich kann gut vorstellen, dass ein Distributor, welche bereits über 9 Ländern herrscht wesentlich mehr Kraft ausüben kann, als o.g. deutsche Händler.

Bei mir ist mein (und wohl mein Mitarbeiter's) Existenz steht auf den Spiel - ja, ich gestehe, ich habe Angst davon.

PS: widerrechtlich ist nicht die Preisvorgabe, sondern die Preisabsprache zwischen zwei Konkurrenten. Ich kann nicht vorstellen, dass z.B. alle ALDI Filialeleiter den Preis von z.B. Joghurt oder Früchtetraum selbst bestimmen dürfte. Oder????
Ich selbst gebe auch strickte Preisvorgaben, wenn jemand meine LACERTA (=LAjos CERTificated Articles) Produkte weiterverkaufen will.

CS: lajos
 
Hallo Lajos,

das Problem ist ja nicht neu. Und dass es immer wieder "schwarze Schafe" gibt wie du das nennst ist denen hoch anzurechnen - vor allem dann wenn sie es zu ihrem eigenen Schaden tun weil sie hinterher von ihren Händler Kollegen "gedisst" werden.
Fakt ist dass der Händler ein eigenständiger Kaufmann ist der eine eigene Preiskalkulation zu machen hat. Wenn ein Distributor seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt um dem Händler Preise vorzuschreiben - vor allem unter Androhung von Nichtbelieferung - ist das schlichtweg Erpressung. Darüberhinaus beraubt es den Händler seiner eigenen Freiheit. Eine "Preisvorgabe" muss immer eine UVP sein.

Vor diesem Hintergrund diejenigen, die als Kaufmann die Freiheit in ihrer Preiskalkulation nutzen (die der Gesetzgeber schützt!!) als "schwarze Schafe" zu bezeichnen - dafür fehlen mir echt die Worte...
Das was hier immer wieder zu Tage tritt ist ein System zur Verhinderung von Wettbewerb. Der einzige Grund weshalb sich EU-Wettbewerbshüter sich damit wahrscheinlich nicht beschäftigen ist dass es hier um zu wenig Geld geht. Wärt ihr Kaffeeröster, würde es so kaum weitergehen können.

Ich bin gespannt wann dieses System endlich und nachhaltig durchbrochen wird... Übrigens: Die Macht dazu habt nur ihr Händler. Wenn ihr euch wirklich für uns Kunden interessieren würdet, würdet ihr dagegen vorgehen. Das hat an anderer Stelle und zu anderen Zeiten ja auch geklappt. Wie ist Skywatcher eigentlich so groß geworden?? ;)

CS,
Martin
 
Hallo Martin,

das sehe ich eigentlich genau wie Du; Preisvorgaben können gemacht werden, müssen aber nicht eingehalten werden, das steht jedem Händler frei. Allerdings steht es jedem Lieferanten ebenso frei, bestimmte Händler nicht mehr zu beliefern. Aus meiner Sicht muss er dafür noch nicht einmal einen Grund angeben. Es sei denn, es gibt eine feste Lieferverpflichtung, die aber vermutlich dann beidseitig wäre, also einer Abnahmeverpflichtung gleich käme. Die werden die Händler wahrscheinlich scheuen.

Bekannt ist im Markt, dass Herr Kupfer (oder wie der auch immer heißt) seine Geräte durchaus auch an Privatleute verkauft, zu extrem günstigen Konditionen. Da können die Händler offensichtlich auch nichts gegen machen.

Möglichen Preiserhöhungen sollte man gelassen entgegen schauen. Wie oft sollten schon die letzten APM Geräte zu den alten Konditionen verkauft werden, die wirklich allerletzten Pentax 75 mm, usw.?

Viele Grüße
Andreas

 
Moin Martin!

Falsch - die Macht dazu hat der Kunde - denn der entscheidet, ob er zu dem Preis diese oder jene Qualität kauft oder nicht. Wenn erstmal die Verkaufszahlen nach unten gehen, dann relativieren sich ominöse "Preisvorgaben" ziemlich schnell. SW wird sehen, was es von dieser Aktion hat - oder nicht. Schließlich gibt es noch andere Marken. Solange aus Preisvorgaben keine Preisabsprachen werden, sehe ich das ganz gelassen.
 
Hi Micha,

Im Prinzip hast du Recht. Der Kunde hat durch sein Kaufverhalten die Macht zur Veränderung.

Leider funktioniert das hier nicht denn dieses System gibt es ja nicht nur bei Skywatcher sondern allem Anschein nach auch bei allen anderen großen Marken. Das bedeutet eben leider auch dass wir als Käufer innerhalb Europas diese Macht nicht haben.

Aber genauso wie es mal Händler gegeben hat die die marktbeherrschende Stellung von Vehrenberg, Baader & Co durchbrechen wollten, wird es auch mal ein paar Händler geben die mehr Lust auf unternehmerische Freiheit haben als auf Gängelei durch "Generalimporteure".

Ich finde es im Übrigen sehr interessant dass solche "Vorgaben" sich heute überhaupt durchsetzen lassen - denn anders als in den 70ern als es wirklich nur eine Handvoll Händler gab, sind Astrohändler heute ja an jeder Straßenecke zu finden. Das lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es Absprachen zwischen den Händlern gibt die dieses System stützen. Anders lässt sich das nicht erklären... Das stützt auch die Aussage von Lajos, wenn er sagt:
"Bei mir ist mein (und wohl mein Mitarbeiter's) Existenz steht auf den Spiel - ja, ich gestehe, ich habe Angst davon."

CS,
Martin
 
Zitat von lajos:
4. ich werde wohl nie Kunden mit leerem Werbeslogens zu schnellen Kauf animieren.

Hallo Lajos,

ich bezog diese Aussage nicht auf dich, sondern auf die Ankündigung von Skywatcher. Bitte nicht falsch verstehen.

Ansonsten vielen Dank für die ausführliche Darstellung der Sachverhalte. Mal schauen, wie sich die Sache in 2010 entwickelt.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Carsten!

Danke für die Antwort #675233!

Hallo Alle!

Ich bin gerade dabei die Preise umzustellen, gleichzeitig vergleichen mit anderen Anbieter (und dabei die ganze Preissituation zu analysieren - eine super Beschäftigung für Sonntag Abend :( , meine Frau freut sich besonders.
...und ich werde meine Homepage voraussichtlich bereits am 29./30. Nacht aktualisieren. Dann habt Ihr noch Chance in Deutschland schnell zuschlagen.

Langsam kriege ich aber einen Durchblick: einige Preise werden doch gesenkt - z.B. Rohrschellen, Polarscope, Gegengewichte.

Für Einsteigerteleskope unter 200€ gibt es kaum Vorgaben - hier haben die Händler freie Preisgestaltung.

Mehr Kopfzerbrechen macht mir, wie ich eine AZ3 Montierung um 119€ und eine EQ2 um 99€ in der Zukunft loswerden kann. Vielleicht mache ich einen Kratzer ans Tripod und vermarkte als Ausstellungsstück...

Die ganz begehrte Produkte gehen aber aufwerts: 120 EDs (beide Ausführungen), ärgste ist die EQ6-Synscan (sollte genau 200€ höher gesetzt werden, als die derzeit niedrigste Angebot in Deutschland).

Das lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass es Absprachen zwischen den Händlern gibt die dieses System stützen.

Nein, ich muss Dir widersprechen von eigener Erfahrung. Die Preise beim "schwarze Schafe" (wo ab und zu auch ich geordnet werde...) hochzuhalten ist viel einfacher. Man sollte denen nur wenige Prozent Händlerrabatt geben, so dass die keine Spielraum mehr haben, und schon gewährleistet ist die hohe Preisniveau.
Ich kann die "empfohlene" Preise entweder von freiem Wille zu halten und von Gewinn den Monatsgehalt meine Mitarbeitern pünktlich zu zahlen, oder muss ich wegen höhere Einkaufspreise "einhalten" und wegen Gewinneinbüsse ein oder zwei Mitarbeiter entlassen.
So einfach ist es...

PS: Man sollte natürlich den Ausdruck "schwarze Schafe" von verschiedene Gesichtspunkte betrachten: billigere Preise zu machen ist einerseits Kundenfreundlich, andersseits führt dazu andere Händler aus der Markt zu werfen. Wenn es um eine Mischung "Preisreduktion mit Kundenservice" handelt, dann sind die "schwarze Schafe" wohl zu begrüssen. Wenn die Preisreduktion sich aber auch mit stottende Serviceleistungen (z.B. nicht kulante Verhaltung bei Garantieansprüche usw...) mischt, und ausschliesslich die Händlerkollegen aus der Markt zu drängen zielt um die Preise später wieder erhöhen, dann glaube ich nicht, dass es ein Kundenfreundliches Tat ist. Man sollte immer vor Augen halten, was eine Preiskorrektion (sowohl aufwärts auch als runter) mitbringen könnte.
Und bitte frag mich nicht, was das JETZT mitbringt: ich habe nicht die leiseste Ahnung. Ich werde aber so handeln, dass ich alle fünf meine Mitarbeitern behalten kann.


CS: lajos
 
Hallo Lajos,

ich will hier keineswegs gegen dich persönlich etwas sagen sondern mehr meinen allgemeinen Eindruck widergeben.

Aber das was du hier schilderst ist ja eigentlich unfassbar!

Es werden Händler mit höheren Einkaufspreisen bestraft und aus dem Markt gedrängt wenn sie sich nicht an "Preisvorgaben" halten???

Jeder der noch daran glaubt Preise würden im Astrobereich durch Wettbewerb bestimmt, lese diesen Thread...

Und selbst wenn es keine Absprachen zwischen den Händlern gibt, ist es mindestens genauso schlimm wenn ihr nichts dagegen unternehmt...

Martin
 
Hallo Martin,

ja, sorry, aber... was bitte dachtest Du denn? Da greift doch ganz klar das, was man schon in der Schule über Oligopol lernt. Da können sehr leicht ohne Preisabsprachen oder andere verbotene Instrumente trotzdem dieselben Wirkungen erzielt werden, indem man durch bestimmte Maßnahmen das stützt.
Und natürlich wird das sogar durch unsere Gesetze unterstützt. Ich möchte an den Fall erinnern, als ein bekannt kleiner Händler den Import von Orthos einstellen musste, weil ein anderer Händler auf einen Vertrag als Generalimporteur für dieselben Okulare unter anderem Label (aber mit gleichem Hersteller) verweisen konnte. Das hat ja (mit welchem juristischem Mittel auch immer) sofort und einschneidend gegriffen - man bekommt die Dinger nicht mehr.

Man kann also weder von einem freien Markt sprechen (den die EU-Träumer ja immer da durchsetzen, wo die Umsetzung den Verbraucher/Arbeitnehmer allerheftigst in den Allerwertesten tritt), noch kann man von einem Monopol reden.
Letztendlich läuft da draußen Ringelfietz mit Anfassen aber verschärft, also jeder gegen jeden und wo kein Kläger da kein Richter, und wer selbst kein Schwert führt kann sehr wohl durch das Schwert sterben...

Was will man auch erwarten, wo doch der Zoll auf Optik für nachgewiesene chinesische Herkunft von m.W. 14% auf 1% reduziert ist. Da liest sich doch die Definition für Zoll als der gespielte Witz!

Und wenn ich schonmal dabei bin, Lajos, die wenigsten Reklamationen für Skywatcher, das ist echt der Ball auf dem Elfmeterpunkt. Ich nehm mal Anlauf: Skywatcher-Kunden sehen eben den Reklamationsfall nicht... (Autsch, der ist grenzwertig.)

Und was die Träumerei angeht, dass der Kunde durch Nichtakzeptanz der Preise das regelt, also durch nicht kaufen. Äh, wie schreib ich das jetzt? Sag mal einer Schafherde sie soll auf's Grasen verzichten! Uiuiui, "verzichten" ist doch so ein hartes Wort.
Jedenfalls wird Skywatcher genau dann aus dem Billigsegment rauskommen, wenn sie Waren liefern, die nicht dem Billgsegment entstammen. Dazu müssten aber z.B. erstmal voll justierbare Refraktortuben her und in sich justierstabile Refraktorobjektive.
Ich würde sagen, Skywatcher träumt davon, Teleskope aus dem Billigsegment so schön blankgeputzt zu verkaufen, dass der geblendete Kunde denkt, er hätte was ganz edles und optisch perfektes gekauft. Das geht auch. Ganz problemlos. Der Kunde darf nur keinen Vergleich zu optisch wirklich ausgereiften Teilen haben und am besten muss der vorher durch ein wirklich grottiges Discounterteleskop geschaut haben - passt ja, dafür sind die Preise frei. Hallali!

Clear Skies
Sven

PS/Edit: Das wovon Skywatcher so träumt, hat Wiliam ja eigentlich die ganzen Jahre über gemacht, oder?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

danke für deine deutlichen Worte. Nur ein Nachtrag in eigener Sache: Ich war / bin sicherlich nicht so naiv gewesen zu glauben das Geschäftsmodell im Bereich Astro sei anders als hier dargestellt. Aber es ist schon erhellend wenn ein Händler mal darüber plaudert - sonst wird einem immer gern mal Paranoia unterstellt.. :)

Noch eine Sache zum Thema "Absprachen unter Händlern": Ich kann beim besten Willen nicht glauben dass es das nicht geben soll. Wie anders wäre zu erklären das solche Strukturen so lange Bestand haben?

CS,
Martin
 
Hallo Martin!

Nimm einfach einen Beispiel bei Lebensmittelhandel und wird Dir alles klar sein.

Für Naturjoghurt wird der Preis in ALDI Zentrum vorgegeben. Zwei Aldi Filialen können nicht miteinander Wettbewerb machen.
Das Wettbewerb beim Naturjoghurt gehört zwischen Aldi und Lidl und Pennymarkt und und und...


Wir Astrohändler sind auch "quasi" Vertragshändler (ohne schriftlichen Vertrag), nur wir vertreiben die Ware nicht nur von einen, sondern von mehrere Hersteller, weil der Astromarkt vergleichweise zur Lebensmittelmarkt wesentlich kleiner ist.

Es wird kein Wettbewerbsituation zwischen zwei Händler auftreten, die die GLEICHE Ware aus GLEICHEN Quelle (Landesdistributor) beziehen. Das Wettbewerb findet zwischen SkyWatcher und Celestron und Meade oder Vixen und andere Marken statt. Wir Händler sind nur die letzte Station an der Vertriebskette.

Unsere einzige Möglichkeit ist mit Eigenprodukte und mit Eigenimport ALTERNATIVE Produkte anzubieten (siehe TS, Omegon, Astroprofessional, Lacerta usw...) und damit das Wettbewerb in Trapp halten.

Lass es mir ganz kurz erklären, warum ein Preisvorgabe (wohlgemerkt NICHT Preisabsprache) nützlich sein kann:

Nehmen wir an, Du brennst erstklassige Schnaps, welche rumherum in Münster berühmt ist und DU LEBST DAVON. Dir kostet eine Flasche zu herstellen 14 Euro und Du verlangst für eine Flasche 20 Euro am Stadtmarkt. Aber in Grossraum Münster gibt es viele Märkte - so gibst Du für andere Marktleute (nennen wir Hannes, Klaus und Janosch) auch von Deinem Schnaps und sagst, dass nach jedem verkauften Flasche dürfen sie für sich 3 Euro behalten (also die sollen Dir 17 Euro pro Flasche zahlen).

-Ein von der Marktleuten (sagen wir Janosch) denkt aber, er wäre auch nur mit 1 Euro zufrieden und bietet Dein Schnaps für 18 Euro an. Eine Woche später beschweren sich Deine Stammkunden, nennen Dich Preistreiber und sagen, dass sie Deinen Schnaps an der Nachbarmarkt um 18 Euro kaufen konnten und die verlangen, dass Du in der Zukunft für 18 Euro den Schnaps anbietest.
Es ist aber noch nicht alles: Hannes und Klaus nehmen sich bezug an die neue Marktsituation und wollen, dass Du in der Zukunft für 15 Euro Händlerpreis Dein Schnaps gibst, weil an der Markt den 18 Euro Preis sich bereits durchgesetzt hat und die wollen die gewöhnte 3 euro vom Verkaufspreis haben.

-Was Antwortest Du an Deinen Stammkunden?
1.) gibst du den Schnaps für Deinen Stammkunden um 18 Euro (hast Du noch immer 4 Euro verdient) damit bestätigst aber den neuen niedrigen offiziellen Preis. Dementsprechend wird Dein Verdienst durch Hannes und Klaus nur 1 Euro sein (statt 3).
Dein Einkommen hat sich letztendlich schmerzlich reduziert - das geplantes Urlaub (sagen wir Fernreise nach Australien) muss abgesagt werden.

2.) Du sagst, die sollen es dort um 18 Euro kaufen und sagst an Janosch: Ich sehe, dass Du auch nur mit 1 Euro Gewinn zufrieden bist - ich gebe Dir deshalb mein Schnaps in der Zukunft um 19 Euro.
So wird Dein Einkommen fast so hoch sein, wie es Du geplant hast und geniesst den Urlaub mit deiner Familie in Australien.

Sollte Janosch kluger sein und nicht mit Preisreduktion Hannes und Klaus aus der Markt drängen wollen (z.B. zur jedem Schnaps gäbe er eine Tafel Schokolade dazu), wäre er die beliebste Händler (pardon, Marktverkäufer) in grossraum Münster und hätte keinen Krach mit Martin...


CS: lajos
 
Hallo Lajos,

danke für deine Einlassung. Sie zeigt (ohne dir persönlich zu nahe zu treten) dass du nichts vom Wettbewerb verstanden hast.

Das genau ist das Wesen des Wettbewerbs dass sich der Preis nach dem richtet, der die Ware am günstigsten anbieten kann.

Wenn ich Hersteller bin, rechne ich auf meine Herstellungskosten einen Satz drauf und das ist dann mein Verkaufspreis - in der Regel der an den Händler.
Ich kann dem Händler natürlich versuchen vorzuschreiben welchen Endpreis er am Markt durchsetzen soll. Und wenn der Händler sich entscheidet einen anderen Preis zu verlangen kann ich als Hersteller natürlich dafür sorgen dass der Händler meine Ware nicht mehr bekommt.

Aber wenn alle Händler von ihrer Freiheit als Kaufleute Gebrauch machen, und andere Preise für meine Waren verlangen als ich versuche ihnen vorzuschreiben, kann ich mich auf den Kopf stellen und alle aus meinem Vertriebsnetz streichen. Das Einzige was dann passiert ist das niemand mehr meine Waren kauft weil die Händler die sind, die die Waren in der Breite verteten und verkaufen.

Um in deinem Beispiel zu bleiben: Ich kann als Hersteller diese Händler ausschließen und mir bleibt dann nur noch der Markt in Münster - der in Osnabrück und Hannover, den mir die Händler möglicherweise eröffnet hätten, kann ich vergessen es sei denn ich kümmere mich selbst darum.

Glaub mir Lajos, wenn ihr als Händler Herr eurer Geschäfte wärt und ihr euch diesem Diktat nicht beugen würdet, würden alle davon profitieren. Außer ein paar Herstellern und Generalimporteuren die sich an diesen Absprachen eine goldene Nase verdient haben...

CS,
Martin
 
Hallo Martin,

naja, auf dem Papier! Eigentlich ist es doch so, dass in der Geschäftsbeziehung zwischen einem Hersteller/Importeur, der selbst verkauft, und reinen Vertreibern genau solche Spielchen stattfinden. Das liegt in der Natur der Sache. Unterbinden kann man dies nur, indem ein Hersteller wirklich keinen Endkundenverkauf macht und einen Verkaufspreis nach seinen Vorstellungen festlegt, bzw. sagen Wir die Nachfrage am Markt regelt den Preis. Und genau da liegt für Nischenprodukte der Haken, denn die Nachfrage ist für neue Produkte schwer einschätzbar. Aber das lässt sich weiter spinnen, denn um sich von den anderen Vertreibern abzuheben geht dann einer her und nimmt eine große Stückzahl ab und fordert mit dem Argument einen günstigeren Einkaufspreis beim Hersteller. Das kann er sogar verargumentieren, nämlich größere Serie dann relativ pro Einzelstück kleinere Kosten beim Hersteller, also mehr Produktivität. Dann aber sind die anderen Händler nicht mehr konkurrenzfähig, sie verlieren Marktanteile. Mehr Kunden konzentrieren sich auf den günstigen Händler - wenn aber nur noch ein Händler vertreibt, kann auch gleich der Hersteller allein vertreiben - Huch! Oder aber der Hersteller macht den Preis für alle günstiger - dann aber hat man letztendlich wieder eine Preisvorgabe für den Händler, denn bei gleichem Abgabepreis kann man kaum große Preisunterschiede erwarten, wenn der Preis in der Hauptsache von den Herstellungskosten bestimmt wird.

Was die Absprachen unter Händler angeht: Du schreibst das, als wäre das nötig. Das ist es doch gar nicht. Es ist ganz normal, dass ein Händler die Preise der Konkurrenz kennt. Muss ich das jetzt noch weiter ausformulieren? Fahr' mal zur Tankstelle. Erinnerst Du Dich noch an die frühen 80er? Damals wurden Spritpreiserhöhungen in den Nachrichten durchgegeben. Dort hieß es dann beispielsweise "Esso, Aral und Shell wollen nachziehen...". Übrigens ist der Erdöloptionshandel und der Treibstoffvertrieb der schlimmste Sumpf an Bereicherung auf Kosten der ganzen Volkswirtschaft - und alle Aufsichtsorgane schauen lächelnd zu. Wenn 1990 der Spritpreis an einem Tag um 7 Pfennig angehoben worden wäre, ohne dass der Rohölpreis in Rotterdam denselben Sprung gemacht hätte, wären wohl Tanken demoliert worden.
Ich bringe das mal mit hier rein, um auch einmal anzuzeigen: Der Kunde macht das alles mit! Ganz klaglos...
Du schriebst da was von Paranoia - das kriegt man eben immer wieder zu hören, zur Strafe für's Augen aufmachen und mitdenken...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Lajos,

dein Vergleich der Aldifilialen mit den Händlern für Skywatcher
Produkte hinkt an Krücken. Der Unterschied:

Die Aldifilialen sind nur Filialen, leine selbstständigen Händler.
Die Angestellten dieser Verkaufspunkte werden von Aldi bezahlt.

Die Skywatcherhändler sind selbstständige Händler. Diese Händler
arbeiten auf eigene Rechnung, sie werden nicht von Skywatcher bezahlt.

Die Praktiken im Astro-Bereich habe ich schon mehrfach kritisiert.
Es kann nicht angehen daß im EU Binnenraum einem Händler aus
Frakreich "verboten" wird einen Nakatashi nach D zu liefern,
oder einem Händler aus GB verboten wird einen Arian Spiegelsatz
nach D zu liefern. Das verhindert Wettbewerb. Diese Praktiken
wurden den Automobilfirmen untersagt.Aber um den Astronomie-
Bereich kümmert sich bei der EU offenbar niemand.

In solchen Fällen ist meine Reaktion fast immer: Konsumverzicht.

Dann warte ich eben bis sich auf dem Gebrauchtmarkt eine gute
Gelegenheit ergibt.

Was mir nicht gefällt:
1) unterschiedliche Einkaufspreise für verschiedene Händler
--> erschwert Wettbewerb
2) unterschiedliche Steuersätze in den verschiedenen EU Ländern
--> erschwert Wettbewerb
3) Lieferverbote in andere Länder
--> verhindert Wettbewerb
4) unzutreffende Bewerbung
(ist hier off-topic, aber ich wollte es nur mal anmerken)

MfG, Karsten
 
Hallo Martin,

klar gibts Preisabsprachen zwischen Händlern, es gab erst kürzlich den Fall daß sich ein Händler öffentlich hier im Forum darüber aufgeregt hat daß sich ein anderer nicht daran gehalten hat, Du erinnerst Dich :/

Viele Grüße Felix
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute,

also ich sehe die Sachlage wesentlich unkritischer. Ok, Syntha erhöht die Preise, na und? Alle erhöhen Preise, dauernd und immer wieder, und 10% kommt oft vor...nur merken wir es kaum.

Syntha will das Billigsegment verlassen: Ok, das tun sie doch schon seit Jahren, Schritt für Schritt. In den untersten Preisligen gibt es keine Neuerungen von Syntha, die spielen sich hauptsächlich in den oberen Etagen ab, also bei EvoStar und Equinox.

Was mir Kopfzerbrechen bereitet ist die Tatsache, daß nun ein Brite das Geschäft in Europa leitet. Nicht daß der gieriger wäre als unsere deutschen Generalimporteure, er ist nur amerikanischer. Und das bedeutet: Friss oder stirb! Für uns Kunden in D bedeutet das überproportional hohe Preise, wie auch bei Celestron, einer Syntha-Tochter. Und es wird den innereuropäischen Handel ganz sicher erschweren, soweit kenne ich die relativ brutale Art der britischen Geschäftsleute!

Aber, das erhöht auch die Vertriebschancen europäischer Produkte, denn die Preisdifferenz wird kleiner. Und ob sich das auf Dauer Syntha leisten können wird, wage ich zu bezweifeln. GSO lauert schon, und Omegon, oder wie der Hersteller immer heissen mag, wird auch nicht lange auf sich warten lassen. Der Kampf um den Markt findet nicht hier statt, er findet in Asien statt!

Lajos jammerte (sorry, war nett und herzlich gemeint) daß die EQ-6 um 200 Euro teurer wird. Was solls, dann hat sie das Niveau von Mitte 2009 (jetzt 999 damals ca. 1200). Für den Händler ird es dann allerdings knapper, denn die Erhöhung kann er nicht voll an die Kunden weitergeben, zumindest nicht auf Dauer. Aber das hat auch wieder einen Vorteil für uns. Dadurch sind die Händler gezwungen, vermehrt alternative Produkte anzubieten und in den Markt zu pushen. Ein Beispiel: Wir müssen die murksigen Haupspiegelhalterungen die heutzutage angeboten werden kaufen. Wer kennt schon die Hersteller in den USA, die qualitativ hervorragende Produkte herstellen. Keiner, denn die sind hier nicht gewollt. Noch verdient man mit China-Ware besser. Aber wenn die Chinesen doch die Preise nach oben drücken, dann bekommen sie über kurz oder lang Konkurrenz durch "westliche" Hersteller, und schon geht der Preiskrieg von Neuem los.
Oder es werden dauernd die Baader-Auszüge beworben. Warum bei dem Dollarkurs nicht auch die von JMI oder Starlight. Weil sie weniger Gewinn bringen.

Und wenn sich die Realtion zugunsten westlicher Produkte etwas verschiebt, kann es nur gut sein.

Sind wir ehrlich: Wer von uns hier schaut bei einem Teleskop für 1000 Euro ob es es woanders nicht für 900 gibt. Er trifft seine Kaufentscheidung klar nach dem gesamten Leistungspaket, also incl. Service, Beratung, Nebenprodukte usw. Und da wird es dann eher für Kistenschieber eng...was mich ehrlich gesagt nicht wirklich stört.

So, das waren meine Cents,

CS
Ulrich
 
Hi Felix,

ja, daran erinnere ich mich. Und ich schrieb damals dass sich mein Mitleid in Grenzen hält...

Um das nochmal klar zu machen: Es geht hier nicht um einfaches Händler-Bashing. Das ist einfach und billig. Hier geht es um das seit Jahrzehnten gewachsene System der Wettbewerbsverhinderung! Und offenbar wird jeder, der neu als Händler einsteigt, Mitglied dieses Systems...

CS,
Martin
 
Moin!

Das habe ich kommen sehen....

Zitat von Lajos:
PS: Man sollte natürlich den Ausdruck "schwarze Schafe" von verschiedene Gesichtspunkte betrachten: billigere Preise zu machen ist einerseits Kundenfreundlich, andersseits führt dazu andere Händler aus der Markt zu werfen.

Zitat von Sven_Wienstein:
Jedenfalls wird Skywatcher genau dann aus dem Billigsegment rauskommen, wenn sie Waren liefern, die nicht dem Billgsegment entstammen. ...... Hallali!

Jedenfalls will Skywatcher aus dem Billigsegment rauskommen ohne was anderes als jetzt zu liefern!

Tja, Kunde bekommt jetzt das was er durch sein Kaufverhalten die letzten Jahre verdient. Die Mittelklasse ist nun weggebrochen und der Billiganbieter kann jetzt Mittelklassepreise für die Billigklasse verlangen. Die Oberklasse bleibt weiterhin unberührt weils dieses Segment immer geben wird.

In diesem Sinne schließe ich mich Sven an mit seinen Worten:

Hallali!

Gruß

Robert
 
Ich glaube Ihr macht euch zuviel, vielzuviel Gedanken über Skywatcher , werden diese der Kundschaft zu teuer, so öffnen Sie somit den anderen Chinaherstellern alle Türen und dort stehen die großen Importeure schon bereit :-)

Es wird kommen wie immer, der Markt regelt alles von selbst, ganz egal wer wie versucht was zu beeinflussen, wetten das ???

In diesem Sinne

einen guten Rutsch
 
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