Tablet statt gedruckter Sternatlas

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Heljerer

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Hallo zusammen!

Ich spiele mit dem Gedanken, auf Papier bei der nächtlichen Beobachtung zu verzichten. Ich bin rein visueller Beobachter. Ich habe einen 18-Zöller, für den ich bei hochstehenden Objekten eine Leiter brauche.

Bisher mache ich das so:
Zu Hause orientiere ich mich grob, was ich nachts beobachten möchte. Das suche ich mir dann nachts im Deep Sky Atlas raus. Den Sternaltas habe ich auf einem stabilen Notenständer, an dem ich eine Rotlichtlampe angeklipst habe. Bei Objekten wie Neptun schaue ich schnell aufs Smartphone mit Stellarium.

Was mir daran nicht gefällt:
- Zusätzliche Schlepperei für Notenständer
- Schlepperei für Bücher
- Zeit für Auf- und Abbau des Notenständers
- Abstand Notenständer zu Teleskop: Hin und her gehen zwischen Teleskop und Notenständer; Leiter runter Leiter rauf. (Abstand muss groß genug sein, damit der Notenständer, falls er umfällt, nicht das Teleskop erwischt.)
- Flatternde Seiten im Wind (zum Glück selten)
- Querchecken anderer Literatur schwierig bei Nacht (ohne Tisch)

Daher Überlegung: Umstieg auf Tablet.

Stelle ich mir so vor:
- Tablet mit Halterung an Leiter befestigen
- Skysafari Pro 6
- Betrieb im Rotlicht-Nachtmodus oder mit Folie

Hat jemand von euch damit praktische Langzeiterfahrung?
Seht ihr für euch einen echten Fortschritt gegenüber dem Papieratlas? Wo seht ihr Vorteile, wo Nachteile?
Welche App verwendet ihr?
Welches Tablet verwendet ihr?
Wie lang hält der Akku?
Was macht ihr im Winter, damit der Akku nicht schlapp macht?
Funktioniert das zuverlässig mit dem Nachtmodus?
Wie sieht's mit der Bedienung mit Handschuhen aus?
Wie plant ihr die Beobachtungsnacht?
Wohin legt ihr euer Tablet? Tisch, Notenständer, Halterung, Jackentasche?
Wie ist eure Erfahrung mit Tau?

Bin gespannt auf eure Erfahrungen.

CS
Wolfgang

 
Hallo Wolfgang,
ich hätte ne andere Idee......
"Was mir daran nicht gefällt:
- Zusätzliche Schlepperei für Notenständer
- Schlepperei für Bücher
- Zeit für Auf- und Abbau des Notenständers
- Abstand Notenständer zu Teleskop: Hin und her gehen zwischen Teleskop und Notenständer; Leiter runter Leiter rauf. (Abstand muss groß genug sein, damit der Notenständer, falls er umfällt, nicht das Teleskop erwischt.)
- Flatternde Seiten im Wind (zum Glück selten)
- Querchecken anderer Literatur schwierig bei Nacht (ohne Tisch)"

Im Bürobedarf gibt es so Klemmschienen aus Kunststoff wo man 3 bis 4 Blatt Papier zusammen machen kann in dem man sie in die Schiene schiebt.
So eine Schiene habe ich mit einem Tesa-strip an den Küchenschrank geklebt für Rezepte wenn ich mal was ausprobieren will.
Wenn Du so ne Schiene irgendwie in der Nähe des OAZ, oder an der Leiter befestigst.
Könntest Du, Dir die benötigten Karten Scannen, ausdrucken und Laminieren.
Da wären zumindest die ersten fünf von Dir aufgeführten Punkte ausgeräumt.

Ich habe mit dem Tablet die Erfahrung gemacht.
Skymap auf Nachtmodus man sieht alles und dann poppt irgendeine Werbung von einer anderen App auf und man steht im grellen Licht ....
Drum nehme ich das Tablett meistens nur am Anfang der Beobachtungen, zur groben Orientierung wenn noch nicht alle Sterne zu sehen sind.


Gruß Wolfgang



 
Hallo Wolfgang und Wolfgang,
Zitat von Wolfgang_Fuchs64:
...Ich habe mit dem Tablet die Erfahrung gemacht.
Skymap auf Nachtmodus man sieht alles und dann poppt irgendeine Werbung von einer anderen App auf und man steht im grellen Licht ...

guck doch mal diesen Beitrag an:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...php/topics/1351389/Windows_in_Rot#Post1351482

So mache ich das mit meinem iPad. Primär abgedunkelt mit roter Windradfolie und gut ists..
 
Hallo Wolfgang!

Wolfgang_Fuchs64]Könntest Du, Dir die benötigten Karten Scannen, ausdrucken und Laminieren.

Das entspricht leider nicht der Art und Weise, wie ich beobachten möchte. Ich möchte schon die Freiheit der kurzfristigen Entscheidung haben. Da brauche ich schon einen ganzen Sternatlas. Sternkarten ausdrucken und mitnehmen mache ich nur, wenn ich mir Asteroiden und ähnliche "stellare" Objekte anschauen will. Da wird nix laminiert, sondern nur in eine Klarsichthülle gesteckt und nach der Beobachtungsnacht sofort wieder weggeschmissen.

Ich suche aber etwas für die Deep-Sky-Beoachtung. Ich denke SkySafari ist schon gut dafür geeignet. Es geht mir aber in erster Linie nicht um die Frage, wie gut das Programm ist, sondern um die Frage ob die Methode Tablet für die Widrigkeiten der Nacht überhaupt tauglich ist. Die Frage geht vor allem an Leute, die das schon länger praktizieren und über ihre Erfahrungen berichten können.

CS
Wolfgang
 
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Hallo!

Zitat von Wolfgang_Hofer:
... ob die Methode Tablet für die Widrigkeiten der Nacht überhaupt tauglich ist. Die Frage geht vor allem an Leute, die das schon länger praktizieren und über ihre Erfahrungen berichten können.

Bei der Arbeit haben Tablets bei uns schon vor Jahren die gedruckten Karten abgelöst (Luftfahrt). Vollständig und ohne Backup. Die Akkus halten einen ganzen Arbeitstag - oder eine Arbeitsnacht - wenn man bei Nichtgebrauch den Ruhezustand aktiviert, was beim iPad durch Zuklappen des Schutzdeckels passiert. Und irgendwelche lästigen Werbungen die im falschen Moment „aufpoppen“ gibt es auch nicht, dafür muss man den Apps nämlich nur verbieten, Mitteilungen (so heisst es beim iPad, bei Android nennen sie es „Benachrichtigungen“) zu senden. Ist ein Häkchen in den Einstellungen.

Für Sternkarten nehme ich auch schon lange das iPad, allerdings reicht meine persönliche Standfestigkeit nur für wenige Stunden, was das iPad bisher klaglos mitgemacht hat. Ich habe es auch noch nicht taufest einpacken müssen dafür, das könnte jetzt im Herbst allerdings ein Thema werden.

Viele Grüße
Maximilian
 
Hallo,

ich benutze Nachts immer ein ausrangiertes Smartphone (einfaches Wiko) mit einer Sternkarten-App (z.B. Mobile Observatory). Der Vorteil ist, dass man es bei Bedarf aus der Jackentasche holen und es dann wieder warm und sicher zurückstecken kann.

Uwe
 
Hi!

Danke an alle, die geantwortet haben.

Ich habe mir gestern Skysafari 6 Pro aufs Smartphone gespielt und werde es damit erstmal parallel zum Sternatlas probieren. Ich werde das Display noch mit roter Folie abdunkeln. Es wird sich herausstellen, ob das Display groß genug ist. Vorteil ist auf jeden Fall gegenüber dem Tablet, dass ich das Handy in der Jackentasche warm halten kann (dank japanischer Taschenwärmer). Aus vergangener Erfahrung weiß ich, dass der Handy-Akku schon bei -5 °C schlapp macht. Also irgendwo anklemmen oder auf einen Tisch legen geht zumindest im Winter nicht.

Ich weiß noch nicht, ob das Starhopping so gut klappt wie mit dem gedruckten Atlas. Ich habe Schwierigkeiten, die Sternhelligkeiten richtig einzuschätzen. Mal sehen...

CS
Wolfgang
 
Bin ich im Moment auch dabei mich zu orientieren.

Leider nur im Besitz eines Samsung Tablet. Das Problem ist, dass die meisten Apps für den Bildschirm am Handy geschrieben sind. Auf dem größeren Bildschirm am Tablet gibts leider immer wieder Probleme mit einer guten Auflösung. Ich denke Apple hätte hier Vorteile statt Android Tablet. Das Samsung Tablet macht allerdings seitens Akkulaufzeit schon einige Zeit mit, vorallem wenn der Bildschirm sowieso schwach eingestellt ist.

Als Schutz verwenden ich ein Outdoor Case für mein Samsung. Das ist bis zu einem gewissen Grad auch gegen Staub/Schmutz und sogar ein paar Regentropfen geschützt:

https://www.amazon.de/sm-t580-Serie...&sr=1-5&keywords=samsung+tablet+outdoor+hülle

Dann bräuchte man auch eine saubere Halterung um das Tablet an der Montierung irgendwo zu befestigen. Dann wäre das eine feine Sache. Leider bietet der Zubehörhandel hier nichts brauchbares an, oder es ist wie bei den Handyhalterung nur billiges China Plastikzeug.

Da besteht seitens der Händler vielleicht einmal Handlungsbedarf, oder man schneidert sich eine gute Halterung aus Alu.

Dann ist immer noch das Problem: Welche App könnte man verwenden? Stellarium als App ist Grottenschlecht und bietet nicht die Funktion der PC Version. Schon getestet.
 
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Zitat von FredM:

Ich verwende am meisten „Star Walk“ und „Sky Safari“, sowohl auf dem iPad als auch auf meinem Samsung/Android-Mobiltelefon. Die gibt es von kostenlos bis „pro“ inkl. Teleskopsteuerung.

Und an Haltern für Tablets herrscht wirklich kein Mangel! Von ganz billig bis ganz teuer. Ich verwende keinen, aber wenn, dann würde ich sowas wie diesen hier aussuchen: https://infuu.de/tablet/home-office...e-tablet-pc-fuer-tisch-rohr-klemme-superclamp
Kann man an einem Stativbein anklemmen und sehr flexibel ausrichten. Alternativ ein „Magic Arm“ bzw. Chinaklon davon mit einer Halteplatte dran.

Grüße
Maximilian
 
Zitat von FredM:

Wie schon geschrieben: Ich habe mir Skysafari 6 Pro installiert. Das hat zwar ca. 20 Euro gekostet, ist es aber auch wert - soweit ich das bisher beurteilen kann.

Alle anderen Apps, die ich bisher noch auf dem Smartphone hatte, sind damit überflüssig geworden.

Jetzt bleibt nur noch der harte Praxistest, vor allem im Winter bei Handschuhbetrieb.

CS
Wolfgang

 
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Hallo @Heljerer

Kannst du mal dein Fazit zu "Tablet als Atlas" nach den nun vergangenen 3 Jahren darlegen? Also was sich als "best practice" herausgestellt hat, z.B. betreffend dem Gebrauch im Winter. Oder wie du "Aufzeichnungen" handhabst, falls du solche machst.

Ich bin erst seit kurzem auf Tablet umgestiegen. Beobachte auch nur visuell, ohne Motorisierung. Hat halt unbestreitbare Vorteile an Grösse, Handling und Gewicht. Zuerst noch auf Smartphone 6.5" "schmalformat", zu klein, nun auf 8 Zoll Android Tablet. Werde noch kurz 10 Zoll testen, ergibt aber bereits im Vorfeld eher ein "zu gross und zu schwer". Ja, mit Skysafari, scheint mir doch recht alternativlos.

Auch betreffend hier: Voice Record Aufnahme Ton Android App, Lösungen fürs Protokoll Log Beobachtung?

Gruss
 
Hi, es gibt für Android eine App namens twilight. Dort stellt man die Farbe für "richtiges " Rot und den Verdunkelungsgrad (ca. 70%) ein.
Da poppt dann auch nix auf. Fürs Beobachten nutze ich Sky Safari.
Es gibt für dasSamsung und wahrscheinlich auch für andere Tabletts Schutzhüllen für raue Arbeitsumgebungungen. Die haben einen Neckholder mit dabei. Für mich ist das praktisch. Baumelt halt dann vorm Bauch.
 
Hi Wolfgang,

bei einem Tablet wäre mir der Bildschirm zu klein. Ich mache das so:

NB 15" schwächste Helligkeit auf dem Monitor eingestellt + Software f.lux , da kanst du das ganze schön rot färben.
und
The Cambridge Double Star Atlas V2. (ganz ohne Karte) für die grobe Orientierung geht es leider auch nicht.

Damit mache ich seit 1,5 Jahren gute Erfahrung.

cs
Lothar
 
Liest sich alles spannend. Ich zerre immer noch einen Bierbanktisch in den Garten, auf dem ich dann Sky Atlas 2000.0, Uranometria 2000.0 und BafK ausbreite. Dazu noch Filter und Notizzettel - der Tisch ist voll.
Eigentlich wollte ich beim Spechteln ganz bewusst auf Monitore verzichten, weil ich ja wie andere auch schon den ganzen Tag auf Pixel starre. Aber die Flexibilität einer digitalen Sternkarte reizt mich schon... Also folge ich dem Thread sehr gerne, denn wenn ich meinen Dob dann irgendwann einmal unter dunklerem Himmel aufbocke, dann habe ich die Bierbank garantiert nicht im Auto!
Stichwort Notizen: Auch da grübele ich - bislang werden ein paar Stichworte aufgekrickelt und später dann in Excel gesammelt. Diktieren? Spracherkennung mag helfen, dann gleich Speech-to-text - denn ohne das ist Diktiertes abschreiben auch eine Mühe (hatte ich seinerzeit beim Volldruckspechteln für das Messierbuch). Auch dazu lese ich gerne weiter...

Aber Hauptsache - CS!

Stefan
 
hallo,
ich nutze auch nur noch Skysafari auf dem Ipad und finde mit der Kombi die Objektsuche sehr entspannt.
Es gibt dazu übrigens Beobachtungslisten zum runterladen in der App,
z.B. Herschel 400 oder die besten Doppelsterne oder Carbonsterne und viel mehr, da ist man eine Zeit lang beschäftigt.
Die gedruckten Karten nutze ich nicht mehr…
Meine nächste Anschaffung dazu wird eine stoßfeste Hülle mit Umhängeriemen, dann brauche ich auch keine Bierbank mehr ;)
CS Alex
 
Hallo @Heljerer

Kannst du mal dein Fazit zu "Tablet als Atlas" nach den nun vergangenen 3 Jahren darlegen? Also was sich als "best practice" herausgestellt hat, z.B. betreffend dem Gebrauch im Winter. Oder wie du "Aufzeichnungen" handhabst, falls du solche machst.
Mein Fazit der letzten 3 Jahre:
Ich bin beim gedruckten Atlas geblieben. Für die helleren Objekte den Deep Sky Reiseatlas und für die dunklen Funzeln den Interstellarum Deep Sky Atlas.
Sky Safari benutze ich auf dem Smartphone, aber eher für Objekte wie Asteroiden oder für die Suche am Taghimmel. Das Smartphone stecke ich immer wieder zurück in die Tasche, dann kann es nachts nicht unterkühlen und tagsüber in der Sonne nicht überhitzen.

Eine Befestigung des Smartphones oder Tablets an der Leiter hat sich mittlerweile auch erledigt, weil ich die Leiter durch Plattformen ersetzt habe.

Ich denke, jeder muss für sich selber probieren, was ihm am besten liegt. Das ist sehr individuell.

Gruß
Wolfgang
 
In den letzten Jahren habe ich "alles" ausprobiert, früher mit Uranometria und Burnham, später mit Deep Sky Reiseführer und ausgedruckten Karten (Guide), auch mal mit dem interstellarum Deep Sky Atlas und als Begleiter (seit es das gibt) ein Smartphone mit Sky Safari oder Mobile Observatory. An den Tablets und Smartphones stört mich noch immer, dass man die Dinger nicht wirklich dunkel kriegt. Es kann passieren, dass man entsperren muss und einen hellen Bildschirm sieht. Bei der aktuellen Version von Skysafari 6 plus ist die Tastatur zum Eingeben gesuchter Objekte zu hell. Das alles macht nichts, wenn man nicht gerade unter finsterstem Himmel die allerschwächsten Objekte finden möchte. Aber für engagierte Aktionen kann ich mich damit nicht anfreunden.
Schon seit 2002 nutze ich für Aufuschkarten, Nachschlagen von Objektinfos und die Planung - Überraschung - Eye&Telescope. Hier konnte ich selbst umsetzen, was ich als praktisch tauglich empfinde. Mit dem Rotmodus des Programms und einer zusätzlichen roten Plexiglasscheibe ist es in keiner Situation zu hell. Bei der Bedienung habe ich versucht, dass man die Karten praktisch komplett per Maus bedienen kann (schwenken, zoomen und rotieren), weil man dann kein Licht braucht, um die passenden Tasten zu finden. Wenn man eine Objektbeschreibung eintippen will, geht das natürlich nicht. Hier wäre eine Spracheingabe cool, aber als ich damit vor ca. 10 Jahren mal Versuche unternommen habe, hat das nicht zufriedenstellend funktioniert. Vielleicht ginge das heutzutage besser, doch das habe ich nicht mehr verfolgt. Bei manchen Beobachtungen in Namibia kam dann das uralte Diktiergerät zum Einsatz und ich habe nur die Angaben "live" im Log erfasst, bei denen man klicken und auswählen kann (also alles bis auf die eigentliche Beschreibung). Das Band hört man dann in Ruhe nach der Beobachtung ab und kann noch Ergänzungen aus dem Gedächtnis vornehmen.
Bei mäßiger Kälte (nicht unter -10°C) haben meine Thinkpads immer nett mitgespielt. Mit der Stromversorgung ist es natürlich so eine Sache, wenn die Akkulaufzeit nicht reicht. Da ich inzwischen nicht mehr ganze Nächte durchmache, reicht es eigentlich meistens. Wenn man in der Nähe des Autos ist, gibt es auch immer eine Lösung mit einem 12V-Adapter. Bräuchte ich inzwischen die lange Laufzeit ohne Steckdose, würde ich einen 12V-Adapter vom Notebookhersteller nehmen und als Stromquelle einen Celestron Powertank. So ein Teil benutzte ich seit einem Jahr für das C8 und bin davon sehr angetan. Ja, es ist teuer aber es hält lange und es ist auch klein und leicht. Nach Experimenten mit "Starthilfetools" aus dem Baumarkt will ich von solchem Zeugs nichts mehr wissen. Das hat nie lange gehalten, wenn man es nach längerer Zeit benutzen wollte war es leer oder wegen der Tiefentladung gleich kaputt. Ich wollte aber auch keine Autobatterie mitnehmen, die dann fachgerecht gepflegt werden muss, damit sie in den langen Nutzungspausen nicht kaputt geht.
Schließlich gibt es noch die Empfehlung aus dem "Anhalter": ich decke das Notebook zwischendurch mit einem Handtuch zu. Das hält bei Kälte etwas die Eigenwärme fest und schützt zudem vor Taufeuchtigkeit. Handtuch rulez!
CS und viele Grüße
Tom
 
Nun aus gegebenen Anlass und weil hier immer noch hartnäckig behauptet wird, dass ein Handy bzw. Tablett nicht dunkel zu bekommen ist.
Was spricht dagegen bereits im Vorfeld die Helligkeit extrem herunterzuregeln und die Automatik abzuschalten. Btw. für Android kann ich die App twilight empfehlen. Permanentes, richtiges Rotlicht. Und sonstige App, die stören kann man im Vorfeld auch abwarten. (keine mobilen Daten)
ym2c Sigvald
 
Hab hier was zu " Tablet " und Skysafari dazugeschrieben:
 
Nun aus gegebenen Anlass und weil hier immer noch hartnäckig behauptet wird, dass ein Handy bzw. Tablett nicht dunkel zu bekommen ist.
Was spricht dagegen bereits im Vorfeld die Helligkeit extrem herunterzuregeln und die Automatik abzuschalten. Btw. für Android kann ich die App twilight empfehlen. Permanentes, richtiges Rotlicht. Und sonstige App, die stören kann man im Vorfeld auch abwarten. (keine mobilen Daten)
ym2c Sigvald
Habe Twilight mal ausprobiert, aber auch damit lässt sich das Problem nicht lösen, dass Teile der Tastatur beim Suchen in SF6 hell bleiben. Das Problem besteht nicht mit SF6 auf einem iPad, könnte also Android-spezifisch zu sein. Auf Android passt die rote Tastatur von SF6, wenn man das Gerät ins Querformat dreht. Kurioserweise ist zunächst die Ziffernzeile der Tastatur nicht rot, also hell. Dreht man dann quer und wieder zurück auf hoch, dann sind die beiden oberen Zeilen der Tastatur nicht rot, also eine Zeile mehr als im ersten Anlauf. Ob das nun an Android liegt oder an SF6, ist (mir) eigentlich egal. Da hilft auch keine "Rot-App". Mir war halt bisher nicht klar, dass der Fehler bei iOS nicht auftritt.
Danke auch für die Infos zum Voice Recorder. Ich glaube, ich bleibe bei meinem steinzeitlichen Olympus Pearlcorder. Der stört nie mit Licht und mit den großen Tasten ist das Ding im Dunkeln bequem zu bedienen. Eine digitale Aufnahme hätte Charme, wenn dabei gleich per KI die Transkription rauspurzeln würde. Im Logbug will ich Text und keine MP3-Attachments, weil die ja nicht durchsucht werden können und nur Speicherplatz verplempern.
 
Hallo zusammen,

nachdem hier bereits einige Erfahrungen bzgl. der Nutzung von digitalem Kartenmaterial geschrieben wurde, möchte auch ich meine Erfahrungen hierzu mit euch teilen.

Seit 2018 Nutze ich SkySafari 5 (Pro) auf meinem Tablet (Samsung Tab S2). Da mir die Problematik mit der weißen Tastatur bekannt war, bzw. ich auf dem Tablet noch andere Funktionen während des Beobachtens nutzen wollte, habe ich ein passendes Gehäuse für das Tablet gebaut. In dieses habe ich eine rote Folie (Lee Colour Filter 787 Marius Red) eingelegt. Auf der Seite des Herstellers gibt es sogar ein Diagramm mit einer Transmissionskurve: LEE Colour Information and Spectral Charts.
Um das Tablet besser halten zu können, habe ich mir eine sogenannte Popsocket gekauft, welche ich auf die Rückseite des Tablets geklebt habe. Das ist eine Art Knauf, der das ermüdungsfreie Halten des Tablets ermöglicht. Damit das Tablet nicht aus dem Gehäuse herausfällt, habe ich beide Teile mittels Klettband fixiert. Damit das Tablet nicht verkratzt bzw. satt im Gehäuse sitzt, habe ich das Gehäuse mit Filz ausgekleidet.
Das Gehäuse hatte ich damals aus Edelstahl gefertigt (1,00 mm, gebürstet). Ich hatte dieses mit 1 mm umlaufend Platz konzipiert und mittels CAD konstruiert. Bei mir auf der Arbeit wurde das Blech anschließen mittels Laser zugeschnitten und abgekantet. Damit der Innenradius möglichst klein ist, habe ich eine 8 mm Matrize genutzt. Für diejenigen, die etwas Fertigs möchten, gibt es den Anbieter "Otterbox". Hierzu kann ich jedoch keine Erfahrungen nennen.


Tablet Front.JPG

Tablet schräg.JPG


Seitdem ich das Tablet nutze, kann ich fast nur Positives darüber berichten. Eine Akkuladung reicht ohne Probleme für eine lange Winternacht. Wenn das Tablet zu kalt ist, arbeitet es zunehmend langsamer. Hier macht es Sinn, dieses in die Jacke bzw. in den beheizten Okularkoffer zu verfrachten. Durch das Gehäuse ist das Tablet relativ umempfindlich gegegen Tau, da dieses abgeschirmt ist. Allerdings beovorzuge ich es, das Tablet trocken zu halten, indem ich dieses warm halte. Schon allein deshalb, weil nasse Finger sehr schnell sehr kalt werden. Ich nutze das Tablet ausschließlich für die Astronomie (Kartenmaterial, Führungen). Damit das Tablet durch Updates nicht verschlimmbessert wird, ist es in der Regel vom Netz getrennt bzw. offline. Wenn ich für SkySafari aktuelle Daten benötige, wähle ich mich für 15 bis 30 Minuten in das WLAN ein. In dieser Zeit akutalisiert sich SkySafari. Danach trenne ich wieder die Verbindung. Der Touchscreen lässt sich auch mit der davor gespannten Folie einwandfrei bedienen. Selbst bei feinen Berührungen reagiert der Bildschirm. Lediglich bei der Nutzung mit Handschuhen funktioniert es nicht. Es braucht die blanken Finger zum Bedienen. Zusammen mit der Folie lässt sich das Tablet ausreichend dimmen. Ich nutze die zwei niedrigsten Helligkeitsstufen. Wichtig ist, dass bei SkySafari der Nachtmodus eingeschaltet ist, da ansonsten die blauen Beschriftungen durch die Folie unlesbar sind. Wenn ich das Talbet beim Beobachten mal nicht nutze, dann lege ich es gerne auf das zweite Sitzbrett meines Beobachtungsstuhles (Füssener Astrostuhl). Dieses ist in der Regel unmittelbar unter das andere Sitzbrett gesteckt. Auf meinen Reisen nach Namibia bzw. auf La Palma hat sich das Tablet in Kombination mit Gehäuse bzw. der Folie zu meiner vollsten Zufriedenheit bewährt!

Vor allem beim Starhopping spielt das Tablet seine Stärken voll aus. Ich halte das Tablet am Knauf und drehe es soweit, bis der Anblick im Okular mit der Ansicht auf dem Tablet identisch ist. Mit den gedruckten Karten ist das aufgrund des Formats und des Gewichts nicht immer einfach. Auch kann ich mir bei SkySafari das jeweilige Gesichtsfeld einblenden lassen und es auf dem Bildschirm einpassen. Durch die kompakten Maße und das geringe Gewicht, lässt sich das Tablet auch über lange Zeit hinweg ermüdungsfrei halten. Das Starhopping wird dadurch zum Kinderspiel.
Auch wenn ich das Tablet immer dabei habe, gehen die anderen Kartenwerke (Stropek, Deep Sky-Atlas bzw. Guide, BAfK usw.) immer mit. Wenn ich zum Beispiel Objekte aus dem Hickson-Katalog oder Quasare beobachte, greife ich aufgrund der dort abgebildeten Fotos lieber auf die gedruckten Karten zurück. Die gedruckten Karten und SkySafari ergänzen sich hervorragend!


Gruß
Simon
 
habe ich ein passendes Gehäuse für das Tablet gebaut. In dieses habe ich eine rote Folie (Lee Colour Filter 787 Marius Red) eingelegt.
Ist diese Folie nur eingelegt? Oder an das Metallgehäuse geklebt, oder gar mit dem Tablet selbst verklebt?
Würde mich interessieren, wie gut so eine Folie das mitmacht, das dauerhafte herumhantieren, wie das Tablet wiederholt in eine Tasche oder eine Schlitzöffnung als temporäre Ablage zu stecken.
Und bleibt die Touch-Funktionalität uneingeschränkt erhalten?

Gruss

EDIT:
Des weitern würden mich im Zusammenhang Erfahrungen zu diesen Touchscreen Gloves interessieren. Mit dem Begriff lassen sich jede Menge Modelle von 0 bis Deluxe finden. Funktioniert es damit wirklich wie mit blanken Finger?. Ich lese von "eingelegten Metallfäden", die das offenbar begünstigen/ermöglichen. ??. Hatte nun schon ein paar nach-24-Uhr Beobachtungen, wo es recht kühl wurde und ich mich mit äh, fingerlose Radhandschuhe behalf. ;)

Als Spontaneinfall denke ich auch an die unzähligen "Schutzhüllen" für Tablets. Die lassen sich gewiss auch hierfür missbrauchen, allenfalls zuschneiden und dort ran die Folie fixieren. Für alle weder Metallarbeiter noch Werkstattinhaber. ;)
 
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