Hallo Katrin,
man muß unterscheiden. Automatische Nachführung, das kann heißen, daß Du einfach nur einen kleinen Motor möchtest, der ruhig tuckernd das Teleskop so einigermaßen mit dem Himmel mitschwenkt, damit man nicht alle paar Sekunden nachkorrigieren muß.
Oder es kann heißen Goto, so daß das Teleskop die Objekte selbst sucht.
Wenn Du Goto möchtest, und in der Hauptsache Planeten beobachten willst, dann solltest Du Dir bewusst sein, daß Du sehr viel Geld dafür ausgibst, daß das Teleskop automatisch eines der hellsten Gestirne am Himmel anfährt. Denn Planeten sind zur Zeit ihrer interessantesten Sichtbarkeit meist das hellste Gestirn (merke: Gestirn ist nicht gleich Stern) des Nachthimmels (abgesehen vom Mond). Ausnahmen sind nur Uranus und Neptun, die aber keine wirklich interessanten Beobachtungsobjekte sind und in einem kleinen Gerät auch nur wenig anders als ein Stern aussehen. Saturn ist die echte Ausnahme, er konkurriert mit den wenigen hellsten Sternen, ist aber meistens das hellste Gestirn in seiner Himmelsgegend. Ist Saturn am Himmel, probiere die 5 hellsten Sterne aus (wenn man gar keinen Plan von der Richtung hat) und Saturn ist dabei!
Warum also viel Geld darein stecken, daß das Teleskop etwas leistet, was man selbst als absoluter Anfänger noch gebacken bekommt?
Die Anforderung an ein transportables Gerät hingegen ist ja sehr ernstzunehmen. Gut, da muß man schauen, was man schleppen will. Für die Planetenbeobachtung sehe ich da zwei Teleskoptypen: Ein kleines Maksutov-Cassegrain (kurz Mak) oder einen kleinen APO. Der APO ist für gewöhnlich spürbar teurer, der Mak kompakter aber nicht so vielseitig für Deepsky, weil der APO für schwächere Vergrößerungen gut ist. Einen gut transportablen Achromaten würde ich nicht empfehlen, denn der ist eher ein Teleskop für Deepsky bei schwacher Vergrößerung und für Planeten nicht die optimale Wahl.
Ich würde mal als Vorschlag in den Raum stellen einen Mak mit ca. 100mm Öffnung auf einer kleinen, parallaktischen Montierung. Wenn es unbedingt gaaanz leicht sein muß, dann eine EQ-1, aber wenn Dir ein Trecking-Rucksack nicht zuviel ist, dann ginge auch eine EQ-2 oder EQ-3, was wegen besserer Stabilität dann auch mehr Komfort bei der Beobachtung bedeutet. Für alle 3 Montierungen gibt es (jeweils andere) 1-Achsen-Motorisierungen, die nicht zuviel kosten.
Das würde ich für Deine Zwecke für eine gute Basis halten.
Schau Dich mal bei den Händlern um, für einige Maks gibt es sogar genaue Gewichtsangaben zusammen mit Montierung, so daß Du gut abschätzen kannst, wieviel Du schleppen musst oder magst.
Clear Skies
Sven