Taukappe für Schmidt-Cassegrain mit aktiver Belüftung

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ein Thema, was bei mir schon seit langem auf der Liste steht, ist das Projekt einer Taukappe für ein Schmidt-Cassegrain wie mein C11 EHD mit aktiver Belüftung, was die Taubildung auf der Schmidt-Korrektorplatte ohne Beheizung vermeiden soll. Dadurch sollte das potenziell auftretende Problem mit z.B. Spikes an den Sternen durch übermäßige Erwärmung der Schmidtplatte vermieden werden, wie hier zu sehen. Vielleicht wirkt sich das auch etwas positiv auf das Seeing aus. Im Grunde habe ich das Problem mit dem Heizring mittlerweile recht gut im Griff, ich wollte die Anti-Tau-Lüfter-Variante dennoch mal ausprobieren.

Meine Vorstellung war, dass der Lüfter ca. in der Hälfte der Taukappe durch einen schrägen Durchbruch mit Auflagefläche angebracht wird. Ungefähr so ausgerichtet, dass er einfach mittig auf die Platte bläst.

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Einfach nur den Lüfter auf die schräge Öffnung setzen hat mir nicht gereicht, da ich auch vermeiden will, dass Streulicht durch den Lüfter durchkommen kann. Also habe ich noch zusätzlich eine passende Abdeckung mit seitlicher Öffnung für die Luft anfertigen lassen, welche über den Lüfter kommt.

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Die Innenseite habe ich zusätzlich noch geschwärzt, um die Reflexion von Streulicht in Innere zu vermindern.

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Für die Konstruktion habe ich einen 80 x 80 Lüfter gewählt. Dies erschien mir als guter Kompromiss zwischen große Öffnung und mehr Anfälligkeit für Streulicht, und einem kleinen Lüfter, der für einen Durchfluss eine höhere Drehzahl erreichen muss. Ich habe extra einen Lüfter mit 2-Pol Anschluss gewählt, und habe mir hierzu einen kleinen Spannungsregler verbaut. Ich habe ihn so eingestellt, dass der Lüfter gerade anfahren kann, und in so ziemlich kleinster Drehzahl arbeitet. Ich habe das auch schon mit meiner Powerbox Micro getestet, womit ich den Lüfter auch per Taupunktsensor steuern könnte, damit dieser nicht dauerhaft drehen muss.

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Ich musste die Ecken des Lüfters noch abschleifen, damit er in die Abdeckung passt. Sitzt aber fast schon perfekt. Optimal wäre es gewesen, wenn ich den Lüfter mit Anti-Vibrations Befestigungen anbringe, welche potenzielle Vibrationen absorbieren, und etwas Luft drumherum lasse, damit der Lüfter freischwebend ist. Da das ganze aber nicht ich selbst konstruiere und drucke, wollte ich meine Angaben nicht weiter verkomplizieren. Das wäre aber sicher etwas für eine V2 Weiterentwicklung, falls sich diese Konstruktion überhaupt bewährt. Unter Strich läuft das ganze ja mit sehr niedrigen Drehzahlen. Keine Ahnung, ob das ausreichen wird. Vielleicht braucht es zu Vermeidung einen stärkeren Luftstrom.

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Und so sieht das dann alles zusammengeschraubt aus.

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Auch wenn ich noch keine finalen Ergebnisse bzw. Erfahrungswerte liefern kann, wollte ich das trotzdem mal vorzeigen, und gerne auch Meinungen von euch anhören. Bis die ersten Erfahrungen damit entstehen, wird sicher noch einige Zeit vergehen, und dann sollten ja auch optimal nasse Nächte für so einen Test anstehen. Ich bin gespannt, was dabei herauskommen wird. Vielleicht war die Konstruktion auch nur für die Katze. :D

Was noch fehlt ist die Auskleidung von Velour auf der Innenseite, das muss ich noch final machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dane,

mit dem seitlichen einblasen/absaugen von Luft sehe ich eher kritisch, dito bei Spiegeln da wird unnötigerweise Luftunruhe erzeugt, sehr wahrscheinlich ist die Strömung turbolent! Aus meiner Sicht muss die Luft nach hinten abgesaugt werden (laminare Strömung). Ich hätte die Taukappe etwas größer im Durchmesser gemacht so das, dass hintere Ende so etwa 40-50 mm hinter der Schmidtplatte liegt, natorlich mit einem "Deckel" auf den ich die Lüfter saugend über Absaugkanäle angebracht hätte. Diese Bauweise hätte noch den Vorteil das es eigentlich kein Streulicht geben sollte! Bei meinem TAK und meinem RC funktioniert das Absaugen tadellos bei beiden habe ich kein Tubusseeing, meiner Meinung nach sollte das bei einem C11 ebenso tadellos funktionieren.

CS
Alex
 
Hallo Alex,

ich glaube es handelt sich hier um ein Missverständnis. Es geht hier in erster Linie um die Vermeidung von Tau auf der Schmidt-Platte. Auf das Tubusseeing werde ich mit dieser Konstruktion wohl keinen entscheidenden Einfluss haben, da bei einem SCT der Tubus durch die Schmidt-Platte geschlossen ist. Außer dass ich die Schmidt-Platte nun nicht mehr beheizen müsste, um die Taubildung zu vermeiden. Es handelt sich hier um einen anderen Aufbau, wie du es von deinem TAK oder RC kennst.
 
Hallo Dane,

ja das ist mir bewußt, aber jegliche Querströmung wird irgendeinen Effekt haben sei es ein ewig langer Tubus oder nur eine kurze Taukappe! Ich würde die Luft nichts desto Trotz nach hinten abziehen!

CS
Alex
 
Hallo Dane,

tolles Projekt und Bilder. Gute Idee auch direkt einen Streulichtschutz zu integrieren.

Wie ich das gesehen habe, kam mein Gedanke direkt auf einen Radial-Lüfter. Vielleicht ist das ja nochmal eine Überlegung wert oder kommt genug Luftsrom an, trotz das der Lüfter eine Abdeckung oben hat?

Wegen der Luftströmung würde ich mir erstmal nicht so viele Gedanken machen. Sicher und das war/ist ja das Ziel besser als die Schmidtplatte mit dem monströsen Heizring zu braten.

@Skipper_H
Wie soll das absaugen nach hinten funktionieren? Es geht um die Vorderseite einer Schmidplatte am SC. Meinst du einen seitlich angebrachten Lüfter der die Luft raus zieht?

Grüße,
Alex
 
Hallo Dane,
eine interessante Idee.
Anspruchsvoll gefertigt, wie ein serienreifer Prototyp.
Für das Design bekommst Du schon mal die volle Punktzahl.

Nun bin ich sehr gespannt, ob es der Lüfter schafft, der Schmidtplatte die Wärmemenge zuzuführen, die die Platte durch Strahlung in Richtung kaltem Himmel abgibt. Da die Wärmemenge ohne Einsatz einer Heizung aus der Umgebungsluft kommen muss, wird vermutlich viel Luft zu bewegen sein.

Schafft es der Lüfter dagegen nicht, die Temperatur der Schmidtplatte über dem Taupunkt zu halten, geht der Schuss tatsächlich nach hinten los, denn dann wird der Schmidtplatte zusätzlich Feuchtigkeit zugeführt, die dann das Betauen noch begünstigt / beschleunigt.

Aber dann hast Du immer noch die Option, ein Heizelement nachzurüsten. Dein Aufbau (Lüfter / Kappe) ist ja quasi modular…..

Jedenfalls freue ich mich auf Deinen Erfahrungsbericht, nach den ersten feuchten Nächten.

CS

Dietmar
 
Hallo zusammen,

bezüglich Abdeckung und Luftstrom merke ich für das erste "gefühlt" keine Beeinträchtigung, dass dadurch weniger Luft durch kommt. Ich kann das natürlich nicht genau Messen. Was die ersten Versuche ganz ohne C11 gezeigt haben, dass die Abdeckung nicht perfekt ausreichend ist. Wenn ich die Taukappe mit Lüfter in Richtung einer Lichtquelle halte, kommt noch in bestimmten Winkeln ganz wenig Licht durch die Ecken des Schachtes ins Innere durch. Der Schacht sollte also optimal noch leicht nach unten abgeknickt sein. Aktuell habe ich einfach eine schwarzes Plättchen geknickt und aufgeklebt, was das Problem schon mal vollständig eliminiert hat.

Ob das mit der niedrigsten Umdrehungszahl wirklich ausreichend ist, da habe ich noch meine Zweifel. Sollte sich Tau bilden, müsste ich hier mal die Drehzahl etwas erhöhen.

Bezüglich dem Design kann ich nur Beschränkt die Lorbeeren einkassieren. Die Konstruktion hat der Kollege mit dem grossen Drucker gemacht, zwar nach meinen groben Anweisungen, aber die Details, welche mich selbst begeistert haben, sind vom Fachmann entsprungen.

Im Grunde habe ich drei Punkte auf dem Schirm, mit dem ich mir mit der Konstruktion Abhilfe erhoffe:

1. Reduzierung des Temperaturunterschieds zur Umgebungsluft:
Der Luftstrom führt ständig neue, etwas wärmere Umgebungsluft an die Platte. Das verhindert oder verlangsamt das weitere Abkühlen der Platte unter den Taupunkt. Ob der Luftstrom in kleinster Stufe ausreichend ist, das muss sich beweisen. In voller Drehzahl hätte ich bedenken, ob hier Vibrationen zum Nachteil werden könnten. Wobei ich hier vermute, dass die Taukappe selbst noch etwas absorbiert, und am Ende das C11 auch einiges an Masse aufweist.

2. Verhindert die Ausbildung einer isolierenden Grenzschicht:
Die Grenzschicht ist angeblich so etwas wie ein feuchter Schleier direkt auf der Platte, welcher sich kaum bewegt. Diese Luft wird durch die kalte Platte selbst auch kalt und enthält viel Feuchtigkeit. Das ist schlecht, weil genau in dieser ruhigen Schicht dann Tau entsteht. Der Lüfter bläst diesen Schleier weg bzw. zerreisst diesen, und das sollte ebenfalls gegen das Beschlagen vorbeugen. So jedenfalls in der Theorie.

3. Verdunstung von Feuchtigkeit:
Wenn bereits ein leichter Film entstanden ist, kann bewegte Luft helfen, diese Feuchtigkeit schneller wieder verdunsten zu lassen. Wie beim Auto, wenn sich auf der Innenseite der Frontscheibe etwas taubildet, und man die frontale Lüftung einschaltet, welche direkt drauf bläst. Auch hier wieder zu Hinterfragen, ob der Luftstrom auf kleinster Stufe hierzu ausreichend wäre. Oder gibt es hier vielleicht einen Mittelweg, dass abgesetzte Feuchtigkeit durch die bewegte Luft einfach kontinuierlich verdunstet wird? Ich weiss es nicht.

Was ich hierbei auch hinterfragen müsste, ob ein dauerhafter Betrieb zwingend notwendig ist, oder ob wie vorgesehen, eine Zuschalten bei erreichen oder unterschreiten Taupunktes auch schon ausreichend ist.

Der Heizring bleibt auf jeden Fall mal weiterhin drauf, auch wenn er von nun ab nicht in Betrieb genommen wird. Im Fall der Fälle, kann ich ihn einfach wieder aktivieren.
 
@Skipper_H
Wie soll das absaugen nach hinten funktionieren? Es geht um die Vorderseite einer Schmidplatte am SC. Meinst du einen seitlich angebrachten Lüfter der die Luft raus zieht?
Hallo Alex,

da es bei einem SC schwierig ist durch den Tubus zu saugen, hatte ich ja geschrieben die Taukappe so zu dimensionieren das Sie einen Spalt um den Tubus lässt. Dann die Luft nach hinten durch den Spalt absaugen, da gibt es eigentlich beim 3D-Druck kaum Grenzen auch dürfte über den Spalt kein Streulich eintreten.

CS
Alex
 
Hallo Alex.

Bin gespannt was die praktische Erprobung zeigen wird.
Mein Bauchgefühl meint eher dass sich durch Hinblasen der "feuchten Umgebungsluft" auf die Schmidtplatte die Taubildung auch verstärken könnte....

Es wird wahrscheinlich sehr auf geringe Temperatur Unterschiede und den Feuchtigkeitsgehalt der Luft ankommen.

Als robuste Lösung hat sich an einem C9.25 EHD eines Vereinskollegen der originale geregelte Tauheiz-Ring erwiesen, und auch Taukappen aus ISO Matte am eigenen SC.

Letztendlich zeigt das nur die Praxis in einer feuchten Nacht, von daher viel Erfolg :y: .


VG Hermann
 
Bin gespannt was die praktische Erprobung zeigen wird.
Mein Bauchgefühl meint eher dass sich durch Hinblasen der "feuchten Umgebungsluft" auf die Schmidtplatte die Taubildung auch verstärken könnte ...

Letztendlich zeigt das nur die Praxis in einer feuchten Nacht ...
... Ich hatte / habe genau diese Überlegung / Meinung auch.
Die handwerkliche Ausführung schaut auf alle Fälle aber gut aus.

Ich bin dann " gespannt " bzgl. einer praktischen Erfahrung damit.
Bis dahin ...
Gruss
Marco
 
Hallo Dane,
halte mal deine Hand in einer eher kühlen, zu Tau bildendem Nacht vor die Frontlinse. Du wirst sofort sehen, vor allem bei Planeten Aufnahmen, das du unmittelbar Schlieren und extremes Seeing verursachst!
Ich würde eher die Taukappe ersteinmal verlängern und mit hydroskopischem/saugfähigem Material auskleiden. Dabei entsteht keinerlei Turbulenz. Oder beobachte, wen möglich, oberhalb der Bodenschicht, zbsp auf einem Balkon!! Da gibt's keinen Tau!
Viele Grüße Frank
 
Hallo Frank,

eine Verlängerung der Taukappe hatte ich mir auch überlegt, ist aber bei mir aufgrund der Höhe nicht praktikabel. Zudem möchte ich die Windanfälligkeit nicht steigern. Deswegen habe ich den Gedanken wieder sein gelassen.

Eine erhöhte Möglichkeit wie einen Balkon habe ich nicht.
 
halte mal deine Hand in einer eher kühlen, zu Tau bildendem Nacht vor die Frontlinse. Du wirst sofort sehen, vor allem bei Planeten Aufnahmen, das du unmittelbar Schlieren und extremes Seeing verursachst!
Hallo Frank,
das "Seeing", das Du mit der warmen Hand vor der Optik erzeugst, sind Schlieren durch Konvektion.
Wenn Du extrem defokussierst, kannst Du das auch beeindruckend sichtbar machen.

Verwirbelte Luft mit großen Strömungsgeschwindigkeiten erzeugen diesen Effekt aber nicht.
Jedenfalls nicht so, dass es uns stören könnte.
Das kannst Du auch sehr einfach probieren, indem Du mit einem -am besten zunächst auf kalt gestellten- Fön die Optik von schräg vorne anbläst.
Du wirst sehen, es passiert nichts.

Beispiel:
Mein RC 14 hat hinten drei 80mm-Lüfter eingebaut, die ordentlich Luft durch den Tubus blasen, und vor den Spiegeln ganz sicher mächtig verwirbeln.
Würde die verwirbelte Luft Seeing verursachen, wäre das Teleskop unbrauchbar. ......es funktioniert aber ganz gut........

Noch ein Beispiel:
Wir haben manchmal Nächte in der Sternwarte, in denen es so feucht ist, dass unsere Spiegel, Linsen und Platten trotz Tauheizungen beschlagen.
Dann werden die Haartrockner ausgepackt, und die kritischen Flächen werden getrocknet und durch wiederholtes Anblasen mit warmer Luft soweit temperiert, dass sie nicht weiter beschlagen.
Dass das jemals extremes Seeing verursacht hätte, ist bisher nicht überliefert.

CS

Dietmar
 
halte mal deine Hand in einer eher kühlen, zu Tau bildendem Nacht vor die Frontlinse. Du wirst sofort sehen, vor allem bei Planeten Aufnahmen, das du unmittelbar Schlieren und extremes Seeing verursachst!
Weil die Hand Wärme an die Luft abgibt und wärmere Luft weniger Dichte hat werden die aufsteigenden Schlieren sichtbar. Bei gleicher (Luft-)Temperatur sieht man davon wenig bis gar nichts.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Alex,
hast Du mit verwirbelter Luft vor der Optik (Gebläse, Fön, Wind ect. ) schlechte Erfahrung gemacht?

CS

Dietmar
Hallo Dietmar,

sorry für die späte Antwort, wenn ich die Lüfter an meinem RC (Truss-Tubus mit Streulichtschutz) bzw. TAK 180 blasend laufen lasse erhalte ich sauberes "gewabbere", d.h. die Sterne blähen sich richtig auf! Dies ist auf Turbolenzen über dem HS zurück zu führen Luft strömt um den HS (Spalt) um dann in den Tubus zu strömen dann strömt die Luft quasi um die Ecke nach Reynolds, Nusselt oder Brandl kommt es zwangsläufig zu Turbolenzen! Saugend logischerweise nicht, da entstehen die Turbolenzen hinter dem Spiegel nicht auf bzw. davor! Da kann das seitliche einblasen über den Spiegel bzw. Schmidt-Platte es nur noch schlimmer machen, wenn bewegte Luft im Tubus / vor dem Spiegel dann bitte nur langsam und hinter den Spiegel absaugend, auch eine geringe Luftströmung um den HS verhindert wirkungsvoll Tau. Zumindest hatte ich weder mit dem RC noch dem TAK irgendwelche Tau-Probleme, selbst beim beobachten / fotgrafieren lasse ich den / die Lüfter bei entsprechenden Taupunkt langsam mitlaufen! Beim Temperaturausgleich können die Lüfter natürlich auch volle Pulle laufen da spielen Vibrationen keine Rolle!

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Bei meinen TAK ist der Lüfter mittig auf der Haupspiegelzelle angebracht, Takahashi ist da so freundlich einen Deckel hin zu bauen so das ein 60ger Lüfter drauf passt, ein wenig 3D-Drucken muss man auch dann klappt es mit der Tauverhinderung.

Das wird beim C11 natürlich schwierig, dennoch würde ich auch da die Luft nach hinten weg ziehen mit etwas Phantasie ist das kein Problem, ich habe jetzt nur keine Lust etwas in 3D zu konstruieren, da ich noch ein anderes Projekt fertig konstruieren möchte und da fehlen mir noch eine Menge Kleinteile die Konstruiert werden wollen. Wenn ich damit fertig bin stelle ich das gerne hier im Forum vor, hat allerdings nur indirekt mit Astronomie zu tun!

CS
Alex
 
Hallo Alex.

Bin gespannt was die praktische Erprobung zeigen wird.
Mein Bauchgefühl meint eher dass sich durch Hinblasen der "feuchten Umgebungsluft" auf die Schmidtplatte die Taubildung auch verstärken könnte....

Es wird wahrscheinlich sehr auf geringe Temperatur Unterschiede und den Feuchtigkeitsgehalt der Luft ankommen.

Als robuste Lösung hat sich an einem C9.25 EHD eines Vereinskollegen der originale geregelte Tauheiz-Ring erwiesen, und auch Taukappen aus ISO Matte am eigenen SC.

Letztendlich zeigt das nur die Praxis in einer feuchten Nacht, von daher viel Erfolg :y: .


VG Hermann
Hallo Hermann,

ich schrieb saugen nicht blasen! Also saugend kommt weniger Feuchtigkeit auf die Schmidtplatte, positiver Nebeneffekt es gelangt auch weniger Staub auf den Spiegel/Schmidtplatte da erwartungsgemäß weiter oben sich weniger Staub befindet als weiter unten!


CS
Alex
 
Hallo Alex.

Ich hatte die Bilder und Beschreibung von Dane Vetter's Start-Beitrag gelesen, und meine Gedanken fälschlicherweise an dich gerichtet.... tut mir leid.

VG Hermann
 
Hallo zusammen

meine neue Taukappe hatte vergangene Nacht am C11 EHD ihren ersten Praxiseinsatz. Trotz deutlich erkennbarer Kondensation und herablaufender Wassertröpfchen auf der Außenseite blieb die Schmidtplatte vollständig frei von Taubeschlag. Angesichts der hohen Luftfeuchtigkeit bin ich überzeugt, dass die Platte ohne zusätzliche Maßnahmen, wie in diesem Fall die durch die Taukappe erzeugte Luftströmung, innerhalb kurzer Zeit beschlagen wäre. Aus früheren Erfahrungen weiß ich, dass es bei vergleichbaren Bedingungen, selbst mit Taukappe, aber ohne Heizband, der Tau nicht lange auf sich warten ließ.

Was ich noch angepasst hatte, war die Leistung des Lüfters, welchen ich anfangs gerade so eingestellt hatte, dass er zu drehen beginnt. Ich spürte aber insgesamt in der großen Taukappe kaum Luftzirkulation, weshalb ich es noch mal minimal erhöht hatte.

Wie man sieht, hatte ich das die oben angesprochene Gefahr bezüglich einfallenden Streulichtes über den Lüfterschacht, temporär mit einer dünnen gefalteten schwarzen Kunststoffplatte bedeckt. Ich würde ich vermutlich zukünftig die Lüfterabdeckung mit dem Kanal einfach so anpassen lassen, dass dieser leicht nach unten geknickt ist.

Ich werde mal mit der Taukappe weiterfahren, lasse aber den Heizring für den Fall der Fälle trotzdem mal ohne Einsatz am Teleskop.

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Hallo Dane,
beobachtest du in einer Niederung oder eher von einer Anhöhe?
Viele Grüße Frank
 
Alte Bauernregel,, Reif und Tau macht den Himmel Blau" 😉
Zum Leidwesen der Hobbyastronomen!!
 
Den kannte ich noch nicht. :D Es gibt ja glücklicherweise Lösungen, welche wenigstens die Arbeit unter solchen Bedingungen möglich macht. Und das ohne, die Schmidtplatte mit einem Föhn zu behandeln.
 
Die Nacht war etwas feuchter, jedenfalls ist noch mehr Wasser an der Taukappe heruntergelaufen. Die Platte war bis zum Schluss frei. Ich habe dann die Taukappe entfernt, weil ich mal aufnehmen wollte, wie ich das C11 von der Montierung entnehme. Die Zeit ohne Taukappe war vielleicht etwas zwischen 5 und 10 Minuten. Wie man kurz im Video sieht, war sie komplett zu getaut. Da ist wohl gerade viel Feuchtigkeit unterwegs gewesen...

 
Hallo Dane,
dass der Lüfter den Tau abhält, daran hatte ich keinen Zweifel. Die Frage ist nun, ob das der Schärfe eines Planetenbildes guttut. Ich hatte an anderer Stelle von den "Fähnchen" bei deinen Saturnmonden gesprochen. Gibt es da evtl. einen Zusammenhang?
VG ralf
 
Hallo Ralf,

das muss ich sicher noch mal genauer unter die Lupe nehmen. Ich habe zu Beginn mal auf die Schnelle einen Test mit ein- und ausgeschalteten Lüfter gemacht. Ich konnte hierzu keine sichtbare Veränderung vom Seeing feststellen. Ich habe das aber nur live direkt am Notebook angeschaut. Im Nachhinein ist mir klar geworden, dass ich vielleicht doch einfach eine Aufnahme ohne Lüfter hätte machen sollen, und diese dann im gestackten Zustand begutachten sollte. Das sollte ich noch nachholen. Das wird wohl auch keine 100%-Verfikation sein, da zudem das Seeing ja auch schnell schwanken kann, was vielleicht auch zu einer Fehlinterpretation führen könnte, aber es sollte sicher mal gemacht werden.
 
Hallo,
habe jetzt zum dritten mal die Schmidt-Platte mit einem Föhn freigepustet, klappt ganz gut und hält eine Weile an, ebenso die Okulare. Muß nicht unbedingt eine Taukappe sein (der Pfennigfuchser wird sagen: was soll die Stromvergeudung).

Gruß Günther
 
Hallo Günther,

ich hatte bisher nie mit einem Föhn gearbeitet, zudem ich meinen Nachbarn den Lärm in der Nacht auch nicht antun möchte. Aber mal rein von der Leistung her:

Der Föhn würde in einem Beispiel bei 1500 W und 3 min Nutzung an die 75 Wh verbrauchen. Ich weiß aber auch nicht, ob 3 Minuten nicht zu viel sind, da ich das nie machen musste, das war nur geschätzt. Die Lüftung hier, ohne es gemessen zu haben, wird vermutlich bei der geringen Drehzahl keine 0,1 A bzw 1,2 W brauchen. 1,2 W×6 h=7,2 Wh, also eher ein Zehntel von einem Föhn, der bei 3 Minuten eingesetzt wird. Ein Heizband wird in der Tat sicher deutlich mehr Leistung ziehen. Bei 1 A verbrauch, würde das bei 6 Stunden auf die 3 Minuten Föhn zutreffen. Also Leistungstechnisch, finde ich den Föhn nicht sonderlich attraktiv. Und wenn man dann die Zeit der Anwendung und Arbeit damit rechnet, gleich zweimal nicht. :) Aber das kann jeder anders sehen.

Wie auch immer das mit der Leistung am Ende zu sehen ist, für einen Beobachter mag das mit dem Föhn machbar sein. Aber für jemanden, der so ein Teleskop auch mal bei Beginn der Nacht startet, und dann ins Bett geht, ist das definitiv keine Option, wenn die Hälfte der Nacht nur unbrauchbare Aufnahmen hereingekommen sind. ;)
 
Hallo Dane,
ich habe mir jetzt das gleiche grüne Abflussrohr wie du besorgt...out of Thema....wie tief hast du es gegründet, und mit was die Säule gefüllt?
Sorry Frank
 
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