Tauschutz mal anders

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Hi David,

hier im Forum gibts einen recht umfangreichen Thread in dem es um das "lüften" eines Objektivs geht. Glaub im speziellen Fall wars ein Mak. Die Ergebnisse waren wohl zumindest für den visuellen Bereich recht brauchbar. Ich hab mir darauf hin eine (recht abendteuerliche) Konstruktion mit einem 12V 80mm Lüfter für mein 123mm LZOS Objektiv gebastelt. Zusätzlich noch einen 40mm Lüfter für meinen Sucher (Sucher Guiding, ohne Taukappe). Im letzten Herbst 2015 habe ich das testen können.

Um ausreichend Luft zum Objektiv befördern zu können, musste ich die Taukappe recht weit zurück schieben. Dadurch wurde wiederum der Raumwinkel des Objektivs zum Himmel vergrößert, also mehr Wärmeabstrahlung, schnellere Auskühlung. Dadurch wiederum Neigung zur Taubildung. Ich musste dann den Lüfter auf maximale RPM stellen (für 12V), um Taubeschlag zu verhindern.
Da der Lüfter zusätzlich für mich nicht einschätzbare Vibrationen verursacht hat, bin ich nun auf (selbstgebaute) Heizmanschette gewechselt :D.

Grüße
 
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Hmmm, sowas vibriert doch, denke ich...
Ich bleib wohl lieber bei meiner Maschettenheizung ;)

Aber hey - wenns funktioniert und Dir Spaß macht...!

Danke fürs Zeigen,
Ernie
 
Ich hab mal den alten Thread rausgesucht.
Link zum Thread

Ein weiterer Nachteil aus meiner Sicht ist, dass gerade im Frühjahr vermehrt Pollen auf das Objektiv geblasen werden.

Allerdings hab ich den Lüfter auch in einem Winkel von etwa 45° auf das Objektiv blasen lassen. Bei dir kommt die Luft ja indirekt an die Linse. Stromverbrauch kann bei Lüftern auch etwas besser sein im Vergleich zu Heizmanschetten?!
 
Meine praktische Erfahrungen dazu:

An einem C14 auf EQ8; Lüfter 120 mm mit "Noisblocker / Multiframe" zwei Drehzahlen (950 U/min) / 1700 U/min) ausprobiert.

Ich beobachte im Alpenvorland. Eine Taukappe mit Länge 1,2x Durchmesser (innen mit Velours ausgekleidet) + Dew Not Heizband an 12,5V reicht eher häufig nicht aus um Taubildung auf der Schmidtplatte zu verhindern!

Erkenntnisse:
- Nur Lüfter, ohne weitere Taukappe, reicht als Tauschutz nicht aus - egal mit welcher der oben genannten Drehzahlen.

- Vibration ist bei einem halbwegs hochwertigen Lüfter kein Thema.

- eine selbst gebaute Taukappe mit Länge 2x Durchmesser und eingebauter Tauheizung (Leistung etwa 1,5x höher als bei den käuflichen Heizbändern), innen mit Velours ausgekleidet, reicht (bisher) immer aus, um Tau auf der Schmidtplatte zu vermeiden.

- Veränderung im Seeing durch Einschalten / Ausschalten der Tauheizung / des Lüfters ist schlechtestenfalls "unmerklich" - das lokale Seeing wirkt sich meistens stärker aus (und ist nur schwer "abschaltbar")

Ob ich mir noch die Bastelei mit einer Taukappe mit ca L = D und eingebautem Lüfter antue, weis ich noch nicht. Es wäre sicherlich stromsparender als die Heizung, ist aber dank fixer Sternwarte kein Problem.

cs
Andreas
 
Zitat von fate187:
Ein weiterer Nachteil aus meiner Sicht ist, dass gerade im Frühjahr vermehrt Pollen auf das Objektiv geblasen werden.
Hallo Michael,

dann sollte man im Frühjahr bei Wind vielleicht besser den Objektivdeckel drauflassen? Der Polleneinzugsbereich eines lokalen Lüfters sollte gegenüber großräumigen Luftbewegungen (Wind) aus meiner Sicht völlig unbedeutend sein.

Gruß, Jan
 
um Vibrationen beim Gebläse zu vermeiden, eignen sich PC-Lüftermotoren gut. Die sind sehr laufruhig.
 
Zitat von Jan_Fremerey:
Hallo Michael,

dann sollte man im Frühjahr bei Wind vielleicht besser den Objektivdeckel drauflassen? Der Polleneinzugsbereich eines lokalen Lüfters sollte gegenüber großräumigen Luftbewegungen (Wind) aus meiner Sicht völlig unbedeutend sein.

Gruß, Jan

Hi Jan,

natürlich nicht, ist ja Galaxienzeit :). Ich hab allerdings festgestellt, dass durch den Einsatz eines Lüfter schon einiges mehr an Schmodder auf dem Objektiv landet als ohne.

Grüße
 
Zitat von fate187:
Zitat von Jan_Fremerey:
durch den Einsatz eines Lüfter schon einiges mehr an Schmodder auf dem Objektiv
Hallo Michael,

hilft da nicht ggf. ein Filter (Damenstrumpf) an der Saugseite des Lüfters? Ein großflächiger (!) Ventilator erscheint mir, wie schon mal an anderer Stelle vorgeschlagen, auch zur Vermeidung von Temperaturunterschieden zwischen Ober- und Unterseite des Teleskops aufgrund der Wärmeabstrahlung in den nächtlichen Himmel nützlich und somit zur Vermeidung von Tubusseeing. Zur Vermeidung von Vibrationen sollte man den Lüfter vielleicht nicht unmittelbar am Tubusende befestigen, sondern eher am Fuß der Montierung oder auf einem separaten Stativ.

Gruß, Jan
 
Ein Strumpf oder sehr feinmaschiges Gewebe könnte gehen!
Ich hab das nicht so oft testen können, habe aber festgestellt, dass der Luftstrom schn recht gezielt und stark auf die Optik zeigen muss, um Taubeschlag zu verhindern.
Wie schnell dieser eintritt wird auch immer stark von der Optik als solche und den äußeren Umständen abhängen. Von daher hüte ich mich eine generelle Aussage zu machen, Versuch macht klug :D
 
Zitat von 0carpediem:
Veränderung im Seeing durch Einschalten / Ausschalten der Tauheizung / des Lüfters ist schlechtestenfalls "unmerklich" - das lokale Seeing wirkt sich meistens stärker aus
Hallo Andreas,

ich kenne aus eigener Anschauung einen Fall, wo ein Tauschutz-Tubus über dem Spiegel eines 10" Kutters zu deutlich erkennbarem Tubus-Seeing geführt hat. Auch in dem Fall hätte vermutlich eine Tubusheizung nur eine "unmerkliche" Verschlechterung gebracht. Möglicherweise war das, was Du mit "lokalem" Seeing bezeichnest, in Wirklichkeit doch auch Tubus-Seeing?

Gruß, Jan
 
Hallo,

mittlerweile gibt es eine verbesserte Version von der Tauschutz Lüfter Variante.
hier ein Bild vom Prototypen. Ein Lüfter mit integrierter Heizung.
Vorteil: sparsamer als eine Tauschutzmanchette (läuft mit 5v) und der Schärfering ist frei zugänglich.Wenn man nicht gerade seine Originale Geli durchbohren will,kann man sich ja auch eine günstige besorgen ;-)
Falls jemand daran Interesse hat,kann er sich gerne bei mir melden .

L.G. David.
 

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Hi David,

wenn das einwandfrei funktioniert, ist doch gut =)

Ich hab mal grob überschlagen und wenn ich nichts falsch gemacht hab, komm ich etwa auf 0,1° Temperaturerhöhung durch die Widerstände. Ob das sein kann ? Auf welchen Wert kommst du, bzw. hast du mal direkt nachgemessen ?


Grüße

Benny
 
Ist halt die Frage, welchen Luftdurchsatz der Lüfter ungefähr hat. Ich bin auch auf einen ähnlichen Wert wie du gekommen.

Bei 10m³/h sind das 0,00334 kg/s. Die Widerstände dürften bei 5V ca. 0,4W Wärme erzeugen. Da komme ich dann ebenfalls auf eine Temperaturerhöhung der Luft von 0,12K.

Bei 1m³/h wären es dann immerhin 1,2K. Wobei mir ein Luftdurchsatz von 1m³/h doch extrem gering vorkäme.

Viele Grüße!
David
 
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