Tauschutzkappe: Beiheizbar wichtig?

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edentate

Aktives Mitglied
Hi,
ich bräcuhte mal Erfahrungen zu Tauschutzkappen:
Ich habe ein SC Nexstar 5SE: Lohnt sich die Anschaffung einer Tauschutzkape für das Objevktiv? Und: sollte diese beheizbar sein? Oxer ist das nicht so wichtig?
Vielen Dank für Eure Tipps.
CS Heinz
 
Hallo Heinz,

eine Taukappe ist unabdingbar, und in sehr feuchten Nächten kann dir die Schmidtplatte auch mit Taukappe zutauen. Ich würde auf jeden Fall die beheizbare Variante nehmen.

Dieter
 
Hallo Heinz,

eindeutige Antwort: das kommt drauf an...

Einsatz visuell oder fotografisch?
Temperatur am Einsatzort?
rel. Luftfeuchtigkeit am Einsatzort?
Streulicht am Einsatzort?

Schaden kann es nix (außer Du machst sie zu eng), ob sie beheizbar sein muss entscheiden die obigen Fragen.
 
Hallo Heinz,

das kommt auf Deinen Standort an. Im Prinzip verhalten sich da alle Cassegrain-Varianten sehr ähnlich. In vielen Nächten kann man ohne eine Taukappe auskommen. Es gibt aber Nächte und Standorte, bei denen man ohne Taukappe und dann auch meist ohne Taukappenheizung nicht sehr weit kommt.

Da Du aber fragst, ob es sich lohnt: Eine Taukappe ist sehr leicht aus Moosgummi mit aufgeklebten Klettverschlüssen selbst gebaut. Wer schon mehr als einmal einen Lötkolben in der Hand hatte, wird sich auch recht leicht selbst eine Heizung da hinein bauen können.

Was Deinen Standort angeht, wirst Du natürlich eigene Erfahrungen machen müssen. Blöd ist natürlich, wenn man es drauf ankommen lässt und dann den Tau auf der Korrektorplatte nicht mehr los wird. Ich hab da schon Astrofotografen mit Teleskop im Arm im Auto vor der Lüftung hocken seh'n... Ich selbst hatte "bei meinem ersten Mal" das Glück, einfach eine Stunde beim Nachbarn mit schauen zu dürfen. Derweil hatte sich mit Deckel drauf der Tau auf meinem Newton-Fangspiegel wieder verflüchtigt. Bei SC und MC sitzt der Deckel aber so dicht vor dem Korrektor, dass da für diesen Trick vielleicht nicht genug Luft für die Verdunstung da ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Heinz,

für die Schmidtplatte würde ich schon eine Taukappe vorsehen, sonst beschlägt sie zu schnell. Bei längeren Beobachtungen ist eine Heizung nicht schlecht, für meinen 90-mm-Mak habe ich allerdings bisher keine besorgt, weil es zu selten Bedarf gab.

Bei der Anschaffung einer starren Taukappe wäre, entsprechendes bastlerisches Geschick vorausgesetzt, besser, sich die Heizung selber zu bauen. Grund: Alle käuflichen arbeiten über Wärmeleitung, aber Glas ist ein schlechter Wärmeleiter. Ergebnis ist ein unnötig hoher Stromverbrauch, da stärker geheizt werden muß. Besser funktioniert eine Strahlungsheizung, welche mit wenig Leistung gleichmäßig arbeitet.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Heinz,

wenn man schon daran denkt, elektrische Energie aufzuwenden, dann würde ich statt einer beheizten Tauschutzkappe einfach einen langsam laufenden, großflächigen Ventilator aufstellen, der das gesamte Teleskop von oben her mit Umgebungsluft umspült. Damit erreichst man eine weitgehend ausgeglichene Temperaturverteilung am Instrument und vermeidet äußere Niederschlagsbildung ebenso wie interne Luftzirkulationen mit Tubusseeing.

Gruß, Jan
 
Hallo an Alle,
erstmal vielen Dank für die Tipps.
Gibt es irgendwo im Internet Anleitungen für den Bau solch einer Heizung für Taukappen (Habe leider keine Idee wie...)?
@ Jan: meinst du einen normalen Stand Alone Ventilator (Baumarkt) oder was eingebautes?
Danke und Gruß Heinz
 
Zitat von edentate:
@ Jan: meinst du einen normalen Stand Alone Ventilator (Baumarkt) oder was eingebautes?
Hallo Heinz,

ich meine eher ersteres, denn mit der Außenspülung entfällt die Notwendigkeit einer Innenspülung. Hier - siehe Eingabe #1036709 - beschreibt Kurt Schreckling die Wirkung eines Kleinlüfters zur Vermeidung von Niederschlägen auf einer Frontscheibe. Ich würde vielleicht einen etwas größeren Lüfter einsetzen, der gleichzeitig die Oberseite des Tubus umspült, damit die Temperatur auch dort nicht unter den Taupunkt fällt.

Gruß, Jan

P.S. an die Moderatoren: Auf wessen Veranlassung hin wurde denn diese Diskussion in das Einsteigerforum verbannt ?
 
Hallo Marus und Jan,
danke für die Anleitungen.
Bleibt allerdings noch die Frage mit der Stromversorgung: Egal, welche Lösung ich wähle, ich brauche ja sowas wie eine 12 V Stromversorgung zusätzlich zu der, die ich für die Goto Montierung benötige:
Hat da jemand einen Tip für eine transportable (preisgünstige) Lösung? (Bleigel Akku plus 12 V Verteiler?)
Danke und Gtruß
Heinz
 
Hallo Marus und Jan,
danke für die Anleitungen.
Bleibt allerdings noch die Frage mit der Stromversorgung: Egal, welche Lösung ich wähle, ich brauche ja sowas wie eine 12 V Stromversorgung zusätzlich zu der, die ich für die Goto Montierung benötige:
Hat da jemand einen Tip für eine transportable (preisgünstige) Lösung? (Bleigel Akku plus 12 V Verteiler?)
Danke und Gtruß
Heinz
 
Zitat von edentate:
Bleibt allerdings noch die Frage mit der Stromversorgung
Hallo Heinz,

solch ein 40x40 Lüfter, wie er auf dem Foto von Kurt zu sehen ist, hat typischerweise einen Stromverbrauch von weniger als 2 W und erzeugt einen Luftstrom, der nach meiner Einschätzung bereits für die gleichzeitige Temperierung der Frontscheibe und des Tubus ausreichen sollte. Etwa 2 W braucht auch die Nachführung meiner GPDX-Montierung. Die Stromversorgung Deiner GoTo-Montierung bietet gewiss mehr und sollte die zusätzliche Belastung durch einen Lüfter dieser Leistungsklasse locker schaffen, d.h. Du brauchst für den Lüfter gar keine extra Stromversorgung.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,
das Problem ist: ich habe noch keine Stromversorgung. Bisher nur Batterien.
Daher die Frage, wie man das besten Platzsparend löst. Ich dachte daher an BeliGelaku 12AH und dann Verteiler auf 2 Zigarettenanzünerbuchsen: klappt das?
Fotos ist erstmal nicht angedacht, vielleicht später: das Gerät ist eher was für visuell
Danke und Gruß Heinz
 
Hallo Heinz,

natürlich klappt das, meine ersten Versuche habe ich auch mit nem 12V Bleigelakku, Kroko-Klemmen und ner KfZ-Verteilerdose gemacht, allerdings war mir das auf Dauer alles zu wackelig, so dass ich alle Stecker auf XLR umgelötet habe...
 
Hallo Heinz,

kleine Ergänzung: Das Thema "zu wackelig" hat nichts damit zu tun, dass ich mal keinen Saft für die Montierung habe und oder ne Heizmanschette neu anklemmen muss, sonder damit, dass mit der Kurzschlussspannung eines 12V Bleigelakkus nicht zu spaßen ist! Fabrizierst du auf irgendeine Weise einen Kurzschluss und hast den entprechenden Stromkreis nicht gesichert, dann war´s das mit dem Gerät und im dümmsten Fall verwandeln sich die Kabel auch noch in einen "Leuchtdraht".
 
Hi,
hmh... das hat mich jetzt doch etwas nachdednklich gemacht:
Wenn ich da am Anfang zumindest so eine Lösung mit KFZ Stecker benutze: kann da durch Feuchtigkeit evtl. ein Kurzschluss enstehen?
CS Heinz
 
Hi Heinz,

das Problem ist eher, wenn man mal versehentlich ein Kabel abreisst (stolpert o.ä.) oder schlichtweg im Dunkeln die Kabel nicht richtig anschließt (verpolt).
 
Hallo Markus, hallo Heinz,

einem "Abreißen" des Kabels kann man doch dadurch vorbeugen, in dem man den Akku zwischen die Stativbeine stellt ( keinesfalls als langen Anschluss zum Zigarettenanzünder des Autos ziehen). Nebenbei bemerkt, fällt bei langer dünner Zuleitung gepaart mit hohen Strömen, eine evtl. nicht vernachlässigbare Spannung an dieser ab!

Einer Verpolung begegnet man durch Verwendung von verpolungssicheren Steckern (Hohl- oder XLR-Stecker). Wer Bananenstecker verwendet ist selber schuld.

Auch eine Schutzdiode in Reihe geschaltet wäre denkbar, Nachteil: an dieser fallen je nach Type ca. 0,5-0,7 Volt Spannung ab. Wäre bei einer Taukappenheizung aber nicht weiter schlimm.
 
Hi Zusammen,

die normal erhältlichen 12V Kfz-Stecker sind abgesichert mit Einer Sicherung vorne drin, meist in den gefederten Pin in der Mitte integriert, manchmal aber auch anders verbaut. Alles was hinter dem Stecker ist, wird dadurch abgesichert. Und vor dem Stecker ist ein Aufbau mit Klemmen und Buchse ja wirklich sehr überschaubar, das kann man schon so bauen, dass da nichts passiert, ohne großen Aufwand.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Werner,

bei solchen Eigenbau-Lösungen kann man sehr gut noch eine Kfz-Sicherungshalterung einbauen. Die gibt es in verschiedenen Varianten, zum Beispiel in einer sehr simplen, die sich per Schneid/Quetsch-Anschluss quasi in eine vorhandene Leitung setzen lässt. Ich persönlich verwende Diode und Sicherung gemeinsam.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
Zitat von Sven_Wienstein:
...Ich persönlich verwende Diode und Sicherung gemeinsam...
klar muss man die Geschichte auch entsprechend absichern, keine Frage. Auserdem hat das geeignete Schutzorgan an der richtigen Stelle im Stromkreis zu sitzen.
Eine detaillierte Bauanleitung sollte es ja auch nicht werden!

Nur der Markus hat ja auf die mögliche Verpol(un)sicherheit hingewiesen und deshalb von mir der Hinweis auf verpolsichere Stecker oder alternativ auf eine in Reihe geschaltete Schutzdiode.
 
Hallo an alle,
vielen Dank für die zahlreichen Infos. Ich habe mir mal die verschiedenen Akkus angeschaut. Momentan tendiere ich eher zu einer Lösung mit Li-Ionen Akkus (gibt es auch bei TS, bei Amazon allerdings für die Hälfte), die sind sehr klein und benutzen den "normalen" DC Hohlstecker. Ich denke, das sollte funktionieren (?).
CS heinz
 
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