Telementor - Optik reinigen/Objektiv herausziehen

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LukaszLu

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Hallo,
ich würde gerne den Rat von Telementor I-Experten einholen, da ich kürzlich in Polen ein ziemlich vernachlässigtes Exemplar dieses Teleskops gefunden habe. Der Geruch von feuchtem und muffigem Keller verhieß nichts Gutes und tatsächlich sieht die Linse von einem Fungus befallen aus. Es scheint mir, dass sich der auf dem Foto sichtbare Schmutz auf der Außenseite des Flint befindet, von der Seite des Okular. Da ich hier keine Folienabstandshalter sehe, gehe ich davon aus, dass die Linse verklebt ist und der Pilz keine Chance hatte zwischen den Linsen zu wachsen.

Die Sache scheint also einfach - wenn man das Objektiv aus dem Tubus nehmen könnte. Nun, hier kommt das Problem, das ich nicht der einzige bin, dem es begegnet ist. Die beiden Schrauben, die das Objektiv halten, lassen sich leicht lösen. Leider gibt es keine Möglichkeit das Objektiv zu bewegen - es hat sich im Tubus verklemmt. Ich habe versucht, die Röhre mit einem Fön zu erhitzen, aber es gibt keine Ergebnisse.

Ich habe Angst, ein paar fettige, durchdringende Gleitmittel hineinzugeben, weil ich nicht sicher bin, ob sie zwischen die Linsen gelangen. Der Zugang von hinten ist durch das Vorhandensein mehrerer Leitbleche eingeschränkt - die Situation scheint aussichtslos. Ich weiß aber, dass es Leute gibt, die sich damit auseinandergesetzt haben. Vielleicht kann jemand helfen?

Grüße
Lukasz
 

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Hallo Lukasz,

schaue dir auf jeden Fall mal das Video von Dave Trott zum Auseinandernehmen des Telemator an.

Ich versuche es mal zu verlinken.

CS Gerhard
 
Hallo Lukasz,

hier wurde ein Vorschlag gepostet, wie das Objektiv evtl. aus dem Tubus zu bekommen wäre:


scheinbar scheint der Sicherungslack für die zwei Madenschrauben bei der Montage weiter nach innen gesickert zu sein und hat das Objektiv mit der Tubuswand verklebt. Viel Erfolg!

Ciao Werner
 
Hallo Werner, vielen Dank für diesen Link - den hatte ich vorher nicht gefunden. Eine interessante Idee mit diesem Holtzbrett - ich muss mich mental vorbereiten und vielleicht wage ich einen solchen Versuch. Ich habe jedoch versucht, das Objektivgehäuse mit meiner Hand zu erreichen, und es scheint sehr verkeilt zu sein. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es durch das Austreten von Farbe verursacht wird, die einst die Schrauben schützte.

Grüße
Lukasz
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, ich werde das Teleskop am Ende zu einem professionellen Reparateur schicken, in der Hoffnung, dass er damit umgehen kann. Irgendwie kann ich mich nicht dazu bringen, die Röhre auf eine harte Oberfläche zu schlagen, wenn sich darin eine Linse befindet :-) Vielen Dank an alle für Ihre Hilfe. Wenn ich das Problem lösen kann, werde ich die Lösung hier teilen.
 
Hallo Lukasz, es scheint normal zu sein, dass der Sicheungskleber der Maden-Schrauben auch aussen ans Objektiv kommt. Und es verklemmt auch leicht.

Bei mir was auch so. Letztendlich habe ich mir dann eine lange Holzleist genommen und von hinten schräg (damit es nicht abrutscht) durch die Blenden gefädelt und es auf den hinteren Rand der Fassung gestellt. Dann das Rohr mit dem Objektiv nach unten auf was weiches gestellt und leichte Schläge mit einem Holzhammer auf das Leistenende geklopft. Immer rundrum die Leiste geschoben und darauf geachtet, dass es nicht abrutscht.

So habe ich relativ einfach mit einiger Geduld das Objektiv vorsichtig gelöst bzw. nach vorne raus bekommen.

War am Ende gar nicht so schwer.

Man muss nur eine geschickte Leiste finden und ziemlich aufpassen, dass die Leiste sauber auf der hinteren Objektivfassung steht. Immer ein wenig unter Spannung halten und nicht zuviel mm am Anfang probieren. Wenn es zu schräg wird lieber wieder von der anderen Seite zurück drücken mit einem anderen Stück Leiste. Also nur leichte geziehlte Schläge.

Viel Erfolg….
Grüße Ulrich
 
Das Teleskop auf ein Brett zu stossen halte ich auch für zu grob, und wenn der Kleber (wie bei mir) gut hält, wird man kaum Erfolg haben. Kraft von hinten auf die Fassung hilft eventuell. Alternativ könnte man eine Querleiste mit ausreichender Dicke auf den Rand der Fassung innen legen und eine lange Leiste oder Besenstiel zentral verwenden. Damit es weniger verkippt.

Aber mit nur einer Leiste ging es auch.
Vielleicht zuerst da wo die Schrauben waren anfangen, damit der Klebefilm abreißt.

Später gehts immer leichter wenn das Objektiv sich schone etwas gelöst hat.

Dann einfach ganz leichte Schläge und immer rundrum die Leiste führen.

Wird schon !
CS Ulrich
 
Danke, ohne Hammer geht es also nicht... - sieht vielversprechend aus :-)

Und denken Sie nicht, da es ja nur darum geht, den Effekt des Anklebens der Objektivhülse am Tubus zu überwinden, macht das nichts aus Auf welcher Seite wirkt die Kraft? Vielleicht ist es sicherer, es von Front zu tun?
 
Ich weiß nicht, aber hast du es schon mit Wärme versucht? Mit einem Fön vorsichtig von außen anpusten. Vielleicht hilft das, ein verklemmtes Objektiv zu lösen.

Viel Erfolg! Es lohnt sich sicher.
Peter
 
Ich fürchte, wenn Du es in die Reparatur gibst, werden die es dort auch bloß auf einer etwas flexiblen Oberflächen aufstoßen lassen, wie weiter oben verlinkt.
 
Ich weiß, dass der Servicetechniker, mit dem ich ursprünglich einen Termin für den Job vereinbart habe, sehr gut entwickelte Methoden zum Lösen festsitzender Elemente durch Temperatur hat. Natürlich habe ich einen Fön ausprobiert, aber mir scheint, dass er bei weitem nicht ausreicht, um zu der hier nötigen Größenzunahme zu führen. Andererseits würde ich mich wegen der unbekannten Lackart davor scheuen, eine Heißluftpistole zu verwenden. Ist es Pulverbeschichtung? Unter der grauen Lackschicht befindet sich eine ziemlich dicke Schicht weißer Grundierung. Weiß jemand was das für ein Lack ist?

Ich muss ihm noch eine 1,3x Barlowlinse schicken, die seit 30 Jahren am Adapter klebt und die ich auf keinen Fall abschrauben kann. Ich nahm das Objektiv heraus und kochte es sogar in kochendem Wasser - aber die Objektivhalterung bewegte sich nicht. Das Paket für diesen Mann muss also sowieso gehen.

Ich muss sagen, dass ich ungefähr ein Dutzend alte japanische Refraktoren habe, aber keiner von ihnen hat solche Fälle von totalem Blockieren von Elementen wie bei CZJ-Produkten :-)
 

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Von vorn wirst Du wenig Erfolg haben.
In meiner Erinnerung ist da eine Verjüngung des Rohres. Wie ein Anschlag. Das Objektiv dahin durch Kraft von vorne einzuklemmen willst Du nicht. Zudem: das Objektiv MUSS nach vorne raus.

Nimm eine Rechteckleiste zum Beispiel Fichte so 5x20 mm mit 1m Länge.

Schieb die Leiste diagonal durch die Blenden und setze die Leiste hinten auf die Fassungskante ( nicht auf die Linse !!!! ).

Halte das ein wenig fest bzw. unter Spannung. Setz das Rohr mit Objektiv nach unten senkrecht auf Teppichboden und klopfe leicht mit dem Hammer auf das hinten rausstehende Holz.

Lass dir ggf helfen…. Damit das Holz nicht abrutscht.

Das klappt!

Nur nicht zu fest draufschlagen.

Das geht nicht mit einmal raus.

Lieber nur kurze wenige mm auf jeder Seite.

Ich hatte erst auch Sorge. Aber das hat super funktioniert bei mir. Hinterlässt auch keine Spuren. Selbst wenn man mit dem Holz ein wenig an den schwarzen Lack an der Innenseite kommt. So sitzt doch später das Objektiv wieder davor.

Du must nur die Leiste weiterhin diagonal beim draufklopfen halten. Damit die Leiste nicht abrutscht.

Grüße Ulrich
 
Ich hatte meins beim Lackierer für 130€ komplett ‚original‘ ? Sieht perfekt aus. Obwohl der Lackierer das nicht gerne so wie Zeiss gemacht hat, mit dem etwas „pickeligen“ Lack „Orangenhaut“. - eigentlich drehts dem Lackiere dabei den Magen um. Der würde die Zeiss Oberflächen als Pfusch abstempeln.
….
 
Danke für alle Ratschläge. Ich verstehe diese Technik und ich bin sicher, dass sie in Ihren Fällen funktioniert hat. Aber vertrau mir, ich habe nur Angst. Für Sie ist der Telementor wahrscheinlich nichts Besonderes - ich stelle mir vor, dass in Deutschland in jedem zweiten Keller ein solches Teleskop darauf wartet, entdeckt zu werden, und wenn nicht, finden Sie wahrscheinlich mindestens einen Telementor auf dem Dachboden. Aber für mich ist es ein einzigartiger Fund - in Polen gibt es sie praktisch nicht.

Vor einiger Zeit ist mir ein Polarex 60 mm Objektiv kaputt gegangen und seitdem bin ich davon psychisch traumatisiert :-) In diesem Fall habe ich Angst, dass der Druck des Objektivrahmens auf dem Glas möglicherweise nicht perfekt gleichmäßig verteilt ist und das Objektiv bricht unter einem solchen Aufprall. Ich habe keine Ahnung, ob dieses Objektiv jemals entfernt wurde oder ob es richtig angebracht war. Niemand weiß, ob das Glas perfekt getempert ist usw. Also ist es wahrscheinlich russisches Roulette in gewisser Weise ...
 
Hallo Lukasz, kann ich total verstehen.
Schau Die trotzdem mal ein Bild des ausgebauten Objektivs an (im Intetnet).

Die Objektivzelle ist sehr massiv.

Du kannst auch zuerst versuchen, mit einem passenden Werkzeug, den Spannring vorne aufzuschrauben und das Glas entfernen…

Ich würde auch nicht das Teleskop irgendwo aufprallen lassen.

Also die Objektivzelle wird durch meine Methode sicherlich kaum verformt. Jedenfalls nicht in dem Mass, dass Druch auf das Glas selbst kommt. Das sind mindestens 5cm Alu worauf du Druck ausübst.

Aber Ok, Deine Vorsicht! Jedenfalls muss man mit Hammer da nicht gewaltig auf die Leiste draufschlagen, sondern leicht dagegen klopfen, die Leiste sollte immer zuvor an der Fassung anliegen. Da gibts dann keinen „Aufprall“….


Ich hab nur beschrieben, was bei mir sehr gut funktioniert hatte. So ein Teil ist auch hierzulande nicht so häufig.

Tschau Grüße Ulrich
 
Das Glas ist nicht getempert. Getempertes Glas wäre kaum schleifbar und würde viel schneller brechen…
 
Ich denke, ich werde es dem Techniker schicken und sehen, was er herausfindet. Wenn er eine Alternative zum Hammer findet, sind das auch wertvolle Informationen, die jeder in einer ähnlichen Situation in Zukunft nutzen kann. Ich habe versucht, die Stellen um die Schraubenlöcher herum zu erhitzen und den Tubus nach unten zu klopfen - ich habe es schwer überlebt, die Linse hat auch überlebt, aber sie hat sich nicht bewegt :-)
 
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