Teleskop auch für Astrofotographie?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ExaParsec

Neues Mitglied
Hallo Zusammen!

Ich möchte von meinem Tschibo Teleskop wegkommen und eine Preisklasse höher gehen, also so 400-500 Euro.
Ich hab mir schon einiges durchgelesen, da ich auf jedenfall ein paar Fotos knipsen möchte fällt ein Dobson schonmal weg. Ich dachte an einen SKYWATCHER 150/750mm EQ-3-2 aber irgendwie find ich sieht die Montierung nicht so stabil aus, daher denke ich im Augenblick an ein Celestron Omni XLT 150, die Montierung macht einen besseren Eindruck.

Stimmt das oder ist das nur Einbildung?

Hat jemand schon Erfahrung mit einem der beiden?

Grüße !
 
Betrachte doch mal Teleskop und Montierung getrennt ... man muss doch nicht beides im Paket kaufen. Gerade auf dem Gebrauchtmarkt gibt es viele schöne Montierungen und einzelne Tuben ...

Wenn es aber "komplett" sein soll: Stabil und preiswert ist das Paket von TAL, 150/750 Newton (genau was Du wolltest) und dazu eine brutal robuste MTS-3. Ich habe meine inzwischen vermessen und der Schneckenfehler liegt bei +/- 9" ... ich finde, das ist ein sensationeller Wert. Die Montierung ist nahezu komplett aus Metall, die Schneckenräder aus Messing, die Achsen aus Stahl, das Spiel ist minimal. Die RA-Achse wird mit einen Schrittmotor angetrieben, für DEK müsste man ggf. nachrüsten (es soll wohl inzwischen auch eine mit DEK Antrieb geben, oder zumindest eine Vorbereitung dafür ... Lajos fragen!).

Die kleinen EQ's sind doch nur Spielzeug.

Gruß
Adson
 
Hi,

was möchtest Du denn fotografieren?

CS

Klaus
 
Hallo Namenloser
und willkommen im Forum,
Zitat von ExaParsec:
.. EQ-3-2 ... Celestron Omni XLT 150
Hat jemand schon Erfahrung mit einem der beiden?
Ich habe Erfahrung im Essen von Wackelpudding. Nein, mit der EQ-3 habe ich keine Erfahrung. Finger weg im Zusammenhang mit Astrofotografie!
Beim Omni 150 wird die CG4 von Celestron verwendet. Die ist im wesentlichen baugleich mit der CG5, hat andere Lager und trägt weniger. Diese Monti ist nicht schlecht. Man kann sie bei Bedarf optimieren:
http://www.cg-5.de/html/cg-5___eq-5.html

Der Vorschlag von Adson ist sehr gut: die MT-3S von TAL. Aber diese Monti hat sicher ihr Gewicht. Und du willst auch visuell beobachten. Ob der Transport dir zusagt, das musst du entscheiden. Von der Qualität her ist diese MT-3S in ihrer Preislage eine Sensation.

Zitat von ExaParsec:
..auf jedenfall ein paar Fotos knipsen .. fällt ein Dobson schonmal weg.
Wenn ich das "knipsen" wörtlich nehme, dann macht man das mit einer Webcam (am Mond, Sonne, Planeten). Das geht auch am Dobson. Aber du meinst wohl Langzeitbelichtungen.
Hier Basis-Infos:
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html

Astrofotos macht man am Anfang mit kleiner Brennweite, z.B. mit 50mm. Das Teleskop dient dann als Hilfsmittel zur Kontrolle, als Leitrohr. Man kann heute mit Software einiges machen:
http://hatschie.de/EBV/Astro_gross/start.html
Aber man kann sich drehen und wenden wie man will. Ab Brennweiten von 300mm oder so braucht man ein Leitrohr. Wenn du d u r c h deinen Newton 150/750 fotografieren willst, musst du also ein zweites Teleskop auf deine Montierung schrauben. Ich weiss nicht, ob dir das klar ist.
Das ginge auf die MT-3S von TAL natürlich sehr gut.

Aber du willst auch visuell etwas beobachten. Lajos bietet für den 150/750 einen 2"-Auszug an. Damit könnte man mit geeignetem Okular gut und gerne ein Gesichtsfeld von 2 Grad erreichen. Das ist wichtig! Du siehst also, es will einiges bedacht werden.

Das wärs fürs erste, mit Gruss,
Joachim
 
Hi!

Schonmal vielen Dank für die Tipps!

Transport ist an sich kein Problem, ich hab ein Auto und wohne recht ländlich, auch ohne Auto hab ich vielleicht einen Fussweg von knapp ner viertel Stunde bis ich im fast komplett dunkeln stehe.

Fotographieren würde ich gerne mit meiner Spiegelreflexkamera.

Wie ist das denn mit einem Nachführansatz anstatt einem Leitfernrohr? Oder wird damit das Bild schlechter, da es einen Teil des Lichtes umlenkt wenn ich das richtig verstehe!

Ich bin durch Zufall auf folgendes Video gestoßen: http://de.youtube.com/watch?v=EqzOSW80Nw8
am Ende werden Fotos gezeigt die damit gemacht wurden (so jedenfalls behauptet) der benutzt jedenfalls kein Leitfernrohr. Wenn bei mir irgendwann mal so Bilder rauskommen würden, wäre ich sicher sehr zufrieden!

Falls ich das zu einem wirklichen Hobby machen werde und nach meinem Studium auch mal mehr Geld habe, werde ich auch sicher mehr Geld investieren.

Ich möchte halt jetzt was zum üben, für die nächsten 2-3 Jahre. Das Teleskop sollte nur so gut sein, dass kein Frust aufkommt, dass ich nicht das super Teil erwarten kann ist mir klar.

Grüße
 
Zitat von ExaParsec:
Wenn bei mir irgendwann mal so Bilder rauskommen würden, wäre ich sicher sehr zufrieden!
Nur als Info:
http://www.christoph-kreher.de/Astrobilder/DeepSky/index.html
Das sind Aufnahmen mit Brennweiten von 200mm!

Zitat von ExaParsec:
Ich möchte halt jetzt was zum üben, für die nächsten 2-3 Jahre.
Eben deshalb würde ich das Üben mit kleineren Brennweiten nicht von vorn herein ausschliessen!

Das Stichwort "Nachführansatz" sagt mir im Moment nichts. Es gibt mit Computer-Unterstützung "Autoguiding". Aber das ist alles schon anspruchsvolle Fotografie. Warten wir ab, was die Experten sagen.

Mit Gruss, Joachim


 
Hi Exapc (oder wie auch immer),

aber Du hast nicht wirklich vor mit 750mm Brennweite mit ´ner analogen SLR in die Astrofotografie einzusteigen oder?
Sammle erst mal Erfahrungen mit der Kamera und einem Weitwinkelobjektiv (ca. 28 mm) oder Normalobjektiv (50mm) an einer nicht nachgeführten Kamera. Und da fängst Du erst mal mit ein paar Strichspuren an, um ein bisschen Gefühl für die Sache zu bekommen. Dann könntest Du mit Sternbildaufnahmen mit den gleichen Objektiven -ebenfalls ohne Nachführung- weitermachen oder doch schon die Kamera auf eine (für zukünftige größere Teleskope etc. ausgelegte) Montierung (Vixen GP-DX, EQ-6 usw.)packen. Bei den kurzen Brennweiten brauchst Du nicht unbedingt ein Leitrohr. Die Einnordung reicht hierbei mit dem Polsucher aus. Vorteil bei der Sache ist, dass Du erstmal nur die Montierung für die Kamera brauchst, und nebenbei weiter mit Deinem Kaufhausteil weiterbeobachten kannst. Wenn Du dann merkst, dass Du wirklich Gefallen an dem ganzen (Zeit-)Aufwand findest, dann kannst Du Dich über Teleobjektive bis an ein Teleskop mit 750mm Brennweite rantasten.

Viele Grüße

Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nochmal zum Thema TAL bzw. TAL-Montierung:

Die Montierung heißt korrekt MT3S, hatte mich da vorhin vertippt. Hier mal ein Link, damit alle wissen, um was es geht:

http://www.teleskop-austria.at/prod.php?lng=de&tid=23#mont-mt3s-tal

Der Punkt ist nun folgender (ich spreche hier von der "klassischen Variante" mit Säule): Der Transport dieser Montierung ist eine Herausforderung. Man kann nichts bzw. wenig "zusammenklappen". Die Säule hat 3 verschraubte Füße (die kann man abmontieren, beim Transport über mehr als 50 m sehr sinnvoll). Die eigentliche Montierung (also der Kopf) kann recht handlich zusammengefaltet werden, dazu kommt dann noch die Stange und das Gegengewicht. Mit einer kleinen EQ-Montierung hat alles das wenig bis nichts gemein, am wenigsten das Gewicht. Wie geschrieben ist das alles Metall (außer die Handgriffe für die Feinbewegung der Achsen). Stabilität hat ihren Preis, und hier vor allem: ihr Gewicht.

Ich verkaufe meine MT3S jedenfalls nicht, auch wenn ich nicht (oder besser gesagt sehr selten) fotografiere ;)

Gruß
Adson
 
Hi!

Ich vermute mal, mit Nachführansatz ist ein Off-Axis-Guider gemeint... Ich hatte mal das Mißvergnügen, mit einem Lumicon Giant Easy Guide an einem C14 mein Glück versuchen zu können - das ist gelinde gesagt ein Riesen-Scheiß, weil in der Regel kein ausreichend heller Stern da ist, um nachzuführen. Ich bin dann sehr schnell umgeschwenkt und hab stattdessen ein Leitrohr verwendet. Glaub mir: Wenn Du mal 15 Minuten lang durch ein Fadenkreuzokular gestarrt hast, um einen Stern im Zentrum zu halten, weißt Du, was Du geschafft hast. Mit Digital-Kameras sind die Belichtungszeiten zwar kürzer geworden, aber dafür brauchst Du mehr Aufnahmen, die dann am PC gemittelt werden, um das Rauschen los zu werden.
In Verbindung mit einem Autoguider ist ein Off-Axis-Guider einem Leitrohr überlegen, aber Du brauchst dann eine Montierung, die Autoguiding auch unterstützt - ich bezweifle, dass die Omni-Geräte das tun. Immerhin sind da soweit ich weiß sogar die Motoren nur optional nachrüstbar (was kein Nachteil sein muss - so kann man mit der Montierung auch ohne Strom beobachten, oder vielleicht was Autoguidingfähiges adaptieren).
Mittlerweile bin ich so weit, dass ich ohne Nachführkontrolle mit einem ED80/600 fotografiere - allerdings sitzt der auf einer Alt5-Montierung, die nebenbei noch ein C14 trägt und nur für die Brennweite völlig überdimensioniert wäre. Damit bin ich bei etwa 30% Ausschuß wegen Nachführfehler bei 5 Min Brennweite, was für mich okay ist.

Um unter guten Bedingungen fotografieren zu können, bin ich mittlerweile großer Fan vom AstroTrack - das ist eine ultratransportable Fotomontierung, ideal für Sternfeldaufnahmen mit Kameraobjektiven. Leider sauteuer, aber die paar mal, die wir das Gerät bislang im Verein ausprobieren konnten, waren sehr vielversprechend. Sauteuer heißt: Doppelt so viel, wie Du fürs Teleskop einplanst, und dazu kommen noch stabiles Fotostativ mit Videoneiger als Basis/Polhöheneinstellung sowie ein Kugelkopf für die Kamera.

Um eine große, mobile Fotoausrüstung für größere Brennweiten samt der ganzen Elektronik aufzubauen und einzunorden, sind mir die Nächte zurzeit eh zu kurz. Vor allem, weil es dann heißt, entweder Fotografieren oder Beobachten. Beides geht nicht.

Mein Tipp für dich wäre, nach einer parallaktischen Montierung mit Nachführung und Polsucher zu schauen (gerne auch gebraucht) und da nur die Kamera mit Normal- oder mäßigem Teleobjektiv (18-300mm Brennweite) draufzumontieren - zum Beispiel mit einer Prismenschiene mit Fotoanschluss .
Der Photo Guider GP2 von Vixen ist letztlich auch nur eine parallaktische Montierung und im Gegensatz zum Astrotrack deutlich sperriger. Damit hast Du einen nicht allzu frustrierenden Einstieg in die Astrofotografie. Wenn Du gleich mit der Fotografie durch's Teleskop anfängst, machst Du dir das Leben zur Hölle.
Auch ein Omni mit Nachführmotoren wäre wahrscheinlich ein guter Unterbau dafür - aber wie gesagt, setz erstmal nur die Kamera auf das Teleskop und nimm das Teleskop nur für visuell - oder als Nachführteleskop, wenn die Montierung stabil genug ist (ich kenne sie nicht aus eigener Erfahrung, würde aber nichts unterhalb einer Vixen GDD2 auf solidem Holzstativ nehmen - ich bin da von Vereinsequipment etwas verwöhnt).

Damit kannst Du dann mal Bildbearbeitung und Fokussieren üben, außerdem hast Du ein wahrscheinlich gut brauchbares Teleskop zum Beobachten, wenn dich der Frust packt. Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Schärfepunkt zu finden - die Unendlichstellung stimmt in der Regel nicht exakt, und am Mond funktioniert zwar der Autofokus, dafür stört der Mond dann anschließend beim Belichten. Wenn das Objektiv es zulässt, ist der FOKN-Fokussierer von astrotech.de übrigens Gold wert - allerdings geht er nicht mit jedem Objektiv.

Ach ja, noch ein Lesetipp: Astrofotografie digital von Stefan Seip, Kosmos-Verlag.

Wenn dir hier also erst mal kurze Brennweiten empfohlen werden, ist durchaus ernst gemeint.

Viel Erfolg,
Alex
 
Hi!

Ja, mein Fehler - FixFoto meinte ich. Ich hab die Seite nur kurz überflogen, als ich die Webseite rausgesucht hatte. Hab zuviel geschrieben...
Das System sah auf dem ATT sehr überzeugend aus, passt nur leider nicht zu meinem derzeitigen Objektiv. Simpel, aber funktionell.

Gruß,
Alex
 
Hallo,

hier wurden schon einige intelligente Antworten auf Deine Frage gegeben, die ich aus meiner Sicht einfach noch einmal komprimiert wiedergeben möchte:

1. Die ausgesuchte Montierung ist zu schwach, die genannte TAL ist besser
2. Versuche zuerst Piggy-Pack, d.h. Kamera + 135mm obenauf, zu fotografieren, focal am Anfang geht in die Hose
3. Nimm ein Leitrohr, das kann billig sein, ich finde mit dem OAG von Lumicon auch nichts und habe ihn auch wieder verkauft.
3. Als Alternative zur TAL käme noch eine (teure) Vixen GP-D2 in Frage.
4. Suche Dir das Gerät und die Montierung separat aus und nimm keine Kombination, die ist aufgrund des "günstigen" Preises meist in der Monti unterdimensioniert.

Da muß ich Adson unbedingt beipflichten und den anderen natürlich auch. Fotografie im Astronomiebereich macht man nicht einfach so. Dazu gehört eine ordentliche Portion an Erfahrung, und dazu braucht es gut ein Jahr.

CS
Winfried
 
Hi,

Du willst also mit ner dslr längere Zeiten berichten.

Dazu brauchts ne Montierung die das hinreichend gut kann.

Jetzt fragt sich natürlich was hinreichend gut ist.

Die Empfehlung der TAL, von der wenige zu berichten wissen, die umständlich zu transportieren ist und von der nicht mal klar ist, wie Korrekturen in Deklination funktionieren - sorry Folks, diese Empfehlung ist mit schleierhaft.

500EUR sind wenig Geld für das Thema Fotografie. Wenn dieses Budget gleichzeitig Beobachtung ermöglichen soll wirds ganz schön schwierig: in den 500EUR sollen also Montierung, Nachführung, Rohr und Okulare rein - das geht nur mit großen Abstrichen.

Ich würde Dir als erstes mal die Lektüre dieses Artikels empfehlen:

http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html

Dann muss man mal aufstellen was zum Fotografieren eigentlich alles nötig ist:

- Montierung
- Fotooptik
- Steuerung
- Doppelbefestigung oder Huckepackvorrichtung
- Leitrohr bzw. Off-Axis-Guider
- Fadenkreuzoku, beleuchtetes Doppelfadenkreuz sehr wünschenswert
- Kamerazubehör (T2-Adapter, Fernauslöser ...)

Und jetzt bitte: keine Diskussionen, dass man mit der und der Montierung aber auch Minuten ohne Nachführung belichten kann. Ich glaube nicht, dass das mit dem Budget gehen wird, dazu brauchts schon andere Qualität. Was durchaus geht ist mit obiger Ausrüstungsliste Fotos zu machen die Freude bereiten.

Dann würden mir 2 Möglichkeiten für 500 Ocken einfallen:

1) eine 4" Skywatcher-Mak auf ner eq3 mit 2-Achssteuerung, ein Fadenkreuzoku und ein seben zoom 8-24mm Okular.

Der Mak dient jetzt zum Beobachten, ist herlich okularunkritisch. Auf ner eq3 kann er mit Kamera+Telobjektiv auch Bilder hervorkitzeln, da er wirklich leicht ist.
Eine Traumkombination ist das natürlich nicht, 500EUR sind aber auch kein Traumbudget. Dass mit der eq3 Foto geht, dafür gibts Beispiele. Man muss dann halt seine Ansprüche entsprechend anpassen und sich mit der Brennweite beschränken und heftigere Fehler in der Nachführung eben aufmerksam per Fadenkreuzoku ausgleichen. Wer davon träumt unguided 10min zu belichten - naja ...
Ausserdem: warum hat noch niemand das Thema Fadenkreuzoku angesprochen? Das kostet alleine schon bis zu 20% des Budgets.

2) Gebraucht einen 150/750 auf ner ADM auftreiben. Einen 90-100mm Mak als Leitrohr, Fadenkreuzoku+China-2-achssteuerung.

Das wird natürlich nur mit einiger Geduld mit den 500EUR auf dem Gebrauchtmarkt zu machen sein. Man kann auch überlegen den Mak wegzulassen und den Newton zum Nachführen verweden, dann springen noch ein paar einfachere Okulare raus.
Die adm hat den großen Vorteil, dass sie mit einem massiven Stativ geliefert wird. Das Stativ ist vermutlich wichtiger als der Unterschied eq5/adm - kann ich aus Erfahrung heraus sagen. Warum hat eigentlich noch keiner die Bedeutung des Stativs angesprochen?

Diese Kombi wäre die ideale Übungskombination mit der von unguided widefield bis nachgeführten Aufnahmen bei 750mm alles geht. Profiequipment ist das natürlich nicht, entsprechend werden auch nur selten magazinreife Aufnahmen herauskommen ;). Ab und zu werden aber Aufnahmen dabei sein, auf die man als Anfänger schon stolz sein kann.

Am Anfang mit Strichspuren anzufangen ist meiner Meinungs nach nicht nötig. 200mm Brennweite mit Telobjektiv am Anfang ist schon OK, zum Üben reicht auch ne 30EUR-Scherbe von Ebay zu diesem Zweck, mit Geduld werden daraus auch hübsche Aufnahmen.

An den Threadstarter: wenn Du wirklich mit dem bisschen Geld beobachten UND langbelichtete Fotos machen willst musst Du auf beiden Gebieten erhebliche Zugeständnisse machen! Für 500 EUR kann man alternativ 8" Öffnung visuell bereits halbwegs vernünftig ausstatten - DANN siehste was. Nur als Überlegung.

CS

Klaus


 
Offaxis-Guiding

Hallo,

ich kann die Darstellung des Offaxis-Nachführens so nicht teilen.

Ich habe in den letzten 8 Jahren mit allen Arten der Nachführung selbst (bis zum erfolgreichen Resultat) gearbeitet bei 500mm bis 3000mm Brennweite. Dabei von 60min. Fadenkreuz-Okular am Meade OAG über div. Leitrohre (Maks, Refraktoren) aller Brennweiten, zuletzt mit Exzentern an kurzbrennweitigen kleinen Refraktoren bis zum Newton OAG und GEG am 12" SC bei Autoguiding mit Webcam-Guiding und 2 verschiednen CCD-Guiding-cams. Als Software zum Guiden habe ich zuerst mit Asttroart gearbeitet und nun mit Maxim.

Die besten Ergebnisse liefert das Arbeiten mit dem GEG und dem Newton-OAG - und dies sogar an Systemen, denen üblicherweise nachgesagt wird, dass man damit überhaupt nicht fotografieren kann (LX200 Gabel, unmod. EQ6 Synscan). Die Belichtungszeiten sind momentan 10 min. , wobei dies nicht das limit ist.
Offaxis-Guiding ist bestimmt die anspruchsvollste Technik, die jedoch die sichersten Ergebnisse liefert. Leitrohr (mit Exzenter) ist relativ bequem, aber leider nicht unproblematisch bei längeren Belichtungen und längerer Brennweite.
Voraussetzung bei Verwendung eines OAG ist peniebel genaues und systematisches Vorgehen und vor allem eine empfindliche Guiding-Cam.

Für Interessierte hier drei links, wo das Thema behandelt wird und man sehen kann, dass/wie es funktioniert und auf was man achten sollte:

http://forum.astronomie.de/phpapps/.../showflat/Main/77079/Number/510938#Post510938

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=73181

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=74631

Wenn man damit also nicht klar kommt, muss es nicht am System grundsätzlich liegen bzw. es ist möglicherweise noch nicht optimal zusammengestellt. Das ist aber natürlich auch immer von den persönlichen Ansprüchen abhängig (absolutes Ergebnis und relativer Aufwand bis dahin.) Die Fummelbereitschaft und auch etwas die Geschicklichkeit spielen da natürlich auch mit rein.
Soviel für Neueinsteiger; damit man nicht ein falsches oder persönlich verzerrtes Bild von der Sache bekommt.

Das soll nun hier nicht in der oft üblichen Rechthaberei oder "my system is sowieso the best" ausarten. Es soll hier nicht polarisiert werden oder ein Wahrheitsanspruch erhoben werden. Ich kann nur meine Erfahrungen darstellen, wobei diese nicht theoretisch, sondern real sind. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen doch auch die für ihn "beste" Lösung, solange er keine SBig mit integriertem Guiding-chip will.

Wenn jemand jedoch sagt: "Geht nicht", muss ich sagen : "Stimmt nicht"! :/

Übrigens:

Ein 400mm Leitrohr nehme ich an meiner GPDX mit 980mm Aufnahmebrennweite immer noch gerne, da es dort sogar mit einer WEBcam als Guiding-cam 100%ig funktioniert (d.h.: Belichtungen bis 10min gehen ohne Drift) und mir das Offaxis-setup dort mit CCD mit mot. Filterrad mechanisch zu aufwendig ist.



CS
bernd


 
Re: Offaxis-Guiding

Hi!

Ich hab auch nicht gesagt, geht nicht, sondern ist ein Riesen-Scheiß :/
Zitat von Bernd62:
Voraussetzung bei Verwendung eines OAG ist peniebel genaues und systematisches Vorgehen und vor allem eine empfindliche Guiding-Cam.
Ja, völlig d'accord - ich hab ohne Guiding-Cam gearbeitet und nach 10 Minuten Starren ins Okular jedenfalls nur noch Stern und Fadenkreuz gesehen. Das will ich mir nicht mehr antun und rate daher auch jedem davon ab, das manuell zu tun. Mag natürlich sein, dass man bei weniger als 4m Brennweite leichter einen Leitstern im OAG findet. Eine Kamera als Guidingcam haben wir mittlerweile im Verein, und ich bin mal gespannt, ob die jemals so tun wird, wie wir das wollen. Aber wenn's mal automagisch tut, ist das bestimmt sehr bequem.

Dass die Alt-Montierung in der Preisklasse eines Kleinwagens liegt und ungeguidet dennoch relativ viel Ausschuss produziert, war auch als Warnung gedacht, dass "Einfach so drauf los halten" mit langen Brennweiten nicht trivial ist - aber immer noch angenehmer, als ins Fadenkreuz zu starren.

Gruß,
Alex
 
Re: Offaxis-Guiding

Hi Alex u.a.

...genau aus diesem Grund habe ich die Astrofotografie mehr oder weniger aufgegeben.
1. - ist mir eine Auto-Guiding Kamera à la ST4 zu teuer (weiß, es geht auch anders)
2. - quetsche ich mein Auge nicht mehr stundenlang und gebückt und körperlich verrenkt hinter ein Fadenkreuzokular.
3. - können und machen es die meisten eh besser...

4. - ergo schaue ich mir deren Aufnahmen an, freue mich über deren Ergebnisse, schätze deren Aufwand und bin froh, auch mal Galaxien und Nebel eine Nacht lang anschauen zu können anstelle immer nur das gleiche beleuchtete Fadenkreuz!

...andere mögen das natürlich anders sehen, aber Fotografie geht mit allem, zumindest als "Beweisfotos". Richtige Astroaufnahmen in meinem Sinne sind unter 6-10.000 € kaum drin.

CS
Winfried
 
Re: Offaxis-Guiding

Hi Alex,

das hört sich so an, wie wenn da deine Erwartung zu hoch war an ein "schnelles" Ergebnis. Wenn's dann schief geht, was relativ "normal" ist, wundert man sich und verteufelt die Technik, die man halt noch nicht beherrscht ... .

(Noch schwieriger wird es für den Anfänger, wenn er Ratschläge von Leuten bekommt, die von der Sache nur sehr wenig verstehen. Dies geschieht leider auch nicht selten und ich finde das nicht so gut.)

Nicht umsonst rät man den Anfängern (mal von Strichspur abgesehen) zu Brennweiten von ca. 500mm.

Oberhalb 1500mm wird es schwieriger und ab 2m ist es schwierig und verzeiht nichts mehr, d.h. es muss einfach alles passen und alle Fehlerquellen müssen minimiert oder eliminiert sein. (Ist meine Einschätzung und erhebt keinen Anspruch auf universelle Wahrheit oder Vollständigkeit. :/ )



Gruss
bernd

Übrigens:
Ich habe bei 3m Brennweite auch schon 20-minütige Belichtungen visuell mit Fadenkreuzokular am GEG gemacht. Das ging, war jedoch alles andere als entspannend. :schwitz:
 
Re: Offaxis-Guiding

Hi!

Wir vertreten schon den selben Standpunkt - meine Erwartung ans Off-Axis-Guiding (ohne Autoguide) waren scharfe Sterne, und das hat auch geklappt. Nur Spaß hat's keinen gemacht, und irgendwann sieht man nichts mehr außer dem Fadenkreuz, auch wenn's dimmbar ist.

Der Giant Easy Guide und sein kleiner Bruder liegen nicht umsonst seit dem Kauf Mitte der 90er weitgehend unbenutzt in unserem Schrank. Da war nicht nur mir zu mühevoll.

Das Autoguiding versucht mittlerweile ein Vereinskollege zum Laufen zu bringen, und irgendwie will der seitdem nur neue Sachen kaufen. Neue Guiding-Kamera, weil die alte zu kompliziert war. Dann ein neuer Rechner. Dann neue Software. Dann ein Reducer für mehr Gesichtsfeld. Meine Erwartung ans Autoguiding ist nicht, dass das auf eine Abbuchungsgenehmigung für diverse Händler rausläuft, sondern dass es irgendwann doch mal brauchbare Ergebnisse liefert.

Bei dem im ersten Posting vorgegebenen Limit von 500 Euro kann ich daher vom OAG problemlos abraten, auch wenn ich weiß, dass es mit Autoguiding überraschend gut funktionieren kann. Bei dem Budget ist es meiner Meinung nach sinnvoller, mit einer per Polsucher eingenordeten Montierung zu Fotografieren, und zwar bei einer Brennweite, bei der der Schneckenfehler noch nicht stört. So sind brauchbare bis sehr gute Ergebnisse möglich, und der Frustfaktor ist deutlich niedriger.

Ach ja, und wenn ich grad schon wieder zum ursprünglichen Thema zurückkomme: Exaparsec (hast Du eigentlich auch einen richtigen Vornamen? Damit wird hier normalerweise immer unterschrieben, macht die Sache persönlicher), wo kommst Du eigentlich her? Genauer gesagt: Gibt's eine Volkssternwarte in deiner Nähe? Das ist nämlich der beste Tipp, den ich dir geben kann: Falls ein Verein in der Nähe ist, geh da mal hin. Mit etwas Glück steht da einiges an (fototauglichem) Equipment rum, mit dem man Erfahrungen sammeln kann. Das hat zwar womöglich den Nachteil, dass die eigenen Ansprüche ziemlich hoch geschraubt werden, aber man kann dafür auch Sachen ausprobieren, die man sich sonst nie leisten würde. Abgesehen davon siehst Du dann, was dir sympathisch ist.

Gruß,
Alex
 
Hallo Klaus,
das meiste von dem, was du sagst finde ich gut. Aber ein paar Anmerkungen finde ich angebracht.
Zitat von KlausTietzel:
..TAL, von der wenige zu berichten wissen, ..sorry Folks, diese Empfehlung ist mit schleierhaft.
Vielleicht habe ich meine Vorurteile. Hier ein Bericht:
http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php?ubb=showflat&Number=358062
Wenn man die TAL gebraucht oder neu günstig bekommen kann, dann ist sie eine Option mit Qualität, mehr war ja nicht behauptet worden.

Zitat von KlausTietzel:
Gebraucht einen 150/750 auf ner ADM auftreiben.
Die adm hat den großen Vorteil, dass sie mit einem massiven Stativ geliefert wird.
... Einen 90-100mm Mak als Leitrohr ..
Die ADM mit Steuerung ist ein akzeptabler Kompromiss.
Du weisst es zwar,Klaus, aber man sollte es vielleicht noch einmal klar sagen: Das Original (die Vixen) unterliegt einer strengeren Qualitätskontrolle. Die Clones, ob ADM, EQ5 oder CG5 oder wie sie sonst heissen, streuen je nach Exemplar. Man kann Glück haben oder Pech. Aber keines dieser Clones sollte so schlecht sein, dass er für Übungszwecke unbrauchbar ist.
Ich finde es nur nicht richtig, dem Thread-Starter doch wieder Hoffnungen zu machen, dass er d u r c h den 150/750er mit Leitrohr-Unterstützung fotografieren kann.
Wenn dann noch ein fummeliger 1.25" Auszug am Newton ist, wie will man dann gescheit fokussieren? Es ist nicht die Brennweite allein, die Schwierigkeiten macht.

Zitat von KlausTietzel:
200mm Brennweite mit Telobjektiv am Anfang ist schon OK, zum Üben reicht auch ne 30EUR-Scherbe von Ebay
Ein gemässigtes Tele von 135mm kriegt man öfter und preiswert. Dem 200mm würde ich aber doch mehr Respekt entgegenbringen. Es gibt Unterschiede. Allgemein sind solche mit M42-Gewinde von Interesse, die kann man adaptieren.

Ich meine nämlich dass eben das gerade das Missverständnis des Thread-Starters war. Man glaubt, dass ein 150/750 eine so tolle Optik ist, und dabei schaut man geringschätzig herab auf die Brennweiten 130mm bis 300mm.

Zitat von KlausTietzel:
Für 500 EUR kann man alternativ 8" Öffnung visuell bereits halbwegs vernünftig ausstatten - DANN siehste was. Nur als Überlegung.
Ich hatte den Eindruck, der Thread-Starter lässt sich das Fotografieren nicht ausreden und er weiss auch, dass auf ihn eine Zeit des Übens zukommt. Das erste, was man dazu braucht, ist eine Montierung. Er hat doch ein Tschibo-Teleskop, also hat er auch ein Leitrohr. Gut ist, wie du richtig sagst, eine Doppelbefestigung (oder Parallel-Befestigung) von Hauptgerät (oder Leitrohr) und Fotoobjektiv. Dann kann der Thread-Starter gleichzeitig visuell beobachten und, wie er sagt, "alles fotografieren, was ihm vor die Linse kommt".

Aber man muss halt wissen, worauf man am Gebrauchtmarkt zu achten hat. Und da sind ja jetzt schon einige Ratschläge zusammengekommen.

Mit Grüssen, Joachim




 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben