Teleskop für 8 jährige

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Klaus1982

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Hi,

ich wollte meiner Tochter ein Teleskop kaufen bzw soll ein Geschenk für Weihnachten werden.
Sollte ca 200-250€ kosten.
Hat jemand von euch eine Empfehlung ? Wäre nett ;)

Gruß
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Klaus,

das hatten wir doch schon ansatzweise von Dir, siehe Posting: #1262703 vom 07.01.2017(Bitte gesamten Thread lesen!).
Was ist denn daraus, nach ca. 30 Antworten entstanden, wenn Du jetzt wieder diese Frage stellst?
 
Hallo Klaus,

wenn ich vor dieser Entscheidung stünde, würde ich mir einen Zeiss Telementor (63/840mm) auf der manuell zu bedienenden T-Montierung mit Holzstativ und 2-3 Okulare kaufen. Das kostet zwar mehr, als die veranschlagten 250 Euro, ließe sich aber bei nachlassendem Interesse fast ohne Verlust wieder veräußern. Ein weiterer Vorteil ist die gute Optik mit solider Mechanik. Kein Vergleich zu den Wackelkonstruktionen fernöstlicher Herstellung in diesem Preissegment. Als geeignete Beobachtungsobjekte sehe ich Mond und Sonne mit Objektivfilter, den es auch von Zeiss gab oder mit Baaderfolie leicht selber hergestellt werden kann. Außerdem zeigt der kleine Telementor die beiden großen Wolkenbänder auf Jupiter und den Ring um Saturn. Die Phasengestalt der Venus (Achtung Sonne!) sollte bei Tag auch gut zu beobachten sein.

Viel Erfolg!
Bocian
 
Hallo Klaus,

das Heritage 130P! Ich benutze es selber als kompaktes Reiseteleskop das man auf einer Mauer, einem Stuhl oder zur Not auf der Motorhaube schnell hinstellen kann. Dank der Schiene ist der Newton auch an einer einfachen AZ zu montieren, die man auch selber aus Installationsrohren bauen kann. Die mitgelieferten Okulare sind brauchbar, sollten aber später (wenn das Interesse anhält) durch etwas bessere ersetzt werden. Eine Gegenlichtblende wie auch Streulichtschutz ist leicht kostemgünstig aus einer Aquariumunterlage zu basteln.

Viele Grüsse
*entfernt*

 
Zitat von werner48:
Hallo Klaus,

das hatten wir doch schon ansatzweise von Dir, siehe Posting: #1262703 vom 07.01.2017(Bitte gesamten Thread lesen!).
Was ist denn daraus, nach ca. 30 Antworten entstanden, wenn Du jetzt wieder diese Frage stellst?

Gute Frage, was ist denn aus diesem Thread trotz der hier im Forum leider üblichen Streiterein und Feindseligkeiten der bekannten Kombattanten geworden?
http://forum.astronomie.de/phpapps/...41/Re:_Teleskop_fürs_Visuelle.._A#Post1263141

Hast Du jetzt eine AZ EQ6-GT oder was?

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Bocian,

der oder das Telementor mag ein Klassiker sein, aber das Rohr liegt doch 5 Tage vor Bietschluss beim mehr als doppelten Preis und hat vermutlich noch 0,96 Zoll-Anschluss (oder?). Angebote zu passenden Okularen sehe ich auch grad, die kosten ja auch nochmal jeweils 140 EUR und mehr (weil wohl Sammlerstücke).

Das Teil mag seinerzeit ja sorgfältig gefertigt worden sein und auch eine für seine Kenndaten optimale Optik haben. Ein gutes Sammlerstück, sicher, aber für ein Schulkind, bei dem man gar nicht weiss ob das Interesse soweit anhält dass überhaupt die äquatoriale Montierung jemals korrekt eingesetzt wird? Das empfände ich doch als übertriebene Investition. Dabei ist es ja optisch auch noch unterlegen, wenn man von der Koma des kurzen 130p mal absieht.

Und bitte, bitte, lasst den alten Thread ruhen... Den hatte ich schon sooo schön verdrängt ;)


CU
Klaus
 
Moin zusammen,

unabhängig der vorhandenen AZ-EQ6 soll ein Geschenk für eine 8-jährige beschafft werden, den alten Faden könnt ihr also ruhig in der Kiste lassen (wo er auch hingehört).

@Klaus: In erster Linie würde ich hinterfragen, woher das Interesse am Teleskop stammt. Ist eventuell der Wunsch des Vaters auch der Vater des Gedanken/Wunsches, oder ist es tatsächlich die Tochter, die sich ein eigenes Teleskop wünscht (und wenn ja, warum)?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es natürlich mega spannend ist, wenn Papa mit scheinbar viel technischem Brimborium das Haus in Richtung Dunkelheit verlässt und erst am nächsten Morgen wieder am Frühstückstisch sitzt (bestenfalls wach und ansprechbar). Dass der Nachwuchs da natürlich neugierig wird und mitmachen will, steht außer Frage. Aber wie genau stellst DU DIR das gemeinsame Beobachten mit deiner Tochter vor?
Kannst du dir vorstellen, dass deine Tochter eigenständig einen Dobson in Richtung M33 (Mond, Planeten, whatever...) schubst und dann beobachtet, während du an deinem Teleskop auf der AZ-EQ6 rummachst?
Ein eigenes Teleskop kann! natürlich der Antrieb sein, sich schon in frühen Jahren mit dem Thema Astronomie zu befassen, allerdings macht den meisten Kindern das auch nur in Gesellschaft wirklich Spass.

Je nach räumlichen Gegebenheiten kannst du deiner Tochter natülich einen Telementor oder einen 5" Volltubus-Dobson ans Fenster stellen und wenn der Mond oder ein Planet mal gerade günstig steht, wirft sie vor dem Zubettgehen mal einen schnellen Blick hindurch, aber ist es das?

Meiner Meinung nach hinterlassen Erlebnisse wie der gemeinsame Besuch einer Sternwarte in den Ferien (inkl. Beobachtung mit dem dortigen Equipment), eines Planetariums am Wochenende und gemeinsame Beobachtungen an Papas Teleskop eher einen bleibenden Eindruck als ein "Spielzeugteleskop" zu Weihnachten. Daher würde ich aus Erfahrung heraus den Gedanken des "Teleskops zu Weihnachten" verwerfen!



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

ich weiß aus eigener Erfahrung wie es ist sich ein Teleskop zu Weihnachten zu wünschen und es erst ein Jahr später zu bekommen. Besuche im Planetarium haben mich damals erst recht angefixt. Das 130p als Schnapper für 50 Euro kann kein Fehler sein, sofern nicht die Spiegel zerbrochen sind. Und es ist auch kein Spielzeug,

CU
Klaus
 
Hallo Klaus, Markus und Markus,
wie Sodiac Markus schon schrieb würde ich mir gründlich überlegen ob das Kind sich tatsächlich ein Teleskop wünscht oder "nur" was erleben will.
Aus vielen Beispielen in unserer Sternwarte Hofheim kann ich sowohl tiefstes Interesse auch kleinerer Kinder bestätigen, als auch rudimentäre Intereressen die auf sehr weit geöffnete Ohren der Eltern stoßen.
Kann natürlich sein das Klaus das schon alles durch hat.
Trotdem würde ich das Kind erst mal bei der Hand nehmen und mit ihm gemeinsam eine Wissens Basis erarbeiten und dann erst an ein Teleskop denken.
Sobald deine Tochter etwas in der Materie ist und nicht gerade zwei linke hände hat ist ein Teleskop für sie das gleiche wie für einen erwachsenen Anfänger.

 
Hallo Klaus,

für´n 50er mag das 130P zwar kein Fehler sein, dennoch käme so etwas (Messier 5" Dobson) meinem pers. Anspruch deutlich näher.
Das "Spielzeugteleskop" steht auch extra in "", ich weiss, dass man dieses Gerät durchaus verwenden kann, der Grund für die "" ist da eher die Wahrnehmung der Beschenkten...
 
Hallo,
ich rate zu einem Refraktor.
Für meine Tocher - 9 Jahre - habe ich einen 70/500 Refraktor v. Skywatcher auf AZ 3 besorgt, den kann sie problemlos selbständig bedienen - rel. großes Gesichtsfeld, leicht, Einblick von hinten etc.

Ein Freund von ihr tut sich mit seinem 76/? Newton viel schwerer, da er mit dem seitlichen Einblick nicht wirklich zurechtkommt. Das endet meistens damit, dass beide durch den Refraktor beobachten.

CS
Charly
 
Hallo Markus,

mmh gerade diese Messiers wurden in einem anderen Thread eher kritisch gesehen. Von wegen dass die wegen des hohen OAZ gar nicht ihre volle Öffnung nutzen. Ich muss aber auch sagen dass ich bei einem guten Angebot das meine Erwartungen befriedigend erfüllt nicht lange fackele, da ist ja jeder anders. Nach oben ist die Qualitäts und Preisskala natürlich ohnehin immer offen.

CU
Klaus
 
Hallo Klaus,

ja das mit dem hochbauenden OAZ ist mir geläufig, allerdings bin ich da eher prakmatisch... Das Messier Teilchen hat die "solidere" Konstruktion und ist aufgrund des Volltubus (sofern man bei einem Newton überhaupt davon sprechen kann) recht justagestabil. Beim 130P sieht das ganz anders aus. Ich habe zwar die volle Öffnung nutzbar, muss aber auch jedes Mal nach der Justage schauen...es kommt da halt auf die pers. Prioritäten an, meine habe ich oben geschrieben.

Aber zuerst sollte Klaus (der TO) sich noch einmal zu Wort melden und ggf. auch was zum vorhandenen Equipment schreiben, denn dann könnte man auch auf Vorlieben wie rückwärtigen Einblick, Große Öffnung, ... eingehen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

zwischen dem rudementär ausgestatteten 130er SW Heritage Newton/Dobson der immerhin volle Öffnung nutzt und dem total verbauten Bresser Messier, der kaum 100 mm Öffnung nutzt und dessen Justierstabilität aufgrund des extrem hohen Okularauszugsturm aus Platik ganz sicher genau so fragwürdig ist wie die des SW gibt es noch eine sehr ansprechende Lösung

Meade Lightbridge Mini 130

die zumindest deutlich mehr von der Öffnung nutzt als das Teil von Bresser und ebenso mit justierbarer HS-Zelle und spannbarer, justierbarer, dünner FS-Spinne ausgestattet ist.

Wenn es, gleiche grundsätzliche Optikqualitäten vorausgesetzt, ums Durchsehen und die optischen Möglichkeiten geht, ist der SW m.E. die beste Wahl.
Beim Ansehen mit Geschenkband drumherum mag der Bresser punkten, doch wäre dann der Meade als zweiter Sieger in beiden Wertungen die bessere Wahl.

Das nur für den Fall,dass solche Kleindobsons überhaupt in Erwägung gezogen werden, als Ergänzung.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

danke vielmals für die Antworten!
Meine Tochter hat sich letztes Jahr schon ein Teleskop gewünscht.
Hätte nicht gedacht das der Wunsch so lange anhalten würde und deshalb soll es dieses Jahr eins werden.
Natürlich kann man für den Preis kein Upperclass erwarten.

Den Dobson schaue ich mir an, leider müsste man den abholen.
Und was haltet von dem hier : https://www.teleskop-express.de/sho...skop-Newton-130-650-auf-EQ3-1-Montierung.html
 
Hallo Klaus,

der 150/1400 ist als Cat-Newton eins der meist abgeratensten Teleskope überhaut. Da bitte Finger weg.

Der 130/650 hat ein gutes Potenzial, der 80/910 bietet nicht so schöne Allround-Optionen wie der 130/650, harmoniert aber mit Okularen besser. Ich sehe in der Summe im 130/650 das größere Potenzial, aber eventuell zählt ja auch, dass der 80/910 einfach "teleskopiger" aussieht. Von den Leistungskriterien her 130/650 und der müsste bei eingefahrenem Stativ auch von der Höhe her kein Problem machen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Klaus,

ich würde einer 8 jährigen kein Teleskop schenken, wo beim Aufbau erstmal eine Montierung auf einem Stativ eingenordet werden muß. Denn das "einnorden" erfordert eine Vorrichtung mit der der Polarstern überhaupt anvisiert werden kann. Da muß also erstmal ein Loch für ein Polsucherfernrohr in der Montierung sein. Und dann muß man das Polsucherfernrohr meist auch noch extra dazukaufen.

Alle von Dir ausgesuchten Teleskopangebote haben keine Möglichkeit, so ein Polsucherfernrohr anzubauen. :(

Außerdem braucht man da auch noch freie Sicht auf den Polarstern und muß ihn unter den vielen Sternen am Himmel erstmal identifizieren können.

Der nächste Knackpunkt bei den Newtons ist, daß sich bei parallaktisch montierten Tuben der Okularauszug je nach Blickrichtung vom Teleskop mal links, rechts, auf oder unter dem Tubus befindet. Beobachtungskomfort ist was anderes...

Ich denke, für Kinder wäre es prinzipiell besser, ein Fernrohr in einer Rockerbox zu nehmen. Hinstellen, durchgucken. Kommt der "Ungeduld" von kleinen Kindern entgegen. Dann ist der Einblick auch immer an der selben Stelle. Egal ob klassische Rockerbox oder Einarmbauweise für Teleskope bis 5 Zoll Öffnung.

Man kann auch ein Linsenteleskop in eine Rockerbox oder an eine Einarmgabel stecken. Dann wäre der Einblick hinten, damit wäre das Peilen über den Tubus sehr intuitiv. Deine Tochter steht oder sitzt hinter dem Teleskop, wenn sie dann z.B. den Mond mit freiem Auge sieht, muß sie lediglich das Teleskop in die Richtung schwenken, in der er auch am Himmel steht. Als Aufsuchhilfe einen Leuchtpunktsucher (den mußt Du einmal zur optischen Achse vom Teleskop justieren) und schon kann sie loslegen...

Das Teleskop wird vermutlich im Herbst/Winter/Frühling zum Einsatz kommen. Denn nur da ist es früh am Abend schon dunkel. Leider ist es in dieser Zeit auch recht kalt. Kinder kühlen schnell aus. Also wird eher nur ne halbe Stunde geguckt denn die ganze Nacht.

Wie stellst Du Dir denn das Beobachten vor? Gehst Du mit Deiner Tochter dann in den Garten, Terasse, Balkon und hilfst ihr? Oder soll sie das völlig alleine machen? Was möchte Deine Tochter denn beobachten? Mond, Sterne? Oder hat sie auch den Wunsch, Kugelsternhaufen und Galaxien zu beobachten?

Kennst Du Dich am Himmel aus? Sternbilder, kannst Planeten von Sternen unterscheiden und weißt, wo am Himmel weitere "lohnende" Ziele (z. B. Orionnebel, Plejaden, Sternhaufen) stehen? Nur Mond angucken könnte schnell langweilig werden. Und der ist ja auch nicht jeden Abend am Himmel...

Mit der Auswahl des Teleskopes ist es ja nicht getan. Man muß es dann auch aufbauen und was am Himmel finden!

 
Hallo zusammen,

eventuell ist der Hinweis angebracht, dass eine simple azimutale Montierung ja nicht zwingend eine Holzkiste (Rockerbox) sein muss.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Fee,

ich sprech's mal allgemein an, weil es mir über die Jahre immer wieder auffällt: Warum wird um die Ausrichtung einer parallaktischen Montierung so ein Bohei gemacht?

Visuelle Beobachter können eine parallaktische Montierung völlig grob nach Norden aufstellen, ohne besondere Nachteile zu haben.

Fee, ich halte den Hinweis auf einen Polsucher (oder dessen als Mangel geschildertes Fehlen) für völligen Humbug. Seit Jahren stelle ich meine visuell genutzten Montierungen so auf, dass ich einfach mich dahinter stelle und einfach nur per auf und ab schauen Anpeile, ob die Achse auf Polaris zeigt. Nichts mit Bücken, nichts mit Knien, kein Einstellen von Datum und Uhrzeit. Natürlich laufen die Objekte langsam raus, wenn ich bei 200x einfach 5 Minuten daneben stehen und quatsche, aber bei der Beobachtung an sich sind nur ab und an kleine Korrekturen nötig. Egal ob das mit 18" und EQ-Plattform (die hat nichtmal eine sichtbare Achse) oder mit 12" oder sonstigem Gerät auf der normalen Parallaktischen der Fall ist.

Als "betreuender Vater" muss man dazu eigentlich nur mal grad die 50° Nordbreite für Deutschland auf der Polhöhenskala einstellen, und fertig. Sieht dann so aus:
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/eq-mount.jpg

Das mal ganz rausgelöst aus der Diskussion, um welches Teleskop es denn gehen soll. Und übrigens, das Teleskop, welches ich hier am liebsten mitgeben würde, wäre ein 130/650 in so einer Tisch-Montierung:

Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/Virtuoso4.jpg

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

endlich spricht das mal wieder jemand aus - danke! Und falls es jemand anders bezweifelt: So hat man früher mangels Polsucher so ziemlich alle parallaktischen Einsteigermontierungen ausgerichtet.

Kleiner Hinweis: Wer die Ausrichtung noch besser machen will, peilt mal von oben drüber (Kontrolle in Azimut) und mal von der Seite (Kontrolle in Höhe). Und Perfektionisten wiederholen das noch einmal.

Der Zeitverbrauch von <5 Minuten ist zu ertragen, dafür hat man den Komfort einer einfachen Bewegung.

Grüße

fquadrat
 
Hi Sven,

ich sprech's mal allgemein an, weil es mir über die Jahre immer wieder auffällt: Warum wird um die Ausrichtung einer parallaktischen Montierung so ein Bohei gemacht?

weil ich seit nunmehr rund 25 Jahre in der Praxis erlebe, daß Nichtastronomen massive Probleme damit haben.
Als Amateurastronom ist Dir und mir die Orientierung am Himmel sicherlich in Fleisch und Blut übergegangen. Wenn Sonne, Mond oder Sterne am klaren Himmel zu sehen sind, kann ich sofort sagen, wo Norden ist. Da brauch ich weder Kompaß, noch Navi, Landkarte oder ne App aufm Handy. Der Rest der Bevölkerung ist da aber nach meiner Erfahrung völlig hilflos.

Kinder wünschen sich ein Teleskop, Eltern ohne jegliche Kenntnis kaufen online das Teleskop, das sie sich leisten können/wollen, die Kiddies packen es aus und nun beginnt das große Rätselraten, was wohin gehört und wie es aufgebaut werden soll.

Irgendwann geben die Eltern auf, schleppen der Kram nach Weihnachten zu uns auf die Sternwarte und erwarten von mir oder meinen Kollegen, daß wir ihnen zeigen, was wo hin gehört und wie man es bedient.

Ich bau es dann Stück für Stück zusammen, erkläre, was wo und warum zusammengehört und geh mit dem Geraffel unterm Arm dann raus ins Freie und zeige ihnen den Polarstern. Erkläre, daß sich alle Sterne um den im Lauf von 24 Stunden drehen. Daß man die Montierung so ausrichten muß, daß sie zum Polarstern zeigt und man dann nur an der Stundenachse drehen muß, um einen Stern, Planet oder den Mond im Okular zu halten. Lasse die Kinder und auch die Eltern durchgucken, selber an der biegsamen Welle drehen. Dann bau ich es wieder auseinander und geb die Einzelteile den Eltern oder Kinder. Jetzt sollen sie es selber zusammenbauen, dann einnorden und nen Stern mal 2 Minuten im Okular halten.

Rate mal, wie viele es schaffen, alles korrekt zusammenzubauen. Selbst mit Bauanleitung und von mir gehaltenen Taschenlampe klappt das nur bei wenigen. Rate mal, wie viele dann die Montierung auch noch Richtung Polarstern ausrichten.

Weil das alles nicht wirklich intuitiv klappt, schnappen sich die meisten dann das Stativ und stellen es jedesmal anderst hin, wenn sie den nächsten Stern anpeilen wollen. Statt das Teleskop mit den beiden Wellen in Position zu bringen. Einfach, weil das schneller geht.

Wenn die Stundenachse mal auf Vega und mal auf Sirius zeigt, die Polhöhe auf Mittelmehrküste eingestellt ist, ist es nahezu unmöglich, durch Drehen an den biegsamen Wellen ein Objekt im Okular zu halten und die Eltern/Kinder sind frustriert.

Aus dem Grund plädiere ich für nen Dobson. Hinstellen, Ziel anvisieren, durchgucken. Feddisch. Mit Dobsons kommen Kinder wunderbar klar. Viel besser als mit den unterdimensionierten Billigparallaktischen auf Klapperstativ und auch viel besser als mit den schrottigen Gabelteilen auf Dreibein.

Fee, ich halte den Hinweis auf einen Polsucher (oder dessen als Mangel geschildertes Fehlen) für völligen Humbug. Seit Jahren stelle ich meine visuell genutzten Montierungen so auf, dass ich einfach mich dahinter stelle und einfach nur per auf und ab schauen Anpeile, ob die Achse auf Polaris zeigt. Nichts mit Bücken, nichts mit Knien, kein Einstellen von Datum und Uhrzeit.

Du und ich erkennen, ob der Stern da oben Polaris ist und die Montierung in seine Richtung zeigt. Du und ich erkennen, ob die eingestellte Polhöhe grob zum Breitengrad paßt. Ein Nichtastronom aber nicht.

Zu uns auf die Sternwarte kommen nur die Neulinge, die selber nicht klarkommen. Da haben wir zwei anscheinend unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

Als "betreuender Vater" muss man dazu eigentlich nur mal grad die 50° Nordbreite für Deutschland auf der Polhöhenskala einstellen, und fertig. Sieht dann so aus:

damit hast Du völlig recht. Leider sind die Montierungsverpackungen aber so gestaltet, daß die Montierungen nur reinpassen, wenn sie auf "Mittelmehrküste" eingestellt sind. Die Teleskope sollen ja nicht fertig aufgebaut im Kinderzimmer rumstehen. Die werden wieder in der Schachtel unterm Bett oder im Schrank verstaut, damit sie nicht im Weg rumstehen, umfallen und kaputt gehen. Und damit alle Einzelteile (Okulare, Barlows, Mondfilter...) net verschwinden. Also muß jedes Mal die Polhöhe neu eingestellt werden. Vergißt man das, wirds problematisch mit den händischen Nachführen...

Das mal ganz rausgelöst aus der Diskussion, um welches Teleskop es denn gehen soll. Und übrigens, das Teleskop, welches ich hier am liebsten mitgeben würde, wäre ein 130/650 in so einer Tisch-Montierung:

jepp, so nen Dob favorisiere ich doch auch. Da binn ich ganz bei Dir.

 
Hallo,
ich mõchte Sven beipflichten. Auch für Beginner das Aufstellen und Ausrichten einer parallaktischen Montierung durchaus machbar.
Aus eigener Erfahrung mit meinem 10 jährigen Sohn können wir bestätigen, dass eine grobe , sogar sehr grobe Ausrichtung nach Norden visuell völlig reicht. Man benötigt definitiv keinen Polsucher. Wenn man will, peilt man durch die vorgesehene Öffnu g des Polsuches. Das reicht.
Vielmehr ist hinreichende Stabilität wichtig, damit das Teleskop nicht wackelt.
Zum Dobson: ich hatte ein 10“ second hand Dobson gekauft. Optische Leistung toll, aber mein Sohn (er ist sonst sportlich , geschickt und körperlich groß) kam mit dem “Schubsen“ nicht zurecht. Was für Erwachsene mit geringer dosierter Anstrengung beim Dobson leicht möglich ist, ist für Kinder und deren Körpergröße schwierig. V.a bei höheren Vergrösserungen ist die Beobachtung für Kinder in dieser Altersgruppe am Dobson aus unserer Sicht zu anstrengend.
Wir sind dann bei 4“ Refraktor 100/1000 gelandet auf EQ3.
Diese Kombination ist super, leicht zu bedienen und aufzubauen, noch ausreichend stabil. Es ist unser meistbenutztes Teleskop.

Mittlerweile haben wir eine Nachführung nachgerüstet. Der Sohn fotographiert damit sogar ( mit visueller Ausrichtung ohne Polsucher).

Viel Erfolg bei der Teleskopsuche und viel Spass mit dem n euen Teleskop.
 
Zitat von Matzee:
Hallo,
ich mõchte Sven beipflichten. Auch für Beginner das Aufstellen und Ausrichten einer parallaktischen Montierung durchaus machbar.
Aus eigener Erfahrung mit meinem 10 jährigen Sohn können wir bestätigen, dass eine grobe , sogar sehr grobe Ausrichtung nach Norden visuell völlig reicht. Man benötigt definitiv keinen Polsucher. Wenn man will, peilt man durch die vorgesehene Öffnu g des Polsuches. Das reicht.
Vielmehr ist hinreichende Stabilität wichtig, damit das Teleskop nicht wackelt.
Zum Dobson: ich hatte ein 10“ second hand Dobson gekauft. Optische Leistung toll, aber mein Sohn (er ist sonst sportlich , geschickt und körperlich groß) kam mit dem “Schubsen“ nicht zurecht. Was für Erwachsene mit geringer dosierter Anstrengung beim Dobson leicht möglich ist, ist für Kinder und deren Körpergröße schwierig. V.a bei höheren Vergrösserungen ist die Beobachtung für Kinder in dieser Altersgruppe am Dobson aus unserer Sicht zu anstrengend.
Wir sind dann bei 4“ Refraktor 100/1000 gelandet auf EQ3.
Diese Kombination ist super, leicht zu bedienen und aufzubauen, noch ausreichend stabil. Es ist unser meistbenutztes Teleskop.

Mittlerweile haben wir eine Nachführung nachgerüstet. Der Sohn fotographiert damit sogar ( mit visueller Ausrichtung ohne Polsucher).

Viel Erfolg bei der Teleskopsuche und viel Spass mit dem n euen Teleskop.

Ich vergaß:

LG Martin
 
Jetzt möchte ich mal ein Teleskop ins Spiel bringen, das eigentlich genau für diesen Zweck entwickelt wurde – das Edmund Scientific Astroscan. Dieses 100mm-Widefield-Kugeldobson ist kinderleicht und -freundlich zu bedienen, auch von der Robustheit her kindgerecht und sieht auch noch irgendwie nach Spielzeug aus, wobei die verbaute Optik sehr ordentlich ist. Der einzige Nachteil besteht darin, dass es leider nicht mehr hergestellt wird und zum Teil sehr hohe Preise dafür aufgerufen werden. Aber es tauchen auch immer wieder welche in der Bucht auf, die ins Budget passen würden.
 
Hallo Schims,

von der Bedienung her schon, da ist das Ding sehr ähnlich zu dem von mir bereits im Bild gezeigten Klein-Dobson. Aber das Problem bei diesen Kugeldingern ist, dass man nicht weiß, welche Produkte mit Kugelspiegel ausgeliefert werden. Die Geräte werden ja genau deshalb als "Widefield" beworben, weil die verbauten Optiken schon für mittlere Vergrößerung nicht mehr taugen. Zwar soll bei Edmund ein Parabolspiegel drin sein, aber die hier gewählte Konstruktion mit einer Front-Abschlussplatte bringt ja ein zusätzliches Element ein, das zwei planparallele Flächen braucht, und das ist eigentlich richtig teuer. Bei anderen Kugeldobsons hört man auch von verbauten Kugelspiegeln, die von vornherein nur für schwache Vergrößerung taugen können. Ich habe schwere Bedenken, dass man ein Exemplar findet, welches eine schöne Abbildung zeigt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Klaus,

bei dem Budget bringe ich einen 6" 150/1200mm Dobson ins Spiel.
Der ist zur Zeit ungefähr für diesen Preis neu zu bekommen.
Falls nur ein 25mm Okular beiligen sollte würde ich noch das SUPER RK 10mm Okular dazunehmen. Kann aber sein, dass je nach Angebot schon beide im Lieferumfang enthalten sind.

8 Jahre ist natürlich schon recht jung, aber wenn das Interesse schon länger besteht und Du selber vielleicht auch mit einsteigen möchtest... Warum nicht.

Ich persönlich finde da den Dobson in der Rockerbox viel praktischer. Der Einblick bleibt an der selben Stelle. Das fand ich bei meinem Eintiegstelekop, einem 114/900mm Newton auf parallaktischer Montierung mit Wackelstativ, echt nervig. Je nach Position musste ich den Tubus in den Schellen drehen und auch das Verstellen ging ja nicht frei in alle Richtungen. Da musste ich mich ja immer in den 2 Achsen bewegen. Vielleicht habe ich mich da auch nur zu dumm angestellt, aber ich habe das damals als sehr nervig empfunden.

Beim Dobson fühle ich mich da viel wohler mit der kompletten Bewegungsfreiheit in alle Richtungen. Das Nachschubsen / Schwenken des 6" Dobson sollte eigentlich auch für Kinder machbar sein.

Trotzdem kommt zum Schluss noch mein Standard Rat: Vorher unbedingt selbst durch ein Teleskop schauen. Muss gar kein High End Gerät, hauptsache man sieht schon einmal grob was man beim Blick durch ein Teleskop erwarten kann.

Gruß,
Holger
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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