Teleskop für die Stadt

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Venni

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Hallo liebe ForenUser.

Meine Fragen wurden hier wahrscheinlich schon x-mal durchgekaut, aber ich hoffe trotzdem, einige gute Tipps zu bekommen.
Ich bin absoluter Neuling und habe selbst noch nie ein Teleskop besessen, möchte mir nun eines zulegen.
Intensive Forensuche hat mich irgendwie eher verwirrt als mir geholfen.

Ich wohne in Düsseldorf, möchte also fast ausschliesslich in der Stadt beobachten.
Am wichtigsten ist mir die Planetenbeobachtung (DeepSky ist für die Stadt ja eh nix).

Ebenso würde ich mir gerne die Möglichkeit offenlassen, evtl. zu fotografieren.
Ausserdem wäre es gut, Filter vorzusetzen (Mond-, Sonnenfilter).

Aus meinen Recherchen liebäugele ich mit dem Bresser Messier R-90.
Das R-120 ist mir zu teuer, da ich (wahrscheinlich) nur "Gelegenheitsgucker" sein werde.
Ein Spiegelteleskop hatte ich mir schon mal ausgeliehen, war mir aber viel zu sperrig.

Preislich wollte ich nicht mehr als 300Euro ausgeben.

Hat vielleicht jemand Erfahrung mit der Beobachtung aus der Stadt?

Ich bin für jeden Tipp dankbar.

Gruss,

Sven
 
Hallo Sven,

willkommen im Forum.

Eine Minimal-Lösung für dich wäre ein Spiegelteleskop, ein sogenannter Maksutov, kurz "Mak". Der kleine Mak hätte 90mm freie Öffnung, man könnte auf 150-fach Vergrösserung gehen. Der ist sehr kurzbauend, sehr transportabel, hat aber nur ein kleines Gesichtsfeld. Ein stabiles Tischstativ dazu für 25 Euro hätte sogar eine Feinbewegung. Dazu müsste man sich noch über ein passendes Okular unterhalten.

Dein Bresser ist 90/900 ist aber auch schon etwas sperrig. Ist dir das klar? Das Gewicht des Scopes zieht an einem längeren Hebel. Das Problem sehe ich hier in der Montierung. Und bei vielleicht 100-fach Vergrösserung ist Feierabend.

Es gibt auch kleine Newtons (Spiegelteleskop), mit den Massen 130/650. So sperrig sind die gar nicht. Sie müssen aber auch montiert werden.

Vor ein paar Tagen hatten wir hier eine ähnliche Fragestellung:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...cs/610859/Portabler_Dobson_130_650#Post610859
Dieser Thread könnte dich interessieren.

Aber überstürze nichts! Mit Gruss,
Joachim
 
Hallo Sven,
und willkommen im Forum.

Vielleicht hilft Dir der Buchtipp weiter, denn (ein)lesen wirst Du dich in die Materie auch müssen...

Sternbeobachtung in der Stadt. Der Himmelsführer für Park, Terrasse und Balkon von Denis Berthier (ISBN: 9783440091395)

Ist schon älter und nicht mehr überall erhältlich, aber hier dürfte es noch lagernd sein...

Viele Grüße,
Ekkehard

 
Hallo Sven

Und Ich auch, da Ich als Kind selber in der Stadt beobachtet habe.

Als erstes von welcher Stadt aus möchtets du den Sternenhimmel beobachten,
Stuttgart, Hamburg, Berlin oder München oder wo,damit wir dir beratten können,
und möchtest du von einem Balkon,Terasse,evtl Wiesse wie vom Ekkehard,s Link beobachten.
Und wie weit ist die nächste Staßenbeleuchtung entfernt.

Mit gruß Manfred
 
Moin.

Vielen Dank für die schnellen Antworten.

Das mit dem Mak ist eine gute Idee. Kann man denn bei dieser Bauart auch Filter vor- bzw. zwischensetzen?

Ich habe das Problem, dass genau in meiner Blickrichtung eine Gaslaterne steht. Ich hatte aber mit dem Spiegelteleskop trotzdem letzten Sommer den Jupiter gut sehen können. Ich habe gehört dass es Lichtfilter gibt. Vielleicht hilft das ja ein wenig.

Gruss,

Sven
 
Hallo Sven,

wäre vielleicht doch gut, wenn Du Deine Möglichkeiten noch näher beschreibst:

- was heisst für Dich sperrig?
- gibts in Düsseldorf vielleicht dunklere Ecken, die Du aufsuchen könntest? Vielleicht ein Park oder Stadtrand oder so.
Dann würde Deep Sky vielleicht etwas eingeschränkter möglich
- mit den Planeten von der Stadt aus ist ja auch so ne Sache, Stichwort Seeing.

CS

Klaus
 
Hallo Sven,

Filter vor das Objektiv:
Geht eigentlich bei jedem Scope. Für Sonnenbeobachtung gibt es besondere Folie. Selbstbau ist gefragt. Ansonsten Vorsicht bei Sonnenbeobachtungen!

Filter hinter dem Objektiv:
Filter werden im Okular eingeschraubt. Müsste eigentlich immer passen.

Filter sind aber keine Lösung deines Problems. Eine Gaslaterne in Sichtlinie ist übel! Das beste ist schon ein abgedunkelter Beobachtungsplatz. Sonst die Laterne möglichst abblenden. Eine Tauschutzkappe gegen Streulicht hilft. Den Link zu den DeepSkyBrothers von Thomas hast du ja schon (dort: ->Tipps + Tricks -> Selbstbau Tauschutzkappe). Weiter hilft ein schwarzes Tuch über den Kopf gegen Streulicht.

Mit Gruss, Joachim
 
Hallo.
Das mit der Tauschutzkappe ist ja wirklich genial einfach!

Ich denke, ein Mak wäre für mich Ideal.
Dies hier
Mak
hat sogar eine 100er Öffnung für einen akzeptablen Preis.
Ich hatte mir auch Maks mit GoTo-Montierung angesehen, allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass bei einem Preis von 300 Euro und Computersteuerung noch Qualität in der Optik steckt...
Siehe
GoTo
Allerdings reizt mich der Motor, der bei Astrofotografie ja wohl unabkömmlich ist.

Schönen Abend noch,

Sven


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nochmals hallo Sven,

Vielleicht ist ein Mak das richtige Gerät für dich. Du brauchst aber noch geeignete Okulare und der Mak muss montiert werden. Der Sinn der Sache ist, dass du im Bereich 100-fach bis 150-fach beobachten willst. Mit den üblichen Neigeköpfen auf Fotostativen wirst du nicht glücklich werden.

Die Sache mit dem Fotografieren lässt man am Anfang lieber weg, dann wird alles einfacher. Grundlegendes zu Astrofotos gibt es hier:
http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteiger-astrofotografie.html
Wie es geht, mit Webcam für Mond, Planeten:
http://hatschie.de/EBV/Astro_gross/start.html

Mit Gruss,
Joachim
 
Hi Sven
liest Dich weiter ein. Da fehlt noch was, auch wenn aus dem was wir wissen ein mak durchaus das Zielgerät sein könnte.
Foto geht nur mit Nachführung gescheit. Unterm Strich ist da auch für Planetenfotografie derzeit zumindest zu wenig Budget vorhanden.

Daneben gibts in D einen Astrostammtisch einmal im Monat. War slebst schon Gast dort weil ich zeitweise beruflich oft in D war. Sind nette Leute dort die Dir sicher auch mal was live zeigen können und werden. Das vereinfacht vieles bzw ergänzt die Beratung hervorragend. Guck mal ins Treffpunktboard.
CS
 
Hallo Sven,

noch eine Anmerkung:

Okay, Du beobachtest aus der Stadt heraus und vom Balkon aus.
So richtig auf ganz kleine und damit hochtransportabe Öffnung festgelegt bist Du aber eigentlich nur, wenn Du auch die Notwendigkeit siehst, das Gerödel mittels Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln an etwas geeignetere Standorte zu schaffen.
Ansonsten, wenn Du auf solche Transporte ganz klar verzichten willst oder dafür einen Pkw zur Verfügung hast, kann auch auf einem Stadtbalkon durchaus eine größere Öffnung an den Start.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Namensvetter,

einen Achromaten 90/1000 habe ich selbst vor kurzem abgegeben. Und obwohl der noch länger baute, als der von Dir vorgeschlagene 90/900, war der Farbfehler doch so, dass ich mich bei der Planetenbeobachtung gestört fühlte. Natürlich, man kann damit Planeten beobachten, es ist auch schön, aber das ist wirklich kein Spezialteleskop für diesen Zweck.

Aus der Stadt heraus ist es schon etwas besonderes, wenn man häufig mehr als 150mm Öffnung nutzen kann. Meist hat man zuviel Wärmequellen, die Luftunruhe (Seeing) produzieren. Diese 150mm Öffnung sind aber gut bezahlbar zu haben, nämlich als Spiegel. Einen schönen Planetennewton gibt der 150/1200 Spiegel ab. Optimal allerdings als Parabolspiegel, was leider nicht alle Hersteller machen. Der mit sphärischem Spiegel (Kugelspiegel) ist mehr ein Allrounder, vom parabolischen kann man sich eine wirklich gute Leistung erwarten.
Ist das zu groß? Passt nicht auf die Montieurung? Dann kann man auf einen 150/900 Newton ausweichen. Was man da an Länge spart, steckt man in Sorgfalt bei der Okularauswahl und man wird damit zufrieden sein. Ein nicht ausreichend lang gebauter Achromat, und das trifft beim 90/900 zu, hat gegenüber 150mm Öffnung und farbreiner Abbildung auch im Werkszustand eines f/6 Newtons von der Stange das Nachsehen.
Noch kompakter geht es natürlich auch, aber die qualitativ hochwertigen Maks sind teuer. Immerhin, der 127er Skywatcher ist einen Blick wert. Kein Problem mit Okularen, kein Problem mit Farbe, aber eben sehr kompakt und optisch aufwändig, für genaue Beobachter auch wegen der großen Obstruktion nur eine Lösung, wenn es unbedingt so kompakt sein muss. Teurer als der größere Newton ist auch dieses Konzept.

Für 300 Euro aber - wird das alles knapp. Der 90/900 geht grad so, mit dem Mindestsatz an Okularen mit ach und krach. Beim 100er Mak fehlt's dann beim Zubehör. Alles ein sehr eng geschnürtes Paket. Also fragt sich, wohin es gehn soll: 300 Euro Budget halten, oder eine gute Lösung anstreben?

Clear Skies
Sven
 
Vielen Dank für die reichlichen Vorschläge.
Hat mir sehr geholfen. I
Entschieden hab ich mich zwar immer noch nicht wirklich, aber mal sehen.

Gruss,

Sven
 
Hallo, hier siehst du vergeleichsweise zwei Teleskope der kompakten Bauart:

Link zur Grafik: http://www.photoinfos.com/astronomie/diverse/Teleskope20060529-10.jpg

Das größere links ist schwer und teuer.

Das kleine auf der rechten Seite ist gut auf dem Balkon einzusetzen. Es ist kurz, hat 127mm Öffnung, was schon recht ordentlich ist und hat eine sehr gute Bildqualität. So eines bekommst du um die 200 Euro (ev. mit Zenitspiegel und einem Okular) auf dem Gebrauchtmarkt. Eine passende Montierung nebst Stativ wie die EQ-3 oder Vixen NP geht über die An- und Verkaufsecke für ca. 100 € weg. Damit kann man wenig falsch machen.

Tom
 
Hallo Tom,

ich tue mich mit der sehr guten Bildqualität reichlich schwer. Der 127mm Skywatcher Mak ist gut, aber einige Sternfreunde haben nach fummliger Bastelarbeit und Justage ihr Gerät noch verbessert und es gibt generell auch noch Hersteller, die qualitativ noch bessere Optiken hinlegen. Ein "sehr gut" von Dir lässt keinen Platz für diese Verbesserungsmöglichkeiten.
Es ist für ein Gerät von der Stange "gut", wäre meine Idee dazu.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

dem stimme ich zu.
Wenn man noch die Spiegelzelle etwas modifiziert und die Verblendung verbessert, erhält man ein Teleskop mit sehr gutem Preis/Leistungsverhältnis.
Die Optik an sich ist in Ordnung (gute sphärische Flächen bekommen auch die Chinesen hin), doch was nützt das, wenn die Mechanik das Niveau wieder drückt...
(Eine leichte Dejustage hat bei einem solchen Gerät mit "schnellem" HS ähnliche Folgen wie bei einem "schnellem" Newton)

Gruß Norbert
 
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