Werner_Thiem
Mitglied
Hi Polarelch,
ich hatte vor über 30 Jahren einen 114er Newton mit parallaktischter Montierung ohne motorisierte Nachführung.
Das Teil hat mir damals viel Spaß gemacht, jedoch hatte mich schon damals das langwierige Suchen nach den Beobachtungsobjekten etwas genervt.
Nach langer Pause habe ich von ein paar Monaten das Celestron MAK 127 SLT gekauft. Im Vordergrund stand auch bei mir, dass das Teleskop transportabel sein sollte.
Zunächst konnte ich aufgrund durchwachsener Wetterbedingungen nicht viel beobachten. Mond, Mars und Saturn war alles, was ich vom Balkon brauchbar sehen konnte. Vor einer Woche bin ich mit dem Teil zu einem Freund gefahren, dessen Haus außerhalb der Stadt liegt. Die Beobachtungsbedingungen waren sehr gut. Ich konnte nun zum ersten Mal das Potential des Teleskops testen.
Es ist korrekt, dass man mit dem MAK nur eingeschränkt Deep Sky Objekte beobachten kann. Allerdings kann man die helleren DS-Objekte gut sehen. M57 ist als kleiner Nebelring sehr schön zu sehen. Bei den helleren Galaxien sieht man nur den Kernbereich. Diesen jedoch relativ hell. M13 wird am Rand etwas in Sterne aufgelöst (man sieht vereinzelt Sterne); der Kernbereich gleicht eher einem Nebel mit "Granulat". Dennoch ist das ein sehr schöner Anblick. h und chi im Perseus, sowie die Plejaden sehen grandios aus. Da Mars momentan sehr klein ist, sieht man nur wenige Details. Bei Saturn wird die Ringteilung gut aufgelöst. Bei Jupiter konnte ich 3 Wolkenbänder problemlos erkennen. Vermutlich ist mit besserern Okularen mehr zu sehen. Unser Mond ist ein sehr dankbares Objekt. Man sieht sehr viele Details!
Die Optik des Mak ist sehr gut justiert. Intra- und Extrafokal sieht man absolut zentrische Beugungsscheibchen. Die Sterne werden, gutes Seeing vorausgesetzt, sehr scharf abgebildet. Beim Mond und bei den Planeten konnte ich sehr gut ein zusätzlich gekauftes 5.2 mm Okular einsetzen. Die Bildqualität war damit immer noch sehr gut. Wichtig ist hierbei natürlich wieder: Gutes Seeing!
Das Beste an dem Teleskop ist das Goto-System. Während ich vor 30 Jahren viel Zeit mit Suchen vergeudet habe, kann man mit der Goto-Nachführung quasi ununterbrochen die Objekte beobachten, die man sehen will. Es gibt nur eine Verzögerung: Die Zeit, die das Teleskop braucht, um das nächste Objekt anzufahren. Und das geht auch sehr schnell. Für den Betrieb habe ich einen 12V Bleigel-Akku mit 7,2 Ah gekauft. Der genügt vollkommen. In besagter Nacht lief das Teleskop nonstop 4 1/2 Stunden. Der Akku brachte immer noch Leistung!
Erstaunlich ist, wie einfach die Kalibrierung des Teleskops funktioniert. Am einfachsten ist das Auto-2-Stars-Alignment.
Man stellt das Teleskop einigermaßen waagerecht auf umd gibt seinen Standort, Datum und Uhrzeit ein. Danach wählt man beim Alignment z.B. "Polaris" aus. Den Polarstern müsste auch ein Anfänger nach relativ kurzer Zeit finden... Man zentriert Polaris im Okular und bestätigt mit "Align". Danach kann man aus einer Liste heller Sterne einen auswählen, den man kennt, bzw. den evtl. auch mal wieder anschauen möchte. Im vorliegenden Fall entschied ich mich (natürlich) für den Parade-Doppelstern Albireo. Nach einigen Sekunden befindet sich Albireo (wunderschöner Anblick!) schon fast zentriert im Okular. Nun wieder exakt zentrieren und mit Align bestätigen. Das war es! Danach findet das Teleskop alle gewünschten Objekte zuverlässig und schnell! Der riesige Vorteil: Die Objekte stehen immer genau im Zentrum des Gesichsfeldes, d.h. sieht man nichts, ist das Telekop zu schwach. Das erspart sinnloses Suchen!
Ich kann das Telekop sehr empfehlen, sofern man primär visuell beobachten möchte. Planetenbilder kann man damit wohl auch machen. Langzeitbelichtungen sind jedoch aufgrund der Montierung leider nicht möglich.
Ich hoffe, bei Deiner Entscheidungsfindung geholfen zu haben.
Viele Güße,
Werner
ich hatte vor über 30 Jahren einen 114er Newton mit parallaktischter Montierung ohne motorisierte Nachführung.
Das Teil hat mir damals viel Spaß gemacht, jedoch hatte mich schon damals das langwierige Suchen nach den Beobachtungsobjekten etwas genervt.
Nach langer Pause habe ich von ein paar Monaten das Celestron MAK 127 SLT gekauft. Im Vordergrund stand auch bei mir, dass das Teleskop transportabel sein sollte.
Zunächst konnte ich aufgrund durchwachsener Wetterbedingungen nicht viel beobachten. Mond, Mars und Saturn war alles, was ich vom Balkon brauchbar sehen konnte. Vor einer Woche bin ich mit dem Teil zu einem Freund gefahren, dessen Haus außerhalb der Stadt liegt. Die Beobachtungsbedingungen waren sehr gut. Ich konnte nun zum ersten Mal das Potential des Teleskops testen.
Es ist korrekt, dass man mit dem MAK nur eingeschränkt Deep Sky Objekte beobachten kann. Allerdings kann man die helleren DS-Objekte gut sehen. M57 ist als kleiner Nebelring sehr schön zu sehen. Bei den helleren Galaxien sieht man nur den Kernbereich. Diesen jedoch relativ hell. M13 wird am Rand etwas in Sterne aufgelöst (man sieht vereinzelt Sterne); der Kernbereich gleicht eher einem Nebel mit "Granulat". Dennoch ist das ein sehr schöner Anblick. h und chi im Perseus, sowie die Plejaden sehen grandios aus. Da Mars momentan sehr klein ist, sieht man nur wenige Details. Bei Saturn wird die Ringteilung gut aufgelöst. Bei Jupiter konnte ich 3 Wolkenbänder problemlos erkennen. Vermutlich ist mit besserern Okularen mehr zu sehen. Unser Mond ist ein sehr dankbares Objekt. Man sieht sehr viele Details!
Die Optik des Mak ist sehr gut justiert. Intra- und Extrafokal sieht man absolut zentrische Beugungsscheibchen. Die Sterne werden, gutes Seeing vorausgesetzt, sehr scharf abgebildet. Beim Mond und bei den Planeten konnte ich sehr gut ein zusätzlich gekauftes 5.2 mm Okular einsetzen. Die Bildqualität war damit immer noch sehr gut. Wichtig ist hierbei natürlich wieder: Gutes Seeing!
Das Beste an dem Teleskop ist das Goto-System. Während ich vor 30 Jahren viel Zeit mit Suchen vergeudet habe, kann man mit der Goto-Nachführung quasi ununterbrochen die Objekte beobachten, die man sehen will. Es gibt nur eine Verzögerung: Die Zeit, die das Teleskop braucht, um das nächste Objekt anzufahren. Und das geht auch sehr schnell. Für den Betrieb habe ich einen 12V Bleigel-Akku mit 7,2 Ah gekauft. Der genügt vollkommen. In besagter Nacht lief das Teleskop nonstop 4 1/2 Stunden. Der Akku brachte immer noch Leistung!
Erstaunlich ist, wie einfach die Kalibrierung des Teleskops funktioniert. Am einfachsten ist das Auto-2-Stars-Alignment.
Man stellt das Teleskop einigermaßen waagerecht auf umd gibt seinen Standort, Datum und Uhrzeit ein. Danach wählt man beim Alignment z.B. "Polaris" aus. Den Polarstern müsste auch ein Anfänger nach relativ kurzer Zeit finden... Man zentriert Polaris im Okular und bestätigt mit "Align". Danach kann man aus einer Liste heller Sterne einen auswählen, den man kennt, bzw. den evtl. auch mal wieder anschauen möchte. Im vorliegenden Fall entschied ich mich (natürlich) für den Parade-Doppelstern Albireo. Nach einigen Sekunden befindet sich Albireo (wunderschöner Anblick!) schon fast zentriert im Okular. Nun wieder exakt zentrieren und mit Align bestätigen. Das war es! Danach findet das Teleskop alle gewünschten Objekte zuverlässig und schnell! Der riesige Vorteil: Die Objekte stehen immer genau im Zentrum des Gesichsfeldes, d.h. sieht man nichts, ist das Telekop zu schwach. Das erspart sinnloses Suchen!
Ich kann das Telekop sehr empfehlen, sofern man primär visuell beobachten möchte. Planetenbilder kann man damit wohl auch machen. Langzeitbelichtungen sind jedoch aufgrund der Montierung leider nicht möglich.
Ich hoffe, bei Deiner Entscheidungsfindung geholfen zu haben.
Viele Güße,
Werner