Teleskop für Einsteiger gesucht.. mal wieder

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Hi Polarelch,

ich hatte vor über 30 Jahren einen 114er Newton mit parallaktischter Montierung ohne motorisierte Nachführung.
Das Teil hat mir damals viel Spaß gemacht, jedoch hatte mich schon damals das langwierige Suchen nach den Beobachtungsobjekten etwas genervt.
Nach langer Pause habe ich von ein paar Monaten das Celestron MAK 127 SLT gekauft. Im Vordergrund stand auch bei mir, dass das Teleskop transportabel sein sollte.
Zunächst konnte ich aufgrund durchwachsener Wetterbedingungen nicht viel beobachten. Mond, Mars und Saturn war alles, was ich vom Balkon brauchbar sehen konnte. Vor einer Woche bin ich mit dem Teil zu einem Freund gefahren, dessen Haus außerhalb der Stadt liegt. Die Beobachtungsbedingungen waren sehr gut. Ich konnte nun zum ersten Mal das Potential des Teleskops testen.
Es ist korrekt, dass man mit dem MAK nur eingeschränkt Deep Sky Objekte beobachten kann. Allerdings kann man die helleren DS-Objekte gut sehen. M57 ist als kleiner Nebelring sehr schön zu sehen. Bei den helleren Galaxien sieht man nur den Kernbereich. Diesen jedoch relativ hell. M13 wird am Rand etwas in Sterne aufgelöst (man sieht vereinzelt Sterne); der Kernbereich gleicht eher einem Nebel mit "Granulat". Dennoch ist das ein sehr schöner Anblick. h und chi im Perseus, sowie die Plejaden sehen grandios aus. Da Mars momentan sehr klein ist, sieht man nur wenige Details. Bei Saturn wird die Ringteilung gut aufgelöst. Bei Jupiter konnte ich 3 Wolkenbänder problemlos erkennen. Vermutlich ist mit besserern Okularen mehr zu sehen. Unser Mond ist ein sehr dankbares Objekt. Man sieht sehr viele Details!

Die Optik des Mak ist sehr gut justiert. Intra- und Extrafokal sieht man absolut zentrische Beugungsscheibchen. Die Sterne werden, gutes Seeing vorausgesetzt, sehr scharf abgebildet. Beim Mond und bei den Planeten konnte ich sehr gut ein zusätzlich gekauftes 5.2 mm Okular einsetzen. Die Bildqualität war damit immer noch sehr gut. Wichtig ist hierbei natürlich wieder: Gutes Seeing!

Das Beste an dem Teleskop ist das Goto-System. Während ich vor 30 Jahren viel Zeit mit Suchen vergeudet habe, kann man mit der Goto-Nachführung quasi ununterbrochen die Objekte beobachten, die man sehen will. Es gibt nur eine Verzögerung: Die Zeit, die das Teleskop braucht, um das nächste Objekt anzufahren. Und das geht auch sehr schnell. Für den Betrieb habe ich einen 12V Bleigel-Akku mit 7,2 Ah gekauft. Der genügt vollkommen. In besagter Nacht lief das Teleskop nonstop 4 1/2 Stunden. Der Akku brachte immer noch Leistung!
Erstaunlich ist, wie einfach die Kalibrierung des Teleskops funktioniert. Am einfachsten ist das Auto-2-Stars-Alignment.
Man stellt das Teleskop einigermaßen waagerecht auf umd gibt seinen Standort, Datum und Uhrzeit ein. Danach wählt man beim Alignment z.B. "Polaris" aus. Den Polarstern müsste auch ein Anfänger nach relativ kurzer Zeit finden... Man zentriert Polaris im Okular und bestätigt mit "Align". Danach kann man aus einer Liste heller Sterne einen auswählen, den man kennt, bzw. den evtl. auch mal wieder anschauen möchte. Im vorliegenden Fall entschied ich mich (natürlich) für den Parade-Doppelstern Albireo. Nach einigen Sekunden befindet sich Albireo (wunderschöner Anblick!) schon fast zentriert im Okular. Nun wieder exakt zentrieren und mit Align bestätigen. Das war es! Danach findet das Teleskop alle gewünschten Objekte zuverlässig und schnell! Der riesige Vorteil: Die Objekte stehen immer genau im Zentrum des Gesichsfeldes, d.h. sieht man nichts, ist das Telekop zu schwach. Das erspart sinnloses Suchen!
Ich kann das Telekop sehr empfehlen, sofern man primär visuell beobachten möchte. Planetenbilder kann man damit wohl auch machen. Langzeitbelichtungen sind jedoch aufgrund der Montierung leider nicht möglich.

Ich hoffe, bei Deiner Entscheidungsfindung geholfen zu haben.

Viele Güße,

Werner
 
Hallo Werner, vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht! Ja, das hat mir schon sehr geholfen!

Ob Celestron oder Skywatcher.. nimmt sich das denn viel?
Und mal ganz blöd gefragt, kann man denn die GoTo-Steuerung auch abschalten oder abnehmen, wenn man mal manuell suchen will?

Polarstern und Arktur finde ich immer sofort anhand vom Großen Wagen, da habe ich dann also schon zwei Kandidaten für die Einrichtung.
 
Hallo Polarelch,
keine Ursache! Celestron und Skywatcher sind bezüglich der Optik baugleich. Die Steuersoftware ist etwas verschieden. Die Software von Celestron soll wohl etwas besser sein. Ich gehe davon aus, dass es prinzipell egal sein wird, ob Skywather oder Celestron. Manuell kann man nur mit der Steuerbox, also mit den Motoren suchen. Vertikal kann man das Teleskop auch mit der Hand bewegen. Allerding ist danach ein neues Alignment fällig.
Horizontal kann man das Teleskop nicht verschieben. Man würde ansonsten wohl die Mechanik beschädigen, bzw. zerstören. Das ist aber kein wirklicher Nachteil, da die Motoren recht schnell sind. Man kann die Gechwindigkeit in 9 Stufen einstellen.
Mit einem starken Akku (Batterien sind nicht zu empfehlen, da auf Dauer zu teuer) hat man stets genügend Power, um das Teleskop bewegen zu können. Übrigens bewegt es sich quasi permanent, wenn man die Nachführung aktiviert hat, was ja eigentlich der Normalfall ist. Wegen der sehr gut funktionierenden Goto-Funktion muss man nichts von Hand bewegen. Nur beim Alignment des ersten Sterns (z.B. Polaris) muss man mit der Steuerbox und dem Sucher den Stern ansteuern. Das ist jedoch sehr einfach und geht sehr schnell. Übrigens kann ich nicht nachvollziehen, warum sich manche darüber aufregen, dass der Sucher so prmimiv ist. Klar ist es kein Telrad-Sucher. Der wird aber auch überhaupt nicht gebraucht. Zum Anpeilen von Polaris genügt der einfache Sucher vollkommen. Danach sucht man nicht mehr, sondern lässt mit Goto suchen. Das ist viel effizienter!

Sehr gut, dass Du Polaris und Arktur sofort findest. Wie gesagt: Polaris genügt im Prinzip und ist ja auch immer sichtbar. Den Rest erledigt das Goto-System.

Ich würde übrigens nicht unter 127 mm Öffnung gehen, da Du sonst wirklich nur noch wenige DS-Objekte sehen kannst.

Ich bin gespannt, was Du Dir letzten Endes kaufen wirst.

Viele Grüße,
Werner
 
Super, danke.
Ich bin noch hin und her gerissen, was das GoTo angeht, einige raten dazu, die anderen davon ab. Wenn es ohne GoTo-Montierung auch geht, und diese (AZ oder NEQ3) dann nicht schwerer ist, würde ich es vielleicht weglassen.
Das mit der Nachführung ist zwar ein guter Punkt, aber ich weiß nicht ob ich nicht vielleicht sogar lieber die einzelnen Himmelskörper selbst aufsuchen möchte, anstatt nen Knopf zu drücken.

Aber auf jeden Fall denke ich, werde ich mir das eine oder andere 127 Mak kaufen. Soviel steht jetzt fest! :)
 
Zitat von Werner_Thiem:
Danach sucht man nicht mehr, sondern lässt mit Goto suchen. Das ist viel effizienter!

Das kann ich so nicht bestätigen. Die meisten hellen und lohnenswerten Objekte kann ich z.B. mit Peilsucher schneller einstellen, als so manche Goto-Montierung. Vor allem bei größeren Schwenks dauert das bei Goto. Also effektiv vielleicht, aber keinesfalls effizient :neinnein:

Und für Schnellspechteleinsätze bei wenigen Wolkenlücken stelle ich es mir mühsam vor, das Goto einzurichten bzw. das Teleskop über die Motoren in die richtige Richtung zu bewegen.

Also hilfreich ist Goto sicher, aber keinesfalls das Mittel der Wahl!

Gruß, Robert
 
Aha... so langsam beginne ich zu verstehen.
Ist es dann so, dass wenn ich das Teleskop mal woanders hinstelle, müsste ich die GoTo wieder ganz neu einrichten, anstatt ich "drauf los" spechteln könnte?

Wenn ja, dann wäre mir das definitiv zu nervig.
Welche azimutale Montierung wäre dann für den Mak 127 empfehlenswert? (wenn's geht, parallaktisch wäre wohl zu schwer)

Skywatcher AZ3, ginge das?
 
Zitat von Polarelch:
Ist es dann so, dass wenn ich das Teleskop mal woanders hinstelle, müsste ich die GoTo wieder ganz neu einrichten, anstatt ich "drauf los" spechteln könnte?
So ist es. Auch, wenn man mal etwas verschiebt, findet das GoTo dann nur noch die Richtung und man muss trotzdem suchen. Also ist ein neuer 3-Sterne-Abgleich empfehlenswert. Kompletter Aufbau mit Eichung dauert etwa eine halbe Stunde, der Abbau 15 Minuten.

Ich bin in diesem (meinem zweiten) Jahr von einer motorisierten Lösung (200/1000 Newton auf HEQ-5) weitgehend auf einen Dobson umgestiegen. Da habe ich jedes sichtbare Ziel innnerhalb von 10 s eingestellt. Weitere Standardobjekte findet man ebenfalls innerhalb kurzer Zeit und das Suchen macht einen Teil des Reizes aus. Ganz schwache Objekte habe ich bisher noch nicht auf's Korn genommen. Dafür benötigt man dann detailliertere Karten und hangelt sich von Stern zu Stern. Das habe ich für mein drittes Jahr im Plan. ;)

Mittlerweile beobachte ich mal mit Fernglas (liegend), mit langsamem Refraktor (63/840), mit schnellem Dobson (305/1524) und auch mit dem aufgebockten Newton. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Für Doppel- und Mehrfachsterne ist der Refraktor am besten, für Galaxien, Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen und Nebel der große Dobson, für das Auffinden unbekannter Objekte und zaghafte Fotos der GoTo-Newton (auch mal die Kamera für Weitfeldaufnahmen allein auf die Nachführung geschraubt) und für Satelliten sowie den schnellen Überblick das Fernglas.

Ich nehme immer mal was anderes mit (da nur 1 Teleskop ins Auto passt). Es lohnt sich echt, rauszufahren. Wer diese Möglichkeit nicht hat, wird wohl nur einen Teil des Spaßes erleben. In 19 Monaten hatte ich 80 Beoabachtungen und kann das nächste Mal eigentlich immer kaum erwarten. Mit dem nachgeführten Newton gelingen auch einige einfache Astrofotos. Das Hobby ist echt ausbaubar. :)

Allerdings kosten diese Möglichkeiten natürlich mehr Geld. Da es sich aber um ein langfristiges Hobby handelt, stört das weniger. Auf diese Weise wissen meine Verwandten und Freunde wenigstens, was sie mir schenken können und man bekommt keine ungeliebten Sachen mehr.

Die Planung der nächsten Beobachtung(en) und die Auswertung der Fotos (Stacken und Bearbeiten) ist etwas für lange Durststrecken ohne klaren Nachthimmel. Eigentlich bin ich nach wie vor anhaltend begeistert.

Zu Anfang haben wir uns regional mehrfach zu gemütlichen Abenden und gemeinsamen Beobachtungen getroffen, so dass mir die Auswahl erleichtert wurde. Und so habe ich eigentlich auch keinen "Durchfaller" angeschafft, sogar ein paar alte Schätzchen wieder hervorgeholt und schätzen gelernt.

Im Nachhinein würde ich mich (als Immer-noch-Anfänger) wahrscheinlich gleich für einen f/6 Dobson entscheiden, weil dies in meinen Augen das vielseitigste Kompromiss-Gerät ist, bei gleichzeitiger Gutmütigkeit. Aber auch das GoTo hatte für mich als totalen Anfänger viel Sinn. Da hat man zunächst erstmal gemerkt, was es da draußen so alles gibt. Auf Teleskoptreffen kann man dann sehen, was noch so geht (16, 28, 42 Zoll ... Orion in Farbe).

Mit Teleskop-Service habe ich nur die besten Erfahrungen gemacht (wurde mal oben nachgefragt), zu Astroshop siehe Signatur. Gebrauchte Geräte sind in der Regel auch vollkommen in Ordnung.

Gruß, Günther.
 
Hi Polarelch,

wenn Du das Teleskop woanders aufbaust oder verschiebst, musst Du neu kalibrieren. Das ist klar. Hinreichend genau ist das Two-Start-Auto-Alignment. Das dauert maximal 5 Minuten (normalerweise keine 2 Minuten). Das Teleskop wird mit max. 8° pro Sekunde bewegt und bleibt exakt auf dem Objekt stehen. Das ist sehr wohl effizient, auch wenn das die Dobson-Schubser nicht wahr haben wollen. Ich habe früher auch alles manuell eingestellt. Ich bringe es für mich persönlich auf den Punkt: Das ist Steinzeit! Das ist ungefähr so, wie man heutzutage sein Auto mit einer Handkurbel anlassen würde, da ein elektrischer Anlasser den Reiz des Anlassens verdirbt. Ich will niemanden seien persönlichen Spaß verderben, aber meine Erfahrung ist die, dass ein Goto-System einfach genial ist.
Das waren meine 5 Cent. Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung. That's it...

Werner
 
Okay, da die Alternativen mich nicht wirklich überzeugen, werde ich mich denn mal auf ein 127 Mak mit GoTo festlegen, Celestron oder Skywatcher.
Das müsste für den Anfang ok sein, zumal die Montierung leicht und "mit dabei" ist. Hat auch den Vorteil bei Lichtverschmutzung was die Orientierung angeht.

Vielen Dank für Eure Hilfe, jetzt heißt's dann auf's Geld schauen und hoffentlich bald kaufen :)
 
Zitat von Werner_Thiem:
Ich bringe es für mich persönlich auf den Punkt: Das ist Steinzeit!

Das trifft dann wohl auch auf das "durch das Okular schauen" zu. Wo man dich alles per Kamera aufnehmen kann (und die gibt es schon länger, als Goto). :totlach:

PS: ich nutze beides, Goto und Dobson.


 
Celestron und Skywatcher gehören beide der chinesischen Syntha, wenn ich mich recht erinnere. Es ist also prinzipiell egal.

GG
 
Servus,
bezüglich der goto-Debatte fällt mir der angehende Sternfreund im Süden von München ein, den ich mal auf dem Acker getroffen habe. Der hatte auch wegen der Transportabilität und wegen des Händlings für einen kleinen Mak auf goto-Gabel (war wohl von Meade, dürft aber egal sein, welches Label da drauf ist). Der junge Mann kannte sich am Himmel nicht so gut aus, und verließ sich auf sein goto. Leider war die Positioniergenauigkeit so, dass bei dem kleinen Bildfeld des Maks mit 20mm Plössl-Okular das anvisierte Objekt leider nicht im Bildfeld war (M13, wenn ich mich recht entsinne). Hab ihm dann zu Fuß geholfen und M13 manuell eingestellt. Wenn ich nicht gekommen wäre, hätte er gar nix gesehen. Schon schade... Mein manuell zu positionierender 16" Dobson war leider schon abgebaut, da wären dem Jungen Mann vermutlich die Augen übergegangen, aber vielleicht hätte er seinen Mak dann auch gleich in die Bucht gestellt.
Für mich ist goto jedenfalls nicht der e-Starter sondern eine Technologie, die wirklich hilfreich ist, wenn die Mechanik die elektronischen Impulse auch exakt umsetzten kann, habe selbst zwei goto-Systeme, eine stationäre Monti mit entsprechender Steuerung und eine HEQ5pro.
In anbetracht eines, gerade am Anfang sehr begrenzten Budgets würde ich das goto-Geld lieber in eine größere Optik stecken. Das große Bildfeld, dass gerade ein kleiner Newton liefern kann, ist nicht nur für Weitfeldbeobachtungen, sondern auch für Anfänger, die sich am Himmel noch nicht so gut auskennen, Gold wert. Auf der Regensburger Volkssternwarte haben wir zu Demo-Zwecken einen 6"f5 Neton angeschafft, mit einer Skyview (etwa EQ3-2) Monti. Publikum ist immer wieder erstaunt, was mit dem kleinen alles geht. Wenn ich dann darauf hinweise, dass es so etwas für 300 Teuros gibt, will es meist niemand glauben. Auch und gerade am Planeten ist der Newton top, habs mal mit einem russischen 6"f12 Intes-Mak verglichen.

Nur mal so zum drüber nachdenken...

Viele Grüße,

Gottfried
 
Hallo,

oder man hat das Glück einen alten Astronimie Hasen zu treffen, der einem nicht nur eine Montierung verkauft, sondern auch einen Newton mit dazu gibt. :)

Grüße,

Nicolas
 
Hi Nicolas,

da gebe ich dir recht. Nur leider bedeutet das, dass man sich als Einsteiger die Bekanntschaft mit alten Hasen erst bei Sternwarten oder Astro-Vereinen suchen muß. Dazu scheinen aber viele Einsteiger zu faul zu sein. Schade eigentlich ...

Grüße,
Matthias
 
Naja, der Grund warum ich mich für GoTo entschieden habe, ist nicht GoTo an sich.
Ich kenne mich am Nachthimmel schon ganz gut aus, und wenn ich mal nicht weiß wo das Objekt meiner Begierde grade ist, weiß ich mir zu helfen.
Ich bin ja nicht neu in der Astronomie, da ist noch viel von meiner Kindheit und Jugend hängen geblieben, und am Himmel hat sich seitdem außer ein paar Satelliten mehr nicht wirklich viel getan ;)

Nur Teleskop hatte ich halt noch kein vernünftiges bisher.

Aufgrund von Preis, Leistung und Gewicht inkl. Montierung habe ich mich nun schon fest auf ein 127 Mak eingeschossen.

Der Grund, weshalb ich mich für die GoTo Version entschieden hab ist einfach: die parallaktische Montierung ist schwerer, die sonst verfügbare Azimutale Montierung in der Summe mit einzelnem Tubus nicht viel günstiger als ein Set mit GoTo-Montierung.

Gerade am Stadthimmel fehlen dann auch noch einige schwächere Objekte, die der Orientierung helfen könnten, daher denke ich ist das GoTo System gerade nicht falsch.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich überhaupt kein Bedürfnis habe, immer nur nen Knopf zu drücken, ich weiß meinen Weg vom Großen Wagen zum Polarstern bzw. Cassiopeia, Arktur / Bootes, Sommerdreieck, Pegasus, kann ohne Probleme Sirius und Aldebaran auffinden, das ist ja alles kein Thema, die grobe Orientierung ist da, und das Himmelsjahr bzw. Stellarium ist auch kein Fremdwort für mich.

Ich kann mir vorstellen, dass es vielleicht den Eindruck machen könnte, dass ich mich auf ein solches GoTo-System verlassen würde und nicht bereit wäre, mich am Himmel selbst zurechtzufinden. Das ist es wirklich nicht :)

Geht einfach um das beste was ich gefunden habe, von Preis, Leistung und Gewicht/Größe her.

 
Servus "Polarelch",

welche "Leistung" meinst Du denn bei dem 127 Mak, auf den Du Dich eingeschossen hast? Hast Du den schon mit einem anderem System verglichen?
Meinst Du sowas: http://www.teleskop-express.de/shop...SLT---127-1500mm-GoTo-Maksutov-Teleskop.html?

Dann sage ich Dir, dass Du hier: http://www.teleskop-express.de/shop...-130SLT---130-650mm-Newton-GoTo-Teleskop.html
mehr "Leistung" erwarten kannst, für weniger Geld.

Wenn Dir ein Mak einfach besser gefällt, dann sag dass auch und argumentiere nicht mit Leistung, was für ein Teleskop ein ziemlich schwammiger Begriff ist. Meinst Du Auflösung, Lichtsammelfähigkeit oder Kontrast? Der Newton dürfte bei allen drei Parametern die bessere Wahl sein...

so long,

Gottfried

 
Hallo,
mit "Leistung" meinte ich eigentlich grob die Eigenschaften, die auf meine Bedürfnisse zutreffen bzw. denen am nächsten kommen.
Mir wurde gesagt, dass beim Schwerpunkt Planeten eine möglichst große Brennweite zu bevorzugen ist.

Das von Dir vorgeschlagene Teleskop hat eine Brennweite von 650, ob man damit Neptun sehen kann, weiß ich nicht.

Jedenfalls gemäß dem mir empfohlenen Rechner auf http://www.12dstring.me.uk/fov.htm wäre das wohl schwieriger als mit dem 127 Mak.


 
Hallo,

um Neptun sehen zu können ist es unerheblich wieviel Brennweite ein Teleskop hat.

Die Frage ist vielmehr ob man ihn mit 5" überhaupt als Neptun erkennt...

Die Brennweite sagt nichts über die Leitsungsfähigkeit eines Teleskops aus, die Öffnung ist der entscheidende Faktor.

MfG Gerry
 
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Oh je, also bald weiß ich ja nicht mehr weiter.
Ich hab jetzt dermaßen viele unterschiedliche und gegensätzliche Infos bekommen, von verschiedenen Leuten und Foren, da vergeht einem ja die Lust.

Schade... ich weiß einfach nicht mehr was ich glauben soll, an welcher Info ich mich orientieren kann.

Der eine schwört auf GoTo, der andere warnt davor, dann hier nimm Newton, nee nimm was anderes, klar das sind alles Meinungen, aber als Neuling steht mann dann am Schluss so da wie zuvor.

Bin jetzt ganz klar etwas demotiviert.
Ich denke, ich muss dann den Kauf noch weiter aufschieben.
 
Weiss nicht was du da gehört hast, aber ich denke nicht das dir jemand gesagt hat das du mit mehr Brennweite ein leistungsfähigeres Teleskop hast ;)
Es ist zwar okularunkritischer und man kann einfache Okulare für höhere Vergrösserungen nehmen, das galt aber vor allem früher als es noch nicht so viele günstige gute Okulare niedrieger Brennweite gab.

Lass dich nicht demotivieren :)

Es ist besser am Anfang sich Gedanken zu machen und nachzuforschen als nachher dann mit dem voreilig gekauften Teleskop nicht klarkommt und unnötig Geld in den Sand gesetzt hat.

Such dir doch mal ein paar Sternenfreunde in deiner Umgebung und versuche verschiedene Geräte in der Praxis. Dann solltest sehr schnell merken was ein gutes Fernrohr für dich ist.

MfG Gerry
 
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Hi Polarelch,

für Planeten ist ein 5" Mak ok. Brennweite und Öffnung sind aber nur die Hälfte beim optischen System. Dazu kommen dann noch die Okulare. Die machen in Verbindung mit der Brennweite vom Mak die Vergrößerung. Die darst aber net übertreiben.

Ich vermute, daß Du nicht weißt, wie winzig die Planeten im Okular erscheinen.

Wenn Du passende Okulare verwendest, kannst bei der Venus die Sichelgestalt in weiß erkennen.

Bei Mars hast ne gelbliche, winzige Kugel, auf der (sofern grad vorhanden) eine Polkappe wie ein kleines weißes Sahnehäubchen draufsitz. Bei sehr ruhigem Seeing wirst noch ein paar bräunliche Strukturen wie die große Syrte, Solis Lacus oder Sinus Meridiani erkennen können.

Bei Jupiter die Bänder und seine Monde als Pünktchen. Der große rote Fleck ist momentan eher ein gelber Fleck. Er ist mit etwas Erfahrung zu erkennen.

Bei Saturn hast ne blaßgelbe Kugel mit nem blendend weißen Ring. Bei gutem Seeing kannst die Cassiniteilung erkennen. Und ein paar Monde.

Uranus und Neptun sind nur noch blaugrüne Punkte. Ohne jede Oberflächenstruktur. So als ob man einen Stern etwas aufgepumpt und dann angemalt hätte.

Der Mak ist in einem Trolli gut zu transportieren, die Beine vom Stativ der EQ-3 oder einer Azimutalen Montierung mit Goto kannst seitlich am Trolli festschnallen, während die kleine Montierung und der Akku samt Okulare in Drehpacks auch in den Trolli kommt. So kannst das Teleskop mit dem Zug transportieren...

Laß Dich net verwirren, wenn Deine Ziele hauptsächlich Sonnensystem sind, ist er ideal.

Daß Dir andere Teleskope vorgeschlagen werden, liegt an vielen Gründen:

- jeder mag "sein " Geraffel und empfiehlt es gerne weiter
- manch einer hat Deine Anforderungen/Wünsche nicht ernsthaft durchgelesen
- einige schließen von ihrer "Entwicklung" auf Deine zukünftige Entwicklung

Wenn Du ernsthaft beim Hobby Astronomie bleibst, werden sich im Laufe Deines Lebens etliche Teleskope bei Dir ansammeln. Weil unterschiedliche Objekte einfach unterschiedliche Teleskope brauchen... Ich kenn keinen alten Hasen, der ein Leben lang bei seinem Einsteigerteleskop (Budget knapp an der Grasnarbe) geblieben ist. ;)

Also, laß Dich net verunsichern. Für unser Sonnensystem ist so ein kleiner Mak sehr gut zu gebrauchen. :super:

Wenn Du später mal was anderes gucken magst, kannst immernoch aufrüßten. :Trost:

 
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Servus Polarelch,

es geht ja nicht um Verunsicherung, sondern um Beratung, und da ist es denke ich legitim, wenn auch Schwächen an Deinen Vorstellungen aufgezeigt werden. Freilich kannst Du mit einem Mak alles mögliche Beobachten. Allerdings sind halt 127mm Öffnung nicht die Welt, vor allem, wenn noch eine kernige Obstruktion (Abschattung durch den Fangspiegel) vorhanden ist, und wenn es in erster Linie auch um Transportabilität geht, ist ein 3-Beinstativ eher sperrig. Deshalb habe ich Dir noch ein Gerät rausgesucht, dass wiederum günstiger als der von Dir präferierte Goto-Mak ist, jedoch mehr Öffnung und damit mehr Licht, mehr Auflösungsvermögen und aufgrund der moderateren Obstruktion auch mehr Kontrast zu bieten hat. TS bietet das hier an: http://www.teleskop-express.de/shop...Kompakt-Dobson-150-750mm---Parabol-Optik.html , gibts aber sicher auch bei anderen Händlern.
Der schon mehrfach genannte Tip, Volksternwarten oder Vereine in der Gegend aufzusuchen ist wirklich der beste Tip. Ebenfalls wäre ein abendlicher Besuch auf einem Teleskoptreffen sehr erhellend, da Du danach die Dir nur theoretisch bekannten Parameter eines Teleskops viel besser vorstellen kannst. Dann bist Du auch eher in der Lage zu entscheiden, was das optimale Gerät für Dich ist.

Viele Grüße,

Gottfried
 
Hallo Polareich,

Ich muss aber meinen Vorrednern Recht geben: Verunsichern wollen wir dich nicht. Nur anhand deiner Argumentation scheint es so, als ob du manches noch nicht ganz verstanden hast. Was den 5" Mak betrifft: Es ist sicher ein gutes Gerät, mit dem man viel anstellen kann. Auch im Deepsky-Bereich! Nur ist halt das Gesichtsfeld kleiner als bei einem gängigem Newton. Über die Montierung kann man sich allerdings streiten, da hier jeder eine andere Meinung hat. Ich bevorzuge halt die techniklose, völlig ungezwungene und intuitive Dobson-Montierung (bzw. Alt-Az-Montierung).

Gruß, Robert
 
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Hallo Leute,

Mir wurde gesagt, dass beim Schwerpunkt Planeten eine möglichst große Brennweite zu bevorzugen ist.

da hat man dir leider etwas maximal halb-wahres gesagt.

Entscheidend beim Schwerpunkt Planeten ist das Kontrastübertragungsvermögen.
Und dafür ist wiederum Öffnung entscheidend.

Das von Dir vorgeschlagene Teleskop hat eine Brennweite von 650, ob man damit Neptun sehen kann, weiß ich nicht.

Wenn Newptun dein Objekt sein soll dann nimm lieber ein Teleskop
mit mindestens 300mm Öffnung. Aperture rules.

CS, Karsten
 
Hallo Polarelch,

ich hatte ja früher auch mal einen kleinen Newton mit manueller Nachführung. Wie ich Dir schon berichtet hatte, war ich damals mehr mit Suchen als mit Beobachten beschäftigt. Mit dem Goto-System muss ich nur noch 1 Stern anpeilen und zentrieren (z.B. Polaris) und den zweiten, vorgeschlagenen Stern zentrieren. Damit ist die Kalibrierung abgeschlossen und weiteres Suchen ist für diese Nacht nicht mehr notwendig (es sei denn, man stellt das Teleskop noch woanders auf. Dann muss man natürlich wieder die gleiche Prozedur durchführen). Danach findet die Elektonik die Objekte. Natürlich kann man auch mit der Steuerbox das Teleskop frei bewegen und sozusagen "Spazieren gehen". Es ist wohl am ehesten mit einem Navigationscomputer im Auto zu vergleichen. Das Navi berechnet die Route und man muss nicht mehr in einer Karte nachschauen. Dennoch kann man natürlich fahren, wohin man will. Das Goto-System ist auch so eine Art "Navi", nur dass das Teleskop sogar noch automatisch zum Ziel "fährt". Übrigens gibt es noch eine interessante Eigenschaft des Goto-System. Man kann Informationen zum aktuell zentrierten Objekt abrufen. Für Anfänger kann das sehr hilfreich sein.
Zur Größe der Optik: Es ist klar, dass es sich eher um ein kleines Telekop handelt. Dafür ist es handlich. Man kann auch mit kleinen Optiken viel sehen. Gerade dies liest man immer wieder in diesem Forum. Mir genügen die 127 mm Öffnung vorerst.
Zur Obstruktion. Auch Newtons haben einen Fangspiegel. Zudem noch die Streben der Fangspiegelhalterung. Dennoch bin ich der Meinung, dass Newtons sehr gute Teleskope sind. Mein nächstes, wohl auch größeres Teleskop wird wohl ein Newton. Allerding brauche ich dann eine parallaktische Goto-Montierung. Für mich ist "Goto" ein "Must have". Übrigens werden alle professionellen Teleskope mit Computern gesteuert.
Ich will hier niemanden den Spaß verderben. Im Gegenteil! Jeder kann sich doch kaufen, was er mag. Wer lieber manuell beobachtet, dem wünsche ich dabei viel Spaß und Efolg. Wer ein Goto-System bevorzugt, hat vermutlich (wie ich) nur begrenzt viel Zeit und möchte lieber die Objekte beobachten, anstatt sie zu suchen. Auch hierbei hat man seinen Spaß. Ich bitte auch, von extrem unqualifizierten Bemerkungen wie, "mit den Augen durch das Okular schauen ist wohl auch steinzeitlich" abzusehen. Das ist dumm und bringt nichts...
Werner
 
Servus Werner,

wenn Dein goto so gut funktioniert freut es mich für Dich. Allerdings sind die im Budget des TO liegenden Montis Spielzeug mit unzureichender Positioniergenauigkeit, es ist nicht sichergestellt, dass damit die Objekte der Begierde im Gesichtsfeld des Mak erscheinen. Das solltest Du bei Deiner Beratung berücksichtigen.
Apropo Deiner knappen Zeit: Während Du Deine Monti initalisierst, beobachte ich im Dobson das zweite Objekt. Und das sage ich nicht als goto-Hasser (hab wie gesagt selbst zwei goto-Systeme und bediene auf der Volkssternwarte Regensburg drei weitere...
Der TO hat sich eh verabschiedet, da er nicht damit klar kommt, dass es zu einem Thema verschiedene Ansichten geben kann.

So long,

Gottfried
 
Hallo Werner und alle anderen (insbesondere Polareich),

auch wenn schon einiges gesagt wurde zum GoTo: Ich selbst habe bei einem Sternenfreund mit einer etwas größeren Montierung (vermutlich ähnlich einer HEQ5) schon gesehen, dass die Steuerung auch mal die Orientierung verliert und neu initialisiert werden muss. Und als Informatiker kann ich nur betonen: Man kann sich noch soviel Mühe geben bei technischen Systemen und deren Programmierung, Fehler wird es immer wieder geben. Sich also blind auf eine Goto-Montierung verlassen (gerade bei unbekannten Objekten) halte ich für keine gute Idee!

Da sich aber Polareich nun etwas verunsichert fühlt (zu Recht!), kann ich nur dringend empfehlen, bei Sternfreunden oder auf Teleskoptreffen in der Nähe sich das Ganze mal anzuschauen und quasi in die Hand nehmen. Was ich z.B. bis jetzt in Sachen parallaktische Montierung mit GoTo für rein visuelle Beobachtung gesehen habe, hat mich keinesfalls überzeugt! Selbst die Flextube-Dobsons mit Nachführung (habe selbst mal einen 8"er in der Hand gehabt) haben mich vom Handling nicht überzeugen können. Zuviel Technik, die mir als "Dobson-Liebhaber" dazwischenfunkt.

Gruß, Robert
 
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