Hallo Warren,
wilkommen im Forum
bin ein Einsteiger wie bereits erwähnt und suche ein Teleskop um Planeten, Mond beobachten zu können und möchte mich auch auf der Deep Sky Beobachtung versuchen. Später möchte ich dann auch Astrofotos probieren.
Dieses
Komplettangebot ist für einen Einsteiger in das Hobby Astronomie ganz brauchbar.
Der Newton hat wirklich genug Öffnung, um Dir neben den Planeten auch bereits erste Deepsky Objekte zu zeigen, wenn Du mit dem Auge durch das Okular guckst.
Der Nachteil bei allen Angeboten in der von Dir angegebenen Preisklasse ist, daß die Montierungen keine elektrische Nachführung haben und sie das Gewicht vom draufgepackten Teleskop gerade mal eben tragen können. Dadurch wackelt das Bild im Okular recht lang, wenn Du am Okularauszug drehst, um scharf zu stellen. Wenn auch nur ein Windhauch ankommt, fängt ebenfalls alles an zu wackeln.
Zur Praxis am Teleskop:
- Du mußt vor der Beobachtung der himmlischen Objekte zuerst das Teleskop auf den Polarstern ausrichten (wie das geht steht in der Bedienungsanleitung und es gibt hier im Forum auch genügend Beiträge zum Thema "Wie mache ich das mit dem Einnorden").
- Wenn das erledigt ist, suchst Du das Objekt der Begierde mit Hilfe von einer Aufsuchkarte aus einem Buch oder einem Ausdruck von einem Planetariumsprogramm und dem Sucher des Teleskopes am Himmel und richtest das Teleskop entsprechend aus.
- Dann guckst durch das Okular. Jetzt merkst Du sehr schnell, daß sich die Erde samt Dir und dem Teleskop um ihre Achse dreht. Das eingestellte Himmelsobjekt wandert innerhalb von wenigen Sekunden aus dem Gesichtsfeld des Okulars.
- Um den Stern, den Nebel oder Planet im Gesichtsfeld zu halten, mußt Du an der biegsamen Welle drehen, die bei den Montierungen an Stelle von Motoren verbaut sind. Dadurch gleicht die Montierung die Erdrotation aus und du kannst den Planet schön angucken, ohne daß er irgendwo seitlich verschwindet.
Allerdings überträgst Du beim Drehen auch etwas Zittern auf die Montierung. Das Bild wackelt. Mit etwas Übung kannst Du das Wackeln geringer machen, ganz wegbringen wirst es net. Du wirst auch sehr viel Übung brauchen, um die richtige, kontinuierlich notwendige Drehgeschwindigkeit rauszukriegen
Falls Du jetzt eine Kamera anstelle Deines Auges ans Okular ranmachst, dann zeichnet die Kamera das Wackeln auf. Statt eines schön runden Sterns hast dann einen krakeligen Strich.
Für Astrofotografie durch das Teleskop ist der von Dir angegebene maximale Preis viel zu klein. Dafür bräuchtest Du eine andere Montierung (sie muß viel stabiler als das Einsteigermodell sein und Motoren + Steuerung dran haben).
Ich kann gut verstehen, daß Du das, was Du im Okular sehen tust, auch gleich fotografieren möchtest. Aber das ist ein frommer Wunsch, die Realität spricht dagegen.
Ich schlage vor, Du fängst zuerst mal damit an, den Himmel nur mit dem Auge am Teleskop zu erforschen. Es gibt sehr viele Objekte, die Du prinzipiell mit einem 6" Newton beobachten kannst.
Dabei kommt es aber nicht nur auf das Teleskop, sondern leider auch noch auf die Himmelshelligkeit an.
Wenn Du in einer Großstadt wohnst, ist der Himmel über Dir durch die Lichter der Stadt so aufgehellt, daß man Galaxien oder schwache Nebel nicht gut beobachten kann. Da ist dann die Beobachtung von Planeten, Sonne
(mit entsprechendem Schutz für Teleskop und Augen!!!)und Mond sowie offenen und Kugelsternhaufen eher angesagt...
Zur Himmelshelligkeit kommt dann noch der Mond dazu. Wenn der am Himmel steht, sorgt sein Lich dafür, daß Du ebenfalls die Galaxien oder schwache Nebel nicht sehen kannst.
Gegen Stadtlicht kann man noch was machen: -> mit dem Auto 100 km ins "dunkle" fahren, dem Mond kannst net davonfahren
Wenn Du in ein paar Jahren sicher bist, daß Astronomie DAS Hobby für Dich ist, dann kannst ja immernoch für die Astrofotografie eine Montierung kaufen, die die Elektromotoren für eine automatische Nachführung gleich fix dran hat und von der Stabilität (besseres Stativ, bessere Montierung) für Fotografie geeignet ist.
Den Newton von jetzt kannst dann auf diese 2. Montierung problemlos draufsetzen. Du hast also kein Geld in den Sand gesetzt. Und die EQ3 kannst als Gebrauchtgerät an einen anderen Einsteiger weiterverkaufen...
Du kannst aber ohne Teleskop jetzt bereits mit der Himmelsfotografie anfangen. Dazu mußt Du Deine Kamera nur auf ein Stativ setzen, und mal mit einem Weitwinkelobjektiv und einem Drahtauslöser 30 Sekunden den Horizont fotografieren. Du wirst überrascht sein, wie viele Sterne da schon auf dem Bild auftauchen...
Und wenn Deine Kamera Langzeitbelichtung kann, dann mach mal eine Strichspuraufnahme. Dazu einfach mal 5 Minuten lang belichten...
Diese Art der Astrofotografie geht wie gesagt ohne Teleskop und bringt sehr schöne Ergebnisse :Trost:
Grüße
Fee