Hallo Peter,
irgendwie habe ich bei Deinen Aussagen Verständnisprobleme.
was gerne bei der Einschätzung von GOTO-Montierungen (Skywatcher/Celestron) der empfohlenen Gewichts-/Preisklasse übersehen wird, sind die Arbeitsabläufe, die sich mit zunehmender Erfahrung einstellen:
1. Sich für gewünschte Vergrößerung entscheiden (DeepSky oder Planeten/Mond)
Was hat die Vergrößerung mit GoTo zu tun?
Nach einem korrekten Aufbau, also Stativ, Montierungskopf und Teleskop, dem anschließend korrekt durchgeführten Alignment mit einem Übersichtsokular oder einem Fadenkreuzokular, macht das GoTo doch "nichts" anderes als ein, aus einem Katalog, ausgesuchtes Objekt ordnungsgemäß anzufahren. Das hat jetzt für mich erstmal nichts mit der Vergrößerung zu tun.
OK, mit einem Übersichtsokular, z.B. 32mm 70°, tu ich mich leichter das Alignment durchzuführen.
Wenn ich kein Fadenkreuzokular habe, kann ich mir damit helfen, dass ich im Übersichtsokular das Alignment-Objekt unscharfstellen um es besser im Okular zentrieren zu können.
Aber ab da kann ich dann z.B. auch ein 24mm oder z.B. ein 17mm Okular verwenden und das GoTo fährt nach wie vor sauber mein gewünschtes Objekt an. Ja, es kann passieren, bei unsauberem Alignment, das mir bei einem Okularwechsel das Objekt an den Gesichtsfeldrand "rutscht", nun dann muss ich halt mit dem Handcontroller korrigieren oder ich führe nochmals ein sauberes Alignment durch.
Wieso muss ich mich für eine gewünschte Vergrößerung entscheiden?
So wie ich Deine Aussage verstehe, die vorherige Festlegung auf eine Vergrößerung, also ein bestimmtes Okular, kann ich nicht nachvollziehen. Somit wird doch ein Okularwechsel ausgeschlossen?
Ich fange z.B. gern mit meinem 32mm 70° Okular an meinem Refraktor FH, 120/1000, an.
Z.B. mit einem Kugelsternhaufen.
Diesen Kugelsternhaufen betrachte ich dann eine Weile, weil der mit dem Gesichtsfeld wirklich schön mit Umfeld zu betrachten ist. Nach einer Weile möchte ich, weil mir eine bestimmte Stelle aufgefallen ist, höher vergrößern und genauer betrachten. Also wechsle ich das Okular, z.B. auf 17mm. Gefällt mir das was ich sehe, bleibe ich bei den 17mm, gefällts mir nicht geh ich evtl. auf 13mm oder 8mm, abhängig davon was mir das Seeing und meine anderen Beobachtungsbedingungen erlauben.
Kann aber auch sein, dass ich wieder mit der Brennweite des Okular auf z.B. 24mm gehe, weil mir 17mm nicht das geliefert hat, was ich mir erwartet habe.
Das Gleiche beim Mond.
Gern am Anfang den Mond im Ganzen.
Dann möchte ich gern irgendwas näher betrachten, Krater, Rinne, Schattenwurf... ... dann wechsle ich doch das Okular, um eben mit einer höheren, für das von mir ausgewählte Objekt auf dem Mond, Vergrößerung zu betrachten.
Somit muss ich doch jedes mal neu fokussieren, selbst bei homofokalen/parfokalen Okularen muss ich leicht nachfokussieren.
Wofür gibt es dann solche Serien von Okularen (Hyperion, Morpheus) die mir diesen minimal Eingriff an Fokussierung bieten?
Wofür wird dann für die Grundausstattung an Okularen eines für die Übersicht, eines für mittlere- und eines für die höhere Vergrößerung empfohlen?
Übersicht, um mir eben eine Übersicht zu verschaffen. Vielleicht habe ich mir ja bei der Vorbereitung der Beobachtungsnacht mit Stellarium o.ä. eine Notiz gemacht, "hey... bei z.B. M37 ist noch ein Objekt, das würde ich mir gern näher anschauen". Fahre mit GoTo M37 an und siehe da, das gemerkte Objekt ist auch im Gesichtsfeld. Ist mir aber in der Übersicht zu "popelig", also das
Okular für mittlere Vergrößerung.
2. Mit dem gewählten Okular einmalig mit Hilfe von Bahtinovmaske an hellem Stern scharf stellen (auch für Planeten/Mond!)
Die Bahtinov-Maske wird doch, meines Wissens nach, für die Astrofotografie verwendet.
In der Astrofotografie ist mir die Bahtinov-Maske auch eingängig.
Da muss ich sehr exakt fokussieren.
Ich "halte" ja mit meiner Kamera minutenlang, stundenlang, im Extremfall tagelang auf das selbe Objekt, da möchte ich natürlich ein neu fokussieren tunlichst vermeiden.
3. Fokus muss danach nicht mehr angefasst werden (Hauptursache für Ausschwingzeiten)
Wenn ich nur mit einem Okular arbeite ist mir das einsichtig.
Aber in meinen Augen ist das Symptom-Bekämpfung und nicht Ursachen-Bekämpfung.
Die Ursache ist die nicht stabil genügende Montierung.
Eine stabile Montierung sollte mir einen reibungslosen Okularwechsel ermöglichen und die Ausschwingzeiten auf ein erträgliches, da hat wohl jeder eine andere Toleranzgrenze, Maß reduzieren.
Ja, man kann es mit der Benutzung eines Okular umgehen. Dann beobachte ich aber jedwedes Objekt immer mit ein und der selben Vergrößerung.
Sowohl das Aufsuchen eines anderen Objektes, wie auch die Nachführung, geschehen dann danach (bei visueller Beobachtung) erschütterungsfrei!
Setze ich bei dem Euroeinsatz für GoTo auch voraus.
Weder verliert man dabei lichtschwache DeepSky Objekte aus den Augen noch übersieht man Details an Planeten/Mond damit leichter.
Sollte bei korrektem Aufbau und Alignment auch mit mehr als einem Okular möglich sein.
So meine Gedanken zu deinen Aussagen.
Aber mei, kann jeder handhaben wie er mag.