Teleskop für Einsteiger

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stefanabg

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Hallo zusammen!
Ich habe nun schon seit einiger Zeit ohne eigenen Account hier im Forum gestöbert, weil ich auf der Suche nach meinem ersten Teleskop bin.
Leider hat mich das eher mehr verwirrt, als es mir geholfen hat, je mehr ich gelesen habe, desto weniger habe ich verstanden worauf es eigentlich ankommt.
Könnt ihr mir bitte ein Teleskop für folgende Ansprüche empfehlen?

- Budget inkl. Montierung 400€
- nur für Hobbyastronomie, z.B. gemeinsame Abende mit Freundin/Freunden
- gleichermaßen für DeepSky und Planeten geeignet (ich weiß, dass ich dann mit Abstrichen leben muss)
- Keine Astrofotografie

Ich hatte mir dazu bereits das Omegon Teleskop N 150/750 EQ-3 (astroshop.de) herausgesucht, aber das wurde hier im Forum recht schlecht bewertet.
Nun weiß ich leider garnicht mehr, was ich mir besorgen soll.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Anregungen, ich wäre euch sehr dankbar!

LG, Stefan
 
Lieber Stefan,

der verlinkte Newton auf der Montierung wird aus gutem Grund nicht empfohlen: Stativ und Montierung dürften viel zu schwach für dieses Instrument sein. Da kommt wenig Freude beim Beobachten auf, wenn das Bild ständig wackelt.

Bei einem Budget von 400€ kommt, wenn es neu sein soll, eigentlich nur ein klassischer Dobson in Frage. Den gibt es von diversen Anbietern (Skywatcher, GSO usw.). Der 6 Zoll Dobson passt gut in dein Budget, wobei es noch an Zubehör (z.B. 1-2 weitere Okulare usw.) fehlt. Ein 2 Zoll Okularauszug wäre sehr empfehlenswert, falls es da Unterschiede geben sollte. Zumindest ist so ein Dobson stabil, wenn auch etwas sperrig & schwer. Für etwas mehr Geld gibt es zwar auch noch den klassischen 8 Zoll Dobson, aber für gelegentliche Beobachtungen mit Freunden sind 6 Zoll meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Manchmal werde diese Dobsons auch gebraucht zu attraktiven Preisen angeboten. Problematisch ist allerdings der Versand bzw. die persönliche Übergabe (Corona).

Liebe Grüße,
Robert
 
Hallo Stefan,

für eine gemeinsame (also wechselnde!) Beobachtung ist ein Dobson schlecht geeignet w/ der fehlenden fortlaufenden Nachführung.

Prüfe deshalb bitte auch die im Verhältnis wesentlich stabilere Montierung hier mit GOTO und Nachführung, die ein 150/750 Newton mit Ausschwingzeiten unter 2 Sek. trägt. Später einmal kannst Du damit dann auch Anfänge von Astrofotografie (EAA) betreiben.


Habe diese Kombi selbst im Einsatz.

Gruß,
Peter
 
für eine gemeinsame (also wechselnde!) Beobachtung ist ein Dobson schlecht geeignet w/ der fehlenden fortlaufenden Nachführung.
Jein. Ich habe bereits dutzende Male auf dem Gehweg hier in Leipzig gestanden und Passanten verschiedenste Objekte gezeigt - ohne Nachführung. Natürlich geht es mit Nachführung einfacher, kostet aber eben auch mehr. Ich würde also dennoch einen Dobson nicht ausschließen. Stefan darf sich selbst die Frage beantworten, wie häufig das gemeinsame Beobachten stattfindet oder ob er vielleicht doch öfters allein am Teleskop sitzt.
 
Hallo ihr zwei,
danke für eure Antworten!
Das von Peter angegebene Teleskop sagt mir schon sehr zu, auch wenn es 100 Euro über Budget liegt.

Zu einem Dobson folgende Frage: so wie es für mich aussieht, werden die Rockerboxen auf den Boden gestellt, richtig?
Da ich gern die Objekte von einem Feldrand bzw. im Gelände ansehen möchte, stelle ich mir das ziemlich unkomfortabel vor...oder übersehe ich hier etwas?
 
Mein Vorschlag, dieses, zum hin und wieder mit freunden Spechteln, ist es von der Öffnung ausreichend, du liegst nur leicht über deinem büdget, es ist sehr kompakt die Auskühlzeit, ist bei der Größe nicht der rede wert du hast ein brauchbares goto, wenn du mit mehreren Anfängern schaust wichtig, die Montierung wird absolut wackelfrei sein, da es nicht viel Gewicht hat, ein Setup das meiner Meinung für das geld recht schick ist und später, als Visuelles reise Gerät durch aus brauchbar. Außerdem, manche lehnen deshalb einen newton ab, hast du rückseitigen Einblick.

Clear Skies Felix
 
Zu einem Dobson folgende Frage: so wie es für mich aussieht, werden die Rockerboxen auf den Boden gestellt, richtig?
Da ich gern die Objekte von einem Feldrand bzw. im Gelände ansehen möchte, stelle ich mir das ziemlich unkomfortabel vor...oder übersehe ich hier etwas?
Die Rockerbox steht einfach auf dem Boden. Ob Asphalt, Feldweg oder Rasen ist im Grunde egal. Natürlich sollte der Boden halbwegs eben sein. Die Rockerboxen haben i.d.R. drei kleine Standfüße, sodass bei "normalen" Unebenheiten nichts wackelt.

Entscheiden musst du letztlich allein. Beides hat seine Vor- und Nachteil. Rein optisch betrachtet würde ich klar zum 6" f/8 Dobson greifen. Wenn dir Elektronik auf dem Feld zusagt, nimm den mit Nachführung. Da es ein azimutal aufgestellter Newton ist, wird es wohl stets eine Ausrichtung über bekannte Sterne geben. Mir persönlich wäre das zu fummelig (habe schon einige Besitzer solcher GoTo-Systeme fluchen hören, weil die Steuerung nicht recht wollte). Der Dobson funktioniert halt einfach.

Am besten wäre es natürlich, wenn du in deiner Umgebung jemanden finden könntest, der das ein oder andere Gerät zum Probeschauen hat. So halte ich es mit Einsteigern im Raum Leipzig: Praktische Einführung an verschiedenen Teleskopen.
 
Danke für eure weiteren Ausführungen!
Ich komme tatsächlich auch aus dem Raum Leipzig, das ist ja ein toller Zufall!
Gibt es eine Möglichkeit, dass du mir deine Teleskope vorstellen könntest (ich weiß, aktuell durch Corona nicht möglich, aber das sollte ja irgendwann wieder machbar sein)?
 
Lieber Stefan,

wenn du in einem Radius von 15km wohnst, sollte ein Treffen trotz Einschränkungen möglich sein. Auf meiner Webseite findest du meine derzeitige Ausrüstung, die allerdings überwiegend aus Refraktoren besteht. Lediglich ein 8" f/4 Newton ist noch da. Als Montierungen kommen bei mir vorzugsweise azimutale zum Einsatz, die im Grunde wie der Dobson funktionieren. Eine mittelschwere deutsche Montierung (Vixen GP DX) mit Nachführung habe ich auch zum Testen, ist aber nicht vergleichbar mit den hier genannten Montierungen. Dennoch lohnt ein solches Treffen. Vor allem dann, wenn du vorher noch nie durch ein Teleskop geschaut hast. So bekommst du zumindest ein Gefühl, was dich da oben erwartet.

Wenn sich die Lage wegen Corona entspannt, ist auch ein Treffen mit weiteren Leipzigern möglich. Wir haben normalerweise einen monatlichen Stammtisch. Es stehen eine Vielzahl verschiedenster Instrumente zur Auswahl. Du musst momentan eben nur etwas Geduld mitbringen, falls du dich nicht entscheiden kannst.

Liebe Grüße,
Robert
 
Danke Robert, das hört sich gut an!
Ich denke wir werden etwas warten müssen, da ich ca. 45km entfernt von Leipzig wohne aber ich würde sehr gern darauf zurück kommen, sobald es die Lage zulässt!
Wenn es ok für Dich ist, würde ich dich dann einfach per PN anschreiben.

LG Stefan
 
Hallo Stefan,

willkommen im Forum.

Was mich interessieren würde ist, wo ist Dein Beobachtungsort?
Stadt, Stadtrand, ländlich... ...?
Dann Balkon, Terrasse oder muss/will man raus auf den Acker?
Da spielt dann auch die Transportabilität eine Rolle.

Wenn man raus auf den Acker muss/will muss man bei GoTo beachten das eine Stromversorgung notwendig ist.
Die GoTo Montierungen die mit einem Batteriepack ausgerüstet sind, ja kann man machen, aber das geht schon gut ins Geld, besonders bei frostigen Temperaturen am Abend/der Nacht.
Mir hat es keinen Spaß gemacht alle naselang neuer Batterien zu besorgen.
Also wäre ein Powerpack oder ähnliches anzudenken, aber die Teile kosten auch Geld.
Manche GoTo Montierungen können auch manuell bedient werden, wofür dann aber einen höheren Euroeinsatz in GoTo, wenn ich es dann nicht nutze?
Und bitte GoTo, gehe zu, nicht mit Automatismus oder Selbstläufer verwechseln. GoTo ist eine elektronische Auffindhilfe.
Man muss sich damit auseinander setzen und auch, zumindest, die Alignment-Sterne kennen.

Auch wenn ich persönlich Dobson nicht mag, bei Deinen Vorgaben ist der von Robert vorgeschlagene 6" oder 8" Dobson wohl das geeignetste.
Mit 8" passt der auch noch gut in ein Auto.
Zum Dobson, also Newton-Teleskop und RockerBox, ist noch zu sagen, dass ein Newton eine mehr oder weniger regelmäßige Justage braucht, das besonders wenn er häufig transportiert wird.
Auch das manuelle Nachführen in beiden Achsen ist nicht Jedermanns Sache. Muss man dann selbst entscheiden ob es einem liegt.
Ansonsten
- Dobson stabil montiert
- intuitive Bedienung, Alt/AZ Montierung, Alt = Altitude = Höhe = rauf/runter, AZ = Azimuth = links/rechts
- viel Öffnung, also Lichtsammelvermögen, für moderates Geld
Das sind so die Grundgedanken bei einem Dobson.

Würde das Angebot von Robert annehmen und mir das was da so vorhanden ist anschauen und erklären lassen.

Bissi was noch zu dem anderen:
Das von dir ausgewählte Teleskop ist leider nicht auf der originalen EQ3-2 von SkyWatcher moniert.
Ein 150/750 Newton ist auf der EQ3-2 von Skywatcher schon grenzwertig. Die Kombination ist in meinem Besitz.

Prüfe deshalb bitte auch die im Verhältnis wesentlich stabilere Montierung
Was stabileres als eine RockerBox kenne ich persönlich nicht, wenn, dann ist es mit hohem Euroeinsatz verbunden.
Zu GoTo hab ich schon was geschrieben.
Ich persönlich würde keinen 150/750-er Newton auf eine Einarm Alt/AZ Montierung packen.
Habs mit der meinen, auch GoTo, und einem 150/750-er Newton, ausprobiert. Mir macht es keinen Spaß.

Der vorgeschlagene Maksutow-Cassegrain (MC) wird hauptsächlich für die Planetenbeobachtung hergenommen.
Mit der kleinen Öffnung wirds nicht so wirklich was mit DeepSky.
Wenn es ein bisschen was mit DeepSky, helle und kompakte Objekte, werden soll, dann wohl eher einen 127/1500 MC.
Mir persönlich ist das auch noch zu dunkel an meinem 127/1500-er MC.
 
Hallo Stefan,

ich habe selbst einen 8" und 12" GSO Dosbon im Einsatz. Ich persönlich mag den seitlichen Einblick am oberen Ende, so kann ich im Stehen beobachten.
Die Rockerbox nimmt ca 50cm Platz ein und wird zuerst auf den halbwegs ebenen Untergrund gestellt. Den 8er Tubus kann man locker unter einem Arm tragen und dann einhängen.
Da zur Zeit ja nichts live geht könntest Du ja auf youtube 200/1200 Dobson eingeben. Ich habe das gerade mal gemacht und einige Videos gefunden, die den Aufbau / die Handhabung usw... recht gut zeigen.

Hier habe ich meinen 12er Dobson vorgestellt: Vorstellung GSO 300c 12" Dobson

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Stefan,

also für den Einstieg ist Goto nicht nötig und nimmt Geld für ein besseres Teleskop weg, da man heute mit dem Handy + Planetariumsprogramm genauso leicht die Objekten finden kann!

Ich würde in der Größe ein Teleskop mit mehr Zukunstpotenzial empfehlen, dazu bräuchte ich aber noch einige Infos von Dir, kannst ja auf meine PN antworten, um dann hier weiter die richtigen Infos und Links für Dich zu finden, die Dir bei der Entscheidung helfen können!

Gruß Günter
 
Hallo Stefan,

was gerne bei der Einschätzung von GOTO-Montierungen (Skywatcher/Celestron) der empfohlenen Gewichts-/Preisklasse übersehen wird, sind die Arbeitsabläufe, die sich mit zunehmender Erfahrung einstellen:

1. Sich für gewünschte Vergrößerung entscheiden (DeepSky oder Planeten/Mond)
2. Mit dem gewählten Okular einmalig mit Hilfe von Bahtinovmaske an hellem Stern scharf stellen (auch für Planeten/Mond!)
3. Fokus muss danach nicht mehr angefasst werden (Hauptursache für Ausschwingzeiten)

Sowohl das Aufsuchen eines anderen Objektes, wie auch die Nachführung, geschehen dann danach (bei visueller Beobachtung) erschütterungsfrei!

Weder verliert man dabei lichtschwache DeepSky Objekte aus den Augen noch übersieht man Details an Planeten/Mond damit leichter. Für Astrofotografie werden dann später Guidingmethoden angewandt, die wir rein visuell nicht brauchen.

Meine 2cts aus 30 Jahren Erfahrung.

Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

irgendwie habe ich bei Deinen Aussagen Verständnisprobleme.

was gerne bei der Einschätzung von GOTO-Montierungen (Skywatcher/Celestron) der empfohlenen Gewichts-/Preisklasse übersehen wird, sind die Arbeitsabläufe, die sich mit zunehmender Erfahrung einstellen:
1. Sich für gewünschte Vergrößerung entscheiden (DeepSky oder Planeten/Mond)
Was hat die Vergrößerung mit GoTo zu tun?
Nach einem korrekten Aufbau, also Stativ, Montierungskopf und Teleskop, dem anschließend korrekt durchgeführten Alignment mit einem Übersichtsokular oder einem Fadenkreuzokular, macht das GoTo doch "nichts" anderes als ein, aus einem Katalog, ausgesuchtes Objekt ordnungsgemäß anzufahren. Das hat jetzt für mich erstmal nichts mit der Vergrößerung zu tun.
OK, mit einem Übersichtsokular, z.B. 32mm 70°, tu ich mich leichter das Alignment durchzuführen.
Wenn ich kein Fadenkreuzokular habe, kann ich mir damit helfen, dass ich im Übersichtsokular das Alignment-Objekt unscharfstellen um es besser im Okular zentrieren zu können.
Aber ab da kann ich dann z.B. auch ein 24mm oder z.B. ein 17mm Okular verwenden und das GoTo fährt nach wie vor sauber mein gewünschtes Objekt an. Ja, es kann passieren, bei unsauberem Alignment, das mir bei einem Okularwechsel das Objekt an den Gesichtsfeldrand "rutscht", nun dann muss ich halt mit dem Handcontroller korrigieren oder ich führe nochmals ein sauberes Alignment durch.

Wieso muss ich mich für eine gewünschte Vergrößerung entscheiden?
So wie ich Deine Aussage verstehe, die vorherige Festlegung auf eine Vergrößerung, also ein bestimmtes Okular, kann ich nicht nachvollziehen. Somit wird doch ein Okularwechsel ausgeschlossen?
Ich fange z.B. gern mit meinem 32mm 70° Okular an meinem Refraktor FH, 120/1000, an.
Z.B. mit einem Kugelsternhaufen.
Diesen Kugelsternhaufen betrachte ich dann eine Weile, weil der mit dem Gesichtsfeld wirklich schön mit Umfeld zu betrachten ist. Nach einer Weile möchte ich, weil mir eine bestimmte Stelle aufgefallen ist, höher vergrößern und genauer betrachten. Also wechsle ich das Okular, z.B. auf 17mm. Gefällt mir das was ich sehe, bleibe ich bei den 17mm, gefällts mir nicht geh ich evtl. auf 13mm oder 8mm, abhängig davon was mir das Seeing und meine anderen Beobachtungsbedingungen erlauben.
Kann aber auch sein, dass ich wieder mit der Brennweite des Okular auf z.B. 24mm gehe, weil mir 17mm nicht das geliefert hat, was ich mir erwartet habe.
Das Gleiche beim Mond.
Gern am Anfang den Mond im Ganzen.
Dann möchte ich gern irgendwas näher betrachten, Krater, Rinne, Schattenwurf... ... dann wechsle ich doch das Okular, um eben mit einer höheren, für das von mir ausgewählte Objekt auf dem Mond, Vergrößerung zu betrachten.
Somit muss ich doch jedes mal neu fokussieren, selbst bei homofokalen/parfokalen Okularen muss ich leicht nachfokussieren.
Wofür gibt es dann solche Serien von Okularen (Hyperion, Morpheus) die mir diesen minimal Eingriff an Fokussierung bieten?
Wofür wird dann für die Grundausstattung an Okularen eines für die Übersicht, eines für mittlere- und eines für die höhere Vergrößerung empfohlen?
Übersicht, um mir eben eine Übersicht zu verschaffen. Vielleicht habe ich mir ja bei der Vorbereitung der Beobachtungsnacht mit Stellarium o.ä. eine Notiz gemacht, "hey... bei z.B. M37 ist noch ein Objekt, das würde ich mir gern näher anschauen". Fahre mit GoTo M37 an und siehe da, das gemerkte Objekt ist auch im Gesichtsfeld. Ist mir aber in der Übersicht zu "popelig", also das
Okular für mittlere Vergrößerung.

2. Mit dem gewählten Okular einmalig mit Hilfe von Bahtinovmaske an hellem Stern scharf stellen (auch für Planeten/Mond!)
Die Bahtinov-Maske wird doch, meines Wissens nach, für die Astrofotografie verwendet.
In der Astrofotografie ist mir die Bahtinov-Maske auch eingängig.
Da muss ich sehr exakt fokussieren.
Ich "halte" ja mit meiner Kamera minutenlang, stundenlang, im Extremfall tagelang auf das selbe Objekt, da möchte ich natürlich ein neu fokussieren tunlichst vermeiden.

3. Fokus muss danach nicht mehr angefasst werden (Hauptursache für Ausschwingzeiten)
Wenn ich nur mit einem Okular arbeite ist mir das einsichtig.
Aber in meinen Augen ist das Symptom-Bekämpfung und nicht Ursachen-Bekämpfung.
Die Ursache ist die nicht stabil genügende Montierung.
Eine stabile Montierung sollte mir einen reibungslosen Okularwechsel ermöglichen und die Ausschwingzeiten auf ein erträgliches, da hat wohl jeder eine andere Toleranzgrenze, Maß reduzieren.
Ja, man kann es mit der Benutzung eines Okular umgehen. Dann beobachte ich aber jedwedes Objekt immer mit ein und der selben Vergrößerung.

Sowohl das Aufsuchen eines anderen Objektes, wie auch die Nachführung, geschehen dann danach (bei visueller Beobachtung) erschütterungsfrei!
Setze ich bei dem Euroeinsatz für GoTo auch voraus.

Weder verliert man dabei lichtschwache DeepSky Objekte aus den Augen noch übersieht man Details an Planeten/Mond damit leichter.
Sollte bei korrektem Aufbau und Alignment auch mit mehr als einem Okular möglich sein.

So meine Gedanken zu deinen Aussagen.
Aber mei, kann jeder handhaben wie er mag.
 
Danke,
dachte schon müsste meine grundlegenden Kenntnisse überdenken und das ein oder andere Kapitel in der Literatur nachlesen.
 
1. Sich für gewünschte Vergrößerung entscheiden (DeepSky oder Planeten/Mond)
2. Mit dem gewählten Okular einmalig mit Hilfe von Bahtinovmaske an hellem Stern scharf stellen (auch für Planeten/Mond!)
3. Fokus muss danach nicht mehr angefasst werden (Hauptursache für Ausschwingzeiten)
Lieber Peter,

das mag für dich sicher ein gängiger Weg sein, doch viele von, wie Mathias bereits angemerkt hat, betrachten die Objekte bei verschiedenen Vergrößerungen. Gerade bei unbekannten Objekten ist oft nicht klar, welche Vergrößerung sinnvoll ist. Eine Bahtinovmaske mag sicher beim Fokussieren hilfreich sein, aber zumindest für mich wäre das ein großes Hinderniss! Bei jedem Okularwechsel aufstehen, Bahtinovmaske aufsetzen, zum Okular hin zwecks Fokussieren und danach wieder Maske ab. Das kommt natürlich auch auf das Teleskop an: Beim Newton sitzt man bereits nahe der Öffnung, in meinem Fall am langen Refraktor würde ich wahnsinnig werden.

Ich stimme daher Mathias zu: Es ist eher eine "Notlösung", wenn kein ausreichend stabiler Unterbau vorhanden ist. Zumal diese "Lösung" selbst bei leichtem Wind nicht helfen würde - und das soll vorkommen.

Liebe Grüße,
Robert
 
Hallo,

So manches kann ich nicht nachvollziehen:

für eine gemeinsame (also wechselnde!) Beobachtung ist ein Dobson schlecht geeignet w/ der fehlenden fortlaufenden Nachführung.

Ich habe selbst schon durch Dobson geschaut, nachdem mir der Eigner ein Objekt eingestellt hat. Ich habe schon Führungen auf einer Sternwarte mit Dobsons gemacht.
Diese Aussage das ein Dobson schlecht für eine Beobachtung mit mehreren Leuten wäre widerspricht meiner Erfahrung.

1. Sich für gewünschte Vergrößerung entscheiden (DeepSky oder Planeten/Mond)
2. Mit dem gewählten Okular einmalig mit Hilfe von Bahtinovmaske an hellem Stern scharf stellen (auch für Planeten/Mond!)
3. Fokus muss danach nicht mehr angefasst werden (Hauptursache für Ausschwingzeiten)

Mit dieser Vorgehensweise kommt man in der Deep Sky sowie der Planetenbeobachtung nicht weit.
Es gibt nicht die eine Vergrößerung die immer passt. Verschiedene Vergrößerungen eröffnen verschiedene Ansichten an ein und denselben Objekt mit dem gleichen Instrument während der gleichen Beobachtung.
Die Formen, Größen und Strukturen der Objekte sind zu vielfältig um sie mit nur einer Vergrößerung Beobachten zu können. Das gleiche gilt auch für den Mond und den Planeten.
Besonders bei der Beobachtung von Mond und Planeten kristallisiert sich doch erst während der Beobachtung heraus, welche Vergrößerung zusammen mit den vorherrschenden Bedingungen geeignet ist.

Und visuell mit einer Maske fokussieren? Warum?
Wir können doch visuell mit unseren Augen sehr gut abschätzen wenn ein Objekt im Okular scharfgestellt ist. Bei diffusen Nebeln kann an Feldsternen fokussiert werden, dann passt der Fokus auch für Nebel.

Nach den fokussieren sind die Ausschwingzeiten eigentlich gering. Sollten diese doch recht hoch sein, dann taugt entweder die Montierung nicht viel oder das Teleskop ist zu groß für die Montierung.


Das von mir oben geschriebene sind meine 2cts aus mittlerweile 38 Jahren Beobachtungserfahrung mit Teleskopöffungen von 80 bis 300mm.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo Robert,

aber zumindest für mich wäre das ein großes Hinderniss! Bei jedem Okularwechsel aufstehen, Bahtinovmaske aufsetzen, zum Okular hin zwecks Fokussieren und danach wieder Maske ab. Das kommt natürlich auch auf das Teleskop an: Beim Newton sitzt man bereits nahe der Öffnung, in meinem Fall am langen Refraktor würde ich wahnsinnig werden.
nicht nur für Dich wäre es ein großes Hindernis.
So wie Peter es beschreibt, wäre es einigermaßen praktikabel.
Quasi "feste" Vergrößerung, also mit der anfangs Entscheidung für ein Okular und mit diesem über die Bahtinov-Maske fokussieren. Thema durch, da ich ja bei einem Okular bleibe. Mag für Peter praktikabel sein.

Da ich, wie Du, mit Refraktoren FH beobachte und eben Okularwechsel vornehme, sehr schwer vorstellbar und wohl sehr nervig.
Und wenn ich es mit der Bahtinov-Maske recht verstanden habe, brauch ich für jedes Teleskop eine andere, da es wohl von Öffnung, Brennweite abhängig ist, wieviel Schlitze und deren Anordnung notwendig sind.
OK, ich wechsle Okulare in einer Beobachtungsnacht, aber Teleskope weniger ;).

Auch an meinem C8 fände ich es wohl sehr nervig.
 
Die beispielhaften 3 Schritte kann man z.B. sehr gut einsetzen, wenn man sich zuvor für die Nacht einen Beobachtungsplan gemacht und Gruppen von Beobachtungsobjekten gebildet hat, deren Parameter (z.B. Leuchtkraft, Ausdehnung) man der Papierform nach kennt.

Gruß,
Peter
 
Hallo zusammen,

da es bei solchen Threads oft verschiedenste Meinungen und Erfahrungen gibt, die eine Entscheidung für ein Teleskop nicht unbedingt einfacher macht, hier noch ein paar Anmerkungen: Sobald es die Lage aufgrund von Corona zulässt, darf sich Stefan persönlich an meinen vorhandenen Teleskopen austoben und zumindest Öffnungen im Bereich von 55mm bis 200mm an verschiedenen Objekten kennenlernen. Hier wird sich wahrscheinlich auch herausstellen, wie viel er letztlich in dieses schöne, für ihn neue Hobby investieren möchte. Neben meinen Instrumenten stehen im Raum Leipzig noch etliche weitere Teleskope verschiedenster Bauart zur Ansicht zur Verfügung. Die Wege in dieses wundervolle Hobby sind meist unergründlich und stark von persönlichen Vorlieben geprägt. So ist zumindest meine Erfahrung der letzten Jahre und auch ich bin einen Weg gegangen, welchen mir wohl kaum jemand empfohlen hätte. Der persönliche Kontakt zu erfahrenen Sternfreunden und praktischer Einführung ist noch immer der beste Schritt.

Liebe Grüße,
Robert
 
Die beispielhaften 3 Schritte kann man z.B. sehr gut einsetzen, wenn man sich zuvor für die Nacht einen Beobachtungsplan gemacht und Gruppen von Beobachtungsobjekten gebildet hat, deren Parameter (z.B. Leuchtkraft, Ausdehnung) man der Papierform nach kennt.
Ein Einsteiger wird kaum in der Lage sein, solch einen Plan aufzustellen. Er wird froh sein, die gewünschten Objekte überhaupt zu finden.

Doch auch meine Erfahrung zeigt, dass solch ein Vorgehen einschränkt. Ein Komet in voller Ausdehnung (z.B. für den schwachen Schweif) wird vermutlich mit einer anderen Vergrößerung beobachtet, also wenn man Details im Kernbereich erkennen möchte. Ähnliches gilt für Galaxien. Doppelsterne zeigen höchst unterschiedliche Ansichten bei verschiedenen Vergrößerungen. Auch hier gibt es nicht die optimale Vergrößerung. Messier 81 & 82 bieten zusammen einen fantastischen Anblick, während Strukturen in Messier 82 höhere Vergrößerungen verlangen. Für unser Sonnensystem ist oft das Seeing entscheidend. Das lässt sich nicht planen. Sobald Filter eingesetzt werden, verschiebt sich ebenfalls der Fokus. Ich drehe im wahrsten Sinne des Wortes oft am Rad - zum Fokussieren. Eine Bahtinovmaske dürfte einigermaßen helle Sterne voraussetzen. Sind keine helleren Sterne in der Umgebung des Objekts, wird es umständlich.

Ich würde mich durchaus als erfahrenen Beobachter einschätzen, aber die optimale Vergrößerung für ein konkretes Objekt weiß selbst ich meistens nicht. Denn dafür müssen noch die konkreten Bedingungen berücksichtigt werden.
 
Hallo Gerd,

Sollten diese doch recht hoch sein, dann taugt entweder die Montierung nicht viel oder das Teleskop ist zu groß für die Montierung.
ich habe zwar noch keine Jahrzehnte auf dem Buckel, also astronomischer Beobachtung (andere schon ;)) aber das was ich in den paar Jahren gelernt habe und auch (leidvoll) erfahren habe ist, dass die Montierung wirklich das A&O ist.
 
Hallo Gerd,

Eure fantastische Arbeit mit dem BAfK ist eine der auch von mir gerne benutzten Hilfen für solche Beobachtungslisten :cool:

Und "Anfänger" starten (empfohlen) ja sehr häufig bereits mit dem Karkoschka.

Gruß,
Peter
 
Hallo,

Die beispielhaften 3 Schritte kann man z.B. sehr gut einsetzen, wenn man sich zuvor für die Nacht einen Beobachtungsplan gemacht und Gruppen von Beobachtungsobjekten gebildet hat, deren Parameter (z.B. Leuchtkraft, Ausdehnung) man der Papierform nach kennt.

Mit festen Schritten engt man sich meiner Erfahrung zu sehr ein.
Gerade in der Visuellen Beobachtung hat es seinen Reiz ein Objekt mit verschiedenen Vergrößerungen zu beobachten. Würde man sich in der Nacht auf nur eine Gruppe oder Klasse von Objekten einschränken die gleiche Parameter haben um nur ein Okular einsetzen zu müssen, wird man sich:
  1. In der Auswahl der Objekte einschränken müssen.
  2. Spontane oder den vorherrschenden und auch wechselnden Bedingungen angepasste Objekte stehen dann eventuell nicht auf dem Beobachtungsplan.
  3. Strukturen in ein und dem selben Objekt, die verschiedene Vergrößerungen benötigen, werden dann schwer oder nicht erfasst.
Mitunter sind gerade bei Galaktischen Emissionsnebeln, Planetarischen Nebeln oder auch bei Galaktischen Reflektionsnebeln mit Emissionsanteilen Beobachtungen mit oder ohne Filtereinsatz sehr sinnvoll. Ein ich das Okular eingeschraubter oder eingeschobener Filter ergibt bei der Beobachtung eine leicht andere Fokuslage als die Beobachtung ohne einen Filter.

Ein Beispiel von mir.
Ein sehr bekanntes Objekt mit dem gleichen Teleskop in der gleichen Sitzung mit verschiedenen Vergrößerungen beobachtet:

Der gesamte ... ist schon bei niedriger Vergrößerung überwältigend in Form und Struktur.
Bei 38x und dem UHC Filter kommt der große Bogen im Süden gut zur Geltung. Auch er hat unterschiedliche Helligkeiten und strukturierte Ränder.
... ist deutlich abgegrenzt zu ... Unregelmäßige Form. Im Nebel sind verschiedene Helligkeiten.

Huygens Region: Vergrößerungen 343 und 400x. UHC Filter:
In dieser Region sind viele Verwirbelungen und dunkle Einschlüsse. Die Vielfalt an kleinräumigen Strukturen ist enorm.
Pons Schröteri kann ich als einen strukturierten Steg in der Sinus Magnus erkennen.
Die Kante der Frons ist deutlich heller als die Huygens Region. Auch diese ist von dunklen Strukturen durchzogen. Die Südkante der Frons ist scharf begrenzt und deutlich zur Regio Subnebulosa abgesetzt.
Die Kante vom Occiput ist sehr strukturiert. Die Kante grenzt an die Dunkelwolke Sinus Gentilii. Die Dunkelwolke ist sehr strukturiert. Ich kann sie bei mittlerer Vergrößerung gut erkennen. Über die Hälfte der Wolke zieht sich in die Regio Subnebulosa hinein.


Wer weiß um welches Objekt es sich handelt?

Und "Anfänger" starten (empfohlen) ja sehr häufig bereits mit dem Karkoschka.

Nach der ersten Beobachtung ist der "Anfänger" schon mal um eine Erfahrung reicher.
Das geht dann so lange bis er Protoplanetarische Nebel mit Emissionsanteilen mit verschiedenen Filtern und Vergrößerungen beobachtet usw...

Viele Grüße
Gerd
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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