Teleskop für Hobbyfotografen

-honeybee-

Mitglied
Hallo zusammen,

ich bin neu hier und habe einige Anfängerfragen. :)

Ich bin seit vielen Jahren Hobbyfotografin. Meine Schwerpunkte sind Landschafts-/Naturfotografie, Architekturfotografie und Nachtfotografie/Lightpainting. Bei der Nachtfotografie gehört auch die Astrofotografie dazu.

Ich habe schon öfter Sterne, Milchstraßen und Polarlichter fotografiert. Nun würde ich gerne Richtung Planetenfotografie und Deep Sky-Fotografie gehen.

Aus diesem Grunde suche ich ein Teleskop, an dem ich meine Kamera anschließen kann. Ich interessiere mich grundsätzlich für die Astronomie, aber ich hab leider keine Ahnung von Teleskopen bzw. hatte noch nie eins besessen.

Vielleicht hat jemand einen Tipp für mich, was ich beim Kauf beachten soll? Es soll nicht so teuer sein, aber die Qualität soll auch stimmen. Welche Eigenschaften muss das Teleskop besitzen, damit man eine Kamera anschließen kann und Fotos von den Planeten etc. machen kann? Kann man zum Ausprobieren Teleskope mieten bzw. leasen, bevor man sich ein eigenes anschafft?
 
Dann wage ich mal ein paar Fragen:
Was für eine Kamera hast Du?
Hast Du bereits eine Nachführung?
Wieviel ist für Dich nicht "so teuer"?

Worauf Du achten solltest:
Stabile ! Montierung - für Deep Sky am besten äquatorial.
Für Planeten ist viel Brennweite von Vorteil.
Für DeepSky Lichtstärke.

Teleskope anschauen / antesten kannst Du bei Volkssternwarten oder anderen Amateuren... vorteilhaft in Deiner Gegend ;-)
 
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Zumindest Deepsky (Planeten nicht) kann je nachdem, welche Objektive du schon bestzt schon gut bis sehr gut je nach Motiv mit deinen vorhandenen Objektiven realisierbar sein. Da benötigst du dann weniger ein Teleskop als vielmehr zunächst eine Montierung, die die Nachführung übernimmt.

Das wäre dann ein möglicher Einstieg, der gerade durch fotografische Weiternutzung bereits bekannter Ausrüstung den Einstieg relativ überschaubar hält und dich erstmal auf das wirklich relevante "Neue" (Motivwahl, Belichtungsreihen, Nachführung, astrospezifische EBV) konzentrieren lässt.
 
Canon EOS R10
Ja.
Ca. 1000 Euro.
Wäre schön, wenn ich alles fotografieren könnte. Aber wenn ich mir eins aussuchen soll, dann Planeten.
welche Objektive du schon bestzt schon gut bis sehr gut je nach Motiv mit deinen vorhandenen Objektiven
Ich hab ein Teleobjektiv: Canon RF 100-400 mm, aber damit kann man keine Planeten groß fotografieren, oder?
 
Was hast du denn für eine Nachführung?

Planeten fotografisch bedeutet: Brennweite, Brennweite und nochmal Brennweite. Und selbst dann ist "groß" noch immer eine arge Frage der Definition im Hobbybereich. Davon, dass merkliche Bereiche des ABS Sensors der r10 dann den Planeten zeigen, darfst du nicht ausgehen.

Und große Brennweite bedeutet hohes Gewicht und Entsprechend auch Anforderungen an die Nachführung.
 
Nein, du benötigst eine mechanische Nachführung für deine Objektiv/Teleskop-Kamera-Kombi. Damit diese mit der Erddrehung nachgeführt wird.

Z.B. hier in einer kleinen Version für "normales Fotoequipment": Teleskop-Express: Skywatcher Star Adventurer GTI Reisemontierung - Set mit Stativ-SKAD-GTI-TR


Wie bereits geschrieben: Ich würde zunächst die Ausrüstung um eine Nachführung/Montierung und eventuell noch ein oder zwei geeignete Filter erweitern und mal in den Deepskybereich reinschnuppern. Das ist bei bereits vorhandener Fotoausrüstung und überschaubarem Budge eine Möglichkeit wirklich schöne und ansprechende Bilder machen zu können.

Planeten wird bei den gesetzten Voraussetzungen und der wohl vorhandenen Erwartungshaltung (groß) garantiert in Frust enden. Mal ein Beispiel für den Jupiter: Bei einem Meter (!!!) Brennweite wird er auf dem Sensor deiner r10 ca. 50 Pixel Durchmesser haben.

Zudem ist der Deepskybereich was die Motivvielfalt zu jedem Zeitpunkt angeht deutlichst angenehmer und vielfältiger als Planeten.
 
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Eine automatische Motivnachführung für Personen, Tiere und Fahrzeuge.
Du brauchst eine Astro - Nachführung, also z.B. eine parallaktische Montierung mit Nachführmotoren oder einen Astrotrackere.

Aber wenn ich mir eins aussuchen soll, dann Planeten.
Das geht nicht wirklich mit Objektiven, dafür ist ein Teleskop nötig.
Je mehr Öffnung desto höher das Auflösungsvermögen. Eigentlich würde ich dann aber auch eine kleine Astrokamera einplanen, 200-400 Euro reichen dafür aus.

Ich wollte möglichst viel Öffnung für wenig Geld und so ist es ein Dobson auf Selbstbauplattform geworden (erst 8" und danach 12" Öffnung).
Das konnte ich damit z.B. erreichen:
planeten22-23c.jpg


Aber vielleicht reicht auch ein Mak oder kleinerer Newton auf Eq3 Montierung. Die Montierung würde auch für die Kamera mit Objektiven für den Deep-Sky Einstieg reichen.

Wie sind denn die Möglichkeiten bei dir vor Ort ?
z.B. Garten oder Balkon.

Gruß,
Holger
 
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Kurz meine spontanen Gedanken nach dem aktuellen Wissensstand.

Mit dem angedachten finanziellen Rahmen nähen wir dieses Projekt auf Kante.

Ich sehe die Möglichkeit, auf Durchmesser der Optik zu gehen. Das hieße maximales Lichtsammelvermögen (gut fpr DeeoSky) und maximale Auflösung (gut für Planeten).
Das wäre dann ein Dobson auf einer sogenannten RockerBox. Fotografisch gehen damit Mond und Planeten.
Da man so eiben Dobson "schubsen" muss, würde Deep Sky eine echte Herausforderung.

Auch möglich wäre ein Schmidt-Cassegrain von Celestron mit 6" Spiegel und der genialen Auffind-Hilfe von Objektrn mittels Handy.
Leider nur mit einer manuellen Alt-Azimut Montierung.
Schmidt-Cassegrains haben eine lange Brennweute, wodurch sie sich für Planeten anbieten. Auch sind sie recht klein, durch den gefalteten Strahlengang.
Später könntest Du der Kombi eine stabilere Montierung spendieren.

Nur eine stabile Montierung würde bereits Deinen finanziellen Rahmen ausschöpfen.

Es gilt also, abzuwägen ;-)
 
Hallo 'Honigbiene',

ich würde mir an Deiner Stelle eine einfache Nachführung kaufen und mit der vorhandenen Kamera Weitfeld-Deepsky Aufnahmen probieren und damit Erfahrungen sammeln. Gute Bücher dazu gibt es genug, wo auch die Aufbereitung der Bilddaten ausführlich beschrieben ist.

Alles andere ist mit 1000 Eur nicht zu machen!

CS.Oli
 
Hallo -honeybee-

Ich wüde wie Oli empfohlen erstmal mit dem starten was Du hast: Kamera und Objektive. Kauf einen gebrauchten StarAdventurer Tracker (250-350€) oder alternativ eine kleine GoTo (StarAdventurer GTI, ~€600,-) und Du kannst je nach Brennweite 20-60s Aufnahmen nachführen. Damit geht am Himmel, besonders in der Sommermilchstraße unglaublich viel. Mach Dich erstmal mit den Bildbearbeitungsprozessen vertraut.

Bis zur Planetensaison hast Du noch ein paar Wochen Zeit. Hier ist der nachgeführte Dobson und die Planetenkamera sicher eine gute Wahl, oder aber ein Maksutov oder Schmidt-Cassegrain auf einer parallaktisch oder azimutal nachgeführten Montierung. Deine R10 ist für diese astronomische Aufgabe nicht die optimale Wahl.

CS, Ralf
 
Wie sind denn die Möglichkeiten bei dir vor Ort ?
Ich habe einen Balkon, aber ich habe auch ein Feld in der Nähe mit wenig Lichtverschmutzung, auf diesem nachts ich zum Fotografieren gehen kann.
Kauf einen gebrauchten StarAdventurer Tracker (250-350€) oder alternativ eine kleine GoTo (StarAdventurer GTI, ~€600,-)
Das klingt gut. Diese Geräte werde ich mir mal anschauen.
Danke für eure Tipps und Hinweise. Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ich war echt überfordert. :)
Vorher geh ich erstmal in die Sternwarte.
 
Vielleicht noch ein Tipp vorab:

Installiere Dir die Software Stellarium (Windows, Linux, MacOS, Android, iOS) und pflege Deine Kamera und Objektive (und vielleicht kommend oder gewünscht Teleskope) ein. So kannst Du sehen welche Objekte Du erreichen kannst, kannst das Framing planen und so auch ein Gefühl dafür bekommen wie groß Objekte am Himmel sind. Gerade mit Brennweiten zwischen 100 und 400 mm gibt es so unglaublich viel zu fotografieren. Sollte es mal nicht für Formatfüllend reichen, Croppen ist auch immer eine Option.

CS, Ralf
 
Das klingt gut. Diese Geräte werde ich mir mal anschauen.
Danke für eure Tipps und Hinweise. Ihr habt mir sehr weitergeholfen. Ich war echt überfordert. :)
Vorher geh ich erstmal in die Sternwarte.
Hier noch eine kleine Hilfe
 
Hallo Honeybee,
vor ca. 5 Jahren habe ich als "bodenständiger" Fotograf mit der DSLR den Einstieg in die Astrofotografie gemacht. Nach ersten Versuchen ohne Nachführung kam ich schnell zu einem StarAdventurer (Nachführung). Damit geht eine Menge und wenn Du einen Platz oder eine Gegend mit dunklem Himmel finden kannst, wirst Du Dich wahrscheinlich bald selbst über schöne Bilder freuen können.
Ich möchte noch ein Buch empfehlen, das gerade den Menschen helfen kann, die von der Fotoseite her kommen:

Katja Seidel, "Astrofotografie", erschienen im Rheinwerk Verlag.

Davon gibt es inzwischen die 3. Auflage, was zeigt, dass das Buch gut angenommen wurde.

Ich habe daraus viel lernen können und finde es angenehmer, als sich das Wissen selbst im Netz zusammensuchen zu müssen. Nichts gegen das Netz und die Foren, aber gerade als Einsteiger ist man hier m.E. oft überfordert, weil man oft widersprüchliche Empfehlungen findet oder sich zu sehr auf "Rezepte" einschießt als auf ein solides Verständnis dessen, was man da betreibt.

Es gibt Spezialisten wie Holger aka "Komposer", die mit einem Dobson und viel Geschick und Selbstbau hervorragende Bilder zustande bringen, aber was er hier gezeigt hat, gelingt mir nicht einmal mit einem nachgeführten 20cm Celestron SCT auf einer ziemlich soliden Montierung.

Also: clear skies und viel Erfolg!
 
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Hallo,

Ich habe einen Balkon, aber ich habe auch ein Feld in der Nähe mit wenig Lichtverschmutzung, auf diesem nachts ich zum Fotografieren gehen kann.

Um einen Eindruck von meinem Aufbau zu vermitteln:
Planetenfotografie mit Dobson auf Plattform + Astrokamera:
12er-im-einsatz-t1c.jpg

Auf dem Feld müsste da natürlich ein Laptop verwendet werden.
Ist schon was anderes wie deine bisherige Fotografie.
Die Kamera wird wie ein Okular in den Okularauszug gesteckt und liefert auf dem Monitor mittels Aufnahmesoftware, hier firecapture, ein Livebild.
Ich nehme dann Avis auf, also Rec-Button anklicken und schon landen tausende Frames / Einzelbilder mit hoher Framerate auf dem Rechner.
Bei Planeten nehme ich pro Avi meist 5000 - 10000 Frames auf. Bei Frameraten von 100 -200 fps geht das aber recht schnell, max. 1 bis 2 Minuten.
Das geht meiner Meinung nach nur mit einer richtigen Astrokamera, nicht mit DSLR oder Systemkamera.
Klar kann man auch damit anfangen, ich habe ja selbst erst mit einfacher Digicam durch´s Okular gefilmt, aber eben mit qualitativen Abstrichen.

Für Deepsky verwende ich eine alte EQ2 Montierung mit selbst gebastelter Motornachführung:
sonnar-monti.jpg

Den Antrieb habe ich inzwischen erneuert, aber natürlich gibt es da für aktuelle Montierungen auch kleine Nachführsets zu kaufen:
antriebneu.jpg


Für Deepsky braucht es zum Einstieg kein Teleskop, weniger Brennweite macht es hier deutlich einfacher und günstiger.
Außerdem gibt es viele große augedehnte Objekte, die auch bei geringer Brennweite den Sensor ausfüllen.

Der ganze Ablauf unterscheidet sich enorm von der Planetennfotografie. Da wird im Millisekundenbereich belichtet und es werden in kurzer Zeit tausende Frames gesammelt.
Bei Deepsky wird länger belichtet, je höher die Brennweite desto exakter und stabiler muss die Montierung sein.
Bei Objektiven bleibt das Gewicht klein und die Montierung muss nicht so tragfähig sein. Das hält die Kosten in Grenzen.
Dennoch ist hier, anders als bei Planeten, mit wenig Brennweite / Öffnung recht viel möglich:

Gruß,
Holger
 
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Katja Seidel, "Astrofotografie", erschienen im Rheinwerk Verlag
Dieses Buch hab ich mir besorgt, aber ich bin ehrlich: Ich hab bis jetzt noch nicht geschafft, es zu lesen. Bin berufstätig. :(
Ich habe mir aber vorgenommen, es in meinem nächsten Urlaub zu lesen.
Ich habe daraus viel lernen können und finde es angenehmer, als sich das Wissen selbst im Netz zusammensuchen zu müssen. Nichts gegen das Netz und die Foren, aber gerade als Einsteiger ist man hier m.E. oft überfordert, weil man oft widersprüchliche Empfehlungen findet oder sich zu sehr auf "Rezepte" einschießt als auf ein solides Verständnis dessen, was man da betreibt.
So geht es mir gerade.

Vielleicht ist einer von euch aus Sachsen und kann es mir beibringen. :) Ich bin eher der praktische Typ.
 
Im Treffpunkt mal geschaut? Es gibt einen Stammtisch in Dresden. Da findet sich bestimmt jemand der auch praktisch helfen kann.

Ciao, Udo
 
Dieses Buch hab ich mir besorgt, aber ich bin ehrlich: Ich hab bis jetzt noch nicht geschafft, es zu lesen. Bin berufstätig. :(
Ich habe mir aber vorgenommen, es in meinem nächsten Urlaub zu lesen.

So geht es mir gerade.

Vielleicht ist einer von euch aus Sachsen und kann es mir beibringen. :) Ich bin eher der praktische Typ.
Hi honeybee

Wir haben in Leipzig einen Großen Stammtisch + Whatsapp-Gruppe. Da kann dir geholfen werden :)

VG
 
Hallo honeybee

Mein Rat in deiner Nähe gibt es bestimmt eine Sternwarte oder eine astronomische Vereinigung, besuche diese die stehen zu Rat und Tat.

Nicht nur Teleskop und Montierung auch Energie Versorgun.

Es gibt einige Anbieter von Teleskope.
Der Markt ist groß von Refraktor, Reflektor, allerlei Montirungen von Bilig bis zum hohen Preis, auch sachen zu nicht Empfehlung.

Astroshop in Lansberg , Teleskop Express in Bayern,
APM Markus Ludes, und anders wo gibt es auch Anbieter.

Manfred
 
Ich möchte euch gern den aktuellen Stand mitteilen:
Nach längerem Studieren habe ich mich für das Teleskop "Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 152/1500 NexStar 6 SE GoTo" entschieden. Ich habe es heute bestellt und freue mich sehr auf eine neue Herausforderung.
Also vielen Dank an allen, die mir Ratschläge und Tipps gegeben haben.
:)
 
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