Teleskop für Mondbeobachtung

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the_viewer

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Was für ein Refraktor ist für eine (ausschließlich visuelle) Mondbeobachtung sinnvoll?

Es gibt ja mittlerweile eine ganze Reihe von 150/1200er und 120/1200er Fraunhofer-Achromaten, die aber mehr oder weniger massiv an Farbfehler leiden.
Hat konkret am Mond und mit diesen Geräten jemand Erfahrungen, wie sich die Baader Contrast Booster, Fringe Killer bzw. Semi APO-Filter auswirken?

Alternativ könnte man natürlich auch direkt einen Apochromaten nehmen, aber für mehr als knapp 80mm Öffnung reicht das Budget definitiv nicht.
Oder sticht ein 80mm APO bzgl. Auflösung einen 100mm oder 120mm Fraunhofer-Achromat aus?


Viele Grüße

David
 
Hallo David,

ich würde schon versuchen in Richtung eines 100mm ED's zu gehen. Die Skywatcher 100/900 oder wenigstens 90/900mm bringen am Mond schon mehr Details.
So ein 150/1200 Achromat hat nicht nur mehr Farbfehler, sondern braucht ja auch eine ordentliche Montierung. Wenn ich aber schon in dieser Größenordnung bin, wäre auch ein langbrennweitiger Newton z.B. ein 150/1200 eine gute Alternative ohne Farbfehler und mit geringer Obstruktion.

Viele Grüße, Jürgen
 
Zitat von the_viewer:
Was für ein Refraktor ist für eine (ausschließlich visuelle) Mondbeobachtung sinnvoll?


..... könnte man natürlich auch direkt einen Apochromaten nehmen, aber für mehr als knapp 80mm Öffnung reicht das Budget definitiv nicht.

David

Hallo,

keiner - du benötigst eine hohe Vergrößerung und das bei einer sinnvolle AP von sagen wir einmal (konservativ) 0,5mm.

Daraus errechnet sich für z. B. 400 fache Vergrößerung ein erforderlicher Öffnungsdurchmesser von 200mm.

Johann
 
I vasteh´s net, da reissn´se jahrelang einige de Haxn´aus damit de Feanostla endle an gscheit´n hundatfufzga Spiagl fia´d Planetn zammabaun, mit an Öffnungdvahöitnis vo 6 bis 7 - grad weil da Foarbwerfa nix gscheit´s is - und don so a Frog :schwitz:

Johann ;)

p.s.

wenn man bei einem Farbwerfer eine AP von 0,5 als Maximum ansetzt, dann kann man getrost bei einem optimalen Newton mit 0,37mm beobachten und hätte auch eine Vergrößerung von 400 fach (mit dem 150mm Spiegel) ....
setzt man beim Newton 0,5mm an, dann sollte man beim Flauenhofel entsprechend auch nur 0,7mm ansetzen ..
 
Hallo David,

ich habe selbst einen 150/1200 Chinafarbwerfer, das Gerät ist für Beobachtungen bei niedriger Vergrößerung (<= 50) OK. darüber muß man mit Farbe leben, was gerade an hellen Objekten (Mond) sehr stören kann. Ich weiß die Versuchung ist groß 150mm Refraktor - ein imposantes Teil - ging mir auch so, dachte auch mit Filter wird sich schon was machen lassen - vergiss es.

"Hat konkret am Mond und mit diesen Geräten jemand Erfahrungen, wie sich die Baader Contrast Booster, Fringe Killer bzw. Semi APO-Filter auswirken?"

kannst du alle in der Pfeife rauchen und machen nur den Händler glücklich. Entweder ist das Bild stark gelb eingefärbt (Booster, Fringe)zwar kontrastreicher, aber dadurch ärmer an Bildinformation, da ja Farben herausgenommen werden, oder der Filter hilft halt nur ein bischen, d. h. es bleibt noch ein kräftiger Farbrand übrig.

Ich würde das Geld für die Filter eindeutig in einen ED oder Newton investieren.

Liebe Grüße

Klaus
 
Hallo David,

du suchst also ein Fernrohr mit folgenden Eigenschaften:

geringer Farbfehler : Newton hat gar keinen Farbfehler!
preisgünstig: Newton ist pro Euro/Öffnung günstiger!
visuelle Mondbeobachtung: Da der Mond sowieso einen sehr hohen Kontrast hat, fällt der etwas schwächere Kontrast beim Newton nicht so ins Gewicht.

Also warum nimmst du nicht einen langbrennweitigen Newton mit sagen wir 6" Öffnung? Das wäre doch genau das richtige Gerät.

CS Mike
 
Ja stimmt. Preis Leistungsverhältnis ist toll. Hatte Gelegenheit so einen 6" TAL mit F/8 zu testen. Zwar chancenlos gegen einen 19cm/f9 Selbstschliff der auf Planeten optimiert ist, aber glatter Spiegel und wesentlich besser als ein Spiegel aus der 114mm Klasse. Nur die Montierung ist eher was zum fixaufstellen, da recht schwer( Eisenpanzerklasse)
CS Mike
 
Hi!

Ohne so ein Gerät selber zu haben, aber wie wäre es mit einem Schiefspiegler? Ist zwar nicht billig (bei den Geräten von http://www.aokswiss.ch/ zum Beispiel kommt noch die deutsche Märchensteuer dazu), aber dafür für die Brennweite günstig zu montieren. http://www.wolterscope.de ist ein weiterer Hersteller, genau wie http://schiefs.com/

Die lange Brennweite gut, um schnell auf hohe Vergrößerungen zu kommen und auch mit günstigen Okularen noch einen guten Augenabstand zu erhalten. Bezüglich Seeinganfälligkeit gibt's zwar immer wieder Diskussionen, aber da hab ich keine eigenen Erfahrungen. Ein 150/2250-Refraktor macht am Mond Spaß, aber vergleichbare Geräte gibt's heute ja praktisch nicht mehr.

Ich weiß nicht, ob das in dein Budget passt bzw. was Du bereits hast (Montierung, Okulare), aber vielleicht ist es eine Überlegung wert.

Ein ED80 wird bei 170x schon matschig (zumindest meiner mit dem 3,5mm-Hyperion); bei 120x passt mit dem 5er Hyperion der komplette Mond ins Gesichtsfeld. Die Geräte sind tolle Richfielder, aber keine Spezialisten für's Planetensystem.

Gruß,
Alex
 
Ich nehme für den Mond gerne meinen Mak, obwohl ich einen größeren Newton habe. Der Kontrastabfall durch den Fangspiegel wird m.E. überschätzt. Maks oder gut gefertigte SCs sind gut für diese Anwendung geeignet: Kurz, kleine Hebel = leichte Montierung, bequemer Einblick, okularunkritsch.
 
Hi!

Die Überlegung mit einem Spiegelteleskop ist natürlich auch immer eine Option. Die Montierung/Gewicht wäre im Prinzip kein Problem, im Zweifelsfall würde ich von einem Freund eine EQ-6 dafür bekommen (trägt max. ca. 20kg).

Meine Affinität zu Refraktoren rührt hauptsächlich daher, dass ich vor knapp einem halben Jahr mal Gelegenheit hatte, den Mond nacheinander in verschiedenen Teleskopen zu sehen.
Bei den Reflektoren ging das vom 12" Schmidt-Cassegrain, über 8" Dobson bis zum 4" Newton und bei den Refraktoren war u.a. ein 60mm APO, sowie ein 90mm und ca. 110mm Fraunhofer am Start.

Ich weiß nicht, ob das jetzt ausschließlich an der Fangspiegelobstruktion liegt, oder ob da noch Justierfehler mit reinspielen, oder ob nicht einfach nur die ganzen Mondfilter von ganz unterschiedlicher Qualität waren, aber wenn man die Geräte im direkten Vergleich nebeneinander stehen hat, dann wirkt das Bild der Spiegelteleskope flacher bzw. etwas matter. Die Kontrastleistung war bei den Linsengeräten besser.
Ich will jetzt zwar nicht sagen, dass die Spiegel nur ein hellgrau auf dunkelgrau lieferten, aber ein so richtig "den Kick gebendes", knackiges Weiß-auf-Schwarz-Erlebnis in der Terminatorregion hatte ich an dem Abend nur an den Refraktoren.
(Ich hoffe, ich löse damit jetzt keinen Krieg zwischen Linsen/Spiegel-Fans aus...)

Was kostet eigentlich eine einzelne 150mm f/15 Objektivlinse?

David
 
Hallo David,

(Ich hoffe, ich löse damit jetzt keinen Krieg zwischen Linsen/Spiegel-Fans aus...)

... äh, doch! :biggrin:

Es spricht auch nichts gegen einen Refraktor für die Mondbeobachtung. Aber die von Dir erwähnten Rerfraktoren waren entweder Apos, oder hatten vermutlich ein kleineres Öffnungsverhältnis als der von Dir ins Spiel gebrachte 150mm f8 Fraunhofer. Also ein 150mm FH mit f15 ist ein ganz wunderbares Gerät zur Mondbeobachtung und tatsächlich gibt es auch noch einen Hersteller der diese Linsen ganz vorzüglich herstellt:

D&G

Aber, Du solltest Dir klarmachen, dass ein 150mm/2250mm Refraktor verdammt lang und schwer ist und eine EQ6 dafür nicht reichen wird. Hier ein paar Bilder:
D&G Refractor 6" f15

Viele Grüße, Jürgen

 
Zitat von the_viewer:
(Ich hoffe, ich löse damit jetzt keinen Krieg zwischen Linsen/Spiegel-Fans aus...)
Keine Sorge, Du gießt lediglich weiteres Öl ins Feuer ;)
Aber ich weiß was Du meinst: Auch wenn größere Geräte (15cm-Coudé-Refraktor, C14) mehr Details zeigen, gefällt der Mond mir immer noch am besten in einem 90/1000 Vixen Refraktor und einem 90/1220 Butenschön-Refraktor, jeweils auf einer freistehenden Säule mit parallaktischer Montierung und einfachen Plössl- oder Mittenzwey-Okularen. Mag sein, dass da auch das Beobachtungsgefühl mit reinspielt.

Gruß,
Alex
 
Hoy,

Was für ein Refraktor ist für eine (ausschließlich visuelle) Mondbeobachtung sinnvoll?

www.telescopengineering.com/images/apo180fl_pic1.png

Falls die damit gebotene Detailfülle als zu verwirrend empfunden
werden sollte empfehle ich alternativ einen 60mm Apo, damit bleibt
der Mond übersichtlicher. Zur Not schafft das auch ein 90mm
Buntundschönrefraktor :super:

Meide gute Teleskope mit viel Öffnung. Die große Öffnung bringt
einfach zu viel Auflösung, so viel Detail läßt einen den Überblick
verlieren. Auch der hohe Kontrast den so eine Optik bieten kann
falls die Begleitumstände (Justage, wenig atmosphärisches Seeing,
kaum Tubusseeing, gute Okulare, wenig Promille) wird häufig als
ein wenig erschreckend empfunden :niemals:

Skoll, Karsten
 
Zitat von KaStern:
Falls die damit gebotene Detailfülle als zu verwirrend empfunden
werden sollte empfehle ich alternativ einen 60mm Apo, damit bleibt
der Mond übersichtlicher. Zur Not schafft das auch ein 90mm
Buntundschönrefraktor :super:
Aber bitte nur in Verbindung mit Okularen mit winzigem Eigengesichtsfeld, dann wirkt auch 100-fache Vergrößerung gigantisch :super:

Gruß,
Alex
 
Hallo,

man benötigt natürlich keine 400-fache Vergößerung für die Mondbeobachtung, das ist einfach grob falsch.

Ein Newton ist nun mal schwer zu handeln auf einer parallaktischen Montierung, wegen des ungünstigen Einblicks. Außerdem gibt es auch kaum gute Newtons, dann braucht man über solche Geräte auch nicht zu diskutieren. Und einen Dobson will doch wohl keiner ernsthaft für detaillierte Beobachtungen an Mond und Planeten empfehlen.

Aus meiner Sicht wäre ein guter Mak ideal. Als reines Planetengerät vielleicht einen 6" Intes oder 140 mm Orion England, beide sehr gut, ohne irgendwelche Spikes und justierstabil.

Wenn Du für kleines Geld etwas suchst, kannst du mal nach einem gebrauchten OMC 140 Ausschau halten, gibts für 400 Euro. Wichtig wäre dann noch ein sehr guter Z-Spiegel und die Verwendung guter Okulare.

Grüße
Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

"grob falsch" ist ein gutes Stichwort!

1. Es gib hervorragende Newtons zu kaufen, siehe z.B. den "Planetennewton" von AOK-Swiss, an dem man NICHTS verbessern muss um die volle Leistung abzurufen.
http://www.aokswiss.ch/d/tel/spiegelteleskope/planetenspiegel/uebersicht_planetenteleskope.html
Wer einige kleine Optimierungen an einem Newton selbst machen kann, ist wesentlich preisgünstiger dabei.
2. Es gibt hervorragend laufende Dobsons (ATM) die man nur mit dem Auge an der Okularmuschel nachführen kann.
3. Es gibt für Dobsons EQ-Plattformen und Dobdrive. Solche Teile führen automatisch nach und man kann sich voll auf das Objekt kontzentrieren. Nur für diesen Zweck immer noch günstiger als eine gute parrallaktische Monti mit Stativ.
4. Eine Dobsonkiste ist erheblich stabiler, schwingungsärmer als die allermeisten halbwegs transportablen parallaktischen Montierungen auf Stativ. Für vergleichbare Stabilität und Schwingungsarmut schleppst Du parallaktisch umfangreicher und schwerer.
5. Konventionell parallaktisch montiert fällt beim Newton die Stativlänge wesentlich kürzer aus. Ein halb ausgezogenes Stativ ist immer stabiler als das gleiche Teil voll ausgefahren. Wenn es wackelt und schwingt, nutzt auch der bequemste Einblick nichts. Der Refraktor in der gleichen Leistungs-/Öffnungsklasse drückt wesentlich mehr Gewicht auf Montierung und Stativ, was den (wenn überhaupt) kürzeren Hebel mehr als kompensiert.

Nichts gegen einen guten Refraktor, ich habe einen und ich mag die Teile.
Nur immer die Nachteile eines Newtons runterbeten, kein Wort dazu, wie man diese Nachteile kompensieren kann.
Dann kein Wort zu den Schwierigkeiten und Mehrkosten bei gleicher Leistung, die ein Refraktor nun mal verursacht, ist aber wohl nicht die Beratung, die gesucht und erwartet wird.
Deine Vorliebe für Refraktoren geht voll in Ordnung. Beim Informationsgehalt liegt Dein Beitrag aber im Bereich Propaganda.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
......man benötigt natürlich keine 400-fache Vergößerung für die Mondbeobachtung, das ist einfach grob falsch......

Hallo @all,

Das kann ich eigentlich so wie geschrieben unterschreiben. Mit meinem Intes konnte ich, wenn das Seeing gut war.....und das ist es meistens nicht, auch gelegentlich bis an die 400x vergrößern. Nur, war dann mit Details nicht viel am Hut. Meistens lag die sinnvolle Vergrößerung zw. ~150x bis gut über 200x. Am entspanntesten war es dann mit gut 65° SGF und 20mm Augenabstand zur Frontlinse. Ob die 400x grob falsch sind, kann ich so nicht sagen. Hat jedoch auch Spaß gemacht......

VG
Volker
 
Hi!

Um das Pferd nochmal von hinten aufzuzäumen:
  • Was erwartest Du dir von der Mondbeobachtung? Hier wird (natürlich) gerne immer auf das Maximum hin beraten, andererseits ist der Mond in jedem Gerät toll, das bei höheren Vergrößerungen ein sauberes Bild liefert. Damit fallen die zu kurzen Achromaten zwar flach, aber was längeres wie 90/1000 ist okay (nicht unbedingt topp, aber okay), solange die Montierung stabil ist. Dome sind damit zwar wahrscheinlich nicht zu beobachten, aber unzählige Krater schon. Rillen könnten eine Herausforderung werden, die hab ich nie mit kleiner Öffnung gejagt...
  • Ist schon irgendwas an Equipment vorhanden? Will sagen, gibt es Okulare, Montierung, Literatur etc.? Auf den A.de-Mondseiten hab ich mal ein paar Tipps zur Mondbeobachtung zusammengeschrieben, die Fotos entstanden mit einem 150/2250-Refraktor. (Ich krieg jetzt bestimmt gleich eins auf den Deckel, weil ich als farbreinen Refraktor den Celestron AZ70 abgebildet hab, aber mit den mitgelieferten Okularen war bei 90x keine störende Farbe zu sehen; bis 140x geht mit dem Gerät theoretisch - immer das Preis-Leistungs-Verhältnis beachten. 9-10 cm Öffnung würde ich aber schon anpeilen, bei möglichst langer Brennweite, um den Farbfehler klein zu halten)
  • Wie ist der finanzielle Rahmen, bzw. geht's nur um das Teleskop, oder auch um das Zubehör?
  • Über 300-fache Vergrößerung ist nur in wenigen Nächten zufriedenstellend möglich, was auch vom Standort abhängt (Luftunruhe)
Gruß,
Alex
 
Hallo Andreas,

Und einen Dobson will doch wohl keiner ernsthaft für detaillierte Beobachtungen an Mond und Planeten empfehlen.

doch, ich. Wenn der Dobs gut läuft funktioniert die Mondbeobachtung
damit sehr gut. Bis 300x sind für mich problemlos anwendbar.
Außerdem gibt es ja noch Äquatorialplattformen.

Ein Newton ist nun mal schwer zu handeln auf einer parallaktischen Montierung

ein langer Neton. Die wechselde Einblickposition ist dann unschön.
Nun ändert sich die Einblickposition nicht stark wenn man
den Mond zwei oder drei Stunden lang beobachtet.

Außerdem gibt es auch kaum gute Newtons, dann braucht man über solche Geräte auch nicht zu diskutieren.

Da bin ich anderer Ansicht. Bei AOK gibt es einen Newton
der auch moderne Erkenntnisse zum thermischen Verhalten
des Teleskopes berücksichtigt:

http://www.aokswiss.ch/d/tel/spiegelteleskope/planetenspiegel/ninja200/ninja200.html

Darüber hinaus gibt es viele weitere Newtons mit guter Optik.
Ein Mak ist natürlich auch geeignet, wie auch der klassische
Cassegrain oder andere Cassegrain Spielarten.

CS,Karsten
 
Hallo Alle!
Hier meine bisherigen Erfahrungen:
In allen Newtons (auch ICS, Orion, …), durch die ich geblickt habe, war das Bild immer irgendwie "milchig" und von der Ästhetik her weniger ansprechend als in einem guten Refraktor. Auch wenn es „nur“ ein Fraunhofer war.

D.h. für mich liegt bei der visuellen Mondbeobachtung klar der "kleine" Refraktor vorne. Mir geht’s zumindest so: Ich komm heim, schau am Abend raus und wenn der Mond da ist hole ich mir den 80er aus dem Keller. Mit ca. 120facher Vergrößerung und der Rükl-Karte kann man wunderbar am Mond spazieren gehen. Das Bild ist knackscharf und liefert einen super Kontrast. Der Mond ist so voller Details, dass ich genug neues zu Entdecken habe ohne ein fetter Gerät verwenden zu müssen. Im Gegenteil: Die Detailbeobachter die ich kennen gelernt habe (Plato-Kraterzähler) kennen den Mond meist überhaupt nicht – finde ich persönlich schade.

Hängt halt auch davon ab, was man will. Ästhetische Bilder oder Details. Wenn man nur Details will, liegt ein fetter Newton vorne. Der Preis den man dafür zahlt lautet häufig: Mehr Auskühlzeit, immer wieder justieren, nachschubsen, unbequeme Einblickposition und „ein milchiges, unästhetisches Bild“.

Bei DS würde ich jedoch einen der obigen Newtons mit großer Öffnung klar vorziehen - außer man kann sich einen fetten APO und eine entsprechende Montierung in einer eigenen Gartensternwarte leisten.

Lg
gerald
 
hallo,

ich habe 4 Newtons (6, 9, 10, 14"), alle sind gut bis sehr gut. Ich habe auch die Wahl zwischen äquatorialer Montis und Rockerbox, je nachdem wieviel Zeit ich habe und wie das Wetter ist schubse ich oder bin motorisiert.

ich habe auch 4 Apos zum Ausgleich, alle sind gut bis sehr gut. Ich verwende sie auch, sie sind halt nicht so gross wie die Newtons. Damit mach ich Naturbeobachtung, Sonnenbeobachtung, und natürlich nachts.

Den 6" habe ich eigentlich extra gekauft um ihn mit dem 120ED zu vergleichen (gleicher Kontrastdurchmesser), eben wegen der Geschichte Linse vs. Spiegel - aber sie liegen wirklich gleichauf. Der ED hat eine Spur besser definierte Airy Disk, der Newton (FS 23%) ist aber heller. Das Bild im Newton ist nicht "milchig" denn er ist mit Velour ausgekleidet. Der Kontrast ist ähnlich wie beim ED, die Spikes sind sehr schwach zu sehen am Jupiter, am Mond gar nicht.

Interessanterweise brauchen sie zum Auskühlen gleich lang, beim Newton habe ich einen Lüfter, der ED ist jetzt in der Kälte schwer unterkorrigiert bis er auf Temperatur ist. Am Planeten zeigen sie genau dasselbe Detail. Mit Bino am Mond spazieren ist bei beiden super, aber das Bino am 10" bei Jupiter kann einen glatt umhauen (das zum Thema des Threads)!

So, um den schnoddrigen Andreas mal zu paraphrasieren: Apos können ja ganz gut sein, aber es gibt kaum gut justierte Zenitspiegel, daher braucht man über solche Geräte nicht zu diskutieren.

Liebe Refraktorfreunde, gönnt euch doch mal diesen Test wenn schlechtes Wetter ist: Nehmt nen Laser und probiert mal wo der Strahl am Objektiv austritt, einmal ohne und einmal mit Zenitspiegel. Aber nicht mich hauen bitte! Wieviel Grad "Missweisung" sind eigentlich ein Zentimeter bei 600mm Brennweite? Ein knappes Grad? Hm...

lg Tommy
 
Hallo Gerald,

das "milchige unästhetische Bild" haben manche Newtons - wenn Streulicht nicht oder mangelhaft unterdrückt wird, der Trümmer schlecht bis ganicht justiert ist u.s.w....schon bei einem 8"f6 läßt sich mit einem kleineren GUTEN Fangspiegel, vernünftiger Auskleidung mit Velours, guter Justage bei gescheiter (deutlich besser als "beugungsbegrenzt) Optik am Mond ein Bild erreichen das genau so scharf und kontrastreich ist wie im Refraktor. Monddetails bei 300-350x sind halt detailreicher als bei max160x im (guten) 80mm Refraktor. Daher nutze ich meinen 80/1500 Abflussrohrrefraktor am Mond nur wenn das Seeing mehr Vergrößerung eh nicht zuläßt oder es ums Schnellspechteln geht weil der Newton noch nicht ausgekühlt ist. Nach 30 Minuten kommt dann der Newton zum Zug, und zeigt immer mehr und das genauso wenig milchig bzw. genauso ästhetisch...


Viele Grüße Felix
 
Hallo Gerald,

.....„ein milchiges, unästhetisches Bild“.

.... igitigit
liegt vielleicht daran, daß es kaum wirklich gute Newtons für solche Anwendungen gibt! Ein visueller Newton hat eben nicht F/4 oder F/5 und er hat auch keinen FS für Weitfeld und dann hat er auch noch sowas wie Streulichtunterdrückung und eine perfekte Justage, außerdem keine engen Wabbelblechtubus und was weiß sonstwas - das ist der Grund.

Macht hier nicht das beste Teleskopsystem wegen seiner unfähigen Hersteller mies - "Geiz ist Geil" bringt eben flaue Bilder und der Weitfeldwahn mit kompromisslosen schnell und noch schneller Öffnungsverhältnissen auch, aber das gilt auch für Flauelhofels denn Frauenhofer beginnen bei F/12 bis F/15 - so schaut´s aus :cool:.

Johann
 
Hallo Gerald,

Hängt halt auch davon ab, was man will. Ästhetische Bilder oder Details

das ist kein Widerspruch in sich. Ich kenne Teleskope die können beides,
viele Details und ästhetische Anblicke. Diese Teleskope besitzen
mindestens 6" Öffnung, eine gute Optik und sind verschiedener Bauweise:
- Apochromaten
- Schiefspiegler
- Cassegrains
- Newtons

In allen Newtons (auch ICS, Orion, …), durch die ich geblickt habe, war das Bild immer irgendwie "milchig"

Merkwürdig. Wie erkärst du dir das? In allen guten Newtons
durch die ich bislang sah war das Bild nicht "milchig".

Ja, die besten Anblicke vom Mond (und ebenfalls von Planeten)
sah ich bislang durch Newtons:
Meinen 8", Kurt Schreckling`s 10" und einige selbstgebaute Großdobsons.

Aber vielleicht ändert sich da ja bald, denn dann kann ich
durch den 180mm Apochromaten eines Freundes beobachten.

Wenn man nur Details will, liegt ein fetter Newton vorne. Der Preis den man dafür zahlt lautet häufig: Mehr Auskühlzeit, immer wieder justieren, nachschubsen, unbequeme Einblickposition und „ein milchiges, unästhetisches Bild“.

Auskühlzeit?
Kurt Schreckling`s 10" Zerodurspiegel-Newton aus dem 18° warmen Keller
in die 2° kalte Nacht:
Nach 7 Minuten bei laufendem Lüfter ästhetische, hochaufgelöste
Bilder bei 300x.

Immer wieder justieren?
Ein Newton mit guter Justage wird 1x justiert und dann nur noch
wenn man beim Transport irgendwo andengelt.

Nachschubsen?
Entweder eine motorisierte äquatoriale Montierung, oder eine EQ-Plattform.

unbequeme Einblickposition?
Ich sitze auf einen gepolsterten Höckerchen und schaue bequem ins Okular.

„ein milchiges, unästhetisches Bild“?
Kenne ich von meinem Newton nicht. Der hält mit Voll-Apochromaten
mit mindestens 6" Öffnung mit.

Ganz ehrlich?
Es gibt zu wenig Leute die es schaffen sich "adäquat mit ihrem
Teleskop zu beschäftigen". Die brauchen irgendwas vollkommen
"narrensicheres". Also keinen Newton.

CS,Karsten
 
Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu: Mit der Teleskop-Armada meines Vorredners kann ich nicht mithalten, aber ich habe einen (vom Fachmann justierten) 8" f6 Newton und besagten 6" f8 Achro (und ein Lidlscope, das mir an den meisten Abenden zu wenig bietet.). Ich benutze meist den großen Achro (auch für Mond und Planeten), da er auf meinen großen Balkon gut passt, den Einblick hinten hat, er keine Gurke ist und ich ihn einfach mag. In den allermeisten Nächten lohnt bei den Bedingungen hier kein größeres Teleskop. Das mag sich ändern, wenn ich demnächst weiter ins Grüne ziehe und bessere Bedingungen vorfinde. Am Mond finde ich ihn mit Fringe- Killer Klasse :), bei den Planeten sieht man mit dem Filter zwar mehr als ohne, aber alles in wirklich unangenehmen Gelb ;(.
Der kurzen Rede kurzer Sinn: Selbst nochmal duchschauen, ein Newton -, Spiegelsystem braucht mehr Pflege und Geschick zum Tunen, ich finde: Lieber einen mittelmäßigen Achro als einen schlechten Newton (meiner war lange genug dejustiert). Und: Lieber einen gepflegten guten Spiegel als einen schlechten Achro.
CS und Grüße Martin
 
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