Hallo Andreas,
Aber, Markus Ludes sitzt seit Jahren auf einen 8" Lomo, den AOK Planetennewton hat keiner hier im Forum. Warum ist das so?
Weil, die Leute, die das endgültige Teleskop suchen,
a) sich einen Apo kaufen
b) sich einen guten Newton bauen (Karsten).
Auf den 8"f/6 Ninja Newton bin ich erst aufmeksam geworden
als ich meinen GSO schon mit der tatkräftigen Hilfe von Kurt Schreckling
zum Silberdobby umgebaut hatte. Ansonsten wäre dieses Teleskop
für mich mit dem heutigen Wissen sehr interessant. Leider ist
es selten, wie überhaupt hochwertige Newtons von der Stange
selten sind, seltener als hochwertige Selbstbauten.
Warum das so ist? Keine hnung. Vielleicht erwarten die Leute
vom Newton nur wenig und sínd deshalb auch nicht bereit für
solch ein Teleskop viel auszugeben?!
Dabei bieten viele Taiwan- und vielleicht auch China-Dobsons
eine erstaunlich (preisbezogen, aber auch absolut gesehen)
gute Optik.
Es mag sicher Ausreißer geben und es gibt auch sicher mal Fangspiegel
die weniger gut sind. Abe ich habe schon viele wirklich gute
Hauptspiegel gesehen und einige davon waren auch beim inter-
ferometrischen Test so gut wie die Abbildung vermuten ließ.
Das ist wohl kein Zufall sondern ein Hinweis darauf daß man
auch in Taiwan mit hochwertigen Maschinen schleift und eine
Qualitätskontrolle hat.
Mechanisch gibt es noch etwas zu verbessern, aber da gilt auch
für die englische Alternative Orion Optics UK, die mittlerweile
enorm gute Spiegel fertigen können und das auch per Zygo-I-Gramm
belegen können. Ich bin nicht der Ansicht daß wir es mit reinen
Lichteimer zu tun haben. Das mag noch vor einigen Jahren der Fall
gewesen sein, aber die Entwicklung ging weiter. Ganz sicher
kann man diese Newtons/Dobsons noch verbessern, aber unter
dunklem Himmel und bei ausreichend langer Auskühlzeit leisten
viele dieser Teleskope erstaunliches.
Im Meerfelde Bruch war mal ein 10"f/5 GSO dabei der ausgekühlt
Jupiter eindeutig besser aufgelöst zeigte als mein 8"f/6 Dobby.
Meiner Meinung nach sind folgende Dinge entscheidend wenn man
mit solchen Dobsons/Newtons gute Planetenbeobachtungen haben möchte:
1) perfekte Justage
2) gutes atmosphärisches Seeing
3) kein oder sehr wenig Tubusseeing (lange Auskühlzeit oder
aktive Belüftung)
4) eine gute Optik (Hauptspiegel + Fangspiegel)
5) gute Okulare
Znd zwar in der obigen Reihenfolge.
Allgemein würde ich sagen daß zu viel Wind um den verwendeten
Teleskoptyp gemacht wird. Ob nun 6-7" Apo, 8" Newton, 8-9" Cassegrain,
7" Schiefspiegler oder sogar ein 8" Achromat (der aber lang,
f/30 oder noch länger sein sollte) ist dann relativ nebensächlich,
falls die oben genannten Punkte eingehalten werden.
Je nachdem wie die individuellen Bedingungen eines Sternfreundes
gelagert sind (transport? oder große Kuppel vorhanden?
schwere Montierung vorhanden? oder alt-azimutal montiert?
Bino-Ansatz pflicht? oder monokulare Beobachtung o.k.?
Viel Geld vorhanden? oder nur wenig Geld verfügbar?
wird man mehr zu dem einen oder dem anderen Teleskoptyp tendieren.
Günther in dieser Diskussion als befangen einzustufen, nur weil
er im Nebenerwerb einige Verlängerunghülsen anbietet finde ich
nicht schlüssig. Und Tommy bzw sein Arbeitgeber bietet ja auch
nicht nur Newtons an, sondern auch alle anderen gebräuchlichen
Teleskoptypen, incluive Apochromaten.
MfG,Karsten