Teleskop für Mondbeobachtung

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Hallo David

Wenn es dir explizit nur um die Mondbeobachtung geht, so sollte man sich auch im klaren sein, dass der Mond nur ca. 6 Monate im Jahr optimal zu beobachten ist und ca. 3 Monate davon in die zweite Nachthälfte fallen.
Dazu kommt, dass diese Monate Herbst und Winter sind, also schön kalt und meist bewölkt.
Dieser Sachverhalt, könnte sich evtl. auch auf die persönliche Wahl des Instruments auswirken?!
Den das beste Equipment bringt recht wenig, wenn es in der kuscheligen Wohnung liegen bleibt, während der Mond seine Bahn zieht.

Gruß Uwe
 
Hallo Zusammen,

vielleicht sollte man das etwas allgemeiner betrachten: ein Teleskop das für ergiebige Mondbeobachtungen geeignet ist kann ja nicht nur dafür genutzt werden: ausreichende Auflösung und gute Abbildungsleistung sorgen eigentlich an allen Objekten bei denen etwas höhere Vergrößerung gefragt ist für Spaß, egal ob Planeten, Kugelsternhaufen, PN's oder was sonst immer...eigentlich ist ein solches Teleskop der Eierlegenden Wollmilchsau recht nahe, näher als ein Teleskop mit Riesenöffnung aber lausiger Abbildungsleistung oder einem Winzling der perfekt abbildet aber öffnungsbedingt bei 100x streikt. Ich finde das wird häufig nicht berücksichtigt. Ein 8"f6 Planetennewton kann bis über 300x überzeugend abbilden, selbst bei kleinem FS reicht die Ausleuchtung für Okulare die etwa 2° wahres Gesichtsfeld widergeben, viel universeller gehts kaum. Das ganze kann bei etwas Eigenleistung sehr bezahlbar bis billig sein :super:


Hallo Gerald,

ok, ich relativiere meine Aussage: manche Newtons liefern kein milchiges Bild :/ ...Spaß beiseite: deine Beobachtung was Newtons betrifft war in meinen Augen etwas einseitig, da hab ich einseitig geantwortet. Im Serienzustand sind manche Newtons grauenhaft, viele erträglich, einige relativ gut, Ausnahmen richtig gut: alles eine Preisfrage. Genau wie bei Refraktoren, ein 6"f8 Flauenhofel ist kein Planetoskop, egal wie oft das in Werbetexten geschrieben wird...Hier im Thread wurden jetzt schon diverse Apos der 6 oder 7" Klasse angeführt, verglichen mit Chinablechtüten für 300 Euros, das ist meiner Meinung nach "unangemessen"! wenn man einen 5000,- oder 7000,- Euro Apo mit einem Newton vergleicht sollte der nicht nur eine vergleichbare Öffnung haben sondern vor allem eine vergleichbare Qualität aufweisen. Z.B. ein durchdachter ATM-Newton mit Zambuto-Spiegel, oder für die hartgesottenen ein nahezu perfekter Selbstschliff im ausgereizten Tubus. Spiegelsubstrat das beste was für Geld zu haben ist, High-End-Verspiegelung, perfekter Fangspiegel u.s.w. Dann stehen 12 oder 14 Zoll gleicher Qualität gegen einen halb so großen Refraktor, den Rest spar ich mir, das erledigt der erste Kugelsternhaufen der im Okular auftaucht... :cool:


An David, den Threadstarter:

Da ein wirklich Mondgeeigneter Refraktor eine gewisse Mindestöffnung bei größtmöglicher Farbreinheit aufweisen sollte wirds teuer! Befasse Dich unvoreingenommen mit den verschiedenen Teleskoptypen, das ist der gescheiteste Weg das FÜR DICH optimale Mondteleskop zu finden! Mein Weg wäre folgender: einen (gebrauchten) 8"f6 Newton kaufen, mit den üblichen Optimierungen verbessern, auf einen sehr guten Hauptspiegel lauern, austauschen ist bei gleichen Spiegelgrößen simpel, den Fangspiegel ersetzen, und du bist dem für diesen Preis erreichbaren maximalen Ergebnis recht nahe. Wenn es ein Refraktor sein muß gibt es halt weniger Öffnung, dafür ist die Sache wenn man keine Gurke erwischt nach dem Kauf erledigt.

Viele Grüße Felix
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Karsten,

...Falls die damit gebotene Detailfülle als zu verwirrend empfunden
werden sollte empfehle ich alternativ einen 60mm Apo, damit bleibt
der Mond übersichtlicher. Zur Not schafft das auch ein 90mm
Buntundschönrefraktor
Du sprichst mir aus Der Seele. Ich empfinde es wirklich schrecklich wie unaufgeräumt z. B. der Boden des Kraters Kopernikus in meinem 10" Cassi oder 9" Kutter aussieht. Diesen Anblick muss man sich nicht antun :o
meint

Kurt
 
Hi Micha,

ich habe das Gerät - siehe weiter vorne im Thread - und nutze es hauptsächlich am Mond und auch an den Planeten.

CS
Chris
 
Hihi,

Ich empfinde es wirklich schrecklich wie unaufgeräumt z. B. der Boden des Kraters Kopernikus in meinem 10" Cassi oder 9" Kutter aussieht. Diesen Anblick muss man sich nicht antun

Ja genau - ebenso wie der völlig zerkratze Boden des Gassendi und die vielen grauslichen Furchen im Posidonius, nichts für den Liebhaber schöner einfacher Flächen ohne verwirrendes Detail. :cool:

CS Mike
 
Hallo Chris,
ich geb`s zu: Mit dem "gerade darüber gestolpert" war gelogen! Ich überlege schon fast ein halbes Jahr, ob ich mir das Teil zulege. Eben speziell für Mond und Planeten.
Ich will hier aber nicht dazwischen funken. Ich lese hier zwar fleißig mit, aber Deinen Beitrag habe ich sicher überlesen (eben nachgeholt! :super: )
Trotz dem danke für die schnelle Antwort.
VG,
Micha
 
Hallo,
bei mir auch nicht. Aber der einzige 4'' f/11 bei TS ist der Individual Achromat 102/1100mm.

LG & CS
Basti
 
Lieber Günter,

als Händler bist Du leider nicht mehr qualifiziert, hier objektiv mit zu diskutieren, deswegen bist Du raus aus dem Spiel.

Tommy, Diskreditierung von Gegnern ist ein beliebtes Mittel, aber aber leicht zu durchschauen und armselig. Das sind braune Methoden!

Ich streite nicht ab, dass es gute Newtons gibt. Aber, Markus Ludes sitzt seit Jahren auf einen 8" Lomo, den AOK Planetennewton hat keiner hier im Forum. Warum ist das so?

Weil, die Leute, die das endgültige Teleskop suchen,

a) sich einen Apo kaufen
b) sich einen guten Newton bauen (Karsten).

Der Markt für gute, hochpreisige Newtons ist äußerst klein!

Der Standard China Newton ist in erster Linie billig. Wer sich nix Besseres leisten kann oder will (es gibt schließlich manchmal andere Prioritäten), ist damit gut bedient, aber muss man das Gerät dann gleich als das Nonplusultra verkaufen? Wir haben es hier mit klassischen Lichteimern zu zun, gut für Deep Sky, schlechtg für hohe Auflösungen. Die ganzen Selbstschliffe nehme ich natürlich hier aus, das ist klar. Aber die zählen nicht bei so einer Diskussion.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Jürgen,

Aber:
Die gezeigten Bilder sind klasse, aber grundsätzlich kann man visuelle Planetenbeobachtung und Videofotografie von Planeten nicht in einen Topf werfen:

Das ist völlig klar, aber den Link habe ich auf Grund der angeblich "flauen Newtonbilder" gebracht, und die betreffenden Fotos schließen bei dem verwendeten Newton wohl auch visuell "flaue Bilder" aus.

Johann
 
Zitat von R_Andreas:
Lieber Günter,

als Händler bist Du leider nicht mehr qualifiziert, hier objektiv mit zu diskutieren, deswegen bist Du raus aus dem Spiel.

Günter vertickt Okularhülsen. Was ist daran so disqualifizierend?
Mir ist seine fundierte Meinung wesentlich mehr wert, als die von jemanden, der Diskreditierung anprangert und sie selbst anwendet.

 
Hallo Andreas,

Ich streite nicht ab, dass es gute Newtons gibt. Aber, Markus Ludes sitzt seit Jahren auf einen 8" Lomo, den AOK Planetennewton hat keiner hier im Forum. Warum ist das so?

Weil, die Leute, die das endgültige Teleskop suchen,

a) sich einen Apo kaufen
b) sich einen guten Newton bauen (Karsten).

Der Markt für gute, hochpreisige Newtons ist äußerst klein!

c) falsche Bewerbung der Geräte und mangelnde Fachkenntnis der Händler und damit falsche Erwartungshaltung des Kunden >> groß größer am größten und schnell schneller am schnellsten

ist wahrscheinlich wie mit dem Handy: kaum einer telefoniert damit, aber sonst macht er alles mit dem Teil und mit dem Teleskop guckt doch kaum einer - knipsen ist alles...

Johann
 
Lieber Andreas,

schau mit was ich Händler bin und dann nenne mir die geschäftlichen Interessen die hinter meinem Post in diesen Thread stehen.
Wenn Du auf die kommende RB anspielst, so ist sie auch für Maks und Refraktoren geeignet. Das haben viele vergessen, auch für solche Rohre hat man sich schon eh und je azimutale Holzkisten gebaut und sie auf Stative oder Tische gestellt.
Wenn Du da also was siehst, was außer Dir kein Mensch zu sehen scheint, dann gibt es hier so einen Button mit dem Du den Frefel melden kannst.

Im Übrigen hast Du ausnahmsweise Mal Recht.
Gute Newtons haben keine Lobby. Du bist hier im Forum seit eh und je (Linsen)Lobbyist und sonst hast Du noch NICHTS GREIFBARES zum THEMA gebracht.
Du hast den Thread geknackt, mit ganz simplen Unwahrheiten und das ist nicht das erste Mal.

Das geht jetzt knackig am Threadstarter vorbei.
Mittlerweile bist DU bei Anbieterschelte und Marktforschung.

Er wird irgendwann die Entscheidung für ein System treffen müssen und ich habe schon geschrieben, dass es für Beide gute Gründe geben kann.
Ordentliche Beratung wird er erst wieder kriegen, wenn er das klargestellt hat, sinnvoll für Ihn wäre ein neuer Thread.

CS
*entfernt*
 
Hallo!

Danke jedenfalls für die vielen unterschiedlichen Meinungen, die viele verschiedene Meinungen und Erfahrungen wiederspiegeln (oder halt "wiederlinsen")! ;)

Das die Diskussion dabei auch mal etwas emotionaler zugehen kann, finde ich eigentlich gar nicht so schlimm, solange es nicht in einen Flame-War oder so eskaliert.
Vllt. wird auch der Einfluss der Psychologie oder Emotionen insg. unterschätzt.

Wenn ich ein Teleskop besitze, von dem ich überzeugt bin, dass man damit viel erkennen kann, und mich das dann glücklich macht, dann ist es genau das perfekte Teleskop für meine Holzhütte im Garten.
Woher ich diese Überzeugung nun nehme, ist dabei unerheblich. Unabhängig davon, ob man diese Überzeugung nun durch Testberichte, optische Kennzahlen, theoretische Leistungsgrenzen, oder irgendwelche psychologischen Effekte/Täuschungen erlangt. Am Ende ist es meine Überzeugung, die dafür entscheidend ist, dass mich ein Teleskop glücklich macht.
Genau das ist es jetzt, was ich aus dieser Diskussion mitnehme.
Eigentlich ist es mir erst jetzt richtig bewusst geworden, dass technische Fakten allein nicht unbedingt glücklich machen.

Sorry, wenn das jetzt etwas philosophisch war. :)

Aber es sind ja auch die Emotionen, die mich überhaupt erst zur Astronomie gebracht haben. Hätte ich nicht vor 15 Jahren als 7-jähriger kleiner Junge durch meinen Discounter-Refraktor in der ersten Nacht die Saturn-Ringe gesehen, dann hätte ich nie dieses absolut überwältigende "Boah!-Der-hat-ja-wirklich-Ringe!"-Feeling bekommen und ich hätte mir niemals bessere Teleskope angeschafft! Ich hätte an meiner Schule nie eine Astro-AG aufgebaut (die mittlerweile mit 12"-GoTo-SC und CCD den Himmel ablichten) und ich würde nicht meiner Uni zig tausende Euros für mein Physik/Astrophysik-Studium bezahlen. Ich hätte die Astronomie wohl schlicht nicht weiter beachtet.
Tja... was ein Blick durch einen Discounter-Refraktor doch alles bewirken kann...

Anders sieht der Fall natürlich bei Observatorien aus. Dort wird eine gewisse Anforderung an physikalische Eigenschaften des Teleskops gestellt (Auflösung, Lichtsammelleistung,...) und bei einem bestimmten Budget fällt die Wahl automatisch auf Spiegelteleskope.
Bin ich nun mit Kommilitonen am Observatorium auf dem Hohen List in der Eifel, dann grasen wir mit dem 1m-Spiegel und Flüssigstickstoff-gekühlten CCD den Himmel nach Beobachtungsplänen ab und produzieren Messdaten. (Und wenn dann mal keine Beobachtungsobjekte auf der Liste sind und ein bisschen Zeit ist, dann kommt uns rein zufälligerweise auch mal das ein oder andere Objekt rein... ) ;) Und natürlich ist es ein krasses Gefühl, in einem Kontrollraum zu sitzen und ein 1m-Teleskop inkl. Kuppel zu steuern. Aber nichtsdestotrotz fehlt mir noch der letzte Kick, wenn ich nicht selbst mit dem Auge durch das Teleskop durchgucken kann und ein Stück Silizium mich von meinem Platz verdrängt. ;)


Naja... das war jetzt mein Plädoyer zur Diskussion. ;)

Bis dann

David
 
hallo Andreas,

mein 10" Skywatscher Black Diamond Newton von der Stange besteht den Ronchi- und Sterntest bravourös, und viele andere die ich getestet habe auch, ach Mensch jetzt sabber doch nicht so rum hier. Niemand "verkauft die als Nonplusultra", jeder sagt da kann man mit Tuning noch mehr rausholen. Der Markt für gute hochpreisige Newtons ist klein, eben weil man sich leicht selber einen dahin tunen kann.

Und wer da "im Spiel" ist oder nicht, das zu bestimmen steht dir schlicht nicht zu. Und das ist ganz gut so.

na dann gut Nacht, Tommy

PS: hey David, waaas lese ich, 1m Spiegel und Kontrollraum??? Vielleicht kannst ja DU mir mal nen Tipp geben wie man an so ein Scope kommt...?! Du hast Recht, Fotos machen ist toll, aber selber gucken ist wie persönlich dort sein ;-)))
 
Hallo Andreas,

Aber, Markus Ludes sitzt seit Jahren auf einen 8" Lomo, den AOK Planetennewton hat keiner hier im Forum. Warum ist das so?

Weil, die Leute, die das endgültige Teleskop suchen,

a) sich einen Apo kaufen
b) sich einen guten Newton bauen (Karsten).

Auf den 8"f/6 Ninja Newton bin ich erst aufmeksam geworden
als ich meinen GSO schon mit der tatkräftigen Hilfe von Kurt Schreckling
zum Silberdobby umgebaut hatte. Ansonsten wäre dieses Teleskop
für mich mit dem heutigen Wissen sehr interessant. Leider ist
es selten, wie überhaupt hochwertige Newtons von der Stange
selten sind, seltener als hochwertige Selbstbauten.

Warum das so ist? Keine hnung. Vielleicht erwarten die Leute
vom Newton nur wenig und sínd deshalb auch nicht bereit für
solch ein Teleskop viel auszugeben?!

Dabei bieten viele Taiwan- und vielleicht auch China-Dobsons
eine erstaunlich (preisbezogen, aber auch absolut gesehen)
gute Optik.
Es mag sicher Ausreißer geben und es gibt auch sicher mal Fangspiegel
die weniger gut sind. Abe ich habe schon viele wirklich gute
Hauptspiegel gesehen und einige davon waren auch beim inter-
ferometrischen Test so gut wie die Abbildung vermuten ließ.

Das ist wohl kein Zufall sondern ein Hinweis darauf daß man
auch in Taiwan mit hochwertigen Maschinen schleift und eine
Qualitätskontrolle hat.

Mechanisch gibt es noch etwas zu verbessern, aber da gilt auch
für die englische Alternative Orion Optics UK, die mittlerweile
enorm gute Spiegel fertigen können und das auch per Zygo-I-Gramm
belegen können. Ich bin nicht der Ansicht daß wir es mit reinen
Lichteimer zu tun haben. Das mag noch vor einigen Jahren der Fall
gewesen sein, aber die Entwicklung ging weiter. Ganz sicher
kann man diese Newtons/Dobsons noch verbessern, aber unter
dunklem Himmel und bei ausreichend langer Auskühlzeit leisten
viele dieser Teleskope erstaunliches.
Im Meerfelde Bruch war mal ein 10"f/5 GSO dabei der ausgekühlt
Jupiter eindeutig besser aufgelöst zeigte als mein 8"f/6 Dobby.

Meiner Meinung nach sind folgende Dinge entscheidend wenn man
mit solchen Dobsons/Newtons gute Planetenbeobachtungen haben möchte:
1) perfekte Justage
2) gutes atmosphärisches Seeing
3) kein oder sehr wenig Tubusseeing (lange Auskühlzeit oder
aktive Belüftung)
4) eine gute Optik (Hauptspiegel + Fangspiegel)
5) gute Okulare

Znd zwar in der obigen Reihenfolge.

Allgemein würde ich sagen daß zu viel Wind um den verwendeten
Teleskoptyp gemacht wird. Ob nun 6-7" Apo, 8" Newton, 8-9" Cassegrain,
7" Schiefspiegler oder sogar ein 8" Achromat (der aber lang,
f/30 oder noch länger sein sollte) ist dann relativ nebensächlich,
falls die oben genannten Punkte eingehalten werden.

Je nachdem wie die individuellen Bedingungen eines Sternfreundes
gelagert sind (transport? oder große Kuppel vorhanden?
schwere Montierung vorhanden? oder alt-azimutal montiert?
Bino-Ansatz pflicht? oder monokulare Beobachtung o.k.?
Viel Geld vorhanden? oder nur wenig Geld verfügbar?
wird man mehr zu dem einen oder dem anderen Teleskoptyp tendieren.

Günther in dieser Diskussion als befangen einzustufen, nur weil
er im Nebenerwerb einige Verlängerunghülsen anbietet finde ich
nicht schlüssig. Und Tommy bzw sein Arbeitgeber bietet ja auch
nicht nur Newtons an, sondern auch alle anderen gebräuchlichen
Teleskoptypen, incluive Apochromaten.

MfG,Karsten
 
Zitat von tommy_nawratil:
PS: hey David, waaas lese ich, 1m Spiegel und Kontrollraum??? Vielleicht kannst ja DU mir mal nen Tipp geben wie man an so ein Scope kommt...?!

Recht simpel: Für Physik/Astrophysik an der Uni Bonn einschreiben bzw. bewerben (Astronomie als Nebenfach wählen ist mindestens sinnvoll) und sich als Hiwi beim HOLIGRAIL-Project (Argelander-Institut für Astronomie) bewerben. Wird man genommen, wird man dafür bezahlt, ein 1m-RC zu steuern.

Wohl gemerkt: WAS da WANN und WIE beobachtet wird, legen andere Menschen fest! ;) Man ist halt nur zum sturen Ausführen der Beobachtungen da (+ Formalitäten [Protokolle der Beobachtungen, Flüssigstickstoff nachfüllen,...]).
Bei Holigrail sind es Gravitationslinsen/Galaxienhaufen, deren Helligkeitsverlauf langfristig überwacht wird. (Sind also immer die gleichen Objekte, die beobachtet werden.)
Beim Astronomie-Praktikum wird soweit ich weiß auch das 34/50cm-Schmidt-Teleskop benutzt.

Observatorium Hoher List - Instrumente

Allerdings wirkt auch da oben immer so eine magische Kraft, die mich immer wieder zum 16cm Schröder-Refraktor (ein historischer aus dem 19. Jhdt.) hinzieht. Ursprünglich ist der gebaut worden, um die Bonner Durchmusterung zu machen. Sternkataloge und Astrometrie halt..
Damit kann man aber auch prächtig Mond gucken... Das Ding hat Okulare! :)
Joa! Immerzu Mond! :D Ich glaube, der Mond hat eine tiefere Bedeutung in meinem Leben. :D Meine Eltern haben mir erzählt, dass das erste Wort, das ich als Baby sprechen konnte "Mooooooond" war. Noch vor "Mama"! :D


Irgendwo bei mir auf dem Rechner hab ich übrigens auch noch ein paar Photos von Kontrollraum & Teleskop rumfliegen. Sollten euch die interessieren (?), kann ich die mal hochladen... aber dafür sollte man wohl wirklich einen neuen Thread aufmachen. :)
 
hallo David,

da gratulier ich zu deiner Ernennung zum "Hiwi"!
Und besonders freut mich dass du so praxisverbunden bist, es rennen ja angeblich viele Astronomiestudenten rum die noch nie durch ein Fernrohr geschaut haben, und nichtmal den Polarstern finden können. Sagten mir einige Astronomiestudenten hier in Wien.

Karsten hats sehr gut auf den Punkt gebracht, da fällt mir gar nix mehr zur Sache ein ausser:

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.......| | | | |
........) ) ) )

(leider etwas unter Aberration leidend, aber mein finaler Gedanke zu Linse versus Spiegel, frei nach C.M.)

lg Tommy

 
Ich bin so einer, der einen Ninja-Planetennewton hat.
Hab auch mal durch einen TMB 130/1200 gucken können, aber nie im direkten Vergleich. Ich würde mich mal als freudigen Gelegenheitsgucker bezeichnen (also nicht bei -5° die Nacht durchschauen...). Ich schaue aus reiner Freude auf Mond und Planeten, ohne irgendwelche Rekorde machen zu wollen oder Tests durchzuführen.

Was mir auffiel: Am Jupiter sah man ganz leicht dünne Spikes vom Planeten wegführen - die haben aber nach meinem Geschmack nicht die Oberflächendetailwahrnehmung beeinträchtigt. Vielleicht bin ich aber auch zu unerfahren, das zu beurteilen.
Der Ninja kühlt sehr schnell aus, wenn man die Lüftungsklappe über dem Hauptspiegel öffnet. Dann zieht die Luft die Wärme ruck-zuck aus dem Tubus. Den Lüfter benutze ich nie.
Was für mich wirklich ein Nachteil ist gegenüber einem Refraktor, hat nichts mit der Abbildungsleistung zu tun: Die Einblickposition eines Refraktors ist einfach angenehmer als beim Newton. Wenn man nun länger beobachtet, leidet die Konzentrationsfähigkeit doch mehr, als wenn man relativ entspannt hinten am Refraktor schauen kann. Ich fürchte, nach einer gewissen Zeit kann man nur noch schwerlich so viel sehen wie in bequemer Position. Da hat sich dann spätestens hier der Zwist zwischen Refraktor oder Newton erledigt für mich.
Vor dem Beobachten kollimiere ich mit der Barlow-Laser-Methode, was ich als sehr praktisch empfinde. Beim reinen Laserstrahl wüsste ich nie, ob das Ergebnis korrekt ist. Das geht aber flott vonstatten.


Vielleicht kann mir einer der Experten einen Rat geben: Da ich ein Bino nutzen will (wie an meinem 90mm-Refraktor), brauche ich einen bessere OAZ. Der originale ist der preiswerte Kasai, der zwar gut ist für einzelne Okus, aber nicht ein Bino mit zwei Okus halten kann. Schön wäre ein Baader Steeltrack oder ein Feathertouch (durch den ich schon am Refraktor verwöhnt bin). Kann ich den selbst anbringen? Welches Modell mit welcher Auszugslänge würdet Ihr empfehlen?
Dann will ich den Ninja auch auf eine Sphinx DX packen, so dass eine Rotationsmöglichkeit am Newton sinnvoll wäre. Wären hier Rotationsrohrschellen angebracht oder sind die nicht das Wahre?
 
Zitat von Kerste:
  • Was erwartest Du dir von der Mondbeobachtung? Hier wird (natürlich) gerne immer auf das Maximum hin beraten, andererseits ist der Mond in jedem Gerät toll, das bei höheren Vergrößerungen ein sauberes Bild liefert. Damit fallen die zu kurzen Achromaten zwar flach, aber was längeres wie 90/1000 ist okay (nicht unbedingt topp, aber okay), solange die Montierung stabil ist. Dome sind damit zwar wahrscheinlich nicht zu beobachten, aber unzählige Krater schon. Rillen könnten eine Herausforderung werden, die hab ich nie mit kleiner Öffnung gejagt...
  • Ist schon irgendwas an Equipment vorhanden? Will sagen, gibt es Okulare, Montierung, Literatur etc.? Auf den A.de-Mondseiten hab ich mal ein paar Tipps zur Mondbeobachtung zusammengeschrieben, die Fotos entstanden mit einem 150/2250-Refraktor. (Ich krieg jetzt bestimmt gleich eins auf den Deckel, weil ich als farbreinen Refraktor den Celestron AZ70 abgebildet hab, aber mit den mitgelieferten Okularen war bei 90x keine störende Farbe zu sehen; bis 140x geht mit dem Gerät theoretisch - immer das Preis-Leistungs-Verhältnis beachten. 9-10 cm Öffnung würde ich aber schon anpeilen, bei möglichst langer Brennweite, um den Farbfehler klein zu halten)
  • Wie ist der finanzielle Rahmen, bzw. geht's nur um das Teleskop, oder auch um das Zubehör?
  • Über 300-fache Vergrößerung ist nur in wenigen Nächten zufriedenstellend möglich, was auch vom Standort abhängt (Luftunruhe)

Hallo Alex, schöner Beitrag volle Zustimmung :super:



Mondbeobachtung macht mit jeder Öffnung riesig Spaß!
Ich bin leidenschaftlicher Mondbeobachter seit ca. 30 Jahren. Ich habe damals mit einem kleinen Zeiss C 50/540 begonnen, bin über ein C 63/840 zum AS 80/1200 gekommen. Über 20 Jahre war dieser Zeiss AS 80/1200 mein Hauptinstrument und was habe ich damit alles auf dem Mond beobachten können... Heute beobachte ich hauptsächlich mit einem 5" Apo. Es stehen mir aber auch größere Instrumente zu Verfügung, wie ein 50 cm Cassegrain oder ein AS 150/2250. Trotzdem schaue ich auch immer wieder gern durch kleine Teleskope zum Mond. Gerade die binokulare Beobachtung mit dem gesamten Mond im Gesichtsfeld finde ich immer wieder faszinierend.
Entscheidend für eine gute Mondbeobachtung ist einfach ein entsprechend hochwertiges Teleskop. Ich persönlich bevorzuge Refraktoren, Apochromaten oder auch Achromaten mit kleinem Öffnungsverhältnis. Ein kleiner Farbfehler ist dabei gar nicht so schlimm, wichtiger ist eine gute sphärische Korrektur.
Natürlich eignen sich auch hochwertige Planeten-Newton, Schiefspiegler, Maksutov und Cassegrain.

Meine schönsten Mondbeobachtungen habe ich mit dem 180mm Astro-Physics Starfire EDT f/9 APO meines Freundes machen können, einfach traumhaft. Ich freue mich schon auf die nächsten gemeinsamen Beobachtungen.
 
Zitat von Quanten:
Wenn es dir explizit nur um die Mondbeobachtung geht, so sollte man sich auch im klaren sein, dass der Mond nur ca. 6 Monate im Jahr optimal zu beobachten ist und ca. 3 Monate davon in die zweite Nachthälfte fallen.
Dazu kommt, dass diese Monate Herbst und Winter sind, also schön kalt und meist bewölkt.
...

Hallo Uwe,

das ist so nicht ganz richtig. Die beste Beobachtungszeit für den zunehmenden Mond in den Abendstunden ist der Frühling, da die Ekliptik steil zum Westhorizont steht und der zunehmende Mond eine große Höhe hat. Im Herbst gilt das für den abnehmenden Mond in der zweiten Nachthälfte und im Winter für die Zeit um Vollmond. Eine schöne Darstellung gibt’s hier.
 
Hallo Ralf,

schön mal wieder etwas von Dir zu hören!

Außerdem hast Du eine nette Signatur, ;) Ich lese gerade das Sternbüchlein von 1912 und 1924, die ich antiquarisch erwerben konnte.

Viele Grüße, Jürgen
 
Es ist doch eigentlich schön. Egal was die Menschheit so verzapft, die Andromedagalaxie wird spätestens beim übernächsten Umlauf mit der unsrigen kollidieren, wahrscheinlich aber schon bei der nächsten Begegnung. Daran lässt sich nichts ändern.
Und genauso hat sich dieser Thread entwickelt, egal was ich daran verzapft habe oder nicht. Daran lässt sich nichts ändern.
Manche Dinge sind eben konstant. Auch R_Andreas. Ein so konstantes "falsch" ist wahrhaft unmenschlich. Er müsste doch eigentlich aus Versehen schonmal Recht haben. Ja sogar beim Folgern aus falschen Aussagen, was für den Logiker ja stets zum Ergebnis "wahr" führt, schafft er es, daneben zu liegen.

Das gehört hier nicht zum Thema? Das sei nur persönlicher Angriff? Nein, sage ich. Das ist das eigentliche Thema des Threads. Ab Beitrag 17. Davor gab es ja zuweilen noch eine Chance.

Noch was zum Thema von Beitrag 1?
Mein persönlich als schönstes empfundenes Mondfoto habe ich mit einem 80/1200 Fraunhofer gemacht.
(Flauen Hofel haben flaue Höfe, Nicht-Flauen-Hofel haben knackige Höfe!)

Mein Detailreichstes Mondfoto habe ich mit einem Newton gemacht.

Meine angenehmste Mondbeobachtung habe ich mit einem 114/1000 Cat-Newton gemacht.

Meine detailreichste Mondbeobachtung habe ich wahrscheinlich mit einem Newton gemacht, ein klassisches Cassegrain kommt aber auch in Frage.

Meinen genialsten Jupiter habe ich nach wie vor in Karstens Silberdobby gesehen.

Der detailreichste Saturn im 1m12 Spiegel in Melle.

Und der bezahlbarste Mond steckte im Aldi-Refraktor...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Mein persönlich als schönstes empfundenes Mondfoto habe ich mit einem 80/1200 Fraunhofer gemacht.
(Flauen Hofel haben flaue Höfe, Nicht-Flauen-Hofel haben knackige Höfe!)

Das ist entweder stark übertrieben oder Dein 80/1200 war nicht in Ordnung. ;)

Nur damit man mal sieht wovon wir sprechen:
Ich habe hier mal ein Foto vom 28.5.2004. Damals gemacht mit einer simplen Digiknipse mit 4MP hinters Okular freihändig gehalten. Das Fernrohr war mein FH-Refraktor 100/1300, der sicher mehr Farbfehler haben dürfte als Dein 80/1200.
Das Bild ist völlig unbearbeitet:


Mond 28.5.2004 mit FH 100/1300

Man sieht am oberen Rand einen blauen Saum und am unteren einen gelben. Diese dürften weitgehend nichts mit dem Farbfehler des Fraunhofers zu tun haben, sondern mit der Verkippung der Kamera am Okular.
Wo sind denn nun die schrecklichen flauen blauen Höfe die der FH produziert?

Viele Grüße, Jürgen
 
hallo Jürgen,

doch, der Farbfehler steckt durchaus im verschobenen und unscharfen Blaukanal deiner Aufnahme. Geh damit mal in Photoshop oder ein ähnliches Programm und schau dir nur die Farbkanäle einzeln an. Rot und Grün fallen schön zusammen und sind scharf, der Blaukanal aber ist etwas verschoben und auch unscharf. Das kommt von der unterschiedlichen Brennweite des Blauanteils.

Fazit: Es gibt also tatsächlich einen Farbfehler beim Achromaten.

lg Tommy
 
Hallo Thommy,

Es gibt also tatsächlich einen Farbfehler beim Achromaten.

Das ist unbestritten. Auch bei meinem 100 f13 FH war ein Farbfehler sichtbar bei sehr hohen Vergrößerungen. Bis 180x war er am Mond jedoch recht moderat und an Saturn kaum sichtbar. An Jupiter war er deutlicher.
Der Farbfehler eines echten Fraunhofers, also im Öffnungsverhältnis von 1,22 x D, ist bei visueller Beobachtung gering und er ist ein sehr gutes Instrument für die Mondbeobachung.
Der Farbfehler eines solchen Fraunhofers ist wohl am interessantesten für diejenigen, die ihn nicht benutzen. ;)

Viele Grüße, Jürgen

 
hallo Jürgen,

auf die Gefahr dass ich schon wieder angebe: Bei mir haben sich 4 Achromaten angesammelt, und ich habe selbst ein Baumarktfernrohr mit einer 72/600 Linse gebastelt. Bis zum mittleren Vergrösserungsbereich macht mir der Farbfehler nix aus - mein 80/400 war auch lange mein Reisefernrohr. Aber wenn man nen ED hat, ist halt doch schöner. Ich schau gern auch Vögel, die sind notorisch im Gegenlicht, und da sieht mans viel stärker als nachts.

lg und cs, Tommy
 
Hallo Jürgen,

ein 80/1200 FH hat natürlich einen Farbsaum, nur ist der sehr schwer erkennbar, eben flau. Man braucht einen Kontrast wie eine feine, freistehende Bergspitze bei der --> Mondbeobachtung ( :bigrgrin: ) um zu sehen, dass die Spitze gelb wird und einen dunklen violetten Saum hat der treffend auf jeder Seite etwa um den Durchmesser des Airy-Scheibchens über die Bergspitze hinausragt. Da haben wir ja wieder 3x Airy-Disk als Kriterium.

Ich spreche von dieser Aufnahme:
http://www.svenwienstein.de/Pics/Mond_2008_06_09.jpg

Die ist in Originalgröße und einzig bearbeitet ist der untere Rand, weil der wegen eines verrückten Aufbaus (keine Spiegelvorauslösung, daher 2. Stativ für die Kamera) an den Bildrand geraten ist. Bei der Aufnahme entspricht 1 Pixel etwa dem Airy-Scheibchen-Durchmesser bei f/15 (somit verliert man Details, weil man bei der Pixelgröße halbe Airy-Disk als Obergrenze für die Detailgewinnung hätte).

Bei einem immer noch moderaten 90/1000 sieht das schon anders aus. Da reicht eine verkleinerte chemische Aufnahme, um zu zeigen, was anliegt:

http://www.svenwienstein.de/Pics/Sol2002-07-28-1130UT-1bw.jpg

Da ist der Farbsaum blau und knackig. Es gibt natürlich Sternfreunde, die den Farbfehler eines heutzutage als "langen FH" empfundenen 90/1000 dann eben als kaum bemerkbar empfinden.

Vielleicht rücken diese Beispiele mal zurecht, wie ich das sehe.

Clear Skies
Sven



 
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