Teleskop für Mondbeobachtung

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Lunarrover

Neues Mitglied
Hallo liebe Sternenfreunde,

ich bin der Neue hier im Forum und Stelle mich kurz vor.
Mein Name ist Frank, ich bin 34 Jahre alt und komme aus Nordhessen. Vor kurzem habe ich mein Interesse an der Mondbeobachtung entdeckt, als ich ein altes 16x50 Fernglas meines Vaters aus dem Schrank holte und aus Blödsinn bei einem Glas Wein auf dem Balkon damit den Mond angepeilt habe. Zu meinem Erstaunen konnte ich bereits an der Schattengrenze deutlich einige Mondkrater entdecken, da das ganze ziemlich wackelig war, habe ich nicht allzu lange durchgehalten. Dennoch hatte ich Blut geleckt und mich faszinierte der Mond immer mehr und ich machte mich auf die Suche nach einem passenden Instrument. Ich habe in den letzten zwei Monaten einen Großteil meiner Freizeit damit verbracht und schon ein bisschen dazu gelernt.
Dennoch möchte ich ein paar Experten zu meinem Vorhaben befragen.

Mein Ziel ist, ausschließlich den Mond zu betrachten, möglichst scharf, kontraststark und "nah". Am besten so, als würde ich mit einer Drohne über die Mondoberfläche fliegen.
Ich möchte keine Astrofotografie betreiben und keine Deepsky Betrachtungen. Nur den Mond.
Ich möchte außerdem keine lange Vorlaufzeit haben und möglichst schnell beobachten können, wenn die Umstände es zulassen.

Also, so meine Recherchen, soll es ein Refraktor sein, und ein möglichst guter. Ich lege dabei aber keinen Wert auf den Farbfehler, ein normaler Refraktor reicht.

Gilt dabei der Grundsatz, dass eine möglichst lange Brennweite eine bessere (schärfere?) und größere Vergrößerung zulässt?

Sind die Geräte "Bresser AR 152 L" bzw. "Omegon 152/1200" (vmtl. baugleich) dafür gut geeignet? Oder besser ein Vixen 102L?

Und ist der Zugewinn an sichtbaren Details bei diesen großen Refraktoren sehr deutlich gegenüber denen eines wesentlich preiswerteren 90/1000ers?

Oder reicht die Leistung von diesen Teleskope bei weitem nicht aus?

Sollte ich eine Montierung mit automatischer Nachführung kaufen?

Oder sollte ich für mein Vorhaben doch eher ein Spiegelteleskop oder einen Cassegrain bevorzugen?

Schonmal vielen Dank für Euere Antworten!

Gruß, Frank
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Es kommt nicht nur auf die Brennweite sondern auch auf die Größe der Öffnung an. Schau mal auf meiner Seite unter Tipps & Tricks, dort gibt es einen Artikel "Kann man mit dem Teleskop die US-Flagge auf dem Mond sehen?". Nicht direkt die Antwort auf deine Frage, aber da kannst du sehen, wie klein ein Objekt auf dem Mond minimal sein kann, um es mit einem Teleskop noch auflösen zu können.
 
Hallo Frank,

dass Du dem Farbfehler keine Bedeutung zumisst, ist mir persönlich unverständlich.

Aber davon ab: Der Mond gilt als Beobachtungsobjekt mit naturgemäß hohem Kontrast, weil zwischen Licht und Schatten eben ein starker Kontrast vorhanden ist. In diesem Fall ist der Anspruch an ein Teleskop relativ gering, beispielsweise was Obstruktion angeht. Es zählt vor allem die Öffnung. Übertreiben sollte man diese Einstellung aber grundsätzlich nicht, denn man kann bei einer wirklichen Faszination für die Mondbeobachtung auch zu strukturen gelangen, bei denen es um sanfte Grauabstufungen geht.

Was nun konkret Deine Vorschläge angeht, so ist es relativ zur gebotenen Öffnung sehr aufwändig, den Refraktor mit Nachführung zu montieren. Eine adäquate Montierung für ein 102M kann bereits einige (nicht alle) Spiegelteleskop-Bauarten mit bis zu 200mm Öffnung tragen.

Da es bei Deinem Wunsch, den Mond zu sehen wie vom Orbiter aus, vermutlich auch mit den größten Amateur-Teleskopen schwer wird (immerhin haben Mondfotos von Orbitern inzwischen Astronauten-Fußspuren als feine, gepunktete Linien drauf), kannst Du nur die größtmögliche Annäherung daran suchen. Also viel Öffnung.
Der Wunsch auf schnelle Einsatzbereitschaft widerspricht dem jedoch, denn je größer die Öffnung eines Teleskops ist, desto länger die Auskühlphase. Diese ist auch beim 152mm Refraktor erheblich und spürbar.

Da ich nun Deine Gewichtung in Sachen Farbfehler, Einsatzbereitschaft, Montierung und "virtuelle Mondnähe" nicht kenne, kann ich nur schreiben, womit ich bislang gerne auf den Mond geschaut habe:

90/1250 Maksutov-Cassegrain
Schnell auf einem fein einstellbarem Fotostativ hingestellt und nett zu schauen. Vergrößert den Mond etwa so, dass der ganze Mond gut anderthalb bis zweimal so groß wie das typische Okular-Bildfeld ist. (Mal mit leichtem Weitwinkel-Okular gerechnet, weil ästhetisch sehr schön.)

90/1000 FH-Refraktor (Vixen 90M und Meade Explorer 395
Ähnliche Leistung wie der 90/1250, etwas ruhigeres Bild, kleine Krater tiefblau durch Farbfehler.

80/1200 FH-Refraktor
Sehr wenig Farbfehler, daher angenehme Beobachtung, auch im Rahmen mit den beiden obigen Geräten. Weniger Farbfehler, im Schatten freistehend angestrahlte Bergspitzen leicht zitron statt weiß mit kaum bemerkbarem Violettsaum um sie herum.

200/1000 Newton
Eine kräftige Detail-Zunahme. Die Vergrößerung kann nun so stark werden, dass der Monddurchmesser in etwa 6 Okulargesichtsfelder füllt. Man kann sich lange in Details an der Schattengrenze verlieren, sehr viele Rillen, Verwerfungen und Krater-Terrassierungen studieren. Das Gerät braucht auskühlzeit. Ein 200/1200 mit aktivem Lüfter und passendem Spiegelsubstrat ist hingegen sehr schnell einsetbar. Wird aber oft durch die Luftunruhe limitiert und benötigt einen Graufilter, wenn dadurch weniger hoch vergrößert wird.

Diverse Geräte mit 150mm Öffnung: Newton 150/1200 oder diverse Maks mit 150mm Öffnung. Sehr angenehme Mondbeobachtungen, an einigen Abenden spürt man aber, dass 200mm Öffnung mehr Detail zeigen können.

127/950 Triplett ED Refraktor
Zum Glück ein sehr schwer wahrzunehmender Restfarbfehler, daher ebenfalls sehr angenehme Mondbeobachtungen. Deutlich mehr Detail als mit den Öffnungen zwischen 80mm und 100mm, aber eben noch weit von den Möglichkeiten mit 200mm Öffnung entfernt.

Ich ziehe eine nachgeführte Montierung zwar vor, setze mich aber regelmäßig an nicht nachgeführte Teleskope, an denen ich zu Gast sein darf. Das hat mich stets weniger gestört, als ich Jahre vor dieser Erfahrung vermutet habe.

Angemerkt sei, dass "automatische Nachführung" leicht fehlinterpretiert werden kann. Es genügt eine Nachführung, die lediglich mit einem gleichmäßig laufenden Motor die Erdrotation ausgleicht. Ein Steuerkästchen erlaubt eine Feineinstellung.
Eine Goto-Montierung, die den Mond und 20.000 andere Objekte vollautomatisch mit GPS, Funkuhr und Audio-Himmelsführung anfahren kann, ist für den Zweck nicht nur unnötig, sondern unnötig teuer.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Frank,

geh mal von 1,5 x Öffnung als maximale Vergrößerung aus, sonst wird das Bild zu dunkel.

Mein 80mm Apo: sofort einsatzbereit.
Der 115mm Apo: zeigt deutlich mehr, im Sommer ebenfalls sofort einsatzbereit, im Winter min. 30min Auskühlzeit.
Zum Newton hat Sven schon alles gesagt.

Zitat von Sven_Wienstein:
Ein 200/1200 mit aktivem Lüfter und passendem Spiegelsubstrat ist hingegen sehr schnell einsetbar. Wird aber oft durch die Luftunruhe limitiert...

Mein Newton hat mir auf meiner Terrasse eigentlich am Mond noch nie mehr gezeigt als der 115mm Apo, das Bild ist nur heller. Die Frage ist, möchtest Du zur Mondbeobachtung ein paar Kilometer fahren?

Die Mondhöhe variert von ca. + 20° Dec bis - 20° Dec. Die Nachbarhäuser erlauben bei mir nur Beobachtung zwischen +20° und 0°. Wie ist die Situation bei Dir?

Gruß Uwe
 
Heyho,

Frank, ich komme auch aus Nordhessen und beobachte mit einem Binoptic - Doppelrefraktor ED 120 mm. Bis jetzt zwar eher Deep Sky, wo er hervorragend ist, aber man könnte sich vllt mal treffen zum gemeinsamen Mond beobachten. Durch die Doppeloptik hat man einen räumlichen Bildeindruck.

CS, Maiko

PS: falls PN nicht geht: maiko83(ätt)web.de
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Frank,

ich würde einen ~120/1200/1000 mm oder einen ~150/1200 mm Refraktor nehmen. Man hat da meistens einen entspannten Einblick, wenn man das Stativ mit Montierung zuvor der Mondhöhe anpasst. Unbedingt würde ich eine elektrische Nachführung empfehlen, dann brauchst du dich darum nicht zu kümmern und kannst konzentriert und in Ruhe beobachten.

Gegen den Farbfehler - sofern er dich doch stört, hilft sehr gut ein Kontrast Booster oder Fringe Killer. Zur Lichtdämpfung den Graufilter nicht vergessen.

Dieter

 
Hallo Frank,


alle schon genannte Teleskopbauarten, können Dir schöne Mondbeobachtungen bescheren, hier 2 Beispiele an nachgeführten Teleskopen, die Alle nur live sitzend am Teleskop gezeichnet sind und nicht später am Schreibtisch! >

Hier eine Zeichnung mit dem 140/500mm Comet Catcher.
Link zur Grafik: http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_Rund_um_Schrter_2_1.jpg
Ein 130/650 mm oder oder 150/750 mm Newton würde ähnliche Bilder zeigen!

Hier die Mond - Zeichnung vom 11.09.2014 aus Hürth - Germany
von 23 Ur 15 - 23 Uhr 50

Link zur Grafik: http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_Mondbild_3fertig_1.jpg

Die Krater Cleomedes; Burckhardt, Peirce + Swift
Mit einem 70/900mm nachgeführtem Lidl Teleskop, bei Vergrößerung von 100 -194 x


Fach, an einen besonders klarem Himmel.

Dann noch ein Leistungsbeispiel mit einem 127/1500mm Skywatcher Maksutov
mit dem natürlich auch solche Mondbilder wie die Beiden oben möglich sind,
aber hier mal eine Planeten Zeichnung von Jupiter von Mombasa aus.
Link zur Grafik: http://www.g2-astronomie.de/phpbb2/userpix/3_Jupiter_6312__22_00_1.jpg

Meine Erfahrungen mit allen drei Teleskopen auf Ihren und den nägstgrößeren Montierungen bei visueller Beobachtung. >
Der 70/900 mm Refraktor ist gerade so an der Grenze ausreichend mit der EQ 3-1 = Astro 3 montiert! Besser wäre eine echte EQ3 - 2
Wer einen guten FH erwischt hat, kann es dann mindestens so Detailreich wie oben gezeichnet sehen!

Ein 90 / 1000 mm FH ist auf der EQ - 1 aber schon zu Groß und kann dort nicht seine Leistung voll zeigen, das ewige warten auf ein beruhigtes Bild nervt!

Ein 130 / 650 mm Newton braucht unbedingt mindesten eine EQ - 2, ein 150 / 750 mm Newton mindestens eine EQ5 um das volle Potenzial zu erhalten!

Für die 5" ED´s oder FH / 1000 - 1200 FH oder 6"FH 1200 mm ist aber wegen der Hebel schon eine EQ6 nötig!

Der ein 90/ 1250 mm MAK geht sicher auf einem gutem Fotostativ, glücklich wird man damit auf Dauer wegen fehlender Nachführung aber nicht, eine EQ 3 - 2 wäre Ideal!

Der 127 / 1500 mm MAK braucht sicher eine EQ3 - 2 ist aber auf einer EQ5 am Besten aufgehoben!

Dort zeigt Er bei mir, besonders wegen dem viel kleinerem Hebel, die beste Leistung auf den ausprobierten Montierungen!
Das ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil, der Einem dadurch ein weitgehendes zitterfreies Bild zeigt!

Mit einem Bino - Ansatz nachgeführt auf einer EQ5 bringt Er mit
60 - 70° Okularen 17mm ; 15mm: 10 mm ; und bei klarer Luft mit 8mm
bei Vergrößerungen von 88 x ; 100 x ; 150 x ; und 187 x ,
dann den Eindruck, ( wenn bei nicht ganz korrekt aufgestellter Montierung )
die Mondoberfläche, dann ganz langsam vor beiden Augen Vorbeizieht, als würde man im Zeppelin darüberfliegen!
Dieser Eindruck zeigt sich auch beim langsam abfahren von Kratern an der Schattengrenze und bei Gebirgen und Rillen mit der Steurebox!

Die neuen recht preiswerten Explore Scientific 70° Okulare, zu Preisen von 45 - 85,- Euro, empfehlen sich vom Preis und auch von der Leistung, am 5" MAK wie ich kürzlich mono an 10 mm 15mm und 20 mm, bei einem Kollegen feststellen konnte und schöpfen das Potenzial voll aus!
Aber auch Super - Plössl Okulare mit gleichen / ähnlichen Brennweiten können hier schon Punkten!

Gruß Günter
 
Mit so vielen guten Antworten hatte ich gar nicht gerechnet :)
Vielen Dank allen!

Also sollte ich auf die Montierung und ein gutes Stativ großen Wert legen.
Auch die Zeichnungen vermitteln mir schon mal einen guten Eindruck, ich wollte aber wesentlich "dichter" an die Oberfläche ran.

Was mit aber noch nicht ganz klar ist, wie sich nun das Bild verändert, je länger die Brennweite eines Teleskopes ist. Es gibt diese 152mm Refraktoren einmal mit kurzer Brennweite und langer Brennweite (760mm, Bresser AR 152S" und mit 1200mm, "Bresser AR 152L").

Ach ja, vom Typ her würde ich mich eher als "Genussbeobachter" sehen, vom Balkon aus, bei einem Weizen oder Wein, eine laue Sommernacht genießen und auf der Mondoberfläche spazieren gehen ;)

Gestern habe ich mir ein paar Videos bei Youtube angeguckt, ein Spanier hatte mit einem 90mm Refraktor eine 800fache Vergrößerung erreicht und damit ein beeindruckendes Video vom Mond gemacht. Das war schon sehr "nah", aber nicht so wirklich scharf.

Dann telefonierte ich mit jemandem, der ein 12 Zoll Spiegelteleskop verkaufen will. Der meinte, für Mondbeobachtungen wäre sein Teleskop eigentlich zu schade und überqualifiziert.

Gebraucht sind diese Geräte so um die 400 bis 500€ zu haben, und hier liegt auch die Grenze meines Budgets. Auch die Refraktoren sind in etwa zu den Preisen gebraucht zu haben (600€).

Auch das nette Angebot, zusammen mal den Mond zu beobachten, werde ich mich bei Gelegenheit mal melden.
Ggfs. würde ich auch mal zu einem Treffen, einer Sternwarte oder einer Messe fahren, wo man mal probegucken kann. Habe wie gesagt noch nicht durch ein Teleskop geguckt und lese mich interessiert durch die Forenbeiträge.

 
Hallo Frank,

Zitat von Lunarrover:
Was mit aber noch nicht ganz klar ist, wie sich nun das Bild verändert, je länger die Brennweite eines Teleskopes ist. Es gibt diese 152mm Refraktoren einmal mit kurzer Brennweite und langer Brennweite (760mm, Bresser AR 152S" und mit 1200mm, "Bresser AR 152L").
die Brennweite ist erst mal nebensächlich, da Brennweite Objektiv / Brennweite Okular = Vergrößerung. Also 760 / 7 = 108 und 1200 / 11 = 109. In diesem speziellen Fall, also Achromat, ist bei der langen Brennweite der Farbfehler geringer.

Allerdings, Tubuslänge laut Beschreibung = 1275mm ; plus ausgefahrener Okularauszug plus Zenitspiegel ergeben ca. 140cm, das muß man erst mal handhaben.

Gruß Uwe
 
Hallo Frank,

ich glaube Du gehst mit viel zu hohen, unrealistischen Vorstellungen an die Sache ran.

Zunächst einmal ist meistens die Turbulenz der Erdatmospäre das auflösungsbegrenzende Element, nicht so sehr das Teleskop. In der Regel arbeitet man zwischen 100x - 400x Vergrößerung, letztes eher seltener. Damit siehst Du den Mond wie aus einer scheinbaren Entfernung von ca. 400000km/400=1000km durch ein unruhiges Wasserglas (Atmosphäre). Nicht ganz also wie in der Umlaufbahn.

Ich habe den Anblick, den Du erwartest, nur einmal im Leben gehabt, an einem 8" Apochromaten bei quasi stehender Luft und 1200x Vergrößerung. Das wirkte tatsächlich wie aus der Umlaufbahn. Und es bedingt eine gewisse Mindestgröße des Teleskopes von >= 8" (200mm) Öffnung. Und mit dem Achtzöller erreichst Du aufgrund der optischen Grenzen der Auflösung dann eine Detailauflösung am Mond von ca. 1.2km. Feine Schattenlinien sind durchaus sichtbar wenn sie ca. 1/3 dieses Wertes haben.

Man wird also niemals mit einem erdgebundenen Teleskop die Fähnchen der Astronauten oder deren Hinterlassenschaften sehen können, nur um das klarzustellen! Auch eine höhere Vergrößerung bringt ab der Beugungsgrenze keinen weiteren Detailgewinn mehr.

Wir reden hier aber über Teleskopgrößen, die am Kaffeetisch auf dem Balkon auf einem simplen Stativ nicht mehr handhabbar sind! Selbst ein 8" Maksutov kurzer Baulänge hat schon ein substantielles Gewicht und ist nicht mehr auf einem einfachen Stativ einsetzbar - man würde vor lauter Wackelei nichts mehr erkennen.

Grüße, Coyote


 
Hallo,


Es gibt diese 152mm Refraktoren einmal mit kurzer Brennweite und langer Brennweite (760mm, Bresser AR 152S" und mit 1200mm, "Bresser AR 152L")


Solche Teleskope, mit 152mm (6") optischer Öffnung sind nicht
mehr einfach mal so auf einem Stativ zu montieren.
Solche Teleskope benötigen zum einem eine sehr stabile
Montierung, die das Gewicht vom Teleskop tragen kann und auch
mit dem Hebel vom Teleskop, der bei diesen Brennweiten nicht
unerheblich ist, umgehen kann.

Zum anderen muss dann auch das Stativ hoch genug sein, um
beim beobachten eine bequeme Einblickposition zu haben.


Ach ja, vom Typ her würde ich mich eher als "Genussbeobachter" sehen,

Je größer das Teleskop wird, das nicht fest aufgestellt
werden kann, um so weniger wirst du zum Genussbeobachter,
der - zwischendurch mal kurz - den Mond ansehen will.

Beim gelegentlichen beobachten vom Mond würde ich mir ein
deutlich kleineres Teleskop zulegen, eventuell auf einer
azimutalen Montierung, das ich innerhalb weniger Minuten
aufgestellt habe.


ein Spanier hatte mit einem 90mm Refraktor eine 800fache Vergrößerung erreicht

Das ist Utopie, das geht rein theoretisch, hat aber praktisch
keinen Nutzen.
Bei so einer Übervergrößerung bläht es das Bild nur noch auf,
bringt aber keinerlei Gewinn in der Wahrnehmung von Details.

Wenn du von zu Hause von Balkon aus beobachten willst, ist
das lokale Seeing - die Ruhe der Luft - der limitierende
Faktor.
Gebäude und deren Wände, die sich am Tag in der Sonne
aufheizen, strahlen diese Wärme in der Nacht wieder ab, was
zu Turbulenzen in der Luft führt und dadurch zu einem
deutlich schlechterem Bild.
Auf einem Balkon wirst du in den wenigsten Fällen ein großes
Teleskop gewinnbringend einsetzen können, denn die
Luftunruhe setzt dir hier Grenzen.


der ein 12 Zoll Spiegelteleskop verkaufen will. Der meinte, für Mondbeobachtungen wäre sein Teleskop eigentlich zu schade und überqualifiziert

Na das ist mal eine Aussage...
ich beobachte selbst mit 12" den Mond. Überqualifiziert ist
mein Teleskop dabei sicher nicht, aber es zeigt mir eben
sehr viele Details...


Mein Fazit:
Ich würde mir keinen so großen Refraktor zulegen, der eine
passende und stabile Montierung benötigt, sondern mit einem
deutlich kleineren Teleskop den Mond beobachten.


Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Uwe,

Mein Newton hat mir auf meiner Terrasse eigentlich am Mond noch nie mehr gezeigt als der 115mm Apo, das Bild ist nur heller.
Liegt's am Newton oder an der Terasse? An der Terrasse sollte es eigentlich nicht liegen, die bietet hin und wieder auch Bedingungen für mehr 150mm Öffnung und mehr.
Es machen ja nicht wenige eine ähnliche Erfahrung und ich möchte mal so sagen: Man kann das hinnehmen, oder sich überlegen, dass praktisch nachgewiesen 200mm Öffnung viel mehr können.
Ich kann Dir versichern, dass ich ganz persönlich nicht auf die Auflösung von 200mm Öffnung (und mehr) verzichten will. Daher würde ich mich drum kümmern, dass das Rohr zeigt, was es kann.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Frank,

Du möchtest es "scharf, kontrastreich und nah", träumst später nochmal von 800fach als sehr nah (an Deinen Vorstellungen), aber eben im Video (zu) unscharf und dann nennst noch die Preisgrenze von 400...500...maximal 600 Euro.

Der Rat, vor einem Kauf zu Treffen zu gehen oder Kontakt zu einem Verein zu suchen ist ebenso gut wie bei den meisten Einsteigern unnütz, er kam schon mal, ich will es mal in Deinem Fall bekräftigen.

Deine eigene Recherche hat, wie Du schreibst, zum Refraktorwunsch geführt und die Berater tun sich biher recht schwer, denn Deine Zielvorstellung/Erwartung bezüglich der Leistung erfüllen zu wollen ist schon mit hobby-/transporttechnisch vertretbaren Linsenteleskopen selbst für eingefleichte Liebhaber solcher Teleskope eher mit vielen Fragezeichen zu sehen. Nun nennst Du noch den Preis und da ist das Thema eigentlich durch.

Eingedenk der Preisvorstellung kommst Du mit einem 8" f/6 Fernostdobson plus Binoansatz und zwei Okularpärchen deinen Beobachtungszielen am nächsten, wobei Gebrauchtkauf schon gefordert ist oder du musst den Einsatz ein wenig erhöhen.
Das ist allerdings ein Spiegelteleskop und da willst Du nicht ran.

Fremdgucken, Ziele/Anforderungen überdenken, an der Preisschraube drehen, was auch immer, es sich einiges ändern, so wird das nix.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,
sehe ich ähnlich wie Du. ;)

Bei dem begrenzten Budget und Platz bleibt vermutlich als Alternative zum 8" f6 Dobson nur so ein kleiner MAK (auf dem Balkon könnte der ewig auskühlen) und ein zusätzliches, günstiges 5 - 7 mm Okular übrig.

http://www.teleskop-express.de/shop...7SLT---127-1500mm-GoTo-Maksutov-Teleskop.html

Vielleicht auch gebraucht zu bekommen. Keine Ahnung, wie wackelig das ganze ist; da muss man halt vorher nach Absprache beim Händler mal durchsehen und mit dem 8" f/6 Fernostdobson vergleichen. In ein paar Monaten ist es ja auch schon wieder bald dunkel.

... oder ein (fotografischer) Atlas vom Mond, da gibt's ja einige schöne.

Es ist halt immer schwierig einzuschätzen, welches Ergebnis wem was wert ist und wie intensiv einer das Hobby tatsächlich betreiben will.
 
Hallo Sven,

Zitat von Sven_Wienstein:
Liegt's am Newton oder an der Terasse? An der Terrasse sollte es eigentlich nicht liegen, die bietet hin und wieder auch Bedingungen für mehr 150mm Öffnung und mehr.
es liegt eindeutig an der Terrasse. 1-2 mal im Jahr zeigt der Newton in Zenitnähe was er kann. Der Mond steht aber relativ tief und so bin ich schon zufrieden wenn das Bild im 115mm Apo bei 160-facher Vergrößerung ruhig und scharf ist.
Manchmal flimmert´s schon bei 100-fach im 80mm Apo.

Gruß Uwe
 
Hallo Frank,

ich würde mich nicht wegen einer einzigen Beobachtung so auf den Mond einschießen. Ich halte es für naiv zu denken dass es dabei bleibt. Irgendwann werden dich Saturn oder Jupiter doch mal anlachen. Oder die Plejaden oder was auch immer. Für schnell schauen von zuhause bieten sich ein kleinerer Maksutov bis höchstens 127mm oder der günstige Skywatcher Heritage 130p Tischdobson an. Dann noch ein ausreichend hohes Stativ für das vorhandene Fernglas und du deckst schon so einiges an Balkonobjekten ab. Wobei ich persönlich finanziell die Bâlle flach halten würde. So eine sehr spezielle Faszination ist auch mal schnell verflogen. Sagt mir meine Lebenserfahrung.

CU
Klaus
 
Eigentlich ist schon alles gesagt, trotzdem möchte ich auch noch meinen Senf dazu abgeben:

Als Erstgerät bist Du sicherlich mit maximaler Öffnung für Deine Ansprüche und moderater Brennweite besser beraten als mit einem Speziallisten. als Allrounder der bekannte 8" Dobson, den Du auch für sehr viel mehr als "nur" Mond nutzen kannst, sofern das Gewicht zusagt. Dazu einen Telrad Sucher und die Welt sieht gleich ganz anders aus.

Wenn es weniger Gewicht sein soll, oder Du auch mal fix auf dem Balkon spechteln willst, dann kommt sicherlich eher ein kleiner Newton oder Mak (recht teuer zur Leistung) auf einer Montierung besser.

Ich selber spechtel gerne mit 80ED Apo, 127er Mak und 130/650 Heritage (Dobson) auf dem Balkon, aufgesattelt auf einer AZ4, wobei eine Montierung mit Nachführung oder Feinbewegung besser wäre. Von Preis/Leistung hat mich der Heritage 130p am meisten begeistert. Korrekt justiert und lichtstärker als der Mak mit etwa gleicher Öffnung konnte ich keine nennenswerten Unterschiede erkennen. Ich konnte mit dem kleinen 130er bereits mehrfach bei 200fach beobachten mit recht kontrastreichen und scharfen Bild. Siehe Bilder mit Handy am Okular (spontan):

https://www.dropbox.com/sh/t1ekzf42fxgl2dm/AACs84DDWqxwVL8UoEMWHTdwa?dl=0

Der Mak ist justierstabiler was natürlich gerade bei höherer Vergrößerung vorteilhaft ist, sofern einmal richtig eingestellt. Und eben der Einblick hinten. Jedoch sind die hohe Grundbrennweite für alles andere als Mond, Planeten und Sonne meist eher nachteilig, wenn es mal darum geht mit der Hand ein Objekt zu finden (großes Feld zur Übersicht hilfreich)

Also mein Rat: schau Dir mal das Heritage 130p genauer an, wenn es etwas Kleines/Leichtes sein soll. Wenn es doch nix für Dich ist, kannst Du das Teil ohne großen Verlust wieder verkaufen (NP 200 Teuro zirka). Oder einen gebrauchten 8" Dobson, den es auch häufig gebraucht für um die 200,- gibt ohne Wertverlust quasi, bei Wiederverkauf.

In jedem Fall muss das Gerät möglichst ohne Farbfehler sein für höhere Vergrößerungen und wenns geht maximale Öffnung. Bis 500,- Budget spricht hier eigentlich vieles für Newton/Dobson. Dafür bekommt man dann auch 2-3 brauchbare Okulare noch abgedeckt und ist startklar. In den Nächten wo man mal höher als 200fach "gewinnbringend" vergrößern kann wird dir der 8" richtig "fetz" machen, bei Deepsky sowieso. Mein bestes Planetenbild war im ausgekühlten 10 Jahre alten 8" f6 Dobson von GSO bei über 300fach und scharfen/kontrastreichem Bild. Kein Apo und kein anderes Gerät mit moderater Öffnung konnte hier mithalten bisher.

Hier noch ein Video zur Leistung von einem kleinem 4" Mak am Mond bei guten Bedingungen (Skywatcher 102/1300): https://www.youtube.com/watch?v=eBvCkwh_Z2I

 
Hallo Frank,

auch mich fasziniert der Mond.

Ich habe mir vor kurzem einen RC zugelegt:
http://www.teleskop-express.de/shop...hey-Chretien-RC-Teleskop-mit-Metalltubus.html
Ich bin absolut begeistert von diesem kleinen Wunderding :)
Leicht, klein, sehr gute Verarbeitung, einfach zu transportieren, was eigentlich der Hauptgrund war ihn zu kaufen.
Bei der Brennweite kannst du schon einiges am Mond an Details sehen, jedoch wie du es wünscht wird es kein herkömmliches Teleskop schaffen…

Bei dem RC hast du den Vorteil das du über das gesamte Bild bis am Rand scharfe Konturen sehen kannst.
Ein Traum für den Preis.

Und wie ich vermute hast du bald Interesse auch Fotos zu machen und da ist ein RC das beste.
Mit einem Adapter kannst du eine Kamera (ich hab die Canon 100D) benutzen.

Hier mit meinem 150/750er
http://y34i.imgup.net/IMG_920756b3.JPG
Im Vergleich ist der RC weit überlegen.

Was ich mir jetzt noch bestellt habe ist ein Binokular, mit der Zeit wird das beobachten des Mondes mit nur einem Auge sehr ermüdend.
Und was noch fehlt ist wie auch bei einem Refraktor einen Zenitspiegel weil du dich sonst abquälst und schnell die Freude verlierst.

Als Nachführung nutze ich die Azimutale Montierung von Astro Professional was für die Mondbeobachtung vollkommen ausreichend ist.

Ich hoffe ich konnte dir einen Denkanstoß geben.

Grüße Max





 
hallo Markus

Der RC hat fast 50 % Zentralabschattung, der Newton etwa 35 % - was auch schon viel ist.
Trotzdem - wenn der Newton so viel schlechter kommt am Mond stimmt etwas mit dem Fernrohr nicht.
Ein guter 6 Zoll Newton sollte mindestens das gleich zeigen eher deutlich mehr.
Spätestens am Planeten kommt der RC viel zu weich.
Ich würde also den Newton durchchecken, ob er ausreichend justiert ist und dann am Stern testen ob er sauber abbildet
( nach ausreichender Auskühlfrist)

Grüße , Felix.
 
Hei Felix,

Der Newton ist ok und gut eingestellt, ich habe einen Justierlaser und prüfe das öfters nach.
Die Abschattung merkt man kaum da der Mond sehr hell ist.

Was ich meinte ist die Detailtreue und höhere Auflösung, wenn ich beim Newton eine Barlow einsetzte und mit der CCD Kamera beobachte ist es nicht so randlos scharf wie beim RC.

Man merkt schon das der RC besser für die Fotografie geeignet ist.

Grüße Max

 
Hi!

Zitat von Lunarrover:
Mein Ziel ist, ausschließlich den Mond zu betrachten, möglichst scharf, kontraststark und "nah". Am besten so, als würde ich mit einer Drohne über die Mondoberfläche fliegen.
Ich möchte keine Astrofotografie betreiben und keine Deepsky Betrachtungen. Nur den Mond.
Ich möchte außerdem keine lange Vorlaufzeit haben und möglichst schnell beobachten können, wenn die Umstände es zulassen.

Also, so meine Recherchen, soll es ein Refraktor sein, und ein möglichst guter. Ich lege dabei aber keinen Wert auf den Farbfehler, ein normaler Refraktor reicht.
Die von Dir vorgeschlagenen 152-mm-FHs vermasseln Dir aber bei vernünftiger Vergrößerung die Punkte "möglichst scharf" und "kontrastreich", weil der Fanbfehler zu stark wird. Mit einem entsprechenden Filter kann man zwar etwas herausholen, aber nicht alles.

Gilt dabei der Grundsatz, dass eine möglichst lange Brennweite eine bessere (schärfere?) und größere Vergrößerung zulässt?
Moderat. Eine längere Brennweite verringert den Farbfehler eines Refraktors, erlaubt einfachere Okulare und ergibt bei Newtons eine größere Toleranz gegenüber Dejustage bei gleichzeitig genauere Justage per Laserkollimator.

Sollte ich eine Montierung mit automatischer Nachführung kaufen?
Ist bei hohen Vergrößerungen anzuraten. Automatisches Aufsuchen (GoTo) brauchst Du beim Mond allerdings nicht, das wäre da nur dann sinnvoll, um bei fehlender Sicht zum Polarstern einnorden zu können.

Oder sollte ich für mein Vorhaben doch eher ein Spiegelteleskop oder einen Cassegrain bevorzugen?
Ein Cassegrain ist auch ein Spiegelteleskop, MC und SC als katadioptrische Cassegrains haben hauptsächlich die Eigenschaften eines Spiegelteleskops.

Wenn Du Perfektion willst, nimm einen größeren Triplet-Apochromaten guter Qualität, aber der kostet und braucht auch eine teure Montierung, die ebenfalls kostet. Ein Schiefspiegler gibt ein ähnlich gutes Bild, aber kostet auch, braucht ebenfalls eine ordentliche Montierung und reagiert ampfindlich auf lokale Wärmequellen.

MCs sind kompakt und geben meist ein gutes Bild, aber bei 150 mm Öffnung sind sie auch teuer und dabei nicht nicht mehr so leicht wie ihre kleineren Kollegen.

Ein 150-mm-Newton auf einer EQ5 hat keinen Farbfehler und ist preisgünstig. Die Frontlinse kann nicht beschlagen, weil nicht vorhanden. Der 150/1200 ist weniger handlich als ein 150/750, kommt aber oft mit einem kleineren Fangspiegel und somit weniger Obstruktion, paßt immer noch auf eine EQ5 und läßt sich leicht sehr geneau justieren. Hauptnachteile: wegen Länge wenig balkontauglich, Einblick manchmal weniger leicht erreichbar, Lüfter selber zu basteln und anzubringen.

Dafür hat man praktisch nie weniger Kontrast als mit einem guten 113-mm-Refraktor, oft aber deutlich mehr, kann kontrastreiche Plössl oder Orthos nutzen und bezahlt deutlich weniger als für einen Sechszollrefraktor.

Ein kleiner Nachteil ist, daß anscheinend kein Händler einen Newton mit 150/1200 oder 152/1200 auf einer EQ5 anbietet, man also beim Händler anfragen muß.

GoTo braucht man nicht, aber eine Nachführung und einen Polsucher würde ich der Montierung schon verpassen. Die EQ5 läuft zwar weich, aber nicht nachstellen ist besser als leicht nachstellen.

Grüße

fquadrat
 
Tja, nochmals vielen Dank für die vielen Antworten.

Tendiere nun doch eher zu einem größeren Spiegelteleskop, obwohl ich da wiederum gelesen habe, dass die Spiegel selbst hochempfindlich gegen mechanische Einflüsse wie Abwischen sind, da sie lediglich hauchdünn bedampft werden.

Der 130er Dobson ist vom Bild her schon ganz nett, aber etwas größer darfs ruhig sein ;)

Dass der Farbfehler bei dem großen Refraktor dann wohl doch so stark in Erscheinung tritt, hätte ich nicht gedacht.

Werde mal nach einem gebrauchten 10" oder sogar 12" Ausschau halten, ab und zu gibt es bei ebay Kleinanzeigen richtige Schnäppchen. Es muss ja nicht sofort sein und ich würde dann eben auch in Kauf nehmen, weiter fahren zu müssen. Werde dann berichten, was ich für das Budget bekommen habe. Vor ca. zwei Wochen ist sogar ein 16" Dobson für 1290€ drin gewesen, allerdings habe ich nicht angerufen; ggfs. war damit auch was nicht in Ordnung. Und der wäre ja auch ohne Nachführung gewesen.

Kann denn ein Besitzer eines 12" oder sogar 16" Dobsons mal die Detailgenauigkeit beschreiben, wenn man den bei maximaler Vergrößerung und optimalen Bedingungen auf den Mond ausrichtet?
 
Hallo Frank,

mit Abwischen macht man einen Spiegel kaputt. Im Netz gibt es hunderte Anleitungen über die fachgerechte Reinigung von Spiegeln. Vorzugsweise geschieht das berührungslos in Wasser, dem etwas Spüli zugefügt wurde. Hartnäckige Stellen werden höchstens unter Wasser mit einer eingeweichten Fingerkuppe vorsichtig behandelt. In der Regel genügt es, vielleicht alle paar Jahre eine Reinigung vorzusehen, abhängig vom Verschmutzungsgrad. Selbst wenn ein Spiegel verstaubt aussieht, merkt man beim Beobachten nichts davon.

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Frank,

ich habe heute Morgen den Mond mit meiner Asi120mc Planetenkamera aufgenommen. Hier das Ergebnis nach der Bildbearbeitung mit fitswork und gimp:
Mondkrater - Mosaik

Hier auch als gif Animation 26 Originalframes um den visuellen Eindruck besser zu zeigen: Mondkrater Animation (50 % Version)

Kommt das Deinen Vorstellungen nahe ?

Ich verwende einen 8'' F6 Dobson und bin sehr zufrieden.
Ich weiß nicht wie viel mehr 12'' oder 16'' bringen aber das häufig mäßige Seeing ist bei mir eh oft die einschränkende Komponente.

Gruß,
Holger
 
Hallo Lunarrover

Zitat von Lunarrover:
Ach ja, vom Typ her würde ich mich eher als "Genussbeobachter" sehen, vom Balkon aus, bei einem Weizen oder Wein, eine laue Sommernacht genießen und auf der Mondoberfläche spazieren gehen ;)
genau, richtig gute Mondbeobachtung geht erst ab zwei Maß Bier los. Mit den kurzen Chromatischen-Kaleidoskopen ist die Mondbeobachtung dann sicherlich richtig Fun.



Gruß
Christian
 
Ja, manch einer übertreibt es vllt mit den Informationen, aber der Interessent kann sich auch das Grundwissen selber anlesen und dann zielgerichtet Fragen stellen zu allen Themen. Im Internet findet er Alles was er dazu braucht.

Auch bei öffentlichen Führungen bei Sternwarten konnte ich die Gedanken von den "normalen" Besuchern schon öfter lesen, als diese mit mathematischen Infos und Fachbegriffen "zugeballert" wurden. (jetzt hör' doch mal auf zu labern und zeig uns was... und nein, nicht immer nur Mond und den Saturn und Jupiter *schnarch* *ich komm nie wieder*)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
... genau! Und wenn einer schon weiß, was er will, finden sich genug Teilnehmer, die ihm schreiben, dass sich das Diskussionsforum hier zum reinen Abnicken einer bereits feststehenden Entscheidung zu schade ist.

Also ich persönlich möchte dahingehend wirken, dass ein Fragesteller eine solide Informationsbasis für eine eigene Entscheidung bekommt. Das ist für einen Teil der Fragesteller richtig, und nervt oder überfordert andere Teile der Fragesteller. Vom Konsumenten des astronomischen Fertiggerichts erwarte ich nicht viel Feedback. Lesen geschieht immer noch willensgesteuert, so dass derjenige durch einen zu langen Beitrag keine bleibenden Schäden davontragen wird.

Clear Skies
Sven
 
Hi Frank,

mit meinem 152/1200 Fraunhofer, den ich auf Zweizollokulare aufgerüstet habe und der auf Säule mit Goto steht schaue ich mir den Mond am bequemsten an. Den Blausaum eliminiere ich so gut es geht mit einem vorgeschraubten Filter, der Einblick in weitwinklige Zweizollokus (Bullaugen) ist sehr angenehm und durch die Goto- Nachführung (ich nutze sie halt auch für Deepsky) kann ich auch mal Seh-Pause machen, rein gehen, was trinken oder sonst was und wieder ans Teleskop, ohne dass der Mond nun gross verschwunden ist, es bedarf eine kleine Korrektur und er ist wieder mittig oder je nach Tracking (lunare Geschwindigkeit) immer noch mitten im Okular.

Dann habe ich einen Beistelltisch mit Mondatlas und Rotlichtlampe und schaue mir Abend für Abend (je nach Wetter) an, was der Mond zu bieten hat. Das ist wunderschön. Mit dem I-Phone und einer entsprechenden Klemme mache ich auch Fotos, die zwar nicht astroforumtauglich sind, weil es hier Spitzenklassebilder gibt (!) .....aber auf diese Weise arbeite ich das Buch nach und nach durch und verinnerliche den Mond. Das ist ganz schön viel Arbeit, wenn man dran bleibt.

Meinen 152er Fraunhofer hab ich billig gebraucht gekauft, wie alles andere auch. Ich liebe dieses Teleskop, sieht einfach auch beeindruckend aus....aber es gibt ganz klar bessere Optiken.

Gruss von Anette
 
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