Teleskop für Schule !!! Hilfestellung

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VierZollLinse

Aktives Mitglied
Hallo zusammen.

Aus alten Astrozeiten blüht z.Zt. eine Bekanntschaft auf. Ein Sternenfreund aus dieser Beobachtungszeit mit abgeschlossenem Astrostudium ist über Umwege in meine Nähe gezogen und arbeitet nun an einem Gymnasium in Gladbeck. Dort als Physiklehrer steht das Projekt "Gründung einer Astro-AG" und somit die Anschaffung eines Schulteleskops auf dem Programm.

Zitat aus der Statusmail:

Zitat:
Wie schon erwaehnt, haben wir 1.500 Euro z.V.. Momentan favorisiere ich einen 10" Newton, wobei man dann den Okularsatz in den naechsten Jahren erweitern wuerde.

Zuerst war ich vom Preis/Leistungsverhaeltnis des 10"-Newtons (ADM-Montierung) von Celestron angetan, aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass die Montierung fuer das Teleskop unterdimensioniert ist. So habe ich jetzt eine Anfrage fuer den
Skywatcher Explorer-250PDS abgeschickt, der genau in den Finanzrahmen der Schule passen wuerde. Hast du ueber die Montierung (EQ6 SkyScan Pro) schon mal etwas in den Foren o.ae. gehoert? Wenn du dazu Alternativen, Anmerkungen, Hinweise etc. hast (8-10" Newton ist unser Plan), wuerde ich mich freuen, darueber zu hoeren.
So, nun wären wir, wäre Klaus-Peter dankbar, wenn ihr auch an diesem Projekt mit eueren Erfahrungen und hilfreichen Informationen beteiligen würdet. Das dies die Erfolgsausichten steigert muss also nicht separat erwähnt werden.

Das Buffet ist eröffnet.

Wir sagen schon einmal vorab besten Dank für die rege Teilnahme und Hilfestellung.
 
Hi!

Meine Erfahrungen von der örtlichen Volks- und Schulsternwarte sagen vor allem eines: Das Gerät muss atombombensicher sein. Als mobile Schülerteleskope haben wir einen Vixen 90/1000-Refraktor aus den 90ern und zwei C8 aus den 80ern, als Montierungen zwei Superpolaris (bei denen die Steuerelektronik den Geist aufgegeben hat und ersetzt wurde; eine steht jetzt fest auf einer Säule - die Motoren tun noch) und eine HEQ5. Mit Blick auf Justage und den Standort Stadt (keine große Austrittspupille sinnvoll) und den Transport weiß ich nicht, ob ich zu einem 10"-Newton greifen würde.

Die typischen Beobachtungsobjekte sind ohnehin Planeten, Sonne und Mond sowie die helleren Deep-Sky-Objekte (M42, M45, M13, M57 - mehr als 5 Ziele gehen mit einer etwas größeren Gruppe in zwei Stunden eh nicht, wenn noch was dazu erklärt wird, das Gerät auf- und abgebaut wird und ein wenig Orientierung am Sternenhimmel geübt wird. Je nachdem, wie gut sich der Kollege am Himmel auskennt, würde ich eher die HEQ5 und einen langen 4"-Refraktor (f/10, mit Herschelkeil gut für die Sonnenbeobachtung ausbaubar, Sonnenprojektion geht auch - eine Astro-AG wird gerade im Sommer zur Tageszeit stattfinden) oder evtl. 6"-Newton bevorzugen. So wenig Elektronik wie möglich, außer er hat sie selber auch im Einsatz! Elektronik ist das erste, was versagt, und wenn man selber nach einem halben Jahr Pause wieder überlegen muss, wie die Steuerung funktioniert, hält das nur auf. Daher: Nachführmotor ja, Goto eher nein. Als Okulare dann Plössl, die dürfen auch mal runterfallen (und das werden sie wahrscheinlich!). Dazu ein stabiles Stativ - Stahl oder besser Holz - das Berlebach Uni 28 ist schön hoch.

Die Vixen GP hat gegenüber der HEQ den Vorteil, dass sie auch ohne Strom/Motoren nutzbar ist, dafür muss man auf die Motorkupplung aufpassen, und der Preis ist höher. Die HEQ5 hat Rutschkupplungen, damit überleben die Motoren den Schulbetrieb länger.

Vixen hat einen 105/1000-Refraktor, der bei TS 930 Euro kostet (ist grad der einzige lange 10cm-Refraktor, den ich auf die Schnelle ohne Montierung gefunden habe); dazu eine HEQ5 mit Stahlstativ für derzeit 500 Euro. Dazu für den Anfag 3-4 Plössl und ein Stück AstroSolar-Sonnenfilterfolie sollten mit ein bissel verhandeln für 1500 Euro machbar sein.

Ich seh grad: TS hat grad noch einen Skywatcher 102/1000 mit Druckfehler auf dem Tubus für unter 200 Euro, dann passen 2"-Übersichtsokular, Herschelkeil, Leuchtpunktsucher und Koffer/Tasche für Teleskop und Stativ evtl. auch noch ins Budget. Ebenfalls sinnvoll: Ein Kameraprojektionsadapter, um mit einer Digiknipse durch's Okular fotografieren zu können.

In die Richtung würde ich mich orientieren, rein aus dem Gedankengang, dass vor allem Sonne, Mond, Planeten und die Deep-Sky-Objekte auf dem Plan stehen dürften und das Teleskop robust sein muss. Nix gegen 10"-Öffnung, aber bereits eine HEQ5 ist mit Gegengewichten ziemlich schwer, und schwache Nebel sind für den Einstieg eh nichts. Die Rutschkupplung der HEQ5 ist für die Lebensdauer der Motoren einiges wert.

Gruß,
Alex
 
Hallo Dominique,

ich bin kein Hobby-Astronom und lese hier mehr interessehalber mit. Bei der Einrichtung einer Schulsternwarte für eine Astro-AG, würde ich erstmal festlegen, was mit dem/den Gerät/en gemacht werden soll. Ich persönlich würde mich nicht nur auf ein Gerät beschränken. Der Newton soll anscheinend nur visuell eingesetzt werden. Dann würde ich eine azimutale (Dobson-)Montierung dafür vorsehen. Das würde dann auch noch einigen Spielraum für das Budget bedeuten. Eine EQ-Plattform mit motorischer Nachführung könnte man dann ja als Selbstbauprojekt planen. Immerhin ist Selbstbau bei Hobby-Astronomen oft ein wesentlicher Bestandteil des Hobbys.
Dazu ein 70/700 - Refraktor auf einer EQ-5, die dann noch etwas Reserve für die Zukunft bietet und mit der man das Einnorden einer parallaktischen Montierung üben kann.

Gruß André
 
Hallo Dominique,

die Meinung, dass ein Teleskop und Montierung für Schulastronomie absolut stabil sein muss teile ich mit Alex. Da die Schüler sich mit der Materie nicht auskennen gehen sie auch mal etwas robust mit dem Equipment um. Außerdem halten sich die Kids auch gerne am Teleskop fest, das muss berücksichtigt werden wenn man nicht ständig Objekte neu einstellen möchte.

Es wäre interessant zu wissen ob das Teleskop mobil sein muss, um aus der Ortschaft raus zu fahren, oder ob der Schulträger einer festen Aufstellung zustimmen würde. Ein Schutzbau auf dem Schulgelände oder dem Dach der Schule würde sich anbieten. Dass der Schulträger hier auch ein wenig investieren müsste, ist klar. Vielleicht würde sich wenigstens eine ein Platz für eine feste Säule finden damit man die Montierung am Beobachtungsabend nur noch aufschrauben muss. Einmal die Nordrichtung markiert und die Monti ist zumindest für visuelle Zwecke schnell einsatzbereit.

Aus meiner Erfahrung von der Sternwarte Schweinfurt kann ich sagen, dass die hellsten Messierobjekte wie Ringnebel, Andromedagalaxie, Herkuleshaufen, Orionnebel und die solaren Objekte 99% der von Schülern beobachteten Objekte darstellt.

Zwecks der Handlichkeit des Teleskops und des Einblicks wegen, würde ich Optiken mit rückwärtigem Einblick (Cassegrain-Typen, Refraktoren) bevorzugen. Sehr schnell ist man auch im Geschäft der Öffentlichkeitsarbeit (Elternabende, Schulfeste,…), da möchten auch die Eltern, Großeltern mal ein Blick durch die Röhre werfen. Auch die Schüler tun sich leichter.
 
Hallo Dominique,

Schule findet am Tage statt, also würde sich auch unser Heimatstern als erstes Beobachtungsobjekt anbieten.

Ein Lundt oder PST zur Sonnenbeobachtung und ein ordentlicher 4-5" Refraktor oder 6" Newton (auch Sonne Weißlicht mit Objektivfolienfilter) auf HEQ5 (Stabilität ist wirklich wichtig), wäre m.E. ein guter Start und vom Anfangsbudget her machbar.
Mehr und bessere Okulare, Filter, mehr Öffnung (als Dobson), eventuell Fotozubehör, bringt die Zeit, wenn das Projekt erfolgreich ist.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dominique,

ich erinnere mich noch an den kleinen Fundus an meiner Schule. Da standen zwei Geräte ungenutzt herum, das eine mit einem "unmöglichen" abbruch irgendeines Zusatzteils, das andere heile aber grundfalsch aufgebaut, ein 114/900.

Ich würde von einem parallaktisch montierten Gerät eher abraten. Bombensicher, das ist der Punkt. Mir scheint, man sollte hier eher auf einen 8" f/6 Dobson setzen. Der ist nicht nur robust (weil einfach), sondern auch leicht zu reparieren. Solange die Spiegel nicht in Scherben gehen...
Im Prinzip stellt man die Rockerbox hin, setzt den Dobs rein, schraubt den (Leuchtpunkt/Telrad!!!-)Sucher an, Kappen runter, Oku rein -> ab dafür.

Wenn ich mir hingegen vorstelle, eine "paragalaktische" aufstellen:
- Gegengewichtstange ausziehen/anschrauben, Gegengewichte anbringen
- Teleskop aufsatteln, Schraube(n) anziehen
- Handsteuerbox
- 12V Anschluss (ggf. Netzteil, Kabeltrommel und Gedöns)
- Dann erst kappen ab, Oku rein und die Kinder schaukeln derweil am Stativ...

Natürlich fordert die Sache, dass der Lehrer sich ein Hauch weit am Himmel auskennt. Mond ist wohl machbar, Jupiter, Mars, Venus sind nach Studium eines PLanetariumsprogramms am Tag vorher auch auffindbar, Saturn etwas sportlicher aber machbar.
Deepsky-Objekte... naja. Klares naja. Nicht ohne Vorbereitung.
Ein Goto-Dobson hat auch wieder das ganze Geraffel an Board. Das kann man knicken. Wenigstens aber hätte der Goto-Dobson nicht die komplexe parallaktische Montierung an Bord (die ja visuell völlig unnötig ist).

Wenn also Goto, dann eher ein Goto-Dobs. Ansonsten puristisch und Pflegeleicht ein Dobson und hier eher den 8" und lieber 2 Stück davon.

Der Vorschlag PST von Günther ist so schlecht nicht. Kann man auch mal durchdenken und selbst bei 2x 8" Dobs (ohne Goto) ist dafür noch Budget da.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Dominique,

das *entfernt* für Lehrzwecke muß sich natürlich am Lehrstoff orientieren und dabei so robust wie möglich sein.
Im Gegensatz zu Sven würde ich keinen Dobs empfehlen und auch kein elektronisches System. Der Dobson wurde von seinem Erfinder eigesetzt, Laien den Sternhimmel nahezubringen. Dh. Her Dobson stand mit seinem Instrument in der Stadt und ließ Passanten durch das Gerät schauen. Er muss also von einem "kundigen" bedient werden. Der "unkundige" kann dann mal durchschauen.

Die Bedienung durch Schüler endet meiner Meinung nach im Kontrollverlust. Jedes unbeabsichtigte Anstoßen verändert seine Orientierung. Außerdem muß ein Newton bei robuster Handhabung öfter mal kollimiert werden. Wer soll das machen?

Außerdem ist der Spiegel offen zugänglich. Nach einem Jahr ist der bei schulischer Behandlung blind vom Putzen (er war ja dreckig!!).

Ich würde eine einfache deutsche Montierungen mit Flexwellen und darauf einen einfachen Refraktor emfehlen. Damit kann die Orientierung am Sternhimmel gut verdeutlicht werden.
Der Zusammenhang "Erdachse-Polaris-Rektaszension-Deklination" ist damit am besten darstellbar. Refraktoren erfordern kaum Wartungsaufwand im Gegensatz zu Dobson's (Newton).

Sonnenbeobachtung mit Schülern würde ich nur durch Projektion durchführen. Jedes Direktsicht Teleskop birgt die Gefahr, daß die Schüler mal einen Blick ohne Herschelkeil oder Filter riskieren. Auch der Sucher birgt die Gefahr einer Verblitzung.

Also meine Favoriten wären eine Montierung, ähnlich ADM Klasse (EQ5 o.ä.) mit schwerem Stahlrohrstativ, handbedienbar mit Flexwellen und ein ED Refraktor mit 80 bis 100mm Öffnung.

Zur Sonnenbeobachtung kann ich nur einen Sonnenprojektor emfehlen.

Weitere Geräte werdet Ihr dann im Laufe der Zeit sicher mit eigenem Wissen und nach eigenen Bedürfnissen beschaffen können.

CS
Porsti
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Porsti,

ich frag mich, was Du Dir unter einem Dobson für ein Teleskop vorstellst. Einen normalen 300 Euro Volltubus 8" f/6 jedenfalls nicht.

Gerade die Möglichkeit, dass ein unkundiger den Dobson leicht bedienen kann ist ein großer Vorteil und bei der Beobachtung mit dem Dobson sind auch Schüler leicht zu beaufsichtigen, z.B. durch Wahl des Leuchtpunktsuchers. Objekte sind mit Weitwinkel-Okularen leicht wieder eingefangen und auch bei max. 250x leicht im Bild zu halten.
Dagegen ist es bei einer parallaktischen Goto-Montierung eine zeitliche Katastrophe, wenn jemand in der Gruppe (versehentlich) ein Stativbein erwischt. Neues Alignment oder auch nur "händisches" Nachsuchen mit Motoren und Steuerbox?

Die Bewegung des Himmels übrigens verdeutlicht der Dobson viel eher, als die parallaktische Montierung, die ja die scheinbare Himmelsbewegung eben nicht fühlbar werden lässt.

Kaputtputzen und Wartungsaufwand betreffen auch den Refraktor, nur anders. Allerdings ist ein 8" f/6 Dobson im Volltubus ein derart robustes System, dass man die Optik Jahrelang ohne Justage mit ausreichender Abbildung betreiben kann. Im Prinzip sogar ewig, solange man das Gerät nicht als Baseballschläger gebraucht - für diesen Zweck ist aber der Refraktor viel griffiger. Sein Leistungspotenzial ist ohnehin nicht besonders groß, wodurch man selbst bei entsprechenden Fähigkeiten des Lehrers auf Deepsky-Objekte verzichten muss, wenn das Gerät in der Stadt aufgebaut wird. Der Dobson mit seiner 200mm Öffnung erlaubt durch den Einsatz eines OIII-Filters auch den tiefen Blick in unsere Galaxis, indem vor allem planetarische Nebel und einige helle H2-Regionen auch aus der Stadt heraus beobachtbar werden.

Ich glaube nicht, dass der Dobson die alleinige Lösung ist, aber das von mir beschriebene Paket ohne Goto erfüllt eine ganze Menge Anforderungen. Und wie schon beschrieben: John Dobson ließ Laien hindurch schauen. Die Leute konnten mit dem Gerät auch sofort ausreichend umgehen.
Was Du vom offenen Tubus erzählst weckt den Eindruck, dass Du Dobsons nicht richtig kennst. Kannst Du ohne Kenntnisse begründet abraten?

Clear Skies
Sven
 
Hi!

Vom Dobson würde ich schon deshalb abraten, weil man die Leute damit nicht beschäftigen kann. Mit was parallaktischem kann man eine kleine Gruppe schon mal eine Zeit lang beschäftigen, auch wenn man das Gerät nur bei Tag im Klassenzimmer trocken aufbauen lässt. Warum gehört welche Achse wohin? Warum hat die Nachführung einen Umschalter für Nord- und Südhalbkugel? Das fällt beim Dobson alles weg.

Und wenn das Gerät solide ist - und das meine ich mit atombombensicher - muss man schon ordentlich dagegentreten, damit es sich verstellt. Und dann der Verursacher das Gerät halt neu einnorden... Die Nachführung (nicht unbedingt mit Goto) ist gerade bei Gruppenbeobachtungen sehr sinnvoll. Ich hab schon oft erlebt, dass durchgeschaut wird, gesagt wird "Ja, ich seh's", und dann schaut man selber mal durch und stellt fest, dass das Objekt längst rausgewandert ist oder ein "Ringnebelhaufen" im völlig defokussierten Schmidt-Cassegrain oder Newton bewundert wird. Irgendwelche H2-Nebel oder Faint Fuzzies sind da illusorisch, zumindest für eine normale einjährige Astro-AG oder Astro-Grundkurs, wo man froh sein kann, wenn mal zwei oder drei klare Abende im Jahr erwischt werden.

Ich hab für unsere Sternwarte mal eine Liste mit Objekten gemacht, die mit 14" aus der Stadt heraus führungstauglich sind - ich bin da übers Jahr verteilt auf 50 Stück gekommen, die ich Leuten zumuten würde, die noch nie durch ein Teleskop geschaut haben. Darunter sind auch einige Doppelsterne, aber gerade mal fünf oder sechs Nebel. Der Rest ist für die Öffentlichkeitsarbeit (egal ob für Schüler oder andere Interessierte Laien) schlicht zu enttäuschend - schon beim Orionnebel hör ich oft genug ein "Das ist alles?"

Da ist die Möglichkeit für den späteren Einsatz von einem Mikrometer-Okular oder ein Kameraanschluss interessanter, um den Schattenwurf und den Durchmesser von Mondkratern bestimmen zu lassen oder den Abstand von Doppelsternen abschätzen zu lassen (je nach Gruppengröße). Am nachgeführten Refraktor mit 1m Brennweite ist ein Foto da schon halbwegs brauchbar und schnell gemacht, auch durchs Okular. Später mal Mikrometer- oder Spektroskopieokular am Dobson? Eher unmöglich. Dafür kann man mit dem Spektroskopieokular schon ganz gut die Unterschiede zwischen Nebel und Zentral- oder Begleitstern zeigen, zumindest bei den helleren Nebeln (also M42 und M51). Gegebenenfalls braucht man dafür eine Kamera, zugegeben - Fraunhoferlinien konnte ich damit zwar noch keine knipsen, aber die Theorie lässt sich ganz gut demonstrieren.

Zur HEQ-5 würde ich wie schon gesagt raten, da sie keine Motorkupplung hat, die beim händischen Verstellen geschrottet werden, genug Masse, dass sie nicht zu empfindlich ist (gerade, wenn sie auf einem soliden Stativ steht), und in der Basisversion mit Nachführung, aber ohne Goto erhältlich ist.

Gruß,
Alex
 
Hallo Dominique,

wenn Dein Bekannter sich mit paralaktischen Montierungen auskennt und sie gut bedienen kann, würde ich zu einem 8" Newton auf der ADM raten. Mit 10" betreibt man sie an der absoluten Leistungsgrenze.

Damit es mit den Okularen nicht so kritisch wird, sollte es ein f=5 oder f=6 Newton sein. Ein schnelleres System würde ich nicht anschaffen.

Im Bieteboard werden immer wieder mal gebrauchte Newtons angeboten, es muß ja kein neuer sein. Da kann die Schule Geld einsparen, das dann in Zubehör investiert werden kann...

Das Stahlstativ samt Montierung ist so schwer, wenn die Schüler aus Versehen dagegen rempeln, da verschiebt sich nix. :biggrin:

Optimal wäre, wenn das Stativ samt Montierung irgendwo fest aufgestellt werden könnte. Oder zumindest nach dem ersten Aufbau und der notwendigen Einnordung die Punkte der Füße am Boden markiert werden könnten. So kann man zukünftig schneller aufbauen.

Von einem Dobson möchte ich als Erstgerät abraten. Die Schüler kennen sich am Anfang nicht am Himmel aus. Stehen mehrere Kinder um das Teleskop herum, ist das Objekt schnell weg und Dein Bekannter muß dauernd wieder neu einstellen.

Bei einer motorisierten Montierung kann sich der Lehrer auf die Erklärungen zum Objekt und die Kinder konzentrieren. Das ist schon Arbeit genug.

Mit einem 8" Newton kann man tagsüber prima die Sonne beobachten. Die Schüler können während der Astro-AG den Sonnenfilter selber aus Pappe und Baaderfolie herstellen. Oder aus Sperrholz einen Rahmen zum Aufstecken herstellen...

Allerdings sollte der Tubus mit einer weißen Lackierung oder mit weißer Folie für Sonnenbeobachtung modifiziert werden. :D

Ein 8" Newton auf einer in beiden Achsen motorisierten EQ6 wäre eine gute Alternative. Goto halte ich nicht für notwendig.

- der Lehrer ist selber ehemaliger Spechtler, sollte Objekte also ohne Goto finden
- die Schüler sollen ja lernen, wo am Himmel welchen Objekte stehen, brauchen also auch kein Goto

Aus der Stadt raus werden nur helle Objekte beobachtet
- Sonne
- Mond
- Planeten
- Sternhaufen
- Planetarische Nebel
- Doppelsterne

dafür reicht ein 8"er locker...

Sobald wieder Budget vorhanden ist, würde ich in einen UHC- und OIII Filter (2") investieren. Damit kann man die Planetarischen Nebel aus dem Lichtverschmutzten Stadthimmel herauskitzeln.

Sonnenflecken und Mond kann mit so gut wie jeder Kamera (selbst mit Fotohandy am Objektiv!) fotografiert werden, mit einer Webcam und einer 1 1/4" 2-fach Barlow-Linse sind auch noch Planeten machbar. Damit ist Stoff für viele Beobachtungsnachmittage/Abende vorhanden... :biggrin:

Wird die Astro-AG von den Schülern gut angenommen, kann man mit einem gebrauchten 8 oder 10" Dob in einer Rockerbox den Gerätepark nach einiger Zeit erweitern.

Für Sonnenprojektion genügt ein kleiner Refraktor auf einer nicht motorisierten EQ3 oder Klon. Die Nachführung über eine biegsame Welle ist eine anschauliche Möglichkeit, die Erdrotation zu zeigen...

Grüße
Fee
 
Hi allerseits,

vielleicht könnte man ja bei der Montierungsfrage aus einem "entweder Parallaktische oder Dobson" ein "Parallaktische und Dobson" machen ... ?)

Wenns ein 8-Zöller Newton werden soll wohl kein Problem da schnell was passendes und preiswertes zu finden ... oder?

Ausserdem sollte vielleicht doch erstmal geklärt werden, was die AG bzw. der Physiklehrer so vor hat und wer daran teilnimmt, Altersstufen etc. ...
 
Hallo Sven,

hier sind Meinungen gefragt, keine reflexartigen alten Beißattacken. Auf Dobson gegen deutsche Montierung habe ich gerade keine Lust.

Nur soviel: Dobson ist ein super Gerät für denjenigen der mit seinem Einsatzspektrum und seinen Handicaps umgehen kann. Schulklassen gehören meiner Meinung nach nicht dazu. Ich kann auch verstehen das es Fan's derartiger Geräte gibt.

Das Argument des Anstossens an die Montierung im finstern ist doch wohl nicht ernst gemeint. Ne ADM Monti hat das Stahlrohrstativ einer EQ6 nur einen anderen Flanschanschluß.
Stoss mal mit der gleichen Kraft an diese und an einen Dobson......

Nicht umsonst hat Zeiss früher im Osten die Schulen mit Refraktoren und deutschen Montierungen ausgestattet. Was damit im Unterricht oder der AG möglich ist muß ich hier nicht erläutern. Es geht jedenfalls um Grundlagen nicht darum ob ich den Nebel "xyz" gerade noch sehen kann!

Hallo Dominique,

ich denke, ein Trend zeichnet sich in der Diskussion hier ab. Egal wie Du dich entscheidest. Die Ausrüstung muss sehr robust sein und muß dir gestatten die Rasselbande auch im finstern im Griff zu haben. Bedenke die Einblickhöhe und das Handling. Einen Newton musst Du evtl. je nach Blickrichtung in seinen Schellen drehen um Einblick zu bekommen.

Den Spaß, den die Jugendlichen mit einem (oder mehreren Dobson's) haben werden, stelle ich mir jedenfalls lebhaft vor. Ich glaube nicht daß den der Beobachtungsleiter braucht.

ansonsten CS

Porsti
 
Hallo Dominique,
wir hatten im Gymi auch eine Astro AG, aber als Teenager bestimmt andere Sachen zu tun, als Abends noch mit dem Lehrer auf Astro Tour zu gehen.
Das kam in 3 Jahren 3 mal vor.
Für die seltenen Male wäre es bestimmt sinnvoller, eine der Volkssternwarten in der Nähe zu kontaktieren sich dort anzumelden.
Da wird alles präsentiert und geführt gezeigt.
Die Herrschaften geben sich sehr viel Mühe und freuen sich über Besucher! Dadurch bekommen die Volkssternwarten auch ihre Daseinsberechtigung.
Die Ausrüstungen sind bestimmt um Klassen besser ohne Gewackle.
Die Schüler, die wirklich Interesse haben, kommen dann auch mit!
Die wenigsten werden sich zuvor mit OIII Filtern und visuellen Beobachtungstechniken auseinandergesetzt haben, wie indirektes Sehen.
Ohne Öffnung ist der erste Blick durch ein Fernrohr immer eine (meist bleibende) Enttäuschung, wenn nicht gerade Jupiter oder Mond aufs Korn genommen werden!

Nur mal so als Anregung aus der Praxis.

Gruß

Alex
 
Hallo,

eine Alternative zur gekauften paralaktischen Montierung wäre eine selbstgebaute EQ-Plattform, bringt noch mehr Verständnis für die Zusammenhänge und spart Geld das in mehr Öffnung/bessere Okulare gesteckt werden kann. Nur mit dem Basteln von Sonnenfiltern wird man kaum einen verregnten Nachmittag erschlagen können.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Dominique,

bei der Gelegenheit möchte ich kurz von den Erfahrungen der Kinder-/Jugendgruppe der Sternfreunde Münster berichten.

Unsere Astrokids sind zwischen acht und 14 Jahre alt, für die Praxis stehen mehrere azimutal und parallaktisch montierte
Telekope (Refraktoren und Newtons) zur Verfügung.

Das einzige Gerät, das sich bewährt hat, ist ein 8 Zoll Dobson f5. Das Gerät ist robust und einfach zu bedienen.
Der Original-Okularauszug hat seinen Geist aufgegeben, da er auch als Griff für Freeclimbing diente... .

Die parallaktisch montierten Geräte sind nach unseren Erfahrungen für Kinder und Jugendliche unbrauchbar. Refraktoren
ebenso: Ein 10jähriger, der freischwingend am Okularauszug hängt, ist das ultimative Ende von Montierung und Teleskop
(das hält auch keine HEQ-5 aus).

Der kurze f5er Dobson eignet sich v.a. auch wegen seiner geringen Höhe für kleinere Kinder, die Abbildung mit Plösslokularen
ist natürlich nicht so gut, aber den Kids sowas von egal! Was anderes als preiswerte Plössl sollte man nicht nehmen, weil
diese wie oben erwähnt gerne mal runterfallen- da ist schon einiges an Material in der Tonne gelandet.
Für Jugendliche ab 14 eignet sich auch ein parallaktischer TAL-Newton. Die Montierung ist ausreichend robust
(im Reparaturfall kann man zur Not selber schweißen :/ ) und Elektronik gibt es bei unserem Modell auch keine.

Link zur Grafik: http://www.sternfreunde-muenster.de/gbilderxl/austell951003.jpg

Viele Grüße
Michael
 
Hallo Leute,

aufgrund dessen, dass ich an der örtlichen Volkssternwarte auch öfters im Jahr öffentliche Beobachtungsabende mit leite, habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Dobson für Schüler bzw. Kinder eher nicht geeignet ist.

Gegen den Dobson spricht z.B., dass er er bei der geringsten Berührung vom Ziel verstellt wird und dass zur Nachführung die "Lehrkraft" wieder ran muss. (Schüler oder Kinder langen übrigens zwangsläufig an das Okular oder den Tubus...)

Als für mich ideales Zusatzinstrument bei größeren Gruppen hat sich eine EQ5 (mit Polsucher) mit "billigem" Nachführmotor erwiesen, auf die ich einen 5"-Mak setze.
Die Konstruktion ist ausreichend stabil, um auch "Berührungen" zu verkraften und durch die Kompaktheit des Instruments und den rückwärtigen Einblick sind durch Drehen des Zenitspiegels schnell "Anpassungen" an verschiedene "Beobachtergrößen" durchführbar.

(auf diesem Bild sieht man das Gespann in Aktion)

Das Gleiche gilt natürlich auch für einen SC ähnlicher Größe oder einem 80er ED...
(die geschlossenen Systeme beugen übrigens auch dem "Putzwahn" vor)

Abraten kann ich vom parallaktisch montiertem Newton, da sich hier je nach Objekt die Einblickposition sehr ändert (auch in der Höhe) und man unflexibel ist, sobald man Personen mit unterschiedlicher Körpergröße hat.

Gruß Norbert

 
Zitat von SternfreundeMS:
Refraktoren ebenso: Ein 10jähriger, der freischwingend am Okularauszug hängt, ist das ultimative Ende von Montierung und Teleskop (das hält auch keine HEQ-5 aus).
Hi!

Da hat sich bei uns die Anschaffung einer Trittleiter bewährt, in Kombination mit dem Hinweis auf den Preis des Teleskops ;)
Ich hab leider kein besseres Bild davon als das hier und das hier. Die Leiter könnte Little Jumbo sein, mit stabilem Sicherheitsbügel zum Festhalten.

Dazu der Hinweis: "Du darfst dich hier an der Montierung und an der Leiter festhalten, aber nicht am Teleskop." So hat die Superpolaris ein Vierteljahrhundert Einsatz in Schule und Öffentlichkeitsarbeit überlebt; nur die originale Steuerung ist hinüber (nach einem Reparaturversuch sogar unrettbar; jetzt gibt es eine selbstgebaute Stromversorgung für den originalen Nachführmotor).

Gruß,
Alex
 
Hallo!

Vielleicht sollte mal geklärt werden um welche Altersklassen es sich handeln wird.
Wenn es ältere Kinder sind, wäre doch auch zu überlegen das ganze in mehrere 6" Dobsons zu investieren um in GRuppen arbeiten zu können. Bei Astroshop habe ich die skywatcher 6" für 153 euro gesehn.


Gruß Deadlock
 
Hallo zusammen

Jetzt bin Ich die verschiedenen Vorschläge sehr schnell durchgegangen, als erstes möchte
Ich euch zu 2 bis 3 Ferngläser in verschiedenen Vergrößerungen vorschlagen dazu ein Stativ.

Das mit den Dobson Teleskopen auf Rockebox finde Ich am Besten dazu Hiperion Okulare
was dazu passt sind 1 Refraktor 6" Marke es gibt viel auswahl, Meade, Celestron und andere
Deepsky Nebel OIII Filter Talrad und extra Sucher, was noch sein sollte ist natürlich
Astronomische erfahrung eine AG Leitung, und was ist mit Sternatlanten Deepsky Atlas
die Neuste Ausgabe empfehle Ich da für, siehe www.beobachteratlas.de
bei Selbstverlag, siehe auch in Sterne und Weltraum Nr.12/2010 Seite 74,
denkt aber auch an Astobücher.

Überlegt auch die Unterbringung der Astronomischen Utensilien, es sollte nicht weit
Transportiert werden sollen.


Auf jeden Fall wünsche Ich euch viel Erfolg, gelingen und Freude an euren vorhaben.

Mit Gruß Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen.

Mir erschließen sich nicht die Anregungen hinsichtlich der Teleskopwahl mit Hinweisen auf die "Umgangsformen" junger Menschen. Soll ein Teleskop auf die Handhabungsfähigkeit der Jugend ausgerichtet sein, so käme ja dann nur eine Panzermontierung in Frage, gespickt mit einem arianeähnlichen Tubus?

Viel zu kompliziert und mit wenig Vertrauen an die, die damit das Ziel verfolgen.
Sicher, Bedenken sollte man einrichten, jedoch nicht gänzlich die Ausrüstung davon abhängig machen.

Ich denke, die Gruppe wird rel. klein sein, nur interessierte Schüler werden sich dem widmen,
das Lehrpersonal wird die "Stabilitätsdefizite" der Ausrüstung durch Sachverstand und Durchsetzungsvermögen ausgleichen. Klare Ansage mit klaren Regeln und derer konsequenter Einhaltung und gut ist. Ich arbeite mit gleichwertigen Schülern im Dojo, kostbare aus China gefertigte Schmuckstücke sind Bestandteil des Unterrichtsraumes und glaube mal nicht, wenn ich aus dem Dojo gehe das da was zu Bruch geht oder gegangen ist ;) bitte ein wenig mehr Vertrauen in seine eigens an die Kiddis vermittelten Entwicklungbausteine. Wenn die Teilnehmer den Spaß an der Sache finden, werden sie das Gerät zu schätzen wissen, und genau diesen Wert erhalten wollen. Da reguliert sich m.E. schon das Verhalten wie von selbst. Das ist nach meinen Erfahrungen immer so, oder hast du schon mal gesehen, dass die Kiddis ihr Handy vergewaltigen ??? ;)

Diese Faktoren spielen für MICH gar keine Rolle, vielmehr, mit welchem mittel qualitativ angesiedelten Equipment ist das max. für das gesteckte Ziel zu erreichen.

K.Peter hat sich noch nicht gemeldet. Warten wir´s mal ab.

Abgesehen hiervon sage ich aber mal besten Dank für die wirklich in allen Richtungen guten Ratschläge und Gedankenanregungen. Wirklich sehr konstruktiv und wichtig!
 
Hallo Dominique,

dann spricht ja nichts gegen einen 10" Dobson. Bei vorhandenem Budget gibt es beim Dobson die meiste Leistung. Da bleibt dann auch noch Raum für das Zubehör.

Es sei denn die Vermittlung von RA und Decl soll unbedingt zu deinem Schulprogramm gehören; und es sei denn eine Nachführung soll ebenfalls zum Teleskop dazugehören. Dann muss viel Geld in eine parallaktische Montierung gehen (die neuen Goto-Dobson lasse ich mal weg, die kenne ich nicht).

Ich hab's im Thread jedenfalls auf die Schnelle nicht finden können, wie deine Anforderungen zur Nachführung und RA/Decl - Vermittlung sind.

P.S.: Es gibt individuelle Geschmäcker, aber ein 10" Newton auf eine mobile, parall. Montierung zu hiefen erfordert nach meiner Ansicht schon eine gesunde Konstitution. Auch das Drehen des Tubus ist bei der Größe 'nicht ohne' - er rutscht gerne und darf dann neu austariert werden. Entfällt beides beim Dobson ...

CS,
Stefan

 
Hallo Stefan,

m.W. fällt auf Grund der angestrebten Unterrichtsinhalte ein Dobson aus. Ein paral. nachgeführtes Gerät ist für die gesteckten Ziele Grundlage weiterer Überlegungen.
Ich persönlich würde hier auch keinen Dobson einplanen, aber das ist eine Sache der Sicht auf die Dinge.

Aber wie erwähnt, jede Überlegung, jede Anmerkung, jeder Ratschlag ist ein weiterer konstruktiver Baustein.
 
Vielleicht sollte man auch mal überlegen was denn am Ende das Ziel der Übung sein soll.
Ich denke der Himmel in der Nähe der SChule wird eingehende Deep Sky Beobachtungen sowieso verbieten. Daher wären mehrere Dobsons mit kleinere Öffnung vielleicht besser, da so mehr Schüler zu individuellen Beobachtungserfolgen an Mond und Planeten kämen. Nichts ist doch langweiliger für eine Schulgruppe von 25 Mann, als sich in der Nacht die Beine in den Bauch zu stehen wärend der Lehrer das Ziel einstellt und man nur einen kurzen Augenblick durch das Okular schauen kann.
Im Biologie Unterricht hatten wir für 2 Mann ein Mikroskop und haben dann Zeichnungen angefertigt. Ein Supermikroskop des Lehreres mit dafür viel höherer Vergrößerung hätte trotzdem das Lernen erschwert.
Den Aufbau eines Newtons kann man auch an einem Dobson erlernen. Einzig für das Verstehen einer deutschen Montierung und die Veranschaulichung des Einordnens der Montierung, wäre eine solche in meinen Augen Sinnvoll.
Daher ist es vielleicht garnicht schlecht einige 6" Dobsons zu erstehen und ein Teleskop mit einer prallaktischen Montierung.
Ich vermute mal, dass Beobachtungsnächte für eine Schulklasse vielleicht auf 2 Tage im Jahr fallen. Große Öffnungen für schwierige Objekte brächte da warscheinlich wenig.

Gruß Deadlock
 
Auch wenn die Gefahr groß ist, das alle Jehova schreien:

Wir hatten in der Uni in Mineralogie neben einem Mikroskop für jeden, ein Mikroskop mit Videokamera samt Beamer. Das hat zur Klärung der Erkennung einzelner Minerale mehr beigetragen als der einzelne Blick durchs Mikroskop.

Vielleicht wäre dies hier auch eine Option? Wenn das Ziel eh eher Sonnensystem wäre, so könnte man doch eventuell mit einem nach geführtem Teleskop + guter CCD Webcam (DMK?) mehr reißen, einmal den Fokus eingestellt könnten alle Kinder gleichzeitig das Bild betrachten. In Zusammenarbeit mit einer bestimmt vorhandenen Computer AG könnte man sogar Summenbilder berechnen und als "Ausstellung" in der Schule präsentieren.
 
Und nochmal Jehova.

Mich wundert es ehrlich gesagt, dass noch niemand einen größeren (ED) Refraktor vorgeschlagen hat. Der sieht immerhin auch aus wie ein "richtiges" Teleskop, was im Bezug auf Öffentlichkeitsarbeit nicht zu unterschätzen ist. Transportabel ist das ganze auch gerade noch so. Da Deepsky wohl nicht im Vordergrund stehen wird, verstehe ich nicht so wirklich wieso hier mit 10" hantiert werden soll.

Von daher: ED 120mm auf ADM/Eq5 mit ein paar einfachen Okularen sollte gerade noch ins Budget passen wenn man etwas verhandelt (sollte ja bei einem guten Zweck drin sein). Zur Not halt einen längeren Achromaten. Weiteres Zubehör kann man später noch dazukaufen.

Viele Grüße,
Hans-Peter
 
Zitat von leicam62003:
Mir erschließen sich nicht die Anregungen hinsichtlich der Teleskopwahl mit Hinweisen auf die "Umgangsformen" junger Menschen. Soll ein Teleskop auf die Handhabungsfähigkeit der Jugend ausgerichtet sein, so käme ja dann nur eine Panzermontierung in Frage, gespickt mit einem arianeähnlichen Tubus?
Hi!

Meine Erfahrung ist, dass das Teleskop nicht nur wegen der Schüler robust sein muss - das ist kein Problem der Jugend. Wenn ein Gerät mehreren Leuten zugänglich ist, bekommt es früher oder später was ab - und sei es nur, weil es in der Physiksammlung irgendwem im Weg steht und etwas unsanft zur Seite gestellt wird. Oder irgendwer meint, er bräuchte einen Adapter oder ein Netzteil, oder jemand findet ein Teil, bei dem er nicht weiß, wo es hingehört. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass ein Muschelbruch im Okular bei der Beobachtung nur stört, wenn man sich mehr auf die Optik als auf das Objekt konzentriert.

Außerdem sind robuste Sachen meist einfacher aufgebaut: Ich hab die Erfahrung gemacht, je billiger das Teleskop ist, desto aufwändiger ist der Aufbau. Bei guten Stativen wird z.B. die Okularablage nur eingeklipst, sodass keine Schrauben verloren gehen können, und große Schrauben findet man leichter wieder, wenn sie einmal runterfallen. Du glaubst gar nicht, wie viele Staubschutzdeckel in einem wenige Quadratmeter großen, geschlossenen Kuppelraum auf immer verloren gehen können. Und ich hab bis heute nicht rausgefunden, wie man versehentlich und ohne Werkzeug ein Reduzierstück von 2" auf 1,25" verbeulen kann (genauer gesagt, die 2"-Filteraufnahme), aber es geht anscheinend.

Unabhängig davon, welches Gerät es letztlich wird, von mir noch zwei Tipps:
  • Verpack das Gerät in Koffer/Kisten, bei denen für jedes Teil ein Platz ist. Kleb nach Möglichkeit noch einen Zettel dazu (auf oder in den Deckel), was wohin gehört und was was ist. Bei Refraktoren können die Okulare und Filter meist wunderbar im Teleskopkoffer verstaut werden. Auch eine Rolle Isolierband, um ggf. den Sonnenfilter zu sichern, gehört in den Koffer. Mit zwei Brettern und viel Rasterschaumstoff ist da schnell ein Fach für gebaut. So wenig Einzelteile wie möglich - ein separater Okularkoffer wird schnell irgendwo hingeräumt, wo man ihn nie wieder findet; für lose Filter und Okulare gilt das noch mehr.
    Link zur Grafik: http://www.kerste.de/A-de-Bilder/Vixenkoffer.jpg
  • Leg eine - möglichst bebilderte und einlaminierte - kurze Aufbauanleitung bei. Nur für den Fall, dass irgendwann irgendwer anders Zugang zu dem Teleskop hat und es mal aufbaut.
Gruß,
Alex

Nachtrag => mceuskadi (ein echter Name wäre hier wohl hilfreich...): Bei Kameras ist das Problem, dass die Kamerabilder außer evtl. bei Sonne und Mond schlechter sind als im Okular; da ist es hilfreicher, das Bild von Sonne und evtl. Mond auf ein Blatt Papier zu projizieren. In einer SuW aus dem letzten Jahr war mal ein Artikel über eine Sternwarte drin, die mit einer Kameravorführungen Erfahrungen gesammelt hatte.

Da würde ich lieber noch zwei, drei Feldstecher verteilen, um die Leute zu beschäftigen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

rein sachlich gefällst Du mir schon besser.

Da werde ich die Krümel mal neu zusammensetzen.

Dobson = (ALT AZ montierter) Newton.
Newton = vorne offener Tubus (oder?).

Kannste um Newton kürzen:

Dobson = vorne offener Tubus!!!!!!!!!!

:super:

CS

Porsti
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Dominique,

ich persönlich habe das Gefühl du zäumst das Pferd von hinten auf. Gemäß dem Eingangsthread 'das Buffet ist eröffnet' müsste ich jetzt einfach drauflos posten, damit du deine konstruktiven Bausteine (in Form von Anmerkungen) zusammenbekommst.

Scheinbar hast du dich auf parallaktisch eingeschossen, was ja okay ist. Alle Parameter dazu, wie Kosten, Gewicht und Größe (vor allem Tubus) sind genannt.

Ein paral. nachgeführtes Gerät ist für die gesteckten Ziele Grundlage weiterer Überlegungen.

?) Das ist sehr schwammig formuliert und mir ist nicht klar, was deine Ziele sind oder ich habe es nicht verstanden, wo es jetzt noch weiter hinführen soll.

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,
ich bin ja nicht der jenige, der das Schulteleskop sucht, sondern der eingangs erwähnte Kollege, der nun Leher ist. Hat Astro studiert und Schwerpunkt nachher,..........weiß nicht mehr, ich frag mal nach. Hab ihn aber bisher nicht erreichen können. Es war ein Idee von mir im S-Bahn Gespräch, diesen Fred zu eröffnen. Aus dem kurzen Gespräch ging eben hervor, dass es ein nachgeführtes Teleskop sein MUSS, da Himmelmechanik und auch später anschließende "einfache" Fotografie eingebunden werden soll. K.Peter hat an der WHO in Essen lange Zeit mitgearbeitet (?) von daher denke ich, er weiß was er will und tun möchte. Leider hat er sich HIER noch nicht gemeldet, also meinerseits leider mehr schwammige Aussagen, sorry dafür. Ich will hoffen, dass sich das äbdert, die rege Teilnahme hat dies verdient ;)
 
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