Teleskop für Sonnenbeobachtung

Pat_2

Mitglied
Hallo zusammen,

dies ist einer meiner ersten Beiträge hier im Forum.

Ich möchte mir ein gebrauchten Refraktor für Sonnenbeobachtungen kaufen. Ich besize einen 102/500 Skywatcher-Refraktor(Richfielder) den ich für Deep-Space Beobachtungen nutze.
H-alpha wäre jetzt natürlich das Ultimative für Sonnenbeobachtungen ....aber auch der Preis....vorerst :Trost:
Jetzt komme folgende Fragestllungen auf für die Weißlichtbeobachtung:
- welche Öffnung und Brennweite ermöglicht eine gute Sonnenbeobachtung im Detail (Granulation, Flecken, Fackeln...) ? Habe in anderen Foren was von mind. 102/1000 gelesen. aber die H-alpha haben auch nur 35/500 bzw. 40/400. Würde auch mein 102/500 hier gut abschneiden ?
- welches Setup benötige ich da ? Hier ist nach div. teleskopshops entweder a) Sonnenfilterfolie (ND5) + Baader SolarContinuum oder b) beiÖffnungen < 150mm die Sonnenfiltefolie (ND3) + Graufilter 12% + Solar Continuum + UV/IRSperrfilter notwendig. Alternativ Herschelkeil. Was könnt Ihr empfehlen ? Welche Okulare sind hier geeignet ?
- schädigt die Sonnenstrahlung nicht die verklebten Objektivlinsen --> Vergilbung durch die Sonneneinstrahlung und Wärmeeinwirkung ? Damit würde doch die Transmission gravierend verschlechtert werden. Möchte hier nicht meinen Richfielder riskieren.
- was ist vorteilhafter - Baader AastroSolar oder Herchelkeil ?

Danke euch für Antworten und Hilfestellungen
 

UwePilz

Mitglied
Ein Problem bei Sonnenbeobachtungen ist, dass du in der Wärme schaust. Schlieren überall, außer vielleicht an kalten Wintertagen. Dann steht aber die Sonne niedrig. Kurz: Höhere Vergrößerungen sind bei der Sonne oft gar nicht möglich.
Ich beobachte regelmäßig mit einem 8cm-f/6-Spektiv+Baaderfolie mit einem Variookular. Die chromatischen Aberrationen dämpfe ich mit einem Gelbfilter. Optisch ist das bestimmt nicht erste Sahne.
Ich habe andere Instrumente, die mit einem Sonnenfilter ausgerüstet sind, aber deren Benutzung lohnt sich meist nicht. Das Bild ist zu unruhig.
Meine Empfehlung: Kaufe dir einen Bogen Baader-Folie und vielleicht einen gelbfiletr und beginne mit dem, das du hast. Wenn du vor dem Objektiv filterst, ist keine Schädigung von Teleskopkomponenten möglich.
 

night_rider

Mitglied
Hallo,

Bei Baaderfolie Vs.Herschelkeil scheiden sich die Geister. Wenn überhaupt dann ist der Herschelkeil der Filterfolie nur bei hohen Vergrößerungen überlegen die Seeingbedingt aber eher selten nutzbar sind. An deiner Stelle würd ich mir den 102/500 Refraktor auf 80mm abblenden (Folienhalterung basteln), mir dann die visuelle ND5 Baaderfolie reinkleben und schon kanns ohne große Investitionen losgehen. Das entspanntere Öffnungsverhältnis wird dir Abbildungstechnisch wahrscheinlich mehr bringen als die 2cm Öffnungsverlust kosten. Ich hab mir zur Sonnenbeobachtung vor Kurzem einen Telementor besorgt und der hat sage und schreibe gerade mal 63mm Öffnung. Vom Kontrast her ist er meinem ehemaligen 90/1000 Fraunhofer aber deutlich überlegen. Seeingbedingt kann ich zb. mein C8 (mit Baaderfolie) nur sehr selten nutzen während der kleine Refraktor eigentlich immer nutzbar ist. Öffnung ist also an der Sonne nicht alles es ist ja genug Licht da und das Seeing ist am Tag meist bescheiden.

Was Uwe sagt kann ich nicht bestätigen, besonders im Winter herrscht an sonnigen Tagen oft das schlechteste Seeing. Die Beste Zeit ist m.E. an mäßig warmen Tagen ohne Luftbewegungen.
 

leicam62003

Mitglied
Hallo Pat_2,
nur soviel vorab, stehe gerade auf dem Blakon und habe hinsichtlich der unterschiedlichen Öffnung/Folie den A-B Vergleich.
Da ich mir gerade einen kleinen Megrez zugelegt habe und auch einen Vixen ED103S besitze, kann ich dir folgendes mitteilen:
Im 103er gegenüber dem 72er besteht in der Dateilbeobachtung ein Unterschied. Feinere Strukturen kommen im 103er besser hervor. Das betrifft die Granulation sowie die Einzelheiten der Umbra und Penumbra. Die Fackeln sind heller und auch in ihrer linearen Struktur deutlicher zu beobachten. Der Kontrast ist auch höher. Der A-B Vergleich findet im 103er mit ~800mm Brennweite und einem 20er XW Pentax gegenüber dem Megrez mit einem 10er XW Pentax statt. Ich stecke den Baader Herschelkeil nur um. Der Megrez befindet sich oben auf montiert. Der Keil ist mit der Standardausrüstung ND3 und Baader Solar-C.-Filter bestückt. Das grüne Sonnenbild stört mich nicht im geringsten, im Gegenteil, ich finde die beworbenen Aussagen des Solar-C.-Filters gegenüber der Baader Folie nur bestätigt. Diese habe ich auch verglichen. Die meist oder oft anzutreffenden Löcher in der Folie nerven mich hinsichtlich der verursachten "Reflexe". Dieser gegenüber würde ich immer einen Glassonnenfilter bevorzugen, den ich auch im Vergleich aus der Erinnerung testen konnte. Die Handhabung dessen ist m.E. auch mit nicht so viel Umsicht verbunden.

Ich will noch den ausstehenden Vergleich des Solar-C.-Filters mit einem einfachen Polfilter ausführen, der wenn in der Red.-Hülse plaziert und an dieser gedreht eine Regulierung der Lichtmenge ermöglicht, da ja im Herscheilkeil schon teilpolarisiertes Licht vorliegt. Somit würde dann auch ein Unterschied von mit und ohne Solar-C.-Filter zur Verfügung stehen.
In der Summe aber vorab:
Auch im Megrez mit 72mm kann ich die o.a. Erscheinungen wie sie im 103er sichtbar sind beobachten. Bei m.E. 4" Öffnung stört das Seeing nciht wirklich im Vergleich zum 72er. Doch die knapp 20mm mehr von 80mm aus betrachtet bringen schon einer bessere Erkennbarkeit der Einzelheiten.
Was bedacht werden muss ist der Fokusweg des Herschelkeils. Nicht alle Okus die ich habe treffen den Fokus, vor allem die Baader Genuine Orthos nicht. Es ist keine Seltenheit, dass ich hier aus meiner Gegend die Flecken bei 160fach mit dem XO5mm detailliert beobachte, selten aber machbar. Die Momente lohnen sich. Eine 80-100fache V ist schon fast Standard.
Die lange überlegte Investition des Herschelkeils hat sich für mich als richtig erwiesen, erhebt aber keinen Anspruch auf eine Verallgemeinerung. Seitens der Qualität finde ich die Beobachtung der Sonne mit einem HK als die Beste.

Der Vergleich der unterschiedlichen Öffnungen im Ha und im Weißlicht sind m.E. unzutreffend.

Nachtrag:Habe nun den Vergleich Polfilter+ND3 und ND3+Solar-C.-Filter gemacht. Schon auf dem ersten Blick sind die Fackeln wesentlich schwächer zu erkennen. Der Kontrast ist auch gemindert. Feine Einzelheiten treten in der Kombo 2 deutlicher hervor. Die Flecken sind "schwärzer" und auch die kleinsten Punkte zeichnen sich deutlicher von der Umgbung ab. Ferner hatte ich den Eindruck, dass der Einfluss auf die Seeingstörung weit aus geringer mit dem Solar-C.-Filter ausfällt. Das Bild ist ruhiger und generell schärfer, was wieder höhere V zulässt.

OT: Ich gehöre mehr zu den Leuten, die wenn etwas schei...e ist es auch sagen. Ich rechtfertige keine Investition dadurch für gut, nur weil sich vll. die Anschaffung ja im Nachhinein als nicht lohnend erwies. Ich kann also hier nur positives über den HK berichten und das ist wie immer auch nur meine Sicht. Das Teil ist einfach nur faszinierend.

Ich hoffe, ein wenig geholfen zu haben. Beweisfoto :)
 

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yukons

Mitglied
Hallo Dominique,
Hast du schon mal versucht mit einem Bino-Ansatz zu beobachten ?
Meine Erfahrung diesbezüglich ist eine wesentlich bessere erkennbarkeit von Details als die Beobachtung mit einem Auge.
Das flimmern kommt mir dann auch nicht so stark vor.
Kann das jemand bestätigen ?
 

Bocian

Mitglied
Hallo Jadran,

seit ein paar Monaten habe ich das Baader Großfeldbino und bobachte seit dem nur noch binokular. Feine Details sind leichter zu erkennen und der plastische Bileindruck ist wirklich ein riesen Unterschied zum monokularen Beobachten. Außerdem kann man länger am Stück beobachten, da es nicht so sehr anstrengt. Die oft geäußerte Meinung, dass die störenden Seeingeffekte gemindert werden, kann ich leider nicht bestätigen.
Ob Sonne mit HK, Mond oder Planeten, ich kann es empfehlen! Tipp: Unbedingt vorher ausprobieren!

Grüße!
Bocian
 
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leicam62003

Mitglied
OT?
Hallo Bino-Fans.
Wie erwähnt habe ich keine Ahnung von Bino, mir fehlt nur die schlüssige Peripherie der Ausstattung. Also mit oder ohne GWK? Der frisst die Transmission? Wenn GWK Vergleich zur monookularen Beobachtung hinsichtlich Detailerkennbarkeit, wegen Lichtverlust? |< Vergrößerungsfähigkeit? Evtl. Tubus kürzen? Wie auch immer, fast ein eigenes Thema.
 

**DONOTDELETE**

Hallo Jadran,

nein, kann ich nicht bestätigen. Auch der von einigen Bino-Usern
beschworene "plastische" oder "3-D" oder "räumliche" Eindruck
war bei mir mit keinem Binoanatz vorhanden, gleich welches Teleskop
vor dem Binoansatz war. Da aber der Glaube bekanntlich Zwerge versetzt:
Probier es einfach aus. Sehen ist eine sehr individuelle Angelegenheit.

Sonnenbeobachtung wird stärker als nächtliche Beobachtung
durch die Luftunruhe behindert. Du wirst feststellen,
daß das Seeing einige Zeit vor Sonnenuntergang besser wird.
Der Grund ist die Abnahme der Temperaturdifferenzen und damit
einhergehend die Abnahme von Luftturbulenzen.

Teleskop für Sonnenbeobachtung:
1) H-Alpha ist eine feine Sache, doch leider auch sehr teuer
wenn man etwas mehr als fast keine Öffnung will.

2) Sonne im Weißlicht.
Ein Herschelkeil ist da schon ein gewisser Vorteil gegenüber
der Baader-Folie. Vor allem dann wenn die Folie nicht mehr
jungfräulich neu ist und Pollen sowie Staub angesammelt hat
(Zunahme von Streulicht).

Öffnung ist auch an der Sonne förderlich.
Seeingbedingt kommt man aber schneller an eine Grenze ab der
weitere vergrößerung der Öffnung nichts mehr bringt.
Nach meinen Erfwhrungen sind 6" (abgesehen von traumhaft
guten Bedingungen) schon ausreichend groß.

Wie bei der Planetenbeobachtung kommt es auf eine gute Abbildung
auf der Achse an, denn man kann an ruhigen Tagen durchaus
auch mal mit 170x beobachten.
Also im Weißlicht ein farbreiner REfraktor, ein Schiefspiegler
(geht auch mit Herschelkeil) oder ein Newton mit Folie.
Diese Billiglösung ist gut, man muß sich aber Mühe geben
"Lichtlecks" konsequent zu vermeiden, da diese Lichtlecks
zu erheblichem Kontrastverlust führen können.
Denn das Nutzlicht (das was durch Folie plus weitere Filter ging)
wird um mehrere Zehnerpotenzen stärker gedämpft als das Lecklicht
(das Licht welches z.B. am Tubus durch Ritzen eindringt
und nur durch die Zusatzfilter in Okularnähe gedämpft wurde).

Aus dem Grunde des ungünstigen Nutzlicht/Streulicht-Verhältnisses
ist der Newton mit unverspiegelten Haupt- und Fang-Spiegeln
eine billige, aber leider nicht so überzeugende Lösung.

Teleskope mit deutlichem Farbfehler solltest du ebenfalls vermeiden.

MfG,Karsten

 

R_Andreas

Mitglied
Hallo,
ich hatte Gelegenheit, die beiden Herschkeile von Lunt und Baader mit der bekannten visuellen Filterfolie zu vergleichen. Das ganze an einem Vixen 81 Apo.

Beide Herschelkeile geben sich optisch nichts. Beide sind fummelig, was die Filterung angeht. Beim Baader werden diese zwischen Keil und 2"-Aufnahme platziert, beim Lunt in die 2" Steckhülse des Okularadapters 2" => 1 1/4".

Die Folie ist schon sehr gut, aber man sieht deutliches Streulicht, um die Sonne herum ist es nicht schwarz. Bei den Keilen ist das anders. Ob man dadurch wirklich einen Detailgewinn auf der Oberfläche hat, ist schwer zu sagen, vermutlich ist er bei guten Verhältnissen und hoher Vergrößerung vorhanden. Ästhetischer ist das Bild auf jeden Fall (pechschwarze Umbra).

Für die gelegentliche Sonnenbeobachtung ist die Folie völlig ausreichend. Die Keile habe zwei Nachteile: Die notwendige Filterung ist nicht sehr anwenderfreundlich, wenn man diese häufiger anpassen will, ansonsten bei immer gleicher Filterung natürlich kein Problem.
Zum zweiten legen die Keile den Fokus nach innen, so dass man möglicherweise nicht mit allen Okularen in den Fokus kommt, was natürlich extrem ärgerlich ist. Bei meinem Vixen war das z.B. der Fall.

Ich würde Dir also ebenfalls empfehlen, mit der Filterfolie an Deinem vorhandenen Refraktor zu experimentieren, und als mögliche Anschaffung einen 102/1000 Achromaten ins Auge zu fassen. Das emfpohlene Abblenden Deines Achros finde ich sinnlos; was soll es bringen, nicht die volle Öffnung zu nutzen? Binoansatz ist natürlich auch Unsinn. In der HiFi Welt würde man von Voodoo sprechen. Wenn schon, dann mit einem richtigen binokularen Fernrohr.
Grüße
 

Gerd_K

Mitglied
Servus.

Ich beobachte intensiv die Sonne im Weißlicht.

Mein derzeitiges Setup ist ein 150/3000mm Schiefspiegler, die Lichtdämpfung erfolgt mit einem 1,25 Zoll Herschelkeil, den ich aber gegen ein zwei Zoll Modell von Baader tauschen werde.

Beim Herschelkeil ist es wichtig, das ein ND 3.0 zur weiteren Dämpfung verwendet werden muss.
Durch einen einfachen Polfilter, den man in das Okular einschraubt kann das Licht weiter variabel gedämpft werden. Es reicht hier ein einfacher Polfilter, da aus dem Herschelkeil Okularseitig schon polarisiertes Licht herauskommt.

Die Handhabung vom Herschelkeil ist sehr einfach und unkompliziert.

Die Öffnung:

Auch in der Sonnenbeobachtung bringt eine größere Öffnung einen erheblichen Gewinn an kleinen Details.
Ich habe es bei mir selbst bemerkt, beim umstieg von einem 80/910mm Refraktor zu dem 150/3000mm Schiefspiegler.
Beim Schiefspiegler sehe ich das Netzwerk der Granulation immer, auch bei nicht optimalen Seeing.
In den Umbren und Penumbren der Sonnenflecken komme ich auf sehr kleine Einzelheiten herunter

Beobachtungszeit:

Meine Erfahrung:
Das Seeing ist generell in den Stunden nach Sonnenaufgang sehr viel besser als in den Stunden vor Sonnenuntergang.
Wenn ich Spätschicht habe, und ich am sehr frühen Vormittag beobachten kann, habe ich sehr oft beste Bedingungen.

Wichtig:

Für kleine Details:
Weg von Häusern, nicht über Hausdächer beobachten. Weg von geteerten und gepflasterten Plätzen.
Wiesen oder Feldwege sind die besten Orte.

Links:

Mein Setup:
http://www.gerd-kohler.eu/Sonne/Sonnenbeobachtung.html

Der Schiefspiegler:
http://www.gerd-kohler.eu/Teleskope/Teleskope_2.html

Gruß
Gerd
 

Pat_2

Mitglied
Hallo zusammen,

vielen Dank für die vielen interessanten Antworten. Da sind wirklich einige Anregung dabei, die mich zum Nachdenken bringen.

Ich hätte ggf. die Möglichkeit ein gebrauchten Skywatcher (mit anscheinend guter Optik) 102/1000 bzw. eine 90/900 OTA zukaufen für <100€ zu kaufen.
Ich würde mich auf AstrSolar+IR/UV Sperrfilter + ggf. Polarisationsfilter + optional Solar Conti. ausrichten. Mittelfristig wäre ein Herschelkeil interessant. Momentan ist da mein Budget eher limitiert als dass ich mich auf die ganz guten Optiken ausrichten könnte. Daher auch in Richtung der Skywatcher Refraktoren.

Ist dieses Setup stimmig ? Wäre der 90/900 hier ggü. dem 102/1000 geeigneter ?
Welche Okular everwendet Ihr da ? Ich hätte im Programm die HR Planetaries und TS Super Plössls.


 

night_rider

Mitglied
Ist eigentlich ziemlich egal welchen Refraktor du nimmst, die schenken sich wahrscheinlich nicht viel da sie das selbe Öffungsverhältnis haben und besser geeignet als der f/5 sind sie beide. Wenn du den 102/1000 nimmst kannst du evtl den selben Sonnenfilter auch am 102/500 verwenden. Denk aber auch an die Montierung, so ein langer FH ist da ggfs. schon eine Herrausforderung weil der Hebel echt lang ist. Falls du da noch eimal einen Herschelkeil oder einen Binoansatz drankaufst könnte das mit der Stabilität evtl. Grenzwertig werden. Den Herschelkeil kann man ohnehin irgendwann als Upgrade zur Folie dazukaufen, die Folie kostet eh fast nix.

Zitat von R_Andreas:
Das emfpohlene Abblenden Deines Achros finde ich sinnlos; was soll es bringen, nicht die volle Öffnung zu nutzen? Binoansatz ist natürlich auch Unsinn. In der HiFi Welt würde man von Voodoo sprechen.
Grüße
Schon mal mit einem f/5 FH auf 100 fach Vergrößert? Wenn er noch den Solar Continuum dazukauft nicht notwendig, klar. Und ein Binoansatz bringt sicher zumindest mehr Beobachtungskomfort und den Meisten auch eine bessere Detailerkennung warum soll das Unsinn und Voodoo sein?
 

Schiefspiegler

Mitglied
Hallo Jadran und alle Bino-Interessierte,

zur Frage, ob ein Bino bei der Sonne hilft: Ein Bino an einem einzigen Fernrohr schaut weiterhin durch eine einzelne Luftsäule, daher berichten wohl die meisten, dass es nicht sehr viel bringt.

Ich verwende ein 80mm-Grossfernglas, auf 50mm mit Baader-Folie abgeblendet. Hier wird also durch 2 Luftsäulen geschaut!
Die Okulare lassen ein Vergrößerung von 50fach zu. Habe das mit einem guten 80mm-Refraktor plus Glasfilter Monokular bei gleicher Vergrößerung verglichen. Der Unterschied - gerade bzgl. Bildruhe - zum Fernglas ist gigantisch.

Das verblüffend bessere Bild im Fernglas lässt sich nicht alleine mit der physiologischen Entspannung beim beidäugigen Sehen erklären. Auch die relative Unruhe, die eine Öffnung von 80 gegenüber 2x50 bringt, kann das nicht erklären. Ich vermute vielmehr, dass die Augen ein bzgl. Flimmern jeweils ANDERES Bild erhalten. Das Gehirn verwendet die jeweils optimalen Elemente der zwei Bilder und setzt diese zusammen.

Ich denke, die "echte" binokulare Beobachtung - zwei Tuben, nicht bloss zwei Okulare - ist der entscheidende Clou bei der turbulenten Sonnenbeobachtung.

Clear skies,
Christopher

 

night_rider

Mitglied
Hallo Christopher,

Das ein echtes Bino sicher noch mehr bringt glaub ich gern! Der Effekt müsste eigentlich umso stärker ausgeprägt sein je weiter die Tuben voneinander entfernt sind damit der Zustand der Luftsäule wirklich in beiden optischen Achsen unterschiedlich ist. An sich wär so ein Selbstbau-Bino mit 2 billigen FH-Refraktoren wohl eine gute und preiswerte Alternative zu einem ja relativ teuren Binoansatz. Aber wie löst man das mit dem Augenabstand? Gibts da irgendwo leistbare Umlenkprismen für den Eigenbau?
 

Patrick_25

Mitglied
Hallo,
also ich verwende einen 80mm Apo und bin voll zufrieden, die Granulation ist damit deutlich sichtzbar...habe letztens den Vergleich gegen 8'' Dobson gemacht, das Seehing lies nur maximal 130x zu.

Der Unterschied war sehr gering, nur in kürzesten Momenten merkte man das der 8'' noch deutliche Reserven hat.

Von den beiden von dir genannten Refraktoren kann ich dir den 4'' empfelen, der Farbfehler ist nicht sehr gross und 4'' zeigt auch schon eine Menge.

Letzendlich geben sich 3einhalb Zoll und 4'' nicht viel, aber sichtbar ist der Unterschied schon.

Zu den Okularen kann ich sagen das die Hr Planetarys gut sind, kann man ohne Bedenken verwenden.

Gruss Patrick
 

Pat_2

Mitglied
Hallo zusammen,

danke Euch für die Tips. Binokular wird bei mir nicht angedacht.
Werde jetzt doch erstmal meine 102/500 mit Sonnenfolie ausrüsten (wollte aus Angst, dass die Objektivverklebung meines 102/500 durch die einfallende Wärme und Lichtintensität vergilbt und die Transmission verschlechtert ein günstiges gebrauchten Achromaten kaufen). Die Sonnenfiltefolie verhindert dies wohl. Ein einschlägiger Teleskophändler bei mir in der Nähe meinte, dass der Solar Continuum nur für den Kombieinsatz mit einem Herschelkeil sinnvoll wäre und bei der Sonnenfilterfolie nichts bringen würde, ebenso ein IR/UV-Sperrfilter. Das würde alles schon die Sonnenfilterfolie übernehmen. Für die Sonnenfilterfolie wäre eher ein Polarisationsfilter sinnvoller. Kann das jemand bestätigen?


 

P_E_T_E_R

Mitglied
An der Frage, inwieweit bei Verwendung der visuellen AstroSolar Folie von Baader noch ein zusätzlicher IR/UV Sperrfilter erforderlichlich ist, scheiden sich die Geister.

Das wurde auch hier schon mehrfach diskutiert, siehe z.B.

IR/UV Sperrfilter bei Sonnenbeobachtung?

Vereinzelte Sternfreunde haben nach längeren Beobachtungen mit der Folie ohne zusätzliches IR/UV Schutzfilter über ein anhaltendes Brenngefühl geklagt.

Auf der Basis von Transmissionsdaten bei www.sonnen-filter.de von Peter Höbel sind solche Berichte zwar nur schwer verständlich. Im Zweifel emphielt sich aber der Einsatz eines solchen Sperrfilters nach dem Motto "Sicher ist sicher".

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Hallo Peter,

über ein anhaltendes Brenngefühl geklagt.
für einen ähnlichen Fall gibt es eine interessante Untersuchung. Menschen, die vor der Strahlung von Mobilfunkmasten Angst hatten, zeigten die erwarteten Symptome auch dann, wenn die Funkmasten überhaupt nicht in Betrieb waren, was die Probanden aber nicht wußten. Die von Dir erwähnten Brenngefühle halte ich für ein wirklich vorhandenes Ergebnis von Angst.

Grüße Kurt
 

leicam62003

Mitglied
Zitat von Pat_2:
......... Ein einschlägiger Teleskophändler bei mir in der Nähe meinte, dass der Solar Continuum nur für den Kombieinsatz mit einem Herschelkeil sinnvoll wäre ............ Kann das jemand bestätigen?
.....nö, hat er denn erklärt warum?
Die Aussage wäre für mich auf Grund der schmalen Bandbreite von 540nm (?) vorerst auch nicht selbsterklärend. In welcher Form vor dem Filter die Lichtmenge reduziert wird, spielt doch für die Wirkung des Filters hinter dieser keine Rolle - oder?
 

night_rider

Mitglied
An der Frage, inwieweit bei Verwendung der visuellen AstroSolar Folie von Baader noch ein zusätzlicher IR/UV Sperrfilter erforderlichlich ist, scheiden sich die Geister.
Auch wenn keinerlei akut schädigende Wirkung feststellbar ist es m.E. nur sehr schwer nachweisbar das langfristig wirklich kein nachteiliger Effekt eintreten kann. Wenn man sich die Transmissionskurven der Baader Folie anschaut sieht man das sie sowohl im IR als auch im UV-Bereich streckenweise sehr wohl durchlässig ist. Für meinen Teil kann ich nur bestätigen das ich nach intensiver Beobachtung der Sonne mit Baader Folie ohne Sperrfilter irgendwie ein "komisches Gefühl" im Auge habe. Es ist zwar kein direktes Brenngefühl aber das "aktive Auge" fühlte sich nach dem beobachten oft eigenartig an. Deshalb verwende ich zur Sicherheit jetzt auch immer einen IR/UV Cut Filter. Auch wenn er nicht notwendig und nur ein Placebo ist gehe ich beim Augenlicht lieber 100% auf Nummer sicher, die paar Euro ist mir mein Augenlicht allemal wert.
 

Gerd_K

Mitglied
Servus.

Ich setze in der Sonnenbeobachtung in meinem Setup einen IR/UV Cut ein.

In der Sonnenbeobachtung hatte ich seit dem ich mit dem Herschelkeil beobachte, unahängig von der verwendeten Optik (80/910mm Refraktor
oder 150/3000mm Schiefspiegler) nach meheren Tagen intensiver Sonnenbeobachtung ein Brennen im Auge.

Im Astrotreff habe ich dazu einen Bericht geschrieben.

Viele Grüße.
Gerd

 

night_rider

Mitglied
Hallo Gerd,

Dein Bericht ist wirklich interessant! Der Filter und die Lichtfalle bleiben tatsächlich kalt? Warum bauen die Hersteller den Filter dann nicht serienmäßig bei Herschelprismen ein?
 

Gerd_K

Mitglied
Servus Markus.

Selbst wenn das Teleskop über eine halbe Stunde auf die Sonne ausgerichtet ist, wird weder der Herschelkeil heiß, noch der IR/UV Cut.

Wenn ich abbaue und den Filter wieder von Herschelkeil herausschraube ist die Fassung so kalt wie die Temperatur der Umgebung. Das Filterglas wird dann wohl auch nicht heiß sein, das kann ich natürlich nicht feststellen, denn dann müsste ich es berühren.

Edit: Der Filter ist wie in meinem Setup abgebildet VOR dem Herschelkeil eingeschraubt, also im ungefilterten Sonnenlicht.

Ich konnte aber bisher nur in der Beschreibung/Anleitung zum Baader Filter lesen, das der Baader Filter den IR Anteil reflektiert und nicht absorbiert.

Gruß
Gerd
 

night_rider

Mitglied
Hallo Gerd,

Ich denke bei den Standart IR-Filtern erfolgt die Filterwirkung per Absorption (sonst würde sicher was in der Beschreibung stehen), sprich solche dürften knapp vor dem Brennpunkt im ungefilterten Strahlengang sehr heiß werden und evtl. sogar platzen. Wieder was gelernt, hochinteressant! Spricht also klar für den Baader IR-Cut am Herschelkeil!
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Zitat von Gerd_K:
In der Sonnenbeobachtung hatte ich seit dem ich mit dem Herschelkeil beobachte, unahängig von der verwendeten Optik ... nach meheren Tagen intensiver Sonnenbeobachtung ein Brennen im Auge
Hallo Gerd,

der Baader ND3 am Herschelkeil macht ja oberhalb von 1400 nm im IR praktisch vollständig wieder auf, so dass es dann auch gar nicht weiter verwunderlich ist, dass dieser Filter ohne zusätzliche IR Sperrung sehr problematisch wird, zumal das BK7 Keilmaterial dort ebenfalls völlig durchlässig ist.

Die Frage, die hier (wieder mal) aufgeworfen wurde, betraf allerdings insbesondere die IR Transmission der visuellen AstroSolar Folie von Baader, und da sieht die Geschichte doch ganz anders aus.

Hast Du denn ähnliche negative Erfahrungen mit der Baader Folie gemacht? Wenn hier von einem möglichen Placebo Effekt ("komisches Gefühl im Auge") die Rede ist, betrifft das gewöhnlich nicht den Herschelkeil, sondern die Situation mit der visuellen Folie.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 

night_rider

Mitglied
Hallo Peter,

Danke für den Link war ganz interessant zu lesen. Die Haltung der Händler erinnert mich ein wenig an die Position der Zigarettenlobby, nichtmal denen kann man ja die Ursache- Wirkbeziehung von Langzeitschäden durch Rauchen nachweisen insofern lässt sich dahingehend ja jeder Spruch mühelos ablassen. Ich wette jeder vernünftige Augenarzt wird (schon rein sicherheitshalber) genau das Gegenteil zu möglichen Langzeitschäden sagen. Am Herschelkeil würd ich sowieso nie ohne IR-Cut beobachten, das wär mir viel zu unsicher. Versteh auch nicht das man in Herschelprismen nicht standartmäßig gleich IR-Cut und ND3 fix einbaut oder aufdampft dann hätte man weniger Erwärmung und die Sache wär Narrensicher.
 
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