Teleskop im März

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Dulorer

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Hallo alle zusammen.

Ich würde mir gerne wie der Name des Thread schon sagt ein Teleskop im März kaufen.

Wir haben hier sogar noch einen alten aber kleinen Refraktor mit dem man nicht viel mehr anstellen kann als den Mond zu vergrößern (geschätzt 50/700, vielleicht könnt ihr mir für die Wartezeit auf das neue sagen ob noch mehr damit geht).
Dieser wurde in Kindesalter von meinen Eltern gekauft um eventuell ein Interesse an der Astronomie zu wecken, was eher nicht gelungen ist da es doch schnell langweilig wird wenn man eben nur den Mond angucken kann.

Da ich mich aber schon immer für das Universum interessiert habe bin ich irgendwann mal zu dem Entschluss gekommen mir ein deutlich größeres Teleskop anzuschaffen als das welches wir hier haben. Mit unserem alten Refraktor hab ich immer wieder versucht die hellsten Sterne am Himmel zu vergrößern jedoch war das Ergebnis immer dasselbe schlechte da man auch durch dieses Instrument nicht mehr sehen konnte als mit bloßem Auge.
Also ist die Mindestvoraussetzung für ein neues Teleskop das erkennen lässt was die hellsten Sterne jetzt eigentlich sind (also Galaxie, Planet oder irgendeine Sonne).

Mein Preisvorstellung liegt bei 300€- max. 400€. Es kann aber auch gerne weniger sein =).
Beobachten würde ich am liebsten die Planeten in unserem Sonnensystem was heißt das beim Jupiter der Große Rote Fleck wenn es geht erkennbar sein soll.
Über Welche Größe eines Newton reden wir hier dann?
Weiter sollte der Reflektor eine möglichst stabile parallaktische Montierung (also kein Dobson) besitzen da ich auch gerne mal mit dem Teleskop auf eine frei Wiese gehen möchte, und auch keine lust habe mich ständig zu bücken (das geht mir schon beim Refraktor immer auf die Nerven).

Natürlich habe ich mich schon ein wenig in den gängigen Teleskop-Shops umgeschaut.
Eine Frage hab ich aber immer wieder, und zwar baut z.b. die Firma 2 verschiedene 150/750 Newton's, den Cen150ota und den Omni150OTA wo liegt bei den beiden jetzt bitte der unterschied?

Wie man es eben so macht habe ich mir natürlich auch schon ein paar Teleskope in die Favoriten liste gestellt die ich euch mal aufführe.
- Gsn1507ota in Kombination mit dem SkyView
- Cen1507EQ3
- BKP1507EQ3
- Skn1309EQ3
- Fals die Montierungen alle wirklich nicht stabil genug sein sollten könnte ich auch noch ein paar Münzen mehr aus der Schublade holen z.b. für dieses Teleskop Gsn1509ADM

Jetzt könnt ihr mir ja eure Meinung über meine Favoriten sagen, und ob das überhaupt für meine Ansprüche reicht oder ich noch mehr sparen sollte.
 
Hallo Dulorer,

Wir haben hier sogar noch einen alten aber kleinen Refraktor mit dem man nicht viel mehr anstellen kann als den Mond zu vergrößern (geschätzt 50/700, vielleicht könnt ihr mir für die Wartezeit auf das neue sagen ob noch mehr damit geht).

damit geht definitiv mehr. Aber, Du mußt leider genau wissen, welches Pünktle da oben am Himmel ein Planet ist, dann kannst ihn Dir mit dem Röhrle anschauen. :Trost:

Im Moment sind prinzipiell 3 Planeten sichtbar. Jupiter sobald es dunkel wird, Saturn so ab 2 oder 3 Uhr in der Früh und Venus kurz vor Sonnenaufgang.

Bei Jupiter kannst die Bänder erahnen, die 4 Gallileischen Monde als Pünktles links oder rechts vom winzigen Planetenscheible sehen. Die Monde stehen jeden Tag anderst, da sie unterschiedlich schnelle Umlaufzeiten haben.

Bei Saturn kannst den Ring als schwachen Strich sehen, das Planetenscheible ist nur halb so groß wie Jupiter. Wenn der Mond Titan günstig steht, kannst den ebenfalls als Pünktle erkennen.

Bei Venus erkennt man die Phase, an sonsten sieht man nix.

Mit dem Röhrle gehen auch ein paar Deepsky Objekte:

- Orionnebel
- Andromedagalaxie
- "bunte" Doppelsterne
- die hellen Kugelsternhaufen.

Aber auch hier gilt, du mußt wissen (oder in einer Sternkarte/Planetariumsprogramm nachschauen), wo genau am Himmel Du diese Objekte suchen mußt.

Und gaaanz wichtig, das alles ist grau vor schwarzem Hintergrund, mit Ausnahme der "bunten" Doppelsterne. Der Anblick im Teleskop hat überhaupt nix mit den bunten Bildern zu tun, die Du hier im Forum, auf anderen Internetseiten, in Büchern oder Kalendern findest.

Auch in den von Dir angepeilten 6" Teleskopen ist das alles grau in grau (halt hetwas heller und man kann höher Vergrößern), aber keinesfalls so knackscharf und bunt wie die Galaxienfotos!

Mit unserem alten Refraktor hab ich immer wieder versucht die hellsten Sterne am Himmel zu vergrößern jedoch war das Ergebnis immer dasselbe schlechte da man auch durch dieses Instrument nicht mehr sehen konnte als mit bloßem Auge.

Auch im 6"er ist ein Stern (= weit entfernte Sonne) nur ein nadelfeiner Punkt.

Nur bei den freisichtigen Planeten wird durch die Vergrößerung mit irgendeinem Teleskop die Form und Oberflächenstrukturen sichtbar.

Der einzige Kugelsternhaufen, den Du eventuell mit dem Auge sehen kannst, ist M13. Ein winziger Nebelfleck im Sternbild Herkules, an der Sichtbarkeitsgrenze für die meisten Menschen mit Durchschnittsaugen. Aus der Stadt raus nicht ohne Hilfe zu sehen. Im Fernglas, Deinem vorhandenen Röhrle oder auch einem größeren Teleskop wird aus dem diffusen Klex dann ein Gewimmel an Sternen. Je mehr Öffnung, desto mehr schwächere Sterne werden sichtbar.

Ob Du mit dem angepeilten 6" Newton andere Galaxien außer der Andromedagalaxie sehen kannst, hängt von Deinen persönlichen Umständen (Himmelsqualität am Beobachtungsort) ab.

Mein Preisvorstellung liegt bei 300€- max. 400€. Es kann aber auch gerne weniger sein =).
Beobachten würde ich am liebsten die Planeten in unserem Sonnensystem was heißt das beim Jupiter der Große Rote Fleck wenn es geht erkennbar sein soll.
Über Welche Größe eines Newton reden wir hier dann?

Mit dem sind bereits die Planeten als winzige Scheibchen zu sehen und Du hast ein Goto, das erleichtert das Auffinden.

Das ist der absolut unterste Einstieg aus meiner Sicht. Auf die kleine, sehr gut zu transportierende Montierung kannst später aber kein größeres Teleskop draufsezen.

Es kommt darauf an, wie Du die Objekte am Himmel finden willst. Da gibt es 2 Wege.

a) Sternbilder lernen, Positionen aus einer Sternkarte (Aufsuchkarte aus Büchern oder Ausdruck eines Planetariumsprogramms) bestimmen, von Hand das Teleskop auf das Objekt ausrichten

b) sich auf die Technik verlassen und "Goto" nutzen.

Vorteil von a)
es kostet nix, Du lernst den Himmel kennen, bist nicht auf Akkus oder sonstige Stromversorgung angewiesen, bist flexiebel in der Wahl der Montierung (Dobson, äquatorial, parallaktisch) und kannst das ganze Geld in die Teleskopöffnung stecken.

Nachteil von a)
das braucht Zeit und Geduld

Vorteil von b)
Bei Goto ist eine motorisierte Nachführung dabei, das Objekt bleibt im Gesichtsfeld und Du hast am 1. Abend schon etliche Objekte im Okular, schnelles Erfolgserlebnis

Nachteil von b)
Ist der Akku leer, bist total aufgeschmissen. Du findest nix (es sei denn, Du kennst Dich am Himmel aus und findest trotzdem die Objekte). Ohne Akku geht aber die Nachführung auch net, die Objekte wandern aus dem Gesichtsfeld. Nachführung durch Drehen an einer biegsamen Welle ist nicht möglich, da keine vorhanden.

Weiter sollte der Reflektor eine möglichst stabile parallaktische Montierung (also kein Dobson) besitzen da ich auch gerne mal mit dem Teleskop auf eine frei Wiese gehen möchte, und auch keine lust habe mich ständig zu bücken (das geht mir schon beim Refraktor immer auf die Nerven).

das ist kein Hinderungsgrund. Du kannst einen langbrennweitigen Dobson nehmen. Für Planeten ist einer mit 1,5 Meter Brennweite oder mehr ideal. Einem Dobson kannst (falls Du bastelgeschick hast) selber ne Rockerbox aus Holz bauen. Das ist sehr preisgünstig, fast alles Geld fließt in die Optik. Dazu noch einen Beobachtungsstuhl (auch selber bauen) und schon kannst wunderbar entspannt am Dobson im Sitzen beobachten. Ein weiterer Vorteil beim langbrennweitigen Dobson sind die Okulare. Da kannst günstige verwenden, ohne die Einschränkungen die sie an schnellen f=5 Teleskopen haben. :super:

Die Frage ist eher, wie Du das ganze Zeug (Gewicht und Abmessung) zur Wiese transportierst...

Für reines "Planetengucken" passen alle ausgesuchten Teleskope/Montierungen. Die haben aber alle eine mechanische Nachführung mit biegsamer Welle. Du mußt Dich also ein bissy mit "Einnorden" beschäftigen und die Objekte nach a) anfahren und von Hand nachführen...

6" sind für den Einstieg in die Planetenbeobachtung völlig ausreichend.

Ob Deepsky Sinn macht, hängt von Deinem Beobachtungsstandort ab...

CS
Fee
 
Hi Dulorer,

mit dem Gsn1509ADM hättest du schon eine gute Wahl getroffen.
Diese Montierung ist in Kombination mit diesem Teleskop sehr gut brauchbar. Auch die mitgelieferten Okulare dürften für den Einstieg ausreichend sein.
Wenn du Blut geleckt hast könnte ein Okular mit 5mm Brennweite noch in Betracht ziehen, um die Planeten noch höher zu vergrößern. Und evtl. ein 32m 2" Erfle für DeepSky, falls sich dein Interese auf diesen Bereich verlagern sollte. Mit dem 6" f/6 geht vieles, das Teleskop ist universell und erlaubt auch eien späteren Einstieg in Fotografie. Eine Motorisierung bis hin zu Goto ist nachrüstbar.

Schau dir mal Stellarium an. Das ist ein Freeware Programm, dass die schnell und anschaulich die aktuelle Position der Planeten zeigt.

Viele Grüße
Chris

 
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Hallo Dulorer,

Lad dir doch mal das kostenlose Programm Stellarium runter. Nach dem du deinen Standort eingegeben hast, siehst du praktisch den Sternhimmel dort in Echtzeit. Hir kannst du dann schaun wo die Planeten gerade sind oder sichder Orionebel versteckt.
Als ich die Sache mit der Vergrößerung der Sterne gelesen habe kamen mir allerdings schlimme Befürchtungen.
Egal wie groß dein Teleskop auch sein mag ein Stern bleibt immer ein Punkt. Auch Planeten werden nicht Mondgroß in deinem Teleskop erscheinen, da bei Planetenbeobachtung zu 80Prozent der schlechte Himmel dir einen Strich durch die Rechnung macht und nicht das Teleskop. Das bedeutet, dass du mit einem 6" wohl schon die Grenze des machbaren in den meisten Nächten erreichen wirst. Nebel und Galaxien sind allermeistens nur milchige graue Flecke die man auch mal übersehen kann wenn man nicht weiß wonach man sucht. Auch hier ist der schlechte Himmel der limitierende Faktor. Farben sieht man durch Teleskope garnicht, maximal bei Planeten. Wenn du deine Erwartungen deutlich dämpfst wirst du mit einem 6 oder 8 zoll Gerät deine FReude haben. An sonsten ist es rausgeschmissenes Geld
Gruß Deadlock
 
@Sternenfee123
Danke für deine genaue Darstellung und was sich mit dem "Röhle" (Bild von diesem) noch lohnt zu suchen.

Das fast alles das man durch das Teleskop anschaut Schwarz Weiß ist, ist mir durchaus bewusst =).

Was die GoTo Steuerung angeht, so eine möchte ich überhaupt nicht besitzen da ich mich auch gerne mit der Mechanik per se beschäftigen und die Sterne selber erkunden möchte und nicht einfach per Knopfdruck alles gezeigt bekomme (dann könnte ich auch für 2 Euro zur Örtlichen Sternwarte fahren, was ich ja auch noch machen kann falls ich doch mal etwas sehen möchte das mit "normalen" Hobbyteleskopen nicht möglich ist wie z.b. Proxima Centauri in Mondgröße).

Ist überhaupt möglich das ein Dobson auf einer Wiese stabil steht, oder müsste man sich dann ein Stativ für die Rockerbox kaufen?

Mein Vater hat letztes ein großes Poster mit der Sternkarte der nördlichen und südlichen Himmelsphäre irgendwo aufgegriffen. (darauf hab ich auf dem Südhimmel u.a. Jupiters Geist gefunden, nach erfolgloser suche bei Google würde ich euch gerne frage was das ist?)
Darauf sollte ich schon alles finden können falls ich speziell nach etwas suchen möchte.
Die vorgeschlagene Software "Stellarium" hört sich gut an, und ich werde mir diese aufjedenfall anschauen.

würden auch kleine Teleskope z.b. 130. oder 114. ausreichen um die Planeten wie oben beschrieben erkennen zu können?
Um mal zu meinen Standort zu kommen.
Ich Wohne in Stuttgart auf den Fildern, was heißt das von hier aus ca. 10km Entfernung und 100m Höhenunterschied zur Innenstadt liegen.
Vom Balkon aus kann ich nach Süd-Süd-West, Südwest, Nord-Nord-West und Nordwest,
und in den Zenit schauen
direkt im Westen steht ein 30m hoher Baum im weg.
Im Süden ist hinter der A8 eine kleinere Stadt die kaum licht abstrahlt. In den Südwesten und Westen ist so gut wie ga nichts außer Wald weshalb es in diese Richtung stock duster ist. Im Norden ist die Innenstadt, zum glück aber der hohe Höhenunterschied wodurch der Lichtkegel nicht so enorm ist. Und im Nordwesten sind noch ein paar verstreute Stadtteile die zum glück auch nur wenig licht abstrahlen.
 
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Hallo Dulorer,

ich habe den GSO 150/900 auf ADM und bin damit sehr zufrieden. Gerade der Aspekt einer ausreichend dimensionierten Montierung betrachte ich bei dieser Kombination als erfüllt, das Ding steht fest und zittert so gut wie nicht spürbar. Das heißt schon etwas, denn die meisten Set-Angebote der Anbieter bringen z.B. EQ3 oder NEQ3 an den Start, die mit den großen Röhren überfordert sind.

Gegenüber deinem alten Refraktor wirst du am Planeten schon einen sprübaren Schritt nach vorne machen. Ab 6" ist jedoch gleichzeitig der Einstieg in Deep-Sky- Erkundungen möglich, die du mit dem alten Teil nicht hinbekommen kannst. Ich sah vor wenigen Tagen den Orion-Nebel im GSO und war baff, um wieviel kontrastreicher und deutlicher das Bild gegenüber meinem 70/700er Lidlskop schon war. Wie du ja schon weißt, gibts Farbe bei der visuellen Beobachtung nicht!

Das Ganze ist bei TS als Paketpreis sehr günstig, Tubus und ADM einzeln wären wesentlich teurer, zusätzlich gibts einen Sucher, 2 Okulare und die Verlängerungshülse dazu.

Allerdings: die Angelegenheit ist schon ein richtiger Brummer. Die Montierung nicht ohne weiteres am Stück transportabel. Beides zusammen wiegt über 20kg! Diese "Schwere" ist auf der anderen Seite beeindruckend und gibt ein gutes Gefühl von Qualität und "Reserven".

Ich bin zufrieden!

Klare Nächte

Logi
 
Hi

Schau dir z.B. mal bei www.binoviewer.at den Teleskopvergleich an.
Größere Teleskope könne zwar auch an Planeten punkten, aber die deutlichen Unterschiede kommen bei den lichtschwachen Objekten.
Für Mond/Planeten nehm ich z.B. am liebsten einen kleinen Mak mit 90mm - sehr handlich, keine Farbfehler, Kontrast ist ausreichend, um einiges zu erkennen.
Ansonsten wäre der aber zu eingeschränkt - eben lichtschwach, was einen außerhalb unseres Systems auf Sternhaufen einschränkt; Nebel und Galaxien gehen kaum, m31 und m42 natürlich schon ,aber man hat im Vergleich zu 6" schon deutlich weniger Licht und Details.

Der Anmerkung von Logi kann ich im übrigen nur beipflichten - solide montiert ist auch ein eigentlich handlicher und leicher Sechszöller schon recht schwer. Zerlegt und mit Treckingrucksack aber noch selbst mit dem Fahrrad zu transportieren, wenn auch grenzwertig.

cs
Jürgen
 
Ich hab mir jetzt mal das Stellarium angeschaut und find es super =).
Bewegen sich die Planeten wirklich so schnell wenn man etwas näher heranzoomt???


Das Gso ist bestimmt super aber es ist eben auch das Teuerste in der Liste^^.
 
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Hallo Dulorer,

Schau dir mal im Stellarium das Okularplugin an. Dort kannst du Teleskopöffnung, Brennweite und Okularbrennweite eingeben und bekommst so ein Gefühl für die Größe der Planeten und den Anblick der dich da ungefähr im Okular erwartet. Ja die Planeten bewegen sich bei hoher Vergrößerung sehr schnell durchs Gesichtsfeld, das ist ja das Problem ohne Nachführung ;-)

Die 750mm Brennweite sind für Planeten schon etwas wenig (siehe Stellarium). Ich habe auch längere Zeit mit dem 150/750 beobachtet und bin mit der Leistung des Instruments am Planeten einfach nicht richtig zufrieden gewesen. Die Justage ist bei f/5 auch nicht so unwichtig und sollte wirklich sehr genau durchgeführt werden. Trotzdem ist der 150/750 ein empfehlenswertes Instrument für den Einstieg dass sich vor allem noch leicht montieren lässt. Noch kompakter wäre ein 150mm Mak dass von der Brennweite her auch idealer wäre, ist aber leider "einen Huni" teurer. Du könntest dir auch den von Logi vorgeschlagenen 150/900 überlegen, der bringt am Planeten sicher die bessere Leistung und ist noch dazu auch noch Okularunkritischer. Auch die ADM ist ein guter Tipp wenn du eine preiswerte Montierung fürs visuelle mit viel Tragkraft suchst.
 
Hallo Dulorer,

noch ein paar grundsätzliche Infos. Betrachte einmal die "Lichtstärken" bzw. "Öffnungsverhältnisse" deiner Kandidaten. Die 150/750 haben ein Öffnungsverhältnis von 5 oder auch kurz: f5. Beschrieben wird die Brennweite 750 geteilt durch die Öffnung. Die meisten Newtons in diesem Segment haben f5, einige wenige f4 (z.B. 800/200). Die beiden Genannten bezeichnet man als "schnelle Optiken". Je größer der Wert wird, um so "langsamer" wird die Optik. Typische Anfänger-Refraktoren wie dein altes Teil oder die typischen 700/700 oder 90/900er haben somit eine langsame Optik von f10.

Je schneller eine Optik, desto lichtstärker ist diese, was Vorteile für die Helligkeit, für ein großes Gesichtsfeld und vor allem fürs Fotografieren bringt. Von Nachteil ist allerdings, dass die schnellen Optiken anspruchsvoll sind bezüglich der Okularqualität. Will man auch am Rand des Okulars kompromisslose Schärfe, so muss schon einiges Geld für die Okus opfern. Besonders tritt dieser Effekt bei den großen Weitwinkelokularen in Erscheinung.

Je langsamer eine Optik, umso weniger bedeutend wird dieses Problem. Dies ist der Grund, warum ich mich für das GSO f6-Teil entscheiden habe. Ein guter Kompromiss zwischen immer noch großem Gesichtsfeld, großer Helligkeit, aber weniger okularkritisch. Auch die Anforderungen an die Justage werden kleiner, je langsamer die Optik ist.

Weiterhin zu prüfen ist die Fangspiegelgröße der Newtons und damit die sog. Obstruktion, also den Verschattungsanteil an deiner Öffnung durch den Fangspiegel. Weniger Obstruktion bedeutet mehr Kontrast! Hier gibts z.B. bei Skywatchers f5-Modellen zwei Versionen. Die PDS-Version - fotooptimiert - mit großem Fangspiegel (50mm) und die P-Version mit kleinerem Fangspiegel (43mm), aber auch weniger Obstruktion.

Den f6-GSO gibts serienmäßig mit fotooptimiertem 50mm FS. TS tauscht den aber kostenlos gegen den kleineren 43mm FS aus. Dies habe ich machen lassen, da mein Schwerpunkt beim Visuellen und nicht beim Fotografieren liegt.

Bezüglich der Skyview musst du abwägen. Die f5 sind aufgrund der kleineren Brennweite etwas kürzer als die f6 und haben auf der Monti auch weniger Hebel. Vielleicht läßt sich ein f5 auf der Skyview noch zitterfrei betreiben, bei hoher Vergrößerung aber vermute ich wenig Reserven. Solltest du aber in Richtung f6 mit längerer Brennweite und Tubus tendieren, rate ich definitiv zur nächsten Größe, also der ADM. Hier nehme ich noch echte Reserven wahr.

Wenns zittert und wackelt, vergeht einem bei hoher Vergrößerung schnell die Freude und man sehnt sich sehr schnell nach einer stärkeren Monti. Die Knete ist dann aber schon ausgegeben.

Gruß

Logi
 
@loginov
Also heißt es quasi für Planeten ist es gut wenn die Brennweite so hoch wie möglich ist da sich dann die Planeten nicht so schnell aus dem Fokus bewegen?

@night_rider
Im Stellarium will sich bei mir weder das Okular noch das Teleskop einstellen lassen.
 
Hallo Logi.

Zitat von loginov:
Die 150/750 haben ein Öffnungsverhältnis von 5 oder auch kurz: f5. Beschrieben wird die Brennweite 750 geteilt durch die Öffnung.
Das Öffnungsverhältnis ist umgekehrt definiert: Öffnung durch Brennweite. 150mm/750mm geben 1:5 (oder, aus Amiland eingebürgert, f/5). 5 wäre die Blendenzahl.

Grüße

fquadrat
 
Hi,

by the way: verrate uns doch mal deinen Vornamen. :biggrin:

Nee, nicht so ganz. Mehr Brennweite heißt zwar mehr Vergrößerung bei gleichem Okular, aber mehr Brennweite heißt auch weniger Gesichtsfeld. Je schneller also die Optik, desto größer kann - mit den geeigneten 2" Übersichts-Okularen - auch das Gesichtsfeld werden. Langsame Optik heißt also auch weniger Gesichtsfeld ist möglich.

Je größer das Gesichtsfeld, desto mehr Zeit ergibt sich auch, bis das Objekt durch die Erddrehung aus dem Okular läuft und nachgeführt werden muss. Große Gesichtsfelder sind aber auch für DeepSky bedeutend, da die schönsten optischen Erlebnisse entstehen, wenn Nebel oder Sternhaufen "eingebettet im schwarzen Raum schweben". Man nennt das "SpaceWalk-Effekt".

Zwischen f5 und f6 bestehen diesbezüglich aber keine wesentlichen Unterschiede, gegenüber f10 oder f12 (z.B. auch Maksutovs und Schmidt-Cassegrains) aber schon. Diese sind wegen der kleineren Gesichtsfelder für DS daher nur bedingt geeignet, oder zumindest nicht gerade Spezialisten hierfür.

Je größer die Vergrößerung, umso kleiner wird das Gesichstfeld (und zwar rapide) und umso schneller sind die Objekte - in diesem Fall also hoch vergrößerte Planeten oder Mond - wieder aus dem Okular verschwunden. Man führt mit der Parallaktik aber stetig nach und hat damit keine Mühe, zumal man ja nur an einer Achse - der Stundenachse - drehen, d.h. nachführen muss.

Aöternativ zur Okularfunktion von Stellarium (geht m.E. über Tastaturkürzel) schau mal hier:

Okularrechner

Das Teil kann man online nutzen, aber auch runterladen. Hier kannst du die Daten deiner Optik (Brennweite, Öffnung) eingeben und dann mit Okularbrennweiten und Okulartypen rumexperimentieren und das Ergebnis visuell durch Fotos von Mond, Planeten und DSO vergleichen. Achte mal auf die Ausgabedaten des Öffnungsverhältnisses, der Gesichtsfelder und der sogenannten Austrittspupille (AP). Die maximale AP einer menschlichen Iris liegt bei 7mm, die minimale AP zwischen 0,5 und 0,7mm. Optische Grundlagen zum Zusammenspiel der beteiligten Komponenten gelingen hier mühelos und man kann sich einen optischen Eindruck verschaffen.


So long


Logi
 
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Hi f²

...uuups logo! Sorry!

Logi
 
Hallo Dulorer,

Zitat von Sternenfee123:
Nachteil von a) das braucht Zeit und Geduld
Für mich ist das eher der Reiz an der Sache. Ich suche mir jedesmal 3 oder 4 neue Objekte aus und versuche Sie ins Blickfeld zu bekommen. Meist beginne ich aber mit etwas Orientierung am Himmel (Fernglas) und lasse meine Lieblingsobjekte folgen. Dann sind die "Neuen" an der Reihe und man lernt jedesmal dazu.

Gruß, Günther.
 
Also hängt die Größe des Objektes vielmehr vom Okular und der Brennweite des Newton als vom Spiegel ab?

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe müsste das dann ja heißen das man nur dann einen großen Spiegel braucht wenn man sehr dunkle Sterne beobachten möchte, da dieser ja dafür zuständig ist Licht einzufangen und zu bündeln.
Und je länger die Brennweite des Newton umso weiter kann man z.b. an eine Galaxy heranzoomen, mit den Okularen vergrößert man dann das angepeilte Objekt.
Wenn zudem die angaben von dem Okularrechner stimmen dann ist bei einem 114/900 und z.b. einem 5. Okular der Jupiter größer als bei einem 150/750 mit 5er Okular.
Ich versteh nur noch nicht warum das 114/900 dann eine kleinere Austrittspupille hat.
 
Was Du als "Brennweite des Newton" bezeichnest ist die Brennweite des Hauptspiegels.

Prinzipiell kannst Du mit einem schnellen Newton genau dieselben Objekte betrachten wie mit einem langbrennweitigen Teleskop. Du brauchst nur andere Okulare.

Am besten, Du spielst ein wenig mit dem Okularrechner rum.

Beispiel:
200/2000 SC mit 10er Okular ergibt dieselbe Vergrößerung wie ein 200/1000 Newton mit 'nem 5er. 200-fach mit 1 mm Austrittspupille.
 
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Hi,

genau! Kleinere AP deshalb, weil 114/900 = f8 = dunkler, aber Jupiter größer, weil mehr Brennweite.

Größere AP deshalb, weil 150/750 = f5 = heller, aber Jupiter kleiner, weil kleinere Brennweite.

Mit diesen Abhängigkeiten kannst du jetzt jonglieren. Achte auch mal auf die Gesichtsfelder zwischen den Beiden. Nimm auch mal DSO und Übersichtsokulare (<25mm) hinzu...

Und schau dich mal hier um...

Einsteigerecke Sven Wienstein


Logi
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

Zitat von Dulorer:
Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe müsste das dann ja heißen das man nur dann einen großen Spiegel braucht wenn man sehr dunkle Sterne beobachten möchte, da dieser ja dafür zuständig ist Licht einzufangen und zu bündeln.
Größere Öffnungen erhöhen auch die Auflösung, wobe man aber verschiedenen Formeln findet: 122/(Öffnung in mm) und 112/(Öffnung in mm) sind die Extremwerte zur Berechnung der Auflösung in Bogensekunden, je nach Kriterium.

Und je länger die Brennweite des Newton umso weiter kann man z.b. an eine Galaxy heranzoomen
Nö, desto größer ist das Bild in der Brennebene (Telewirkung, für Zoom müßte das Teleskop eine stufenlos variable Brennweite haben).

Wenn zudem die angaben von dem Okularrechner stimmen dann ist bei einem 114/900 und z.b. einem 5. Okular der Jupiter größer als bei einem 150/750 mit 5er Okular.
Ich versteh nur noch nicht warum das 114/900 dann eine kleinere Austrittspupille hat.
Mache Dich mit den Grundlagen vertraut! Der Vergrößerung errechnet sich nach V=Teleskopbrennweite/Okularbrennweite, die Austrittspupille nach AP=Öffnung/Vergrößerung. Den Rest kannst Du selber ausrechnen.

Grüße

fquadrat


PS
http://www.stefan-gotthold.de/astromath2.html gibt einige Hinweise, wie auch viele andere Links, die Google nach der Eingabe von "teleskop vergrößerung austrittspupille" auswirft.
 
Hi Dulorer,

Das fast alles das man durch das Teleskop anschaut Schwarz Weiß ist, ist mir durchaus bewusst =).

prima, ich wollte das blos anmerken, falls Du falsche Erwartungen hast ;)

Was die GoTo Steuerung angeht, so eine möchte ich überhaupt nicht besitzen da ich mich auch gerne mit der Mechanik per se beschäftigen und die Sterne selber erkunden möchte und nicht einfach per Knopfdruck alles gezeigt bekomme

das ist ein wichtiges Kaufkriterium, gut daß Du das so klar feststellst :super:

Ist überhaupt möglich das ein Dobson auf einer Wiese stabil steht, oder müsste man sich dann ein Stativ für die Rockerbox kaufen?

solange die Wiese halbwegs eben ist, hast damit Null Problemo. Halt den Boden der Rockerbox net grad auf nen Maulwurfshügel stellen...

Du hast da ne Grundfläche (Brett) von ca. 30 x 30 cm, die flach auf dem Boden steht (liegt).

Die Rockerbox ist einfach ein "Würfel" aus Holz, in den man das Teleskop reinsetzt. Das Gewicht vom "Würfel" und vom Teleskop drückt auf die Grundfläche. Das ist stabil, da wackelt nix, wenn net grad ein Steinbrocken drunter liegt...


Das ist ein Prima Wandschmuck fürs Arbeitszimmer, Schlafzimmer, whatever, aber für draußen auf m Acker is das nix. Das flattert im Wind weg, wird naß (nachts hat es immern Tau) und nach ein paarmal hin und her gefalte kannst nix mehr erkennen, weil an den Biegekanten alles ausfranzt...

Für draußen brauchst ein Buch. Das kann der "Karkoschka" sein, oder auch ein sonstiges. Laminierte Seiten und Spiralbindung ist klasse, koscht aber extra...

Mit der Karte und dem Stellarium kannst die Sternbilder (Linien und Grenzen) auswendig lernen, für die grobe Orientierung. Aber um ein Objekt mit dem Teleskop zu finden, brauchst definitiv Aufsuchkarten in einem völlig anderen Maßstab. Ne Übersichtskarte von Deutschland im Maßstab 1:2.500.000 zeigt Dir ja auch net ne Bank auf dem ungeteerten Feldweg hinter dem nächsten Kirchweiher...

Ach ja, Du brauchst auch unbedingt (MUß!!!) ne kleine Rotlichtlampe um die Aufsuchkarte nachts lesen zu können. Nimmst da ne weiße Taschenlampe, ist die Dunkeladaption Deiner Augen futsch. Du siehst dann erstmal 20 Minuten nix schwaches mehr im Okular...

Jupiters Geist gefunden, nach erfolgloser suche bei Google würde ich euch gerne frage was das ist?

"Jupiters Geist" ist der Name eines Planetarischen Nebels. Katalogbezeichnung NGC 3242. Der heißt so, weil das Nebelfleckle mit ein bissy Fantasie ausschaut und etwa die selbe Größe hat wie ein etwas unscharfer Jupiter...

würden auch kleine Teleskope z.b. 130. oder 114. ausreichen um die Planeten wie oben beschrieben erkennen zu können?

ja. nicht ganz so hell, fuzzelklein und nicht so viele Oberflächendetails. Aber als Scheibchen und nicht als Nadelpunkt...

Um mal zu meinen Standort zu kommen.
Ich Wohne in Stuttgart auf den Fildern, was heißt das von hier aus ca. 10km Entfernung und 100m Höhenunterschied zur Innenstadt liegen.

das ist gut, dann hast die City im Rücken und mußt net durch deren Lichtglocke nach Süden gucken :)

Vom Balkon aus kann ich nach Süd-Süd-West, Südwest, Nord-Nord-West und Nordwest und in den Zenit schauen
direkt im Westen steht ein 30m hoher Baum im weg.
Im Süden ist hinter der A8 eine kleinere Stadt die kaum licht abstrahlt. In den Südwesten und Westen ist so gut wie ga nichts außer Wald weshalb es in diese Richtung stock duster ist.

das ist ausreichend. Die Bäume am Horizont dürften nicht stören, die sind weit genug weg. Die Planeten stehen etwa da, wo auch die Sonne tagsüber am Himmel steht. Zu dicht am Horizont (Sonnenaufgang, Sonnenuntergang) macht Sterne und Planeten beobachten keinen Sinn, weil da das Licht extrem schräg durch die Lufthülle läuft und durch die Turbulenzen und den Dreck in der unteren Atmosphäre eh blos noch geschwabbel zu sehen ist...

CS
Fee
 
Also je Dunkler das Objekt desto kleiner die Ap, und wenn sie zu klein wird, wird es unscharf.
Das mit dem Gesichtsfeld ist mir auch noch unschlüssig.
Für was stehen da z.b. die zahl 24 hinter dem 0°?


Wenn ich mir jetzt mal die ganzen Teleskope angucke und was da für Okulare dabei sind, dann muss ich ja noch ein ganze Ladung Okulare dazu bestellen damit ich überhaupt mehr sehen kann als mit meinem jetzigen Röhle.

@Sternfee
Danke für die ganzen Info's =).
 
Hallo Dulorer,

Bei der Planetenbeobachtung geht man für die Maximalvergrößerung runter bis auf ca. 0,5mm Austrittspupille. Darunter wird das Bild zu dunkel und es wird auch kein besseres (informationsreicheres) Bild mehr erreicht (sog. leere Vergrößerung). Die maximal sinnvolle Vergrößerung ist wiederum vom Auflösungsvermögen (sprich Öffnung) des Teleskops abhängig ( Faustregel max. ca. 2x Öffnungsdurchmesser in mm, realistisch eher 1,5x)

Also zuerst Teleskop aussuchen, dann die passenden Okulare dazu, 3 Stück sollten allerdings auch reichen wenn die gut ausgesucht sind.
 
Da heute eine relativ klare Nacht ist habe ich Heute Abend schon versucht mit dem kleinen Teleskop das ich hier habe den Jupiter, die Andromedagalaxie (M31) und den Orionnebel (M42) anzuschauen.

Beim Jupiter konnte man alle 4 Monde erkenne, er selber war etwa halb so groß wie eine Erbse. Trotzdem habe ich 2 dieser Wolkenringe erkennen können. Den Orionnebel konnte man gerade noch als Räuchlein mit ein paar Sternen darin erkennen, das war wohl nur der hellste teil den man sehen konnte. Und Andromeda lies sich einfach nicht scharf stellen (das hätte genauso gut ein Fettfleck auf der Linse gewesen sein können).
Den fast nicht vorhandenen Mond hab ich mir auch angeschaut, und bin mir sicher das man am hellem Rand diese Hitzewellen wie man sie z.b. über einem angezündetem Grill findet gesehen hat.
Auf der Linse des Telesekop's selber waren ein paar schwarze flecken die sich nicht haben entfernen lassen (Jupiter ist einmal durch einen davon durchgeflogen).

Ganz nebenbei ist mir heute Abend doch aufgefallen wie wichtig eine stabile Montierung ist, den bei der kleinsten Berührung hat z.b. der Jupiter so stark vibriert wie eine dieser Fruchtfliegen wenn sie einem vor den Augen rumschwirrt. Das Scharfstellen war auch eine Tortur da ich eben aufgrund der wackligen Montierung nicht erkennen konnte ob das Bild jetzt schärfer oder unschärfer geworden ist. Erst nach ca. 5 Sekunden hat das Teleskop aufgehört zu vibrieren und ich konnte erkennen ob es jetzt besser oder schlechter als zuvor war.

Bei der Andromedagalaxie musste ich mich fast schon auf den Boden legen um durch das Okular zu schauen. Ich denke das ein Newton auf einem Stativ doch sehr viel angenehmer ist.


Was denkt ihr warum bei mir weder der Orionnebel noch Andromeda richtig zu erkennen war?
Lag es am Linsenteleskop oder am zu hellem Nachthimmel? (Die Baustelle nebenan also da wo auf meinen Bilder das Blaue Containerhäusle zu sehen ist hatte als ich auf dem Balkon stand noch ihre beiden geschätzen 1000 Watt Leuchtröhren an, die Dinger sind jedenfalls richtig hell).
 
Eine stabile Montierung ist das um und auf, du sagst es!

Die "Hitzewellen" sind das sogenannte Seeing, die Luftunruhe.

Mit 50mm Öffnung ist Deepskymäßig nicht besonders viel zu anzufangen, mach dir also nicht zu viele Gedanken. Bei der Beobachtung schwacher Nebel zählt vor allem Öffnung und auch die richtige Austrittspupille (Okular) ist hier wieder von entscheidender Bedeutung. Im Gegensatz zu Planeten wählt man hier eine möglichst geringe Vergrößerung mit einer AP von 5-7mm (je nach Helligkeit des Himmels am Standort). Tausende Watt Baustellenbelechtung nebenan machen es nicht einfacher. Prinzipiell lassen sich Deepsky Objekte aufgrund ihrer geringen Flächenhelligkeit vor Allem unter einem sehr dunklen Himmel besonders gut beobachten.

 
@night_rider
Na zu glück ist die Baustelle schon abgeschlossen, lediglich der ganze Schutt und das blaue Containerhäusle müssen noch entfernt werden (hier wurde in den letzte 3 Jahren eine U-Bahn linie gebaut). Das sollte Spätesten samt der Beleuchtung ca. im April weg sein.
Zum glück gibt es aber auch 250m von hier entfernt einen kleinen Skate-park der Nachts stockfinster ist, da vor der Baustelle noch das Jugendhaus steht =).
Dort war ich eben noch mit unserem Hund, und konnte von dort auch den Stern der direkt neben der Andromedagalaxie schwebt (Hip3881) sehen was vom Balkon nur möglich war wenn man nicht direkt darauf geschaut hat. (z.b. wenn man auf Mirach geschaut hat, konnte man ihn aus dem Winkel heraus erkennen).
Von der im Öffnungspost erwähnten Wiese sollte die Sicht noch besser sein da es dort im Umkreis von min. 200m keine Lichtquelle gibt. Da würde es sich dann auch lohnen ein Rotlicht mitzunehmen. Geht als Rotlicht eigentlich auch eine Fahrradschlussleuchte?
(Trotz all dem hoffe ich mit einem Newton, Andromeda und Orion auch vom Balkon trotz der im Moment kräftigen Beleuchtung besser sehen zu können)


Zitat von night_rider:
Hallo Dulorer,

Bei der Planetenbeobachtung geht man für die Maximalvergrößerung runter bis auf ca. 0,5mm Austrittspupille. Darunter wird das Bild zu dunkel und es wird auch kein besseres (informationsreicheres) Bild mehr erreicht (sog. leere Vergrößerung). Die maximal sinnvolle Vergrößerung ist wiederum vom Auflösungsvermögen (sprich Öffnung) des Teleskops abhängig ( Faustregel max. ca. 2x Öffnungsdurchmesser in mm, realistisch eher 1,5x)

Also zuerst Teleskop aussuchen, dann die passenden Okulare dazu, 3 Stück sollten allerdings auch reichen wenn die gut ausgesucht sind.
Also hat ein 6 zoll Teleskop realistisch gesehen eine maximale Vergrößerung von 225.


Zitat von loginov:
Hi,
genau! Kleinere AP deshalb, weil 114/900 = f8 = dunkler, aber Jupiter größer, weil mehr Brennweite.

Größere AP deshalb, weil 150/750 = f5 = heller, aber Jupiter kleiner, weil kleinere Brennweite.
Also wird die AP kleiner wenn es dunkler wird und größer wenn es Hell ist.
Und da ein größerer Spiegel mehr Licht einfängt kann man auch alles höher vergrößern. (Da ist es kein wunder mehr das die ESA einen Spiegel mit 42m Ø bauen möchte).



Ich schaue mir zurzeit auch einige Okulare an.
Sind diese Modelle brauchbar?
Und stehen die Zahlen 1,25 und 2 für die Anschlussgröße?
 
Hallo,

rechne Dir die ganzen Sachen einfach mal beispielhaft durch anhand griffiger Daten, also...

Teleskop
150mm Öffnung (also 6Zoll)
750mm Brennweite

Okular
20mm Brennweite
50° scheinbares Gesichtsfeld

Daraus lässt sich errechnen:

Öffnungsverhältnis
1 : Teleskopbrennweite : Öffnung
1 : 750mm : 150mm
1 : 5 oder kurz f/5

Vergrößerung
Teleskopbrennweite : Okularbrennweite

Austrittspupille
Öffnung : Vergrößerung

wahres Gesichtsfeld
scheinbares Gesichtsfeld : Vergrößerung

Daraus lassen sich sehr viele Fakten ableiten:

Okulare stellt man so zusammen, daß die AP nicht weniger als 0,5mm (besser 0,7mm) und nicht größer als (altersbedingt) 5-7mm ergibt (bei aufgehelltem Stadthimmel lieber etwas weniger als das Maximum. Nimmt man weniger als 0,5mm AP wird die Bildinformation derart komprimiert, daß nicht mehr genügend Rezeptoren auf der Netzhaut pro mm² zur Verfügung stehen um diese Information auszuwerten, es werden ab da also nicht mehr weitere Details wahrgenommen.

Das wahre Gesichtsfeld fällt mit zunehmender Vergrößerung.
Daher erscheint es im Umkehrschluss normal, daß man das Aufsuchen zunächst mit wenig Vergrößerung betreibt. Dennoch, um diesen Effekt nochmal zu steigern, nimmt man Okulare hoher Okularbrennweiten gerne im größeren 2" Steckmaß, das dann nochmal mehr scheinbares Gesichtfeld ermöglicht.
 
Hi Dulorer,

Da heute eine relativ klare Nacht ist habe ich Heute Abend schon versucht mit dem kleinen Teleskop das ich hier habe den Jupiter, die Andromedagalaxie (M31) und den Orionnebel (M42) anzuschauen.

so ist´s richtig :super:

Beim Jupiter konnte man alle 4 Monde erkenne, er selber war etwa halb so groß wie eine Erbse. Trotzdem habe ich 2 dieser Wolkenringe erkennen können.

Gratulation. Es ist schwierig, die Bänder zu erkennen.

Den Orionnebel konnte man gerade noch als Räuchlein mit ein paar Sternen darin erkennen, das war wohl nur der hellste teil den man sehen konnte.

das war das "Trapez", der helleste Teil vom Orionnebel.

Und Andromeda lies sich einfach nicht scharf stellen (das hätte genauso gut ein Fettfleck auf der Linse gewesen sein können).

Wenn Du mit dem selben Okular wie den Jupiter beobachtet hast, dann hast nur den allerhellsten inneren Teil der Galaxie im Bildfeld gehabt. Der wird bei hoher Vergrößerung am Röhrle sehr dunkel. Da mußt das Okular nehmen, das die größte Zahl (Brennweite) aufgedruckt hat (oder ausprobieren, in welchem Okular Jupiter am kleinsten ist). Dann hast ein größeres Gesichtsfeld und die Galaxie wird heller.

Daß Du angeblich net (mit hoher Vergrößerung) scharfstellen konntest, wundert mich net. Der "Fettfleck" war scharf. Sonst hättest ihn net gesehen. Du hast blos was anderes erwartet, weil in Deinem Unterbewußtsein noch immer die Hochglanzbilder rumspuken. :Trost:

Den fast nicht vorhandenen Mond hab ich mir auch angeschaut, und bin mir sicher das man am hellem Rand diese Hitzewellen wie man sie z.b. über einem angezündetem Grill findet gesehen hat.

Dieses Flimmern und Schwabbeln nennen wir Seeing. Mit etwas mehr Beobachtungserfahrung am Okular bemerkst das auch an Jupiter. Je weniger Flimmern, desto besser ;)

Auf der Linse des Telesekop's selber waren ein paar schwarze flecken die sich nicht haben entfernen lassen (Jupiter ist einmal durch einen davon durchgeflogen).

Oh Gott o Gott, blos net auf Teleskoplinsen rumschrubben! :neinnein:

Ganz nebenbei ist mir heute Abend doch aufgefallen wie wichtig eine stabile Montierung ist, den bei der kleinsten Berührung hat z.b. der Jupiter so stark vibriert wie eine dieser Fruchtfliegen wenn sie einem vor den Augen rumschwirrt. Das Scharfstellen war auch eine Tortur da ich eben aufgrund der wackligen Montierung nicht erkennen konnte ob das Bild jetzt schärfer oder unschärfer geworden ist. Erst nach ca. 5 Sekunden hat das Teleskop aufgehört zu vibrieren und ich konnte erkennen ob es jetzt besser oder schlechter als zuvor war.

Der Groschen ist gefallen :super:

Wir können uns die Finger wund schreiben, wirklich glauben tuns uns die Anfänger erst, wenn sie wie Du das Zittern selber erleben und es ihnen gewaltig auf den Keks geht.

Fall Du Dich also für ein parallaktisch montiertes Teleskop entscheidest, muß der Unterbau das Gewicht gut und net gerade eben so tragen können. Das kostet. Und Du mußt das schwere Stativ, den Montierungskopf und die Gegengewichte sowie den Teleskoptubus selber zur Wiese karren. Das wird ne ganz schöne Schlepperei.

Bei den Angeboten im Internet stehen die Gewichte irgendwo kleingedruckt dabei. Rechne alles zusammen. Dann kommt für ein 6" Newton schon mal 15 kg zusammen. Kann aber auch 20 kg werden. Je nach Montierungsgröße. Grob gerechnet 2 volle Bierkästen. Aber net so handlich, mit Griff und so. Das mußt bedenken vor dem Kauf. Wenn Dich später die Schlkepperei vom Geraffel über Treppenstufen und 200 Meter ins Gelände von der Beobachtung abschreckt, hast falsch investiert... :teufelgrr:

Bei der Andromedagalaxie musste ich mich fast schon auf den Boden legen um durch das Okular zu schauen.

da steckt man der Bequehmlichkeit halber bei Beobachtungen mit einem Linsenfernrohr einen Zenitspiegel zwischen Okularauszug und Okular und guckt ganz bequehm von oben ins Okular... :)

Was denkt ihr warum bei mir weder der Orionnebel noch Andromeda richtig zu erkennen war?
Lag es am Linsenteleskop oder am zu hellem Nachthimmel? (Die Baustelle nebenan also da wo auf meinen Bilder das Blaue Containerhäusle zu sehen ist hatte als ich auf dem Balkon stand noch ihre beiden geschätzen 1000 Watt Leuchtröhren an, die Dinger sind jedenfalls richtig hell).

dann lag es nicht nur am Teleskop (viel zu kleine Öffnung) sondern auch an den Scheinwerfen. Wenn die aus sind, kannst mehr erkennen. Aber deutlich mehr Öffnung als Dein Röhrle hat, ist für solche Nebelobjekte schon angeraten...

Geht als Rotlicht eigentlich auch eine Fahrradschlussleuchte?

Guter Witz. :totlach:

Wenn Du sie mit einer einzigen Batterie mit 1,5 V und nem kräftigen Vorwiederstand betreibst, ist sie eventuell grad dunkel genug. Die richtigen Astrolampen kosten doch net viel. Da würde ich entweder die oder die nehmen...

Du sollst net aus 100 Meter für andere deutlich sichtbar sein, du mußt die Helligkeit soweit runterregeln, daß Du grad noch die Zahlen/Buchstaben auf der Karte lesen kannst, wenn Du die Lampe 10-20 cm über der Aufsuchkarte hältst...

CS
Fee
 
Hallo!
Erstmal Glückwunsch dass du die Andromeda mit 50mm Öffnung sehen konntest! Der Himmel bei dir scheint ja garnicht so schlecht zu sein.
Ansonsten denke ich bist du auf dem besten Weg!
 
Zitat von Dulorer:
Zum glück gibt es aber auch 250m von hier entfernt einen kleinen Skate-park der Nachts stockfinster ist, da vor der Baustelle noch das Jugendhaus steht =).

Geht als Rotlicht eigentlich auch eine Fahrradschlussleuchte?
Also zuerst Teleskop aussuchen, dann die passenden Okulare dazu, 3 Stück sollten allerdings auch reichen wenn die gut ausgesucht sind.

Klingt ja schon ganz gut! Ein dunkler Beobachtungsplatz ist wichtig für die Dunkeladaption der Augen. Genauso wichtig für Deepsky Beobachtungen ist es aber das er Himmel dunkel ist. Für Planetenbeobachtungen wiederrum spielt das keine überragende Rolle, da ist vor Allem wichtig dass das Seeing gut ist (d.h. wenig Luftunruhe herrscht). Beides ist aus der Stadt also eher schwierig optimal hinzukriegen, es gibt aber durchaus sehr geeignete Plätze, die Wiese könnte ein solcher sein, einfach probieren!
Das rote Fahradrücklicht ist nicht ganz optimal aber funktioniert ganz gut, verwend ich auch. Man sollte halt nicht direkt reingucken und kann sich die blendenden Stellen mit einem schwarzen Eding abdecken.

Zitat von Dulorer:
Also hat ein 6 zoll Teleskop realistisch gesehen eine maximale Vergrößerung von 225.

Ja stimmt und wenn an er Optik und Justierung wirklich alles 100% stimmt ist max.300 fach sinnvoll (was aber eher ein theoretischer Wert ist). Dazu kommt aber leider die Luftunruhe die nur selten Vergrößerungen über 200-fach zulässt. Die maximale Vergrößerung kann also auch bei größeren Teleskopen nur sehr, sehr selten genutzt werden!

Zitat von Dulorer:
Ich schaue mir zurzeit auch einige Okulare an.
Sind diese Modelle brauchbar?
Und stehen die Zahlen 1,25 und 2 für die Anschlussgröße?

Ich würde erstmal ein Okular für die Höchstvergrößerung, eins für reduzierte Vergrößerung (ca.180x) bei normaler Luftunruhe und ein langbrennweitiges Übersichtsokular (für Austrittspupille 5-6mm) nehmen. Plössl Okulare haben bei Brennweiten unter 10mm einen sehr kurzen Augenabstand (man muss da fast ins Okular reinriechen) so dass ich hier zb. eher Planetarys nehmen würde. Die Plössl Okulare sind von der Abbildungsleistung also prinzipiell ganz ok, nur die kurzen Brennweiten würde ich nicht kaufen. 1,25" und 2" ist der Durchmesser der Okularsteckhülse, das sind eben die Standartanschlussmaße bei Okularen (wie bei der Heizung eben in Zoll üblich).
 
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