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Teleskop Kaufberatung

Phantom11

Mitglied
Hallo zusammen,
ich bin neu hier.
Mein Name ist Martin 38Jahre und komme aus Franken.
Ich bin auf der Suche nach einem neuen Teleskop für mich und meine Kids 7 und 4
Wie sind begeisterte Sterne Gucker mit wenig Ahnung :)
Ich bin schon länger auf der Suche nach einem neuen Teleskop, leider werde meine Fragen immer mehr.
Momentan machen wir unsere Beobachtungen mit einem Bresser 203 Newton und einer Exos2 GoTo Montierung.
Leider ist es doch immer sehr zeitaufwendig das Teleskop aufzustellen. (Sehr groß, Alignment dauert lange) Die Kinder verlieren dann recht schnell die Lust, gerade im Winter.
Könntet Ihr mir vielleicht etwas empfehlen, was sehr einfach aufzubauen geht, sich automatisch ausrichtet und wenn möglich auch noch live Bilder aufs Tablet oder Pc sendet.
Gerade für meine kleine Tochter ist es schwierig durch das Okular was zu erkennen, bzw. den Tubus nicht zu verschieben :)

Ähnlich dem Evoscope von Unistellar oder Vaonis.

Vielen Dank schonmal und Viele Grüße

Martin

Martin
 

Schmitti

Mitglied
Hallo Martin,

denke doch mal darüber nach, dich von dem "modernen" Ansatz mit automatischer Ausrichtung zu lösen. Alle Goto Systeme müssen irgendwie ausgerichtet werden; an einem Star Alignment kommst du nicht vorbei. Dazu brauchst du den ganzen Elektro Kram.

Wie wäre es mit einem Richfield Refraktor mit Leuchtpunktsucher auf einer azimutalen Montierung. Das kannst du leicht transportieren, aufstellen und loslegen. Mit geringer Vergrößerung und damit großer Austrittspupille ist der Einblick ins Fernrohr für die Kinder viel einfacher. Mit solch einem Fernrohr kann man den Kindern viel interessantes zeigen. Den Newton würde ich deshalb nicht völlig aufgeben. Vielleicht kann man für ihn ja eine Dobson Montierung basteln, denn Newton parallaktisch montiert führt oft zu Verrenkungen, die das visuelle Beobachten nicht erleichtern.

Aus eigener Erfahrung kann ich dir einen 100/500 oder maximal 120/600 Achromaten empfehlen. Bei 20 - 25facher Vergrößerung erreicht man ein Gesichtsfeld von 2,5 bis 3 Grad. Das macht das Finden der Objekte einfach. Im Bereich bis 50fach lassen sich auch beim Mond und den Planeten Einzelheiten erkennen, ohne dass der restliche Farbfehler zu sehr stört. Damit seht ihr viele offene Sternhaufen, Andromedanebel, Krater und Gebirge auf dem Mond, Jupitermonde und die Äqutorialbänder, Saturnringe, die Venus als Sichel und ................

Den 100/500 habe ich zum schnell mal schnappen immer auf einer AZ3 Montierung aufgebaut. Das trage ich schnell vor die Tür (Rohr samt Montierung in einer, Hocker in der anderen Hand), hole dann noch den Okularkoffer und kann schon gucken.

Finanziell bleibt das ganze absolut im Rahmen und kann jahrelang Spaß machen und den Kindern ein unmittelbares Seherlebnis ermöglichen.

Wie sagt der Franzose? "Keep it easy!"

CS Gerhard
 

casati

Mitglied
Hallo Martin,

meine (erst mal eierlegende Wollmilchsau) Empfehlung für den Einstieg um die 500 - 800 EUR ist das Skywatcher StarDiscovery 150/750 Newton gepaart mit einer CMOS Astrokamera auf IMX290 Chipbasis, die sowohl bei Planeten als auch bei DeepSky gute Leistung zeigt.



Muss jetzt meine "Fenstersternwarten" öffnen - ergänze das im Laufe des Abends. Wird sowieso eine lange Nacht heute ;-)

Gruß,
Peter
 

Jürgen_K

Mitglied
Hallo Martin,
im Internet finden sich diverse Quellen, die darauf hinweisen, dass Kinder erst ab ca 5-7 Jahren überhaupt die Fähigkeit erlangen, durch das Okular eines Teleskopes scharf sehen zu können. Astronomisch "beobachten" können sie offenbar sogar erst ab etwa 10-12 Jahren.
Gib in der Suchmaschine Deiner Wahl doch mal "teleskop ab welchem alter" ein.
Nur dass Du Dich vielleicht nicht wunderst, wenn sie dort nicht das sehen, was Du erwarten würdest.
Dass Kinder das Interesse in dem Alter schnell verlieren ist übrigens ganz oft so und absolut normal.
Ich denke, das ist auch unabhängig davon, ob sie das auf einem Bildschirm oder durch ein Okular sehen.

Wenn Deine Kinder sich für Planeten, Sterne und Weltraum interessieren, versuch erstmal, kindgerechte Literatur zu dem Thema zu besorgen.
Kauf Dir dann ein Teleskop (für Dich) und beginne, Dir das Wissen anzueignen, das Du brauchen wirst, wenn die Kinder das Alter haben,
um mit einem Teleskop auch selbst rumfummeln zu können. Denn nur dann macht das Spass ! (Ist aber nur meine persönliche Meinung)

CS
Jürgen

PS:
Sollten die Kids evtl. nur das Alibi sein, warum der Papa sich ein Teleskop anschaffen möchte, solltest Du die Anfrage ggf. etwas umformulieren :ROFLMAO:.
 
Zuletzt bearbeitet:

Phantom11

Mitglied
Vielen Dank schonmal für eure Antworten.

@astro-yogi : kein Alibi :) ich habe ja schon ein Newton.
Meine Kids sind da wirklich voll dabei nur wenn es mal wieder länger dauert wird es halt langweilig.

Manchmal muss es halt schnell gehen ;) beim Abendessen wird der klare Nachthimmel gesehen und dann wird das Teleskop aufgebaut.

@Schmitti : mit der derzeitigen Montierung ist es wirklich schwierig. Vielleicht stelle ich mich auch einfach zu doof an, aber momentan läuft es so wenn es schnell gehen soll: Teleskop aufbauen, grobe Ausrichtung auf Mond, Saturn, Jupiter und dann das kleine Kind hochheben und vors Okular damit überhaupt was erkennbar ist. Bis Sie dann richtig ins Okular schaut ist meistens nichts mehr von den Planeten zu sehen. Dann fängt das ganze wieder von vorne an.

@casati : kann man mit der CMOS Astrokamera auf IMX290 Chipbasis auch live Bilder sehen?

Natürlich will auch ich mehr am Nachthimmel sehen.
Evtl auch mal in die Fotografie einsteigen, wird aber nicht etwas professionelles werden, denn dafür fehlt mir einfach die Zeit :-(


Deshalb war meine Überlegung mir was einfach und schnell aufgebautes zuzulegen, aber trotzdem was einigermaßen hochwertiges.
Von den kompletten Ausgaben hab ich mit etwas zwischen 2000 und 2500Euro gedacht.

Viele Grüße

Martin
 

casati

Mitglied
Hallo Martin,

ja - mit Sharpcap Software. EAA (Electronically Assisted Astronomy) ist der Oberbegriff dafür. Geht dann auch aus dem Wohnzimmer heraus.

Gruß,
Peter (beim Aufwärmen erwischt ;-) )
 

Schmitti

Mitglied
Hallo Martin,

in unserem Verein machten wir vor Corona regelmäßig Beobachtungsabende für Schulen (auch Grundschulen) und bei Kindergartenübernachtungen. Da kommen immer nur Fernrohre zum Einsatz in die die Kinder im Stehen oder Sitzen auf einem geeigneten Stuhl bequem hineinschauen können. Dazu kommt dann genügend Austrittspupille und einfach zu sehende Objekte. Nebelchen an der Sichtbarkeitsgrenze der Optik erschließen sic den kleinen nicht.

Standardgeräte für diese Zwecke sind das 100/500, der Zeiss Telemator 63/840 und das Tal 80 als Newton azimutal montiert. Da dürfen die Kinder auch mal dranfassen oder aus Versehen mit dem Fuß ans Stativbein oder die Säule stoßen.

CS Gerhard
 

Heliklaus

Mitglied
Manchmal muss es halt schnell gehen ;) beim Abendessen wird der klare Nachthimmel gesehen und dann wird das Teleskop aufgebaut.

Teleskop aufbauen, grobe Ausrichtung auf Mond, Saturn, Jupiter und dann das kleine Kind hochheben und vors Okular damit überhaupt was erkennbar ist. Bis Sie dann richtig ins Okular schaut ist meistens nichts mehr von den Planeten zu sehen. Dann fängt das ganze wieder von vorne an.

Viele Grüße

Martin
Hallo Martin,
Welches Okular benutzt du, um den Kids was zu zeigen?
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Martin,
...
@Schmitti : mit der derzeitigen Montierung ist es wirklich schwierig. Vielleicht stelle ich mich auch einfach zu doof an, aber momentan läuft es so wenn es schnell gehen soll: Teleskop aufbauen, grobe Ausrichtung auf Mond, Saturn, Jupiter und dann das kleine Kind hochheben und vors Okular damit überhaupt was erkennbar ist. Bis Sie dann richtig ins Okular schaut ist meistens nichts mehr von den Planeten zu sehen. Dann fängt das ganze wieder von vorne an.
Aber die GoTo Montierung führt doch nach?
Dann bleibt doch der Planet im Bildfeld.

Du kannst das Alignment doch auch einfacher mit nur einem Stern oder mit dem ersten Objekt machen.

@casati : kann man mit der CMOS Astrokamera auf IMX290 Chipbasis auch live Bilder sehen?
Ja klar, mit Live Stacking zB mit SharpCap.
Aber der Sensor ist ziemlich klein. Damit hat man mit dem 200mm Newton ein sehr kleines Feld, grosse Vergrösserung.
Das ist eher eine Planetenkamera.

Gruß
Peter
 
Hallo Martin!

Könntet Ihr mir vielleicht etwas empfehlen, was sehr einfach aufzubauen geht, sich automatisch ausrichtet und wenn möglich auch noch live Bilder aufs Tablet oder Pc sendet.

... automatisch ausrichtet ..., da habe ich gute Erfahrungen mit dem Celestron Starsense Autoalign Modul. Das ist eine Ergänzung für Celestron und Skywatcher Montierungen. Es besteht aus einem neuen Handkontroller und einer Starsense Kamera. Kosten neu ca. € 450 bis € 500.
Gebraucht zur Zeit hier im Marktplatz für VB € 280.

Kurz erzählt es funktioniert so. Montierung in den Garten stellen. Irgendwie! Keine spezielle Position nötig! Einschalten. Datum, Uhrzeit eingeben. Autoalignement starten. Der Handkontroller steuert dann das Teleskop an eine erste Position. Mit der Starsense Kamera wird ein erstes Foto gemacht und per Platesolving bestimmt der Handkontroller die Position auf die das Teleskop zeigt. Das wiederholt sich noch zwei bis drei Mal. Dann kommt die Anzeieg "Autoalignement completed!" Läuft alles vollautomatisch ab und dauert insgesamt ca zwei Minuten. Fertig!

Ab da kann dann per Handkontroller, Smartphone App oder auch PC Software DSO-Objekte, Planeten, und, und, und, automatisch angefahren und beobachtet werden. Selbstverständlich führt die Montierung nach und man kann das eingestellte Objekte problemlos "ohne" Ende beobachtet werden. Ob man die Beobachtung visuell oder mit Hilfe von EAA durchführt ist für das automatische Grundallignement nicht von Belang!

Welches Teleskop man dafür nimmt, ist für das vollautomatische Allignement auch nicht ausschlaggebend und man hat z.B. die Wahl zwischen f/4, 600 mm oder f/5, 650mm Newton und Schmidt-Cassegrain in 5", 6", 8". Man könnte sicher auch einen Refraktor auf so eine azimutale Montierung tun. Ich selbst habe mit einem Nexstar 130 SLT genau so begonnen und erste EAA Schritte mit einer ZWO ASI183MC gemacht. Das Teleskop biete ich übrigens zur Zeit (ohne Kamera) hier am Marktplatz an. Aufbauend auf den Erfahrungen mit dem Nexstar 130SLT habe ich mir später ein EAA Setup mit der größeren Nexstar SE Montierung und einem Skywatcher 130PDS aufgebaut.

Viele Grüße - MünchenBeiNacht - Ewald
 

klawipo

Mitglied
Hallo Martin,

Ich würde mir Holz, Schrauben und Gleitmaterial kaufen und eine Rockerbox sowie Höhenräder für den Newton bauen.

Den Newton gibt es bei Bresser ja auch als Dobson mit Rohrschellen, vielleicht verkauft Bresser Höhenräder und Rockerbox ja auch einzeln, dann muss man vermutlich nichts basteln. Meistens ist sowas aber vergleichsweise teuer.

VG Klaus
 

lacrimosa

Mitglied
Hallo,
Leider ist es doch immer sehr zeitaufwendig das Teleskop aufzustellen. (Sehr groß, Alignment dauert lange) Die Kinder verlieren dann recht schnell die Lust, gerade im Winter.
mit meiner HEQ-5 habe ich noch nie ein Alignment durchgeführt, weil mir der Aufwand zu hoch ist bzw. ich zu faul dafür bin. Die Objekte finde ich bisher auch so. Ich würde die bisherigen Geräte einfach ohne Alignment nutzen.

Gruß
Ronald
 

Phantom11

Mitglied
Vielen Dank für eure Einschätzung.
Was denkt ihr über diese Zusammenstellung:
Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2032 NexStar 8 SE GoTo mit Starsense Autoalign Modul, Celestron WLAN-Modul SkyPortal Wi-Fi.
dazu noch eine Astrokamera und das alles über SharpCap und Laptop?
Ich habe noch eine SonyA65 SLRKamera. Würde es mit dieser auch gehen wenn Adapter vorhanden?
Oder ist eine Astrokamera besser?

Damit müsste ich doch hinkommen (Schneller Aufbau, einfache Einrichtung, und Live Bilder auf Laptop) oder?

Viele Grüße

Martin
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Martin,

es muss dir klar sein, es gibt 2 sehr unterschiedliche Wege:

1. Ein Teleskop nehmen das einfach montiert ist und das man einfach per Hand und Peilsucher auf die Objekte richtet.
Da ist sozusagen alles analog und da kann nichts (wenig) schief gehen. Man muss nur das Finden von Objekten lernen. Was aber eigentlich nicht schwierig ist und didaktisch sowieso empfehlenswert ist.

2. Ein Teleskop nehmen, das auf einer technisch hochgerüsteten Montierung montiert ist, die einem alles auf Knopfdruck abnimmt und man im Prinzip sogar im Wohnzimmer sitzen bleiben kann und von dort alles an einem Display steuert. Aber und das hast du sicher auch schon bemerkt, da kann dann aufgrund der Komplexität viel schief oder kaputt gehen und man muss bei der Fehlersuche dann trotzdem die astronomischen Basics beherrschen.

Für mich wäre auch völlig klar, dass ich bei meinen Kindern auch ein bisschen didaktisch vorgehen würde. Also dass sie auch den Sternenhimmel an sich kennenlernen und verstehen lernen was beobachtende Astronomie eigentlich ist.

Was bringt es einem Kind, wenn man ihm irgend ein astronomisches Objekt auf einem Display zeigt? MM wenig.
Bei einem Kind geht es mM doch auch erstmal nur um einfache Objekte: Planeten, Mond, Sterne/Sternhaufen vielleicht noch ein grösserer Nebel. Das kann man ihm auch mit einem ganz einfachen Fernrohr zeigen.

Sorry für das Oberlehrermässige. ;)

Gruß
Peter
 

Phantom11

Mitglied
Hallo Peter, danke schonmal.
ich bin schon am überlegen, ob ich mir dann nicht 2 besorgen werde.
Ein einfaches bei dem auch die Kinder selbst Hand anlegen können.
Einfache Montierung und kein Newton, da sehr sperrig und schlecht einsehbar.
Achromatischer Refraktor wäre dann wahrscheinlich die beste Wahl oder?

Gruß
Martin
 

Schmitti

Mitglied
Hallo Martin,

schön, dass der Peter in dasselbe Horn bläst wie ich. Wenn du den Kindern etwas eigenes zulegen willst, dann achte aber bitte trotzdem auf einen soliden Unterbau. Ich möchte ausdrücklich vor einigen "Einsteigermodellen" auf völlig klapprigen Unterbauten warnen, wie sie jetzt zu Weihnachten wieder an die Leute gebracht werden. Da ist der Frust eingebaut! Scharfstellen oder Okular wechseln lässt das Objekt aus dem Blickfeld verschwinden und dank des schrecklichen Suchers ist das wieder finden grausam. Das versuchen die Kinder ein paar mal und dann verschwindet es ungenutzt in der Ecke. Finger weg von solchem Mist!

CS Gerhard
 
Hallo Martin,

zunächst zu dem Teleskop aus Deinem letzten Post. Ich habe dieses Teleskop. Allerdings habe ich es nur gekauft wg. der StarSense Smartphone-Halterung und dem beiliegenden Download-Code für die Plate-Solving APP. Das verwende ich auf einem anderen Teleskop.

Das AC70/700 an sich und die beigelegten Okulare sind optisch brauchbar, aber der Okularauszug ist Schrott. Er ist schwer einstellbar und hat keinen Feintrieb. Das Teleskop kippt in der Gabelhalterung nach hinten, wenn Du ein schwereres hochwertigers Okular einsetzt. Dann muß man die Friktionsschrauben an der Halterung massiv anknallen, kann aber dann nur noch eine Feineinstellung der Höhe an einer seitlichen Stange durchführen. Für Kinder nicht handlebar!
Die Montierung bzw. Stativ ist leider Schrott, da total wackelig. Ich habe mir eine Holzplatte anstatt der Blechablageplatte eingebaut, sodass das Stativ mit halb eingezogenen Füßen einigermaßen stabil steht. Zieht man die Beine ganz heraus, verdreht und wackelt alles. :cry:

Falls Du dir 2 Teleskope und Montierungen holen willst und es preislich ok ist, kann ich Dir für die "Kindermontierung" eine Alt-Azimut Montierung mit GoTo empfehlen. Ich habe mir vor ein paar Monaten eine gebrauchte Skywatcher AllView gekauft und nutze diese als Grab&Go Montierung zusammen mit einem Refraktor.

Das schöne an dem Teil ist, dass das Star-Alignment sehr einfach ist und Du nach dem Alignment die Steuerung zumindest an Deinen 7-jährigen übergeben kannst. Falls das n.n. so klappt, genügen ein paar Tasten-Klicks um das nächste Objekt anzufahren. Das könntest Du auch zur Not mal schnell selber machen.

Das Alignment bei dieser Montierung kann im einfachsten Fall so funktionieren:
1. Teleskop horizontal und ungefähr nach Norden zeigend in die Monti einspannen und in den Controller Datum, Zeit und Koordinaten eingeben
2. die beiden Kupplungen lösen und das Teleskop auf einen Dir bekannten Stern, z.B. im Großen Wagen ausrichten
3. die Kupplungen anziehen und diesen Stern im Hand-Controller bestätigen
4. die Montierung fährt nun einen zweiten Stern an, den Du gar nicht kennen mußt. Diesen dann in die Mitte des Okulars bringen und bestätigen.

Ab hier ist alles ausgerichtet und man kann die anderen Objekte über den HC aussuchen und die Monti fährt dahin. Du kannst sogar die Kuplungen lösen und das Teleskop manuell verstellen. Die eingebauten Encoder bekommen die Bewegung mit.
Die Monti läßt sich auch mit einem PC und einem Planetariumsprogramm (Stellarium, SkyChart/Cartes du Ciel) verbinden und von diesem aus durch anklicken auf das Objekt steuern. Auch unter Zuschaltung der freien APP "SynScan" läßt es sich dann mit einem Tablett unter "SkySafari" steuern.

Eventuell haben auch die moderneren Skywatcher Alt-Azi Montierungen die glecihen Möglichkeiten. Ist alles nicht ganz billig, aber "billiges" frustriert leider nur in dem Hobby.

Grüße
Hartmut
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Martin,

ich bin ja schon fortgeschritten, dadurch sind meine Ansprüche an ein Teleskop vielleicht auch etwas zu hoch.

Einfach bedeutet für mich nicht billig. ;)
Auch für ein Kind oder Einsteiger sollte mM das Teleskop die prinzipiell wichtigen Eigenschaften erfüllen, die da sind:

Möglichst grosse Öffnung.
In der Astronomie geht es einfach um die Lichtsammelleistung. DeepSky Objekte sieht man ab ca. 150mm Öffnung gut.
Dadurch landet man eigentlich automatisch bei einem Newton zB auf Dobson Montierung.

Möglichst grosse mechanische Stabilität.
Deswegen ist eine Dobson Montierung oder auch eine Alt/Az-Montierung besser, wie eine zu kleine einfache parallaktische Montierung.
Beim Okularauszug vielleicht eher schon ein 2 Zoll Auszug.

Gutes Zubehör.
Möglichst eher wenige aber gute Okulare, keine Plastik-Teile. Guten Peil-Sucher, wobei die heutigen eigentlich ok sind.

Gruß
Peter
 

Phantom11

Mitglied
Ok, dann wäre wahrscheinlich das Celestron SC 203/2032 NexStar 8 SE doch das richtige oder?
Und ich müsste nur eines kaufen.
Dobson muss ich ausschliessen wegen der Handhabung, es soll auch mal Unterwegs zum Einsatz kommen.
 

VisuSCor

Mitglied
Hallo Martin,

die SE-Montierung ist eher was für das C6 und mit dem C8 schon deutlich am Limit. Wenn (später) eine Kamera zum Einsatz kommen soll, dann würde ich das NexStar 8 Evolution empfehlen. Das benutze ich inzwischen auch für EAA.

Ansonsten ist das C8 ein tolles kompaktes Teleskop, für visuell und EAA.

CS.Oli
 

AstroPZ

Mitglied
Hi Martin,

ach, das ist immer schwierig, mit Empfehlungen. ;)

Ok, dann wäre wahrscheinlich das Celestron SC 203/2032 NexStar 8 SE doch das richtige oder?
Und ich müsste nur eines kaufen.
das ist natürlich schon eine Hausnummer (dachte eher unter 1000€) und ein solides Teleskop.
Kleiner Schwachpunkt, die etwas knappe Montierung, aber visuell wohl ok und sie ist die neueste GoTo Generation von Celestron.

Dobson muss ich ausschliessen wegen der Handhabung, es soll auch mal Unterwegs zum Einsatz kommen.
Warum genau schliesst du einen Dobson aus?
Man bekommt damit die meiste Öffnung fürs Geld und es ist bedientechnisch das einfachste und ein sehr stabiles Teleskop.
Und es wird gerade wegen der guten Transportabilität (keine schwere Montierung) benutzt.

Es ist über eine EQ-Plattform für EAA und mittlere Astrofotografie nutzbar und aber es gibt halt kein GoTo ausser bei Spezial-Anbieter.

Gruß
Peter
 

Kusifu

Mitglied
Vielen Dank für eure Einschätzung.
Was denkt ihr über diese Zusammenstellung:
Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2032 NexStar 8 SE GoTo mit Starsense Autoalign Modul, Celestron WLAN-Modul SkyPortal Wi-Fi.

Für das was du vorhast hört sich, das gut an.

Rückseitiger Einblick,
Azimutale montierung, mit Starsense um Zeit zu sparen. Aber ich würde dir empfehlen, dich mal mit den Sternbilder... Zu befassen, die Planetarium Software Stellarium, kann helfen, damit um objekte auch ohne goto Auffinden kannst, wichtig ist dafür ein guter sucher ich empfehle den Telrad oder Telrad ähnliche Produkte.

Ansonsten, schau nach nem sehr kurzen stativ, da gibt es welche zbsp. hier, ich denk da an die kleinen, dan können die problemlos im Stehen oder auf Papas Schoß durchschauen und du kanst bequem sitzen, da ist nen catidopter (Oberbegriff für Schmidt cassegrain) einfach perfekt rückseitiger Einblick kurze Bauweise.

Clear skies
Felix
 
Zuletzt bearbeitet:

VisuSCor

Mitglied
Hallo Martin,

das Starsense Autoalign hatte überlesen. Ist IMHO ziemlich überflüssig und das Geld eigentlich nicht wert. Das Alignment über den NexStar Handcontroller ist denkbar einfach und dauert wenige Minuten: einfach drei Sterne anpeilen, die Du auch nicht kennen mußt - fertig. Ein Sucher und ein Fadenkreuzokular sind hilfreich, damit es möglichst genau wird.

Bevor Du jetzt aber jede Menge Geld in die Hand nimmst und denkst: die Technik nimmt Dir alles ab, dann sei gewarnt! Das ist nicht so. Mit der Technik muss man sich auch beschäftigen, wenn man sie beherrschen will. Und etwas Kenntnis von Sternbildern und der Himmelsobjekte ist auch wichtig, denn ohne ist das Ganze nur halb so interessant.

CS.Oli
 
Hallo Martin!

Celestron Schmidt-Cassegrain Teleskop SC 203/2032 NexStar 8 SE GoTo mit Starsense Autoalign Modul, Celestron WLAN-Modul SkyPortal Wi-Fi.
dazu noch eine Astrokamera und das alles über SharpCap und Laptop?
finde ich gut und ist ein perfekt rundum praktikables-Paket. So ein Setup wird sicher zehntausend-fach wenn nicht sogar hunderttausendfach in den USA betrieben. Wenn das Budget dafür da ist. Kaufen, loslegen, Erfahrungen sammeln. Du merkst an den diametral unterschiedlichen Meinungen, Ratschlägen und Tipps jeder hat seine eigenen Vorstellungen was, wie, wo, weshalb machen. Und sicher ist jeder Ratschlag ehrlich gemeint, fundiert und wohl gemeint. Das Problem ist nur, keiner hier kennt deine finanziellen Möglichkeiten, die Menge Zeit die Du für Astronomie aufwenden kannst, aufwenden möchtest. Was Du ganz hinten im Hinterkopf hast oder Du Dir wünscht wohin die Beschäftigung mit Astronomie Dich führen soll, was Du willst, dass deine Kinder lernen sollen. Und, und, und ...

So ein Beratungsthread kann sich endlos in die Länge ziehen. Oder Du machst einfach und findest selbst heraus was zu Dir passt. In jeden Fall passt das beschriebende Setup zusammen und wenn Du nicht zwei linke Hände hast wirst Du in der ersten Nacht bereits tolle Dinge beobachten können. Ich würde aber mit einfachen Dingen anfangen. Zuerst beobachten! Bevor Du die Kamera anwirfst. Zuerst den Mond und Planeten! Und so geht es dann Schritt für Schritt weiter. Zuerst nur mit dem Handkontroller arbeiten, bevor Du PC / Smartphone und Co. dranhängst. Mit jeder Nacht mit der Du Sicherheit und Erfahrung bekommst, wirst Du mehr Spaß, Freude haben und kannst auf Deinen eigenen Erfahrungshorizont aufbauen, neue Dinge angehen. Im Laufe der Zeit wirst Du feststellen was Dir wirklich Spaß macht, wo die vorhandene Ausrüstung passt, wo was fehlt und wo was überflüssig ist.

Eines ist noch wichtig! Der SC hat hinten nicht wirklich viel Freiraum. Dort z.B. eine voluminöse Spiegelreflex anzuschließen würde nicht klappen, denn dann bleibt das Teleskop beim Schwenken hängen. Kann man zwar versuchen mit einem 90° Spiegel zu lösen, muss aber bedacht werden.
das Starsense Autoalign hatte überlesen. Ist IMHO ziemlich überflüssig und das Geld eigentlich nicht wert.
Mag für einen erfahrenen Sternenbeobachter zutreffen. Ein Anfänger der beim Blick durchs Okular nicht entscheiden kann, schaut er auf Vega oder nur auf einen für ihn durchaus vermeintlich genauso hellen Stern der aber in Wirklichkeit nur Mag 5 oder 8 hell ist und ganz wo anders steht, kann es bedeuten, dass er manuell überhaupt kein sinnvolles Allignement fertig bringt und deshalb schickt ihn danach das beste Goto ausschließlich ins Nirwana. Dann ist die Verzweiflung und Frust groß. Und es wird endlos Zeit verplembert anstatt die wenige Zeit fürs Beobachten nutzen zu können. Eine Stunde ist so schnell verflogen. Da gab es kürzlich einen Kollegen in Portugal ...... ;)

Ich bekomme kein Provision von Celestron, aber mit Hilfe von Starsense Autoalignment beobachtet ein völlig unbedarfter Beobachter nach 2 Minuten den von ihn ausgesuchten Stern und gewinnt von Minute zu Minute echte, wertvolle Erfahrung. Ohne Starsense braucht der unbedarfte Anfänger viele Stunden bis er überhaupt weiß wohin er schaut, durchgefroren, von Mücken gepisakt, hungrig und durstig ist die Laune dann schon lange weit unter null und er hatte keine Chance etwas zielgerichtet und erfolgreich zu beobachten. Von Herausforderungen wie keine Rundumsicht weil Bäume, Bauwerke oder was auch immer den freien Blick beschränken oder eine Straßenlaterne einen Teil des Himmels unbeobachtbar macht ganz zu schweigen. Selbstverständlich blickt die Starsense Kamera auch nicht durch ein Gebäude durch, aber es sucht sich dann eine andere mögliche Variation. Alleine schon visuell mögliche von visuell nicht möglichen Sternen für's Alignement zu bestimmen ist für einen erfahrenen Beobachter kein Problem aber überfordert einen Anfänger komplett.

Viel Spaß und Vorfreude auf die erste Nacht mit der neuen Ausrüstung - MünchenBeiNacht - Ewald
 

klawipo

Mitglied
Hallo Martin,

man sollte sich bewusst sein, dass der von dir gewählte SC ein ziemlicher Spezialist für kleine Felder und hohe Vergrößerungen ist. Durch den kleinen 1,25 Zoll-Anschluss und die 2 Meter Brennweite kann man gerade mal 3/4 Grad überblicken. Bei einer einfachen Astrokamera mit relativ kleinem Sensor sind es erstmal noch weniger (Reducer sind möglich, aber mehr aks die 3/4 Grad passen nunmal nicht durch).

Zum Vergleich: Der Vollmond nimmt ein halbes Grad ein, die Andromedagalaxie (glaube ich) etwa 3 Grad.

In die andere Richtung (große Felder) gehen die oben schon erwähnten Richfielder (Schnelle achromatische Refraktoren; 80/400, 100/500 oder 120/600). Große Gasnebel lassen sich damit mit geeigneten Filtern schön beobachten. Auch diese großen Felder sind reizvoll.

VG Klaus
 
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