Teleskop oder doch Fernglas

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Hallo Simon, ich bringe hier mal eine absolute Low-Budget Version ins Spiel, die ich seit Wiederaufleben des Hobbies im letzten Jahr gerne und oft verwende. Ich habe mir für wirklich wenig Geld (~ 20 - 30 €) eine 'Wundertüte' zugelegt, das ist ein Teleobjektiv aus den 80er Jahren, 500mm Brennweite und f8, also knapp 62,5 mm (wirksame) Öffnung. Die originalen Objektive kamen von Beroflex und im Laufe der Zeit kamen Nachbauten oder OEM Versionen anderer Anbieter dazu (Hanimex, Danubia, Soligor etc.). Der Vorteil an den Wundertüten ist neben dem unschlagbar günstigen Preis die Möglichkeit, das hintere Rohr (das Rohr-Stück, an dem normalerweise der T2 Adapter für das Kamerabajonett angeschraubt ist) herauszuschrauben. Dann endet gleich hinter der Stativschelle das Objektiv mit einem M48 x 0,75 Gewinde (...so ein Zufall :)). Man gewinnt also zusätzlich zu den 55mm T2 Auflagemaß noch etwa 85 mm zusätzlichen Backfokus. Somit kannst Du dann auch Zenitspiegel / Prisma verwenden, was bestenfalls schon vorhanden ist. Der Tubus ist schön kompakt, ein Anbringen einer Vixen oder auch Arca-Swiss Schiene ist problemlos möglich und daher ist die Verwendung eines Fotostativs mit Neiger auch gewährleistet. Du kommst also alles in allem geschätzt für knapp 100 € an ein kleines Teleskop, was in meinen Augen gar nicht mal so schlecht ist. Bei mir steht es immer einsatzbereit am Süd-Fenster im Esszimmer / Wohnzimmer.
Gestern Abend habe ich es, wie so oft in den letzten Monaten, mal wieder schnell nach draußen genommen und zwischen den Wolkenlücken Jupiter, Mars, Mond, M42, Plejaden usw. beobachtet, selbst z.B. M51 oder M57 sind kein Problem. Ich bin immer wieder erstaunt, was das billige Objektiv zeigt, gute Okulare und einen qualitativ guten Zenitspiegel vorausgesetzt.
Der optische Aufbau besteht aus 2 Frontlinsen (insgesamt sammelnde Wirkung) und kurz vorm M48-Ende ein zerstreuendes Dublett. Damit wird eine schöne kurze Bauweise erzielt, die moderate Öffnung von f8 wird dazu beitragen, den Farbfehler in tolerierbaren Grenzen zu halten. Ich finde den kleinen Refraktor jedenfalls recht brauchbar und nutze ihn oft und gerne, mein C6 bleibt oftmals im Zimmer zurück...und, ja, (ich oute mich auch jetzt) ich beobachte auch oft im dunklen Zimmer durchs Fenster...und selbst da erkenne ich problemlos die Wolkenbänder auf Jupiter bei Verwendung vom 6mm LV Okular. Auch mit 2" Okularen (30 mm und 40 mm) macht das Ding eine gute Figur.

Wenn sowas für Dich auch als Alternative in die Auswahl kommen sollte, kann ich Dir gerne noch weitere Infos zu den benötigten Zubehörteilen und Adaptern geben. Gibt's alles bei Wolfi, Baader und weiteren Anbietern zu kaufen. Auch mit Bildern meiner 2 Wundertüten und deren Aufbau kann ich aushelfen, wenn von Interesse.

Viele Grüße
Kay
 
Hallo Simon, hallo Kay,

so ein f8 500 Objektiv habe ich auch in Benutzung. Das geht prima und ist gar nicht schlecht. Bei uns war es z.B. zuletzt bei der Sonnenfinsternis fürs Publikum im Einsatz.

CS Gerhard
 

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Nicht schlecht diese Wundertüte.
Da bin ich mal gespannt.
Mein 50€ Fernglas 8-16x liegt auf dem Esstisch gleich neben dem Fenster in Richtung Südwesten, wenn ich mal da sitze dann schaue ich einfach durchs geschlossene Fenster. Ob das dann der Mond, ein Flugzeug oder esonstwas ist, ist dabei vollkommen egal aber genau darum geht es mir.
Und dafür präferiere ich die Zwei-Augen-Sicht eines Fernglases mit max. 30-40x Vergrößerung.
Für Qualität muss ich eben meinen C6 oder den F5 Newton raustragen und auf die EQ6 draufsetzen, aber genau darum geht es mir nicht.

Die bisherigen Berichte zum Zoomstar sind durchaus positiv und schlechter als mein billig Fernglas wird er doch nicht sein.
Eine blöde Frage, kann man eigentlich zwei Spektive nehmen und diese dann miteinander verbinden zum Fernglas.


Gruss Simon
 
Hallo Simon,

Meine „schnell mal schaun ob die Kugel mit dem Ring noch da ist“ - Lösung
Ist eine EQ2 mit 1/4“ Fotogewindeanschluss.
Die Beine habe ich entfernt und die Montierung auf eine Holzplatte geschraubt.
Das steht auf der Fensterbank und wird, alle paar Wochen wechselnd, mit
Z.B. einer Russentonne 10/1000 ( für Saturn, Jupiter),
Soligor 5,6/300 ( kostete 20,-€ und zeigt schön den Orionnebel, Mond etc.),
und diversen anderen Teleobjektiven bestückt.
Über T2 / M42 / Contax / Canon auf 1,25“- Adapter kommen die Okulare an die Teles.
Für ein aufrechtes Bild ( Natur ) habe ich 2 meiner Okulare mit geradsichtigen Prismen versehen.
Sowas kann man aber auch als Lens2Scope - Adapter kaufen.
Eine ähnliche Holzplatte nur mit verstellbaren kleinen Füssen und einem echten
Anschluss mit M10 Schraube habe ich für meine Vixen GP.

Je nach dem was bei dir vorhanden ist kann da eine sehr günstige Lösung für
Dich dabei sein.

Viele Grüße
Klaus
 
Die bisherigen Berichte zum Zoomstar sind durchaus positiv und schlechter als mein billig Fernglas wird er doch nicht sein.
Eine blöde Frage, kann man eigentlich zwei Spektive nehmen und diese dann miteinander verbinden zum Fernglas.
Hallo Simon,

welche Berichte zum Zoomstar meinst Du denn? In diesem Thread hat niemand (außer Dir) etwas positives davon geschrieben. Im Gegenteil, alle haben von einem Zoom-Fernglas abgeraten. Da Du es von Anfang an präferiert hast, kannst Du etwas zu den positiven Berichten schreiben? Ich kenne es nicht.

FG
Christian
 
Hallo Simon,

welche Berichte zum Zoomstar meinst Du denn? In diesem Thread hat niemand (außer Dir) etwas positives davon geschrieben. Im Gegenteil, alle haben von einem Zoom-Fernglas abgeraten. Da Du es von Anfang an präferiert hast, kannst Du etwas zu den positiven Berichten schreiben? Ich kenne es nicht.

FG
Christian
Hallo Christian,
ich meine Berichte aus dem Internet.
Wieso muss ein Ferngals über 1000€ kosten um es als brauchbar zu betrachten.
Da fragt man nach einem soliden VW Golf für Einkaufsfahrten und bekommt stattdessen einen RollsRoyce empfohlen.



Gruss Simon
 
Nicht schlecht diese Wundertüte.
….
Für Qualität muss ich eben meinen C6 oder den F5 Newton raustragen und auf die EQ6 draufsetzen, aber genau darum geht es mir nicht.


Gruss Simon
Hallo in die Runde
Für rein visuellen Einsatz von C6 und Newton 150/f5 ist ne EQ6 reichlich überdimensioniert.
Wie wäre es, statt einer neuen Optik, die vorhandenen auf einer azimuthalen Montierung mit Alu-Stativ zu benutzen?
Ich benutze mit Zufriedenheit meinen C8 auf einer AZ-4 von Skywatcher.
Das ist zwar nicht so kompakt und leicht wie eine Kleinoptik auf nem Fotostativ, aber diese Montierung inkl. Alustativ wiegt mit ca. 6 kg immerhin weniger als die Hälfte alleine des Achsenkreuzes einer EQ6.
Man könnte sich auch auch eine Art Möbelhund unter dem Alustativ basteln und diese Kombination in der Wohnung herum rollen.
Grüsse
Zvonimir
 
Eine blöde Frage, kann man eigentlich zwei Spektive nehmen und diese dann miteinander verbinden zum Fernglas.
Hallo Simon,
Selbstverständlich ist das möglich und das geht sogar bis zum Doppelteleskop.
Es gibt nur ein paar Herausforderungen:
- Ausrichtung der beiden Spektive
- Identische Vergrösserung / Bildausschnitt
- Identische Bildgeometrie

Wieso muss ein Ferngals über 1000€ kosten um es als brauchbar zu betrachten.
Das muss es natürlich nicht. Aber wenn es um Grenzbereiche z.B. späte Dämmerung bei der
Jagd oder Kometen geht dann entscheidet sich das Rennen meist für das Glas mit höchstem
Kontrast, sinnvoller Austrittspupille und höchster Transmission.
Ein gebrauchtes Leica Trinovid 7 x 42 BA ( Achtung, nicht das Leiz ) bekommt man mit etwas Glück für 400,- €.
Das wäre meine Fernglasempfehlung für ein gutes Preis /Leistung - Verhältnis.

Viele Grüße
Klaus
 
Da fragt man nach einem soliden VW Golf für Einkaufsfahrten und bekommt stattdessen einen RollsRoyce empfohlen.
Ich denke Du hast hier eine sehr selektive Wahrnehmung.

Hier gab es die unterschiedlichsten Vorschläge, von noch etwas sparen, Gebrauchtkauf, Refraktor, Dobson bis hin zum Spektiv, alles in Deinem Preisrahmen.

Das oben genannte Fernglas (20x80) habe ich als suboptimalen Vorschlag empfunden weil man m.E. für Dein Budget was besseres bekommt, dass Zoomstar sehe ich auch sehr kritisch aber anscheinend hast Du Dich darauf ja schon "eingeschossen"?!

Es ist halt wie immer, der kluge Mensch lernt aus eigener Erfahrung, der weise Mensch lernt aus den Erfahrungen anderer, Du kannst selber entscheiden.

Andreas
 
Für Qualität muss ich eben meinen C6 oder den F5 Newton raustragen und auf die EQ6 draufsetzen, aber genau darum geht es mir nicht.

Die bisherigen Berichte zum Zoomstar sind durchaus positiv und schlechter als mein billig Fernglas wird er doch nicht sein.
Eine blöde Frage, kann man eigentlich zwei Spektive nehmen und diese dann miteinander verbinden zum Fernglas.


Gruss Simon
Das brauchte ne justierbare Plattform (gibt es) sowie eine passende Interpupilärdistanz. 65mm Spektive scheiden da schon tlw. aus. Ist auch ein wenig kostspieliger. Obwohl es ja mittlerweile recht günstig 'Nachbauten' von Spektiv-Klassikern gibt (hat jetzt mit der Zweispektivfrage nichts zu tun): wer erkennt im Bresser das alte Zeiss Diascope?

csm
 
Hallo zusammen, dann hänge ich mal Bilder meiner Wundertüten an, ich habe derer 2, beide in tarn-grün...hat ein wenig was von Spektiv ;)

Bild 1 zeigt das Beroflex 8/500 mit abgeschraubtem, hinteren T2-Rohr, dieses ist knapp 86,5 mm lang und ist einfach nur hohl, ohne optisches Innenleben. Kann also weg und liefert mehr Backfokus.

Bild 2 zeigt das Beroflex hinten an der Stativschelle, Rohr mit T2 Gewinde entfernt, zum Vorschein kommt ein M48 x 0,75 Außengewinde. Dieses Gewinde liefert die Basis für nachfolgende Adaptionen von Zenitspiegeln, Okularklemmen etc.

Bild 3 zeigt das Beroflex in der kostenmäßig günstigsten Ausbaustufe mit einer 1,25" Okularklemme, gefolgt von einem einfachen 1,25" Zenitspiegel und einem Okular. Die Baaderklemme hat natürlich wieder das M48 Innengewinde zum direkten Anschluß ans Objektiv. Geht aber auch mit einer günstigeren Klemme mit T2 Gewinde, dann nur als erstes einen Gewindeadapter M48 (IG) auf T2 (AG) ins Objektiv einschrauben.

Bild 4 zeigt das Beroflex mit einer qualitativ sehr guten Ausbaustufe mit Baader T2 Zenitspiegel. Der vordere, zum Objektiv gerichtete 2" Stutzen hat schon das M48-Gewinde integriert und passt daher ohne weitere Adapter direkt ans Objektiv. Oben vor dem eigentlichen 1,25 " Okularstutzen noch ein Stapel T2-Distanzringe, um die Fokuslage für meine Okulare zu mitteln.

Bild 5 zeigt das Beroflex mit einem adaptierten 2" Zenitspiegel von Celestron. Dieser hat herausschraubbare Stutzen, die jeweils mit dem SC-Gewinde (Außengewinde) versehen sind, am Spiegel also 2x Innengewinde SC. Um den 2" Spiegel möglichst nah an das hintere Ende vom Objektiv anzusetzen, habe ich einen M48 (Innengewinde) auf SC-Gewinde (Außengewinde)-Adapter ins Objektiv eingeschraubt, daran dann den 2" Spiegel. Ich komme mit allen meinen Okularen noch in den Fokus.

Bild 6 zeigt dann den Extrem-Aufbau mit 40mm 2" Okular (ich meine es ist das Rodenstock Gigant). Da wirkt das Röhrchen schon etwas mickrig dran :ROFLMAO: Auch mit dem 30er Vixen LV 60° 2" sieht die Kombo drollig aus. Die Plejaden sahen gestern Abend richtig klasse damit aus, gesamtes Siebengestirn gut im Blickfeld mit etwas Umgebung dazu, ich war wirklich angetan.

Mein bisheriges Fazit: Die Wundertüte ist echt universell adaptierbar und macht mir richtig Spass. Sie ist leicht und schnell aufgestellt und ist ideal für's schnelle und spontane Spechteln. Die Qualität der Abbildung reicht für's Erste für viele Stunden Beobachten vollkommen aus. Insbesondere habe ich viel 'Sehen' mit dem Beroflex gelernt und der (Wieder-)Einstieg und die Erfahrung mit diesem günstigen Gerät sind Gold wert und für mich in keinster Weise unnütze Investition gewesen. Es kommt aber jetzt ein wenig Verlangen nach mehr Öffnung auf, ich möchte zukünftig u.a. an den Planeten mehr Details sehen (GRF, Mondschatten am Jupiter etc.)...ich bin wohl angefixt :giggle:

Ein bischen werde ich noch an der Stativklemme werkeln, die ist etwas wabbelig und muss mächtig angezogen werden. Da schwebt mir eine Doppelschelle oder breite Schelle (ca. 45 mm breit) aus dem 3D-Drucker vor, diese wird dann wieder auf eine Vixen-Schiene geschraubt. Der Tubus am Objektiv hinter der Blendenverstellung bietet dafür gut Platz.

Viele Grüße
Kay
 

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Das Angebot ist mir auch aufgefallen. Ich frage mich allerdings, wie der Anbieter das mit dem Backfokus und dem Zenitspiegel hinbekommt. Bei meinen Beroflexen ist es schon zwingend notwendig, das hintere leere Rohr abzuschrauben um genügend Backfokus für den Spiegel zu bekommen. Denn die 55mm ab T2 Gewinde reichen dafür definitiv nicht.

Viele Grüße
Kay
 
Hallo,

auch bei mir hat ein Vorbesitzer das Rohr direkt nach Hinterlinse und Stativ Aufnahme abgeschraubt. Dort sind 2 offensichtlich selbst gedrehte Übergänge zu einem M42x1 Gewinde. So lassen sich mit M42 Zwischenring Kameras anschließen. Ein weiterer Übergang von M42 auf 1 1/4" Okularaufnahme lässt einen mit Zenitprisma und allen gängigen Okularen in den Fokus kommen. Die Fokussierung am Objektiv ist feinfühlig und angenehm.

CS Gerhard
 
Ich habe mir mal ein 60mm-Zomm-Fernglas für 40,- EUR von Lidl gekauft. Ich habe es nur einmal benutzt, weil es wirklich schlecht war. Zurückgegeben habe ich es nicht, weil ich die Tasche so schön fand... :sneaky:

FG
Christian
Hab das Teil mal für 8€ gebraucht gekauft, ist wirklich Schrott. In hohem zoom bereich nicht fokusierbar. Extremer Tunnelblick, keine Innenfokusierung, schrecklich.
 
Ich habe mir mal ein 60mm-Zomm-Fernglas für 40,- EUR von Lidl gekauft. Ich habe es nur einmal benutzt, weil es wirklich schlecht war. Zurückgegeben habe ich es nicht, weil ich die Tasche so schön fand... :sneaky:

FG
Christian
Ich habe mir das Bresser 10x50 für 20 EUR vor ein paar Jahren beim Lidl gekauft und bin für den Preis schwer begeistert. Das Nikon für über 100 EUR mehr war optisch nicht wesentlich besser. Man muss aber im Laden testen oder ggf. ein Fernglas justieren können. Dafür gibt es gerade ne klasse Beschreibung hier im Forum.

Gruß

Matthias
 
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