Teleskop Selbstbau als Diplomarbeit

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Applejack

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Erstmal ein herzliches Hallo und kurz zu mir:

Ich bin Schülerin an einer HTL für Maschinenbau und heiße Jenny. Nächstes Jahr über wird es dann soweit, dass ich für den Abschluss ein Projekt planen, entwickeln und auch bauen sollte. Da ich mir schon länger ein vernünftiges Teleskop zulegen wollte, dachte ich mir, als Diplomarbeit würd sich hervoragend der Selbstbau dieses Wunsches eignen.

Erst mal spielt es keine wirklich große Rolle, wie preiswert die verschiedenen Teleskoparten sind und daher hab ich in vielen Foren und Seiten nichts wirklch brauchbares gefunden. Ich werde nämlich den Großteil des Teleskops, sofern möglich, selbst herstellen. (In unserer Schule stehen uns etliche Maschinen zur Verfügung)

Ich hätte gern ein Teleskop mit dem ich vorallem Deep-Sky Objekte (Nebel, Galaxien) beobachten kann. Dennoch sollten auch halbwegs vernünftige Bilder von den Planeten und Monden unseres Sonnensystems möglich sein.

Des weiteren sollte ein Motor und eine Steuerung konstruiert werden, mit dem eine Nachführung und Ausrichtung auf bestimmte Objekte möglich ist.

Ach ja, es sollte außerdem transportabel sein, jedoch fahre ich einen Passat Kombi und habe daher fast zwei Meter an Länge und ~1m an Höhe Platz zur Verfügung, da dürfte es also keine großen Probleme geben.

Vorraussichtlich werden meine Wenigkeit, den mechanischen Aufbau bauen und eine weitere Person, den Motor inklusive der Steuerung machen mit einem ungefähren Stundenaufwand von ~200 h pro Person.

Daher bitte ich euch, da ihr hoffentlich mehr Ahnung und Erfahrung haben, Welche Bauarten ihr mir Empfehlen würdet des weiteren bräuchte ich auch eine Empfehlung für eine geeignete Montierung.

Liebe Grüße und schon mal ein großes Dankeschön im Vorraus auf hoffentlich baldige Antworten (;
 
Hallo Applejack,

da hast du dir was interessantes aber auch herausforderndes vorgenommen.

Als erstes solltes du entscheiden ob zum Selbstbau auch die Herstellung der Optik gehört. Das ist eine besondere Herausforderung, nicht umsonst gibt es heute nur noch relativ wenige die Spiegel oder gar anderes selbst schleifen.

Als nächstes solltest du dich für ein optische System entscheiden. Bei Deep Sky als Haupteinsatzgebiet käme ein Newton oder evtl ein Schmidt-Cassegrain in Frage (bei Eigenanfertigung der Optik sicher nur der Newton).

Vom Telskoptyp abhängig kann man sich für eine passende Grundkonstruktion der Montierung entscheiden (Deutsche M., Gabelm., Rahmenm., Englische Montierung, Split Ring usw......). Möglich wäre evtl. auch eine azimutale Montierung mit dementsprechend höheren Anforderungen an die zu entwickelnde Steuerung.

Es wird kein Weg daran vorbei führen, dass du dich mit den Grundlagen vertraut machst. Als älterer Mensch empfehle ich die entsprechende klassische Literatur z.B.:
Ingals e.a. - Amateur telescope making Band 1-3, Stauss - Fernrohrmontierungen und ihre Schutzbauten, Rohr - Das Fernrohr des Sternfreundes (eine der letzten Auflagen).

Ich wünsche dir gutes Gelingen und stehe für Ratschläge oder Kopien aus der Literatur (auch aus anderen Büchern auf französisch, ungarisch und finnisch) gerne zur Verfügung.

CS Gerhard Schmitt (Sterngucker Frankenberg e.V.)
 
Hallo Jenny,

herzlich willkommen und erstmal viel Erfolg bei Deiner Diplomarbeit.
Ich bin allerdings etwas verdutzt, dass Du so offen das Forum hier um Hilfe zu Deiner Diplomarbeit bittest. Zu meiner Zeit war eine Diplomarbeit eine eigenständige Abschlussarbeit am Ende des Studiums, inkl. Literaturrecherche und entsprechender Literaturkritik, bei dem man zeigt, dass man das gelernte eigenständig umsetzen kann und sich in neue Sachverhalte einarbeiten kann. Ist das heute nicht mehr so?

Gruß

Martin
 
Hi,

@Martin
Ich würde sagen es gehört heute dazu die gebräuchlichen Medien mit einzubeziehen. Früher hat man halt andere persönlich befragt und Bücher gelesen. Heute kommt man aber so an eine viel größere und vor allem sehr spezialisierte Gemeinschaft ran. Also why not?

Ich habe hier aber schon so einige Anfragen gesehen die oft im Sand verlaufen sind, da zu komplex und aufwendig. Ich werde das Thema hier mit Spannung verfolgen...

@Jenny
Ich denke zusammen mit einer Montierung wird das ein sehr hochgestecktes Ziel. Ein Newton zu fertigen sehe ich noch als machbar ein, eine Montierung wohl auch noch. Aber eine Steuerung dazu komplett selbst zu entwickeln ist schon sportlich.

Gruß Markus
 
Hallo Jenny,

der eingeplante Zeitaufwand ist für die Konstruktion eines komplexeren Systems viel zu kurz. Es bleibt Dir also nur ein Gerät in Newton-Bauweise. Das sollte in 5 wochen machbar sein, wenn Du die Zeit Dich einzuarbeiten nicht rechnest. Da muß man aber klar sagen, daß wir hier nur vom Zeitaufwand der Konstruktion und Fertigung eines Tubus reden - nicht vom Selbstschliff eines Teleskops. Du brauchst:
A) Tubus mit Optik:
1) Tubus - den kann man kaufen oder selber aus Carbon wickeln
2) Okularauszug
3) Hauptspiegelzelle
4) Fangspiegelzelle
Zeit: 200 Stunden = 25 Tage a 8 Stunden

Grobe Zeiteinteilung:
Entwicklung der Komponenten: 3 Tage inclusive Recherche (wenn Du richtig gut bist)

Fertigung Okularuauszug: 2 Tage
Fertigung Hauptspiegelzelle mit Tubusbefestigung: 1 Tage
Fertigung Fangspiegelzelle mit Spinne: 1 Tage

B) Montierung:
bleiben 18 Tage
Entwicklung der Komponenten: 5 Tage inclusive Recherche (wenn Du richtig gut bist)
Fertigung: 10 Tage

Dokumentation: 3 Tage

So wird das aber wahrscheinlich nicht funktionieren. Das ist ein extrem straffer Zeitplan, den man nur einhalten kann, wenn man sich umfassend informiert hat, alle Maschinen genau dann zur Verfügung stehen wenn man sie braucht (was bei gemeinsam genutzten Maschinen NIE vorkommt, und alles Material und alle Normteile vorher eingekauft wurden (und auch rechtzeitig eintreffen)

Da sind so viele Vorraussetzungen auf "funktioniert nur bei optimalem Verlauf" gesetzt, daß das unwahrscheinlich ist, daß das geht. Also entweder mehr Zeit einplanen, oder das Projekt umformulieren (Montierung raus, statt dessen Optik selber schleifen).
Die Steuerung zu bauen und zu programmieren ist auch eher etwas, wo 1000 Stunden rein gehen, als 200. Immer daran denken: mit 20% der Zeit kann man 80% des Funktionsumfangs schaffen - aber bis es fertig ist, zieht es sich.

Clear skies

Tassilo
Der genau so was beruflich macht.
 
Hallo Markus,
ja. Jenny 200h, die ich oben aufgelistet habe, und die 200h für die Steuerung, die ich pauschal als zu kurz bewertet habe.

Clear skies

Tassilo
 
Hallo Markus,

die neuen Medien zur Informationsgewinnung nutzen finde ich ja gut und sinnvoll, ja sogar unumgänglich. Die Grundkenntnisse wird man sich aber noch immer selbst aneignen müssen.
Zu speziellen Fragestellungen kann man sich dann ja Rat holen, das ist ja alles ok. Doch wenn man schon zu Anfang gleich nach den Möglichkeiten und sinnvollsten Weg frägt, da frage ich mich dann, wo ist die eigene Leistung die ja in so einer Arbeit aufgezeigt werden soll?

Zu meiner Zeit hätte man erwartet, dass man in einem einleitenden Kapitel die verschiedenen Teleskope mit ihren Möglichkeiten, Stärken, Schwächen, Machbarkeiten aufzeigt, eine Bewertungsmatrix erstellt und sich dann bewusst für einen Weg entscheidet.

In meinem beruflichen Werdegang habe ich mehrere Studenten bei Ihren Praxis- und Diplomarbeiten betreut und benotet, da habe ich auf diese Herangehensweise immer größten Wert gelegt.


Gruß

Martin
 
Hallo Martin,

wenn ich mir den Stundenrahmen so ansehe, dann ist der Begriff "Diplomarbeit" bei weitem nicht mit einer Diplomarbeit eines Ingenieurstudienganges vergleichbar. Das hört sich für mich vom Umfang her eher so an, wie etwas, was man zu meiner Zeit an bayerischen Gymnasien "Facharbeit" genannt hat - aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren...
Ich hatte bei Diplomarbeiten im Ingeniersstudiengang eher so an "offiziell 1000, inoffiziell 1600" Arbeitsstunden gedacht..
Alleine die Variablenbetrachtung für die unterschiedlichen Einsatztemperaturen von Astrogerümpel und die Auswirkungen auf die Konstruktion können 200 Stunden verschlingen, wenn man es wirklich umfassend behandeln will...

Clear skies

Tassilo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Jenny
Zitat von Applejack:
Des weiteren sollte ein Motor und eine Steuerung konstruiert werden, mit dem eine Nachführung und Ausrichtung auf bestimmte Objekte möglich ist.
Alleine das halte ich bei 400 Mannstunden für exterm sportlich. Selbst, wenn man sich 'nur' mit dem ascom-Protokoll auseinandersetzt und die Positionierung von einer bereits existenten Software wie Stellarium übernehmen lässt.
Machbar wäre vielleicht noch eine gewöhnliche Schrittmotorsteuerung; TI bieten die quasi 'fertig' an, aber auch adurino-basierte Plattformen sind verfügbar. Ob der Programmieraufwand da aber für ein Diplom ausreicht?
Alternativ "nur" die Mechanik der Montierung konstruieren und eine fertige Steuerung mit ST-4 Port verwenden, evtl. sogar ein komplettes Motorkit und sich auf eine durchdachte Mechanik beschränken. 200h sind dafür zwar auch nicht gerade ohne, aber grob überschlagen machbar.
Dann hätte der Progammierer allerdings nichts mehr zu tun. Das Naheliegendste - eine Software bzw. 'App' zum Autoguiding zu schreiben - dürfte auch knapp werden. Das Prinzip klingt zwar simpel - Stern erkennen, Aufnahme- und Leitoptik kalibrieren, Stern verfolgen - aber Tücken gibt es da wohl zur genüge, sonst könnte man jedes Smartphone hierfür verwenden.
Aber 400h für Mechanik, Elektronik und komplette Progammierung - das geht nicht.
Andererseits: Als man noch ein gutes Semester am Diplom gearbeitet hat, haben manche als Einzelleistung eine komplette Strahlturbine entwickelt und gebaut, wenn auch natürlich nur als Modell, aber komplett funktionstüchtig. Und in jüngster Zeit z.B. Tischkicker-Roboter im Team. Eine eher vorsichtige Schätzung, was in so kurzer Zeit geht, ist zwar sicher nicht unangebracht - aber dass das Unmögliche trotzdem möglich gemacht wird, gehört ja irgendwo zum Job.
Einleitend gehört aber zu jeder Arbeit, wo überhaupt Potentiale und Nachteile bei bestimmten Systemen oder Lösungen liegen; kürzlich hatte ich auch eine (sogar recht gute) Diplomarbeit zweier Bauingenieure zur Vorlage, die sich ausschließlich mit der Wahl der geeignetsten Software für einen bestimmten Zweck befasst - und das, wo der Markt in dem Bereich nur 3 Möglichkeiten bietet.

cs
Jürgen
 
Erst mal vielen Dank. Und ich möchte nur noch einmal ausdrücklich erwähnen, dass ich keineswegs am Abschluss eines Studiums stehe. Ich mache nächstes Jahr Matura (in Deutschland gleich dem Abi) und in dieser Schulform (der HTL) gehört eben eine so genannte Diplomarbeit zu einem gelungenen Abschluss.

Weiters möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass ich keineswegs um irgendwelche genauen Angaben, Lösungshinweise etc gebeten habe, lediglich um Meinungen, welche Bauarten Ihr mir für meine Wünsche denn empfehlen könntet. Im Internet wird man da nicht wirklich schlau, da der Preis eine starke Rolle spielt und ich habe mir jetzt auch einiges an Fachliteratur bestellt.
 
Hallo erstmal,

zuerst möchte ich erwähnen, dass ich höchstwahrscheinlich auf einen Selbstschliff der Optik verzichten werde, da dies 1) ein extremer zusätzlicher Zeitaufwand ist und 2) man sich mit der Schlifftechnik vertraut machen müsste, was jedoch als 'Maschinenbauer' für diese Abschlussarbeit nicht wirlich sinnvoll ist. Es sollte mehr um mechanische, elektronische, MSR-technische Aspekte gehen.

Des weiteren müssten wir eigentlich erst Ende des heurigen Schuljahres mit der Planung beginnen und mit der Konstruktion erst nächstesu,da ich jedoch schon mitbekommen habe, dass dies mit Sicherheit kein Kinderspiel wird, möchte ich jetzt schön langsam beginnen und mir dass dann (hoffentlich) in dieser oder einer ähnlichen Form genehmigen lassen. Damit ich für meinen Teil deutlich mehr als 200 Stunden zur Verfügung hätte und auch investieren möchte.

Ich habe außerdem mit einem Schüler gesprochen, der letztes Jahr an einer ähnlichen HTL den Abschluss gemacht hat und als Diplomarbeit eine ähnliche Steuerung entwickelt hat. Dabei handelte es sich um einen 'Camera-Slider', wobei 3 Schüler daran arbeiteten (1. Person den mechanischen Aufbau, 2. Elektronik und der 3. die Programmierung) - (und auch hier sind die 200h/Person eher Formal als der Realität entsprechend.gg)

Wenn ich also im Überblick festgelegt habe, könnte es durchaus sein, dass weitere 2 Personen mitarbeiten könnten.

Aber genau aus diesem Grund schrieb ich das hier ins Forum (in meiner Nähe ist leider kein Astronomie-Verein oder Ähnliches) und ich natürlich nicht abschätzen konnte was ich mir da in den Kopf gesetzt habe. Über die Weihnachtsferien werde ich mich durch die bestellten Büchern durchwühlen und euch dann, falls Interesse informieren, wofür ich mich entschieden habe.

Lg Jenny
 
Hallo Jürgen,

zum Einstieg es gibt auch an meiner Schule in de jetzigen Abschlussklasse, welche die ein kleines, selbstfahrendes Fahrzeug entwickeln sollten, welches in Lagerhallen autonom fährt und zum Transport aufgesammelter Teilen dienen sollte. - Als ich das gehört hab, dachte ich mir auch nur noch wie soll denn das gehen. Oder mein Bruder musste einen Hoftrack von Verbrennungsmoter auf eine vollständige elektronische Energiezufuhr umbauen, da hört sich das Teleskop doch im ersten Augenblick 'besser' an :D

Aber nun zu deinen Vorschlägen, danke erstmal. Ich denke, dass es nicht genehmigt wird, wenn man eine fertige Steuerung verwendet. Doch ich werde mir schnellstmöglich ein/zwei weitere Personen ins Boot holen, damit man sich darüber Gedanken machen kann, ob und wie man das angeht.

Ich möchte nochmals allen Danken, die sich hier zu Wort gemeldet haben. Ich weiß jetzt zumindest, dass wenn ich in die Richtung gehen möchte, es zum richtig reinkniehen wird (nur wenn ich mir mal was in den Kopf gesetzt habe, ist es fast unmöglich mir das da rauszuhämmern :p). Und man das keineswegs unterschätzen darf... Wie gesagt, werde ich mich in naher Zukunft sorgfältig mit dem mechanischen Aufbau auseinandersetzten und wenn ich mir darüber eine Entscheidung gemacht habe -> auf zum nächsten Problem.

Liebe Grüße Jenny
 
Hallo Jenny,

ein schönes Thema hast Du Dir ausgesucht.

Auch ich halte 200h pro Disziplin für sehr sportlich.
Allerdings solltest Du prüfen, ob es legitim ist auf Basis von Open-Source-Lösungen einzelne Verbesserungen von Komponenten/Einheiten im Rahmen einer Diplomarbeit zu behandeln.

Beispiel für ein Open-Source-Teleskop:
http://www.openspaceagency.com/ultrascope/

Hier kann man sich überlegen, ob man z.B. die Hufeisenmontierung verbessert. Und das Konzept für einen 8" F/6 Newton vielleicht auch 12" F/5 aufzubohren. Eine Hufeisenmontierung kommt dabei ohne aufwendige Getriebe aus. Lediglich Schrittmotoren mit entsprechenden Planetengetrieben wären von Interesse. Es gibt genug Raum, um etwas zu verbessern oder optimieren. Z.B. ist die Fertigung der Lauffläche ein Thema, daß unter Last in die optimale Form zurückfällt eine interessante Aufgabe.

Beispiel für eine Open-Source-Teleskop-Steuerung:
Onstep. Einfach mal googeln. Hier sehe ich aus elektronischer Sicht zwei interessante Themen: Die Erweiterung der Steuerung durch ein Handpad mit Display, oder auch die Integration von Encodern in Verbindung mit der Hufeisenmontierung. Die interessante Aufgabenstellung ist hier eine möglichst genaue Nachführung mit einem Off-Axis montierten Encoder zu erreichen. Die Herausforderung an dieser Stelle ist: Das Lisajaou-Pattern das durch Unregelmäßigkeiten in der Off-Asis-Adaption erzeugt wird (PE der Encoder-Welle , Fehler der Hufeisenfläche) durch einen schnellen Mikrocontroller wieder in die idealform zu transformieren. Wenn das gelingen sollte, hättet ihr für die Amateurastronomen einen echten Mehrwert geschaffen. Quasi eine Art Implementierung des TDM mit günstigen Mitteln.
Falls etwas mehr Budget zur Verfügung steht, dann würde ich auf Basis von sincos-Interpolationen und Heidenhain Encodern eine echter Positionskontrolle implementieren. Den für sincos-Encoder typischen Sub-Divisional-Error kann man über RTC und geschickte Tick-auswertung in den Griff bekommen.
Gerade eine Huf-Eisen-Montierung bietet hier gute Chancen!

Und zwar so, daß sie Steuerungsunabhängig ist. Nicht nur die Nachführung verbessert, sondern auch das Pointing. Hier tun sich dann interessante Aufgaben rund um die ASCOM-Programmierung und die Embedded-Systems-Implementierung auf. Der TDM ist an dieser Stelle eben noch nicht zuende gedacht.

Grüße,
Gerrit
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Add.: Die Sache mit den Encodern würde allerdings ohne höhere Mathematik nicht zu stämmen sein.
 
Hallo Jenny,

da habe ich Dich aber gründlich missverstanden, ich habe die Diplomarbeit wirklich als Abschlussarbeit einer Hochschule interpretiert, sorry.
Für eine Arbeit auf Gymnasium Niveau hast Du Dir wirklich viel vor genommen, da wünsch ich Dir gutes Gelingen.

Gruß

Martin
 
Hallo Gerrit,

erstmals hast du da ein paar wirklich interessante Ideen bzw. Möglichkeiten aufgelistet. Ich habe jedoch letzte Woche mit einem meiner Lehrer gesprochen und ich denke, grundsätzlich wäre dies schon eine Option wobei es allerdings doch lieber gesehen wird, dass alles, so gut als möglich, selbst entwickelt wurde.

Und jetzt Hallo an alle anderen

Jetzt ist es so, dass ich mir die Meinung von zwei meiner Lehrern eingeholt habe und beide von der Idee zml. angetan waren (ein Maschinenbauer und ein Elektroniker). Letzterer meinte wenn, dann soll man bei der Steuerung auf nichts verzichten und wenn man die Planung ordentlich angeht könnte man das Projekt auf mehrere Personen ausweiten. Bspw. wäre es auch möglich mit einem Team von, ich sag mal 2-3 Maschinenbauern für die Mechanik evtl. ein Teil der Elektronik und 2 aus der Elektronikabteilung für die Programmierung oder auch einen anderen Teil der Elektronik, das sieht man ja dann wie man das aufteilt. (Auch ist der angegebene Stundenaufwand, eig. offiziell 180h, jedoch in der Praxis immer doppelt do hoch).

Fazit, an der Zeit dürfte es, wenn gut geplant, nicht mehr scheitern.

Jetzt aber zu meiner eigentlichen Frage, ich möchte eine Analyse machen auf welche Bauart, Montierung und ggf. wie man die Steuerung angeht machen und schlussendlich wie dann die bestmögliche Kombination aussieht. Dafür brauche ich aber jede Menge geeignete Lektüre und jetzt seit ihr gefragt - habt ihr da Namen für mich? (Wie immer findet man, wenn man so allgemein im Internet sucht nichts passendes) - Achja

Darin sollten sowohl praktische Vor-und Nachteile als auch sehr wichtig der Aufbau genau beschrieben sein. Zur Verdeutlichung ich brauche keine allgemeine Vergleiche wo über 1/2 Seiten die Bauten beschrieben sind, sondern die Bücher sollten wirklich in die Tiefe gehen. Hoffe ihr wisst, was ich meine und könnt mir helfen. (Dürfen ruhig mehrere sein)

Dann wünsch ich euch auch schon mal einen guten Rutsch und schöne Grüße

Jenny
 
Re: Ich habe mal nach den genannten Büchern im Internet gesucht, wurde bei dem von Stauss fündig und werde mir das auch bestellen.

Das Buch vom Rohr ist da jedoch nirgends mehr zu finden, werd aber in einem Bücherfachhandel noch nachfragen. Und die 3 Teile von Ingleas sind ja auch nicht mehr leicht zu finden, wobei ich da auch ein wenig skeptisch bin, ob ich denn da ausrechend viele verstehe bei den englischen Fachbegriffen.

Dennoch danke ich auch dir, spät aber doch, für deinen raschen Beitrag.

Lg Jenny
 
Hi Jenny,

schau mal hier:
http://www.abebooks.de/servlet/Sear...=17&sts=t&tn=Amateur+telescope+making&x=0&y=0

und hier:
http://www.abebooks.de/servlet/Sear...ohrmontierungen+und+ihre+Schutzbauten&x=0&y=0

und zu "Das Fernrohr des Sternfreundes" finde ich immer nur Autor Brandt, Rudolf. Zu Rohr überhaupt nichts mit dem Buchtitel - sollte man nochmal mal Gerhardt alias Schmitti oder alle anderen zu befragen, ob da der Autor nicht vielleicht verrutscht ist...

Ingalls und Stauss findest Du vielleicht auch woanders, aber richtig schreiben!!! Ich habs sie auch erst dann hinter den Links gefunden.

Viel Spaß & Erfolg weiterhin,

 
Hallo Wolfgang,

ich habe den "Staus", der 1959 erschienen ist. Damals hat man Montierungen völlig anders gebaut. Offensichtlich wusste man nicht, worauf es wirklich ankommt. Daher meine Empfehlung: Nicht kaufen, da total veraltet!

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Kurt,
Danke für die Info, geht aber an Jenny!
Ich kann nichts zu den Büchern sagen, wollte ihr nur beim Suchen im Internet helfen... Die Buchtitel waren weiter oben als Empfehlung gegeben worden!
 
Hi!

Zitat von astrovocho:
zu "Das Fernrohr des Sternfreundes" finde ich immer nur Autor Brandt, Rudolf. Zu Rohr überhaupt nichts mit dem Buchtitel - sollte man nochmal mal Gerhardt alias Schmitti oder alle anderen zu befragen, ob da der Autor nicht vielleicht verrutscht ist...
Oder der Titel. Von Hans Rohr gibt es "Das Fernrohr für jedermann", wenn auch nur noch gebraucht.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Jenny,

entschuldige bitte, beim Buch von Hans Rohr hatte ich mich in der Eile tatsächlich im Titel vertan. "Das Fernrohr für Jedermann" ist richtig. Die ersten Auflagen haben noch recht kurz gehaltene und zum Teil recht primitive Montierungsvorschläge. Bei der letzten Auflage ist das deutlich anders.

Der Stauss ist mit Sicherheit altertümlich aber ein typisches Beispiel deutscher Ingeneurkunst. In meiner Studentenzeit habe ich mir selbst eine "Siegfried" Montierung nach Stauss gebaut und das Ding ist noch heute bombenstabil.

Beste Grüße Gerhard
 
Normalerweise bin ich ja auch ein Fan von klassischer, ausgereifter Literatut. Aber bspw. die Reihe Amateur telescope making Band 1-3 von Ingals ist ja mittlerweile auch schon über 50 jahre alt, genau so wie von Roth das Handbuch für Sternfreunde da ist die letzte Auflage 1989 erschienen.

Sind diese Inhalte wirklich immer noch aktuell?

Denn ich kann mir gut vorstellen, dass bspw die genannte "Siegfried" Montierung immer noch gut funktioniert aber ich glaube, dass zur Zeit als diese Bücher verfasst wurden bspw. die Elektronik noch keine wesentliche Rolle spielte und somit nicht wirklich berücksichtigt wurde - oder sehe ich das falsch? Und die Grundlagen haben sich nicht wesentich verändert?

Ich habe jetzt selbst mittlerweile einige Bücher im Internet gefunden, da der großteil ja nur in englischer Sprache erschienen ist, muss ich mich dem wohl oder übel beugen mich mit diesem englischen Fachvokabular vertraut zu machen (:

Beispiele dafür:

- The Dobsonian Telescope, by David Kriege and Richard Berry (1997)
- Making a Refractor Telescope, von Norman Remer
- Portable Newtonian Telescopes, von Albert Highe
- Telescope Optics, von Harrie Rutten und Martin van Venrooij
- How to make a telescope 2nd Edition by Jean Texereau
- Advanced Telescope Making Techniques, Volume 1/2, Optics/Mechanics Edited by Allan Mackintosh with G. Kenneth Hawkings and Ferdinand I. Baar

Kennt diese Werke jemand, kann dazu jemand Bewertungen, Erfahrungen abgeben? - Ansonst wären diese und wsl. einige der obig genannten Werke mal mein Anfang um eine Bewertung der einzelnen Typen zu machen und anhand diesen Wissens eine Auswahl an einer geeigneten Bauform bzw. Montierung zu treffen.

Grüße Jenny
 
Zitat von Applejack:
- The Dobsonian Telescope, by David Kriege and Richard Berry (1997)
- Making a Refractor Telescope, von Norman Remer
- Portable Newtonian Telescopes, von Albert Highe
- Telescope Optics, von Harrie Rutten und Martin van Venrooij
- How to make a telescope 2nd Edition by Jean Texereau
- Advanced Telescope Making Techniques, Volume 1/2, Optics/Mechanics Edited by Allan Mackintosh with G. Kenneth Hawkings and Ferdinand I. Baar

Kennt diese Werke jemand, kann dazu jemand Bewertungen, Erfahrungen abgeben?
Zu Telescope Optics kann Dir das Forenmitglied telescopia etwas sagen, das ist ein gewisser Harrie Rutten ...

Ansonsten wäre zu sagen, daß moderne Montierungen und Teleskope zwar andere Materialien (CFK) und diverse elektronische Möglichkeiten (Autoguider) nutzen, sich die Mechanik an sich aber kaum ändern konnte. Nicht grundlos ist die deutsche Montierung im Amateurbereich bei allen Größen weiterhin sehr beliebt.

Grüße

fquadrat
 
Hallo Jenny,

der Texereau ist ein Klassiker, die erste französische Auflage stammt von 1948. Die 2 englische Auflage hat einen wesentlich umfassenderen Teil betreffend Montierungen; die Motorisierung entspricht natürlich nicht mehr dem was heute meist gemacht wird.

Eine Fassung von Texereau fand sich zum Runterladen im Internet. Die hatte ich mal für einen Sternfreund auf CD gebrannt und er brauchte sie dann nicht. Ich kann jetzt aber nicht auswendig sagen ob die auf englisch oder französisch ist (ist mir egal). Könnte ich aber suchen und dir zukommen lassen.

Beste Grüße Gerhard
 
Hallo Jenny,

das Buch "Telescope Optics" von Harrie Rutten und Martin van Venrooij besitze ich und hab es seinerzeit verschlungen, weil ich damals ein Fraunhoferobjektiv von 200mm Durchmesser und einige Parabolspiegel selbst geschliffen und poliert habe.
Ob diese Literatur für Dein Vorhaben nützlich ist weiß ich nicht, denn in diesem Buch geht es ausschließlich um die optischen Elemente eines Teleskops.
Es werden die Korrekturmöglichkeiten, Spotdiagramme und Teleskopobjektiv-Berechnung mit einfachen PC-Programmen behandelt, alles in Englisch.

Falls Du weitere Einzelheiten benötigst, schreib mal, helfe gern, wenn ich kann.

Gruß

Peter
 
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