Teleskop und Okulare Neueinstieg

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Hallo Ludowica,

für Airfisch wären Lidl oder Seben wirklich nichts, da er sie zu 100% importieren müsste. Aber für Deutsche sind die Marken nicht schlecht. Natürlich wird in der Produktion oft durch Auslandsfertigung gespart, aber ein Teil der Wertschöpfung läuft wie bei Bresser, Dörr oder dem APM-Düring-Apo bei uns. Den Wirtschaftsfaktor sollte man nicht unterschätzen.
Es gehört vielleicht nicht mehr zum Thema, aber unsere Politik hat uns der Sicherheit der Wirtschaft beraubt – wir verlieren durch den zunehmenden Freihandel die Werte in Europa sowie in der gesamten Welt.
Nicht ohne Grund können beim Selbstbau „Amateur“-Teleskope von über einem halben Meter Durchmesser entstehen, als Hobby, und man kann sogar die am härtesten kalkulierten Importe beim Preis-Leistungs-Verhältnis um Längen hinter sich lassen. Und oft hat man auch andere finanzielle Verpflichtungen, sodass das Lidl-Scope oder Seben ihre Berechtigung haben.

Viele Grüße,

Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

die Seben Teleskope sind alle nich so dolle bis schrottig. Aber es ist nicht alles schlecht. Die 70 Grad Okulare und die Flatfield Okulare sind zB für ihre Preisklasse absolut in Ordnung, zumindest meine Exemplare.

Ich glaube die älteren Skyluxe sind alle besser als diese neuen mit dem Smartphone Jedöns und den Zahnstocher-
Beinchen. Da wirst du schon deine Freude mit haben. Ist (meine Meinung) eh viel schöner dem Sternenhimmel bei abgeschaltetem Handy zu begegnen. Nachher ruft noch einer an und will was von dir. Guckst du drauf ist auch die Dunkeladaption dahin.


CU
Klaus
 
Hallo Andreas,

berechne mal bei einem Teleskop-Selbstbau sämtliche benötigten Arbeitsstunden (zum Beispiel auch für das Spiegelschleifen) mit dem Stundenlohn eines deutschen Industriearbeiters. Zähle das zu den Kosten für die benötigten Materialien hinzu. Du wirst sehen, dass sich ein Selbstbau nur dann "lohnt", wenn Du es in unbezahlter Selbstausbeutung durchführst. Anders zu rechnen ist Selbstbetrug.

Viele Grüße

Kurt
 
So jetzt ist es da. Anleitung war keine dabei, bin ganz stolz, dass ichs trotzdem nur dem Bild nach komplett alleine aufgebaut hab. Also von der Montierung her fühlt es sich stabil an, wackeln tut mal nichts.
Ich hab natürlich noch überhaupt keine Ahnung, wofür man die meisten Sachen dadran jetzt verwendet. Da sind drei Räder mit Zahlen dran. An einem stellt man den Breitengrad ein glaub ich - hab ich soweit gemacht. Testen kann ichs heute leider nicht, ist ja alles völlig grau. Hat auch keine Zahnstocherbeinchen. Würde ein Foto hochladen, weiß aber nicht wies geht. Scheint nur mit URL zu gehen.
 
Hi!
Zitat von Ludowica:
Wofür genau ist jetzt nochmal ne Barlow???
Verlängert die Teleskopbrennweite und dadurch auch die Vergrößerung. Hat man entsprechend abgestufte Okulare, kann man die Zahl der möglichen Vergrößerungen dadurch verdoppeln.

Ich werde mir auf jeden Fall zuerst etwas Weitwinkliges zulegen, da es mit dem Finden anfangs sicher nicht so einfach wird.
Gute Idee, allerdings ist zu beachten, daß es hauptsächlich auf das wahre Gesichtsfeld ankommt, also den Ausschnitt am Himmel. Ist das bei zwei Okularen gleich, hängt das Auffinden von verschiedenen Faktoren ab. Meist ist mehr Vergrößerung besser, also weniger Brennweite und mehr scheinbares Gesichtsfeld (um auf das gleiche wahre zu kommen).

Wäre halt gut, wenn das neue Zubehör dann auch auf ein teureres Nachfolgermodell passen würde, oder ist das unwahrscheinlich?
Das Gute ist, daß Zubehör fast immer austauschbar ist. Es hat zwar nicht immer Sinn, z.B. ein 40-mm-Okular an einem Teleskop mit Öffnungsverhältnis 1:4, aber gehen tut es schon.

Worauf muss ich beim Kauf von nem Sonnenfilter achten?
Objektivfilter verwenden, keinen Okularfilter. Und ND3,8 ist was für die Fotografie mit Film, nicht für Beobachtungen mit dem Auge.

Objektivfilter mit der ND5-Baaderfolie sind beliebt, weil sicher und preisgünstig.

Grüße

fquadrat
 
Hi
Zitat von Ludowica:
jetzt ärger mich jetzt gerade, dass ich das Skylux ersteigert habe, weils jetzt grade auch ein Seben mit mega viel Zubehör für kleines Geld gäbe.
Glückwunsch, eine Methode zum "Einfangen" von Astroanfängern hat, wenn auch nur durch Zufall, bei Dir nicht funktioniert. Megaviel Zubehör nützt wenig, wenn man es nicht sinnvoll einsetzen kann, weil entweder die Qualität zu schlecht es oder die Teile zusammen die Auslegung des Teleskops überschreiten. Manchmal muß man vor Zubehör sogar warnen, siehe Okularsonnenfilter. Nicht sinnvoll ist z.B. das 4-mm-SR, weil es oftmals mehr Vergrößerung ergibt, als mit dem Teleskop sinnvoll erreichbar ist, und das Okular ohnehin eine schlechte Qualität aufweist. Zusammen mit Billigbarlow und Aufrichtlinse kommt man aber auf werbewirksame Vergrößerungen, die allerdings mit den sinnvoll einsetzbaren nichts zu tun haben.

Also eine Barlow Linse vergrößert einfach das, was man mit dem Okular sieht, nochmals? Dann würde es ja Sinn machen, ein Okular mit großem Gesichtsfeld zu kaufen plus Barlow, um das nochmals zu vergrößern - hab ich das richtig verstanden?
Eigentlich sorgt die Barlowlinse dafür, daß die Vergrößerungen mit jedem Okular nach oben gehen, weil sie halt die Teleskopbrennweite erhöht.

Ein Okular hat ein bestimmtes scheinbares Gesichtsfeld, welches durch eine Barlow nicht vergrößert wird. Das wahre Gesichtsfeld sinkt dagegen.

Grüße

fquadrat
 
Ok Leute, jetzt brauch ich glaub ein bisschen konkrete Anleitung.

Heut Nacht war der Himmel einigermaßen klar, ich natürlich sofort mit dem Refraktor raus und viel zu spät ins Bett. Wollte den Saturn sehen, hab ihn mithilfe von mobile observatory auch gefunden - allerdings nur mit dem bloßen Auge. Mit dem Teleskop keine Chance, war aber auch recht bald wieder ne Wolke davor. Wie finde ich denn so nen Planeten mit dem Teleskop am besten? Die App gibt ja immer eine Grad-Zahl an und am Refraktor sind drei Räder, an denen man etwas einstellen kann - muss ich da irgendwas einstellen oder geht echt einfach nur rumprobieren?

Wie fügt man denn hier Fotos ein? Würd gerne mal fragen, ob ich den Teil mit dem Okular richtig eingebaut habe und was dieses längere Teil ist - steht drauf erecting eyepiece - und wies aussieht kommt das unter das Okular, bin mir aber nicht sicher und als ich das drauf hatte hab ich gar nichts mehr gesehen.

Hab auch festgestellt, dass Mascara zum Durchschauen hinderlich ist. Ich bin doch so ne Tussi und immer stark geschminkt - hab aber beim Durchschauen fast nur meine eigenen getuschten Wimpern gesehen, musste sie dann mit den Fingern aufhalten.
Werd dann beim Beobachten wohl eher alleine bleiben, ungeschminkt sieht mich eigentlich keiner. Es sieht schon ein Bisschen absurd aus, wie ich da mit so nem technischen Gerät rumsteh und auch noch dran rumdreh XD. Aber das wird schon. Wäre der Himmel klar geblieben und hätt ich nicht früh raus müssen, hätt ich noch sehr viel mehr Geduld gehabt.

Hier kommt heute Abend Besuch und die haben alle schon gesagt, dass sie mal durchschauen wollen - wär echt um jeden Tipp dankbar. Ich hoffe, man sieht den Mond heute.

Danke schonmal für die letzten Comments

Clear Skies
Ludowica
 
Hallo Ludowica,
hast Du den Sucher zum Auffinden genutzt? Erstmal versuchen, mit dem Sucher das gewünschte Objekt finden. Und am Teleskop erstmal mit der größten Okularbrennweite starten.

Du solltest davor allerdings tagsüber den Sucher so ausgerichtet haben, dass er genau auf das Teleskop ausgerichtet ist. Suche Dir dazu tagsüber ein weit entferntes Objekt und richte den Sucher sauber aus.

VG
Wolfgang
 
Ja habs mit dem Sucher probiert und mit dem 20mm Okular, nicht mit dem 4er.

Hmmm - also für mich sieht der Sucher nicht aus als könne man den irgendwie ausrichten.
 
Normalerweise sind am Sucher drei Schrauben. Wenn Du eine davon weiter reindrehen möchtest, musst Du die Anderen vorher ein wenig lösen. Das ist etwas fummelig, weil schon eine halbe Umdrehung viel ausrichten kann. Probiere es tagsüber mal aus.

Das Finden von Objekten ist die größte Einstiegshürde, zumal sie sich ohne Nachführmotor im Okular überraschend schnell bewegen. Der typische kleine Sucher ist nicht so hilfreich, wie man meinen könnte, weil sein Gesichtsfeld auch recht klein ist. Ein Leuchtpunktsucher wie z.B. der hier

http://www.astroshop.de/leuchtpunktsucher-led-telraeder/omegon-led-sucher/p,47014

projeziert Dir scheinbar einen roten Punkt in dem Himmel, d.h. Du bringst den Punkt mit einem Planeten zur Deckung und fertig. Ich weiß aber nicht, ob dein Teleskop eine normale Sucheraufnahme hat oder ob da Basteln gefragt ist. Die kleinen Sucher werden häufig mit zwei Schrauben am Teleskop verschraubt und die sollte man auch nicht leichtfertig lösen, sonst fallen innen evtl. Muttern hinein. Jeder Sucher, der seinen Namen verdient, wird hingegen in einen Sucherschuh geklemmt.

Michael
 
Hallo Ludowica,

also Wimpern, das hängt teils am Okular (buchstäblich manchmal), aber auch an der Gewöhnung. Am Okular hängt die Sache mit Augenabstand und bequemem Einblick. Es gibt Okulare, da muss man sehr nah heran und natürlich geht bei Berührung der Wimpern sofort die Klappe zu - da dass ein Reflex ist, kommt man schwer dagegen an. Aber es gibt eine gewisse Gewöhnung. Das 20mm Okular dürfte ca. 15mm Augenabstand haben. Das ist eigentlich ganz OK. Besser wird es bei Brillenträger-Okularen mit ca. 20mm Augenabstand. Die dürften aber erstmal preislich unattraktiv sein. Von daher würde ich auf Gewöhnung setzen. Achso... sitzt Du bequem? Wenn man schief steht, verkrampft sitzt, dann wackelt dauernd der Kopf und man bekommt immer den Schließreflex... Schau, dass Du durch die Klemmung des Zenitspiegels das Okular bequem hindrehst und irgendwo drauf passend sitzt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Ludowica,

Dir kann geholfen werden.
Zitat von Ludowica:
Wollte den Saturn sehen, hab ihn mithilfe von mobile observatory auch gefunden - allerdings nur mit dem bloßen Auge.
Guter Anfang, sofern es wirklich Saturn war.

Mit dem Teleskop keine Chance, war aber auch recht bald wieder ne Wolke davor.
Sollte dann auch gehen, außer bei davorstehenden Wolken.

Wie finde ich denn so nen Planeten mit dem Teleskop am besten?
Zuerst am Taghimmel den Sucher justieren, damit der auch dorthin zeigt, wohin das Teleskop zeigt. Dabei kann man auch gleich herausfinden, wie weit man den Auszug des Hauptrohrs herausziehen muß, damit das Bild scharf wird. Wichtig ist hierbei, daß das Objekt für die Justage weit weg ist, sonst gibt es erstens Sucherparallaxe und zweitens eine falsche Fokussierung am Teleskop.

Am Abend bzw. in der Nacht dann die Montierung korrekt aufstellen, sofern es eine parallaktische ist. Auf die Verwendung der Teilkreise mit ihren Skalen würde ich dann aber verzichten, besser ist ein Aufsuchen mittels Sucher:

Planet mit bloßem Auge ausfindig machen (hast Du), Teleskop dorthin schwenken und im Sucher zentrieren. Falls Du den Planeten nicht im Sucher findest, so haben kleine Exemplare meist ein kleines Peilrohr in der Halterung. Ist der Planet schön in der Mitte des Fadenkreuzes angekommen, geht man sofort an das möglichst langbrennweitige Okular im Teleskop, wo der Planet irgendwo zu sehen ist, sofern der Sucher richtig justiert wurde. Mittig stellen, nachfokussieren - nettes Bild. Danach kann man die Vergrößerung mittels eines kurzbrennweitigeren Okulars oder einer Barlowlinse erhöhen. Dabei muß wieder zentriert und fokussiert werden!

Würd gerne mal fragen, ob ich den Teil mit dem Okular richtig eingebaut habe und was dieses längere Teil ist - steht drauf erecting eyepiece - und wies aussieht kommt das unter das Okular, bin mir aber nicht sicher und als ich das drauf hatte hab ich gar nichts mehr gesehen.
Folgende Reihenfolge ist korrekt: Teleskop-Zenitspiegel-Okular. Der Zenitspiegel hat ein Gehäuse in Form eines gleichschenkligen 90°-Prismas.

"Erecting Eypiece" ist eine Umkehrlinse, welche Du bei astronomischen Beobachtungen nicht brauchst. Auf eine Barlowlinse kannst Du erst auch verzichten, wichtig ist, erst einmal ein Objekt zu finden und scharfzustellen.

Schlechte Nachricht für Dich: Das Ding geht erst spät auf.

Grüße

fquadrat
 
Aaalso:
Bin echt überrascht und ein Bisschen stolz auf mich. Hab den Saturn relativ schnell vor der Linse gehabt, etwa ne Viertelstunde rumprobieren, dann hatt ich ihn und hab dann das 4mm Okular genommen - konnte dann die Ringe erkennen, allerdings war alles sehr klein und ohne Details (ohne Details war ja klar, aber ein bisschen größer wär schon schön gewesen). Da das mit dem Finden so einfach war, denk ich mir, dass ich vielleicht doch erst ein Okular mit mehr Vergrößerung möchte, damit ich den Saturn noch besser seh. Was für ne Vergrößerung wär bei 70 mm nochmal optimal? Hab teils gelesen, 2 x der Durchmesser und teils eher nur genau der Durchmesser. Wieviel mm müssten die Okulare dann nochmal haben?

Da ich ne Nachteule bin und zur Zeit frei hab, hab ich auf den Mond gewartet. Bis ich den bei uns gesehen hab, wars 2 Uhr. Von dem Anblick war ich völlig überwältigt und dachte mir, dass man bei der Vergrößerung doch echt auch die Flagge sehen müsste????

Gegen Mitternacht hab ich noch was voll Geiles gefunden. Weiß allerdings nicht, was das war. Mobile Observatory hat mir in der Richtung nichts angezeigt, was so hell war, wie ichs bei uns am Himmel gesehen hab. Könnte jedoch von der Richtung her Aries gewesen sein. Sah aus, wie ein kleines dickeres Strichchen oder ein verwischtes Pünktchen, das irgendwie lodert oder sprüht und ich konnte ganz winzig mindestens zwei Farben erkennen. Gelb und blau und vielleicht noch bisschen rot. Was war das? War das ein Stern?

War jedenfalls sehr geduldig und obwohls mir eiskalt war, was ich normal NIE ertrage, mehrere Stunden draußen am Teleskop - ist also jetzt schon klar, dass das was für mich ist.

Könnt Ihr mir nochmal ein paar Objekte empfehlen, die es sich anzuschauen lohnt?
 
Mir ist übrigens klar, dass Aries ein Sternbild ist, mir hats das aber heut Nacht im Observatory bei nem Objekt auf der Höhe so angezeigt. Könnte auch Algol gewesen sein.
 
Hi Ludowica,

in Aries gibt es einige schöne Doppelsterne. Wahrscheinlich hast du Mesarthim (gamma arietis) gesehen. Schau Dir doch mal epsilon lyrae, Albiero und gamma andromedae an :-)

Viele Grüße,
Marcus
 
Hallo Ludowica,

das 4mm Okular überzieht ja Dein Teleskop schon und dann werden Sterne keine Punkte mehr. Du hast da mehr Bildfehler gesehen, wenn der Sternpunkt blubbert und funkelt. Das ist Luftunruhe am Horizont, was mit mehr Höhe immer weniger wird. Die Luft macht auch eine Farbaufspaltung des weißen Lichts wie ein Prisma, weshalb man oft blau und rot versetzt oder im Wechsel sieht. Es gibt auch zweifarbige Doppelsterne, aber da sind dann zwei Punkte, die wabern.

Mond und Fahne: Die optische Leistung hängt vom Teleskopdurchmesser ab. Ich meine mich zu erinnern, dass für die Fahne 100 Meter nicht ausreichen. Der Mond ist ziemlich groß. Man vertut sich.

Weitere Objekte: Das 70/700 ist erstmal für Planeten und Mond interessant - die sind gerade nicht so häufig. Venus ist sehr spät oder ganz früh, jedenfalls kurz vor Sonnenaufgang im Osten strahlend hell aufgegangen. Venus geht ja entweder einige Zeit nach der Sonne unter oder einige Zeit vor der Sonne auf, weil sie eben ihre Bahn innerhalb der Erdbahn zieht. Bei Merkur noch extremer, den bekommt man von uns aus nur in der Dämmerung zu sehen.

Trotzdem weitere Ziele: Der Ringnebel M57 ist mit dem 20mm Okular (besser 40mm Okular) nicht ganz leicht mit 70mm, aber gut zu finden, wenn man das Sternen-Parallelogramm neben Vega zur Hilfe nimmt.
Der Hantelnebel M27 ist mit dem Gerät gut zu sehen, aber nicht so leicht aufzufinden in der Milchstraße zwischen Schwanen-Kopf (Albireo) und dem Sternbild Pfeil. Der Kugelsternhaufen M13 ist leicht zu finden, wenn man das Sternbild Herkules aus weniger auffälligen Sternen identifizieren kann. Man kann vom Sternbild Leier ausgehend die Richtung zum Herkules peilen. M13 wird sich wohl nicht in Einzelsterne auflösen lassen.
nahe der Cassiopeia wäre auch der offene Sternhaufen M52 einen Anlauf wert. Mehr zum Herbst hin steht der Doppelhaufen H & Chi günstig. Man sieht den bei halbwegs Himmel in der Milchstraße zwischen Perseus und Cassiopeia mit bloßem Auge als schwache Aufhellung.
Auch ein schönes Sommerhimmel-Ziel: Der Kleiderbügel-Sternhaufen, Katalogname Collinder 399. Wenn der nicht das Bildfeld sprengt ein niedlicher Anblick. Ist ansonsten eher was für den Feldstecher.

Clear Skies
Sven
 
Hi!
Zitat von Ludowica:
Bin echt überrascht und ein Bisschen stolz auf mich. Hab den Saturn relativ schnell vor der Linse gehabt, etwa ne Viertelstunde rumprobieren, dann hatt ich ihn und hab dann das 4mm Okular genommen - konnte dann die Ringe erkennen
Glückwunsch! Du siehst, es geht.

allerdings war alles sehr klein und ohne Details (ohne Details war ja klar, aber ein bisschen größer wär schon schön gewesen).
Erstens: An die geringe Größe der Planeten gewöhnt man sich.
Zweitens: Zum einen ist der Saturn horizontnah und deshalb durch Luftunruhe stark beeinträchtigt, zum anderen ist das 4-mm-Okular vermutlich so schlecht, daß auch ein besseres Teleskop nichts mehr reißen könnte.

Da das mit dem Finden so einfach war, denk ich mir, dass ich vielleicht doch erst ein Okular mit mehr Vergrößerung möchte, damit ich den Saturn noch besser seh. Was für ne Vergrößerung wär bei 70 mm nochmal optimal? Hab teils gelesen, 2 x der Durchmesser und teils eher nur genau der Durchmesser. Wieviel mm müssten die Okulare dann nochmal haben?
Um beispielsweise die von Sven vorgeschlagene 100-fache Vergrößerung zu erreichen, mußt Du V=f_Teleskop/f_Okular umstellen: f_Okular=f_Teleskop/V (f sind Brennweiten, V ist die Vergrößerung). Mit Zahlen: f_Okular=700mm/100=7mm. Also wäre ein 7-mm-Okular eine gute Wahl. An der muß man sich nicht festklammern, sondern hat einen Spielraum.

Grüße

fquadrat
 
Super, danke für die Tipps! Hab heute etwas länger gebraucht und Saturn heute gar nicht erwischt, dafür aber den Ringnebel - eher zufällig. Wollte mal Vega anpeilen, dann kam plötzlich was Helles ins Bild. Hatte halt ziemliche Farbfehler, sah aber immer interessant aus, egal wie scharf ich den gestellt hab. Wenn ich das Scharfstellrad (ich weiß, toller Terminus) in eine Richtung gedreht hab, wurde so ein Spiraldings draus. Anstonsten wars ziemlich lila. Ich hoff, ich finde morgen.auch wieder was Cooles.
 
Hallo Ludowica,

schau mal hier dort findest Du alle Astronomischen Objekte,
> https://de.wikipedia.org/wiki/Astronomisches_Objekt <
kannst sie mit dem Gesehenen vergleichen und hast dann die richtige Bezeichnung dafür!

Das mach die Diskussion viel leichter, um zu verstehen was Du wirklich gesehen hast!

Eine Zusammenstellung, der mit 70/700mm Teleskop möglichen und nutzbaren Vergrößerungen, hatte ich Dir oben in meinem Betrag schon
gegeben!


Gruß Günter
 
Hallo Ludowica,

da muss ich Dich enttäuschen, den Ringnebel siehst Du nur grau und ganz zart. Das lila Spiraldings war ein Reflex von Vega auf irgendeiner blau vergüteten Linsenfläche. Letzte Nacht war auch der Mond noch recht früh da. Dann sind Deepsky-Objekte schwierig, zumal mit 70mm Öffnung.

Hm... versuche, Dir Deine Begeisterung zu erhalten, bis etwas mehr Teleskop möglich ist. 70mm Öffnung ist für Deepsky-Objekte wenig Lichtsammelfläche. Mit einem 150/1200 Dobson hättest Du drastisch mehr Erfolgserlebnisse.

Clear Skies
Sven
 
Hm, also ich hab mal gegoogelt, wie der Ringnebel durch Teleskope aussieht und es sah schon sehr ähnlih aus, nur viel minimalistischer und ein bisschen comiclike. Najs egal, sah jedenfalls cool aus. Ja ich hoff, ich kann mir bald ein besseres leisten.
 
Es gibt verschiedene Dobson 150/1200 - manchmal steht "N" davor, manchmal glaub T oder P. Was ist da der Unterschied?
Und: wäre ein 200/1200 noch sehr viel besser? Die gibts nämlich gebraucht auch um die 300.
 
Hallo Ludowica,

das sind wohl einfach Kennzeichnungen als Teil des Produktnamens. So wie GTI ja auf manchen Autos drauf stehen muss, obwohl es weiter Autos sind... Das N soll wohl an Newton erinnern, das P an Parabol, das T hoffentlich nicht "taugt nix".
Ein 200/1200 leistet mehr, ist das Standard-Einstiegsgerät, wenn man es sich erlauben kann. Aber es hat auch sein Gewicht, ein 10kg Teil, ein 12kg Teil. Akzeptiert man das, hat man ein sehr leistungsfähiges Teleskop mit einer Perspektive mindestens auf Jahre. Zur Okularwahl für so ein Gerät habe ich einen eigenen Artikel auf der Webseite. Wenn man möchte, kann man ein vielfaches des Kaufpreises für Okulare ausgeben...
Jedenfalls, den 200/1200 darf es eigentlich nur als Parabolspiegel geben. Eigentlich bedingt "Newton" einen Parabolspiegel, aber das verwässert sich. Es gibt ein paar wenige Geräte, bei denen der Form-Unterschied zwischen Parabol- und Kugelspiegel so gering ist, dass optisch kaum etwas zu merken ist. Ein Newton 114/900 ist dafür ein gutes Beispiel. Ein Newton 150/1200 ist grenzwertig und wird von manchen Herstellern mit teurer Parabolform, von anderen mit günstiger Kugelform geliefert. Leider gibt es auch Teleskope mit Kugelspiegel, bei denen das absolut nicht geht. 200/800 "Nicht-Newtons" haben da traurige Berühmtheit. (Aber denke nicht, dass ein "P" ausreichend Schutz bietet.) Jedenfalls vom 200/1200 ist sowas noch nicht bekannt, das sind ganz solide Teleskope für Einsteiger, denen die Größe nichts ausmacht, und die halt das Budget haben. Eigentlich ein sehr gutes Sparziel.
Ist die Ungeduld zu groß: Gebrauchte 150/1200 Dobsons habe ich auch schon für 150 Euro weggehen sehen...

Clear Skies
Sven
 
Danke Sven, für die ausführliche Antwort.
Im Prinzip würde mir die Größe nichts ausmachen, ich frag mich nur gerade, wie ich das ganze dann transportiere - ich wieg selber nur knapp 40 Kilo und bräuchte dann wohl immer Hilfe, um das Ding nach draußen zu tragen. Ist ein 150/1200er wesentlich leichter? Finde den Preisunterschied zwischen beiden halt nicht sooo groß, so dass ich eigentlich gleich das bessere nehmen wollen würde.

Liebe Grüße
L.
 
Hallo Ludowica,

schönes Wetter ist selten planbar, darum meine ich, dass ein Teleskop immer möglichst spontan einsetzbar sein muss. Daher kann die Größe ein hindernis sein - so ein Kellerteleskop zeigt einfach keine Sterne, das muss man ausführen unter den Himmel. Ich traue Dir aber die 12 kg zu. Du müsstest nur die Gelegenheit haben, das vor dem Kauf zu probieren. Ein 150/1200 ist allein deshalb leichter zu handhaben, weil die Rockerbox ("das Untereil") nicht so sperrig ist. Der Tubus ist deutlich leichter, aber genauso lang.
Beides wird in zwei Teilen herausgetragen, erst die Rockerbox runter stellen, dann das Teleskop da einsetzen.

Schön für Dich wäre ja dies hier:
http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/rb_alpha_transport_gro_.jpg
Aber das gibt's nicht mehr zu kaufen (und es wäre sogar bezahlbar gewesen). Das ist ein 150/900 Newton in einer "Rockerbox Alpha".
Die Einblickhöhe davon ist aber zu niedrig, da muss irgendwie eine Kiste drunter. Das ist beim 150/1200 besser und beim 200/1200 auch nicht so.

Clear Skies
Sven

Edit: Der letzte Satz konnte verwirren...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ludowica,

größer ist besser, hab ich mal gehört.
Aber für den Einstieg würde ich aufs Geld achten, das weitere Zubehör ist ja auch nicht umsonst. Und 150mm Öffnung sind wirklich ganz passabel.
Prinzipiell kannst Du ja mal eine Suche-Anfrage hier im Marktplatz machen. DA gibt es manchmal attraktive Angebote von den Sternenfreunden.
Halt mich mal auf dem laufenden, als altes Juniormitglied würde mich das interessieren.

Gruß
Stefan
 
Ok ich kann ja Rockerbox und Tubus einzeln raustragen, oder mir muss halt jemand helfen.
Im Keller würde es ganz sicher nicht stehen, das stell ich in mein Zimmer, ist finde ich auch ne tolle Deko mit der Box, die sieht so nach Space Age aus. Möchte schon gerne ein 200er nehmen. Könnte mir da noch jemand ein gutes verlinken? Ich finde da verschiedene, meistens jedoch so ein weißes, steht glaub "Skywatcher" drauf und kostet ca 400 Öre +/- je nach Anbieter.

Viele Grüße
L.
 
Hab mich jetzt aber eh schon in das verliebt
www.teleskop-spezialisten.de/shop/Teleskope/Teleskope-Einsteiger-Kinder-Geschenk/Teleskop-Skywatcher-SkyLiner-200P-Dobson-200-1200mm-f-6-Newton-mit-Pyrex-Spiegel-und-Zubehoer::2095.html
 
Hallo Ludowica,

dieser Liebe muss man nichts entgegen setzen, das Teil kann man nehmen. :cool:
Es gibt da einige Anbieter und Lables, auch kleine Unterschiede, aber das macht alles unterm Strich kaum was aus.
Wenn Dir klar ist, dass Du für so wenig Geld kein perfektes Teleskop sondern eben ein Teleskop mit kleinen Schwächen aber eben mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis bekommst, dann passt so ein Dobson für Dich.
Klar ist auch, dass Du damit nur einen Anfang machst, das Teil lohnt sehr viel Zubehör, weil es eben sehr viele Möglichkeiten eröffnet.
Hast Du den Link zu Sven schon!?

Okulare zum 8" f/6 Dobson

Ich empfehle auch immer noch gerne zusätzlich zum optischen Sucher einen Peilsucher, na noch ein Linkz zu meinen

Zubehörideen

Aber alles schön langsam, nach und nach.

Gruß
*entfernt*

 
Zuletzt bearbeitet:
Kannte die Links noch nicht, habs sie mir aber gerade durchgelesen. Vieles davon versteh ich aber noch nicht. Z.B., was die Austrittspupille ist/macht.
Da mein Budget (oft) knapp ist, werd ichs dann denk ich vorerst bei nem Weitwinkelokular und einem mit der größtmöglichen geeigneten Vergrößerung belassen. Das mit den Suchern muss ich mir noch genauer anschauen. Ist halt leicht, mir da was vorzumachen - ich würde etwaige Produktionsfehler vermutlich nicht bemerken, hatte ja erst am Freitag zum ersten Mal überhaupt ein Okular in der Hand.

Ist es eigentlich sinnvoll, eine Barlow mit nur 2 x Vergrößerung zu nehmen? Hab schon mehr gesehen.

Im Marktplatz wird zur Zeit kein gebrauchtes 200/1200 angeboten.

Beste Grüße und gute Nacht für heute
L.

 
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