Teleskopbeobachtung über PC/Laptop

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...zugegeben, kein ästhetisches Highlight, aber schon erstaunlich, wie empfindlich die Watec ist.
 
Da es hier ja offensichtlich an Beispielen für Einzelbilder mit der Watec 120N mangelt, habe ich welche hochgeladen, die ich an einem C9,25 bei f/6,3 gemacht habe:
http://www.astro-photos.net/Test/Einzelbilder_mit_Watec_120N.pdf

Ja, ein Framegrabber ist erforderlich.

Das Teleskop wird einmal eingenordet und dann die Position der Stativfüße auf der Terrasse oder dem Balkon markiert. Die Stativhöhe und Azimut und Polhöhe der Montierung dürfen dann nicht mehr verändert werden. Dann stellst du Stativ mit Montierung die nächsten Male nur genau auf die Markierungen und gut ist es. Habe ich jahrelang gemacht.

Das Finden der Objekte ist nicht sooo trickreich. GoTo hilft, digitale Teilkreise auch. Ohne wird es schwierig, gerade für Anfänger. Zum Kalibrieren der GoTo Montierung reicht ein gut ausgerichtetes Sucherfernrohr, um den Kalibrationsstern aufs Bildfeld zu bekommen und anschließend mit den Richtungstasten der Montierungssteuerung für die Kalibration zu zentrieren.

Zum Scharfstellen nimmst du z.B. eine Bahtinovmaske oder bastelst dir etwas Äquivalentes. An helleren Sternen kannst du dann den Fokus einstellen.

Der CCD-Chip der Watec hat relativ wenige Hot Pixel. Klar, man sieht einige im Bild, aber die stören nicht wirklich. Und ja, mit längerer Belichtungszeit als 10 Sekunden sieht man mehr als ich mit meiner Watec 120N. Das Nachfolgemodell 120N+ konnte über einen Druckschalter am Bedienteil sogar im Prinzip beliebig lang belichten.

Schönen Gruß
Manfred
 
Hallo Manfred,

Auch wenn unser Themenstarter inzwischen ausgestiegen ist, toll das Du hier mitliest & danke für die Bilder. Deine homepage habe ich damals rauf und runter studiert, viel dabei gelernt und Inspirationen geholt. Ich denke, du hast so ziemlich ausgereizt, was mit der watec geht. Meinen Respekt dafür!

CS Roman
 
Hallo Roman,

du schriebst:
Zitat von klaus_lehmann:
Der Witz an Erwins Idee ist jedoch die Fernsteuerung, hier darf sich der Fokus nicht ändern.
Das hatte ich ganz vergessen - sorry!

So dagegen wäre es naheliegend, zwei Teleskope parallel auf eine Montierung zu setzen und beide mit Kameras zu bestücken. Die kurzbrennweitige Optik dient als Übersichtsoptik oder gar Sucher.

Grüße

fquadrat
 
Hi fquadrat,

... dagegen wäre es naheliegend, zwei Teleskope parallel auf eine Montierung zu setzen und beide mit Kameras zu bestücken. Die kurzbrennweitige Optik dient als Übersichtsoptik oder gar Sucher.

bei uns beiden liegen sicherlich genügend Kameras/Optiken für so ne Vorgehensweise rum. ;) Aber bei nem Neueinsteiger? Der außerdem nicht viel Geld ausgeben möchte? ?)

Was Du da vorschlägst, hab ich tatsächlich als komplette "Remote" Balkonsternwarte bereits realisiert. :)

Hab aus dem Keller meine aspachuralt NP auf ein gaaaanz kurzes Alustativ (50 cm hoch) gesetzt, ihrer MTS-3 am Pfostenstecker nen selbstgelöteten Autoguidingeingang spendiert, auf ne massive Prismenschine links das 4/300 Orestegor an seinem Stativanschluß (die DSLR hängt freifliegend hinten dran) befestigt, rechts ne alte 21er DMK mit nem 6 mm Weitwinkelobjektiv in C-Mount Ausführung als "Übersichtskamera" und mittig im Sucherschuh steckt ein 8x50 Sucher mit meiner 31er DMK als Guidingcam.

Da alles auf dem Balkon steht, nutze ich unser W-Lan und kann vom Wohnzimmer aus auf den Rechner draußen auf dem Balkon zugreifen und Belichtungszeiten von bis zu 10 Minuten realisieren.

Hat letzten Herbst/Winter perfekt funktioniert. Ohne daß ich mir draußen den Hintern abgefrohren hab. :super:

Laptop und Montierung waren im Lauf der Nacht völlig zugereift, dank Taukappenheizband hatte ich aber immer klare Linse am Teleobjektiv. :) :cool:
 
Hi!

Zitat von Sternenfee123:
... dagegen wäre es naheliegend, zwei Teleskope parallel auf eine Montierung zu setzen und beide mit Kameras zu bestücken. Die kurzbrennweitige Optik dient als Übersichtsoptik oder gar Sucher.
bei uns beiden liegen sicherlich genügend Kameras/Optiken für so ne Vorgehensweise rum. ;) Aber bei nem Neueinsteiger? Der außerdem nicht viel Geld ausgeben möchte? ?)
Bei einem "Meade LightSwitch ACF-8 GoTo Teleskop" sollte finanziell auch ein kleines Teleskop mit kurzer Brennweite oder ein Teleobjektiv drin sein; die Kamera daran muß auch keine hohe Auflösung besitzen.

Was Du da vorschlägst, hab ich tatsächlich als komplette "Remote" Balkonsternwarte bereits realisiert.
Stimmt! :super:

Sternfreundliche Grüße

fquadrat
 
Hallo Fee & alle Anderen,

für mich hat die Idee auch unabhängig von Erwins Fähigkeit zur Umsetzung gewissen Charme. Ich habe früher auch schon über eine Umsetzung nachgedacht, bin aber letztlich zu dem Schluss gekommen, dass erst eine ortsfeste Aufstellung den enormen Aufwand rechtfertigt.

Ein Sternfreund hat dies in seiner Gartensternwarte realisiert. Dort steht in einer Rolldachhütte ein schneller großer Newton mit einer sehr guten Deepskykamera montiert. Das Teleskop wird per Lan gesteuert und mustert Sternfelder nach Kleinplaneten durch, während der Beobachter im warmen Arbeitszimmer sitzt. :-) Die Bilder kommen am PC an und werden in einer Software ausgewertet, welche Pixelgenau die Koordinaten der etwaigen Kleinplaneten ermittelt und mit einer Onlinedatenbank abgleicht, ob diese schon entdeckt worden sind. Das Ganze setzt also neben fester Installation auch einer GPS genaue Positionierung voraus. Auf diese Weise hat er schon den einen oder anderen Kleinplaneten entdeckt. Alles in allem ist diese Himmelsdurchmusterung aber ein recht zähes Geschäft, weshalb er irgendwann nicht mehr draußen stehen wollte. :-)

Das mag für unsere Zwecke vielleicht kein geeigneter Maßstab sein, zeigt aber, was auch im Amateurbereich mit etwas Aufwand möglich ist. Das Ganze läuft im Übrigen komplett mit Teilen von der Stange, also keine aufwändigen Spezialanfertigungen.

CS Roman
 
@ ALLE

Zuerst mal vielen Dank für Eure Infos und Euren Zeitaufwand mich bei diesem Thema aufzuschlauen und weiterzubringen ! Respekt !
Ausgestiegen bin ich nicht - meine Arbeit läßt leider nicht zu, daß ich immer online im Forum sein kann. Und außerdem benötige ich auch Zeit die ganzen Infos zu "sortieren".
Das Zeitfenster für meine beabsichtigte Anschaffung sollte bis Frühjahr sein.
Das Teleskop sollte evtl. das Meade LightSwitch ACF-8 GoTo sein, ob 8", 10" oder 12" ist noch offen. Offen ist auch: welche Kamera hierzu geeignet ist und was sollte so eine Kamera leisten können. Die Watec WAT 120N+ war nur eine Idee von mir ohne genau zu wissen ob diese Kamera dazu geeignet ist.
Für das technische Knowhow um das Ganze auch sinnvoll umzusetzen und zu bedienen ist für mich schon klar, daß ich hierzu schon Arbeit und Zeit investieren muß (was ich auch nächstes Jahr haben werde). Die speziellen Einzelheiten und Vorgehensweisen die Ihr hier auch aufzeigt sehe ich auch auf mich zukommen, da ist mir bestimmt nicht bange, der entsprechende Ehrgeiz ist schon vorhanden.
(Beobachtungsort: Randbereich eines kleinen Dorfes fernab von größeren Städten. Großer Garten mit Terasse ohne Nachbarn und Bäume.)

Danke nochmal an Alle die mir bis hierher schon weitergeholfen haben !

 
Teleskopbeobachtung live über PC/Laptop

Hallo zusammen,

ich muß das Thema noch mal aus der Schublade holen:

Für eine "Live-Beobachtung" (nicht wirklich live, das weis ich) habe ich mir z.Bsp. folgendes Teleskop gedacht. Muß man hier lediglich noch einen PC/Laptop anschließen um die Bilder zu sehen oder muß man laut dieser Beschreibung einen Monitor dazwischen schalten ?

Vielleicht kann mir ja der eine oder andere Astrofreund, mir hier seine Meinung dazu kundtun - auch mit Hinblick auf die Kamera die beim Angebot dabei ist.

Freu mich auf Rückinfo und vielen Dank dafür !

 
Re: Teleskopbeobachtung live über PC/Laptop

Hallo Erwin,
Zu dem Teleskop kann ich nicht viel sagen, bin aber gerade über diesen Thread gestolpert.
Ich experimentiere gerade mit modifizierten Uberwachungskameras (ab 40€ bzw. 20€ für das nackte Modul) bzw. der PD (astrophoto.Co.uk, 120€, Version mit ext. Fernbedienung auf Nachfrage erhältlich, Beschaltungsplan gibts aber auch im Netz). Die haben gegenüber den Watec und Mintron einige Nachteile, der günstige Preis ist aber ideal um zu experimentieren.
Beispiel (nicht von mir) einer Samsung Kamera
http://m.youtube.com/watch?v=JHiCNmYdkaE
(120mm, f5, reducer)

Ich habe mich für eine Low Budget Sparbrötchen-Variante entschieden und mein Bereits vorhandenes Heritage 130/650 auf eine damals gerade günstige Celestron Nexstar SLT (200€) gepackt, aber auch gebrauchte Neq3 oder eq5 Montierungen gibts gebraucht mit Goto immer mal günstig.
Das Heritage ist nicht ideal, aber was man hat... Extra ein 130pds anschaffen wollte ich deshalb nicht.
Da die Kameras nur 10-20 Sekunden integrieren reicht aber eine AltAz Montierung. Die Billig-Goto Montierung hat aber auch recht viel Backslash/Spiel, kann man aber in den Grif bekommen. Viel kritischer ist Störendes Licht von Nachbarn und Laternen. Zu weihnachten soff das Bild schnell ins Orangene ab ;-)
Bereits ohne Nachführung bei 16-32x zeigt die Kamera so viel wie visuell, ich hatte sie schon am Dobson und den Ringnebel beobachtet.
Da die Kamera einen kleinen Chip hat sieht man aber ungefähr so wenig Feld wie durch ein 6mm Plössl, deshalb habe ich mir einen 20€ Reducer gekauft.

Es geht also auch für 400 ;-) Aber wenn man das ernsthaft machen möchte is eine gute Montierung sinnvoll. Ich wollte ja nur mal darauf hinweisen dass es auch so geht. Im Moment habe ich die Kamera auch an Canon-Kamera-Objektiven, erstaunlich was vom Stativ aus geht.
Da möchte ich auch noch eine Barndoor bauen, dann kann man für unter 50 Euro einsteigen (10€ ebay Objektiv. 20€ Kameramodul, Bastelmaterial - Nichts für die gesteuerte Heimsternwarte aber Ideal für Schulprojekte...).

Viel Erfolg bei deinem Projekt!
 
Re: Teleskopbeobachtung live über PC/Laptop

Danke Marcus für Deine Infos !

Vielleicht meldet sich ja noch jemand der sowas ähnliches macht wie ich beabsichtige zu tun.

Gute Zeit !
 
Re: Teleskopbeobachtung live über PC/Laptop

Hallo Erwin,

Für eine "Live-Beobachtung" (nicht wirklich live, das weis ich) habe ich mir z.Bsp. folgendes Teleskop gedacht. Muß man hier lediglich noch einen PC/Laptop anschließen um die Bilder zu sehen oder muß man laut dieser Beschreibung einen Monitor dazwischen schalten ?

die Kamera, die bei Deinem Beispiel im Angebot ist, entspricht im wesentlichen meiner DMK 21AU618.AS. Sie besitzt deren Chip und wird vom selben Hersteller (The Imaging Source) lediglich in einem stylischeren Gehäuse exclusiv für Celestron ausgeliefert. Alter Wein in neuen Schläuchen. ;)

Der Chip dieser Kamera ist sehr empfindlich, wenn es um Planetenfotografie geht. Da sind kurze Belichtungszeiten (um 30-70 Millisekunden) üblich, mit denen man das Seeing einfriert. :super:

Der Chip ist aber absoluter Schrott bei Belichtungszeiten mit mehr als 4 Sekunden. Mehr als 1/3 des Gesichtsfeldes ist dann durch rosafarbenes Verstärkerglühen "verseucht". Und im restlichen Bild sind soooooooooooo viele bunte Hotpixel, daß nur jedes 100 ste helle Pixel ein Stern ist, der Rest ist verstärktes Rauschen. :mauer:

Wenn man sehr viel Bildbearbeitung betreibt (Darks, Flats, Entrauschen durch Mitteln, Signal stretchen, Kontast anheben, Schärfen...) kann man damit schon noch ein bissy was anfangen. Aber "on the fly", also live am Bildschirm kriegste Augenkrebs...

Nein, das ist absolut nicht das, was Du willst.

Alle 5 oder 10 Sekunden ein neues, verrauschtes, gruslig anzuschauendes Bild? Vergiss diese Kombination für Deepsky. Das ist kein Einstieg, das ist der Ausstieg.

Prinzipiell ist die Montierung Remotefähig. Aber da sie irgendwo fest installiert werden soll, ist der GPS Schnickschnack so überflüssig wie ein Kropf. Oder denkst Du, daß der Balkon, die Terasse oder das Gartensternwartengebäude durch die Kontinentaldrift sooooooo schnell die Koordinaten wechselt, daß Du GPS brauchst? Programmier Deine Beobachtungskoordinaten einmal vernünftig in die Steuerung ein und gut ists.

Bei einem fest aufgestellten Remote Teleskop ist auch das ganze, werbemäßig völlig übertriebene "ergonomisch optimiert" reine Augenwischerei. Oder mußt Du jedesmal komplett neu aufbauen, wenn Du anschließend remote im warmen Wohnzimmer Astronomie am Bildschirm betreiben möchtest? Dann sind das 4.000 Euro rausgeschmissenes Geld. Denn für den Aufbau und das Alignment mußt ja raus, das dauert. Dann kommen im Winter mehrere Stunden Auskühlzeit, ehe Du loslegen kannst. Prickelnd? :gutefrage:

Bei 2,8 Meter Brennweite mit dem C11 und dem Gesichtsfeld der Kamera würdest Du genau so viel (rotes Rechteck) von den Objekten sehen:

 

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Auch bei kleineren Objekten würdest Du immernoch nicht das komplette Objekt sehen:
 

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Diese Kombination (C11 und Kamera) taugt wirklich nur für Planetenbeobachtung. Dann aber draußen am Laptopbildschirm, denn die Datenübertragung von 30 oder 60 Bildern pro Sekunde pakt W-Lan nicht.

Kannst Du ein Netzwerkkabel im Garten vergraben und per Durchbruch durchs Mauerwerk vom Haus irgendwie bis zum Rechner im Wohnzimmer führen, geht Planetenbeobachtung live im Warmen.

Falls Du flächige Deepsky-Objekte live mit einer Kamera beobachten möchtest, brauchst völlig andere Brennweiten. Da wären Fotoobjektive an einer Watec tatsächlich wesentlich sinnvoller. Hier mal Beispiele mit 80, 135 und 200 mm Teleobjektiven. Kamera mit Teleobjektiv auf Prismenschine statt einem fetten Teleskop auf irgend einer remotefähigen Goto-Montierung (EQ-3 aufwärts):
 

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ups, war zu schnell mit abschicken
 

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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Fee,

sehr beeindruckend Deine Hilfestellung !

... was eigentlich nun bei mir so alles auf den Haufen wirft ;)

Ich bräuchte nun einen professionellen Hinweis welches Teleskop und welche Kamera sich für eine "Live-Beobachtung" verwenden läßt bzw. wie solch eine Ausrüstung auszusehen hätte. Das Budget hierfür liegt bei mir bis 4000 Euro. Ich habe diese Frage so ähnlich schon mal letztes Jahr gestellt, aber leider keinen direkten Hinweis auf das Equipment bekommen.
Wie bereits erwähnt möchte ich keine Astrofotografie betreiben nur über PC/Laptop beobachten - und das möchte ich versuchen umzusetzen.
Vielen Dank im Voraus für brauchbare Ideen und besonderen Dank für die ausführlichen Darstellungen von Dir Fee !!!!!!

Bis dahin...
 
Hi Erwin,

mit genügend Kohle in der Hand ist (fast) alles irgendwie machbar. Um da aber genauer und vor allem sinnvoll zu beraten, ist mehr Input von Dir nötig:

- wo wird die Montierung für Teleskop/Fotoobjektive stehen?
- Garten (Grabarbeiten für Netzwerkkabel und Stromversorgung!)
- Terrasse
- Balkon
bei allen 3 Standorten: kann das Kabelgedöhns per luftdicht geschlossenem Mauerdurchbruch ins Haus geführt werden? Oder fällt das flach (Mietwohnung)?

Dann wäre für das analoge Videosignal von Mintron/Watec das sinnvoll. An diesen Anschluß ein USB-Framegrabber, den in den PC und schon hast das Bild der Kamera auf dem Monitor. :)

Kameras, die per USB-Kabel Strom bekommen, vom Laptop gesteuert werden und Daten an den Bildschirm im Wohnzimmer liefern, brauchen sowas.

Die Steuerung der Montierung kann entweder per W-LAN vom Laptop im Wohnzimmer oder über sowas erfolgen.

Wie bereits erwähnt möchte ich keine Astrofotografie betreiben nur über PC/Laptop beobachten - und das möchte ich versuchen umzusetzen.

ob Du die ankommenden Bilder speicherst, oder "nur" am Bildschirm anschaust, ist der Montierung, der Optik und auch der Kamera wurscht. Für Dein Vorhaben gelten die selben Regeln wie für Fotografie bezüglich Einscheinern, Alignment, Datenübertragung.

Die Frage nach der Brennweite der Optik richtet sich nach der Größe (1/60 des Vollmonddurchmesser bis 20-fachen Vollmonddurchmesser) und der Flächenhelligkeit der Wunschobjekte...

Wie beim Auto: soll damit der Transport von großen Paketen/Möbeln möglich sein, ist ein Porsche ungeeignet...

Mach doch bitte mal eine Liste, was konkret Du beobachten möchtest. Dann kann Dir auch mit konkreten Vorschlägen zur Optik/Kamera geholfen werden...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo!

Ich frage mich, was denn da "beobachtet" werden soll?
Im seeing wabernde Planetenscheiben und ein zittriger Mond?
Oder womöglich Einzelbilder von deepsky-Objekten die ohne stacken und EBV nichtmal zu erahnen sind?

Langzeitbelichtungen, und dann 15 Minuten auf das nächste Bild warten?

Hmm, ich bin da sehr skeptisch...
Aber gespannt, was der Markt so bietet und hier noch vorgeschlagen wird!

Viel Erfolg und Gruß!
Uli
 
Hallo Uli,
es gibt wie im Thread schon erwähnt empfindliche Kameras die - wenn auch schlechter aufgelöst - Deepsky-Objekte bereits innerhalb 10-20 Sekunden sichtbar machen. Ab 20-100€ gehts los.

In einigen englischen Foren gibt es dazu ganze Bereiche, und Websites bei denen Hobbyastronomen live "senden".

http://www.youtube.com/watch?v=JHiCNmYdkaE

Auch könnte man ein kleineres Teleskop samt Kamera Piggy-Back auf das Hauptrohr schnallen (mit 5" wird schon eine Menge Sichtbar) und dann am Anderen immer noch mit z.B. einer DSLR fotografieren.

Am billigsten wäre natürlich warme Kleidung ;-) (SCNR).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Fee,
die Montierung für das Teleskop (SC oder evtl. ED APO) wird auf der Terrasse stehen (eigenes, freistehendes Haus ohne Nachbarn und höhere Bäume, fernab von größeren Städten). Stromanschluß und andere Anschlüße kein Problem, sind bereits vorhanden.
Die Objekte die ich beobachten möchte finden sich im DS-Bereich. Muß man bei Video oder Live-Beobachtung zwischen Planeten und DS-Objekte unterscheiden ? Wenn ja, warum ?
Genügend Kohle heist bei mir, wie bereits erwähnt, ca. 4000 Euro (all inclusive).
Welches Teleskop und welche Kamera passt dazu ?
Und gibt es spezielle Videokameras für diesen Zweck ?
Danke nochmals für Dein Engagement in dieser Sache !!

Bis dann ...

 
Hi Erwin,

ich bins nochmal. Hatte Deinen früheren Hinweis auf eigenen Garten/Haus und ländliche Gegend überlesen.

Denk mal drüber nach, ob folgende Zusammenstellung/Vorgehensweise was für Dich wäre:

Balkontüre auf, Montierung auf Stativ raustragen, einmal die Montierung ordentlich Einnorden/Einscheinern auf Waschbetonplatten im Garten, Markierungen für die Füße aufmalen, zukünftig die Stativbeine genau auf die Markierungen für die einzelenen 3 Beine aufstellen und nie wieder die Verbindung Montierung/Stativ lösen. So bleibt die Polhöhe/Azimutverstellung immer annähernd gleich und Goto funktioniert nach dem Alignment. Teleskop drauf, Kamera in den Okularauszug, Scharfstellen, Alignment machen, feddisch...

Wenn Du dann offene und Kugelsternhaufen sowie mittelgroße Galaxien "beobachten" möchtest, brauchst ungefähr 500-750 mm Brennweite bei Verwendung einer Mintron/Watec, damit Du von diesen Objekten dann etwas auf dem Bildschirm zu sehen bekommst.

Das Alignment machst jedesmal nach dem Einschalten der Montierung über einen Telrad oder einen 8x50 Sucher mit dem Auge.

Scharfstellen tust die Kamera an einem hellen Stern mit Bahtinov-Maske vor dem Newton über den Okularauszug. Dann den Okularauszug in dieser Stellung klemmen, Maske runter und verstauen. Rechner von der Kamera abstöpseln, rein ins Haus. Verlegte Fensterdurchführungen an Montierung und Kamera anschließen, Türe/Fenster zu. Goto zu den Wunschobjekten und am Bildschirm die Objekte "beobachten". Mit der Methode kannst etwa 50 oder 60 Motive irgendwie und in bescheidener Qualität erreichen...

Damit die Kamera das bissy Licht gut verarbeiten kann, brauchst lichtstarke Optiken. Also f=5 oder f=6. Oder für ganz große Objekte (Andromedanebel, Orionnebel...) Teleobjektive mit Blende 5.6.

Da gibt es von der Stange 2 gut passende Teleskope mit echtem Parabolspiegel:

5" Newton mit 650 mm Brennweite oder 6" Newton mit 750 mm Brennweite. Diese beiden Teleskope sind relativ leicht. Daher passen die wunderbar auf eine H-EQ5. Die läßt sich über den Laptop steuern.

Mit einer Shapleylinse direkt vor dem C-Mount Anschluß der Mintron könntest das Öffnungsverhältnis von f=5 auf f=4 drücken, damit hast etwas mehr Gesichtsfeld für die Kamera und es kommt mehr Licht auf die einzelnen Pixel. -> helleres Bild/mehr Einzelheiten bei gleicher Belichtungszeit. :)

Den Adapter C-Mount auf 1 1/4" Filtergewinde zum Anschluß der 1 1/4" Shapleylinse müßtest Du irgendwo in Auftrag geben - so ein Teil habe ich bislang noch bei keinem Händler gefunden. Ich hab mir gleich 2 Stück mit nem optischen Weg von 5 mm von nem Astrokumpel mit Drehbank drehen lassen und setze sie genau für diesen Zweck an verschiedenen Teleskopen ein...

Jedem ernsthaft an Beobachtungen interessierten Amateurastronomen werden sich zwar bei der Vorgehensweise die Fußnägel hochrollen, weil Du wahnsinns viel Potential verschenkst (du kaufst damit quasie ein Opernabbo im Staatstheater und hörst Dir dann die Oper übers Handy in der Manteltasche in der Gaderobe mit nem 2. Handy vom Wohnzimmer aus an), aber wenn es nun mal Dein Wille ist, Astronomie vom Wohnzimmer aus zu machen, dann soll es eben so sein...

:D :totlach: :D

 
Hi Erwin,

unsere Postings haben sich überschnitten.

Die Objekte die ich beobachten möchte finden sich im DS-Bereich. Muß man bei Video oder Live-Beobachtung zwischen Planeten und DS-Objekte unterscheiden ? Wenn ja, warum ?

ja, muß man. Visuell macht man das über die Brennweite vom Okular. Die bestimmt zusammen mit der Brennweite vom Teleskop die Vergrößerung. Beim Filmen/Fotografieren hast keine Vergrößerung. Da hast den Abbildungsmaßstab der Teleskopbrennweite.

Was ist der Unterschied zwischen einem Gänseblümchen und einem Mammutbaum? Die Größe (5mm Blütendurchmesser gegen 100 Meter Höhe)

Planeten haben maximal 60 Bogensekunden Größe am Himmel. Das ist eine Bogenminute. Der Mond hat 30 Bogenminuten. Ist also 30 mal so groß wie der größte Planet. Andere Deepsky-Objekte sind 10 mal so groß wie der Mond. Also 300 mal so groß wie ein Planet.

Für dies 3 verschiedenen Größenklassen brauchst unterschiedliche Brennweiten (Teleskope), wenn die selbe Kamera zum Einsatz kommt...

Allzuviel Auswahl bei den Kameras gibt es nicht. Mintron, Watec, eventuell noch ALCCD5L-IIm...

Wird es jetzt langsam klarer?

Ein SC ist suboptimal. Das hat von Haus aus mit f=10 ein langsames Öffnungsverhältnis. Da müßtest Du mit ner speziellen "Shapleylinse" die Brennweite reduzieren. Allerdings sind deren Systeme "Hyperstar" dann auf 2" ausgelegt. -> teuer!
 
Hallo Sternenfee,
die Adapter gibt es für knapp 15 Euro aus England

http://www.ebay.de/itm/C-mount-vide...?pt=UK_Telescope_Adapters&hash=item1e66d3facc
http://www.ebay.de/itm/C-mount-moon...?pt=UK_Telescope_Adapters&hash=item20c26f1249

Ein anderer, wohl aus Kunststoff.

http://www.ebay.de/itm/1-25-adapter...470?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item4d17570fee

Über die Qualität ersteren Typs kann ich nichts sagen, sollte aber demnächst ankommen. Ich habe mir mit dem 3D Drucker einen gestrickt.
Deshalb kann ich auch zu dem einfachen 19€ 0.5x Reducer nichts sagen (bzw. im Inland ca. 30/40 Euro).


Kameras: Die PD von Astrophoto.co.uk ist eine günstige Alternative, oder eben eine 20-40€ CCTV Kamera bestellen und den IR Filter entfernen (oder des Mechanismus Verkabelung trennen).


Viele die intensiv Videoastronomie betreiben haben Draußen eine Box mit Rechner/Netbook + Wlan (Richtantenne) und steuern dann alles über VNC o.Ä.

Bei den 5 Zoll Newtons aufpassen dass man in den Fokus kommt, da bleibt eigentlich AFAIK nur der 130pds.
Davon könnte man auch zwei auf eine stabile Montierung packen, einmal mit und einmal ohne Reducer, ggf. noch ein Tele Huckepack... Machen einige tatsächlich - Verrückt :-)


Mit dem Fusnägel hochrollen -> Da geb ich Dir recht. Es ist eine nette Spielerrei (meiner Meinung nach) aber Visuell ist einfach ästhetisch gesehen eine ganz andere Erfahrung.
Weder Fisch noch Fleisch... Fotografen rümpfen ebenfalls die Nase.
Für Live-Vorführungen aber ganz nett die Technik.

@Erwin:
Du könntst ja auch erstmal mit einer 20-100€ Kamera (da ist im übrigen z.T. der gleiche Chip drinn wie in teureren) an einem kleinen Tele oder Teleskop experimentieren, ganz ohne Tracking. Dann siehst Du ob dir die Bildqualität zusagt.
Auf einem Fotostativ ohne Nachführung mit 15-55mm kann man da schon ettliche Dinge sichtbar machen, aber richtig los gehts eben erst mit Tracking...

Blöd bei den Analog-Kameras ist die Tatsache dass das Bild durch den USB-Videograbber nur komprimiert ankommt, aber wenn Bildbearbeitung sowieso kein Thema ist, ists halb so wild.

CS
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Marcus,

diese Adapter kenne ich. Die haben viel zu viel optischen Weg. Ich hab was von 5 mm optischem Weg geschrieben. ;)

Vor ca. 10 Jahren hab ich mit dem Lechnerschen Videomodul SK1004-X genau das gemacht, was Du beschreibst. Das analoge Signal des Chips per USB-Grabber in den Rechner gezogen und bei 1/50 Sekunde Belichtungszeit helle Sterne, das Trapez oder Planeten "angeguckt", dann ein Filterrad gekauft und RGB Sequenzen aufgenommen. Hat bei Planeten wunderbar funktioniert. Aber heute ist die Technik weiterentwickelt, meine Ansprüche deutlich gestiegen und ich denk mit wohligem Gruseln an meine Verzweiflung zurück, als ich damals damit meine ersten, zaghaften Deepsky-Versuche gestartet hab. :D
 
Hallo Sternenfee,
ah, entschuldige, das hatte ich überlesen.
Am Heritage 130p schiebe ich den Tubus einfach ein Stück ein.

Ich fand das schon erstaunlich bei 32/64 Frames Sense-Up ohne Nachführung den Ringnebel besser als Visuell sehen zu können, aber die Plejaden verlieren in PAL-Auflösung einfach jeglichen Charme...
;-)
 
Hallo Fee,
hallo Marcus,

vielen Dank für Eure Unterstützung bei meinem Vohaben !
Ich muß mir hier von diesem Thema nun eine Auszeit nehmen um Euren Input zu sortieren um dann weitere Entscheidungen treffen zu können ?)
Auf jeden Fall werde ich parallel zu der Kamera mit einem Binoansatz am Teleskop beobachten.
Ich bin ein Fan von beidäugigem Beobachten und werde mir auch mittelfristig ein Großfernglas oder Doppelrefraktor zu dem Teleskop anschaffen.

Danke nochmals ...
und immer klaren Himmel

 
Hallo Erwin,
das ist natürlich auch eine gute Idee.
Viel Spaß, und berichte mal über deine Projekte und Beobachtungserfolge ;-)
 
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