Hi Erwin,
ich bins nochmal. Hatte Deinen früheren Hinweis auf eigenen Garten/Haus und ländliche Gegend überlesen.
Denk mal drüber nach, ob folgende Zusammenstellung/Vorgehensweise was für Dich wäre:
Balkontüre auf, Montierung auf Stativ raustragen, einmal die Montierung ordentlich Einnorden/Einscheinern auf Waschbetonplatten im Garten, Markierungen für die Füße aufmalen, zukünftig die Stativbeine genau auf die Markierungen für die einzelenen 3 Beine aufstellen und nie wieder die Verbindung Montierung/Stativ lösen. So bleibt die Polhöhe/Azimutverstellung immer annähernd gleich und Goto funktioniert nach dem Alignment. Teleskop drauf, Kamera in den Okularauszug, Scharfstellen, Alignment machen, feddisch...
Wenn Du dann offene und Kugelsternhaufen sowie mittelgroße Galaxien "beobachten" möchtest, brauchst ungefähr 500-750 mm Brennweite bei Verwendung einer Mintron/Watec, damit Du von diesen Objekten dann etwas auf dem Bildschirm zu sehen bekommst.
Das Alignment machst jedesmal nach dem Einschalten der Montierung über einen Telrad oder einen 8x50 Sucher mit dem Auge.
Scharfstellen tust die Kamera an einem hellen Stern mit Bahtinov-Maske vor dem Newton über den Okularauszug. Dann den Okularauszug in dieser Stellung klemmen, Maske runter und verstauen. Rechner von der Kamera abstöpseln, rein ins Haus. Verlegte Fensterdurchführungen an Montierung und Kamera anschließen, Türe/Fenster zu. Goto zu den Wunschobjekten und am Bildschirm die Objekte "beobachten". Mit der Methode kannst etwa 50 oder 60 Motive irgendwie und in bescheidener Qualität erreichen...
Damit die Kamera das bissy Licht gut verarbeiten kann, brauchst lichtstarke Optiken. Also f=5 oder f=6. Oder für ganz große Objekte (Andromedanebel, Orionnebel...) Teleobjektive mit Blende 5.6.
Da gibt es von der Stange 2 gut passende Teleskope mit echtem Parabolspiegel:
5" Newton mit 650 mm Brennweite oder 6" Newton mit 750 mm Brennweite. Diese beiden Teleskope sind relativ leicht. Daher passen die wunderbar auf eine
H-EQ5. Die läßt sich über den Laptop steuern.
Mit einer Shapleylinse direkt vor dem C-Mount Anschluß der Mintron könntest das Öffnungsverhältnis von f=5 auf f=4 drücken, damit hast etwas mehr Gesichtsfeld für die Kamera und es kommt mehr Licht auf die einzelnen Pixel. -> helleres Bild/mehr Einzelheiten bei gleicher Belichtungszeit.
Den Adapter C-Mount auf 1 1/4" Filtergewinde zum Anschluß der 1 1/4" Shapleylinse müßtest Du irgendwo in Auftrag geben - so ein Teil habe ich bislang noch bei keinem Händler gefunden. Ich hab mir gleich 2 Stück mit nem optischen Weg von 5 mm von nem Astrokumpel mit Drehbank drehen lassen und setze sie genau für diesen Zweck an verschiedenen Teleskopen ein...
Jedem ernsthaft an Beobachtungen interessierten Amateurastronomen werden sich zwar bei der Vorgehensweise die Fußnägel hochrollen, weil Du wahnsinns viel Potential verschenkst (du kaufst damit quasie ein Opernabbo im Staatstheater und hörst Dir dann die Oper übers Handy in der Manteltasche in der Gaderobe mit nem 2. Handy vom Wohnzimmer aus an), aber wenn es nun mal Dein Wille ist, Astronomie vom Wohnzimmer aus zu machen, dann soll es eben so sein...

:totlach: